Sexismus

Till Eckert und der sexistische Vergleich John McEnroes gegenüber Serena Williams

Bild zeigt Serena Williams
geschrieben von: Mark Smith

Till Eckert hat wieder einmal Sexismus gegenüber Frauen „erschnüffelt“ und zwar bei der Tennislegende John McEnroe gegenüber der immer noch aktiven Weltklassen-Tennisspielerin Serena Williams. Schnüffeln als Analogie-Metapher dürfte zutreffend sein, weil man wirklich besondere Fähigkeiten haben muss, wie z.B. ein Trüffelschwein, um hinter der Aussage von McEnroe Sexismus zu sehen.

Ich habe mich bereits einmal mit Till Eckert auseinandergesetzt und wenn er so weiter macht, wird es wohl noch weitere Male sein. Ich vermute, dass er als Mann eine Erbschuld bei sich gegenüber Frauen ausgemacht hat und nun alles dafür tun muss, um diese abzutragen, damit er mit sich im Reinen ist.

Der Hase und der Igel

Der Titel  und der Teaser seines Artikels lauten wie folgt:

Serena Williams schmettert sexistischen Vergleich von Tennislegende ab

Die erfolgreichste Tennisspielerin der Geschichte hat bessere Dinge zu tun, als sich von John McEnroe einschüchtern zu lassen.

Also, schweres Geschütz wird hier aufgefahren. McEnroe hat sich nicht nur sexistisch geäußert, sondern zusätzlich wollte er Serena Williams auch noch einschüchtern. Frechheit! Aber was genau hat nun McEnroe gesagt? Ein bisschen verfremdet hat er folgendes gesagt:

Hase X sagt: „Igel XYZ ist der beste Igelsprinter der Geschichte, keine Frage. (…) Aber wenn er bei den Hasen laufen würde, wäre er die Nummer 700 der Welt.

Tia, ich vermute, diese Aussage dürfte in der Realität eine gewisse Richtigkeit besitzen, weil Hasen im Durchschnitt nun mal um einiges schneller sprinten können als die Igel.

Aber was hat nun John McEnroe genau gesagt? Schauen wir nach:

Serena Williams ist die beste Spielerin der Geschichte, keine Frage. Aber bei den Männern wäre sie bestenfalls die Nummer 700,

Beschreibung von Tatsachen = Sexismus

Wirklich schlümm! Aber was daran ist nun genau sexistisch und einschüchternd? Nehmen wir noch einmal die Verfremdung vom Hasen und dem Igel zu Hilfe: War die Aussage des Hasen gegenüber dem Igel sexistisch oder sogar igelfeindlich? Warum sollte sie? Es war eine deskriptive Aussage, also eine Aussage, die eine Tatsache beschreibt. Kann die Beschreibung von  Tatsachen bzw. Fakten sexistisch sein?

Um es kurz zu machen: Die Aussage von McEnroe gegenüber Serena Williams war selbstverständlich nicht sexistisch, da es sich um eine deskriptive Aussage handelt, die vermutlich sogar noch zutreffend ist und keine normative Aussage. Till Eckert und viele andere können offenbar nicht mehr zwischen einer deskriptiven und normativen Aussage unterscheiden, sodass die Beschreibung von Tatsachen bereits sexistisch ist. Auweia Till Eckert! Ist das der heutige Journalismus? Sollte dem so sein, so dürfte wohl folgender Aphorismus zutreffend sein: „Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.

Klar, kann man diskutieren, ob die Aussage geschickt war und was dahintersteckt. Aber ich vermute, McEnroe wollte ein bisschen Publicity für sein neues Buch kreieren, und da bietet es sich doch vorzüglich an, ein bisschen Polemik vom Stapel zu lassen, und die Medien springen auch schön konditioniert wie der pawlowsche Hund drauf an.

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25 Comments

  • Mit ein wenig Recherche hätten die Medien auch herausfinden können, dass es vor 20 Jahren tatsächlich einen entsprechenden Vergleichskampf mit Beteilgung von Serena Williams gegeben hat: http://www.spox.com/at/tennisnet/1401/Artikel/australian-open-als-karsten-braasch-die-williams-schwestern-vernaschte-38836.html
    Das Ergebnis bestätigt McEnroe und ist für jeden aktiven Tennisspieler keine Überraschung: Damen- und Herrentennis sind zwei komplett unterschiedliche Welten.

