man tau-Wochenshow

Die man tau-Wochenshow vom 04. Juni 2017

Zeigt ein Stoppschild mit den Initialen PC, die durchstrichen sind.
geschrieben von: Mark Smith

Nachfolgend findet Ihr eine Presseschau der letzten Woche unter anderem mit folgenden Themen:

  • Wie die Digitalisierung die Vernunft tötet
  • Political Corretcness
  • Wie starb Benno Ohnesorg?
  • KenFM im Gespräch mit: Uwe Soukup („Wie starb Benno Ohnesorg?“)
  • Globale Führung: Lokomotive oder Klotz?
  • Medien geben dem Iran kein Recht auf Stellungnahme
  • Kampf gegen Terror

Auch wenn wir einen Artikel für lesenswert halten, heißt dies selbstverständlich nicht, dass wir allen Aussagen darin zustimmen, und dasselbe Prinzip gilt umgekehrt für diejenigen Artikel, die wir nicht so toll finden: auch dort können Aussagen drin stehen, die wir befürworten. Wenn Sie diese wöchentliche Presseschau für hilfreich halten, dann bitte in den Social-Media-Kanälen teilen oder einfach Bekannten und Freunden weitersagen.


  • Wie die Digitalisierung die Vernunft tötet

Achille Mbembe im Gespräch mit Dieter Kassel

Der Philosoph und Historiker Achille Mbembe sieht die Menschheit in einer paradoxen Situation: Noch nie habe es dank digitaler Technik so viele Wissensquellen wie heute gegeben. Und doch herrsche überall das blanke Unwissen. Ein Trost: Mbembe kennt die Lösung.

Mbembes Diagnose der Gegenwart klingt düster: Wir hätten den Bereich verlassen, in dem Vernunft und Fakten die entscheidenden Größen gewesen seien. Statt dessen herrsche eine affektgesteuerte Atmosphäre, in der Fiktionen und Fakten zunehmend miteinander vermischt würden: „In einer solchen Atmosphäre gibt es keine Verantwortlichkeit, keine Rechenschaftspflicht mehr – und ohne eine solche Rechenschaftspflicht kann es keine Demokratie geben.“

Schuld sind nach Überzeugung des Kameruners, der im südafrikanischen Johannesburg lehrt, die neuen Medien. Sie hätten zu einer „Zerstörung der Öffentlichkeit“ geführt. An deren Stelle seien „Empörungsgemeinschaften von Menschen“ getreten: „Argumente, rationales Für und Wider, Abwägen dergleichen, das alles verschwindet und wird preisgegeben zugunsten von Gefühlsräumen, wo wir alle nur das suchen, was wir alle ohnehin schon kennen.“

Quelle: Deutschlandfunk

Anmerkung Mark Smith: Ich kannte bisher Achille Mbembe nicht, aber ich könnte Vieles unterschreiben, was er sagt. Unschlüssig bin ich mir höchstens dort, wo er das Verschwinden des kritischen Denkens primär auf die Digitalisierung zurückführt. Ich würde jetzt schon noch ein paar zusätzliche Faktoren anfügen wie eine durchgreifende Ökonomisierung bzw. Kommerzialisierung oder die Beschleunigung aller Lebensbereiche.


  • Wie starb Benno Ohnesorg? (Video)

Das Bild des sterbenden Demonstranten wird 1967 zum Symbol und zum Katalysator des studentischen Aufbegehrens. Die Dokumentation rekonstruiert minutiös die Abläufe des 02. Juni 1967, wertet Aufnahmen aus und interviewt Augenzeugen.

