Geschlechterkampf SPD

Elisa Gutsche und die „Riege an alten Säcken“ in der SPD

Kaffeesäcke am Boden
geschrieben von: Mark Smith

Elisa Gutsche hat sich im Online-Magazin für Frauen, Edition f, über die Personal-Rochade der SPD ausgelassen, die dazu führte, dass die bisherige Generalsekretärin, Katarina Barley, neu Bundesfamilienministerin wurde. In diesem Zusammenhang nennt sie das Männer-Parteikader der SPD eine „Riege an alten Säcken“.

Gesellschaftlicher Backlash durch Personalrochade

Elisa Gutsche schreibt:

So fühlt sich der gesellschaftliche Backlash also an. In der eigenen Partei. Vorbei die Träume von einer Partei, die für den gesellschaftlichen Fortschritt kämpft. Vorbei der Traum, dass die Partei vielleicht in diesem Jahr endlich versteht, dass soziale Gerechtigkeit insbesondere Gerechtigkeit für den weiblichen Teil der Bevölkerung meint. Was die Parteiführung davon hält, hat sie gestern gezeigt. Das Ausmaß dessen, was gestern passiert ist, ist jedoch für die Wenigsten erkennbar.

Also, wir halten fest: auf drei Positionen findet eine Personalrochade statt. Vor der Rochade werden diese drei Posten durch zwei Frauen und einen Mann besetzt. Nach der Rochade sind diese drei Posten desgleichen von zwei Frauen und einem Mann besetzt, demzufolge keine Veränderungen. Man muss schon eine enorm verzerrte Wahrnehmung der Realität haben, wenn man dies nun als einen gesellschaftlichen Backlash bezeichnen will, wo gesellschaftlicher Fortschritt und soziale Gerechtigkeit zu Grabe getragen werden sollen.

Frauen wurden wegrasiert, abgesägt und kaltgestellt

E.G. schreibt:

Innerhalb von zehn Tagen hat ein kleines Grüppchen alter Genossen aus Niedersachen und NRW die Frauen der engeren Parteiführung, die wenigstens ein bisschen Macht inne hatten, wegrasiert. Abgesägt. Kaltgestellt. Von Geschlechtergerechtigkeit muss mir in dieser SPD niemand mehr etwas erzählen. Dürfen überhaupt noch Frauen im Leitungsbereich des Parteivorstands arbeiten? Also außer Sekretärinnen, meine ich. Und wo ist eigentlich die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen?

Wo die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen ist, weiß ich leider ebenfalls nicht, aber diese sah offenkundig – und zwar aus gutem Grund –  kein Problem darin, wenn ebenfalls nach der Rochade die drei Posten weiterhin durch zwei Frauen und einen Mann besetzt sind. Und was spielt es nun für eine Rolle, ob die Genossen alt oder jung sind? Es dürfte doch klar sein, dass hier mit Ressentiments gespielt wird: „Alte, weiße Männer“ sind das neue Feindbild „des modernen Feminismus“. Und welche Frauen wurden genau wegrasiert? Es wurde überhaupt keine Frau wegrasiert, zumal jede Frau wiederum einen anderen gleichwertigen Posten erhalten hat: Für Schwesig dürfte das Amt der Ministerpräsidentin sogar äußerst lukrativ sein, zumal sie damit rechnen musste, nach der Bundestagswahl ihren Job als Bundesfamilienministerin los zu sein. Und weshalb wegrasiert? Hat irgendjemand die Damen dazu gezwungen, ihre Posten zu wechseln. Das dürfte freilich alles in gegenseitigem Einvernehmen passiert sein. Dementsprechend: wiederum vollständige Realitätsverzerrung von Elisa Gutsche.

Wohlüberlegte demokratische Entscheide

E.G. schreibt:

Der gestrige Tag war aus meiner Sicht einfach nur würdelos. Für die Partei, für die Sozialdemokratie, für uns alle, die wir dieses System durch Schweigen oder Mitmachen am Leben halten. Da hat ein Mensch Krebs und tritt deshalb von allen politischen Ämtern zurück. Personalien sind in so einem Moment nachrangig. Warum kann eine Partei da nicht wenigstens zwei Tage inne halten? Sich auf das Wesentliche konzentrieren? Wohl überlegte und demokratisch legitimierte Entscheidungen treffen?