  • also ich bin ja selbst der größte hater von diesem Stümper Till Eckert, aber hier muss ich ihn ein bisschen in schutz nehmen. ich verwende den begriff „sexismus“ selber nur sehr ungerne, weil er mir viel zu unklar und politisiert ist (wie man ja an unserem bsp. hier hervorragend sieht.) aber gemessen an dem, wofür der begriff im allgemeinen verwendet wird, muss man sagen: auch deskriptive aussagen können „sexistisch“ (oder „rassistisch“ etc.. sein) und zwar genau dann, wenn die motivation der aussage die ist, dass man die person (oder die gruppe), über die diese aussage getroffen wird, ab- oder aufwerten will wegen dem geschlecht.

    Bsp: „Frauen können nicht logisch denken“ – ist eine deskriptive aussage oder? kann also nicht sexistisch sein? doch, denn sie ist so an den haaren herbei gezogen, dass hier die sexistische motivation der aussage klar ersichtlich ist. wie ist es nun bei der aussage von John McEnroe? ich kenne mich mit tennis nicht aus, aber seine aussage kommt mir sehr überspitzt und etwas gehässig vor. das als „sexismus“ zu interpretieren, ist durchaus naheliegend, aber muss schon ordentlich begründet werden. genau dabei hat till eckert selbstverständlich versagt. er geht einfach selbstverständlich davon aus, dass es sich hier um ganz fiesen einschüchternen sexismus handelt, weil ein mann einer frau vorgehalten hat, dass er besser ist als sie. seine interpretation ist deshalb aber nicht unbedingt falsch.

    • @Jonas

      Du hast recht! Vielleicht könnte man sagen: Deskriptive Aussagen, die der Wahrheit entsprechen, können nicht sexistisch sein, solche jedoch, die vollständiger Nonsens sind, können sexistisch sein.

    • Nein, man kann Till Eckert nicht in Schutz nehmen. Denn John McEnroe antwortet im Interview alles andere als abwertend, sexistisch, oder sonstwie negativ – im Gegenteil!

      Entweder hat Eckert das Interview nicht gelesen. Somit wäre er als Jounalist ungeeignet.

      Oder er hat es gelesen. Dann ist er bösartig.

      In beiden Fällen wäre er populistisch und sexistisch!
      Er stellt hier, bewusst oder aus Dummheit, einen Unschuldigen an den Pranger!

      Selbiges gilt auch für Lulu Garcia-Navarro, die das Interview mit John McEnroe geführt hat.
      Entweder hat sie zu ihren Fragen vorher nicht recherchiert, oder sie kannte die Antwort bereits!

      (Siehe Kommentar weiter unten – das Interview)

    • @Mark Smith „Vielleicht könnte man sagen…“

      Man könnte nicht nur, man muß sogar. Eine deskriptive Aussage enthält eine Faktenbehauptung und hat den Anspruch, eine korrekte Aussage über die Realität zu sein und muß empirisch überprüfbar oder zumindest plausibel begründbar sein (während eine normative Aussage einen Willen ausdrückt und z.B. im Imperativ steht oder die Form einer Vorschrit wie „XYZ .. soll sein“ hat; wenn dieser Wille erfolgreich war, kann man eine entsprechende, aber syntaktisch verschiedene deskriptive Aussage „XYZ .. ist der Fall“ aufstellen).

      Eine Aussage, die falsch oder nicht plausibel belegbar ist, ist eine Falschaussage (= unzutreffenende Faktenbehauptung), Lüge, Beleidigung o.ä., aber keine deskriptive Aussage.

      Nur eine falsche Aussage kann ein Sexismus sein, weil Hauptmerkmal sexistischer Aussagen ist, daß sie das Ansehen von einer über das Geschlecht definierten Gruppe durch eine ggf. implizite Falschaussage herabsetzen. („Alle Männer sind potentielle Vergewaltiger.“)

      McEnroe sagte: „Well because if she was in, if she played the men’s circuit she’d be like 700 in the world.“

      „Wenn sie bei den Männern spielen würde, wäre sie ca. auf Platz 700 auf der Weltrangliste“ ist wörtlich genommen eine spekulative Einschätzung bzw. Meinungsäußerung und nicht empirisch beweisbar, aber durchaus plausibel (zumal „ca. 700“ auch 500 bedeuten kann). Deshalb ist es auch als Aussage kein Sexismus.

