man tau-Wochenshow

Die man tau-Wochenshow vom 09. Juli 2017

geschrieben von: Mark Smith

Nachfolgend findet Ihr eine Presseschau der letzten Woche unter anderem mit folgenden Themen:

  • G20-Gipfel in Hamburg;
  • Political Correctness: „Das ist ein normales religiöses Verhalten“;
  • Emmanuel Macron: Da kommt Europas gestiefelter Messias;
  • Faber: Wem du’s heute kannst besorgen;
  • Entscheidung in Syrien;
  • Identitätspolitik und soziale Frage;
  • Wie Deutschland an Kriegen verdient;
  • Drakonisches Durchgreifen gegen Hassrede;
  • NetzDG – eine deutsche Tragödie;
  • Deutschland: Arbeit schützt nicht vor Armut;
  • Bedingungsloses Grundeinkommen;
  • Matthias Matussek: Wie ich von links nach rechts gelangte;
  • Das Gespräch ist die Zukunft der Demokratie;
  • Erben erhalten weit mehr Vermögen als bisher angenommen;
  • Peter Tauber liegt völlig falsch;
  • Sadist Wipf;
  • Harald Martenstein im Interview.

Auch wenn wir einen Artikel für lesenswert halten, heißt dies selbstverständlich nicht, dass wir allen Aussagen darin zustimmen, und dasselbe Prinzip gilt umgekehrt für diejenigen Artikel, die wir nicht so toll finden: auch dort können Aussagen drin stehen, die wir befürworten. Wenn Sie diese wöchentliche Presseschau für hilfreich halten, dann bitte in den Social-Media-Kanälen teilen oder einfach Bekannten und Freunden weitersagen.


G20-Gipfel in Hamburg

  • Globalisierung, G 20 und der SPIEGEL

Das Blatt, das sich in seiner Werbung in Anlehnung an ein Wort von Willy Brandt gerne selbst als „Scheißblatt“ tituliert, hat eine Geschichte aus Anlass des G 20 Gipfels gemacht, die diesem Namen alle Ehre macht.

Quelle: Makroskop

Anmerkung Mark Smith: Da bereits Lucas Schoppe in einem Artikel auf die Krawalle eingegangen ist, an dieser Stelle bloß noch zwei Artikel, die sich inhaltlich mit dem G20-Gipfel in Hamburg auseinandersetzen.

Flassbeck kritisiert vorerst einen Spiegel-Artikel, der sich mit dem G20-Gipfel in Hamburg sowie der Globalisierung befasst, in dem er nichts anderes sieht als „Opium für das dumme Volk“.

Danach kommt er selbst auf den G20-Gipfel in Hamburg zu sprechen, den er als einen schwachen Versuch sieht, „etwas mehr staatliche Regulierung auf internationaler Ebene zustande zubringen“.

Er zeigt zwar ein gewisses Verständnis für die Proteste gegen den Gipfel, ist jedoch der Auffassung, dass sich diese an die falsche Adresse richten, zumal das, was auf der Welt schief laufe, von nationalen Regierungen und einflussreichen Wirtschaftslobbys in diesen Ländern zu verantworten sei. Suprastaatliche Regulierungen wie die G20 sieht er positiv, ist jedoch der Ansicht, dass in den wirklich heißen Themen (stabile und dynamische globale Wirtschaftsentwicklung; ökologische Herausforderungen; globale Ungleichgewichte und Weltwährungssystem etc.) kaum Fortschritte erzielt werden würden.

 

  • Warum gegen G 20 demonstrieren? Warum nicht gegen Merkel/Schäuble/Macron und ihren demütigenden Umgang mit den Lohnabhängigen in Frankreich und ganz Europa?