Nö, Personalien sind in einem solchen Moment nicht nachrangig, zumal Bundestagswahlen vor der Türe stehen und die SPD die letzten drei Wahlen auf Länderebene verloren hat. Da sollte man innerhalb nützlicher Frist handeln, sonst ist der Schulz-Zug dann endgültig abgefahren. Und weshalb sollte die jetzige Personalrochade nicht wohlüberlegt sein? In den Medien habe ich nix dergleichen gelesen, dass dies ein unüberlegter und falscher Entscheid gewesen sein sollte. Und was sind wohl nach Elisa Gutsche demokratisch legitimierte Entscheidungen, die ihrer Ansicht nach nicht eingehalten wurden? Hat die Partei gegen irgendwelche Parteisatzungen verstoßen? Offenbar nicht und wenn Elisa Gutsche die Parteisatzungen nicht passen, dann müsste sie sich dafür einsetzen, dass diese geändert werden, sodass diese dem entsprechen, was sie als demokratisch legitimiert ansieht.

Die Zukunft der SPD wird weggelobt

E.G. schreibt:

Manuela Schwesig ist nur das Allerbeste zu wünschen. Trotz der traurigen Umstände: eine weitere Ministerpräsidentin. Davon kann es nie genug geben.

Klar, am liebsten 100% Frauen, damit endlich Gerechtigkeit herrscht. 🙂

E.G. schreibt:

Und jetzt zur Causa Katarina Barley. Es ist eine Unverschämtheit, dass Martin Schulz die beste Generalsekretärin, die diese Partei – seit ich mich erinnern kann – hatte, einfach so weglobt. Aus dem Parteivorstand, aus dem Bundestagswahlkampf. Katarina hat in der kurzen Zeit, in der sie im Amt war, das Willy-Brandt-Haus ordentlich umgekrempelt, modernisiert, zu einem besseren Ort gemacht. Katarina war eine Person, die dich als einfaches Mitglied mit dem Namen (!) anspricht, wenn du ihr wieder begegnest. Katarina war der frische Wind, den diese Partei so unglaublich nötig hat. Katarina war die Zukunft der Sozialdemokratie.

Das muss man sich mal  auf der Zunge zergehen lassen: Katarina Barley wurde nicht weggemobbt, sondern „weggelobt“¨! Sauerei und Frechheit! Um Frauen klein und von den wichtigen Positionen der Partei fern zu halten, werden sie einfach weggelobt. Dieser Martin Schulz scheint schon ein ganz gerissener Parteistratege zu sein.

Die Wählerschaft in den Ländern hat offenbar von diesem frischen Wind und der Zukunft der Sozialdemokratie noch nicht soooo viel mitbekommen, sonst würde die SPD bei Wahlumfragen nicht weiterhin bei 25% herumdümpeln und hätte nacheinander drei Landtagswahlen verloren.

E.G. schreibt:

Wer die 17.000 Neueintritte nur Martin Schulz zuschreibt, der macht die Leistung von Katarina unsichtbar. Wer einmal mit ihr gesprochen hat und beobachten konnte, wie sie mit Mitgliedsanträgen bewaffnet über die Empfänge und parlamentarischen Abende der Berliner Politrepublik tanzt, der weiß, dass es auch ihr Verdienst ist. Der oder die weiß, was die Partei ihr zu verdanken hat. Wer das weiß oder gesehen hat, ist mindestens genauso fassungslos, rasend und wütend wie ich.

Ist gut möglich, dass es außerdem der Verdienst von Katarina Barlay ist, aber streitet das irgendjemand ab? Oder werden diese Neueintritte alle bloß dem Martin Schulz zugeschrieben? Und weshalb sollten dafür nicht noch viele andere Personen verantwortlich sein?

Schuld sind vor allem die Männer und ihre Netzwerke

G.T. schreibt:

Drei – oder eigentlich zwei verlorene Landtagswahlen gehen nicht auf ihr Konto. Die Fehler hat der Kanzlerkandidat gemacht, Hannelore Kraft oder all die Männer in leitenden Parteifunktionen, die ihn beraten und immer alles besser wissen. Parteitage und Programme nach hinten schieben, schlechte Kampagnen entwickeln (und sich danach trotzdem ins Morgenmagazin stellen und Blödsinn reden) und generell nicht wissen ,was die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes eigentlich brauchen.

