Geschlechterdebatte Geschlechterquote Satire

Was wäre, wenn…Von Koffein-Vätern und Equal Spending Days

geschrieben von: Lucas Schoppe

Wie mich einmal ein Männerbeauftragter zu einer kleinen Sommerserie inspirierte

Es ist noch gar nicht lange her, dass ich über Geschlechterpolitik so dachte wie die meisten Männer aus maßvoll linken Milieus. Da ich selbstverständlich für Gleichberechtigung und Emanzipation bin, war ich grundsätzlich wohlwollend gegenüber feministischen Ideen. Ich vermied es aber, mich mit Positionen auseinanderzusetzen, die ich insgeheim überzogen, einseitig oder einfach etwas verrückt fand.

Ich habe hier im Blog ja schon öfter davon erzählt, dass sich das erst änderte, als ich merkte, wie rechtlos ich als nichtverheirateter Trennungsvater war. Das hatte ich mir vorher nie vorstellen können, weil es ja ganz offensichtlich Grundrechte und auch selbstverständliche Menschenrechte verletzte – was aber erst spät die zuständigen Gerichte feststellten.

Im Gedächtnis ist mir auch die Erfahrung geblieben, wie allein ich damit dastand. Als ich daher in den Väteraufbruch für Kinder eintrat, lernte ich Väter kennen, die mürbe waren nach jahrelangen Bemühungen, ihre Kinder wenigstens einmal wieder zu sehen. Ich las dann auch, dass solche Väter, wie ich, von einschlägigen Publikationen der Grünen und der SPD als rechtsradikal hingestellt wurden – weil ein Engagement für die Rechte von Kindern und Vätern antifeministisch sei.

So hatten mich die Verrücktheiten der Geschlechterpolitik, die ich lange gemieden hatte, eingeholt. Mittlerweile überraschen sie mich aber wenigstens nicht mehr.

Neulich beispielsweise las ich darüber, dass einige Männer planen würden, in der FDP eine Gruppe liberaler Männer zu gründen. Die Reaktion war schnell: Heide Oestreich behauptete in der taz sogleich, dass „die Parteispitze nicht begeistert“ sei  und schob am nächsten Tag noch einen Kommentar über den „FDP-Treppenwitz“  nach – Julia Korbik entdeckte in der SPD-Parteizeitschrift vorwärts Männerrechtler als gesellschaftliches Problem“  – Teresa Bücker schrieb für die Edition F. den liberalen Männern sogleich „haarsträubende Ansätze“ zu, die nach „Verschwörungstheorie“ klängen.

Tatsächlich: Es geht nicht einmal um die Gründung, sondern um die allgemeine Absicht zur Gründung einer solchen Gruppe – in einer der kleineren deutschen Parteien, die zur Zeit nicht einmal im Bundestag sitzt – und trotzdem sind die Reaktionen sofort scharf, aufgeregt und einseitig.

Korbich zitiert den ehemaligen Schweizer Männerbeauftragten Matthias Theunert, der missbilligend, aber auch verfälschend Männerpolitik so beschreibt:

Man wähle ein beliebiges, in Ziffern fassbares Merkmal und brandmarke den Unterschied zwischen den Geschlechtern als gewollte Benachteiligung und Diskriminierung von Männern.“

Da dachte ich mir dann: Das mache ich mal. Tut ja sonst keiner, was immer auch Korbick und Theunert so erzählen. Ich überlegte mir also: Was wäre denn, wenn wir in einer Gesellschaft leben würden, in der Männerpolitik tatsächlich auf dieselbe Weise betrieben würde wie Frauenpolitik?

Könnte vielleicht auf diese Weise deutlich werden, dass die Fixierung auf Geschlechterfragen von anderen sozialen Fragen ablenkt, die für die meisten Menschen – Männer und Frauen – deutlich wichtiger sind? Könnte vielleicht auch deutlich werden, dass es auch dort, wo Geschlechterpolitik sinnvoll ist, zu nichts führt, wenn die Geschlechter sauber in Herrscher und Unterdrückte aufgeteilt werden?

Ich mache mit dem folgenden Text also ein Experiment. Grundsätzlich übernehme ich alle Daten aus unserer sozialen Realität, interpretiere sie aber konsequent anders als gewohnt, suche überall nach Benachteiligungen von Männern und Jungen, nicht von Frauen und Mädchen. Dort, wo das keinen Sinn hat, kehre ich die Daten spiegelbildlich um – ich mache aus den schulischen Nachteilen von Jungen schulische Nachteile von Mädchen, aus der Plan-Kampagne „Keine Gewalt gegen Mädchen“ eine gegen Gewalt gegen Jungen, aus Frauenhäusern Männerhäuser. Bezüge zu unserer sozialen Realität sind immer über Links nachvollziehbar.