Quelle: Youtube

 Anmerkung Mark Smith: Vorgestern vor 50 Jahren (02. Juni 1967) wurde der Student Benno Ohnesorg von dem Berliner Polizeibeamten und Stasi-Spitzel Karl-Heinz Kurras an einer Demonstration gegen den Besuch des Schah von Persien erschossen. Der Tod von Benno Ohnesorg veränderte die Bonner Republik wie kein anderes Ereignis. Es war der Startschuss für die 68er-Bewegung sowie die Rote Armee Fraktion, die bis in die 1990er Jahren terroristische Anschläge in Westdeutschland verübte. Der Film dokumentiert noch einmal den 02. Juni 1967 in Berlin und zeigt auf, dass die Behörden überhaupt kein Interesse daran hatten, die Wahrheit am Tod von Ohnesorg herauszufinden.


  • KenFM im Gespräch mit: Uwe Soukup („Wie starb Benno Ohnesorg?“) (Video)

Am 2. Juni 1967 wurde in West-Berlin der Student Benno Ohnesorg durch die Polizei erschossen. Obwohl der Schütze nicht, wie er behauptete, aus Notwehr gehandelt hatte, wurde er zweimal vor Gericht freigesprochen. Es war die Zeit des Kalten Krieges. Berlin war geteilt und die USA und ihre Verbündeten witterten an allen Ecken die „Rote Gefahr“.

Wer als Teil der Studentenbewegung Kritik am Vietnam-Krieg äußerte oder den Schah von Persien bei seinem Besuch in der BRD als Diktator bezeichnete, bekam die volle Staatsmacht zu spüren.

Der Tod des Studenten Benno Ohnesorg durch den Polizisten Karl-Heinz Kurras löste in West-Deutschland eine politische Lawine aus. Seine Ermordung durch einen Staatsbeamten führte zur 68er-Bewegung. Die Grünen und die TAZ muss man als direkten Spin-off des 2. Juni 1967 verstehen.

Quelle: KenFM

Anmerkung Mark Smith: Ken Jebsen im Gespräch (Video) mit dem Buchautor Uwe Soukup, der 2017 eine überarbeitete Version seines Buche über den Tod von Benno Ohnesorg mit dem Titel „Der 2. Juni 1967 – Ein Schuss, der die Republik veränderte“ herausgab. M.E. ein sehr gelungenes Interview, das noch einmal einen vertieften Einblick in die damaligen Geschehnisse gibt. Auch wer Ken Jebsen nicht mag: Er hat ab und an auch gute Leute vor der Kamera – nicht nur so „Heuler“ wie ein Gerhard Wisnewski oder ein Udo Ulfkotte.


  • Globale Führung: Lokomotive oder Klotz?

Von Heiner Flassbeck

Angela Merkel will die globale Führung übernehmen. Wer jedoch statt Lokomotive der größte Klotz am Bein der Weltwirtschaft ist, der kann nicht erwarten, dass ihm jemand folgt.

Quelle: Makroskop

Anmerkung Mark Smith: Seit Trumpel beim Klima, bei der NATO und bei der Wirtschaft nicht mehr so kooperieren will, wie sich das Europa wünscht, ist in Europa eine Neuorientierung gefragt und Angela Merkel hat ihren Anspruch auf eine globale Führung bereits angemeldet. Für den Ökonomen Heiner Flassbeck ist Deutschland als Hegemon und Vorbild unglaubwürdig, zumal Deutschland massgeblich für die Eurokrise und die wirtschaftliche Stagnation in Europa verantwortlich ist.


  • Medien geben dem Iran kein Recht auf Stellungnahme

Schon seit einiger Zeit wiederholen es die Administration Trump, die Regierung Israels und die saudischen Herrscher: Der Hauptfeind Nummer eins sei der Iran. Das Regime in Teheran sei der wichtigste Unterstützer der schlimmsten terroristischen Bewegungen. Während Präsident Trumps Reise zu den US-Verbündeten Israel und Saudi-Arabien wurden die Vorwürfe gegen den Iran bei jeder Gelegenheit lautstark erhoben und die Einigkeit darin gepriesen.