Nun gut, ich hätte Martin Schulz ebenfalls nicht als Kanzlerkandidaten aufgestellt, aber mich fragt ja leider keiner! Aber ich vermute, auch eine Katarina Barlay hätte alleine den Karren nicht aus dem Dreck gezogen.

G.T. schreibt:

Katarina ist nun Bundesfamilienministerin. Für 116 Tage. Politisch ist alles gelaufen, bis zur Bundestagswahl wird nichts mehr passieren. Es ist das kleinste Ministerium. Ganz abgesehen davon: Katarinas Schwerpunkt war nie die Frauen- und Familienpolitik. Martin und der Herrenclub werden sich gedacht haben: ,Die ist ne Frau, die kann das Gender-Gedöns.‘ Daher ist es auch nicht als Erfolg zu verkaufen oder nur im Entferntesten positiv zu sehen, was da gestern gelaufen ist. Ganz im Gegenteil. Die Netzwerke der (alten) Männer haben heute gewonnen. Das Willy-Brandt-Haus und die SPD ist wieder fest in Männerhand und repräsentiert keinerlei Diversität mehr – Generalsekretär, Parteivorsitzender, Kanzlerkandidat, Bundespräsident, Vorsitzender der Bundestagsfraktion, Außenminister. Alles weiße Männer, ungefähr gleich alt. Alle aus Niedersachsen oder NRW. Alle schon lange über irgendwelche Old-Boys-Netzwerke miteinander verbandelt. Das ist die Seite der Politik, die ich zum Kotzen finde. Wirklich richtig zum Kotzen.

Noch einmal: Wurde Katarina Barlay dazu gezwungen, Bundesfamilienministerin zu werden? Nein, sie wurde ja weggelobt und wer eine solche miese Masche anwendet, und Frauen einfach weglobt, der scheint ein ganz, ganz übler Mensch zu sein.

Schon witzig: Auf drei Posten kommt es zu einer Personalrochade und die drei Posten sind vorher und nachher durch zwei Frauen und einen Mann besetzt, aber weil es offenbar neu nicht drei Frauen sind, ist ab sofort alles ausnahmslos schrecklich. Keine Diversität mehr vorhanden, sondern alles weiße Männer und sogar noch gleich alt und alle offenbar aus denselben Bundesländern. Tia, das war ja vorher auch nicht anders.

Innerparteilicher Sexismus und hässliche Fratze

E.G. schreibt:

Ich bin 31 Jahre alt, komme aus dem Osten und meine Eltern haben mir vorgelebt, dass Frauen und Männer in dieser Gesellschaft gleichberechtigt sind. Ich fühle mich durch diese Riege an alten Säcken (#SorryNotSorry) jedoch weder repräsentiert, noch wahr- oder ernstgenommen. Und das darf in einer Partei, die sich noch als Volkspartei definiert, einfach nicht passieren. Aber gegen diesen innerparteilichen Sexismus – der heute wieder seine hässliche Fratze gezeigt hat – kämpfen ich und einige andere tapfere Genossinnen schon mindestens seit 2009 an. Und geändert hat sich: nichts. Eine kompetente Frau wird gegen den Mann ausgetauscht, der die Bundestagswahl 2009 mit dem historischen Tiefststand von 23 Prozent so richtig in den Sand gesetzt hat.

Ja, liebe Elisa Gutsche: In einer Demokratie heißt Gleichberechtigung nicht Ergebnisgleichheit, sonst wäre es nämlich keine Demokratie mehr. Hier darf jede wahlberechtigte Person die Personen und Parteien wählen, die ihr am besten gefallen. Und wenn jemand lieber eine Partei wählt, in der 80% Männer bzw. 80% Frauen die leitenden Posten innehaben, dann ist das in Ordnung, zumal dies der freie Wille des Souveräns repräsentiert. Und wenn sich Elisa Gutsche von einer Partei nicht repräsentiert fühlt, dann würde ich diese Partei nicht wählen. Wählen Sie doch einfach „Die Feministische Partei DIE FRAUEN“, dann werden Sie sich sicher durch das Parteikader besser repräsentiert fühlen oder noch besser: gründen Sie eine eigene Frauenpartei und überzeugen Sie die Frauen, dass diese ihre Frauenpartei wählen sollen. Ist doch viel besser, als immer herumzujammern. 🙂

Und wer hier sexistisch agiert, dürfte ja wohl klar sein: Wer das Parteikader der eigenen Partei eine „Riege an alten Säcken“ nennt und somit die Männer verunglimpft, der betreibt Sexismus aufs Gröbste. Aber in gewissen Kreisen gehört dies offenbar zum guten Ton: Würde ein Mann das Gleiche über Frauen sagen, dann wäre seine politische Karriere blitzartig vorbei.