Asozial ist offensichtlich wirklich hoffähig geworden. Wo sind die Proteste gegen den Organisator und Hüter der Steuerhinterziehung im großen Stil, den EU-Kommissionspräsidenten Juncker? Und wo die täglichen Proteste gegen die Kriege des Westens? Frau von der Leyen blieb unbehelligt, als sie den USA die von dort geforderte Erhöhung der Rüstungsausgaben zusagte. … Zumindest zur Frage „Wer demonstriert da gegen wen?“ in Hamburg ist ein Disput unter Aktiven der Friedensbewegung ausgebrochen.

Quelle: NachDenkSeiten


  • «Das ist ein normales religiöses Verhalten»

Political Correctness

Die Redefreiheit auf dem amerikanischen Campus ist in Gefahr. Der amerikanische Sozialpsychologe Jonathan Haidt im Gespräch über die Ursachen.

Quelle: nzz.ch

Anmerkung Mark Smit: Political Correctness interpretiert als religiöses Verhalten, indem eine Opfergruppe eine Glaubensgemeinschaft bildet und noble Ziele verfolgt und alles, was der Religion widerspricht, ist Häresie. 🙂


  • Da kommt Europas gestiefelter Messias

Emmanuel Macron

Frankreichs neue „extreme Mitte“ steht in unguter Tradition. Der neue Präsident betreibt keine Post-, sondern Anti-Politik. Gewählt wurde er nur von einer Minderheit.

Quelle: faz.net

Anmerkung Mark Smith: Hinter Emmanuel Macron als neuer Napoleon Bonaparte verbirgt sich laut der FAZ (kaum zu glauben, dass dieser Artikel in der FAZ erschienen ist) eine Krise der modernen Demokratie, und dieser betreibe eine Anti-Politik der „extremen Mitte“. Macron habe das Ziel, jegliche Kritik am Neoliberalismus bereits zu Beginn im Keime zu ersticken. Die Machtübernahme von Macron wird insgesamt als ziviler Widerstand und nicht als Wahlmüdigkeit bewertet. Begeistert von Macron sei bloß eine Minderheit von „coolen Auserwählten der neuen digitalen und urbanen Wohlstandsgesellschaft.“


  • Wem du’s heute kannst besorgen

Faber

Faber aus der Schweiz ist der Hype, den man hören muss, um es glauben zu können: Der 23-Jährige singt wie ein notgeiler 53-Jähriger. Und es funktioniert.

Quelle: zeit.de

Anmerkung Mark Smith: Ich kann mit diesem Faber überhaupt nix anfangen, aber offenbar ist er der neue Hype am Musikhimmel. Wirkt auf mich alles ziemlich aufgesetzt und pathetisch. 🙂 Aber überzeugt Euch selbst:


  • Entscheidung in Syrien

Ist Syrien auf dem Weg zum Frieden oder zur militärischen Eskalation durch die USA?

Quelle: Rubikon

Anmerkung Mark Smith: Günter Meyer geht der Frage nach, ob es trotz vielfältiger mächtiger Interessen im Hintergrund überhaupt Hoffnung auf Frieden in Syrien gibt. Jüngste Drohungen aus Washington an das Assad-Regime, zunehmende Spannungen mit der USA mit Russland im Kontext der Syrien-Krise sowie eine schleichende Invasion im Osten Syriens durch die USA sind für ihn Anzeichen dafür, dass kriegerische Auseinandersetzungen in Zukunft weiter anhalten werden.


  • Identitätspolitik und soziale Frage

Der Begriff ist in aller Munde, doch bleibt dabei so vage wie kontrovers: Identitätspolitik. Entweder wird Identitätspolitik als emanzipatorische Kraft beschworen, als Versprechen, die Erfahrungen von Unterdrückung und Exklusion zum Ausgangspunkt linker Bewegungen zu machen. Oder aber sie wird verantwortlich gemacht für den Wahlsieg Donald Trumps, indem der Linken vorgehalten wird, sie habe die weissen Arbeiterinnen und Arbeiter des amerikanischen Rust Belt vergessen.