Die grossen Medien in der Schweiz verbreiteten diese massiven Vorwürfe weiter – was ihrer Informationspflicht entspricht –, ohne jedoch gleichzeitig dem Iran Gelegenheit zu geben, dazu Stellung zu nehmen.

Quelle: Infosperber

Anmerkung Mark Smith: Gute Intervention von Infosperber, das die Medien auf ihre Pflicht hinweist, dass nicht einseitig informiert werden darf, sondern den Angeschuldigten Gelegenheit zur Stellungnahme gewährt werden muss.


  • Der Kampf gegen den Terror – von Israel lernen? (Video)

Das Selbstmordattentat in Manchester macht fassungslos – und wirft die Frage auf: Lassen sich solche Taten verhindern? Können wir etwas lernen aus Israels jahrzehntelanger Erfahrung im Umgang mit Terror? «Reporter» ist in den Nahen Osten gereist, um es herauszufinden.

Quelle: SRF

Anmerkung Mark Smith:  Wenn man nur an der Sicherheitsschraube (Überwachung, Repression, Aufrüstung, Militarisierung etc.) im Bezug auf Terrorismus drehen will, dann kann man von Israel sicherlich viel lernen. Wer jedoch die Ursachen für den Terror nicht angehen will, der kann ebenfalls viel von Israel lernen. Weil es dürfte klar sein, dass Israel mit seiner Besatzungspolitik, den illegalen Siedlungen und den Ultraorthodoxen  Juden selbstgemachte Probleme besitzt, sodass es darauf nur noch mit Militarisierung, Überwachung und Repression reagieren kann.


  • Israel und die Ultraorthodoxen (Video)

Sie schotten sich von der israelischen Gesellschaft ab, lehnen den Staat ab und gleichzeitig gewinnen sie immer mehr an Einfluss: Die ultraorthodoxen Juden sorgen in Israel für heftige Diskussionen, denn sie möchten, dass sich die Gesellschaft ihnen anpasst.

Quelle: SRF

Anmerkung Mark Smith: Eindrücklicher Dokumentarfilm über die ultraorthodoxen Juden in Israel. Das dürfte mittel- bis langfristig das nächste größere Problem für Israel werden, zumal die Geburtenrate der ultraorthodoxen Juden doppelt so hoch ist wie die der säkularen Juden.


  • Gideon Levy: „Die EU verschließt ihre Augen vor den Verbrechen Israels“

Der Münchner NDS-Leser Rolf-Henning Hintze (RHH) [*] sprach mit dem regierungskritischen israelischen Journalisten Gideon Levy (GL). Dieser äußert sich zu Außenminister Gabriels Gespräch mit „Breaking the silence“ und Netanyahus Reaktion darauf, er beschreibt die Wasserpolitik Israels als „Apartheid“ und erläutert, warum Deutschland in besonderem Maße gegenüber Israel, aber auch gegenüber den Palästinensern eine historisch begründete Verantwortung hat.

Quelle: NachDenkSeiten

Anmerkung Mark Smith: Ein gutes Interview mit dem Journalisten der israelischen Tageszeitung Haaretz Gideon Levy über Sigmar Gabriel, die EU und die Politik Israels gegenüber den Palästinensern. Klar, die „Freunde Israels“ haben natürlich keine Freude an einem Dissidenten wie Gideon Levy.


  • Philosophischer Stammtisch: Das Ende der Political Correctness? (Video)

Der Philosophische Stammtisch streitet sich diesmal zum Thema Political Correctness: Befördert das Prinzip den gegenseitigen Respekt oder behindert es das freie Denken und die freie Meinungsäusserung? Und welche Rolle spielt politische Korrektheit für den politischen Diskurs und die Medien?

Quelle: SRF

Anmerkung Mark Smith: Spannende Diskussion u.a. mit Norbert Boltz über Political Correctness. Wer ein bisschen mehr über das Für und Wider von PC erfahren will, dem sei die Sendung empfohlen.


