Terror Zivilgesellschaft

Wo bleibt die Wut?

Zeigt Fotocollage mit Städten, die vom Terrorismus heimgesucht wurden.
geschrieben von: Lucas Schoppe

Die Kultivierung der Passivität nach dem Terror drückt eine grundlegende Krise des aktiven Bürgers aus – und die Angst vor ihm. (The post-terror cultivation of passivity speaks to a profound crisis of – and fear of – the active citizen.) Brendan O’Neill 

Haben wir uns bereits so sehr an den Terror gewöhnt? Das hätte nie geschehen dürfen. Jakob Augstein 

Da ich an dem Abend noch lange gearbeitet hatte, erfuhr ich von dem terroristischen Massenmord in Manchester sehr früh, über eine Twitter-Nachricht – noch bevor das Thema zum Aufmacher der größeren Publikationen wurde. Was in Manchester geschehen sei, würde den Rechten im Netz nun wahrscheinlich wieder Auftrieb geben, hieß es in dem Tweet sinngemäß.

Noch bevor ich, oder irgendjemand sonst, erfahren hatte, was eigentlich geschehen war, wurde also schon klargestellt, dass es Rechten nicht in die Karten spielen dürfe. Nicht das monumentale Verbrechen selbst, sondern seine Bewertung und seine politische Nutzbarkeit standen sofort im Vordergrund. Das betrifft längst nicht nur diesen einen Tweet, dessen Autoren ich ohnehin längst vergessen habe.

Ein Politiker der Grünen schreibt schon kurz nach den ersten Meldungen:

Was wäre wohl geschehen, wenn nach dem kranken Massenmord an Jugendlichen durch den rechtsradikalen Anders Breivik ein konservativer Politiker lediglich verkündet hätte, dass dieses Geschehen „den Linken“ keine Tribüne geben dürfe? Die Reaktion wäre, leicht erkennbar, so unangemessen gewesen, dass auch sie selbst wiederum etwas Krankhaftes gehabt hätte.

Oomens Tweet kann Ausdruck eines betonierten Weltbildes sein, mit dem sich jemand alles, was geschieht, so zurechtschnitzt, dass es zu seinen immer schon bestehenden Überzeugungen passt. So ähnlich eben wie die Reaktion von Feministinnen, die den Massenmord von Manchester sogleich als Verbrechen an Frauen interpretierten – lange bevor überhaupt bekannt war, wie viele Frauen und Männer, Mädchen und Jungen dabei verletzt oder getötet wurden.

Solche Reaktionen sind aber auch eine Abwehr. Vor der Grauenhaftigkeit, der irrsinnigen Fremdheit der Gewalttat flüchten sich Menschen gedanklich auf vertrautes Terrain, auf den Kampf gegen Rechts oder den gegen das Patriarchat. Wer sich die Tat so in der Rahmen des Gewohnten zurückzerrt, der kann sich ihre Konsequenzen dann eben ganz einfach dadurch vom Leib halten, dass er in seinem Twitter-Account ein paar andere User blockiert.

Dieser Umgang mit den Verbrechen ist verständlich, aber ungeheuer gefährlich, weil er von dem Bedürfnis getrieben ist, eine erschreckende, bedrohliche Wirklichkeit nicht mehr wahrnehmen zu müssen. Erwachsenen aber müssten eigentlich gelernt haben, dass der alte Kinderglaube falsch ist, etwas Schlimmes würde dadurch  verschwinden, dass man sich die Hände vor die Augen legt.

Was in vielen öffentlichen Reaktionen fehlt, in den Ausdrücken der Trauer, des Gebets („Pray for….“, jeweilige Stadt bitte einsetzen), der Solidarität, des Erschreckens, ist vor allem eine vitale Reaktion, von der ich mir sicher bin, dass ich nicht allein damit dastehe: Wut.

Öffentliche Gebäude in wechselnden Landesfarben

Gedenken nach dem Terroranschlag in Manchester

Da konspirieren erwachsene Menschen, um mit einer Nagel- und Schraubenbombe möglichst viele Kinder und Jugendliche auf einem Popkonzert in Stücke zu fetzen. Der ausführende Massenmörder ist Sohn einer Familie, die vor Jahrzehnten vor Gaddhafi nach Großbritannien geflohen war. Nun ermordet er in dem Land, das seine Familie gerettet hat, möglichst viele Kinder und Jugendliche auf ungeheuer grausame Weise.

Nach dem Massenmord in Stockholm begegnete mir ein Bild im Netz, von dem ich mir wünschte, ich hätte es nie gesehen. Da lag eine tote Frau auf der Straße und in ihrem Blut, ihre Beine waren abgetrennt und lagen entfernt von ihrem Torso. „Die arme Frau“, dachte ich – und erfuhr dann später, dass es keine Frau war, sondern ein elfjähriges Mädchen.

Ihr Mörder war als Asylbewerber nach Schweden gekommen – es konnte jahrelang in dem Land leben, weil dessen Menschen sich dafür verantwortlich fühlten, ihn zu schützen.

Auch der Massenmörder von Berlin, der mit einem gestohlenen LKW gezielt in die feiernden Menschen eines Weihnachtsmarktes gerast war, war als Asylbewerber ins Land gekommen. Auch er war geschützt worden und hatte die Schutzlosigkeit anderer genutzt, um sie zu ermorden.

Die Massenmörder im Konzerthaus Bataclan in Paris waren schwer bewaffnet und ermordeten über hundert unbewaffnete junge Menschen, die sich einfach nur ein Konzert anschauen wollten – einen nach dem anderen, die Wehrlosigkeit der Opfer ausnutzend.

Es ist absurd unangemessen, nach solchen und mittlerweile vielen ähnlichen Taten einfach nur einige virtuelle oder reale Kerzen anzuzünden, öffentliche Gebäude in wechselnden Landesfarben anzustrahlen und ansonsten davor zu warnen, dass das Geschehen den Rechten keinen Auftrieb geben dürfe.

Trauer macht still, Wut aktiviert

Gedenken nach dem Terroranschlag in Stockholm.

Trauer macht ergeben und still, Wut aktiviert. Traurig können wir sein über einen Verlust, an dem niemand Verantwortung trägt – Wut aber richtet sich auf die Verantwortlichen. Anders als Trauer, die sich höchstens einmal an Gott wendet, hat Wut also auch Adressaten.

Ich bin mir ganz sicher, dass viele Menschen – wie ich – mit Angst und vor allem mit Wut auf die Verbrechen reagieren. Ich verstehe durchaus, warum solche Gefühle aus dem öffentlichen Diskurs weitgehend herausgehalten werden. Ich verstehe die Sorge, dass die Wut sich in eine pauschale Verdammung von Muslimen hineinsteigern könnte – und die Sorge, dass eine solche Frontstellung ganz genau das ist, was die Massenmörder beabsichtigen. Ich verstehe und teile auch die Sorge, dass die Wut sich in Gewaltakten gegenüber Muslimen äußern könnte.

Das aber ist auch eine Frage des Umgangs mit der Wut – und der ist über längere Zeit nicht sinnvoll möglich, wenn diese starke Emotion einfach aus dem Diskurs ausgeklammert bleibt.

Das Kalkül nämlich ist falsch, ein offener Ausdruck von Wut würde „Rechten“ in die Hände spielen. Rechtsaußen-Positionen werden vielmehr gestärkt, wenn allein dort angemessene, richtige Reaktionen auf schwere Verbrechen möglich sind, während anderswo nicht die Verbrechen selbst, sondern eher die Reaktionen darauf als Problem erscheinen.

Vor allem aber: Es rächt sich früher oder später immer, wenn wesentliche Aspekte der Wirklichkeit systematisch nicht wahrgenommen werden.

Wie man Hilflosigkeit zum Verschwinden bringt

Gedenken nach dem Terroranschlag im Konzerthaus Bataclan in Paris

Wir sind mittlerweile geübt darin, uns den Schrecken und die Brutalität des Terrors wegzurationalisieren. Besonders beliebt ist die Variante, die Massenmörder als Opfer zu deuten und die realen Opfer damit aus dem Sichtfeld zu verlieren. Wir können zum Beispiel die inhumane Asymmetrie des Massenmordes im Pariser Bataclan als Reaktion auf die Asymmetrie des Drohnenkrieges deuten – als würden die Massenmörder einen Krieg, den wir in ihren Ländern führen, lediglich zu uns zurück tragen.

Für diese Interpretation müssen wir dann allerdings kurz vergessen, dass der Drohnenkrige nicht durch die Fans der Eagles of Death Metal, sondern durch den allseits beliebten Ex-Präsidenten Obama ausgebaut wurde. Wir dürfen uns auch nicht weiter umschauen, gar bis zum Massenmord in Stockholm, weil uns dann vielleicht auffiele, dass Schweden an Kriegseinsätzen gar nicht beteiligt war und trotzdem zum Opfer des Terrors wurde.

Es ist ja richtig, die westliche Nahost-Politik zu kritisieren, den inhumanen, hochgefährlichen Drohnenkrieg abzulehnen oder den Irrsinn des Irak-Krieges als wesentlichen Grund für die Destabilisierung einer ganzen Region auszumachen. Am Terror in Europa aber ändert das gar nichts.

Den Zusammenhang zwischen beidem herzustellen, ist nur deswegen tröstlich, weil wir uns dann selbst als die eigentlichen Verursacher der brutalen Verbrechen wahrnehmen können. Das bewahrt die Illusion, wir hätten die Situation selbst in der Hand und könnten sie ändern, wenn wir es nur wollten. Die ungeheure, existenzielle Hilflosigkeit der hingeschlachteten Konzertbesucher in Paris oder der Eltern, die in Manchester auf ihre Kinder warteten, verschwindet hinter einer moralisierenden Überlegung, in deren Brutalität die Brutalität der Verbrechen noch schwach wiederhallt: Wir hätten nun einmal Wind gesät und würden nun Sturm ernten.

Wie man Wirklichkeit zum Verschwinden bringt

Gedenken nach dem Terroranschlag in Brüssel

Ganz ähnlich erscheint in einigen Beiträgen nun die ungeheure Gewalt der Verbrechen als Resultat der Ausgrenzung von Muslimen in europäischen Gesellschaften. Hätte jemand bei Breiviks brutalen Massenmorden so argumentiert, hätte er sich damit als Sympathisant rechtsradikaler Gewalt geoutet. Nun aber ist offenbar der Wunsch nach Erleichterung so groß, dass viele in solchen behelfsmäßigen Argumentationen Zuflucht suchen – ohne sich überhaupt zu fragen, was denn eigentlich die Erfahrung der Ausgrenzung mit dem Wunsch zu tun haben sollte, möglichst viele Kinder mit Nägeln und Schrauben zu zerfetzen.

So wohlwollend sich solche Reaktionen auch gegenüber Muslimen geben, so sind sie doch insgeheim geprägt von einer ungeheuren Herablassung. Muslime werden hier gar nicht als Akteure wahrgenommen, die mit den Schwierigkeiten und Möglichkeiten ihres Lebens selbstständig und selbstverantwortlich umgehen können. Muslime erscheinen der wohlwollenden Arroganz ihrer falschen Freunde grundsätzlich als Opfer, denen nicht einmal die Einsicht zuzutrauen wäre, das halbwegs vernünftige Menschen auf Erfahrungen des Unwillkommenseins gemeinhin nicht mit der bestialischen Ermordung von Kindern reagieren.

Bettina Schulz in der Zeit zum Beispiel zitiert eine Statistik, nach der „sozialer Status und das Maß an Integration oder Desintegration keinen eindeutigen Hinweis auf eine mögliche Hinwendung zum Terrorismus geben. Ohne weitere Erklärung schreibt sie dann wenige Absätze später über muslimische Jugendliche: Sie „erleben, dass ihre Gemeinschaft zu den am meist benachteiligten Gesellschaftsschichten im Lande gehört.“ Selbst Familien anderer Zuwanderegruppen würden sich von Muslimen abgrenzen und den Kontakt ihrer Kinder mit ihnen unterbinden.

Das erscheint hier als Wirken einer anonymen islamophoben Feindseligkeit, die selbst andere Einwanderer infiziert habe. Als hätten Muslime – in Rotherham, zum Beispiel – niemals etwas zu dieser Angst beigetragen, und als könnten Muslime auch nichts tun, um diese Angst zu lindern.

Der Vorwurf der Islamophobie ist insgesamt ein Instrument, Wirklichkeit auszublenden. Wer den Islam, Muslime oder muslimische Gemeinden kritisiert, kann damit natürlich richtig oder falsch liegen – er bezieht sich damit auf jeden Fall auf eine überprüfbare soziale Wirklichkeit. Ob die Kritik berechtigt ist, lässt sich dann auch im Hinblick auf eben diese soziale Wirklichkeit entscheiden.

Wer aber sogleich den Vorwurf des „Islamophobie“ erhebt, leugnet den Wirklichkeitsbezug und deutet die Kritik als Symptom der inneren Verfassung des Kritikers: Die Welt sei schon ganz in Ordnung, nur mit ihm stimme etwas nicht. Die Ausblendung der Wirklichkeit erscheint dann als Ausweis von Rationalität.

Das gilt in ganz anderer Weise auch für die beliebte Rechnung, das Risiko, bei einem Verkehrsunfall zu sterben, sei weitaus größer als das Risiko, einem Terroranfall zum Opfer zu fallen. Das stimmt und trifft trotzdem nicht den Punkt.

Ein Unfall geschieht schließlich einfach nur, er will uns nichts Böses. Wir können viel tun, um uns davor zu schützen. Die Mörder aber kalkulieren die Schutzmaßnahmen schon mit ein und versuchen sie zu umgehen. Wenn ein krankes Schwein mit Sprengstoffweste in ein Konzert von Kindern und Jugendlichen nicht hereinkommt, dann wartet er eben, bis das Konzert vorbei ist und geht den Kindern dann entgegen.

Anders als die Möglichkeit von Unfällen macht die Möglichkeit des Terrors hilflos, weil wir den Schutz davor niemals kalkulieren können. Eben das aber ist ein Angriff auf die Logik zivilen Zusammenlebens.

Wenn ich, beispielsweise, in München am Marienplatz zur U-Bahn hinuntergegangen bin, dann kam es mir manchmal fast wie ein Wunder vor, dass es beständig und den ganzen Tag lang weitgehend reibungslos funktioniert, wenn hier Tausende von Menschen aneinander vorbei gehen, hetzen, schlendern. Als ob das so ganz selbstverständlich wäre.

Tatsächlich aber setzt es viel voraus. Die Beteiligten müssen sich nicht kennen, nicht mögen, nichts sonderlich nett zueinander sein – sie müssen nur stillschweigend antizipieren, was die anderen wollen, das eigene Verhalten darauf einstellen und sich darauf verlassen, dass die anderen ähnlich denken.

Und: Alle Beteiligten müssen sich darauf verlassen können, dass die anderen vielleicht schlecht gelaunt, im Stress, wütend oder genervt sind, dass aber niemand anderen massiven Schaden zufügen möchte. Diese Möglichkeit nämlich kann, anders als die des Genervt- oder Gestresstseins, nicht einfach mit einkalkuliert werden, weil dann das ganze Geflecht des Zusammenspiels zerreißen würde.

Das bedeutet: Um das zivile Leben fortführen zu können, muss die Möglichkeit des Terrors ignoriert werden. Eben das aber wird mit jedem Terroranschlag schwieriger.

Biederfrau und die Brandstifter

Daher ist es katastrophal, dass die Bundesregierung den Eindruck erweckt, sich schon stillschweigend auf weitere Anschläge engestellt zu haben. Nach den Anschlag in Berlin wurde plötzlich eine alte Ansprache Helmut Schmidts wieder populär, in der er auf den RAF-Terror mit der entschlossenen Versicherung appelliert hatte, dass die Terroristen gestoppt würden. Eben das fehlt, wenn nun die Bundeskanzlerin auf den Massenmord von Manchester reagiert.

Gedenken nach dem Terroranschlag in Berlin

Anders als Schmidt signalisiert sie an keiner Stelle eine Entschlossenheit, dass die Bundesregierung ihrer Verantwortung zum Schutz der Bevölkerung gerecht würde. Das ist sogar verständlich. Würde sie diese Verantwortung offen und unmissverständlich übernehmen, dann wäre schon mit dem nächsten Anschlag in Deutschland deutlich, dass sie ihr nicht gerecht geworden ist.

Das aber heißt: Anstatt klarzustellen, dass die Regierung sich dem Terror entschlossen entgegenstellt und dem Schutz der Bevölkerung Vorrang einräumt – kalkuliert die Kanzlerin den nächsten Anschlag in Deutschland stillschweigend schon mit ein und versucht, sich zunächst einmal selbst vor Vorwürfen zu schützen.

Ich verstehe ja, dass diese Verantwortung ungeheuer groß und belastend ist, und ich würde sie mir nicht wünschen. Wenn Merkel sie aber nicht tragen möchte, dann darf sie eben nicht Bundeskanzlerin werden. Tatsächlich nämlich prägt das Ausweichen vor der Verantwortung ins Blumig-Ungefähre ihre ganze Stellungnahme.

Sie nennt den Massenmord von Manchester, so wie auch schon andere Terroranschläge, „unbegreiflich“ – so, als ob es gar nicht möglich wäre, etwas daran zu verstehen oder gar ändern. Natürlich stimmt das nicht, Motive der Tat lassen sich sehr gut rekonstuieren.

„Wir glauben nicht daran, Unschuldige zu töten“ – so wird in der Zeit der Vater des Massenmörders zitiert. Das ist wohl beruhigend gemeint, stellt aber schon auch klar, dass das Töten von Menschen durchaus gerechtfertigt sei, solange es dabei um Schuldige ginge.