Quelle: Widerspruch

Anmerkung Mark Smith: Der neuste Widerspruch beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Thema Identitätspolitik und soziale Frage. Zwei Autorinnen, die darin u.a. zu Wort kommen, sind die Feministinnen Patricia Purtschert, mit der ich mich bereits zweimal auf man tau auseinandergesetzt habe („Patricia Purtschert über Gender und Kolonialismus“ und „Schwarze Identitätspolitik = gut vs. weisse Identitätspolitik = böse?“), sowie Antje Schrupp, mit der sich Lucas Schoppe schon einige Male beschäftigt hat (z.B. hier: „Rechtsstaat, Regen, Ressentiments“). Demzufolge keine guten Voraussetzungen dafür, dass die soziale Frage, neben der Identitätspolitik, desgleichen angemessen behandelt wird. Und tatsächlich hat die Herausgeberschaft des Widerspruchs in ihrem Editorial offenbar selbst bemerkt, dass die soziale Frage in den Aufsätzen kaum thematisiert wird, sie schreiben nämlich: „Wie schwer ‚race, class and gender‘ auf einen Nenner zu bringen sind, zeigt sich auch daran, dass in vielen Beiträgen in diesem Heft die Kategorie ‚class‘ auffallend abwesend ist.


  • Wie Deutschland an Kriegen verdient und arabische Diktaturen stärkt

Weder Luftschläge im Irak und Syrien noch Waffenlieferungen an „strategische Partner“ wie Saudi-Arabien haben bislang dazu beigetragen, den sogenannten IS an den Wurzeln zu bekämpfen. Stattdessen beschert die Aufrüstungswelle in Nahost deutschen Rüstungsfirmen und Konzernen volle Auftragsbücher. Der Journalist Markus Bickel dokumentiert in seinem Buch „Die Profiteure des Terrors“ mit beeindruckenden wie erschütternden Zahlen und Fakten, wer die wahren Profiteure des Rüstungswahnsinns sind, in den alleine 2016 weltweit 1.500 Milliarden US-Dollar investiert wurden.

Quelle: NachDenkSeiten

Anmerkung Mark Smith: Rezension über das Buch des Journalisten Markus Bickel „Die Profiteure des Terrors“, das Einblick darüber gibt, wer die wahren Profiteure der Rüstungsindustrie sind. Markus Bickel beschreibt darin „den fatalen Teufelskreis von Aufrüstung, Militarisierung und Repression durch die Regime in der Region“. Auch Deutschland verdient an Kriegen kräftig mit und stärkt außerdem mit seinem Verhalten arabische Diktaturen.


  • Drakonisches Durchgreifen gegen Hassrede

Wer im Netz die ‚falschen‘ Ansichten äußert, muss in Deutschland mit einem Hausbesuch der Polizei rechnen.

Quelle: Novo Argumente


  • NetzDG – eine deutsche Tragödie

Mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz bekommt die Bundesrepublik eines der autoritärsten Gesetze ihrer Geschichte. Dass das nicht verhindert wurde, liegt auch an unserem Verhältnis zur Meinungsfreiheit.

Quelle: Novo Argumente

Anmerkung Mark Smith: Weshalb nun ausgerechnet Deutschland ein solches Netzwerkdurchsetzungsgesetz braucht und viele andere Staaten in Europa und dem Rest der Welt nicht, ist nicht einsehbar. Ich würde mal behaupten, in der Schweiz würde ein solches Gesetz überhaupt nicht in Erwägung gezogen und hätte außerdem kaum Chancen, realisiert zu werden.


  • Deutschland: Arbeit schützt nicht vor Armut

Studie: Von 2004 bis 2014 hat sich die Erwerbsarmut in Deutschland verdoppelt. Der Anstieg fiel hierzulande größer aus als in anderen EU-Ländern.