  • Vereinte Nationen: Jemen steht kurz vor dem totalen Zusammenbruch

Trump freut sich über Waffenverkäufe an Saudi-Arabien, die Welt sieht dem Elend der Menschen zu, die zwischen Machtblöcken und geostrategischen Interessen zerrieben werden

Seit langem bahnt sich nicht eine menschliche Katastrophe im Jemen an, sie breitet sich aus. Und anders als im Fall von anderen Staaten vollzieht sich die Katastrophe unter den Augen der Weltöffentlichkeit, die aber lieber woanders hin blicken (Merkel besucht die Saudis). Jemen, sowieso eines der ärmsten Länder, ist für Engagement offenbar zu weit entfernt.

Quelle: heise.de

Anmerkung Mark Smith: Jemen steht vor dem totalen sozialen, wirtschaftlichen und institutionellen Zusammenbruch und die Welt schaut zu. Klar, der Westen verkauft halt lieber den Saudis und seinen Verbündeten Waffen, damit solche menschlichen Katastrophen fortgeführt werden können.


  • Emmanuel Macron: Weniger Demokratie wagen

… und mehr Deutschlandfreundlichkeit? Es gibt gewisse cäsaristische Elemente in seiner Politik

Es war wohl als bewunderndes Kompliment gemeint – dürfte jedoch nicht in allen Kreisen solcherart aufgefasst werden. „Diese deutschen Minister (im Original: Ces deutsche ministres) aus Frankreich, deren Charme in Berlin Anklang findet“: So lautete sinngemäß eine Überschrift der französischen Wirtschaftszeitung Les Echos, die ungefähr mit dem Handelsblatt verglichen werden kann, in der zurückliegenden Woche.

Quelle: heise.de

Anmerkung Mark Smith: Im Gegensatz zu Willy Brandt, der einmal die Losung ausgab: „Mehr Demokratie wagen“, dürfte bei Macron gerade das Gegenteil der Fall sein also: „Weniger Demokratie wagen“. Insbesondere mit einer Parlamentsreform will er die Rechte der Legislative stark beschneiden.


  • NZZ im Drachenkampf

Was noch vor wenigen Jahren von reaktionären Bischöfen gepredigt wurde, ist heute das gesellschaftspolitische Mantra der «Neuen Zürcher Zeitung»: Der «Genderismus» ist des Teufels.

Quelle: WoZ

Anmerkung Mark Smith: Ok, die Kritik der WoZ an der NZZ ist ja nicht nur unbegründet, aber auch die WoZ lässt doch viel Schrott raus, wenn es um Feminismus und Genderismus geht. Also bei Artikeln von Laurie Penny dürfte doch folgender Wahlspruch immer wieder einmal zutreffen: „Hier ist so alles falsch, dass nicht einmal das Gegenteil richtig ist.“ 🙂


  • Auf der Jagd nach Julian Assange: Die unerzählte Geschichte

Journalistenlegende John Pilger erzählt die Geschichte des WikiLeaks-Gründers

Die Jagd auf den Wikileaks-Gründer war von Anfang an ein brutaler und verwerflicher Angriff auf die Redefreiheit – meint John Pilger.

Julian Assange wurde rehabilitiert, das schwedische Verfahren gegen ihn war durch und durch korrupt. Die Staatsanwältin Marianne Ny behinderte die Justiz und sollte ihrerseits strafrechtlich verfolgt werden. Ihre Besessenheit mit Assange beschämte nicht nur ihre Kollegen und die ganze Judikative, sondern legte auch die geheimen Absprachen des schwedischen Staates mit den Vereinigten Staaten in ihren Kriegsverbrechen und „Überstellungen“ offen.

Hätte Assange keine Zuflucht in der ecuadorianischen Botschaft in London gesucht, wäre er längst auf dem Weg in amerikanische Folterkammern, wie sie Chelsea Manning ertragen musste.