Der Text ist eigentlich kein Blog-Artikel, eher eine kleine Erzählung aus einer Welt, die ganz genau so ist wie unsere – nur ein wenig spiegelverkehrt. Ich veröffentliche ihn als kleine Sommerserie in drei Teilen.

Sie wirken so glücklich. Nur der geschlechterpolitisch geübte Betrachter sieht sofort, von welchen tiefen Machtstrukturen dieses Bild durchzogen ist….

Ein Ergebnis nehme ich schon einmal vorweg: Ein konsequenter Maskulismus wäre genau so bescheuert, wie es ein konsequenter Feminismus ist. Daten selektiv auszuwählen, sie konsequent einseitig zu interpretieren, mit Geschlechterressentiments zu vermengen, Empathie gegenüber Menschen mit der falschen Geschlechtszugehörigkeit zu verweigern – das ist verrückt, ganz gleich, welches Geschlecht betroffen ist. Manche Aspekte in dem folgenden Text  finde ich dabei sogar durchaus bedenkenswert – insgesamt entsteht aber der Eindruck eines fortlaufenden Irrsinns. Auch das aber ist ein Spiegel realer Diskussionen.

Da der Text nämlich durchgehend, auch in Details, auf unsere gegenwärtige soziale Realität bezogen bleibt, ist dieser Eindruck weder zufällig noch beabsichtigt, sondern einfach unvermeidbar – um einmal Henrike Böll zu zitieren, die einmal die wichtigste deutsche Schriftstellerin war und lange Zeit als Gewissen der Nation galt.

 

Keine Gewalt gegen Jungen! (Und was ist mit den Mädchen?)

Die riesigen Plakate sind unübersehbar, und oft hängen gleich drei, vier von ihnen direkt nebeneinander. Ein Junge ist darauf zu sehen, der eine traditionelle südamerikanische Kleidung trägt und der freundlich lächelnd direkt in die Kameras schaut. „Gewalt gegen Jungen“, steht in großen Buchstaben über ihm – und der Begriff „Gewalt“ ist mit zwei dicken Pinselstrichen durchgestrichen.

Die Plakate gehören zu einer Kampagne des Jungenhilfswerks „PLAN-International“. „Gewalt gegen Jungen stoppen“.   PLAN will „Jungen helfen und Projekte für Jungen fördern“ und ruft auf: „Jungenpatenschaft: Werden sie Pate eines Jungen!“ 

Ab und zu erhält das Hilfswerk auch Kritik. Warum kritisiere es lediglich „Gewalt gegen Jungen“ – warum nicht allgemein „Gewalt gegen Kinder“? Schließlich würden sowohl Mädchen wie Jungen weltweit unter Gewalt leiden. Es wäre –  so einige Kritiker – zynisch, vom sicheren Westen aus leidende Kinder zu selektieren in diejenigen, die Anspruch auf Hilfe haben, und diejenigen, die der Hilfe nicht Wert seien.

Zum Glück gibt es viele Prominente, die sich für die Verhinderung von Gewalt gegen Jungen einsetzen. Warum Gewalt gegen Mädchen weniger schlimm ist, verraten sie nicht. Warum auch?

Die großen Plakate, die sich ausdrücklich und ausschließlich gegen Jungengewalt richten, würden zudem auch in Deutschland den Gedenken nahelegen, dass Gewalt gegen Mädchen weniger schlimm sei als die gegen Jungen: Was werde beispielsweise Kindern für ein Bild vermittelt, wenn sie solche Plakate sehen?

PLAN erhält trotzdem weiter viele Gelder und zählt offenbar auf Menschen, die lieber für einen Jungen als für ein Mädchen spenden. So hat das Hilfswerk es auch gar nicht nötig, auf Kritik ernsthaft zu reagieren. Es wird weiterhin von vielen Prominenten unterstützt, unter anderem von Ulrike Wickert, der noch immer beliebten ehemaligen Tagesthemen-Moderatorin, von der legendären Rocksängerin Undine Lindenberg und natürlich von Manuel Schwesig, der lange Familien- und Männerminister war und der heute Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern ist.