      @Jonas „auch deskriptive aussagen können „sexistisch“ (oder „rassistisch“ etc.. sein) und zwar genau dann, wenn die motivation der aussage die ist, dass man die person (oder die gruppe), über die diese aussage getroffen wird, ab- oder aufwerten will wegen dem geschlecht.“

      Eine inkorrekte „aufwertende“ Faktenbehauptung wird i.a. nicht als Sexismus verstanden, andernfalls wären viele Frauenanbeter ziemliche Sexisten 😉

      Richtig ist mMn aber der Hinweis auf das performative Element: Das penetrante Wiederholen eine korrekten, aber ungünstigen Aussage oder das unangebrachte Erwähnen kann auch geeignet sein, das Ansehen von einer über das Geschlecht definierten Gruppe herabsetzen. Dann ist aber nicht die eigentliche Aussage sexistisch, sondern das Verhalten des Aussagenden.

      • „Eine inkorrekte „aufwertende“ Faktenbehauptung wird i.a. nicht als Sexismus verstanden, andernfalls wären viele Frauenanbeter ziemliche Sexisten 😉“

        ja sind sie ja auch. das ist ein grund, weshalb ich diesen begriff „sexismus“ sehr ungerne und vorsichig verwende; weil er gute verhaltensweisen politisiert und quasi kriminalisiert und der diskurs über „sexismus“ das geschlechterverhältnis zerstört.

        „ist wörtlich genommen eine spekulative Einschätzung bzw. Meinungsäußerung und nicht empirisch beweisbar, aber durchaus plausibel (zumal „ca. 700“ auch 500 bedeuten kann). Deshalb ist es auch als Aussage kein Sexismus.“

        naja, seh ich nicht ganz so. und das ist wieder das problem an diesem unsäglichen begriff „sexismus“: soll man erst bewerten können, ob etwas „sexistisch“ ist oder nicht, nachdem man bewertet hat, ob eine aussage plausibel ist oder nicht? das sind dann keineswegs klare kriterien.

  • Aus der von Chris Kurbjuhn genannten Quelle:

    2010 setzte Serena Williams dem Krieg der Geschlechter ein Ende. „Ich denke, dass Damen- und Herrentennis sehr verschieden sind. Männer sind einfach stärker als Frauen. Es ist so, als wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht. Ich hätte niemals eine Chance gegen einen Mann innerhalb der Top 100“, erklärte die US-Amerikanerin. 2013 kam Andy Murray allerdings mit dem Vorschlag, ein Match gegen Serena in Las Vegas zu spielen. „Er will gegen mich spielen? Ist er sicher? Ich glaube nicht, dass ich einen Punkt machen würde, aber das wäre ein Spaß. Wir können ein wenig Show bieten“, antwortete Williams auf die Offerte von Murray.

    Till Eckert zufolge stellt Serena Williams einen sexistischen Vergleich auf!

  • Tatsachen wie diese festzustellen ist also sexistisch im Sinne von frauenabwertend. Bei solchen Frauenfreunden braucht es wirklich keine Frauenfeinde mehr. Klar provoziert Mc Enroe gern ein bisschen. Eine souveräne Reaktion wäre es, dem schlicht zuzustimmen.
    Ich kenne Till Eckert nicht. Er ist aber wahrscheinlich einer, der auf der dritten Welle des Feminismus surft und sich als feministischer Musterknabe präsentiert.

