man tau-Wochenshow

Die man tau-Wochenshow vom 25. Juni 2017

Bild zeigt Gesicht auf Algorithmen.
Künstliche Intelligenz
geschrieben von: Mark Smith

Nachfolgend findet Ihr eine Presseschau der letzten Woche unter anderem mit folgenden Themen:

  • Eckhard Seeber – der langjährige Fahrer von Helmuth Kohl;
  • Maischberger: Israelhetze und Judenhass;
  • Der Film „Auserwählt und ausgegrenzt“ als ein „Weltereignis“ sagt Michael Wolffsohn;
  • Antisemitismus-Doku: „Ein sehr, sehr merkwürdiges Vorgehen“;
  • Lobbyreport 2017: Aussitzen statt anpacken;
  • Überwachungsstaat: Dauerfeuer gegen das Grundgesetz;
  • Greenfell Tower: Das Leben der Armen zählt in London nichts;
  • AfD – keine Partei der kleinen Leute;
  • Soziale Lage in Deutschland: Armut trotz Aufschwung;
  • Frankreich: Dämpfer für Durchmarsch der Republique en Marche;
  • Syrien geht uns alle an, es ist unser Krieg, der dort tobt;
  • Rhetorik von Politikern: Worthülsen und Sprechblasen;
  • Die Geburtshelfer des „Islamischen Staates“;
  • Michael Lüders bei Jung & Naiv;
  • Täter: „Ich will Muslime töten“;
  • Bin ich transweiblich, cross-gender oder inter*?
  • Mensch und Algorithmus;
  • und als Extra ein Güldener Luftballon für den dämlichsten Artikel der Woche.

Auch wenn wir einen Artikel für lesenswert halten, heißt dies selbstverständlich nicht, dass wir allen Aussagen darin zustimmen, und dasselbe Prinzip gilt umgekehrt für diejenigen Artikel, die wir nicht so toll finden: auch dort können Aussagen drin stehen, die wir befürworten. Wenn Sie diese wöchentliche Presseschau für hilfreich halten, dann bitte in den Social-Media-Kanälen teilen oder einfach Bekannten und Freunden weitersagen.


  • „Ecki, komm sofort!“

Keiner diente dem Bundeskanzler so lange und so treu wie sein Fahrer Eckhard Seeber. Gedankt hat man es ihm nicht.

Quelle: zeit.de

Anmerkung Mark Smith:  „Rührende Geschichte“ über „Ecki“ –  den langjährigen Fahrer von Helmut Kohl. 🙂


  • maischberger | 21.06.17 | Israelhetze und Judenhass – Gibt es einen neuen Antisemitismus ?

Die umstrittene ARD-Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ hat viele Fragen aufgeworfen: Macht sich ein neuer Antisemitismus in Deutschland und Europa breit? Ein Antisemitismus, der sich vor allem aus dem israelisch-arabischen Konflikt im Nahen Osten nährt? Sind es wirklich vor allem muslimische Migranten, die ihre Abneigung gegenüber Juden bei uns offen zum Ausdruck bringen und damit ein antisemitisches Klima in der ganzen Gesellschaft befördern?

Quelle: Youtube

Anmerkung Mark Smith: „Expertenrunde“ über den Arte-Doku „Auserwählt und ausgegrenzt“ bei Maischberger. Kann man schauen, muss man aber nicht, zumal man auch hier nicht richtig schlau wird, was eigentlich Sache ist und jede Seite hat ihr eigenes Narrativ.

Die zwei nachfolgenden Artikel drehen sich auch noch einmal um diese Debatte und kommen teilweise zu unterschiedlichen Einschätzungen über den Doku, die Maischberger-Sendung und wie Arte und WDR damit umgegangen sind.


  • Abgelehnt und ausgestrahlt

Der Film „Auserwählt und ausgegrenzt. Der Hass auf Juden in Europa“, den Arte und WDR nicht senden wollten, sei nun ein „Weltereignis“, sagt Michael Wolffsohn. Das hat, bei allen Mängeln des Stücks, sein Gutes.