Quelle: heise.de

Anmerkung Mark Smith: Sollten die Ergebnisse der Studie richtig sein, dann waren dafür die Reformen der Arbeitslosen- und Sozialversicherung (Harz IV und Agenda 2010) für die zunehmende Erwerbsarmut in Deutschland verantwortlich, namentlich der Ausbau des Niedriglohnsektors und die Zunahme atypischer Beschäftigung.


  • Ein BGE wird kommen

Progressive Befürworter des BGE bewegt ihr Traum von der Überwindung der Arbeitsgesellschaft. In der Realität befördern sie jedoch eine Entwicklung, die fatal an das Konzept der mildtätigen Armenfürsorge des 19. Jahrhunderts erinnert.

Quelle: Makroskop

Anmerkung Mark Smith: Paul Steinhardt kann dem Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) nicht viel Positives abgewinnen. Positives bei der Argumentation der BGE-Befürworter sieht er darin, dass die Ursachen der Arbeitslosigkeit realistischer eingeschätzt würden, als dies das praktizierte Modell des „Fördern und Fordern“ mache. Aber die Rede vom Ende der Arbeitsgesellschaft, die die Befürworter proklamieren, sei irreführend und verantwortungslos, zumal es genügend Arbeit gebe (Kinder groß ziehen, Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung anbieten etc.), die entlohnt werden könne.


  • Mein lieber Scholli – schön, dass so langsam immer mehr Menschen „Nein“ zur Anti-Russland-Kampagne sagen

Wenn es um „überkritische“ oder gar „tendenziöse“ Russland-Berichterstattung geht, spielen die Sportredaktionen der öffentlich-rechtlichen Medien oft eine besonders unrühmliche Rolle. Auch beim in den letzten Wochen stattgefundenen Confed Cup sparten ARD und ZDF im Rahmenprogramm der Sportberichterstattung erwartungsgemäß nicht mit einseitiger Kritik an Russland. Das wurde dem ehemaligen Fußballstar Mehmet Scholl, der aktuell als ARD-Experte tätig ist, offenbar zu viel. Scholl quittierte den Dienst für den Confed Cup und reiste nach Hause.

Quelle: NachDenkSeiten

Anmerkung Mark Smith: Gut gemacht Mehmet Scholl! Die Dämonisierung Russlands bei gewissen Medien ist augenfällig und kontraproduktiv, da dies nun wirklich keinen konstruktiven Beitrag im Kontext der internationalen Beziehungen leistet.


  • Wie ich von links nach rechts gelangte

Früher Marxist, jetzt Sympathisant der Identitären – und ich bin mir dennoch treu geblieben. Über meine Erfahrung mit den 68ern und die Wandlung zum heutigen Matussek.

Quelle: zeit.de

Anmerkung Mark Smith: Für mich war Matthias Matussek bisher kein Begriff, also kannte ihn bisher nicht. Scheint ein interessantes Leben gehabt zu haben und die biografischen Reminiszenzen erinnern mich irgendwie an das Buch von T.C. Boyl „Grün ist die Hoffnung“, also ein Road-Movie durch die wilden 1970er und 1980er Jahren. Politisch scheint er mir noch nicht sooo gefestigt zu sein, hat zumindest für mich den Anschein, als er diesbezüglich ein bisschen ein Wirrkopf wäre. 🙂


  • Krank sind vor allem die Ärmsten der Reichen

Würmer, Tuberkulose und Zika: Probleme der ärmsten Staaten der Welt? Nein. Armutserkrankungen treffen die G20-Länder deutlich stärker. Was wir dagegen tun können.

Quelle: zeit.de


  • Das Gespräch ist die Zukunft der Demokratie

Die repräsentative Demokratie steckt in der Krise. Parteien behandeln die Bürger wie unmündige Kinder, Politiker sind überfordert. Es wird Zeit, dass wir erwachsen werden und Volksentscheide auch auf Bundesebene erlauben.