Und wieder einmal Diversity

G.T. schreibt:

Martin Schulz, Hubertus Heil, Justin Trudeau, Emmanuel Macron, Bernie Sanders, Jeremy Corbyn. Im politischen Betrieb läuft etwas richtig schief, wenn immer nur Männer an die Spitze kommen. Und da habe ich noch nicht damit angefangen, dass wir kaum Menschen mit Migrationsgeschichte an der Spitze haben. Oder Menschen aus Ostdeutschland.

Noch einmal: Sie dürfen ja gerne die feministische Partei Deutschlands wählen und alle anderen Frauen auch, dann hat diese Partei blitzartig über 50% der Mandate und wird Regierungspartei mit einer satten Mehrheit. Oder gründen sie selbst eine eigene Frauenpartei. Aber Elisa Gutsche jammert offenbar lieber umher, zumal es Frauen selbst in der Hand hätten, aus eigener Kraft Veränderungen herbeizuführen.

G.T. schreibt:

Jeden Tag sehe ich all die tollen Frauen in der Partei vor mir. Die, die Welt verändern wollen. Die noch Träume haben. Und Ideen. Die für die Sozialdemokratie brennen. Die wieder und wieder enttäuscht werden. Was für eine Verschwendung. Was für eine Ungerechtigkeit.

Das kann ja gut sein, dass es viele tolle Frauen gibt, aber offenbar fehlt es diesen tollen Frauen ev. noch ein bisschen an Überzeugungskraft, damit sie die Wähler und Wählerinnen von sich überzeugen können und folglich gewählt werden. Hier müsste ev. noch ein bisschen nachgebessert werden. 🙂

Fazit

Ein nahezu unnötiger Artikel von Elisa Gutsche, der vor allem herumjammert, wo es nix zu jammern gibt, zumal die Frauen es selbst in der Hand hätten, falls sie es denn wollten, aus eigener Kraft Veränderungen vorzunehmen. Aber da jammern einfacher ist, als sich selbst an die Nase zu fassen und die Verantwortung zu übernehmen, betreibt man weiterhin das Spiel von den pösen, pösen Männern, die man dann auch mal noch rasch beim Vorbeigehen übel sexistisch beschimpfen darf. Wenn ich in der SPD wäre, hätte ich schon längst einen Antrag gestellt, diese Elisa Gutsche aus der Partei auszuschließen, zumal ihr Verhalten einfach parteischädigend ist. 🙂

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27 Comments

  • „Und da habe ich noch nicht damit angefangen, dass wir kaum Menschen mit Migrationsgeschichte an der Spitze haben.“

    Ich frage mich, wie oft man wiederholen muß, daß diversity nichts anderes als Rassismus ist: Denn wenn es wahr ist, daß Hautfarbe, Geschlecht, Kultur und was weiß ich, keinen Unterschied machen, dann bringt diversity überhaupt nichts. Und wenn sie einen Unterschied macht, dann sind Schwarze irgendwie besser als Weisse allein aufgrund der Hautfarbe und Männer besser als Frauen allein aufgrund des Geschlechtes (oder umgekehrt) und wir haben exakt diejenige rassistische bzw. sexistishe Situation, die angeblich so sorgfältig vermieden werden soll.

    • Die wohnt einfach nicht in ihrer eigenen Sprache.

      http://de.pons.com/%C3%BCbersetzung/latein-deutsch/migrare
      http://www.duden.de/rechtschreibung/migrieren

      Da ist ja ein logischer Trugschluss in den Geisteswissenschaften drin.
      Die größte Migrationsleistung, innerhalb der Bevölkerung, erbringt ja im Grunde der einfache Bauersjung, der was aus sich macht, und jener ist kaum repräsentiert.
      Nun will ich nicht die Fallstricke die damit verbunden sind abstreiten, dazu erinnere ich mich zu gut an Gerhard Schröder, und das würde wieder nur in Streit enden.

      Einen Mangel an Sorgfalt meine ich da auch zu erkennen, und zwar einen in der Sprache, um genauer zu werden, und im Umgang damit.

      Wir sollten uns aber nicht fragen wie oft man das Widerlegen wiederholen muss Elmar. Da könnten wir uns genauso gut an Pi abarbeiten.