  • Oha! Na ja, aber was meint Ihr, was passiert wäre, wenn Mc Enroe gesagt hätte, daß Männer nicht nur körperlich stärker, sondern auch schlauer als Frauen sind. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, daß nicht nur Eckert, sondern eine ganze Horde von Empörten weltweit DEN #Gigaaufkreisch! veranstaltet hätten.
    Das Dumme ist, die Leute, die für die Schachweltmeisterschaften zuständig sind ( sicherlich alles uralte weiße Heterotüpen aus Angrywhitemenistan ) sehen das offensichtlich so.
    Wie anders ist zu erklären, daß es spezielle Schachweltmeisterschaften nur für Frauen gibt.
    Der Deutschlandfunk zitiert die Spielerin Astrid Frey dazu:
    „Frauen spielten leider noch nicht auf dem gleichen Niveau wie die Männer, lautet eine weitere Aussage Freys. Das habe auch damit zu tun, dass viel weniger Frauen als Männer Schach spielten“.

    Und die relativiert netterweise selbst, kaum verhohlen:
    „Aber die Partien der Frauen sind mindestens genauso interessant. Und für den gemeinen Amateur-Spieler wahrscheinlich noch interessanter, weil sie deutlich verständlicher sind.“
    ( Den darin enthaltenen Widerspruch übersehen wir mal ganz locker, da er ja in einer „sozialen Gefälligkeit“ versteckt ist. Sinngemäß: „Wir spielen so, daß die doofen Amateure auch mal was mitkriegen“. 😉 )

    Ich denke, schon die erwiesen höhere Intelligenzbandbreite von Männern ( mehr Genies, aber auch mehr Deppen ) reicht eigentlich aus, um das „Sexismusmärchen“ gar nicht erst aufkommen zu lassen.
    http://www.deutschlandfunkkultur.de/schach-weltmeisterschaft-der-frauen-der-wettkampf-mensch.1008.de.html?dram:article_id=378622

    • […]sondern [dass Männer] auch schlauer als Frauen sind. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, daß nicht nur Eckert, sondern eine ganze Horde von Empörten weltweit DEN #Gigaaufkreisch! veranstaltet hätten.

      Und das zurecht.

      Männer haben höhere Intelligenzbandbreite != Männer sind schlauer. Du sagst es ja selbst, unter Männern gibt es mehr Genies aber auch mehr Deppen.
      Die Aussage „Männer sind schlauer“ ist in dieser Pauschalität falsch und (wegen der undifferenzierten Pauschalität) einer vernünftigen Diskussion nicht zuträglich.

      • Als „Generalpauschale“ ist die Aussage Blödsinn, unbenommen, v.dh. habe ich insofern unzulässig verkürzt.
        Da aber Deppen i.d.R. nicht an Schachweltmeisterschaften teilnehmen, macht der Spruch ( als „Schlagzeile“ zu einem Spitzensportinterview, Nebensatz Mc Enroe, oder so ) im speziellen Kontext Sinn.
        Nur darum ging es mir ( schwitz, ich sehe schon den Minishitstorm: „Fiete, radikaler Maskunazipatriarch erklärt Frauen für dämlich“, urgs … 😉 ) …

      • Ja, der Durchschnitt ist ungefähr gleich. Die größere Bandbreite heißt aber auch, daß es bei den Hochintelligenten mehr Männer gibt, ab einem gewissen Bereich (die oberen 3-4%) gibt es sogar nur Männer. In der Schweiz gibt es eine NGO für Hochintelligente, die sich auf ihrer Webseite mit dieser Frage beschäftigt. Die haben unter den Mitgliedern nämlich auch ca. 72% Männer.

  • Aus dem besagtem Interview:
    http://www.npr.org/2017/06/25/534149646/but-seriously-tennis-great-john-mcenroe-says-hes-seeking-inner-peace

    Garcia-Navarro: We’re talking about male players but there is of course wonderful female players. Let’s talk about Serena Williams. You say she is the best female player in the world in the book.

    McEnroe: Best female player ever — no question.

    Garcia-Navarro: Some wouldn’t qualify it, some would say she’s the best player in the world. Why qualify it?

    McEnroe: Oh! Uh, she’s not, you mean, the best player in the world, period?

    Garcia-Navarro: Yeah, the best tennis player in the world. You know, why say female player?

    McEnroe: Well because if she was in, if she played the men’s circuit she’d be like 700 in the world.

    Garcia-Navarro: You think so?