Als schuldig aber sind die Kinder von Manchester ohnehin schon markiert. Nach dem Massenmord vom Bataclan hatte die ISIS das Konzert als Feier „von Prostitution und Untugend“ (prostitution and vice) bezeichnet, zu der sich Heiden (pagans) versammelt hätten. Die ermordeten Kinder und Jugendlichen sind also aus dieser Perspektive keineswegs Unschuldige, sie sind Symbole und Teilhaber einer verkommenen Kultur.

Das ist, natürlich, kein revolutionärer Kampf gegen kindliche Ariana-Grande-Imperialisten, sondern Terror, der aus einer forcierten Tugendideologie erwächst. Die Sexualitätsfixiertheit, die stillschwiegend jeder Tugendideologie zu Grunde liegt, kann dabei umstandslos in die Opfer fantasiert werden. Deren Ermordung ist dann gleichsam eine Säuberung von der Unkeuschheit. Doch die Psychologisierung ist nicht einmal nötig, um festzustellen: Das ist eine Ideologie, die wie die des Faschismus sauber zwischen lebenswertem und lebensunwertem Leben unterscheidet.

Dass diese Ideologie eher früher als später in realer Gewalt mündet, ist überhaupt nicht „unbegreiflich“, sondern erwartbar. Merkel flüchtet wohl auch hier ins Ungefähre, weil es schlicht unbequem wäre, das einzugestehen, was ohnehin längst alle sehen: dass nämlich der muslimische Terror eine seiner Wurzeln in der muslimischen Religiosität hat.

Das bedeutet ja nicht, dass alle Muslime gewaltbereit wären oder den Terror unterstützen würden. Es führt aber zu der Frage, ob und wie weit muslimische Gemeinden, deren Funktionsträger und Mitglieder eine Mitverantwortung für den Terror haben: durch Wegsehen, durch Ideologisierungen, durch Hetze gegen einen unkeuschen westlichen Lebensstil, durch Beifall für die Massenmorde in sozialen Medien, durch diffuse Entschuldigungen des Terrors – bis hin Einzelnen, die Terroristen direkt unterstützen.

Es ist nun einmal ein erbärmliches Bild, dass Tausende von Deutsch-Türken in Deutschland begeistert für den Schlächter der türkischen Demokratie demonstriert haben – dass aber muslimischer Protest gegen muslimischen Terror notorisch schlecht besucht ist.

Allerdings sind nicht-muslimische Deutsche nicht unbedingt in der Position, mehr Zivilcourage einfordern zu können. Wer zum Beispiel schon davor zurückschreckt, ein paar Pöblern im Internet oder verantwortungsvermeidenden Politikern offen zu widersprechen – der kann nicht glaubwürdig von seinen muslimischen Landsleuten fordern, sie sollten sich doch, bitteschön, radikal gewaltbereiten und empathiebefreiten Massenmördern entschlossen entgegenstellen.

Es geht mir also nicht um eine moralische Aburteilung von Muslimen, die still bleiben, obwohl sie nicht still bleiben dürften (diejeinigen, die den Terror laut bejubeln, urteile ich allerdings gerne ab). Es geht darum, Muslime in Europa als Citoyens anzusprechen, nicht als unmündige Kinder: als Menschen, die selbst eine Verantwortung tragen für ihre Position in der Gesellschaft – als Menschen, die für die demokratische Ordnung und für das Wohlergehen ihrer Mitbürger eine Mitverantwortung tragen.

Das kann aber nur glaubwürdig sein, wenn auch nicht-muslimische Deutsche sich wieder als Citoyens verhalten. Zur Merkels Politikstil der organisierten Vermeidung von Verantwortung allerdings passt nur eine Bevölkerung, die lieber trauert als wütend zu sein und die sich lieber ins Gebet flüchtet, als sich zu engagieren und offen zu protestieren.

 

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66 Comments

  • Ach Herr Schoppe.
    Jetzt auch Nazi?
    Willkommen im Club.

    Sie wagen es tatsächlich, ihrer heiligen SPD und dem sozialistischen Wahn vom zu schaffenden ’neuen Menschen‘ , dem Rassismus gegen Weisse, dem Irrsinn, alles auf Bodennoiveau zu nivellieren, entgegenzustellen und verlangen, das die Menschen Gefühle haben sollen, für deren Artikulation man hier gesellschaftlich geächtet, finanziell und existenziell vernichtet wird und mitunter in den Knast geht, zusammen mit den anderen 25000 politischen Gefangenen hierzulande? Ohne, das die neue Stasi (Kahane & Maas) und die neue SA (Merkeljugend oder Antifa) ihr Auto abbrennt, ihre Kinder und ihre Frau einschüchtert , ihre Nachbarn terrorisiert und das Haus anzündet, in dem ihre Kinder schlafen, interveniert?

    Viel Glück. Und frohes Augenöffnen.
    Der Sozialismus, den Sie seit Jahren huldigen, verteidigen,entschuldigen, verharmlosen, hat wieder in Kürzester Zeit eine Diktatur geschaffen und die Toten können Sie getrost den 70-80 Millionen Toten Polpots, Idi Amins, Stalins, Maos, Lenins und Trotzkis und den ganzen anderen Psychopathen zurechnen.

    • Ich finde, man sollte Merkel die Vorwürfe machen, die man ihr tatsächlich machen kann. Für die Antifa ist sie nun wirklich nicht verantwortlich, sie ist auch keine Parallelfigur zu Hitler („Merkeljugend“ soll ja wohl an „Hitlerjugend“ erinnern). Wenn ihr so absurde Vorwürfe entgegengebracht werden, ist es leicht, dahinter die Vorwürfe verschwinden zu lassen, die rationaler zu begründen sind. Das ist in meinen Augen insbesondere die Tatsache, dass sie der Verantwortung ihres Amtes ausweicht.

      Auch die Durchmengung von Sozialismus, islamischen Terrorismus, Idi Amin etc. hat keinen Sinn. Die Unterstellung, der islamische Terrorismus hätte sozialistische Ideale, es ginge ihm also (so verfehlt er auch agiert) grundsätzlich um eine gerechtere Gesellschaft – das tut diesem Terrorismus viel zu viel der Ehre.

      • Vielleicht ist ja unser Hitlerverständnis derart aufgebläht, dass die Vergleiche daher einer leichten Verschiebung unterliegen, dahingehend wie angemessen sie sind.
        Eine zusätzliche Skepsis der eigenen Hemmung Frauen gegenüber genauso skeptisch zu sein wie Männern gegenüber mag auch nicht schaden.
        Der nächste Faschismus kommt von unerwarteter Seite.

        Und ist mit einer neuen Religion schon heute angeboten.
        Internet Regel 37

  • Zum Artikel von Brendan O’Neill, der übrigens auch auf novo-argumente erschienen ist, habe ich heute per Facebook in etwa folgendes geschrieben.

    „Selten so ein dämlicher Artikel gelesen und deshalb als Gegenrede folgender Artikel:“

    Anschlagsopfer! Und die Kriegsopfer?
    Der (Terror-)Anschlag verursacht eine enorme Resonanz. Im Kontrast dazu lösen unschuldige Kriegsopfer wenig Betroffenheit aus.“
    http://www.infosperber.ch/Artikel/Medien/Anschlagsopfer-Und-die-Kriegsopfer

    Ich glaube übrigens, dass Wut die schlechteste Reaktion in der Öffentlichkeit ist: im privaten Bereich mag das sinnvoll sein, aber nicht im öffentlichen Diskurs. Da berufe ich mich wieder einmal auf den Mediensoziologen Kurt Imhof, der mal gesagt hat:

    „Wenn wir die Aufklärung beim Wort nehmen, dann ist die Öffentlichkeit die Allmend der Bürger und gehört niemandem – weder den Privaten noch dem Staat. Nur über sie entsteht ein Austausch von Argumenten. Ein Wettbewerb der Ideen. Nur so besteht Aussicht auf einen Sieg der Vernunft über alles Triebhafte und Affektive der menschlichen Natur. Und nur so werden jene intellektuellen Ressourcen geschaffen, die für das Leben in einer Demokratie unverzichtbar sind. Das ist die aufklärungsliberale Position. Heute aber wird die Welt und die Schweiz unter dem doppelten Druck der Nachfrage- und Kostenoptimierung immer stärker im Human Interest aufgelöst. Probleme der sozialen Ordnung werden nicht mehr auf jene grundsätzliche Art und Weise analysiert, die sie verdienten. Der Sachverhalte erörternde und normative Schlüsse diskutierende Journalismus von dem, was alle etwas angeht, ist in der Defensive, die moralisch-emotionale Einfärbung von Singulärem in der Offensive.“
    Wenn wir nun aber die Debatten betrachten, über die alle etwas wissen, Strauss-Kahns Liebesleben, das antiquierte Balzverhalten von Brüderle mitsamt den 100 000 Tweets der #aufschrei-Kampagne oder die in ihrer heissen Phase ausgeprägt auf die Empörungsbewirtschaftung einer Einzelperson fixierte Abzockerauseinandersetzung beobachten, sehen wir hingegen eine moralisch-emotionale Überfrachtung des Öffentlichen. Diese dient nicht mehr der sanften Gewalt des besseren Arguments, sondern erzeugt möglichst viel Empörung und betreibt systematisch moralische Diskreditierung. Nun ist aber Moral keineswegs weltanschauungsfrei. Sie tut nur so und kann sich erst noch um Argumente drücken.
    Eine demokratische öffentliche Debatte beruht wesentlich auf der Kraft der Sachverhaltsdebatten und der normativen Schlüsse, die aus ihnen gezogen werden. Kurz: auf der sanften Gewalt der besseren Argumente. Stattdessen erleben wir in diesen Empörungsfluten eine Verkümmerung des Argumentativen, die ich «Bauchstalinismus» nenne. Constantin Seibt hat einmal gesagt: Meinungen wachsen uns wie Haare aus dem Kopf. Stimmt. Nur Affekte wachsen noch schneller. Bauchstalinismus meint, dass das Affektuelle das Argumentative erschlägt, unreflektierte Gefühle dominieren das Politische, das sich dadurch simpel in Freund und Feind aufspaltet. Der Aufklärungsliberalismus hat auch aus den Erfahrungen der Religionskriege ein Bewusstsein dafür behalten, dass der unzivilisierte, affektgetriebene Mensch des Menschen Wolf ist. Deshalb setzten die Aufklärungssozietäten auf Affektkontrolle als zivilisatorisches Programm. Ihre Forderung nach «Ausgewogenheit» bedeutete, dass Argumente niemals gegen Personen, sondern nur gegen Argumente antreten. Für die Affekte, das Triebhafte und «Naturgemässe» des Menschen hat die Aufklärung strikt den Raum des Privaten reserviert. Im Öffentlichen gilt dagegen der Respekt vor der – begründeten – Meinung anderer. Man nimmt politische Gegner ernst. Man gibt nicht einfach ein Charakterurteil über andere ab, weil einem ihre Meinung nicht passt. Wer dies in den Aufklärungsgesellschaften tat, verstiess gegen grundsätzliche Regeln und wurde vom Diskurs ausgeschlossen. Aus gutem Grund, denn die persönliche Diskreditierung anderer ist nichts als bauchstalinistische Gegenaufklärung, die auf die schlechten Instinkte des Menschen setzt.

    Affekte und Empörungsgefühle sind die billigste Währung, die wir haben. Wenn unsere Unterschichtenmassenmedien zur öffentlichen Hinrichtung eines bekannten Grossbankers auf dem Paradeplatz aufrufen würden, dann kämen Zigtausende. Eine Einsicht des Aufklärungsliberalismus war: Öffentliche Hinrichtungen, die Human-Interest-Ereignisse der Vormoderne, sind pädagogisch nicht wertvoll. Sie befriedigen Affekte und tragen nichts zum Fortschritt von Mensch, Moral und Gesellschaft bei. Also musste dieser Zivilisationsprozess über die Bildungsinstitutionen und das öffentliche Räsonnement zunächst das ganze Volk durchdringen, damit es möglich wurde, den Rechtsstaat aufrechtzuerhalten und die Gewaltenteilung durchzuziehen. Dahinter wollen wir doch nicht zurück?
    https://www.schweizermonat.ch/artikel/schluss-mit-dem-bauchstalinismus

    Zum Rest des Artikels ein anderes Mal mehr, aber er scheint mir noch nicht sooo durchdacht zu sein. 🙂

    • Aufgeklärt sein war, so denke ich, kein wirklich erhellendes Licht, es war ein wohlig wärmendes.
      Und wer sich nach der Wärme orientiert, so Leid es mit tut das zu schreiben Smith und Schoppe,
      endet unfreiwillig als Schlange.

    • @Mark Wut war noch in den Achtziger Jahren eines der Lieblingsgefühle der Linken. „Wut und Trauer“ war eine der am meisten gebrauchten Phrasen. Wut stand dort für den Willen zur Veränderung, für die Weigerung, sich mit bestehenden Zuständen einfach abzufinden.

      Je mehr die damals Wütenden selbst für die herrschenden Verhältnisse verantwortlich wurden, desto mehr sank das Ansehen von Wut.

      Das ist gefährlich. Ich schreibe nirgends, Menschen sollten einfach so ihre Wut rauslassen. O’neill übrigens auch nicht. Aber wer Wut überhaupt nicht zum Teil des Diskurses macht, der riskiert eben genau das: Das Reflexion und Wut völlig voneinander getrennt werden.

      Das ist erstens schlecht für einen rationalen Umgang mit Wut und zweitens schlecht für die Reflexion. Hab ich ja geschrieben: Wut hat Adressaten, und Wut aktiviert.

      Schmidt ist in den Siebziger darauf eingegangen und hat darauf angemessen reagieren können. Es ist falsch, das als „Empörungsbewirtschaftung“ abzutun.

      Dass Merkel hingegen Wut völlig ausblendet und ins Wolkige flieht – das bietet der blinden Empörung eine freie Bahn.

      • @Schoppe

        Ich sehe beim Text von Brendan O’Neill überhaupt keinen einzigen konstruktiven Ansatzpunkt, der die Problematik lösen sollte. Bei ihm habe ich eher den Eindruck, dass er seine aufgestaute Wut gegenüber einer paternalistischen Politik nun auf dem Rücken eines Terroranschlages abkühlt. Aktiv werden kann man auch, wenn man den Wunsch nach Frieden hat, gegen Gewalt ist, gegen Destruktivität ist, dazu braucht es keine Wut. Wer Wut verspürt, soll sie in seinem Boxkeller abreagieren und dann, wenn er seine Affekte wieder unter Kontrolle hat, aktiv werden, aber eben aktiv mit Vernunft und nicht mit Wut im Bauch. 🙂
        Komisch ist doch auch, dass Brendan O’Neill das überhaupt abwehrt, dass das eigene Verhalten des Westens auch eine Ursache sein könnte, dass der Westen also mitschuldig sein könnte.. Wenn es um Marginalisierung geht, dann hat auch hier die Gesellschaft ihren Anteil. Und dann kommen selbstverständlich auch individuelle Merkmale hinzu, wie sie im Artikel von Götz Eisenberg genannt wurden. Narzisstische Kränkungen, die nicht verarbeitet wurden etc., usw. usf.

        Ich bin übrigens der Ansicht, dass wir momentan tatsächlich eine Überlagerung von Amok und Terror haben und deshalb kann man auch nicht wie Helmut Schmidt reagieren. Die Rote Armee-Fraktion war mehr oder weniger eine geschlossene Gruppe. Die Attentäter von heute sind m.E. ganz anders strukturiert und deshalb würde ich sagen, geht es eher auch Richtung Amok.

    • Mein Gott, selten einen Text gelesen, der sich so große Mühe gibt, belanglos zu sein. Es ist nicht schön, dich beim Produzieren dir genehmer Stichworte, samt hübscher Antworten darauf, zuzuschauen.

      Dir ist schon aufgefallen, dass die breite Bevölkerung eigenartig passiv ist? Das ist hier das Thema und nicht deine Abneigung gegen den Pöbel.

      Betrachte mal die man tau’sche Frage unvoreingenommen und dann deine hysterisch anmutenden Antworten darauf:

      „Affekte und Empörungsgefühle sind die billigste Währung, die wir haben. “

      „Öffentliche Hinrichtungen, die Human-Interest-Ereignisse der Vormoderne, sind pädagogisch nicht wertvoll“

      „das öffentliche Räsonnement [soll] zunächst das ganze Volk durchdringen, damit es möglich … [wird], den Rechtsstaat aufrechtzuerhalten “

      „bauchstalinistische Gegenaufklärung, die auf die schlechten Instinkte des Menschen setzt“

      „öffentlichen Hinrichtung … auf dem Paradeplatz aufrufen“

      „Für die Affekte, das Triebhafte und «Naturgemässe» des Menschen hat die Aufklärung strikt den Raum des Privaten reserviert.“ -> ich nehme an, dass du den erlaubten Diskurs definierst, damit wir wissen, wann wir unsere Klappe nur in der privaten Stube aufreißen dürfen

      „… das Affektuelle das Argumentative erschlägt, unreflektierte Gefühle dominieren das Politische, das sich dadurch simpel in Freund und Feind aufspaltet.“

      „… dass der unzivilisierte, affektgetriebene Mensch des Menschen Wolf ist“

      Dieses Zitat:

      „Der Sachverhalte erörternde und normative Schlüsse diskutierende Journalismus von dem, was alle etwas angeht, ist in der Defensive, die moralisch-emotionale Einfärbung von Singulärem in der Offensive.“

      führst du an, um deinen Standpunkt zu erläutern. Betrachte deine obige Erörterung und messe sie an diesem Befund.