Quelle: Deutschlandfunkt Kultur

Anmerkung Mark Smith: Ein Votum für die „halbdirekte“ Demokratie, also Volksabstimmungen auf Bundesebene über Sachgeschäfte wie in der Schweiz. Ich als Schweizer kann das nur befürworten, obwohl ich immer wieder einmal überstimmt werde und ich mich frage, ob die Mehrheit der stimmberechtigten Bevölkerung eigentlich noch alle Tassen im Schrank hat. 🙂


  • «Die politische Mitte ist fast nicht mehr vertreten»

US-Politik ohne Kompromisse

Präsident Barack Obamas Schonfrist war vorbei, als ich im Herbst 2011 meine Stelle in Washington antrat. Bei den Zwischenwahlen hatten die Demokraten das Repräsentantenhaus verloren, und die erzkonservative Tea-Party wurde zu einer starken und lauten Fraktion innerhalb der «Grand Old Party». Der Widerstand gegen Obamas Politik nahm deutlich zu. Dieser versuchte in seiner zweiten Amtszeit die Blockade mit Executive Orders zu durchbrechen – mit mässigem Erfolg.

Quelle: srf.ch

Anmerkung Mark Smith: Beat Soltermann, USA-Korrespondent in Washington für das Schweizer Fernsehen, über seine Eindrücke mit den USA. Er spricht von einem nicht bloß politisch, sondern desgleichen gesellschaftlich gespaltenen Land: hier die Liberalen und dort die Konservativen, die weder politisch noch in ihrem Alltag viel Gemeinsames haben und kaum noch miteinander interagieren, sodass Kompromisse einen Seltenheitswert besitzen und das Land politisch in der Blockade verharrt.


  • Erben erhalten weit mehr Vermögen als bisher angenommen

Mehr als 400 Milliarden Euro werden in Deutschland laut einer Studie jedes Jahr vererbt. Die Forscher sprechen sich deutlich für eine Änderung der Besteuerung aus

Quelle: zeit.de


  • „Peter Tauber liegt völlig falsch“

Wer etwas Ordentliches gelernt habe, sei nicht auf Minijobs angewiesen, so CDU-Generalsekretär Peter Tauber. Die Realität zeigt, dass auch gut Ausgebildete Minijobs ausüben. Der Soziologe Stefan Sell analysiert die Lage.

Quelle: handelsblatt.com


  • Folter und Mord im Nazi-Konzentrationslager

Sadist Wipf

Der Zürcher Eugen Wipf ging während des Zweiten Weltkriegs über Leichen. Nur durch Zufall musste er sich für seine Untaten verantworten – und wurde 1948 zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt.

Quelle: nzz.ch

Anmerkung Mark Smith: Dieser Eugen Wipf war mir bisher unbekannt, und man staunt immer wieder, was es für Menschen gibt und gab.


  • Harald Martenstein im Interview über Political Correctness, Mainzer Fastnacht und Feminismus

Herr Martenstein, Ihr kleiner Sohn wird im Juli drei Jahre alt. Was kann er schon besser als Sie?

Harald Martenstein: Er kann sich besser durchsetzen als ich. Ich war nie gut darin, mich durchzuboxen. Deshalb war ich auch für Führungspositionen nicht geeignet.

Quelle: Allgemeine Zeitung

Anmerkung Mark Smith: Martenstein finde ich ab und an sogar witzig und ab und an lässt er sogar noch was Schlaues raus.


  • «Ja, Feministinnen sind oft wütend!»

Anne-Sophie Keller (27) ist bekennende Feministin, weil sie in ihrem Leben schon häufig aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt wurde. Warum Feminismus auch im Jahre 2017 alles andere als ein alter Zopf ist und mit welchen Vorurteilen sie tagtäglich konfrontiert wird, erzählt sie bei «True Talk».