    McEnroe: Yeah. That doesn’t mean I don’t think Serena is an incredible player. I do, but the reality of what would happen would be I think something that perhaps it’d be a little higher, perhaps it’d be a little lower. And on a given day, Serena could beat some players. I believe because she’s so incredibly strong mentally that she could overcome some situations where players would choke ‚cause she’s been in it so many times, so many situations at Wimbledon, The U.S. Open, etc. But if she had to just play the circuit — the men’s circuit — that would be an entirely different story.

     
     
    McEnroe spricht hier alles andere als abwertend über Williams. Im Gegenteil, er spricht von ihr voller Bewunderung!

    Der Vergleich Frauen vs. Männer im Tennis kommt nicht von ihm, sondern von Lulu Garcia-Navarro. Sie lenkt das Interview wieder auf Genderniveau!
    Letztendlich sagt McEnroe darauf nichts anderes, als Williams bereits 2010 und 2013. (siehe Zitat in meinen obigen Kommentar). Und abermals spricht er voller Bewunderung über sie!

    McEnroe spricht weder schlecht über Williams, noch populistisch, noch wertet er irgendjemanden ab – das Gegenteil ist der Fall!

  • Die Betrachtung über die vorgeblich sexistische Bemerkung wird erst komplett, wenn beachtet, daß es eine langjährige Diskussion darüber gibt, dass es toootaaal sexistisch ist, dass die Eintrittspreise(?) und Siegerprämien beim Männer- und Frauentennis sich tatsächlich unterscheiden (unterschieden?). Wenn ich mich recht erinnere, spielen die Frauen auch weniger (kürzer) als die Männer.

    Interessant auch die Entgegnung der vermeintlich angegriffenen. Stimmt alles irgendwie nicht und ausserdem störst Du mich beim Schwangersein, Du Babymörder!

    http://www.spiegel.de/sport/sonst/tennis-serena-williams-kontert-die-kritik-von-john-mcenroe-a-1154579.html

  • Bsp: „Frauen können nicht logisch denken“ – ist eine deskriptive aussage oder? kann also nicht sexistisch sein? doch, denn sie ist so an den haaren herbei gezogen, dass hier die sexistische motivation der aussage klar ersichtlich ist.

    Nein, ist es natürlich nicht – und dementsprechend hast du auch nicht recht!
    „Frauen können nicht logisch denken.“ ist eine unwahre Tatsachenbehauptung und damit eben keine deskriptive Aussage.
    Man könnte sich jetzt darüber streiten, inwiefern die Behauptung, eine Frau sei unter Männern nur auf Platz 700 in der Weltrangliste, unwahr ist.

    Fakt ist aber, dass Mädchen und Frauen im Durchschnitt körperlich weniger leistungsfähig sind wie Jungen und Männer. Deshalb werden Mädchen und Frauen ja schon seit Jahrzehnten bspw. im Sport bevorzugt (leichtere Sportgeräte wie Kugel, Ball oder Diskus).

    • @Mario

      „„Frauen können nicht logisch denken.“ ist eine unwahre Tatsachenbehauptung und damit eben keine deskriptive Aussage.“

      der satz ist sowohl eine deskripive aussage, als auch eine unwahre tatsachenbehauptung. übersetze „deskriptiv“ ins deutsche: es heißt „beschreibend“. eine deskr. aussage will also dinge (tatsachen) beschreiben. ob sie dabei daneben liegt oder nicht ist egal.

  • Jonas schrieb:
    „ich kenne mich mit tennis nicht aus, “

    Ich schon. Ich war zwar nicht live dabei, als Karsten Braasch gegen (IIRC jede der) William-Schwestern einen Satz gespielt hat, habe die entsprechenden Meldungen aber in der Presse verfolgt. Ich erinnere mich noch genau, dass wir damals die kolportierte Tatsache, dass er wohl während des Satzes gegen Serena noch zwei Zigaretten geraucht und ein Weizenbier getrunken hat, im Club feixend kommentiert haben ;-).

    “ aber seine aussage kommt mir sehr überspitzt und etwas gehässig vor. “

    Da Du Dich lt. eigener Aussage im Tennis nicht auskennst, sei Dir diese eklatante Fehlbewertung von McEnroes wohlfundierter Einschätzung nachgesehen.