      • @Quellewerk

        Versuch es doch mit Argumentation und nicht ad personam „belangloser und hysterischer Text“ etc. dann kann ich ev. auch was Schlaues dazu sagen. Was sollte denn Deiner Meinung nach die breite Bevölkerung machen? Bürgerwehren bilden? Kameras installieren? Rechtspopulistische Politiker wählen? Bring doch mal Vorschläge. Und wenn wir schon von einem hysterischen Text reden: Ich finde den Text von Brendan O’Neill mit Foto plus Titel passt doch eher in diese Sparte.
        https://www.novo-argumente.com/artikel/nach_manchester_es_ist_zeit_fuer_wut

        • An meiner Bemerkung war nichts ad personam. Dein Text ging an der Frage vorbei und wurde dadurch belanglos. Ich habe dies mit Zitaten von dir belegt.

          Möglicherweise ist dir der Bezug des man tau – blogs zu Männerrechtsthemen bekannt. Es ist in dieser Szene eher unüblich, Sprech- und Empörungsverbote zu empfehlen. Es können Themen in einer Form angesprochen werden, die nicht mainstream sind.

          Zum Beispiel finde ich es bemerkenswert, dass eine große Gruppe einheimischer Männer durch den Zuzug von Millionen junger ausländischer Männer unausbleiblich und statistisch berechenbar von einer Reproduktion ausgeschlossen werden. Dieses Schicksal trifft nur unterpriveligierte junge Männer, nicht aber gebildete mit gutem Einkommen. Die letzte Gruppe hat i.d.R. kein Bewusstsein für dieses Unglück und noch weniger Empathie.

          Wenn wir hier von Wut reden, die sich nicht äußert, dann gehört dieses Phänomen dazu – denn auch hier bleibt die betroffene Gruppe eigenartig schweigsam. Nach deiner Logik sei das zu begrüßen, nach meiner, nicht.

          • @Quellwerk

            Siehst Du irgendwo ein Verbot von mir? Nicht? Eben. Ich habe Kritik geübt, was ein Unterschied ist zum Verbot. Aber ich kann die Haltung von Kurt Imhof nachvollziehen, wenn er sagt, dass Leute aus dem Diskurs ausgeschlossen werden, wenn quasi nur ad personam diskutiert wird, also keine Sachverhaltsdebatte mehr stattfindet. Dabei meint Imhof dies nur im Bezug auf eine öffentliche Debatte und nicht, was im Privaten passiert.
            Ich bin jedoch ganz klar der Auffassung, dass Medien eine gewisse Verantwortung haben und mit Bauchstalinismus und Empörungsbewirtschaftung habe ich ganz sicherlich nix am Hut. Das werde ich auch immer kritisieren. Für mich geht der Text von Brendan O’Neill in diese Richtung. Ich sehe beim ihm keinen einzigen konstruktiven Problemlösungsvorschlag als die Forderung, dass es nun vermehrt Wut braucht.
            Zur Wut: Ich bin der Auffassung, dass öffentliche Debatten (nicht Private) auf der Vernunft beruhen sollten, das heisst natürlich nicht, dass man nicht sagen soll, dass man wütend ist oder dass dies einen wütend macht, aber quasi die Bevölkerung noch zur Wut anstacheln, bei einem solchen Thema, finde ich nicht wahnsinnig sinnvoll.
            Zu den unteren Klassen, die dann keine Frau abbekommen. Ja, dann müssten diese eben aktiv werden und z.B. fordern, dass genau gleich viel Männer und Frauen als Flüchtlinge aufgenommen werden. Wäre ja immerhin eine konstruktive Forderung.

          • Du meinst das ähnlich blasiert, wie Marie Antoinette, als sie den Massen empfahl, Kuchen zu essen, wenn es ihnen an Brot mangele? Dies ist mein letzter Kommentar hierzu. Es geht, wie du vielleicht verstehst, nicht darum, dass du inhaltlich Verwerfliches sagtest, sondern, dass deine Aussagen merkwürdig belanglos wirken, wie eben, als du die Erfahrung des individuellen Scheiterns am Projekt der Reproduktion in einen rationalen Diskurs, der die Quotierung der Immigration nach Geschlecht als probate Lösung vorschlägt, heben möchtest. Diese Antwort ist entweder eine Folge der Gedankenlosigkeit, welche eine Quotierung für realisierbar hält oder eines Desinteresses, das ich in meinem vorherigen Kommentar angedeutet hatte.

          • @ Mark „Ich sehe beim ihm keinen einzigen konstruktiven Problemlösungsvorschlag als die Forderung, dass es nun vermehrt Wut braucht.“ Ich glaube, dass er einen sehr guten Punkt hat – nämlich, dass die Konzentration auf Trauer und Versenkung herrschaftsdienlich wäre. Es ist eben kein offener Protest, es ist niemand da, der die Ruhe stören würde, die bald nach jedem Anschlag wieder einkehrt.

            Für Deutschland: Es ist fatal, dass Merkel oder de Maiziere den Eindruck erweckt haben, angesichts des Terrors lediglich resigniert feststellen zu können, dass weitere Terrorakte wohl nicht zu verhindern seien.

            Dass Institutionen nicht allmächtig sind, dass niemand versprechen kann, es werde niemals wieder einen Terroranschlag in Deutschland geben – das wissen ja eh alle. Aber es ist unheimlich wichtig, dass eine Regierung Entschlossenheit und Verantwortungsbewusstsein zeigt und Menschen glaubwürdig deutlich macht, zu ihrem Schutz alles zu tun. Denn die Akzeptanz des staatlichen Gewaltmonopols hängt ja eben gerade davon ab, dass Menschen sich sicher sein können, staatliche Institutionen würden alles zu ihrem Schutz unternehmen. Wenn sie davon nicht ausgehen können, dann werden sie sich selber schützen wollen.

            Was die Frage nach Ursachen angeht, bin ich auch von meinem Beruf geprägt. Ich hab in jeder Klasse Schüler oder Schülerinnen, die offenkundig erhebliche Probleme mit sich herumschleppen, deren Ursachen wiederum ich oft nicht kenne und an denen ich noch weniger etwas ändern kann. Trotzdem müssen wir natürlich in allen Gruppen eine Ordnung schaffen und aufrecht erhalten, in der die Schüler sich nicht nur nicht bedrohen, sondern sich auch vernünftig entwickeln können. Mehr noch: GERADE in Gruppen, in denen viele Schüler diffus bleibende Gründe haben, sich auffällig zu benehmen, ist eine gemeinsame Ordnung besonders wichtig. Es hätte überhaupt keinen Sinn, massive Störungen dieser Ordnung so lange zu tolerieren, bis man sich über die Ursachen dieser Störungen klar geworden ist. Das wird man sich nämlich möglicherweise nie.

            Und darum geht es mir eben auch ins Politische übertragen. Natürlich hat der Terror Ursachen. Über viele werden wir aber unterschiedlicher Meinung sein, und an manchen können wir auch nichts mehr ändern. Den irren Irak-Krieg zum Beispiel können wir nicht mehr rückgängig machen. Doch deswegen können wir doch jetzt nicht den Terror schicksalsergeben hinnehmen.

            Denn das kann man von ALLEN erwarten: Ganz egal, was bei ihren für Erfahrungen, Traumata, Ursachen für tiefe Frustrationen etc. vorliegen – sie haben nicht das Recht, andere Menschen umzubringen oder die zivile Ordnung, die für viele lebenswichtig ist, frontal anzugreifen.

            Als es in den Neunzigern eine ganze Reihe von rechten Gewalttaten an Ausländern gab, versuchten schon mal viele, die Gewalt mehr oder weniger verständnisvoll zu erklären. Ich erinnere mich an eine Äußerung Gysis dazu, die mir gut gefallen hat: Er verstehe gar nicht, was ein Mensch groß begreifen müsse, um zu verstehen, dass man andere Menschen nicht anzünden darf.

            Denn egal, was Menschen erlebt haben, es führt nicht zwangsläufig zu systematischer Gewalt. Dazu ist noch etwas anderes nötig – nämlich eine Ideologie, die Gewalt legitimiert. Die haben die Terroristen in ihrer Unterscheidung zwischen lebenswertem und lebensunwertem Leben.

            Wenn man aber von diesen Typen als lebensunwert qualifiziert worden ist, ist es einfach nicht angemessen, darüber lediglich traurig zu sein. Entweder finde ich es lächerlich – oder, wenn ich merke, dass die Terroristen ihre faschistische Unterscheidung in die Tat umsetzen, dann werde ich wütend. Bei Wut allein kann es natürlich nicht stehen bleiben, aber es ist eine vitale Reaktion, die angesichts einer solch kranken Situation wichtig ist.

            Quellwerk hätte sich sicher freundlicher ausdrücken können, aber auf einer sachlichen Ebene hat er ein Argument. Wir haben Methoden entwickelt, um basale Emotionen zu überspielen, also zum Beispiel auf einer abstrakten Ebene über sie hinweg zu fliegen. Ich bin mir sicher, dass wir das auch dazu benutzen, uns dem Schrecken nicht auszusetzen, den dieser Terror bedeutet. Das ist aber nicht sinnvoll, weil wir damit Wirklichkeit eher ausblenden, als über sie zu reflektieren.

            Noch ein Punkt: In meinen Augen hat keine der nennenswerten politischen Bewegungen zur Zeit so viel Parallelen zum Nazi-Faschismus wie der islamische Terrorismus. Nicht nur in der klaren Unterscheidung zwischen lebenswertem und lebensunwertem Leben, auch in einem selektiven Gebrauch der Moderne. Die Terroristen nutzen die technischen und infrastrukturellen Möglichkeiten der Moderne, aber sie lehnen ihre ideellen Grundlagen ab: die Freiheit der Wissenschaft – die freie Rede – die Menschenrechte – den Vorrang des Rechtsstaats. Ich verstehe nicht, warum Linke sich einer solche Bewegung gegenüber verständnisbereit zeigen.

          • @Quellwerk

            Nun gut, dann hat sich die Diskussion erledigt.. Aber nur soviel: Hier ging es darum, den Umgang mit dem Terrorismus zu diskutieren und was sinnvoll oder nicht sinnvoll sein könnte und nicht um die Einwanderung an sich und was diese sonst noch alles für Folgeprobleme haben könnte.

          • @ Quellwerk

            Wobei die SPD/Grün Kombo das Spiel ja nicht gerade verdeckt schon mit den H4 Gesetzen verankert hatte. Wie vielen Menschen mit Erfahrung im System als armer Tropf haben unsere Parteien denn über die Listenplätze zu einer Repräsentation verholfen?
            Oder ist da eher pädagogisch der Ansatz zu fordern sinnhafter, der soll ja dann auch richtig wollen!

            Bislang hat noch keiner gefragt was Internetregel 37 ist.
            Die besagt, wenn es von einer Sache keinen *or*o zu finden gibt, dann ist sie nicht existent.

            Nach dieser Regel ist der Nationalsozialismus nicht existent.
            Außer als Kink in wenigen gay porns.

            Keine schlechte Quelle um eine Idee einer Stimmung zu bekommen.
            Wenn binnen eines Jahres auf Pornhub 150% Zuwachsraten bei
            Sexpraktiken kommen die mit Demütigung, Zerstörung des Geschlechtsorgans und x-Fache Variationen von Betrogen und Erniedrigt werden, ja das erzählt interessante Geschichten, besonders nach Geografie aufgeschlüsselt.

            Da gab es ein video 11 Minuten von TL;DR zu um Neujahr.

            Aber vermutlich lohnt das gar nicht, weil irgendwo schon einer an einer modernen white feather feilt, die sieht bestimmt aus damm wie aus der Grünen PR Mappe, dann werden die Mädchen und Frauen uns die auch anstecken, nicht mit einem mach dich nützlich, sondern rette die Umwelt für mich?!?

            Die muss nämlich super sein, sonst passt das nicht mit den Ergebnissen für
            Black Supremacy, Inferior white boi oder black breed
            überein.

            Und ja, das sowas von … produziert wird, daran ist historische Diskriminierung schuld.

          • @Schoppe
            In Frankreich haben sie seit ein paar Monaten den Ausnahmezustand und was hat es gebracht? Was willst Du denn noch mehr als einen Ausnahmezustand? Möchtest Du israelische Sicherheitsstandards? Also quasi Zäune und Mauern errichten mit zwingenden Ausweiskontrollen und vor jedem öffentlichen Gebäude Militär bzw. Polizei etc., usw. usf.
            Wenn man alles unternehmen möchte, dann müsste man eine gerechtere Weltwirtschaftsordnung installieren, müsste geopolitische Kriege unterbinden, Waffenlieferungen unterbinden, soziale Integration für Muslime verbessern etc., usw. usf. Da hören wir aber von Brendan O’Neill kein Wort. Herrschaftsdienlich dürfte doch die Verleugnung des eigenen Anteils an der Misere sein: Wer geopolitische Kriege führt und damit Flüchtlingskrisen verursacht und dann noch abstreitet, dafür nicht verantwortlich zu sein, der stabilisiert doch gerade eine mörderische Weltordnung. Der Irakkrieg war im Jahre 2003, es gab weiter den Krieg in Libyen mit einem Failed State, einen Krieg in Afghanistan mit einem Failed-State und einem Krieg in Syrien mit einem Failed-State. Es herrscht Krieg in Jemen, wo Saudi-Arabien mit US-Unterstützung wiederum einen Failed-State produziert. Wir haben eben nicht nur den Irak und jetzt sagen wir, wir können nichts mehr machen. Noch einmal: Was willst Du genau machen gegen Terror/Amok. Was für Maßnahmen willst Du? Willst Du der Öffentlichkeit Versprechen machen, die man nicht halten kann? Wie gesagt: Willst Du Ausnahmezustand wie in Frankreich? Willst Du israelische Verhältnisse in Deutschland? Wie willst Du denn bei Amokläufern Ordnung schaffen? Wie willst Du bei Schläfern Ordnung schaffen? Mich würden konkrete Maßnahmen interessieren, die Du vorschlägst und die dann auch das bringen, was Du der Bevölkerung versprichst.

            Du kannst noch lange sagen, die Leute haben nicht das Recht, eine zivile Ordnung anzugreifen. Die Leute haben auch nicht das Recht, geopolitische Kriege zu führen; alles illegal!
            Zur Ideologie: Wenn Du Götz Eisenberg gelesen hast, sagt der m.E. etwas sehr wichtiges: Die Ideologie ist nicht vorher, sondern nachher. Für destruktives Verhalten braucht es keine mörderische Ideologie, es reicht, wenn man sagt, dass man humanitäre Werte vertreten würde und nun leider Gottes im Irak intervenieren muss. Die Ideologie für den Westen und seine geopolitischen Kriege heißt heute „Verantwortung“.

            Zur Gewalt und dem verständnisvollen erklären. Es geht nicht darum, dass Gewalt irgendwie verständnisvoll erklärt werden kann, sondern darum, was die realen Ursachen von Gewalt sind. Du kannst noch lange eine Null-Toleranz und härteste Strafen und Sanktionen verkünden, das ist einer Kausalität so ziemlich egal. Verstehst Du das?
            Außerdem sagt sicherlich auch niemand, dass irgendetwas zwangsläufig passieren muss, aber die Wahrscheinlichkeit ist bei gewissen Bedingungen (Vorhandensein gewisser Bedingungen bzw. unabhängiger Variablen) größer oder kleiner. Auch hier wird Dir der normative Standpunkt nix nützen, weil Kausalitäten scheren sich nicht um Normativität.

            Es hat niemand etwas dagegen, wenn Angst, Schrecken, Wut ausgelebt wird, nur ist die Frage, in welchem Rahmen und in welchem Kontext Hass und Wut gefördert oder nicht gefördert wird oder ob es sinnvoll ist, dies auszuleben oder nicht auszuleben. Du brüllst ja als Lehrer auch nicht zu jeder unpassenden Zeit in die Klasse, wenn Du gerade schlecht gelaunt bist.

            Zum islamischen Terrorismus: Gibt es einen Terrorismus, der weniger schrecklich ist als der islamische Terrorismus? Und sollte dem so sein, was könnte die Ursache sein? Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Barbarei in diesen Ländern dadurch herrscht, dass Staaten zerfallen und anomische Zustände herrschen, dass dann so etwas wie ein islamischer Terrorismus entsteht.
            Du gehst vom Primat der Ideologie aus: Wie gesagt: Ideologie braucht es nicht, um Zerstörung anzurichten, das sehen wir am Westen und seinen militärischen Interventionen. Und Ideologie reicht auch nicht aus, um den Hitler-Faschismus zu erklären, da kommen noch ein paar ganz andere Ursachen dazu.