 

Der Familienminister begeht den Equal Spending Day

Sonntag, der 28. August 2016. Manuel Schwesig, damals noch Familienminister, eröffnet die Equal Spending Day-Kampagne des Jahres. Da Frauen nach internationalen Untersuchungen 83% der Konsumausgaben tätigen (Gender Spending Gap),  ist dieser Tag in jedem Jahr Anlass für Politik und Leitmedien, auf weiterhin bestehende Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern hinzuweisen. „Bis heute haben Männer noch nichts ausgegeben“, titelt zum Beispiel die Zeit

Schwesig betont, dass die Ungleichheit in den Chancen zu Konsumentscheidungen keinen Platz in einem modernen Geschlechterbild habe:

Chancengleichheit ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern stärkt die Zukunftsfähigkeit Deutschlands“ 

Einige Kritikerinnen bezweifeln die Zahlen und werfen dem Familienminister eine selektive Auswahl von Daten vor, die zudem fragwürdig seien – 83% aller Kaufentscheidungen würde schließlich noch nicht 83% der Geldausgaben bedeuten. Vor allem würden Frauen das Geld doch schließlich nicht für sich allein ausgeben – ihr größerer Anteil an den Konsumentscheidungen zeige lediglich, dass sie zum größten Teil die unbezahlte Arbeit für die Familien übernehmen.

Wir würden, so die Kritikerinnen, ja auch nicht von einem „Gender Pay Gap“ o.ä. sprechen, nur weil Männer im Schnitt mehr Geld erarbeiten als Frauen. Es sei schließlich Konsens, dass Männer eben deshalb mehr verdienten, weil sie in höherem Maße als Frauen Verantwortung für die finanzielle Reproduktion der Familie übernehmen. Dann müsse aber eben auch Frauen zugebilligt werden, dass  sie ebenfalls einen Teil der familiären Verantwortung übernähmen.

Schwesig muss auf solche offenkundig unsachliche Kritik nicht reagieren, und wenn er es doch tut, dann wendet er die Argumente der Kritikerinnen elegant gegen sie selbst: Es sei ja eben ein unerträglicher gesellschaftlicher Skandal, dass Männer zwar den Löwenanteil der Einkommen erarbeiten, aber nur den deutlich geringeren Teil der Kaufentscheidungen treffen könnten.

Einigen Maskulisten geht auch das noch nicht weit genug. Sie fordern die Einführung eines „Equal Die Day“, der dann am 9. Dezember begangen werden sollte. Da Männer durchschnittlich 78,2 Jahre, Frauen aber 83,1 Jahre leben, wären auf das Jahr umgerechnet ab dem 9. Dezember nur noch Frauen am Leben. Der Gleichstellungsauftrag des Grundgesetzes, so diese Maskulisten, dürfe schließlich nicht ausgerechnet dort ignoriert werden, wo es um Leben und Tod ginge.

 

„Die Quote wirkt.“

Als seinen größten Erfolg der ablaufenden Legislaturperiode sieht Schwesig die Frauenquote an: „Die Quote wirkt.“ Im Mai 2015 war das Gesetz zur gleichverpflichtenden Teilnahme von Männern und Frauen an der Erwerbsarbeit in Kraft getreten. Gesundheitsgefährdende, schwierige, auch erniedrigende Berufe, die seit jeher weitgehend von Männern erledigt wurden, müssen nun „einen Frauenanteil von 30 Prozent erreichen“:  In der Müllabfuhr, bei Stahlkochern, im Straßenbau, auf Großbaustellen, aber auch in den Auslandseinsätzen der Bundeswehr müssen Unternehmen und Institutionen Arbeitslätze ganz unbesetzt lassen, wenn die Frauenquote verfehlt wird. Auch eine Mindest-Frauen-Quote bei Obdachlosen wurde durch das Ministerium geprüft, scheiterte aber an rechtlichen Bedenken seitens des Koalitionspartners – die Schwesig bis heute für vorgeschoben hält.

Die Aufstiegsmöglichkeiten von Frauen zu begehrten Posten jedoch, in Aufsichtsräten oder auf Professuren, wird nun automatisch begrenzt, wenn die Quote in den ausgewiesenen Berufen verfehlt wird.

Kritikerinnen werfen an diesem Punkt ein, dass es nicht legitim sei, für das abstrakte Ideal einer Gleichstellung einzelne Menschen ungerecht zu behandeln. Außerdem sei es offensichtlich, dass die Quote lediglich einer kleinen, ohnehin schon privilegierten Gruppe von Männern helfe, denen weibliche Konkurrenz um Professuren oder Aufsichtsratposten aus dem Weg geräumt werde. Sie sei also eine Klientelpolitik, die dem größten Teil der Männer überhaupt nicht helfe.

Verhaltener ist die Kritik in Schwesigs Partei, der SPD, auch wenn dort leise murrend viele nicht recht verstehen, warum angesichts der vielen dramatischen sozialen Ungerechtigkeiten unserer Zeit ausgerechnet die Gleichstellung der Geschlechter eine solch hervorragende Bedeutung für ihre Parteiführung hat.