    “ das als „sexismus“ zu interpretieren, ist durchaus naheliegend, “

    Allerhöchstens, wenn man wirklich keinen auch nur blassen Schimmer vom ‚weißen Sport‘ hat. UND gleichzeitig überall ‚Sexismus‘ wittern muß, wenn über Unterschiede, gar Leistungsunterschiede (igitt! LEISTUNG…. schauder!) zwischen Männern und Frauen berichtet wird und die Frauen dabei schlechter wegkommen (!!! letzter Teilsatz ist elementar, da es andersherum regelmäßig begrüßt wird, wenn wieder mal eine Eigenschaft oder Tätigkeit gefunden ist, bei der Frauen besser sind als Männer).

    „aber muss schon ordentlich begründet werden.“

    Diese Beweisführung ist leider unmöglich, da die Sachlage nach dem ‚Match‘ von Braasch und dem von den Williams-Schwestern ausgeschlagenen Angebot eines Re-Matches, wenn Braasch auf ATP-Rang 200 ist (er war damals im Sinkflug) eindeutig ist.

    • @CountZero
      ok, wenn das so ist, bin ich überzeugt. aber ich hätte echt nicht gedacht, dass beim tennis die leistungsunterschiede zwischen den geschlechtern so gigantisch sind. ich könnte mir gut vorstellen, dass das zum großen teil auch daran liegt, dass es viel mehr männliche profis gibt (und daher das niveau allgemein höher liegt). ist da was dran? und ist das bei anderen sportarten ähnlich?

      • @Jonas
        „aber ich hätte echt nicht gedacht, dass beim tennis die leistungsunterschiede zwischen den geschlechtern so gigantisch sind. ich könnte mir gut vorstellen, dass das zum großen teil auch daran liegt, dass es viel mehr männliche profis gibt (und daher das niveau allgemein höher liegt). ist da was dran? „

        Dass es deutlich mehr männliche Profis gibt, spielt sicherlich auch eine Rolle, aber der Hauptgrund ein anderer: Eine Begegnung zwischen zwei Spielern wird im Tennis durch den Gewinn von 2 oder 3 (nur Herren!) Sätzen entschieden. Jeder Satz erfordert wiederum den Gewinn von mindestens 6 Spielen. Jedes Spiel erfordert mindestens 4 gewonnene Punkte. Dadurch addieren sich tatsächlich kleinste Unterschiede in der Spielstärke zwischen den Spielern zu deutlichen Unterschieden im Gesamtergebnis.

        Unabhängig davon sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern im Tennis tatsächlich sehr deutlich. Tennis ist auch heute noch ein „Genetleman“-Sport, d.h. wenn eine Dame einen Herren bittet mit ihr Tennis zu spielen, so wird üblicherweise der Herr nicht in gleicher Weise spielen, wie er gegen einen männlichen Spieler spielen würde. Man spielt dann halt mit „angezogener Handbremse“, was vielleicht so manchen Unbeteiligten (und mitunter auch die Spielerin selber) dazu verleiten kann zu glauben, dass die Frauen tatsächlich mit den Herren mithalten können.

  • Zu den Preisgeldern im Tennis und dem Gendergap habe ich mir einmal die Daten von den Australian Open 2017 angesehen. Dies ist das letzte große Turnier (Grand Slam) an dem Serena Williams teilgenommen hatte, im Moment ist sie ja schwanger und kann deshalb nicht spielen. Sie hatte für ihren Turniersieg das nicht gerade kleine Preisgeld von 3.700.000 A$, als fast 4 Mio Australische Dollar bekommen. Dafür spielte sie insgesamt 8 Stunden und 58 Minuten, mit zusammen 14 Sätzen und 128 Spielen, sowie 812 ausgespielten Punkten.

    Bei den Herren hat der Schweizer Roger Federer den Titel gewonnen. Er hat das gleiche Preisgeld bekommen wie Serena Williams (3.700.000 A$). Allerdings musste er dafür etwas mehr tun: Er spielte 17 Stunden und 14 Minuten über zusammen 28 Sätze und 266 Spielen und hat 1634 Punkte ausgespielt.