Quelle: faz.net

Anmerkung Lucas Schoppe: Die Äußerung von Wolffsohn ist eine überschwängliche Werbung für den Film, aber nicht typisch für den insgesamt abwägenden Text von Michael Hanfeld. Er kritisiert Mängel des Films, zeigt aber auch, dass vergleichbare oder schlimmere Mängel bei einem anderen Thema – bei einer Dokumentation über Geerd Wilders – eine Ausstrahlung durch den Sender nicht verhindert hätten. Er schließt mit dem Satz, „dass sich Juden in Deutschland, mehr noch in Frankreich, ihres Lebens nicht mehr sicher fühlen“. So geht es am Ende nicht mehr um die Mängel, die im Film gesucht werden, sondern um die soziale Realität, auf die er sich bezieht.


  • „Ein sehr, sehr merkwürdiges Vorgehen“

ARD-Ausstrahlung der Antisemitismus-Doku

Michael Meyer im Gespräch mit Dieter Kassel

Der Medienjournalist Michael Meyer äußert sich kritisch zur gestrigen ARD-Ausstrahlung der TV-Dokumentation über Antisemitismus. Sie sei offenbar auf Druck der Öffentlichkeit erfolgt. Es handele sich um einen Präzedenzfall in der ARD-Geschichte.

Quelle: Deutschlandfunk Kultur

Anmerkung Lucas Schoppe: „Es wäre eigentlich notwendig gewesen, erst einmal Änderungen in der Dokumentation vorzunehmen und darin enthaltene Fehler auszuräumen.“ Das sehe ich genauso, und dafür hätten die Verantwortlichen monatelang Zeit gehabt. Dass sie das nicht getan haben, legt nun einmal die Vermutung nahe, sie hätten die Dokumentation nicht verbessern, sondern klammheimlich verschwinden lassen wollen. Die Ausstrahlung des unfertigen Films durch die Bild ist also die Konsequenz eines Problems – sie ist nicht das Problem selbst.


  • Lobbyreport 2017: Aussitzen statt anpacken

Eine Bilanz von vier Jahren Schwarz-Rot

Der Lobbyreport 2017 zieht eine Bilanz der schwarz-roten Regierungszeit und bewertet die wichtigsten Entwicklungen in den Bereichen Lobbyismus und Lobbyregulierung. Den Report haben wir heute in Berlin vorgestellt.

Quelle: lobbycontrol.de

Anmerkung Mark Smith: Der Lobbyreport 2017 fällt für die Grosse Koalition ernüchternd aus: Notwendige Reformen hinsichtlich Einflussnahme und Lobbyismus wurden verschleppt, demzufolge ist die Grosse Koalition mitverantwortlich für mehrere Lobbyskandale wie der Diesel-Abgasskandal oder der Steuerbetrug durch Cum/Ex-Geschäfte, was wiederum die gegenwärtige Krise der Demokratie verschärft.


  • Dauerfeuer gegen das Grundgesetz – so treibt die Große Koalition das Land in den Überwachungsstaat

Bis zum bitteren Ende baut die große Koalition den Überwachungsstaat aus. Eine umstrittene Ausweitung wie den Staatstrojaner versteckt sie mittlerweile sogar in einem anderen Gesetz, damit es keine Debatte gibt. Ein Kommentar.

Quelle: netzpolitik.org

Anmerkung Mark Smith: Sicherheit und die damit verbundene Überwachung geht offenbar in Deutschland über alles. Mit dem Überwachungsgesetz zum Ende dieser Legislaturperiode werden in Zukunft Überwachungsmaßnahmen zum Standard (Ausweitung des Staatstrojaners, Ausweitung der Videoüberwachung, Erweiterung der Befugnisse des BND etc., usw., usf.), die bislang nur im äußersten Notfall (Terrorismus und schwerste Verbrechen) zum Einsatz kommen durften.

Anmerkung Lucas Schoppe: Auf der einen Seite ein konsequenter Ausbau staatlicher Überwachung, mit dem nächsten Schritt des Staatstrojaners – auf der anderen Seite eine starke Einschränkung der Kommunikation im Netz durch das Netzwerkduchsetzungsgesetz. Beides schafft Verunsicherung: Wo werde ich abgehört – wer erfährt, was ich mache – was kann ich noch schreiben und was nicht – welches sind die Folgen für mich…? Dieses konsequente Schaffen von Unsicherheit, das Bemühen um umfängliche Kontrolle und die Behinderung eines freien Meinungsaustauschs: Wer so agiert, der will keine Bürger, sondern Untertanen.