          • Ich empfehle noch einmal, Literatur zu lesen, um zwar übliche, aber positiv-falschen Vorurteile bezüglich des Islams korrigieren zu können. Es ist irrig zu meinen, die koranisch-politreligiöse Ideologie einschließlich des Djihad sei eine moderne Entwicklung. Sie ist 1400 Jahre alt. Sie ist insbesondere durch die Muslimbruderschaft im frühen 20 Jahrhundert wieder aufgegriffen und verschärft worden, in enger Zusammenarbeit mit dem europäischen Faschismus Europas, speziell mit dem Nationalsozialismus. Die Muslimbruderschaft ist nach wie vor aktiv; siehe Hamas im Gaza-Streifen. Das ist die feine Gesellschaft der europäischen Islamophilen.
            Man mag den Kapitalismus kritisieren, dafür gibt es gut bekannte Gründe, und ich bin an dieser Kritik beteiligt, aber man kann das nicht tun zugunsten einer islamfaschistischen Gesellschaftsdoktrin, die zur antiaufklärerischen Konterrevolution angetreten ist, und die im Westen auch noch vermeintlich kluge Leute findet, die diesen von der OIC geplanten Weg zurück in ein neues islamisches Zeitalter der Voraufklärung, ins weltweite Kalifat nämlich, als fortschrittlich motiviert begreifen. Das sind die nützlichen Idioten des Islams, ob sie es nun wissen oder nicht.

            http://www.hintergrund-verlag.de/buecher.html

            http://frankfurter-erklaerung.de/2017/05/islamic-invasion-of-india-the-greatest-genocide-in-history-2/

            http://frankfurter-erklaerung.de/2017/05/islamic-jihad-a-legacy-of-forced-conversion-imperialism-and-slavery/

            http://frankfurter-erklaerung.de/2017/03/bat-yeor-europa-und-das-kommende-kalifat-rezension-2/

            http://frankfurter-erklaerung.de/2017/04/islam-zum-nachschlagen/

            http://frankfurter-erklaerung.de/2017/01/sieben-saetze-ueber-den-islam-2/

          • @ Mark „Du gehst vom Primat der Ideologie aus“ Nein, das war nicht mein Gedanke. Was ich meine: Alle Menschen würden, wenn sie jemanden umbringen würden, irgendwelche Gründe finden, die zu der Tat geführt haben. Dennoch bringen die Allermeisten keine anderen Menschen um. Das Aufzeigen von Ursachen erklärt also weniger, als man denkt. Denn was eigentlich erklärt werden müsste, sind nicht die Gründe, die zum Mord führen – sondern warum die ungeheuer gewichtigen Gründe, die GEGEN den Mord sprechen, keine Rolle spielen.
            Hier kommt dann die Ideologie ins Spiel, die zwischen Menschen und Untermenschen unterscheidet, oder die Menschen markiert, deren Tötung gerechtfertigt ist. Sie ist ein Enthemmer.

            Mein Anlass zu dem Text war, dass ich das Gefühl hatte, unsere Reaktionen auf den Terror seien eigentlich krank. Da war noch nicht einmal klar, wie viele Kinder in Manchester getötet wurden – schon gab es die ersten Warnungen vor Rechten, die diese Situation nutzen würden. Die Warnungen sind ja nicht an sich falsch, aber hier lenken sie ab von der Wahrnehmung der Situation. Wir weichen in Rationalisierungen aus.

            Eigentlich können wir uns sicher sein, dass der Anschlag von Manchester nicht der letzte war – aber wir können auch die statistische Wahrscheinlichkeit kalkulieren, dass wir mit großer Sicherheit nicht selbst davon betroffen sein werden, sondern dass es andere trifft. Heiliger Sankt Florian.

            Natürlich ist diese Nicht-Wahrnehmung auch ein Zeichen von Hilflosigkeit: Was sollen wir denn sonst tun? Ich hatte für meinen Text die „Pray for…“-Icons aus dem Netz zusammengestellt, hatte gedacht, so ziemlich alle Anschläge der letzten Zeit aufgenommen zu haben – und dann später gemerkt, dass ich ausgerechnet einen der schrecklichsten, den von Nizza, vergessen hatte. Selbst so ein kranker Massenmord verschwindet mittlerweile schnell wieder aus dem Bewusstsein. Aus meinem zumindest.

            Und das hat Gründe. Wir können mit dem Wissen um die Anschläge nämlich nicht viel anfangen, weil wir nicht wissen, welche Handlungsmöglichkeiten wir haben. Das Problem aber ist: Die Alternative, sich mit dem Terror zu arrangieren, macht m.E. krank. Regelmäßiger Terror lässt sich in eine zivile Ordnung nicht einrechnen, weil eine zivile Ordnung auf die Abwesenheit des Terrors baut.

            Stell Dir einmal vor, die lange Serie der Terrorattacken der letzten Monate und Jahre wäre nicht von islamischen, sondern von rechten Terroristen verübt worden. Tatsächlich haben ja auch rechte Terroristen (im Unterschied etwa zur RAF) gezielt die Zivilbevölkerung angegriffen, in Bologna oder beim Oktoberfest, beide 1980.

            Ich glaube nicht, dass wir so vorsichtig und resigniert reagieren würden wie heute, erst recht die Linke nicht. Wir würden ganz gewiss klarstellen, dass unabhängig von allen sonstigen sozialen Ursachen eine Ideologie der Gewalt für diesen Terror verantwortlich ist, und dass diese Ideologie ein Umfeld hat, das in der Mitverantwortung steht.

            Mit Deinen Hinweisen auf westliche Außenpolitik im Irak, in Libyen und insgesamt in der Region hast Du zwar recht. Wir haben jetzt sogar ein aktuelles neues Beispiel. Trump, Liebling der deutschen und amerikanischen Rechten, erhebt ausgerechnet das Terror-Paten-Land Saudi-Arabien demonstrativ zu einem der wichtigsten Partner der USA und kommt von dort stolz mit einem Milliarden-WAFFEN-Deal zurück. Den europäischen Verbündeten gegenüber hingegen verhält er sich wie ein psychisch gestörter Onkel, der sich im Kreise seiner eingeschüchterten Familie rausnehmen kann, was er will, weil insgeheim alle auf sein Erbe hoffen.

            Eine kohärente Politik in der Region, die nicht vorwiegend am Abgreifen der Ölmilliarden interessiert ist, wäre wohl tatsächlich ein ungeheuer wichtiger Beitrag gegen den Terror. Allerdings: Die politischen Interessen der Region sind so widersprüchlich, die Konflikte sind so verselbstständigt, und es gibt so viele, die ein Interesse an der Aufrechterhaltung dieser Konflikte haben – dass es fast unmöglich ist, eine solche Politik kohärent zu formulieren. Wir brauchen also auch europäische Lösungen.

            Da gibt es nicht nur die Extreme, entweder den Ausnahmezustand auszurufen oder den Terror schulterzuckend für unbegreiflich zu erklären. Was mir zum Beispiel völlig fehlt, sind muslimische Funktionsträger, die nach ihrer –
            ungewollten – Mitverantwortung für den Terror fragen. Von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen, höre ich tatsächlich immer wieder nur die Aussage, dass die Terroristen den Islam halt falsch verstanden hätten.

            Mir ist aber klar, dass eine muslimische Selbstkritik erheblich erschwert wird, wenn Islamfeinde nur auf das Eingeständnis warten, dass der Terror – und sei es noch so verkürzt und verhärtet – auch Wurzeln im Islam habe. Daher ist es schon richtig, dass die Regierung versucht, diese Feindseligkeit nicht zu bedienen. Was aber fehlt, ist, andererseits die muslimischen Gemeinden offensiv in die Mitverantwortung zu nehmen.

            Ich halte es zum Beispiel sehr wohl für möglich, dass viele Muslime den Terror zwar ablehnen, dass sie sich aber nicht offen äußern, weil sie Angst um ihr Leben oder das ihrer Familie haben. Sollte das stimmen, wäre das ein Armutszeugnis für den Rechtsstaat – denn es darf natürlich nicht sein, dass Bürger vor eine politischen Partizipation aus Angst um ihr Leben zurückschrecken. Wenn diese Einschätzung stimmt, dann muss sich der Staat gegenüber Einschüchterungen offensiver und repressiver verhalten.

            Insgesamt halte ich es also für aussichtslos, dass in der näheren Zukunft eine Nahost-Politik entwickelt wird, die Konflikte moderiert. Schon gar nicht mit einem Präsidenten Trump. Wer etwas gegen den Terror tun will, muss es auf europäischer Ebene tun.

            Erstens sollte die Regierung aufhören, so zu tun, als ob der Terror eine Art Naturkatastrophe wäre, an der nichts zu ändern sei. Jeder weiß, dass die Regierung nicht allmächtig ist – aber wenn sie sich als hilflos präsentiert, untergräbt sie das Gewaltmonopol. Viele der Terroristen waren ja polizeibekannt, der Staat hätte überhaupt nicht hilflos sein müssen.

            Zweitens müssen die europäischen Muslime viel offensiver in die Mitverantwortung genommen werden. Das heißt eben auch, sie als Akteure zu behandeln und nicht nur als Objekte der Handlungen anderer. Als Citoyens.

          • an: Schoppe
            Muslime bilden bezüglich Ihres tatsächlichen Verhaltens eine Normalverteilung aus, und zumindest solange sie eine eher kleine Minorität sind, verhalten sie sich ganz überwiegend friedlich. Darauf ist aber keine Verlaß.
            Siehe aber z. B. die Lage auf Mindanao oder in Süd-Thailand.
            Muslime bleiben immer insgesamt koranisch gesteuert: der Koran (etc.) – etwas Absolutes aus ihrer Sicht – liefert die für Muslime maßgeblichen Handlungsmaximen, und die imame vermitteln diese freitags mit der aktuellen Lage.
            Daher sollte bei Nicht-Muslimen zumindest eine ungefähre Vorstellung darüber bestehen, was der Koran normativ vorgibt; siehe hierzu z. B.:
            http://www.hintergrund-verlag.de/texte-islam-gellhorn-dieter-kein-islam-ohne-islamismus.html
            Wichtig zu verstehen ist, daß unsere PC-gerechte Redewendung vom Islamismus eine Islamapologie einschließt, also irreführend ist, siehe:
            http://www.faktum-magazin.de/2017/03/islamisches-denken/
            und daher meine Thesen:
            http://frankfurter-erklaerung.de/2017/01/sieben-saetze-ueber-den-islam-2/

          • @Mark:

            Um den Terrorismus zu besiegen, führten SPD/FDP in den 70ern die Schleier- und Rasterfahndung ein bzw. solche heiß diskutierten Dinge wie den Radikalenerlass.

            Plötzlich wurden Polizeikontollen mit MPs durchgeführt und eine Regierung Schmidt stellte sich dem Terror offen entgegen – und besiegte ihn am Ende.

            Heute sieht man nichts dergleichen, ausser die üblichen Trauerphrasen der Politik und das Verkünden des Narrativs „ist halt so, gewöhnt euch dran“. Und damit hast du einen gewaltigen Unterschied zum damaligen Umgang mit Terroristen.

            Insofern und so hatte ich auch Lucas verstanden, ist es richtig und wichtig nun endlich Wut zu zeigen, damit eine eindeutig rote Linie des Souveräns zur Legeslativ-Exekutiven gezogen wird. Nicht mehr nur Kerzen hinstellen, Blumen niederlegen sondern massiv fordern: Macht endlich was!

            Daraus abzuleiten, wie ich es bei dir wahrnehme, dass diese ‚Wutbürger‘ nun auch noch Vorschläge zum Wie zu unterbreiten hätten, das empfinde ich als einigermaßen unfair.

            Wir haben in diesem Land zurecht eine Gewaltenteilung, d.h. der Bürger zahlt Steuern für seinen Schutz. Dafür hat er sich komplett entwaffnen lassen und wird parallel vom Staat im Stich gelassen.

            Was würdest du wohl sagen, stellte man jetzt die Forderung nach einer Wiederbewaffnung der Bevölkerung auf? Vermutlich würdest du kollabieren und mahnend den Finger heben bzw. auf irgendwelche Theorien verweisen, die in der Realität nichts bewirken (sorry, ist eine Unterstellung).

            Niemand will einen Polizeistaat und viele bestimmt keine Bürgerwehr. Aber ein System, welches keine klare Kante zeigt, und das haben wir zurzeit, evoziert geradezu ein Denken in ‚rustikalere‘ Richtungen.

            Prof. Buchholz hat schon recht, wenn er weiter unten darauf hinweist, dass gerade das Appeasement beim Islam genau nichts bringt, sondern eher ein weiterer Motivationsfaktor für diese Leute ist.

            Wie kann es sein, dass fast alle Attentäter „polizeibekannt“ sind und dennoch Amok laufen? Wie ist es möglich, dass wir trotz weit verbesserter Technik nicht in der Lage sind, solche Massenmorde zu verhindern?

            Darauf eine Antwort von Einzelnen zu verlangen, die tatsächlich mal wütend werden und nicht stoisch weiter machen wie gehabt (oder gewünscht) ist imho nicht in Ordnung.

            Der Staat versagt – und nicht der Bürger, das so genannte Individuum.

          • @G. Buchholz

            Sie haben auf

            http://frankfurter-erklaerung.de/2017/04/islam-zum-nachschlagen/

            einen simplen Link mit Weiterleitung auf:

            http://derprophet.info/inhalt/aktuell/

            platziert.

            Ich habe gerade eine whois gemacht, weil diese Seite nicht einmal ein Impressum aufweist.
            Der Registrant ist ein „Tom Mcmahon“ – kennen Sie den überhaupt?
            In welchen politischen Kontexten bewegt sich dieser Mensch?

            Ich frage deshalb nach, weil ein zeitweise viel zitiertes „Middle East Media Research Institute“ (Memri) sich als Propagandinstrument erwiesen hat, welche selektive Auswahl der Nachrichten aus dem arabischen Raum mit ebensolchen Übersetzungen kombiniert.

            Wie haben Sie quer gecheckt, hier nicht Opfer eines solchen Propagandainstruments zu werden?
            Haben Sie sich in dieser Hinsicht fachkundig beraten lassen?
            Ich hoffe es.

            Gruß crumar

          • Danke für den berechtigten Hinweis!
            Wer die dortigen Inhalte für Propaganda im Sinne von Desinformation hält, kann das in zahlreichen anderen Quellen gegenprüfen. Ich habe bisher keinen Grund, diesbezüglich Bedenken zu haben, ohne aber etwas ausschließen zu können. Im Zweifel orientiere man sich an der veröffentlichten Literatur.

          • Der Nahe Osten ist ja bei vielen Beteiligten ohnehin eine gigantische Maschinerie der Desinformation, oder der Instrumentalisierung jeweils opportuner Informationen. Wer nicht die Möglichkeit hat, sich intensiv in einen spezifischen Themenbereich einzuarbeiten, wird schnell zum Opfer dieser Desinformation, oder, schlimmer noch, er trägt sie weiter. Das galt ja selbst für solch eine ehrwürdige Institution wie das Europaparlament, wo Abbas ohne Widerspruch alte Brunnenvergiftungslegenden wieder aufwärmen konnte. Wir hier, in einem in der Freizeit betrieben Blog, haben erst recht keine Chance, die Informationen in allen Fällen nachzuverfolgen.

            Daher bitte ich darum, hier Enthüllungen oder vermeintliche Enthüllungen zur Nahostpolitik draußen zu halten. Sie sind angesichts des Themas auch gar nicht nötig. Dort nämlich geht es um einen zivilen Umgang, und um zivile Verantwortung, von Muslimen und Nicht-Muslimen IN EUROPA.

            Meine Absicht dabei war, eine Alternative zu eingefahrenen rechten und linken Positionen zumindest anzudeuten.

            Von rechts kommt eine Feindseligkeit, die inhuman ist und die offensichtlich eben das erfüllt, was die Terroristen beabsichtigen – nämlich Hass auf Muslime in Europa zu schüren.

            Von weiten Teilen der Linken aber kommen Idealisierungen, die ebenfalls keine Perspektive schaffen. Hier übernehmen, Linke, wie sie es leider schon seit Jahren tun, blind und gedankenlos amerikanische Diskurse, die schon in den USA in Sackgassen führen. Zum Beispiel den gegenwärtigen intersektionalen Diskurs zum Rassismus. Da es in Europa an Afro-Amerikanern weitgehend mangelt, wird deren Position dann einfach mit Muslimen besetzt – wer den Islam kritisiert, steht dann tatsächlich als „Rassist“ dar – und wer sich für Muslime einsetzt, kämpft einen Kampf für Unterdrückte. Als eigenständige Akteure kommen Muslime bei diesen Teilen der Linken überhaupt nicht vor, weil sie rundweg als Projektionsfläche gebraucht werden.

            Daher hat die Linke dann auch so weiträumige Schwierigkeiten, auf die reaktionären, im Extrem des Terrorismus sogar faschistoiden Anteile des Islam zu reagieren.

            Mein Punkt ist: Diese Anteile müssen wahr und ernst genommen werden, aber ich habe das Vertrauen, dass sie von den meisten Muslimen nicht geteilt werden. Es kommt eben darauf an, diese Muslime zu aktivieren, ihnen ihre Verantwortung zum zivilen Engagement aber auch abzuverlangen. Sie als Akteure anzusprechen und nicht als Projektionsflächen zu benutzen, wie das auf unterschiedliche Weise sowohl Linke als auch Rechte tun.

            Dafür aber ist es gar nicht nötig, die geschichtlichen und zeitgeschichtlichen Hintergründe der Nahostpolitik noch einmal aufzurollen – das werden wir hier eh nicht schaffen.

          • „Daher bitte ich darum, hier Enthüllungen oder vermeintliche Enthüllungen zur Nahostpolitik draußen zu halten.“

            – Unklar: welche sind denn konkret gemeint?

            „Von weiten Teilen der Linken aber kommen Idealisierungen, die ebenfalls keine Perspektive schaffen. Hier übernehmen, Linke, wie sie es leider schon seit Jahren tun, blind und gedankenlos amerikanische Diskurse, die schon in den USA in Sackgassen führen. Zum Beispiel den gegenwärtigen intersektionalen Diskurs zum Rassismus. Da es in Europa an Afro-Amerikanern weitgehend mangelt, wird deren Position dann einfach mit Muslimen besetzt – wer den Islam kritisiert, steht dann tatsächlich als „Rassist“ dar – und wer sich für Muslime einsetzt, kämpft einen Kampf für Unterdrückte. Als eigenständige Akteure kommen Muslime bei diesen Teilen der Linken überhaupt nicht vor, weil sie rundweg als Projektionsfläche gebraucht werden.