Quelle: Justicenow

Anmerkung Mark Smith: Der alte Mann des investigativen Journalismus, John Pilger, hat wieder einmal zugeschlagen. Und sollte alles richtig recherchiert sein, dann ein Hoch auf John Pilger und Julian Assange.


  • Political Correctness

Ihr verteidigt auch nur eure Privilegien

Die gut ausgebildeten Vorkämpfer des politisch korrekten Sprechens feiern Buntheit, Vielfalt und die grosse Inklusion. In Wahrheit etablieren sie bloss eine neue Norm der Herrschaft – und diskriminieren Minderheiten, die wenig zu sagen haben.

Quelle: NZZ

Anmerkung Mark Smith: Der neuste Artikel von Slavoj Žižek in der NZZ. Klar, wenn Queer zur neuen hegemonialen Norm wird, dann wird plötzlich die alte hegemoniale Norm, also die Heteronormativität, zur Häresie.


  • AfD, Broder und Tichy verleumden Margot Käßmann als Rassistin

Vor ein paar Tagen hat die AfD, ganz christlich, eine heilige Hetzjagd auf die Theologin Margot Käßmann eingeläutet. Unterstützt wird die Partei dabei von vielen ihrer Fans, von rechten Blogs und Foren, so genannten Journalisten wie Henryk M. Broder („Die Welt“) oder Roland Tichy, und natürlich von so unvermeidlichen Personen wie der ehemaligen CDU-Politikerin Erika Steinbach.

Quelle: Übermedien

Anmerkung Mark Smith: Kein Wunder, dass Broder beim Verleumden wieder einmal an vorderster Stelle mitmischt. Sein Wahlspruch heißt ja bekanntlich: „Warum sachlich, wenn es auch persönlich geht.“


  • Frankreichs Rolle im Krieg um Libyen

Warum musste Gaddafi sterben?

Im Dezember 2007 hatte der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy Muammar al-Gaddafi mit großem Pomp in Paris empfangen: Ein riesiges Gelände am Fuße der Champs-Élysées wurde geräumt, damit der libysche Herrscher sein folkloristisches Wüstenzelt im Herzen von Paris aufstellen konnte. Den Medien wurde eine scheinbar unverbrüchliche Männerfreundschaft präsentiert, untermauert durch einen vor Herzlichkeit strotzenden Gegenbesuch Sarkozys in Tripolis. Knapp vier Jahre später machte sich Frankreich zum radikalen Befürworter des Krieges gegen den libyschen Führer: Am 16. Februar 2011 hatte der Aufstand in Bengasi begonnen. Schon am 10. März empfing Sarkozy in Paris Vertreter des „Nationalen Übergangsrats“, der sich in Bengasi gebildet hatte, und erkannte diesen als „alleinigen Vertreter des libyschen Volkes“ an, obwohl nicht einmal die Hälfte von dessen Mitgliedern bekannt, geschweige denn erkennbar war, wen diese repräsentierten. Zeitgleich versuchte Frankreich, von der EU ein Mandat für die Errichtung einer Flugverbotszone zu erhalten, was aber die übrigen 27 Mitgliedstaaten der EU ablehnten. Parallel dazu drängte Sarkozy die NATO zum Eingreifen, was diese mit der Begründung ablehnte, dazu bedürfe es eines Beschlusses des UN-Sicherheitsrats und der Aufforderung durch die Regionalorganisation Arabische Liga. Prompt lieferte die inzwischen von den Golfstaaten beherrschte Arabische Liga am 11. März die notwendige Resolution. Unmittelbar nach Annahme der UN-Sicherheitsratsresolution 1973 am 17. März, die eine Flugverbotszone verfügte, begann Frankreich (gemeinsam mit Großbritannien) mit massiven Bombardements von libyschen Militäreinrichtungen am Boden. Am 20. Oktober wurde Gaddafi festgenommen und getötet.