  • Das Leben der Armen zählt in London nichts

Der Brand des Greenfell Tower ist die Folge von drei Jahrzehnten Londoner Stadtentwicklung für die Reichen.

Quelle: woz.ch

Anmerkung Mark Smith: Die Ungleichheit in London hat laut WoZ ungeahnte Ausmaße angenommen, sodass die arme Wohnbevölkerung, wenn sie in ihren Wohnungen haust, um ihr Leben fürchten muss. Der im Grenfell Tower hat demzufolge vor allem mit einer fehl gelaufenen Stadtentwicklung der drei letzten Jahrzehnte zu tun, die sich einzig und allein nach den Bedürfnissen der Reichsten richtet.


  • Die AfD ist keine Partei der kleinen Leute

Wähler der AfD kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten. Das zeigt eine Studie, die der ZEIT vorliegt. Gemein ist ihnen die Ablehnung der Flüchtlingspolitik.

Quelle: zeit.de

Anmerkung Mark Smith: Die AfD spricht also nicht primär die ökonomisch Abhängten an, sondern quasi alle Schichten, und die AfD wählen sogar mehr Personen mit überdurchschnittlichem Einkommen im Vergleich zu anderen Parteien. Nun, absolute Deprivation beim ökonomischen Kapital ist kein herausragendes Merkmal für rechtspopulistische Parteien, sondern die relative Deprivation ist hier primär maßgebend (also vermehrte Abstiegsängste). Außerdem dürften auch bei der AfD die Männer überdurchschnittlich diese Partei wählen und vor allem Menschen, die nicht im Staatssektor arbeiten, sondern selbstständig bzw. freiberuflich tätig sind oder dem globalen Wettbewerb ausgesetzt sind. Man kann natürlich auch an der Sache vorbeireden, wie es diese Studie offenbar macht.


  • Soziale Lage in Deutschland

Armut trotz Aufschwung

Trotz guter Konjunktur und gefüllter Staatskassen steigt in Deutschland die Armut – darunter leiden vor allem Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Familien. Für sie fordert der Paritätische Wohlfahrtsverband eine Bildungsoffensive. Der Vorschlag für die Finanzierung lautet: Vermögenssteuer.

Quelle: Deutschlandfunk

Anmerkung Mark Smith: Analyse ist gut und Vorschläge sind auch gut: hier insbesondere Bildungsoffensive sowie Vermögens- und Erbschaftssteuer; auch eine „griffige“ Kapitalgewinnsteuer sollte eingebaut werden etc.


  • Dämpfer für Durchmarsch der République en Marche

Die neue Partei des französischen Präsidenten hat die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung gewonnen, wenn auch mit deutlich weniger Sitzen als vorausgesagt. Eine Sensation besonderer Art ist die historisch einmalig niedrige Wahlbeteiligung.

Quelle: makroskop.eu

Anmerkung Mark Smith: M.E. die beste Wahlanalyse die ich bisher gelesen habe über die französischen Parlamentswahlen. Bemerkenswert ist vor allem die historisch tiefe Wahlbeteiligung. Auch wenn Macron einen überwältigenden Sieg eingefahren hat in Relation zur wahlberechtigte Bevölkerung, hat er bloß 13,4% der Franzosen hinter sich. Zumal bereits das Mehrheitswahlrecht in Frankreich zu grotesken Verzerrungen des Repräsentationsprinzips führt, ist die neue Parlamentsmehrheit mit einem enormen Legitimationsdefizit behaftet und ist dementsprechend Ausdruck einer zunehmenden Krise einer repräsentativen Demokratie.


  • Unser Krieg gegen Syrien

Syrien geht uns alle an, es ist unser Krieg, der dort tobt

„Das ist unser Krieg dort in Syrien“, meint der Friedensaktivist Bernd Duschner aus dem bayerischen Pfaffenhofen. Er ist der lebende Gegenbeweis zur Behauptung, dass der Einzelne ja sowieso nichts bewirken kann; dass uns bei aller Empörung ja doch nur der Rückzug ins Private bleibt, in die Resignation angesichts der Kriegsmaschinerie, die in immer neuen Ecken der Welt angeworfen wird, um ganze Völker zu zermalmen.