            Daher hat die Linke dann auch so weiträumige Schwierigkeiten, auf die reaktionären, im Extrem des Terrorismus sogar faschistoiden Anteile des Islam zu reagieren.“

            – Das ist m. E. richtig gesehen. Eben deshalb sind diese Teile der postmodernen Linken keine Linken, und informiert sind sie auch nicht. Im übrigen ist der Islam eine Politreligion und keine „Rasse“, ganz abgesehen davon, daß es auf diesem Planeten heute bekanntlich nur homo sapiens gibt, also eine einzige species.

            Im übrigen sind die Muslime globalhistorisch gesehen eine sklavistische Erobererkultur, die größte der Weltgeschichte, und sie sind alles andere als Opfer. Die Praxis dieses Sklavismus wird in Nord-Nigeria von Boko Haram demonstriert. Genau so ist mit den Menschen dort umgegangen worden, seitdem der Islam sich nach Afrika ausgebreitet hat. Typisches Beispiel bis heute wäre hier der Sudan. Die heutigen Opfer sind die sklavenähnlich lebenden Arbeitskräfte in Saudi-Arabien z. B., meist aus dem asiatischen Raum (Nepal, Philippinen usw.). Die arabischen Ölrentiers sind am allerwenigsten Opfer, ganz im Gegenteil.

            „Mein Punkt ist: Diese Anteile müssen wahr und ernst genommen werden, aber ich habe das Vertrauen, dass sie von den meisten Muslimen nicht geteilt werden.“

            Dieses Vertrauen habe ich nicht! Und es handelt sich m. E. leider auch nicht bloß um „Anteile“. Das faktische muslimische Verhalten in der Diaspora ist m. E. nur eine Frage der Größe der Minorität und der jeweiligen historischen Lage. Der Buddhismus in Afghanistan und in Indonesien (Borobodur) ist mittlerweile völlig ausgelöscht worden, in NordIndien seinerzeit ebenso. Nur in Sri Lanka, Tibet, Myanmar und Thailand sowie in China und Japan hat er sich halten können, überall dort also, wohin der Islam nicht gelangte. Der friedliche Buddhismus, der Haß, Gier und Unwissenheit als Wurzel menschlichen Leidens erkannte, wurde vom islamischen Haß vernichtet. Man kann daraus lernen, daß diesem doktrinär bedingten Haß entschlossen entgegen getreten werden muß, unbedingt!
            Und in Myanmar weiß man das.

            Die Trennung von Islam und Islamismus ist eine rein ideologische und bewußt irreführende. Das eine Schwert des Islams hat einen Griff und eine Klinge, diese ist der „Islamismus“ oder richtiger: der gewalttätige Djihad. Der Okzident lebt heute „unter dem Schwert des islam“ im „Haus des Krieges“. Das ist es, was zu begreifen und der ständig wiederholten Verleugnung zu entziehen wäre. Und dann müßte dem Islam mit Entschlossenheit entgegen getreten werden. Alles andere führt in die Unterwerfung unter den Islam, zwar noch nicht heute, aber in absehbarer Zeit.

            Man lese hierzu z. B. Michel Houellebecq:
            http://www.hintergrund-verlag.de/texte-rezensionen-michel-houellebecq-unterwerfung.html

          • @ Günter Buchholz „Dieses Vertrauen habe ich nicht!“ Vertrauen lässt sich ja nicht verordnen. Die großen Demonstrationen für Erdogan waren auch nicht unbedingt hilfreich, um bei Nicht-Muslimen ein Vertrauen in die allgemeine muslimische Loyalität zum demokratischen Staat zu stärken.

            Allerdings war natürlich, trotz ihrer Größe, nur ein kleiner Teil der Deutsch-Türken an diesen Demonstrationen beteiligt. Das deutsche Wahlergebnis für Erdogan wird ebenfalls deutlich kleiner, wenn man bedenkt, dass ein großer Teil der Türken in Deutschalnd gar nicht zur Wahl gegangen ist. Die hatten möglicherweise das Gefühl, dass eine türkische Wahl sie nicht viel angeht.

            Und was das Vertrauen angeht: Es geht ja zunächst einmal um eine Ablehnung des massenmörderischen Terrors.Nicht um ein Bekenntnis zum Laizismus, nicht um eine deutliche Abkehr von der Scharia, sondern um das absolute demokratische und humane Minimum, dass man das Ermorden von Menschen ablehnt. Da halte ich es für absolut realistisch, dass auch unter den Muslimen in Deutschland die Mehrheit für diese Ablehnung sehr groß ist.

            Nur muss von diesen Muslimen denn auch eine deutlichere Positionsmaßnahme kommen.

            „Die Trennung von Islam und Islamismus ist eine rein ideologische und bewußt irreführende.“ Ich benutze diese Unterscheidung nicht, aber aus anderem Grund als dem, dass ich eine bewusste Absicht der Irreführung unterstelle.

            Es ist völlig normal für eine weit über tausend Jahre alte Weltreligion, dass sich verschiedene Spielarten entwickelt haben: engere und weitere, tolerantere und wenige tolerante, etc. Das gehört alles zum Islam.

            Wenn ich von islamischen (oder muslimischen) Terror schreibe, dann setze ich einfach das Wissen voraus, dass nur ein kleiner Teil der Muslime Terroristen sind.

            Das machen wir in anderen Fällen ja auch so. Wer von „jüdischen Siedlern“ spricht, muss sich dann ja auch nicht mit dem Vorwurf rumschlagen, er hätte sämtliche Juden zu Siedlern erklärt, und er solle doch bitte lieber von „jüdistischen Siedlern“ sprechen, um den Unterschied klarzumachen, o.ä. (Ist übrigens nur ein Vergleichs-Beispiel, das mir gerade eingefallen ist – ich unterstelle damit nicht, die Siedler seien Terroristen).

          • @G. Buchholz

            Ich habe es eigentlich befürchtet, dass Sie diversen, politisch motivierten fakes auf den Leim gehen werden:

            http://frankfurter-erklaerung.de/2017/05/islamic-invasion-of-india-the-greatest-genocide-in-history-2/

            Das ist m.E. einer davon.

            Zitat: „India’s population is said to have been around 600 million at the time of Muslim invasion. By the mid 1500’s the Hindu population was 200 million.“

            Sowohl die erste Zahl ist falsch, als auch die zweite,
            Die Bevölkerung des gesamten *indischen Subkontinents (!inkl. Sri Lanka)* wird von Mcevedy und Jones im Jahre 1000 mit 80 Millionen angegeben, um 1500 mit 105 Millionen.
            Die *gesamte Weltbevölkerung* wird um 1500 herum auf ca. 450-500 Millionen Menschen geschätzt.
            Dass es 500 Jahre zuvor *nur in Indien* 600 Millionen Menschen gewesen sein sollen ist demnach unwahrscheinlich.
            Wozu wird diese Fälschung benötigt (selber Text)?

            „Today, like other cultures with a soul massacred by Islam, India is not truly a Hindu nation.“
            – offensichtlich für Hindu-Nationalisten und ihre politische Agenda.

            Dies wird wiederum an anderer Stelle dankbar aufgegriffen:

            „Islamisches Indien: Der grösste Holocaust der Weltgeschichte …reingewaschen aus den Geschichtsbüchern“
            https://politisches.blog-net.ch/2015/01/15/islamisches-indien-der-groesste-holocaust-der-weltgeschichte-reingewaschen-aus-den-geschichtsbuechern/

            Durch einen Blog namens:

            „Politisches & Wissenswertes – Über den Israel/Palästina-Konflikt, die arabisch islamische Welt und weitere interessante Themen“
            Hach ja – Blogroll u.a. Die Achse des Guten, Lizas Welt, Daniel Pipes.
            Kurz: Die üblichen, rechten Verdächtigen.

            Seit dem Israel-Palästina Konflikt nach Oslo und der US-Geopolitik seit 9/11 kann man getrost davon ausgehen, dass 50% solcher Nachrichten mehr oder weniger fake sind.

            Ich kann nur davor warnen, ohne kritischen Blick auf die politischen Absichten der Verfasser solche Texte einfach nur zu verlinken!
            Hier sind ganze Regimenter an spin-Doktoren zu Gange; dessen müssen Sie sich bitte immer bewusst sein.

            Gruß crumar

          • @ crumar „Blogroll u.a. Die Achse des Guten, Lizas Welt, Daniel Pipes. Kurz: Die üblichen, rechten Verdächtigen.“

            Findest Du Lizas Welt rechts? Ich hatte den Eindruck, es sei vor allem Pro-Israel (und Pro-Fußball). Was die Achse des Guten angeht, hat sie sich, wenn ich das richtig verfolgt habe, nach rechts verschoben. Interessanterweise lese ich Broder immer noch gern, wobei mir klar ist, dass das einige wirklich irritiert. Man muss halt immer mit einberechnen, dass es eine stark interessenbestimmte Perspektive ist. Pipes, als Wilders-Unterstützer, ist unter den Genannten wohl am klarsten rechts.

            Gemeinsam ist allen aber vor allem eine Pro-Israel-Position und eine harte Kritik am gegenwärtigen Islam. Was aber sollte denn demgegenüber links sein? Linke Anti-Imps übernehmen gerne jede Information, wenn sie Israel belastet, und linke Anti-Deutsche übernehmen gern jede Information, wenn sie Israel nützt.

            Ich glaube, die Kategorien „rechts“ und „links“ passen gerade hier kaum noch, weil eigentlich alle Seiten vordringlich die eigenen Interessen in den Mittelpunkt stellen. Und diese Interessen sind gar nicht mal immer illegitim. Ich verlinke als Beispiel mal einen Text, der so hart und polemisch gegen die deutsche Islam- und Israel-Politik polemisiert, dass ich mir seine Aussagen ausdrücklich nicht zu eigen mache. Er stammt aus der Jüdischen Rundschau und ist die Mai-Kolumne des Herausgebers Korenzecher.

            http://juedischerundschau.de/kolumne-jr-33/

            Rechts? In dem Sinne, dass die AfD einige Passagen unverändert übernehmen könnte, sicher. Aber vor allem wird aus diesem Text eine wirklich große Sorge deutlich, ob es mit dem jüdischen Leben in Deutschland, und auch mit Israel, auf Dauer weiter gut gehen kann. Die Sorge ist spätestens seit 2014, als die antisemitischen Hassparolen auf muslimischen Demonstrationen in Deutschland explodierten, wieder präsent.

            Und da reicht es eben nicht, solche Positionen wie die der Kolumne einfach als „rechts“ abzutun. Eine demokratische Politik müsste m.E. zumindest VERSUCHEN, die verschiedenen basalen, völlig legitimen Interessen, die allein hier in Deutschland im Spiel sind, zu moderieren. Davon kann ich aber nichts erkennen. Merkel und ihre Regierung ziehen sich raus, machen nicht einmal Anstalten, die Sorgen, Ängste oder eben auch die Wut aufzugreifen, die sich in einem Text wie dem von Korenzecher ausdrücken. Da aber der vermittelnde Rahmen fehlt, können sich diese Emotionen dann in ihren jeweiligen Filterbubbles immer weiter aufschrauben.

            Ich denke daher, das Problem, ob etwas „rechts“ oder „links“ ist, ist mittlerweile zu dem Problem geworden, wann es mal wieder eine demokratische Vermittlung gibt. Ohne diese Vermittlung sehen zur Zeit offenbar von allen Seiten die jeweils anderen wie Nazis aus.

          • @Lucas

            (Es wäre übrigens besser, wenn es einen reply-Button in der Nähe des Kommentars gibt, auf den man antwortet, die scrollerei ist nervig!)

            „Findest Du Lizas Welt rechts? Ich hatte den Eindruck, es sei vor allem Pro-Israel (und Pro-Fußball). Was die Achse des Guten angeht, hat sie sich, wenn ich das richtig verfolgt habe, nach rechts verschoben.“

            Deutsches Pro-Israel ist leider immer rechtslastiger geworden und das hat mit der kontinuierlichen politischen Rechtsentwicklung in Israel zu tun.
            Um so weniger die israelische Politik zu verteidigen, weil sie perspektivlos ist, desto schriller wird die Tonlage.
            Alle wissen, mit fortschreitender Besiedlung wird eine Zwei-Staaten-Lösung immer unwahrscheinlicher und eine Ein-Staaten-Lösung ist das Ende eines jüdischen Staates Israel oder eine endlose Apartheid-Politik.
            Das war´s an politischen Optionen.

            „Interessanterweise lese ich Broder immer noch gern, wobei mir klar ist, dass das einige wirklich irritiert.“

            Mich irritiert das insofern, als ich meine, Broder hat nichts mehr zu sagen.
            Spätestens seit seinem „Me and the Manifesto“ war klar, er wird seine Rolle als Stichwortgeber für die Aufheizung des Konflikts nie selbstkritisch betrachten.
            Wenn ich zur ideologischen Begründung eines Massenmords herhalten *kann*, es würde mir zu denken geben. Ihm nicht.

            „Man muss halt immer mit einberechnen, dass es eine stark interessenbestimmte Perspektive ist. Pipes, als Wilders-Unterstützer, ist unter den Genannten wohl am klarsten rechts.“

            Pipes ist nur die Spitze des Eisbergs von rechten und rechtsradikalen think tanks und Organisationen, die von Rechten finanziert wird – vor allem in den USA.
            Mit Rückwirkung auf Israel, siehe Sheldon Adelson:

            „Adelson unterstützte die These Newt Gingrichs, dass die Palästinenser „ein erfundenes Volk“ seien. Newt Gingrich erhielt von Adelson und dessen Frau Miriam für seine erfolglose Bewerbungskampagne als Präsidentschaftskandidat der republikanischen Partei im Januar 2012 rund 15 Millionen US-Dollar Spendengelder.
            Im US-Wahlkampf 2012 zählte Adelson zu den größten Geldgebern und Unterstützern des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Mitt Romney und begleitete diesen auf seiner Reise nach Israel. Adelson kündigte öffentlich an, dass er bis zu 100 Millionen US-Dollar aus seinem Privatvermögen dafür ausgeben wolle, um die Wiederwahl des demokratischen Amtsinhabers Barack Obama zu verhindern. Bei den Präsidentschaftswahlen 2016 unterstützt Adelson Donald Trump. Für die Feierlichkeiten zu dessen Amtseinführung spendete Adelson 5 Millionen US-Dollar.“ Wikipedia

            Und weil er richtig viel Geld für die *richtige Meinungsbildung* auszugeben bereit ist, hat er mal eben eine Tageszeitung in Israel gekauft:

            „According to a Target Group Index (TGI) survey published in July 2011, Israel Hayom, which unlike all other Israeli newspapers is distributed for free, became the number-one daily newspaper (on weekdays) four years after its inception.“

            „Gemeinsam ist allen aber vor allem eine Pro-Israel-Position und eine harte Kritik am gegenwärtigen Islam.“

            Ich fürchte, du verstehst den politischen Kontext nicht.

            Abgesehen davon, dass eine veritable Horde bezahlter spin doctors arabische und selbst islamische Stimmen fälscht und verzerrt, wo waren denn relevante islamische Kräfte in den 1970ern an dem Konflikt beteiligt und durch wen finanziert?
            Entgegen der Meinung von Buchholz wurde die „Hamas“ erst 1987 gegründet und die Besetzung Palästinas war bereits 20 Jahre historischer Fakt.
            Die „harte Kritik am Islam“ wäre zu Zeiten einer säkularen PLO eine Lachnummer gewesen.
            Deshalb gibt es auch keine historische Kontinuität einer solchen „Islam-Kritik“.
            Weil sie objektiv sinnlos gewesen wäre.

            Nächster Punkt: WEM gegenüber GENAU findet die „harte Kritik am Islam“ statt?
            An den reaktionärsten Vertretern, wie z.B. Saudi-Arabien?
            Wo waren die regime change Aktivitäten dort?
            Ist es nicht bezaubernd, dass sich „harte Islam Kritik“ deckungsgleich mit geopolitischen Interessen der USA (und Israels) vollzieht?

            „Was aber sollte denn demgegenüber links sein? Linke Anti-Imps übernehmen gerne jede Information, wenn sie Israel belastet, und linke Anti-Deutsche übernehmen gern jede Information, wenn sie Israel nützt.“

            Ich habe beide *beide* Positionen im Verdacht, sich für Israel oder die Palästinenser einen Scheißdreck zu interessieren. Das sind reine Projektionsflächen, wenn man so will: Politische Wichsvorlagen. Was mich an den Antideutschen noch mehr stört ist, sie möchten ihren politischen Opportunismus mit Auschwitz rechtfertigen – das ist Narzissmus vom feinsten. Mein zentrales Interesse ist eine friedliche Lösung der Konflikte, doch die ist seit Oslo in immer weitere Ferne entschwunden.

            „Ich glaube, die Kategorien „rechts“ und „links“ passen gerade hier kaum noch, weil eigentlich alle Seiten vordringlich die eigenen Interessen in den Mittelpunkt stellen. Und diese Interessen sind gar nicht mal immer illegitim. Ich verlinke als Beispiel mal einen Text, der so hart und polemisch gegen die deutsche Islam- und Israel-Politik polemisiert, dass ich mir seine Aussagen ausdrücklich nicht zu eigen mache. Er stammt aus der Jüdischen Rundschau und ist die Mai-Kolumne des Herausgebers Korenzecher.
            http://juedischerundschau.de/kolumne-jr-33/

            Die Kategorie „rechter Revisionist“ passt wie Arsch auf Eimer.
            Er ist ein Lügner, ein Leugner und Geschichtsfälscher vor dem HErrn.

            Du bist dir schon noch darüber im Klaren, was er nachfolgend sagen will?