    Wie man sehr leicht erkennen kann gibt es hier einen erheblichen Unterschied zu Lasten der Herren, in diesem Fall der doppelte Aufwand. Der Hauptgrund ist, dass die Damen lediglich zwei Sätze pro Match gewinnen müssen, die Herren aber drei, also mindestens (!) 50% mehr leisten müssen als die Damen.

    Auch aus der Sicht der Veranstallter erwirtschaften die Herren wesentlich mehr, den die Doppelte Zeit bedeutet auch doppelt Zeit im Fernsehen und auch doppelte Zeit für die Zuschauer im Stadion und über die längerer Zeit wird ja auch mehr Gewinn mit Werbung etc. gemacht. Das heist das Preisgeld der Damen wird durch die Herren subventioniert.

    Die Daten findet man übrigends im Web unter 2017.ausopen.com jeweil unter IBM SLAMTRACKER.

    • Die Männer spielen best of five (drei Gewinnsätze) und die Frauen best of three (zwei Gewinnsätze).

      Tatsache ist, und das halte ich für wichtiger, dass die Männer;

      – grösseres Interesse wecken und damit mehr Werbegelder generieren
      – sie leistungsmässig den Frauen klar überlegen sind

      Würde nach rein marktwirtschaftlichen Kriterien operiert, dann wären die preisgelder für Frauen wesentlich tiefer und diejenigen für Männer höher. Männer subventionieren die Frauen im Tennis quer (und nicht nur da).

  • In Ergänzung zu Kibo und Pjotr:

    Im allgemeinen und für mich persönlich ist Herrentennis (auf Weltklasseniveau) attraktiver zum Anschauen, weil:

    (1) Wenn man mal Weltklassematches Live auf dem Platz gesehen hat anstelle von im Fernsehen, fällt direkt das deutlich höhere Tempo und die Athletik der Herren ggüb. den Damen auf. Im Fernsehen kommt das seltsamerweise überhaupt nicht ‚rüber. Das hat zeitweise dazu geführt, dass auf schnellen Belägen (Gras et al.) die Aufschlagsspezialisten dominiert haben und gar keine Ballwechsel mehr zustande kamen. Vor einiger Zeit (20J?) hat man dann auch in Wimbledon den Rasen deutlich verlangsamt, so dass sich das Zuschauen wieder lohnt. Ich selbst schaue aber praktisch ausschließlich Sandplatztennis an ;-).
    (2) Herrentennis hat eine höhere Leistungsdichte als Damentennis, wohl, weil mehr Männer Tennisprofi sind oder werden wollen als Frauen. Höhere Leistungsdichte macht die Matches spannender, weil niedriger auf der Weltrangliste platzierte Spieler an einem guten Tag eher mal gegen einen Top-10-Spieler gewinnen. Das passiert zwar auch im Damentennis, trotzdem sind in den Grand-Slams in der Regel die hoch gesetzten Spielerinnen auch im Viertelfinale. Und wenn tatsächlich mal eine >Platz 30-Dame ins Endspiel kommt, wird sie dort von Serena 1 und 0 in einer knappen Stunde verfrühstückt. Dafür gebe ich kein Geld aus.
    (3) Drei Gewinnsätze (‚best-of-five‘) werden bei Herren eigentlich nur bei den vier Grand-Slam-Turnieren gespielt, dh. gerade bei denen, bei denen die Feministinnen die Veranstalter in eine Gleichbezahlung beschämt haben. Aber bei fünf hart umkämpften Sätzen (s. Leistungsdichte) bekommt man einfach mehr für den Eintritt. Gerade im Moment hat der ungesetzte Israeli Dudi Sela den an 23 gesetzten John Isner in fünf knappen Sätzen geschlagen und Ernest Gulbis (ATP # > 500) liegt gegen Del Potro zwei Sätze vorn.

    Eine Ausnahme bezüglich Kartenverkäufen und Werbeeinnahmen waren die Matches von Anna Kurnikova. Da gings natürlich weniger um sportliche Top-Leistung (Kurnikova hat NIE ein WTA-Turnier gewonnen. Keins. Nie.). Frage mich durchaus, ob sie höhere Antrittsprämien bekommen hat als andere Spielerinnen… 😉

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