      Meine Vermutung ist, irgendwo auf dem Weg zum Entscheidungsträger verlieren die Leute ihre Wahrhaftigkeit und entgleiten in schlechtes Deutsch. Was meine ich damit? Fremdworte zu benutzen, schludern mit dem Sinn von Worten und in Wörter verfallen. Reden und Sprechen miteinander verwechseln. Dazu scheint zu kommen, dass sich viele nicht bewusst zu sein scheinen, wie Sinn funktioniert und zu Vernunft führt.
      Einsicht bedeutet auch, das man einander an Gedanken teilhaben lässt und sich austauscht ob sie sinnvoll erscheinen, warum sie sinnvoll erscheinen, ob sie Sinn für einen oder eine Gruppe ergeben und sie für andere, wenn geteilt, Sinn haben.

    • @Egal

      Kommt mir ehrlich gesagt nix Schlaues in den Sinn. Gibt offenbar Unterschiede zwischen den Ländern und beim Alter.
      Vermutlich würde es bei den Geschlechtern auch grosse Unterschiede geben, weil beim islamistischen Terrorismus haben wir zumindest in Europa vor allem junge Männer. Das würde sich ja mit den Umfragen decken. Ein geeignetes Erklärungskonzept für diese Terroristen scheint mir das Konzept der Deprivation zu sein, wobei man unterscheiden müsste zwischen absoluter und relativer Deprivation.
      Was denkst Du dazu?

      • Ich sehe mich eigentlich als jemanden, der tolerant gegenüber anderen Religionen ist. Ich hoffte eigentlich, dass Du (oder andere) meine Bedenken zerstreuen könntest, die durch diese Umfrage aufgeworfen werden (nämlich einen hohen Anteil von Muslime, die Terror für gerechtfertigt halten).

        • @ Egal

          Ich bin eigentlich jemand, der tolerant gegenüber dem Westen ist, aber wenn ich so Sachen lese wie die folgenden. Vielleicht könntest Du mich auch ein wenig beruhigen?!

          „Der Terrorismus der westlichen Welt: Von Hiroshima bis zu den Drohnenkriegen. Ein Gespräch

          Nach dem Zweiten Weltkrieg, so Chomsky in dem 2012 geführten Gespräch mit Vltchek, sind Hunderte Millionen Menschen direkt oder indirekt als Folge westlicher Kriege und Interventionen ermordet worden. Hinter beinahe allen Konflikten, Kriegen und Auseinandersetzungen auf der Erde verbergen sich die meist unsichtbaren wirtschaftlichen oder geopolitischen Interessen des Westens. Unsere Medien schweigen still und berichten praktisch nichts darüber.

          So sind in der Demokratischen Republik Kongo in den letzten Jahren sechs bis zehn Millionen Menschen durch ugandische und ruandische Milizen niedergemetzelt worden; die Milizen handelten im Auftrag westlicher Regierungen und Großkonzerne, die an Rohstoffe wie Coltan, Uran und Diamanten gelangen wollen. Unter Obama stürzten die Vereinigten Staaten die Regierung von Honduras und machten das Land zu einem der schrecklichsten und ärmsten Orte der westlichen Welt, das aber weiterhin wichtige US-Luftwaffenstützpunkte beherbergt. Solche Untaten bilden eine Fortsetzung des europäischen Kolonialismus und Imperialismus früherer Zeit und richten sich vornehmlich gegen ›Unpersonen‹, wie Orwell all jene Menschen nannte, die wir nicht wahrnehmen.

          Die Politik des Westens stellt in Sachen Terrorismus alles andere weit in den Schatten. Unsere Medien praktizieren eine Zensur durch Auslassung von Informationen, durch Fehldarstellungen und Ablenkungen, größtenteils ohne sich selbst darüber bewusst zu sein.
          https://www.amazon.de/Terrorismus-westlichen-Welt-Hiroshima-Drohnenkriegen/dp/3897715651

          Opferzahlen des „Krieges gegen den Terror“
          Die deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges veröffentlicht Zahlen zu Irak, Afghanistan und Pakistan