Quelle: Rubikon

Anmerkung Mark Smith: Der Tendenz nach geht der Artikel in die richtige Richtung, wenn er sagt, dass es sich beim Krieg in Syrien auch um einen geopolitischen Konflikt handelt, bei dem Russland, China, USA, EU die Hauptakteure sind. Dazu kommen dann regionale Konflikte und Akteure (Iran, Syrien, Irak, Saudi-Arabien etc.) um die Hegemonie im Nahen und Mittleren Osten sowie innenpolitische Konflikte in Syrien selbst. Mir ist jedoch der Artikel insgesamt zu wenig differenziert.


  • Worthülsen und Sprechblasen

Rhetorik von Politikern

Reden, ohne etwas zu sagen: Kaum eine Berufsgruppe hat das so perfektioniert wie unsere Politiker. Oder etwas so auszudrücken, dass es nicht verstanden wird – beziehungsweise nicht verstanden werden kann oder soll. Steckt dahinter vielleicht ein System?

Quelle: Deutschlandfunkt Kultur

Anmerkung Mark Smith: In diesem Artikel geht es um Worthülsen und Sprechblasen von Politikern und was beispielsweise ein Thilo Jung oder ein Matthias Richling dazu findet. Eine wirklich ausgelutschte Sprechblase ist folgende: „Unsere Gedanken sind bei den Opfern und deren Angehörigen. Jetzt gilt es, schnell und unbürokratisch zu helfen.


  • Die Geburtshelfer des „Islamischen Staates“

Der Aufstieg des „IS“ zur Terrororganisation schien überraschend. Aber die Gründe dafür sind vielschichtig und reichen Jahre zurück. Joby Warrick zeichnet in seinem packenden Buch „Schwarze Flaggen“ das Erstarken der Organisation nach. Und beleuchtet dabei die zweifelhafte Rolle der USA, die maßgeblich dazu beigetragen haben.

Quelle: Deutschlandfunk

Anmerkung Mark Smith: Naaa, wen wundert’s denn, wenn die Amis schon wieder die Finger mit im Spiel haben?! Ok, ich weiß nicht, ob das Buch etwas taugt, aber es würde mich nicht überraschen, wenn die USA auch hier nicht unbeteiligt bzw. unschuldig sind.


  • Michael Lüders über Irrtümer, Interessen & Liebe zum Orient – Jung & Naiv: Folge 312

Michael ist Politik- und Islamwissenschaftler, Publizist, Politik- und Wirtschaftsberater sowie Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft. Gemeinhin wird er gerne als Nahostexperte bezeichnet, worum es im Jung & Naiv-Gespräch auch geht: Was ist eigentlich ein „Nahostexperte“, wie wird man das? Michael erzählt von der Zeit vor dem Expertentum: Wie kam er darauf sich für die arabische und islamische Welt zu interessieren? Warum hat er u.a. in Damaskus studiert? Gibt es „arabische Werte“, wenn es „westliche Werte“ gibt? Sind westliche Militärintervention immer falsch? Hat Michael sich mal kolossal geirrt? Welche Standpunkte vertritt er heute nicht mehr? Außerdem: Was sind die deutschen Interessen weltweit?

Quelle: Youtube

Anmerkung Mark Smith: Thilo Jung im Gespräch mit dem Nahostexperten Michael Lüders. Lüders einmal anders als wir ihn sonst kennen, zumal er auch sehr viel Persönliches von sich preis gibt.


  • Täter: „Ich will Muslime töten“

Mit einem Lieferwagen fuhr ein Mann in London in eine Gruppe von Muslimen, als sie ein Gebetshaus verließen.

Quelle: heise.de

Anmerkung Mark Smith: Das ist ja in etwa so das Szenario, dass gewisse Nahostexperten vorausgesagt haben, dass es nämlich ein Ziel des islamistischen Terrorismus sei, die Bevölkerung gegeneinander aufzuhetzen im Sinne von: Hier mal ein islamistischer Terrorist der einen Anschlag verübt und dort wieder ein muslimhassender Terrorist, der Muslime attackiert.