Anmerkung Mark Smith: Zum Luftballon aus Gold hat es dieses Mal, man höre und staune, wieder einmal ein feministischer Beitrag geschafft. M.E. strotzt er nur so von Trivialitäten und das, was hier Anne-Sophie Keller erzählt, weshalb man auch noch heute Feministin sein müsse, könnte man auch auch spiegelbildlich als ein Votum gebrauchen, weshalb es nötig ist, Männerrechtler zu sein.

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6 Comments

  • Du kanntes Matussek noch nicht? Der Mann hat so einiges beizutragen gehabt, wie unter anderem dieses Buch:

    https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51R6G7Z4THL._SX310_BO1,204,203,200_.jpg

    Aus einer Rezension bei Amazon dazu:

    „Ein unverzichtbarer Ratgeber für kinderlose Väter!
    Von Ein Kunde am 5. Mai 1999
    Format: Broschiert

    Die Schrift von Matussek vermittelt eine beeindruckende Reise in die schier unerschöpflichen Niederungen des Kampfes um Scheidungskinder. Vätern, die bislang noch an die Gerechtigkeit der bundesdeutschen Familienjustiz geglaubt haben, wird anhand zahlreicher, belegträchtiger Beispiele unmißverständlich vor Augen geführt, daß sie bei ihren Bemühungen um die Kontakterhaltung zu ihren Kindern u.a. in einem Bollwerk von fachlich überforderten Jugendämtern, gelegentlich dekadenten Richtern bzw. Anwälten und einem unerbittlichen Feind, nämlich der ehemaligen Partnerin, gegenüberstehen. Gleichwohl sollte der desillusionierte Vater nicht in Resignation verfallen. Mir persönlich hat das Buch eine neue emotionale Kraft zum Kampf um meinen dreijährigen Sohn verliehen, denn “ Es ist die Liebe zu Kind“ ( S. 272), den es zu gewinnen gilt.“

    Zum NetzDG: Die Abtimmung mit Ja erfolgte gerade mal mit ca. 60 Abgeordneten, der Rest war schon im Wochenende oder feierte die EfA. Damit war der DBT im Grunde nicht beschlussfähig. Man hat auch noch mehr durchgewunken, wie u.a. die totale Aufhebung des Bankgeheimnisses und Maas bastelt ja auch munter weiter, an seiner heilen Welt.

    Abschließend zur Political Correctness: Selbst das „Scheißblatt“ (Spiegel) hat die Entwicklung mal mit Stirnrunzeln betrachtet. Aber solches ist schon lange her. Allerdings nahm sich die „Welt“ heutiger Tage dieses Themas an:

    „Die Angst vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz ist in den USA groß. Sowohl bei Männern als auch Frauen. Gespräche unter vier Augen sind mittlerweile kaum mehr möglich. Ein trauriger Befund der politischen Korrektheit.“

    Quelle: https://www.welt.de/vermischtes/article166286391/Wenn-nicht-mal-mehr-Vier-Augen-Gespraeche-moeglich-sind.html

    Und das ist nur die Spitze eines Eisbergs.

    Grüße vom Emannzer

  • „Ich würde mal behaupten, in der Schweiz würde ein solches Gesetz überhaupt nicht in Erwägung gezogen und hätte außerdem kaum Chancen, realisiert zu werden.“

    Man darf nicht vergessen, daß das NetzwerkDG im Paket mit der Homoehe durchgewunken wurde. Das bedeutet, daß das Gesetz zur Homoehe als Nebenkerze für das NetzwerkDG von den nach wie vor pragmatisch denkenden Politikern verwendet wurde und erwartungsgemäß haben sich die Massenmedien nur darauf konzentriert.

    Übrigens ist das ein schönes Beispiel, um einen ebenso richtigen wie selten erwähnten Grund für politische Ideologiefreiheit in einer Demokratie ans Licht zu zerren: Wird wirklich demokratische Politik gemacht, dann zieht das eine höhere Transparenz des politischen Vorgehens nach sich, denn dann ist es für die Politiker wirklich schwer, solche Nebelkerzen überhaupt zu finden.