            Es „beweist den legitimen Anspruch des jüdischen Volkes auch auf seine letztmalig im Jahre 1967 aus brutaler arabischer Okkupation befreiten Ostteile seiner uralten Hauptstadt Jerusalem sowie der historischen Gebiete Galiläas, Samarias und Judäas.“

            Er sagt damit, es gibt gar keine „besetzten palästinensischen Gebiete“ laut internationalem Recht, sondern „legitim“ ist nur der Anspruch „des jüdischen Volkes“, die diese Gebiete also nicht besetzt, sondern „befreit“ hat von der Okkupation durch eine VOLKSFREMDE Gruppe.
            Er sagt das nicht nur gegenüber einer Gemeinschaft, die dort seit Jahrtausenden gelebt hat, sondern auch gegenüber einer Weltgemeinschaft, die das juristisch „ein wenig“ anders sieht.
            Es gibt eben ganz exklusive Rechte für das Recht israelischer Existenz in den Grenzen von…was auch immer…die nur die israelische Regierung auserkoren ist zu sehen.
            /sarcasm off

            Den Rest seines narzisstischen und rechtsradikalen Revisionismus schenke ich mir.

            „Rechts? In dem Sinne, dass die AfD einige Passagen unverändert übernehmen könnte, sicher.“

            Und dieser Sachverhalt verschafft dir nicht ein paar nachdenkliche Momente?
            Dass die AfD einfach nur aus der „JÜDISCHEN Rundschau“ abschreiben muss?

            „Aber vor allem wird aus diesem Text eine wirklich große Sorge deutlich, ob es mit dem jüdischen Leben in Deutschland, und auch mit Israel, auf Dauer weiter gut gehen kann. Die Sorge ist spätestens seit 2014, als die antisemitischen Hassparolen auf muslimischen Demonstrationen in Deutschland explodierten, wieder präsent.“

            Bollocks.
            Ich habe schon lange nachgewiesen, dass über 90% aller antisemitischen Straftaten von Rechten begangen wurden und werden.
            Was da betrieben wird, ist idiotische Propaganda, die allen schadet, die sich gegen Antisemitismus engagieren – das ist politischer Missbrauch.

            „Und da reicht es eben nicht, solche Positionen wie die der Kolumne einfach als „rechts“ abzutun. Eine demokratische Politik müsste m.E. zumindest VERSUCHEN, die verschiedenen basalen, völlig legitimen Interessen, die allein hier in Deutschland im Spiel sind, zu moderieren.“

            Es gibt Grenzen eines solchen Vorhabens.
            Das „legitime Interesse“ Jerusalem zur „ungeteilten“ Hauptstadt von Israel zu machen EXISTIERT NICHT.
            Weil es keine Legitimation dafür gibt, ein *besetztes Gebiet* – das DE JURE Palästinensern gehört – durch ihre Enteignung zu einem solchen zu machen.
            Diese elitären „Rechte Israels“ gibt es nur im Kopf durchgeknallter rechter und rechtsradikaler Israelis und deren Helfershelfer in den USA.

            Ebenso, wie wir darauf insistieren, dass Menschenrechte auch für Männer gelten, sollten wir darauf insistieren, dass eine Friedenslösung nur auf der Basis internationalen Rechts geschlossen werden kann.

            DAS ist LINKS.
            Wer das von einer *rechts-relativistischen* Sicht auf „Recht“ nicht unterschieden kann, dem zeige ich entschieden ein oder zwei Stinkefinger.

            Gruß crumar

        • Ein WLM movement hier wäre ehrlicher als das absurde Konstrukt BLM.
          Warum sollte die Bevölkerung keine Bürgerwehr aufstellen dürfen?
          Ich dachte Muslime spielen auch Polizei in „ihren“ Stadtteilen.

          Haben wir echt Angst vorm hässlichen Deutschen?
          Also Wir haben uns in den letzten Jahren ein Verdachtsmoment verdient?

          So fragen stellt man sich schon, wenn das erste Bild so in meinem Kopf die Teddywerfer am Bahnhof sind, da hätte sich jeder gerne seinen kleinen Afrikaner adoptiert, wenn der hier wohnt hat man auch mehr von den 60€ für die Schule je Monat die man (Papa) spendet, den dann kann man ja mal nen Kaffee trinken statt nur ner Brieffreundschaft.

          Das war so die sachliche Analyse die ich da ablaufen sah im Kopf.

          Die von Quellwerk zitierten Stellen sprechen mich auch an.

          Die zeigen Methode.

          Das ist doch genau was wir nicht wollen. vollkommen entmenschlicht, dafür umständlich formuliert.

          Statt Hart wie Eisen sind wir also ab sofort „Die brav und leisen!“

          Ich sehe da auch ein Problem, das ist nicht catchy.
          Und es ist natürlich die Umkehrung der Idee des mündigen Bürgers.
          Und all die Dinge, die ja stimmen, aber uns allen als selbstverständlich gelten,
          passieren auffallen häufig durch unsere ÖR.
          Oder gab’s noch keine medialen Hinrichtungen auf Geheiß der Anklage?
          Sachverhalte zu diskutieren macht doch niemand unmöglicher als unsere Volks-
          vertreter. Oder ist Renate Künast zurückgetreten aus Anstand, den sie doch bestimmt gerne in anderen bemüht, nachdem sie auf Twitter bewiesen hatte Gleichstellung nicht von Gleichberechtigung unterscheiden zu können, weder denn Sinn, noch die Funktion des ein oder anderen zu erfassen in der Lage und auch – diesmal keine auch noch so kleine Erwartung enttäuschend – mit Hilfe keine Linderung absehbar war.

          Ne, das Schlimmste und vermutlich Coolste was von diesem Volk – und da sind wohl nur die gemeint, die sich auf eine gemeinsame Sprache einigen können, eine, der der Unsinn und der gefährliche Unfug noch ein Begriff sind – sich sagen „Was nicht passt, wird passend gemacht“!

          Und die Flüchtlinge umsiedeln, mitsamt jedem Muslim der nicht mindestens eine weibliche Verwandte hat mit Christlichem/Atheist Mann und diese um den Glaspalast in Berlin neu ansiedeln. Und ich vertraue darauf, wir machen das besser als die Organisationstalente in Berlin.

          Das sollte der Deutschen Antwort auf ein nie Erklärtes „Wir schaffen das sein“.

          Wer dazu Fragen hat, dem böte sich ein Integrationskurs an oder Deutsch für sich selbst Abhängende.

          Vermutlich bekommen wir sogar Red Bull als Sponsor.

          Also wenn einem das Kraft gibt irgendwie, der Text, das sind nur Wörter.
          Die Leute stehen mehr auf Worte.

    • „das antiquierte Balzverhalten von Brüderle“
      Moin Mark, noch nicht ganz wach?
      Es gibt keinen einzigen ernstzunehmenden Hinweis, daß Brüderle mit der #Aufkreisch-Hysterie irgendetwas zu tun hat.
      Himmelreich ist mit weit über 90%iger Wahrscheinlichkeit die Ersttäterin in diesem Intrigenspiel.

  • @ Schoppe

    Ich habe bei Deinem Beitrag immer ein wenig den Eindruck, wie Du Ursachenforschung quasi fortwährend als ideologisch abtust, wenn nicht nur der Täter dafür verantwortlich sein soll und quasi nur, wenn wir die Ursache alleine beim Täter sehen, dann sehen wir die Wirklichkeit und diese auch noch richtig. Das scheint mir, falls ich das richtig interpretiere, selbst wiederum ideologisch motiviert zu sein.

    M.E. dürfen und sollen die folgenden Ursachen und Erklärungsversuche für Terror im Westen nicht aussen vor gelassen werden:

    1. Die ungerechte Weltwirtschaftsordnung und geopolitische Kriege des Westens gegenüber islamischen Staaten, hier würde ich vor allem auf das Buch von Jean Ziegler abstellen.

    „Der Hass auf den Westen: Wie sich die armen Völker gegen den wirtschaftlichen Weltkrieg wehren“
    https://www.amazon.de/Hass-auf-den-Westen-wirtschaftlichen/dp/3570011321

    Dann z.B. auf Michael Lüders Buch, auf das Du ja indirekt Bezug nimmst:
    „Wer den Wind sät: Was westliche Politik im Orient anrichtet“
    https://www.amazon.de/Wer-den-Wind-sät-westliche/dp/3406677495

    Dann auf Noam Chomsky:
    Der Terrorismus der westlichen Welt: Von Hiroshima bis zu den Drohnenkriegen. Ein Gespräch
    https://www.amazon.de/Terrorismus-westlichen-Welt-Hiroshima-Drohnenkriegen/dp/3897715651/ref=pd_lpo_sbs_14_t_0?_encoding=UTF8&psc=1&refRID=M4QWQYVEZDRE0HV855CW

    Und beispielsweise auf Albrecht Müller von den NachDenkSeiten:
    Albrecht Müller: Terroranschläge – Eine Antwort auf die Kriege des Westens?
    https://www.youtube.com/watch?v=vUwU8ZlPUYY

    2. Soziale Marginalisierung gewisser Immigranten in den westlichen Industriestaaten.

    Hier wären vor allem zwei Artikel von Will Denayer interessant:

    Die Ursachen von Radikalisierung und was man dagegen tun kann – 1
    https://makroskop.eu/2017/05/die-ursachen-von-radikalisierung-und-man-dagegen-tun-kann-1/

    Die Ursachen von Radikalisierung und was man dagegen tun kann – 2
    https://makroskop.eu/2017/05/die-ursachen-von-radikalisierung-und-man-dagegen-tun-kann-2/

    3. Terror eher auch verstanden als Amok

    Hier wäre z.B. der Beitrag von Götz Eisenberg interessant:
    Von Orlando bis München: Amok oder Terror?
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=34349

    Werde dann, wie gesagt, ein anderes Mal noch umfassender darauf eingehen.

    • @ Mark Insbesondere die beiden Makroskop-Artikel finde ich sehr hilfreich. Danke insgesamt für die Hinweise.

      Mir geht es darum, dass ich den Eindruck habe, unsere Reaktionen auf den Terror hätten ihrerseits etwas Verrücktes an sich. So wie der Tweet im Text, bei dem der Schrecken über den Terror sofort zum Kampf gegen rechts wird, und der ließe sich dann auf vertraute Weise durch Wegblocken von Leuten auf Twitter führen. Die Reaktionen sind eingefahren – und das in einer Situation, die tatsächlich bedrohlich ist, die für viele reales. enormes Leid bedeutet und die eigentlich ein klares, offenes denken erfordert.

      Statt dessen haben wir vertraute Frontstellungen – und mein Eindruck ist, das wir in denen regelrecht Schutz suchen. Auch von der anderen Seite, natürlich. Wenn ich hier Kritik übe daran, dass der Schrecken über den Terror sofort durch den Ethos eines Kampfes gegen Rechts ersetzt wird, dann wird das sogleich als Signal gewertet, dass ich mich wohl der anderen Seite zugewandt hätte. Ich habe hier gerade erst einmal zwei Kommentare zurückgewiesen, die Verständnis für Breivik einforderten – und dass, obwohl ich im Text ja mehrfach deutlich gemacht hatte, dass Breivik ebenso ein verabscheuungswürdiger Massen – (und: Kinder-) Mörder ist wie die anderen erwähnten Terroristen. Breivik und Abedi sind Brüder im Geiste, sie führen einen Krieg, den die absolute Mehrheit der anderen – Muslime wie Nicht-Muslime – nicht führen will und sogar irre findet. Der Massenmord hat denn auch den Zweck, diese anderen dann eben in die Kriegslogik hieninzuzwängen.

      Mein Punkt ist, dass der Rückgriff auf das Immer-SCHON-Gewohnte uns nicht helfen wi, mit einer ungewohnten Situation klarzukommen. Statt dem „Muslime raus“ geht es mir eher um ein „Muslime rein“, aber dann eben auch rein in die Verantwortung. Will Denayer schreibt bei Makroskop:

      „Während der Ruf nach mehr Bildung heutzutage fast wie ein „Allheilmittel“ für soziale Phänomene ist, zeigen viele Studien, dass höhere Bildungsniveaus unter Muslimen dabei helfen, deren politische und soziale Haltung mit pluralistischen, liberalen und demokratischen Normen in Einklang zu bringen – aber nur unter der Voraussetzung, dass Bildung zu einer wirklichen Integration und zu einer anständigen Arbeit führt.
      Pädagogische Standards zu verbessern ohne dabei die Aussichten auf Beschäftigung zu erhöhen bzw. Arbeitsplätze schaffen ohne politische und gesellschaftliche Teilhabe zu garantieren, wird nur zu weiterer Verbitterung führen.“

      Das schließt natürlich die Frage an, was eine „wirkliche Integration“ ist. Es gehört eben dazu auch, Verantwortung einzufordern – für den eigenen Werdegang, für das Gemeinwesen, für die Mitbürger. Wer von Menschen etwas fordert, ohne ihnen Möglichkeiten bereitzustellen, ist ein Heuchler. Wer ihnen Möglichkeiten bereitstellt, ohne ihnen etwas abzufordern, demonstriert eigentlich nur Desinteresse.

      Und das ist ein wesentliches Problem der Reaktionen auf den Terror – und hier versagt für mich die Regierung in der Kommunikation gigantisch. Anstatt klarzustellen, dass wir ein massives, vordringliches Interesse daran haben, alles gegen den Terror zu tun und ihn zu beenden – erweckt die Regierung den Eindruck, die Anschläge wären Naturkatastrophen vergleichbar, deren Ursachen „unbegreiflich“ sind. Eine solche sedierende Politik des Desinteresses hat aber eben zu der Situation beigetragen, die wir erleben.

      Für mich wäre die wünschenswerteste Reaktion, dass Muslime ihre Loyalität zum demokratischen Gemeinwesen und zu ihren Mitbürgern demonstrieren. Vereinzelt tun sie das, aber die Mehrheit bleibt stumm. Es muss doch schließlich Gründe für die geben, warum sie hier geblieben sind und nicht schnell in ihre Heimatländer zurückgingen, sobald sie genug verdient hatten. Denn dass wir nicht-muslimische Europäer eine wesentliche Schuld daran tragen, wenn Integration misslungen ist – das ist ja nun kein Geheimwissen, das ist zumindest in der politischen Linken seit Jahrzehnten Allgemeingut.

      Wir können aber die Situation, in der wir jetzt leben, nicht allein klären – dazu brauchen wir auch die europäischen Muslime. Und wenn wir (nichtmuslimische Europäer) die Schuld allzeit nur bei uns allein suchen, dann bewahren wir uns einfach die Illusion, wir hätten alles allein in der Hand, und alles könnte sich schnell ändern, wenn wir nur unser Verhalten ändern würden. An einer „wirklichen Integration“ wäre das ganz desinteressiert.

      • Ja, warum auch so einen verstehen wollen. Verstehen ist ja zustimmen.
        Stimmt schon Herr Pfarrer.
        Lieber einen ISIS Rückkehrer verstehen wollen, damit aller Herzen zueinander finden können. 😉 Erklärt vom europäischen Muslim und mindestens einer Autorität die klar macht, das Problem ist mit genug vom Bisherigen nur anders verpackt schon zu lösen.
        Schlechte Politik nur besser kommunizieren zu müssen, dann verstehen schon alle, das ist die Schutzformel der heiligen Angela, dem Engel der Willkommenen.
        Das die politische Linke, da mit ihrem Eliten Gedankengut und unter vollkommenem Ausschluss jedweder Hinweise auf die Realität von denen die da Leben, immer wieder gut demonstriert vollkommen am Problem vorbei zu arbeiten, kommt als Männerrechtler nicht in den Sinn?
        So abwegig?
        Aber gut, ich bin vermutlich wirr. Würde ich doch wissen wollen warum einer was macht. Auch noch mit seinen eigenen Worten.
        Ohne vorher linke Theorie die Begriffe bestimmen zu lassen. Sowas ist ja verrückt.
        Genauso könnte man auch dem falschen Muslim zuhören. Aber da selektieren gerade die linken und alternativen Medien ja fein vor. Als ob die im Mainstream statt fänden.

        Ach ja, Gefühle, das Mädchen aus Schweden. Hart das Bild. Nicht wahr. Aber den Buben am Mittelmeer, den verkauft man uns über Monate, aber ist ja bekannt, was ein Muslim leisten muss bis er ein schlechter Vater wird. Ja, die linke Theorie. Ganz besonders schwer muss das sein.
        Da ärgern sich die Schweden auch drüber. Aber denen, denen ohne Stimme, den Hoffnugslosen, denen schenken Linke nicht so gerne Aufmerksamkeit. Wundert aber einen Männerrechtler nicht, das auf einmal ein Junge Sympathiepunkte sammeln soll.
        60.000 Christen ermordet letztes Jahr.
        An Ostern hatte Google kein Doodle.
        Bestimmt rational erklärbar. Ja.
        Die hatten keine Lust mit dem Osterhasen zu reden.
        Die haben mit linken Professoren in Kalifornien geredet.
        Die sind nur zu 50% Kommunisten.
        Der Red Scare war erwiesene Paranoia.
        Die Linke hat nie richtig Recht, aber besser als die Rechten, gewiss!
        Muslime haben aber, und das sollte echte Freude erzeugen, richtig Erdogan’s Wahlerfolg gefeiert und sich unserer Fehler bewusst in ihrer freundlichen Art einen Ort gemeinsamer Geschichte zur Party ausgesucht. Von der türkischen Leidenschaft und Freude könnten wir was lernen, es war eine viel bessere Stimmung als bei den Deutschen und ihrem Weihnachtsmarkt, naja, das rockte es immerhin 12 mal, aber auch nur durch freundliche Muslime. Ohne die würde hier ja nichts laufen.
        Oder der Schweigeschrei AlalalahuAckdakakdabar im Stadion aus 90.000 Kehlen als man – wohl ‚diverse‘ den Opfern in Paris gedachte. Waren nur 90 Tote oder so.