          Die Gesamtzahl der Todesopfer der Kriege in Afghanistan, Pakistan und dem Irak wird öffentlich drastisch unterschätzt. Sie liegt bei weit über 1 Million. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung, die die deutsche, US-amerikanische und kanadische Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) heute 12 Jahre nach Beginn des Irakkrieges zeitgleich in Berlin, Washington und Ottawa veröffentlichen (siehe Body Count: Casualty Figures After 10 Years of the »War on Terror« – Iraq, Afghanistan, Pakistan).
          https://www.heise.de/tp/features/Opferzahlen-des-Krieges-gegen-den-Terror-3370796.html

          • Chomskys wissenschaftliche Leistung sollte man sich nochmal genauer ansehen. In Bezug auf Morpheme, Silben, Präfixe und Reflexionen und ob seine Theorie mit unserer Sprache wirklich vereinbar ist, denn es ist schon auffällig, der Mann muss übersetzt werden, wenn er im deutschsprachigen Raum ist.
            Von mir zuletzt auf 3Sat bewundert.

            Bin mal gespannt ob meine Kommentare freigeschaltet werden. 😉

          • Ich halte von diesem „Der Böse Westen ist Schuld“ Narrativ nichts. Glaubst du wirklich, westliche Regierungen und Großkonzeren würden im Kongo irgendwelche Milizen anheuern, um billig an das Coltan zu kommen? Wohl kaum; das machen die dortigen Politiker und Milizenführer alles selber, und die Westler (oder Chinesen) kaufen ihnen das Coltan ab.

            Dazu mal ein Zitat über Kobalt-Gewinnung in Lubumbashi, Kongo:

            „„The cobalt-rich rock is simply bagged and driven out oft the country. That way ensures the smallest amount of benefit tot he local economy – just the few dollars a day paid to each miner. If the local authorities where interested in helping the local economy, then they would have a processing plant here in Lubumbashi that converts the cobalt-rich rock into concentrated cobalt salts. It is not a complex procedure, but it multiplies the value of the cobalt product by fifty times, may be a hundred times. It is much more efficient to transport the concentrate than the untreated rock and the profit margin is much higher. Under the system we have now, some plant in South Africa or China makes the profit on the treatment oft he rock, a profit that is lost to the Congo. But the reality is this. The authorities in the Congo are not interested in how cobalt mining benefits the local economy. They are only interested in what they can take in bribes. And it is easier to count sacks of rock at the border and work out how many dollars you can cream of per bag. Until that fundamental attitude changes, than the cobalt boom driven by China will not benefit more than a few members oft he Congo elite. “

            Tim Butcher, Blood River, A Journey to Africa’s Broken Heart, 2007, p. 67 f.

            Und wenn unsere Politiker und Konzerne dort nichts mehr kaufen würden, würde sich dort nichts ändern, solange die Afrikaner selber nichts unternehmen.

          • Und was den Krieg gegen den Terror angeht, so war der aus heutiger Sicht natürlich ein kompletter Fehlschlag, der besser unterblieben wäre. Aber was wäre denn, wenn es ihn nicht gegeben hätte? Im Irak wäre Saddam Hussein (oder sein Sohn) an der Macht und in Afghanistan die Taliban. So toll ist diese Alternative auch nicht, oder?

            Die Auffassung, der muslimische Terrorismus sei nur eine Reaktion auf westliche Politik ist naiv. Die Araber haben seit dem 8. Jahrhundert versucht, Europa zu erobern und zu kolonialisieren (zeitweise mit großem Erfolg), warum sollten sie das heute nicht mehr wollen?

  • Es kommen immer nur Männer an die Spitze? Bernie Sanders? Hat die Frau im letzten Jahr keine Nachrichten gesehen?

    • Du versteht das nicht! Es dürfen überhaupt keine Männer mehr an die Spitze kommen. Weil unter weiblicher Führung alles viel besser, menschlicher, gerechter und überhaupt wird.

      Das sieht man doch z.B. bei Ursula von der Leyen.

    • Zu Emmanuel Macron wäre ja eine Frau als Alternative zur Wahl gestanden. Aber da wars auch wieder nichts mit der Frauensolidarität. 😉

  • „Protipp – gegen Merkel kann man nur mit einer Frau gewinnen. Und ihr habt grad alle bekannten Gesichter abgesägt und weggelobt, die wir hatten. Cheers!“
    So endet der Text von Frau Gutsche. Ich weiß nicht, ob sie tatsächlich meint, dass tatsächlich Manuela Schwesig oder Katarina Barley gegen Merkel hätten antreten müssen, um der SPD eine Siegchance zu geben. Aber es muss ja nun auch ohnehin nicht mehr bewiesen werden.