 

„Die Koffein-Väter sind ein Gefahr für die Gleichstellung.“

Einige Probleme der Gleichstellungspolitik ergeben sich unglücklicherweise aus dem Verhalten von Männern selbst. Dr. Bjarne Stiegler, bis 2011 Leiter des Arbeitskreises Männer- und Geschlechterforschung bei der sozialdemokratischen Friedrich-Ebert-Stiftung, kritisiert im Spiegel die sogenannten „Koffein-Väter“ – Männer, die zur finanziellen Versorgung ihrer Familien viele Überstunden machen und die ihren Arbeitstag angeblich nur mit Unmengen an Koffein überstehen:

Bestimmte Rollenkonstellationen wie die berühmten Koffein-Väter sind schon eine Gefahr für die Gleichstellung. Sie machen dieselbe klassische Arbeitsteilung wie ihre Väter, sagen aber, sie hätten sich das selbst ausgesucht. Das würde ich als Rollback bezeichnen, wenn Männer dies als Selbstbestimmung definieren, anstatt auf die Strukturen zu gucken, die dazu führen.“

Überstunden von Männern und Frauen Quelle (S. 14)

Maskulisten wie Stiegler sehen sich von Kritikern, die an alten Rollenkonzepten hängen, bisweilen mit dem Vorwurf konfrontiert, sie würden Männern die persönliche Entscheidung über ihr Leben streitig machen. Der wichtige amerikanische Maskulist Jess Valenti stellt daher klar: 

Im Maskulismus geht es um die kollektive Befreiung von Männern als sozialer Klasse. Es geht nicht um persönliche Entscheidungsfreiheit.“

 

Der Familienminister läuft einen Marathon und spendiert den Frauen ein Bundesforum

Schwesigs Nachfolger Karl Barley kommentiert im ZDF-Morgenmagazin das Verfehlen der Frauenquote in einigen Berufsfeldern mit der Bemerkung, dass Gleichstellung eben ein „Marathonlauf, kein Sprint“ sei.  Dass nach Schwesig mit Barley erneut – wie immer in den vergangenen Jahrzehnten – ein Mann Familienminister geworden ist, wird weithin selbstverständlich akzeptiert. Schließlich würden Männer allein schon durch ihr größeres Engagement in der Erwerbsarbeit  die wesentliche Verantwortung für die Versorgung von Familien übernehmen.

Nur vereinzelt erscheint in Blogs oder Kommentarspalten des Netzes einmal die Kritik daran, dass ausgerechnet im Familienministerium – Ministerium für Familien, Senioren, Männer und Jugend – Frauen weitgehend ausgeblendet seien. Schließlich, so die Kritikerinnen, sei der Bereich der Familie für die meisten Menschen, auch für Frauen, essentiell – da sei es ungünstig, etwa die Hälfte der Bevölkerung einfach auszublenden.

Nach Jahren schließlich reagierte das Ministerium auf eine solche Klage mit der Gründung des Bundesforum Frauen,  in dem auch Problemlagen von Frauen aufgegriffen werden können. Die Mitglieder sind sich jedoch einig, dass dies sinnvoll nur im Rahmen einer emanzipatorischen maskulistischen Politik geschehen kann. Schließlich würde es auch Frauen selbst schaden, wenn traditionelle Weiblichkeitskonzepte – die Frau als Wesen, dass durch den Mann zu schützen und zu versorgen sei – reproduziert würden.

 

Warum Jungen nicht Piraten spielen und Filme einen Test bestehen sollten

Ein Kern der fortschrittlichen maskulistischen Gesellschaftskritik ist daher die Auseinandersetzung mit medialen Repräsentationen der Geschlechter. Die Gruppe Pinkstinks beispielsweise greift Firmen an, die in ihrer Werbung, ihren Produkten oder gar in Spielzeugen traditionelle Geschlechterrollen reproduzieren. Wenn Mädchen sich mit Prinzessinnen identifizierten, Jungen aber mit  Piraten, Cowboys oder Soldaten, dann würde damit schon Kindern vermittelt: Mädchen hätten ein Recht darauf, von anderen bedient zu werden, Jungen aber müssten sich ihr Recht auf eine Existenz immer erst verdienen, womöglich gar auf lebensgefährliche Weise.