Anmerkung Lucas Schoppe: Eine brutale Tat, die im Text nüchtern wiedergegeben wird. Die Kommentare aber zeigen ein beunruhigendes Stimmungsbild zwischen Bitterkeit, Zynismus und Verschwörungsfantasien.


  • Bin ich transweiblich, cross-gender oder inter*?

Kolumne: Grauzone. Das auf Selbstverwirklichung gepolte Individuum der Spätmoderne möchte keine Grenzen kennen. Am allerwenigsten so kontingente wie das Geschlecht.

Quelle: cicero.de

Anmerkung Mark Smith: Alexander Grau geht der Vielfalt der Geschlechter nach, um es mal neutral und vorsichtig auszudrücken, man könnte auch sagen, er möchte den Irrsinn verstehen bzw. erklären.


  • Was geschieht, wenn künstliche neuronale Netzwerke sich selbständig machen?

Mensch und Algorithmus

Überschreiten wir bald die Schwelle zum «Maschinozän»? Was aber wird, wenn Algorithmen und Meta-Algorithmen immer undurchschaubarer werden?

Quelle: nzz.ch

Anmerkung Mark Smith: Der nächste Irrsinn ist im Anmarsch – die künstliche Intelligenz, und ich befürchte, es könnte in diese Richtung gehen: „Ach, da kommt der Meister! Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister werd ich nun nicht los.


  • „Heute ist ein toller Tag….“

Kein Artikel, aber ein Facebook-Beitrag. Der Blogger Sascha Pallenberg hat sich gegen Verleumdungen gerichtlich gewehrt und war dabei erfolgreich: Zwei „Typen“, die von seinem Facebook-Account Bilder kopiert und ihn als „sexistisches Arschloch“ verleumdet hatten, müssen jetzt schon hohe Beträge zahlen, die Pallenberg an die Cap Anamur weiterreicht. Eine Frau, die „im Rahmen der re:publica abermals die grosse Verleumdungskiste aufgemacht hat“, muss die Vorwürfe unterlassen oder ebenfalls hohe Strafen zahlen.

Es handelt sich bei dieser Frau offenbar um Yasmina Banaszczuk, die Pallenberg schon seit Jahren als Sexisten zu verleumden versucht – auch hier im Blog gab es einen Artikel dazu. Es ist meines Wissens das erste mal, dass ein Mann mit einer Klage gegen Verleumdungen aus feministischer Richtung Erfolg hat. Pallenberg selbst schreibt, er habe „einen bunten Blumenstrauss an Bedrohungen, Verleumdungen und Diskreditierungen von ihr und ihrem Umfeld gesammelt.“ 

Quelle: Facebook

  • Antje Schrupp: Sexismus und Regen

Aus aktuellem Anlass geht der Goldene Luftballon dieser Woche an einen drei Jahre alten Text. Als Banaszczuk ihre Angriffe gegen Pallenberg startete, erhielt sie entschlossene Unterstützung von Antje Schrupp, Redakteurin von Evangelisches Frankfurt und eine der wichtigsten Feministinnen der Republik. Schrupps Schwarz-Weiß-Denken, in dem die Frau´unbesehen nur Opfer und der Mann unbesehen nur Täter sein kann, ist spätestens in dem Gerichtsverfahren blamiert, der Luftballon ist geplatzt. Schrupp selbst aber muss das nicht bekümmern, sie schrieb schon damals: „Wir können nämlich nicht eine sexistische Ordnung zu Hilfe rufen, um diese Ordnung zu bekämpfen. Denn diese Ordnung findet sich selbst ja gar nicht falsch, sondern richtig und normal. Wir wissen zwar, dass die Opfer nicht Schuld sind, und es ist auch wichtig, sich das immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Es nützt aber in der konkreten Situation nichts.“ Wer so denkt, hat sich immer schon prophylaktisch gegen jede nur mögliche Kritik immunisiert.

Quelle: Aus Liebe zur Freiheit

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6 Comments

  • Ich finde das Format eurer Blogposts unglücklich gewählt, da man nur den gesamten Artikel verlinken kann, aber keines der Themen innerhalb des Blogposts. Das macht es schwer, durch Verlinkung auf bestimmte Themen hinzuweisen.