    Ähnlich irreal ist der ganze Text. Wenn es unter Geschlechter-Gesichtspunkten etwas an den SPD-Wechseln auszusetzen gibt, dann doch vor allem eine Auffälligkeit: Es ist für die Partie offenbar eine Selbstverständlichkeit, dass das Familienministerium von einer Frau geführt zu werden hat. „Familie ist Frauensache“ – jede Feministin, der es tatsächlich um Gleichberechtigung ginge, müsste sich doch wohl erst einmal über diese tief verwurzelte SPD-Überzeugung empören und fordern, dass sich jetzt endlich einmal ein Mann um die Familien kümmern sollte.

    Für die stattdessen herbeikonstruierte Empörung darüber, dass die SPD angeblich nur ein Alte-Säcke-Club sei, finde ich nur zwei mögliche Erklärungen. Entweder die Autorin empört sich einfach prophylaktisch erstmal über alles, weil sie so andere in Rechtfertigungsdruck und daher in die Defensive bringt. Oder Barleys Leistung wurde intern als so schwach bewertet, dass die Autorin lieber eine Diskussion über einen angeblichen Sexismus der Parteispitze aufzieht, als dem Gedanken Raum zu geben, dass auch Frauen in der Politik sehr schwache Leistungen abliefern können.

    Als Hillary Clinton Trump dank ihrer vielen Fehlern zum Präsidenten gemacht hatte, verwiesen ihre Unterstützer ja auch sofort auf einen tief verwurzelten Sexismus der amerikanischen Wähler (und Wählerinnen), weil sonst ja der Glaube hätte brüchig werden können, Politik werde irgendwie automatisch besser, wenn sie von einer Frau gestaltet werde.

    • Ich will nicht großartig mit Realität stören, nur leicht.
      Hillary Clinton war Kandidatin. Den Wahlkampf hat letzten Endes John Podesta verloren, der war der Wahlkampfmanager.
      Und verloren hat er nicht zwangsläufig gegen Donald Trump, sondern eher gegen Kellyanne Conway, die den Wahlkampf in der Endphase leitete.
      Die SPD tritt, falls das bei dem Stolperkurs überhaupt eine angemessene Wortwahl ist, auch nicht direkt gegen Frau Merkel an, eher gegen die Beate Baumann und Frau Mohn und Frau Springer.

      Jetzt halte ich mich auch wieder zurück. Ich möchte die wie immer sehr kluge Unterhaltung genießen und meinen Input auch als wertloses Getrolle verstanden wissen und ausdrücklich als altklug.

    • Pardon, wenn ich ganz OT und dumm nachfrage, vermutlich habe ich alzheimertechnisch irgendetwas mehrfach konsequent übersehen.
      Wer ist G.T.?

      BtW.: „Vorbei der Traum, dass die Partei vielleicht in diesem Jahr endlich versteht, dass soziale Gerechtigkeit insbesondere Gerechtigkeit für den weiblichen Teil der Bevölkerung meint.“
      DIE Kernaussage feministischer Sozialpolitik und passt auch zu Aranxo’s Stempel:
      Klarer Fall von Ilsebill-Syndrom!

      Ansonsten fiel mir beim Lesen nur der oben von Dir zitierten Sätze von E.G. auf, daß ich darin soviel absurden Müll entdecke, daß ich mich spontan auf den Standpunkt zurückziehen mußte: Parteipolitik ist nicht meine Baustelle.
      Ansonsten hätte ich einen Kommentar dazu schreiben können, der mir mindestens den halben Tag plättet.
      M.a.W.: Mann, schreibt die sich einen dicken Haufen Mist zusammen. Oder, wie M. Klein vor ein paar Tagen derartiges nannte: Big Piles of Manure!