  • „dann waren dafür die Reformen der Arbeitslosen- und Sozialversicherung (Harz IV und Agenda 2010) für die zunehmende Erwerbsarmut in Deutschland verantwortlich“

    Es folgt einer gewissen Logik der Mehrheitsbeschaffung in der Demokratie, daß das nicht anders sein kann: Denn offiziell linke Parteien wie eine sie in der rot-grünen Koalition zueinander gefunden hatten, werden aufgrund ihres politischen Status normgehorsam vorausfolgend weniger kritisiert und können sich daher mehr herausnehmen.

    Das war bei Obama nicht anders, der als Präsident viel schlimmer war als der konservative Bush W. Dennoch wurde Obama nicht so kritisiert, weil er schwarz war – eine Trick, dem der intersektionale Feminismus nach Kräften zuarbeitet.

    Diese Pointe kann man noch anders formulieren: In dem Moment, wo eine schwarze behinderte Lesbe amerikanische Präsidentin sehen, werden wir eine amerikanische Innen- und Außenpolitik sehen, die uns das Blut gefrieren läßt. Denn nur so eine Person wird durch gesellschaftliche Normen vor jeder Art von Kritik dermaßen geschützt, daß sie sich im Grunde alles herausnehmen kann.

    Alle Frauenprivilegien haben schon immer so funktioniert – über gesellschaftliche Normen. Der Witz ist: Jetzt sehen wir das Prinzip auch in der Politk.

  • zu „Mein lieber Scholli“:
    Bei Mehmet Scholl sorgt vermutlich eher das Thema Doping im Fussball an sich für unangenehme Gefühle – vergleiche frühere verharmlosende Aussagen von ihm. Warum auch immer. Das in Bezug zu Russland zu setzten, ist eine sehr gewagte Interpretation. Ich empfehle übrigens, sich mal den (anonymisierten) McLaren-Bericht zu Doping im russischen Sport durchzulesen, danach zu behaupten, das Thema würde von hiesigen Medien aufgebauscht, setzt eine hohe Bereitschaft zum Ausblenden unangenehmer Fakten voraus. Ein derartiges System staatlich sanktionierten Dopings und Manipulation von Kontrollen hat es wohl länger nicht mehr gegeben. Im Unterschied zu Dopingfällen z.B. in Deutschland oder den USA gab es innerhalb Russlands auch keinerlei juristisches Vorgehen gehen prominente vermutliche Dopingsünder.
    Einseitige Berichterstattung kann man den hiesigen Medien sicherlich vorwerfen, die häufig anzutreffende blinde Verteidigung Russlands ist allerdings genauso schräg und von wenig realer Kenntnis des Landes geprägt (und nein, zusammengenommen gleichen sich die beiden Seiten nicht aus und führen zu einer insgesamt neutralen Berichterstattung).

  • @Mark Smith zu Matussek – „Politisch scheint er mir noch nicht sooo gefestigt zu sein, hat zumindest für mich den Anschein, als er diesbezüglich ein bisschen ein Wirrkopf wäre“ – volle Zustimmung.

    Ich habe versucht, seinen wilden Lebensbericht zu lesen. Als das nicht ging, zu diagonalisieren. Hat auch nicht geklappt. Aber so viel habe ich raus: „links“ war der im Leben nicht. Mangels Hirn.

    Ob er heute „rechts“ ist? Dazu müsste ich ihn lesen … nein, da sträubt sich mir alles. Bierchen trinken ist produktiver.

  • „Ich würde mal behaupten, in der Schweiz würde ein solches Gesetz überhaupt nicht in Erwägung gezogen und hätte außerdem kaum Chancen, realisiert zu werden.“

    …noch nicht, lieber Mark, noch nicht.

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