Quelle: Rubikon

Anmerkung Mark Smith: Werner Ruf, Professor für Internationale Politik i.R., zeigt exemplarisch am Beispiel Libyen und dem Sturz von Gaddafi auf, wie angewandte Geopolitik funktioniert. Den Krieg und den regime change sieht er im Kontext der Idee der Schaffung einer afrikanischen Währung und folglich „die Gefahr der Zerstörung des postkolonialen französischen Imperiums“.


  • Die Gesellschaft rückt auseinander

Warum immer weniger Menschen immer mehr besitzen

In Deutschland besitzen nur zehn Prozent der Haushalte mehr als die Hälfte des Gesamtvermögens – und die Ungleichheit nimmt weiter zu. Besonders bemerkenswert ist, dass 74 Prozent der Haushalte über ein geringeres Vermögen verfügen, als der Durchschnitt. Diese extrem ungleiche Verteilung des Wohlstandes birgt nicht nur ein soziales, sondern auch ein ökonomisches Problem.

Quelle: 3sat

Anmerkung Mark Smith: Das Thema der Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen kann man eigentlich nicht genug thematisieren. Interessant finde ich ja nun, dass Schweden, was die Ungleichheit in Europa angeht, Spitzenreiter ist. Ist nicht Schweden das gendersensible feministische Musterland, bei dem Gleichberechtigung und Gleichstellung zwischen den Geschlechtern am weitesten vorangeschritten ist? Wie wir sehen, kann Gleichstellung zwischen Mann und Frau auch dann erreicht sein, wenn Einkommen und Vermögen sonst extrem ungleich verteilt sind und sich parallel zur Gleichstellung zwischen den Geschlechtern eine Klassengesellschaft gebildet hat.

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5 Comments

  • Ich glaube auch wenn Israel eine völlig andere Politik machen würde, die besetzten Gebiete räumt und die Siedlungen abreisst, würden die Araber immer noch daran arbeiten, Israel zu vernichten und die Juden ins Meer zu treiben. Einfach aus Prinzip, weil niemand, der kein Muslim ist, das recht hat, auf islamischem Land zu leben, zumindest nicht gleichberechtigt.

    • Spinner, Hardliner, Fundamentalisten gib es doch hüben wie drüben.
      Tatsache ist doch, dass die arabische Welt bzw der Nahe und Mittlere Osten ja selbst tief gespalten ist: Sunniten, Schiiten, Kurden, Drusen, Christen, Aleviten, Juden etc.
      Und Tatsache ist auch, dass Israel militärisch der Hegemon ist inklusive Atommacht und mit den USA und der EU als Schutzpatron im Rücken. Also: das mit der Vernichtungsdrohung ist in etwa so realistisch, wie wenn man sagen würde, Kuba möchte die USA vernichten.

  • „Israel zu vernichten und die Juden ins Meer zu treiben“
    Weiß ich nicht, aber der Spruch ist deutsch, nicht arabisch. Es handelt sich dabei um eine gezielte Falschübersetzung unserer Medien einer Rede von Ahmaddinejad. Tatsächlich sagte er inhaltlich in etwa, daß er sich wünsche, daß das momentane israelische Regime in der Analen der Geschichte verschwinden würde. Die Juden kamen darin nicht vor und niemand sollte in’s Mittelmeer getrieben werden.
    Trau, schau wem …

  • Wer Laurie Penny eine Plattform bietet und ihre Beiträge für wichtig hält, der pfeift wirklich aus dem letzten intellektuellen Loch. Da muss dann der „reaktionäre Bischof, der Genderismus kritisiert“ als Feindbildprothese herhalten, um sich der eigenen Progressivität zu versichern. Es scheint, den Wozlern ist das revolutionäre Subjekt abhanden gekommen. Jetzt könnten die sich fragen, warum das so ist, aber da kommen die nie drauf.

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