        Reisen soll ja auch viel Bilden.
        Kommen ihnen die Menschen heute, die viel gereisten, gebildeter vor?
        Die Bildung, die sie meinen, ist nur mehr vom alten Gift.

        War der Breivik denn feige?

        Wir haben die Frage ob die 9/11 Attentäter feige waren noch mit unserem Lehrer besprochen.

        Aber das war bestimmt die falsche Bildung.
        Die Bildung vor der Reform war das.
        Die deutsche Reifeprüfung auf einem staatlichen humanistischen Gymnasium wie sie auch die 9/11 Attentäter hatten.
        Wer war das noch mit der neuen Bildung?
        RotGrün? Dann ist die bestimmt nur noch besser dazu geeignet unsere ‚Werte‘ richtig zu kommunizieren. Ist ja auch von Experten, die alle progressiv sind, bei der INSM geprüft.

        Feige, das war das damals nicht.

        Geschenkt, ich bin kein Lehrer, ich hab nicht die Pflicht meine Gedanken, und damit ja ‚die Kinder‘, vor falschem Wahren zu schützen

        Und ja, in meinen Augen waren die alle drei nicht feige.

        Die 9/11 Attentäter nicht
        Mein Ethiklehrer nicht
        Und Breivik auch nicht

        • „Ach ja, Gefühle, das Mädchen aus Schweden. Hart das Bild. Nicht wahr. Aber den Buben am Mittelmeer, den verkauft man uns über Monate“

          Auch das ist aber wiederum eine selbstgemachte Wirklichkeit. Es stimmt, dass das Bild des ertrunkenen Flüchtlingsjungen einen ikonischen Charakter bekommen hat, das Bild des getöteten Mädchens nicht. Aber der Schluss daraus ist falsch, alle würden sich nur für Flüchtlinge interessieren und niemand für die inländische Bevölkerung.

          Laufend ertrinken im Mittermeer Flüchtlinge, immer wieder viele Kinder – und das ist mit Sicherheit ein qualvoller Tod. In diesem Jahr nach einem UN-Bericht schon über 1300 Tote. 1300. http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/2017-schon-ueber-1300-ertrunkene-Fluechtlinge

          Ich kann nicht erkennen, das darum viel Aufhebens gemacht wird in Deutschland oder anderen europäischen Ländern. Die Vorstellung ist also falsch, der arme ertrunkene Flüchtlingsjunge stünde für ein großes Interesse am Schicksal der Flüchtlinge insgesamt.

          Selbstmordattentäter, wie jetzt wieder May das gemacht hat, als „feige“ zu bezeichnen, finde ich tatsächlich etwas unpassend. Sie sind ja nun alles mögliche Schlechte, da muss nicht auch noch unbedingt der Vorwurf der Feigheit dazu kommen.

          • Ne. Das ist jetzt der ihnen eingebläute Argumentationsleitfaden.
            Also der mit Sicherheit nicht linke Westerwelle hat seine Stimme erstaunlich stark gemacht gegen den Einsatz in Lybien.
            Das Mädchen aus Schweden wurde uns bewusst nicht gezeigt, und das wäre Ihnen auch klar, würde ihnen nicht aktuell ihr Weltbild auseinander brechen.
            Diese Flüchtlingskrise wurde mir von 20 Jahren schon in Geschichte vorhergesagt, erschreckend präzise. Fanden wir damals etwas ‚Nazi‘.

            Schweden haben unser Medien absichtlich ignoriert.

            http://www.focus.de/politik/deutschland/deutschland-sagen-sie-mal-irenaeus-eibl-eibesfeldt—_aid_158854.html

            Von 96.

            Donald Trump hat das angesprochen, da haben hier alle selbstgefällige Witzchen gerissen.

            Selbstgemacht ist nicht die Wirklichkeit, den Text habe ich selber geschrieben.
            Wir nennen das eigenständiges Arbeiten.
            Wirklichkeiten konstruieren, ist das was die mit Ihnen machen.

            Ja, Interesse am Schicksal der Flüchtlinge finden sie echtes nur da wo die Freunde Rechts schreien werden. Sarah Wagenknecht klang für mich ok, aber das war so eine Einzelstimme.

            Linke können ja nicht einmal als Kanzler das Land weniger schnell sozial vollkommen Spalten als die CDU. Solange hier Deutsche Leben, die wir im Alter Pfand sammeln lassen, ist niemand links, der währenddessen sein Herz für Hoffnungslose Fremde

            (wenn es denn keine Invasoren sind, die Nazis waren keine Millionen schwere Schlägertruppe, das war als es zu spät war! Was war es? 300.000 Mann SA, höchstens,
            und es war kein Deutschland mit alten Babyboomern voll.)

            Hier schlägt die Schlägertruppe auf Fremde, da braucht’s noch weniger, und die sind leicht zu überzeugen und Afrika ist kein Kontinent edler Menschen.
            Eher im Gegenteil.

          • Trump, Bush, Wagenknecht, Nazis, Invasoren, Medienmisstrauen – da geht mir viel zu viel durcheinander, um darauf noch antworten zu können. Bitte SACHLICH bleiben, KEINE VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN verbreiten und politischen Gegnern bitte noch ihre Menschlichkeit zugestehen(!!). Sonst geht es hier nicht, für Anderes gibt es andere Foren.

          • Ja, es spricht sich top aneinander vorbei. Ich empfinde Bauchgefühl dieser Tage wieder als ein Kompliment.

            @ Schoppe: Nein, ich sehe sie eben als Mensch. Und nicht als schlechten. Das treibt mich ja in den Zynismus. Während sie in mir vermutlich einen rechtslastigen Troll sehen.

            Wer, wenn nicht die heilige Ikone aller Medien, aller die sich halbwegs als qualifiziert zu irgendwas verstehen, hat ganz persönlich für die Krise gesorgt?

            Hillary Clinton.

            Das Lachen war ja in keinster Weise beunruhigend.
            Das war einer der besten Gründe in meinen Augen in dieser Frau die Psychopathin zu sehen. Da war ich dann progressiv. Und hab vermutlich weniger als 100% Katastrophenrisiko favorisiert.

            Und dann gewinnt Trump. Linkes Langzeitprojekt TTIP abwenden.
            1 Tag!
            Schelte für Trump!

            Ich hab angefangen meinen Input mehr zu beschmutzen, ist so ein Ding, wenn man nicht Parteien folgt die männliche Welten überwinden wollen, man kann das dann auf einmal aushalten es zu lesen, und nicht zu analysieren mit dem Ziel beste Quotes für meine Erwartungshaltung zu bekommen.

            Ich will da klar stellen, alleine die Vorstellung, die Polizeigewalt in den USA könnte nicht hauptsächlich die Schuld unfairer Bedingungen sein, hat mich einen Monat gekostet, bis ich das halbwegs einordnen konnte ohne mir selber dabei ein schlechtes Gefühl zu machen.

            Für mich waren das drei starke Emotionen, die Scham so unfair den Leuten gegenüber gewesen zu sein, die mir da vermutlich kulturell am nächsten sind.
            Das Erschrecken darüber wie stark ich über meine Gutgläubigkeit und Selbstgerechtigkeit (WKs verlieren sich leichter wenn der Sieger ein Arsch ist) zu steuern bin.
            Und erhebliche Sorge. Wie verlogen hier die Presse ist. Und auch die Alternativen Medien decken diese Blinden flecken nicht im Ansatz auf.
            […]
            [@ vagina logic: Hier hab ich jetzt viel rausgenommen, und die nächsten Kommentare nehme ich auch raus. Ich hab mir den Text, den ich geschrieben habe, gut überlegt, und hab mich darum bemüht, Kritik an unserem Umgang mit dem Terror zu üben, ohne in Klischees und Feindseligkeiten zu rutschen. Du benutzt das hier allerdings lediglich als Vorlage für Monologe, die von einem zum anderen springen, die immer wieder Andeutungen einbauen, Klischees verbraten (wir würden unsere Frauen und Töchter opfern, oder ähnliches) und die das konterkarieren, was ich geschrieben habe.

            das ist eben ein wichtiger Grund, warum viele, die sich als links verstehen, Unwohlsein angesichts des Umgangs mit den Terror nicht offen und deutlich äußern: Es ist die Angst, damit Schleusen zu öffnen, durch die dann alles Mögliche durchbricht, vom Gerede eine Black Supremacy bis hin zur Fantasie einer Invasion in Europa.

            Damit tragen Rechte eben zu der Diskursverhärtung bei, die sie dann hinterher beklagen.

            Ich stell die Kommentare hier jetzt auf Moderation, weil ich nicht die ganze Nacht hinterher sein will, um zu schauen, was jetzt wieder hier steht.]

  • Was dabei herauskommt, wenn man seine Wut mal raus lässt, so wie es der Chefredakteur von „Spiked“ tat, kann man in seiner Demagogie aktuell bei der „Welt“-Replik dazu nachlesen:

    „Großbritannien, ein Exporteur von hausgemachten Terroristen“

    Der Schock nach dem Anschlag in Manchester sitzt in Großbritannien tief. Der Chefredakteur des Internetmagazins „spiked“ meint, Trauer sei jetzt fehl am Platz. Zur „Hass-Party“ kommt er damit reichlich spät.

    https://www.welt.de/debatte/article164873986/Grossbritannien-ein-Exporteur-von-hausgemachten-Terroristen.html

    Auf „Rezession“ gibt es darauf eine passende Replik:

    „It’s time for anger“ – und Zeit für Hoffnung

    Hannes Steins Artikel auf Welt online ist ein demagogisches Meisterstück eigener Art. Unsere Gastautorin Sophie Liebnitz kümmert sich darum.

    https://sezession.de/57268/%22it%E2%80%99s-time-for-anger%22-%E2%80%93-und-zeit-fuer-hoffnung

    Ja, was ist denn der Stein des Anstoßes über den sich die Welt so echauffiert? „Wie auch immer ideologisch aufgestellt, spiked klagt statt der ewig gleichen Rituale Handlung ein:“

    „… Sie wollen uns passiv, empathisch, verstört, nicht zornig, aktiv und Fragen stellend. Sie wollen eine einsame Masse pflichtbewußter, isolierter Trauernder statt eines echten Kollektivs von Bürgern, die die Frage wagen, warum Mitbürger sterben mußten und was künftig dagegen getan werden kann. Wir sollten aufhören, die Rolle zu spielen, die sie uns zugeteilt haben …“

    • Ich finde den Artikel von O’Neill in vielen Passagen gut, habe ihn ja auch gleich zu Beginn zitiert. es ist aber nun einmal ein provokanter, auch harter Text. Da ist einfach damit zu rechnen, dass es Widerspruch und Relativierungen gibt.

      Ich finde aber auch die Reaktion der Welt gar nicht „perfide“, sondern nachvollziehbar. Weder wird O’Neill als Nazi hingestellt, noch als Hetzer – er wird lediglich darauf aufmerksam gemacht, dass Wut über die Ermordung von Menschen nicht nur dann angemessen ist, wenn es sich um Menschen in der direkten Nachbarschaft handelt.

      Die Sezession („Rezession“ ist ein netter Tippfehler…) kenn ich tatsächlich kaum und kann sie persönlich nicht einschätzen. Ich hab aber den Eindruck, die Autorin möchte unbedingt das Gefühl erwecken, hier solle einem kritischen Geist das Maul gestopft werden, Das lässt sich an den vorliegenden Texten aber überhaupt nicht nachweisen.

      • “ („Rezession“ ist ein netter Tippfehler…)“

        Allerdings, da ist mein kleiner Freud wohl mit mir durchgegangen. Danke, dass du das so sympathisch korrigiert hast.

        Zum Artikel in der „Welt“: Ich habe nun fast alle Kommentare durchgelesen, die zum größten Teil kritisch und fundiert waren. Es war nicht ein einziger (ev. mit einer Ausnahme) dabei, der die Argumentation, wenn man es so nennen will, des Autors Hannes Stein nicht zerpflückt hat.

        Allerdings nicht, wie du ja geschrieben hast „dass Wut über die Ermordung von Menschen nicht nur dann angemessen ist, wenn es sich um Menschen in der direkten Nachbarschaft handelt.“ angegangen haben. Allerdings fragten die Kommentatoren zurecht, woher der Urheber das eigentlich wissen will, wenn er Beispiele wie 9/11 für angeblich fehlende Wut bei Brendan O’Neill anführt.

        Generell hast du allerdings recht: Lokale Ereignisse erzeugen nun mal mehr Betroffenheit, als Terrorakte, welche 1.000de Meilen entfernt stattfinden. Das ist aber kein Zynismus, sondern dürfte eher in der Natur des Menschen liegen. Allerdings ist es allemal besser, als sich darüber zu freuen, wenn in Bagdad Menschen zerfetzt werden – so wie es vice versa beim Islam passiert. So er sich denn überhaupt äußert, von Distanzierung möchte ich kaum reden.

        Natürlich ist es fürchterlich, wenn zivile Opfer auch im Krieg zu Kollateralschäden abstrahiert werden. Aber wer jagt denn diese Leute im Friedensfall dennoch in die Luft, und wer schweigt das politisch tot und setzt die Scheren in den Köpfen ein? Unsere Politiker und Medien sind es, die politisch Korrekten und v.a.m. Und so hat auch Stein in seinem Artikel agiert, wie ich empfinde.

        PS: „Szession“ kann ich auch noch nicht so richtig einschätzen, sie scheinen aber eher rechtsliberal zu sein, was ja per se kein Untergang des Abendlandes sein muss. Lieber eine kritische Seite mehr, als ein ewiges Übergewicht auf anderer Seite. Generell bin ich aber als Ex-Linker eher für Pluralismus, denn politischer Blockeinteilungen.

        OT: Dein Blog hat sich super entwickelt und geht sukzessive in Richtung kritisches Magazin. Schade ist, dass man nicht mehr liken kann via WordPress bzw. die Blogroll nun völlig verschwunden ist.

        • Die »Sezession« ist die Zweimonatszeitschrift von Götz Kubitschek, einer (wenn nicht der) Führungsfigur der intellektuellen Neuen Rechten in Deutschland. Insofern ist die Zeitschrift allein darum schon »rechts«, weil die Herausgeber sich selbst ganz ausdrücklich als »Rechte« deklarieren. Damit will ich niemanden von der Lektüre abhalten, zumal ich diese Zeitschrift selber immer wieder mal lese. Dass deren Artikel und Blogposts auf ihre eigene Weise tendenziös sind, finde ich freilich nicht weiter überraschend.

  • Ich empfehle allen, die sich, so wie ich selbst bis vor wenigen Jahren, noch nie ernsthaft mit dem Islam befaßt haben, nämlich mit seiner 1400-jährigen sklavistischen Geschichte und mit seiner politreligiösen Doktrin, damit nun endlich einmal wenigstens zu beginnen, damit nicht länger Diskussionen von Blinden über Farben zu lesen sind. Es gibt fundierte Literatur dazu, und sie sollte gelesen werden; siehe:
    http://frankfurter-erklaerung.de/2017/05/hartmut-krauss/
    und:
    Egon Flaig: Weltgeschichte der Sklaverei, 2. Aufl., München 2011

    • Die lesen die Zahlen, teilen die durch 4 islamische Glaubensrichtungen und auf der anderen Seite der Gleichung tauchen die verdreifacht wieder auf und das war dann die von den Nazis versteckte Sklaverei der Deutschen für tausend Jahre im Heiligen Römischen Reich, was dann auf einmal ein Gottesstaat wird. Und nur Schwarze! Ganz wichtig!

      Das klappt mittlerweile so gut.

      Wenn sie das nicht machten, dann hätte ja Obama sie angelogen. Es müssen schon immer beide mindestens Schuld sein, wenn man das Duluth Model auf Länder anwendet.
      Aber der eine muss natürlich auch institutionalisierte Schuld haben.
      Und wir haben so viele Anekdötchen und die müssen stimmen.

      https://www.youtube.com/watch?v=_Ge9FCLX8Mg

      Nur, ist das Buch erlaubt? Wer hat das denn sonst noch so gelesen?
      Statt Geschichtsbücher, die lesen ja nur Nazis!
      Nazis erkennen 101 für politische Bildung: Wer viel Sachwissen hat, auch wenn er erst harmlos und nett erscheint, will euch bestimmt nur für die Nazis werben.
      Lief jedenfalls schon 1990 so.
      Wird wohl immer noch so sein.
      Halten wir uns auch dran!
      Aber wir raffen den Witz bei Schramm auch, wenn von Herrschaftswissen gesprochen wird, das dem Pöbel verboten sein muss oder nur unsinnig verschwurbelt präsentiert werden darf.
      Weil wir so viel Bildung haben, und wir sind sogar klug genug den Witz in der Realität auszublenden, wenn wir Teil der Massenaufführung sind.

      Gucke ich mir meine Mitbürger so an, so kann alles wahr gewesen sein zwischen 1914-1945

      Hätte man mal drauf kommen können, das man mit Gegenpropaganda Menschen lenkt, nicht erzieht.

      Wikileaks ist ja auch eine Quelle, die irgendwie nur dann legit ist, wenn es gegen den richtigen geht.

      https://wikileaks.org/podesta-emails/emailid/295

      Also Interna der Clintons kann man nicht glauben.
      Saugt man sich ja aus den Fingern.
      Ist auch zu lang.
      Bush, also prä-Trump Bush natürlich, hui, das war Qualität! wie bei einem guten Glas Rotwein!
      Man will ja nur abhaken können, schnell die Gegenseite ‚gelesen‘ zu haben.
      Wissen wir ja, wenn man sich sträubt einen Text überhaupt anzunehmen wird das mit dem Verstehen ja eher so solala.