Typisch: Die Männer bemühen sich, die Frau im Mittelpunkt bleibt ungerührt. Ein Bild aus düsteren vor-emanzipatorischen Zeiten (His Girl Friday, 1940)

Auch die Darstellung der Geschlechter in Filmen wird von Maskulisten analysiert. Berühmt ist der sogenannte „Bechdel-Test“, der aus einem Comic des Zeichners Alex Bechdel stammt. Die deutsche Wikipedia erläutert den Text so:

Der Bechdel-Tests besteht aus drei einfachen Fragen. Wird zumindest eine von ihnen positiv beantwortet, hat der Film den Test bestanden.

Leistet ein Mann etwas ganz für sich selbst, ohne dass er damit eine Frau versorgen, beschützen oder umwerben würde?

Riskiert eine Frau ihr Leben oder ihre Gesundheit, um einen Mann zu schützen oder ihm zu helfen?

Ist ein Mann für eine Frau um seiner selbst Willen attraktiv, ohne dass er dafür einen gehobenen sozialen Status aufbauen oder etwas Außergewöhnliches leisten müsste?“

Dass heute kaum ein Film diesen Test besteht, wird allgemein als Ausdruck nach wie vor bestehender sexistischer Strukturen gedeutet. Besonders beunruhigend ist, dass kein Film bekannt ist, mit dem alle drei Fragen positiv beantwortet werden könnten.

 

Im nächsten Teil dieser Serie werfen wir einen Blick zurück auf die Geschichte von Gleichberechtigung, Emanzipation und Maskulismus – lernen wichtige Maskulisten wie de Beauvoir, Schwarzer und Butler kennen – beschäftigen uns mit häuslicher Gewalt und der sogenannten „Mädchenkrise“ an den Schulen – und stellen zudem wichtige Frauenforscherinnen wie Kimmel und Connell vor.

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6 Comments

  • Zum „Bechdel-Test“ wuerde ich einen eigenen Artikel schreiben. Mir scheint dies eine sehr effektive Waffe: Jungens blabla (wer kann das „beweisen“) … Vaeter blabla (gilt nur, wenn der Mann schon *direkte* Erfahrungen hatte, sonst wird’s beiseite gewischt) etc — aber die Leute gucken Filme, und die perverse Maennerdarstellung (Maennerzurichtung) im Film kann jeder und jede sofort sehen. Hatte bisher meine groessten Propagandaerfolge mit dieser Waffe.

    Ich konzentriere mich typischerweise auf den Massenmord an Maennern, der ueberhaupt nicht mehr bemerkt wird. Wenn mal ein Weibchen irgendwo umkommt (boes oder gut, egal), ist dies immer eine grosse Sache, aber Maenner (und heutzutage wohl insbesondere weisse Maenner — sollte man untersuchen!), und wichtig hierbei ist die klare Kennzeichnung als maennliche Wesen durch Muskeln (z.B. Zeichentrickfilm), oder, sehr haeufig, als (reine) Funktionstraeger (Polizisten oder allgemein Arbeiter), kann man in Filmen ab 12 massenweise abschlachten, ohne das es auffaellt (Fragen stellen nach dem Film!).

    Das Thema, wie im Artikel angerissen, ist z.B. fundamental fuer „The Mummy“: Dem Hauptdarsteller gelingt es in der Tat, gegenueber der „Mumie“ sich nicht unterzuorden, sondern ein funktional-rationales Verhaeltnis zum Weibe darzustellen, aber dafuer muss die Maenner-Karte umso wuetender gegenueber der weiblichen Hauptfigur ausgespielt werden (ziemlich krass, welchen enormen Einsatz der Film macht, um zu zeigen, dass der Mann sich am Ende doch dem Weibe unterordnet, nichts ist ohne seine Leistung; waehrend das was von der „Mumie“ gezeigt wird, praktisch genau das ist, was auch im Trailer gezeigt wird, das war’s).

  • […] Dafür ein Beispiel, das nur scheinbar nebensächlich ist. Als sich die Gruppe der „Liberalen Männer in der FDP“ gründete, war sie zurückhaltend dabei, das Kurzprogramm gleich zu veröffentlichen. Die Brüderle-Erfahrungen des vergangenen Wahlkampfes hatten ja deutlich gemacht, wie leicht und wirkungsvoll eine ganze Partei als „frauenfeindlich“ etikettiert werden kann, ohne dass die solcherart Empörten die Mühe machen würden, sich die Situation näher anzuschauen. Es wäre also durchaus möglich gewesen, kein Risiko einzugehen und mit der Veröffentlichung des Kurzprogramms bis nach der Wahl zu warten. Schließlich hatten Zeitungen wie die taz oder die SPD-Parteizeitung Vorwärts schon auf die bloße Ankündigung der Gruppengründung scharf reagiert und schienen nur darauf zu warten, der FDP damit im Wahlkampf Schwierigkeiten zu machen. […]

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