      Mal im Ernst: Die Vermutung liegt m.E. recht nah, daß E.G. eine ganze Familie von Strohpuppen mit ihrem Gepöbel aufbaut, um von der Tatsache abzulenken, daß das Küstenbarbie wegmußte, da nicht ( mehr ) tauglich für diesen Wahlkampf. Selbst der Martin scheint hat mindestens ansatzhalber zu erahnen, daß Männerhass allein den Sieg nicht bringen kann.
      Und somit ist sie als Minipräsi von McPomm noch das geringere Übel, zumal man ihr das vielleicht sogar als eine Art von Protektion verkaufen konnte ( „wir sorgen natürlich dafür, daß Du prominent und ausreichend versorgt bleibst“ ). Und das ist vermutlich auch der Grund für Barley’s Verschiebung. Oder hat E.G. irgendwo einen Vorschlag machen können, wen man sonst als ( selbstverständlich weiblichen ) Notnagel in das Minifrau hätte reindrücken können?
      Das feministische Urgestein Chr. Bergmann vielleicht 😉

      Man könnte auch sagen: Die SPD tut traditionell das, was sie ungefähr seit Helmuth Schmidt’s Abgang immer macht: irgendwie versuchen, das geringere Übel darzustellen.
      Nur – in Zeiten, wo sich ihre Politik von der der CDU ( das klassisch größere Übel für den SPD-Wähler ) nur noch bestenfalls in Marginalien unterscheidet, kann das kaum noch einen Hund hinter dem Ofen hervorlocken.

  • Eine Partei ist wahrscheinlich der letzte Ort, wo man Diversity erwarten sollte, wenn Diversity denn mehr sein sollte als kunterbunter ideologischer Einheitsbrei entlang der Parteilinie. Die Partei „die Grünen / Team Gina Lisa“ geht gerade an zu viel Menstruationshintergrund kaputt. Ich finde, es gibt viel zu viel Quotentussis in den Parteien und zu wenig Frauen, die durch ihre politische Arbeit überzeugen. Ausser feministischem Gejammere haben die einfach nichts drauf. Die sollen mal eine soziale Politik machen und mit ihrer feministisch-sexistischen Kackscheisse aufhören, dann klappts auch bei dernächsten Wahl.

  • Gutsche:
    >Katarinas Schwerpunkt war nie die Frauen- und Familienpolitik. Martin und der Herrenclub werden sich gedacht haben: ,Die ist ne Frau, die kann das Gender-Gedöns.‘

    Schoppe:
    >Es ist für die Partie offenbar eine Selbstverständlichkeit, dass das Familienministerium von einer Frau geführt zu werden hat. „Familie ist Frauensache“ – jede Feministin, der es tatsächlich um Gleichberechtigung ginge, müsste sich doch wohl erst einmal über diese tief verwurzelte SPD-Überzeugung empören und fordern, dass sich jetzt endlich einmal ein Mann um die Familien kümmern sollte.

    Ich wär ja gespannt gewesen, was passiert wäre, wenn Katharina Barley Generalsekretärin geblieben wäre und stattdessen Hubertus Heil das Familienministerium bekommen hätte. Den dann vorprogrammierten Aufschrei unter den Sozialdemokratinnen kann man sich lebhaft vorstellen. Da hätte es dann umgekehrt geheißen, dass man dieses für die Frauenpolitik so eminent wichtige Ministerium ja wohl kaum einem Mann überlassen könne. Auch wenn man nicht behaupten wolle, er könne das nicht, sei es dennoch ein „falsches Signal“!

    Wie man(n)s macht, es ist verkehrt. Außer man gibt alle zu verteilenden Führungsposten an Frauen. Klarer Fall von Ilsebill-Syndrom.

  • Einmal mehr ‚wie Mann es macht, macht Mann es verkehrt‘. Das Maß an zänkischer Irrationalität macht jede Diskussion zur Farce.
    Hier geht es m.E. nicht um Logik, sondern um Aufmerksamkeit um jeden Preis – das ewige Spielchen von: widerspenstig macht sexy. Eine anspruchslose Braut ist eine ‚billige‘ Braut – sie will ‚erobert‘ werden – nu streng ER sich mal an und bringe der Anbetungswürdigen Rosen im Winter usw. usw. Die alten Märchen sind voll davon.
    Schau dir doch Editionf-Princess Theresa (Bücker) doch an.

    Hier verliert Mann nur Lebenszeit. Ignorieren, meiden, sich selbst überlassen.

  • Das ist doch parteischädigend, wie diese Frau Tatsachen falsch darstellt. Ist die wirklich so blöd, dass sie glaubt, was sie schreibt? Fühlt sie sich in ihrer Partei ungerecht behandelt? Oder ist sie ein U-Boot? Eigentlich müsste diese Frau aus der SPD ausgeschlossen werden. (Nein, ich wähle die SPD nicht. Ich halte auch nichts von Hr. Schulz. Und Fr. Merkel? Vergesst es.)

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