  • Zum „Dämpfer für Durchmarsch der République en Marche“:

    Ich fand die Makroskop-Analyse auch sehr interessant, dort insb. den Hinweis „Ein weiterer Faktor für die katastrophale Wahlbeteiligung war auch die Skrupellosigkeit, mit der die mediale Dampfwalze Macron zur Lichtgestalt hochgejubelt hat.“ und das Zitat „[Postdemokratie bedeutet, daß] Teams professioneller PR-Experten die öffentliche Debatte während der Wahlkämpfe so stark kontrollieren, daß sie zu einem reinen Spektakel verkommt.“

    Diesen Trend haben wir schon seit langem, und in der Folge werden immer professionellere Propagandamethoden eingesetzt, von allen Parteien, die sich entsprechend Berater leisten können.

    In diesen Zusammenhang paßt ein aktueller Artikel der Tagesschau, in dem eine mir bis dato unbekannte Elisabeth Wehling den Begriffskrieg der SPD kritisiert. Frau Wehling scheint als Jungstar aufgebaut zu werden (der Tagesschau-Artikel liest sich fast wie eine Kandidatur als Medienberater der SPD), obwohl sie eigentlich nur auf alte Propagadamethoden hinweist, die schon Goebbels benutzt hat, das aber nicht als „Framing“ bezeichnete.

    Im Gegensatz zu Macron scheint der Begriffskrieg bei Schulz nicht zu funktionieren. Als Ursache postuliert Wehling, Schlagworte wie „soziale Gerechtigkeit“ seien zu abstrakt. Ist „République en Marche“ etwa konkreter?

    Ich habe ja schon früher gegen die Postfaktizität des Martin Schulz gewettert. Man kann spekulieren, daß eine Ursache für den Mißerfolg von Schulz ist, daß die Leute merken, daß er Probleme wie das GPG künstlich aufbauscht, und deshalb die Empörungsproduktion nicht funktioniert. Das ist aber Spekulation, so wirklich verstehe ich den unterschiedlichen Erfolg der i.w. gleichen Propagandatechniken nicht.

  • Zur Situation in London möchte ich dieses Buch wärmstens empfehlen: https://www.amazon.de/This-London-Life-Death-World/dp/1447276272/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1498461510&sr=8-1&keywords=judah+london

    Der Autor untersucht das leben der Migranten in London, wo nur noch 45% der Einwohner ethnische Briten sind; das Musterbeispiel für eine „multikluturelle“ Stadt. Das Fazit ist eher ernüchternd; die Gesellschaft ist aufgespalten in sich gegenseitig fremde Gruppen, die halbwegs miteinander zurechtkommen solange die wirtschaftliche Situation allen ein Auskommen ermöglicht. Aber es gibt keine Sympathie, keine Soildarität untereinander, man vertraut nur seinesgleichen. Die Romas sagen: Vorsicht vor den Schwarzen, die haben Messer dabei, und eh du dich versihst, hast du eines zwischen den Rippen. Die Schwarzen sagen: Vorsicht vor den Romas, die klauen dir das Essen vom Teller, ohne das du es merkst. Eine Lehrerin berichtet von Schülerinnen, die einenj zweiten Satz Kleidung mit in die Schule bringen und vor dem Unterricht den Hijab gegen einen kurzen Rock austauschen, und über 15jährige Schüler, die auf die Frage nach Zukunftsplänen antworten, dass sie viele Ungläubige töten möchten. Gleichzeitig steigt die Ungleichheit immer weiter an; seit der Grenzöffnung nach Osteuropa sind die Löhne auf dem Bau von 15 Pfund auf 7 pro Stunde gesunken. Es findet sich immer jemand, der für noch weniger Geld arbeitet.

    Alles in allem ein ziemlich deprimierende Blick auch in unsere Zukunft.

  • Zum Rubikon Artikel sollte man auch dazu sagen, dass es sich um ein Interview handelt. Also um die Meinung einer Person, die in Syrien als Helfer aktiv ist. Insofern ist „differenziert“ wohl eine nicht so sinnvolle Vokabel. Er schildert ja die Situation aus seiner erlebten Perspektive.

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