    • @ Günter Buchholz Hätten wir die Geschichte der Deutschen in den davor liegenden hundertfünfzig Jahren angesehen, dann hätten wir direkt nach dem Zweiten Weltkrieg auch nicht glauben können, dass Deutsche mal eine stabile Demokratie hinkriegen könnten.

      Ein großer Vorteil der Anforderungen einer liberalen demokratischen Gesellschaft ist es ja, dass ihre basalen Anforderungen realistisch und erfüllbar sind, unabhängig von der Geschichte, die Menschen mitbringen. Es ist eben nur wichtig, dass diese Anforderungen für alle gelten, natürlich auch für Muslime. Von links und rechts wird der Eindruck erweckt, das könne man nicht erwarten, mal mit positiv-verständnisvoller Wendung, mal mit ziemlich deutlicher Ablehnung. Das ist einfach falsch.

      • Nahezu alle Äußerungen hierzulande mit Blick auf Muslime und den Islam unterstellen völlig unreflektiert, daß der okzidentale Rationalismus, in dem wir alle leben wie die Fische im Wasser, und den wir deswegen gar nicht als solchen bemerken, eine gemeinsame Grundlage auch für die Auseinandersetzung mit der islamischen Welt sei. Das halte ich für grundfalsch, weil wir es mit dem Islam und dem von ihm tief geprägten Menschen mit einem Irrationalismus zu tun haben, der allererst einmal als solcher überhaupt zur Kenntnis und ernst genommen werden muß; daher meine Literaturhinweise. Das aber fällt okzidentalen, aufgeklärten und säkularisierten Menschen äußerst schwer, weil es sich um etwas handelt, was völlig jenseits ihres Wahrnehmungs- und Denkhorizonts liegt. Aber aus diesem Irrationalismus (Koran) stammt die destruktive Energie und die Kompromißunfähigkeit, deren Realisierung gerade bei Rationalisten ein hilfloses Erschrecken verursacht, das sich, wenn man den Irrationalismus des Islam einmal umrißhaft erfaßt hat, erst gar nicht einstellt, einfach deswegen, weil überhaupt nicht erstaunlich ist, daß der Islam zu islamischem Verhalten führt. Ganz im Gegenteil: genau das ist von dieser Ideologie zu erwarten; sie bleibt sich selbst treu. Ihre hierzulande kaum bekannte 1400-jährige Geschichte belegt das. Deshalb:
        http://frankfurter-erklaerung.de/2017/01/sieben-saetze-ueber-den-islam-2/
        http://frankfurter-erklaerung.de/2017/04/islam-zum-nachschlagen/
        http://frankfurter-erklaerung.de/2017/03/bat-yeor-europa-und-das-kommende-kalifat-rezension-2/
        Wir müssen uns allererst von unseren Illusionen lösen, die ebenso positive wie falsche Vorurteile über den islam darstellen. Man wende sich dazu bitte der angegebenen Literatur zu.

        • „Das halte ich für grundfalsch, weil wir es mit dem Islam und dem von ihm tief geprägten Menschen mit einem Irrationalismus zu tun haben, der allererst einmal als solcher überhaupt zur Kenntnis und ernst genommen werden muß“

          Ich hatte mal im Praktikum vor vielen Jahren eine Lehrerin erlebt, die über einen sehr engagierten und interessierten Schüler sagte: „Der kann gar nicht denken!“ Fast angewidert.Es hat damals ein bisschen bei mir gedauert: Sie bezog sich darauf, dass dieser Schüler muslimisch war. Sie lag völlig falsch, aber hatte halt genaue Vorstellungen im Kopf.

          Es geht doch grundsätzlich nur um Basis-Selbstverständlichkeiten. Das ist auch eine Antwort an Mark, der mir hier vorhält, ich würde alle Ursachenforschung als Ideologie abtun. Nein. Aber um Ursachen klären zu können, brauchen wir lange, und viele werden wir auch nie klären. Doch dass man andere Menschen nicht einfach so umbringt – dass man Kinder, aber auch Erwachsene nicht einfach massenhaft tötet – und dass es wichtig ist, sich für Zustände zu engagieren, die so etwas verhindern: Das sind basale Selbstverständlichkeiten, auf die sich unabhängig von allen Hintergründen und Ursachen alle (oder: fast alle) einigen können.

          Um DIESE Gemeinsamkeit geht es, und dazu zu stehen, kann auch von allen gefordert werden. Statt dessen nur eine Suche nach Ursachen – sei es nun in sozialen Situationen, in der internationalen Politik oder in einer Mentalitätsforschung – zu starten, lenkt davon ab.

          Es gibt eine schöne Szene in Jakob Wassermanns „Mein Weg als deutscher und Jude“. Er beobachtet, wie ein Kutscher ein Pferd brutal misshandelt und ruft: „Stoppt den Wüterich!“ Andere erklären ihm daraufhin, dass das verhalten Ursachen habe, dass das Pferd störrisch gewesen sei, usw. Wassermann antwortet: „Das mag ja alles sein. Aber zuerst stoppt den Wüterich!“

          Erst einmal geht es darum, das zu aktivieren, was die weit überwiegende Mehrheit von Muslimen und Nicht-Muslimen gemein hat. Das bedeutet aber eben auch Zuweisungen von Verantwortungen. Dann kann man, wenn es nötig ist, über Ursachen von Unterschieden sprechen.

          • Wir müssen allererst unsere medial verstärkten positiven Vorurteile über den Islam kritisch überprüfen. Wer das tut, der wird sie fallen lassen. Mir ist durchaus klar, daß das einen Schock auslöst, weil ja alle netten rational-säkularen Menschen friedlich-schiedlich mit allen anderen Menschen auskommen wollen, und das gilt auch für mich.
            Allerdings hängt dieses gewünschte Ergebnis eben nicht nur von unseren Wünschen ab, sondern mehr noch von den Handlungsmotiven der Muslime. Die Einsicht in die tiefe Irrationalität des Islams (Koran), die in linker Tradition eine radikale Religionskritik anstatt islamophiler Schwärmereien erfordert, zwingt aber dazu, das Andere der Rationalität ernst zu nehmen, wenn man nicht mehr hilf- und ratlos wie ein Kind vor den grausamen Tatsachen stehen will, von islamischem Anschlag zu islamischem Anschlag. Was das faktische Verhalten von Muslimen angeht, so ist dort eine Normalverteilung zu erwarten und zu beobachten. Daher sind keineswegs alle Muslime gewalttätig, mehrheitlich sind sie friedlich, insbesondere solange ihr Minderheitsstaus andauert. Aber die Grundorientierung bleibt, von seltenen Ausnahmen abgesehen, eine koranische, und also eine hochproblematische. Aus dem Islam kann niemand austreten: Apostasie ist mit dem Tode bedroht! Und das schariatisch-islamische Recht bleibt für Muslime verbindlich! Beides ist grundgesetzwidrig; hierzu lese man den Juristen Schachtschneider. – Allein das sollte doch stark zu denken geben! –
            Das Grundproblem besteht derzeit darin einzusehen, daß eine fundamental andere Islampolitik notwendig ist, d.h. mit der Islamisierungsagenda der OIC, die von der EU übernommen worden ist, muß gebrochen werden. Hierzu im einzelnen:
            http://www.hintergrund-verlag.de/buecher-Saekulare-Demokratie-verteidigen-und-ausbauen.html

          • Der Islam ist das Gegenteil unserer Aufklärung.
            Die ohne Luther super geklappt hätte, aber da musste ja die Gier als Tugend verpackt mit rein.

            Einmal die Menschenrechts Erklärung der Muslime gegenüberstellen der Definition der Aufklärung. Bewusst lesen. Das ist der Traditions und Heimat Anteil.
            In der Aufklärung und nicht in der Bildung. Liegt viel mehr Antwort.

          • „Es ist unmöglich, gegen das zu kämpfen, das man sich zu verstehen oder zu erkennen weigert, aber dann wiederum scheint es, als ob die europäischen Führer gar nicht die Absicht hätten, dagegen anzukämpfen, da sie offenbar eine ganz andere Taktik gewählt haben, nämlich die der Beschwichtigung.“

            Aus dem Beitrag von Judith Bergmann: https://philosophia-perennis.com/2017/05/30/manchester-merkel/

            Insofern bin ich eher geneigt zu fragen, wo da noch ein kleinster gemeinsame Nenner sein soll, auch wenn ich eher zu These-Antithese-Synthese (aka „Gemeinsamkeiten“) neige.

          • @ alle Wenn wir einen Kampf gegen den Terrorismus als Kampf gegen den Islam definieren, dann wird dieser Kampf mit Schmackes verloren gehen.

            Es ist auch nicht im Sinne eines liberalen aufklärerischen Denkens, die Feinde der Aufklärung zu definieren, sie auszuschalten und damit der Aufklärung zum Sieg zu verhelfen. Das Selbstverständnis ist eher eines der Assimiliation – da Aufklärer sich nach ihrem Selbstverständnis auf eine universelle Vernunft stützen, und da eine offene, aufgeklärte Gesellschaft offenkundige Vorteile für alle Beteiligten mit sich bringt, ist das Vertrauen groß, dass mit der Zeit alle möglichen unterschiedlichen Menschen überzeugt werden können. „Wir sind die Borg“ – ist gleichsam ein Wahlspruch der Aufklärung (falls noch jemand was mit Star Trek-Anspielungen anfangen kann).

            Wenn ich es richtig beurteilen kann, leben viele muslimische Zuwanderer in zwei Bezugssystemen gleichzeitig, die tatsächlich nicht miteinander vereinbar sind, die aber beide Gültigkeit verlangen. Das ist grundsätzlich eine typische Situation von Migranten, oft auch von sozialen Aufsteigern, und tatsächlich ist sie für Muslime manchmal noch stärker zugespitzt als, beispielsweise, für Buddhisten.

            Das ist unter anderem gefährlich – weil eine solch grundsätzlich widersprüchliche Situation natürlich ein Bedürfnis nach Eindeutigkeiten schafft. Wer dann behauptet, dass Aufklärung und Islam in einem prinzipiellen und unlösbaren Gegensatz zueinander stünden, der schafft – wenn auch ungewollt – einen Ausweg aus den Widersprüchen. Manche Muslime werden das dann im Sinne einer Aufklärung lösen, aber andere eben auch gegen die Aufklärung optieren. Ich kann nicht erkennen, was daran so sonderlich sinnvoll sein sollte.

            Ich glaube nicht, dass der Begriff „Beschwichtigung“ (@ Emannzer) die Haltung europäischer Regierungen, besonders der deutschen, rundweg gut wiedergibt. Ich sehe ein anderes Problem – nämlich das des Desinteresses. Was fehlt, ist ja ein Versuch, muslimische Gemeinden, Funktionsträger, überhaupt Muslime in Europa offensiv in den Kampf gegen den Terror einzubinden, sie eben in die VERANTWORTUNG zu nehmen. Das war für mich einer der wichtigsten Punkte in meinem Text – dass es ohne die europäischen Muslime kaum gehen wird.

            Dass das nicht geschieht, ist m.E. auch ein Resultat der Tatsache, dass europäische Muslime niemals ernsthaft als Teil der Gemeinschaft angesehen wurden, gerade vom politischen Establishment nicht. Denn wer Teil der Gemeinschaft ist, dem kann man in Belastungssituationen auch ganz selbstverständlich einen loyalen Einsatz für diese Gemeinschaft abverlangen. Wer aber bloß als ewiger Gast akzeptiert wird, den wird man nicht in dieser Weise in die Verantwortung einbinden.

            Gerade der fehlende Versuch, europäische Muslime in die Verantwortung des Kampfes gegen den Terror einzubinden, signalisiert so unterschwellig, dass sie eigentlich nicht als zugehörig betrachtet werden. Das ist umso schlimmer, als jedem Deppen eigentlich klar sein müsste, dass die europäischen Muslime dabei gebraucht werden.

            Das sie so, ob unterschwellig oder offen, weiterhin ausgegrenzt werden, macht Muslime nicht rundweg zu Opfern, und Terror entschuldigt es natürlich schon gar nicht. Die muslimische Nicht-Reaktion auf den Terror finde ich auch weiterhin tief enttäuschend. Es macht aber vielleicht darauf aufmerksam, dass wesentliche Versäumnisse auch auf Seiten der Nicht-Muslime begangen wurden, und kann daher davor schützen, in eine selbstgerechte Haltung zu rutschen.

          • Es ist immer schwer, sich von Illusionen zu lösen, insbesondere dann, wenn Wissen fehlt. Den Muslimen ist Integration koranisch untersagt, denn sie sollen die – wachsende – islamische, koranisch gesteuerte Ummah in der Diaspora bleiben, wenngleich es den Individuen, so sie das wirklich wollen, bei uns frei steht, sich durch Assimilation zu integrieren. Es gibt solche Fälle, und ich kenne einige. Aber dies sind nur die erfreulichen Ausnahmen von der Regel.
            Ich verweise nachdrücklich auf:
            http://www.hintergrund-verlag.de/texte-rezensionen-bat-yeor-europa-und-das-kommende-kalifat-der-islam-und-die-radikalisierung-der%20demokratie.html
            denn dort wird der gesamte Hintergrund der aktuellen Probleme aufgearbeitet und dargestellt.

  • Bildung hilft!
    Deshalb waren die Anatolischen Bauern auch die schlimmsten.

    Gibt es hier vielleicht auch so eine typisch Deutsche Gründlichkeit?
    Man schiebt ja schon immer sehr gerne nachher die Verantwortung
    für alles dem kleinen ungebildeten Mann zu, der ja auch oft, hier
    kurz innehalten und sich mal deutsche Religionskritik kritisch anschauen,
    und kritisch bedeutet nicht es gibt Punkte, wenn nur das Mantra stimmt,
    und man da nicht vielleicht auch aus Gewohnheit einer Fehleinschätzung
    aufliegen könnte.

    https://schluesselkindblog.wordpress.com/2017/05/27/polizei-ignorierte-freund-am-notruf-110/

    Nach dem zweiten Weltkrieg gab es einen Amoklauf in Köln eines unserer Veteranen.

    Glaubt hier irgend jemand, hätte einer der heimkehrenden Verlierer sich sowas wie der neue freundliche Sexperte geleistet, würden unsere Frauen heute uns das nicht schon zwanzigtausend mal vorgeworfen haben?

    Hätte man die RKK mal einfach Afrika missionieren lassen. 😉

    Ist schön zu wissen, das der Bürgermeister Londons falsch liegt. Nur Großstädte?

    Nein, auch die Fahrradwege hier, sind nun endlich mal exotisch und nicht so – deutsch.

  • Einfach mal zählen wie viele Muslime so von sich aus auf einen Zukamen und sich erklärten sich für Erdogan zu schämen, der Babiebäuche als Waffe sieht.
    Da ziehe ich so meine Linie.
    Den Frauen, denen das nicht auffällt spreche ich persönlich auch das Herz ab und falls sie’s doch hätten, dann haben sie wohl keine Stimme.
    Und heute haben sich ja wieder 80.000 dem Willen des Propheten unterworfen und gelernt welches Haus das ist und wer bestimmt ob Musik spielt.
    Deshalb ist es so still.

  • Was sagt ihr zu dieser Studie?
    http://www.pewresearch.org/files/old-assets/pdf/muslim-americans.pdf

    daraus

    (Seite 59 und 60: „Can suicide bombing of civilian targets to defend islam be justified“ Deutsch: Können Selbstmordanschläge auf Zivilisten gerechtfertigt sein, um den Islam zu verteidigen?)

    Auszug aus der Tabelle: Deutschland 7% manchmal, 6% selten = 13% „ever justified“, 83% niemals, 3% Enthaltungen. Alter: 18-29: manchmal + selten 13% +9 % = 22% Frankreich: 16% manchmal, 19% selten = 35% „ever justified“ !!! Alter 18-29 manchmal +selten 19% + 23% = 42%

    • Naja: die jüngeren Muslime sind radikaler als die älteren, und die französischen Muslime sind radikaler als die deutschen Muslime. Das entspricht doch ungefähr den Intuitionen des »informierten Bürgers«: es sind junge Erwachsene, die sich in die Luft sprengen, und die deutschen Muslime sind (weil überwiegend türkischer Herkunft) »staatsfrommer« als die französischen Muslime (weil überwiegend nordafrikanischer Herkunft). Dahinter steht der Unterschied zwischen arabischem und osmanischem Staatsverständnis im Rahmen des Islam.

      So gesehen: die Tabelle bestätigt, was wir bereits wissen.

      • Was Deutsche anscheinend nicht verstehen ist, dass, dadurch das nur ein Islamisches Haus, im Selbstbild des Islam existiert, an dessen Rand immer moderate Muslime zu finden sein werden, denen auch immer der radikale Islam im Nacken sitzt.
        Und dieser macht denen bei steigendem Druck ein anderes Angebot als Christen. So kommt der Konvertierungsdruck.
        Das bedeutet nämlich auch, ein Angebot, das eine Umkehr der Schichten/Herkunftssituation beinhaltet.
        Wir dürfen dann bestimmt noch eine Weile weiter fortschrittlich sein und Qualität abliefern.
        Nur unter einem sehr anderen Selbstverständnis. Und die Muslime dann auch, ein sehr einladender Weg um sich nicht im geringsten Minderwertig fühlen zu müssen (mal annehmend einige fühlen sich heute so).

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