man tau-Wochenshow

Die man tau-Wochenshow vom 16. Juli 2017

geschrieben von: Mark Smith

Nachfolgend findet Ihr eine Presseschau der letzten Woche unter anderem mit folgenden Themen:

  • Eine Linke braucht es nicht mehr
  • Der IS wird verschwinden, doch die Krise bleibt
  • Wie viele deutsche Ökonomen irren
  • Ein Requiem für Paul Walker überholt „Gangnam Style“
  • „Mit den Kids ging die Randale los“
  • Der Journalist als Bittsteller
  • Auf dem linken Auge blind?
  • Polizei gab zu hohe Verletztenzahl an
  • „Polizeigewalt hat es nicht gegeben“
  • «Bild»-Jagd auf steinewerfende Krawallanten
  • So treibt Jutta Ditfurth Talkshow-Kollegen in die Verzweiflung
  • Das nachträgliche G20-Theater gerät zur Provinzposse
  • Mit ganzer Härte
  • Grundrechte sind kein abstrakter Kokolores
  • Das sagt der Anwaltliche Notdienst
  • Der Kampf um die Bilder
  • Wem nützt die Gewalt beim Gipfel in Hamburg? Agents Provocateur ausgeschlossen?
  • „Was haben die Grünen damit zu tun?“
  • World Wide Wut
  • „Rechtswidriger Pranger“: Medienanwalt Höcker kritisiert Bild-Fahndung nach G20-Gewalttätern
  • Sexismus in Campustüten

Auch wenn wir einen Artikel für lesenswert halten, heißt dies selbstverständlich nicht, dass wir allen Aussagen darin zustimmen, und dasselbe Prinzip gilt umgekehrt für diejenigen Artikel, die wir nicht so toll finden: auch dort können Aussagen drin stehen, die wir befürworten. Wenn Sie diese wöchentliche Presseschau für hilfreich halten, dann bitte in den Social-Media-Kanälen teilen oder einfach Bekannten und Freunden weitersagen.


  • Eine Linke braucht es nicht mehr

Die Formeln der Kapitalismuskritik sind leer geworden. Als politische Lösung taugen sie kaum noch, um eine Gesellschaft zu ändern. Wir benötigen neue Denkmodelle.

Quelle: zeit.de

Anmerkung Mark Smith: Armin Nassehi lässt ja nicht nur Schrott raus, aber vom Hocker haut es mich  auch nicht gerade. Vielleicht kann mir ja jemand erklären, wie das geht, wenn er sinngemäss sagt, dass der islamische Terrorismus nichts mit dem Islam zu tun habe, was richtig und was falsch sei. Ist das Dialektik? Und dann baut er m.E. einen Strohmann auf – der lautet: „Die Linke will quasi den Kapitalismus abschaffen.“ Kenne wenig Linke, die den Kapitalismus abschaffen wollen: vielmehr geht es um den Neoliberalismus oder die Austeritätspolitik oder die Angebotspolitik oder eben keynesianische Wirtschaftspolitik. Und dann viel, viel Spekulation. Aber ein „Jünger“ der Luhmannschen Systemtheorie betreibt wohl eher weniger empirische Forschung, sondern lieber Sozialphilosophie.


  • Der IS wird verschwinden, doch die Krise bleibt

Der „Islamische Staat“ ist ein Symptom, nicht die Ursache der Konflikte im Nahen Osten.

Quelle: Novo Argumente

Anmerkung Mark Smith: Gute Analyse über den Islamischen Staat, die auch von Michael Lüders stammen könnte.


  • Wie viele deutsche Ökonomen irren

130 deutsche Professoren irren systematisch. Das liegt daran, dass sie selbst die Grundbegriffe ökonomischen wissenschaftlichen Arbeitens nicht beherrschen

Quelle: Telepolis

Anmerkung Mark Smith: Heiner Flassbeck wieder einmal: Ich bewundere ihn schon dadurch, dass er gegen alle Widrigkeiten zum Trotz den einsamen Rufer in der Wüste abgibt.


  • Ein Requiem für Paul Walker überholt „Gangnam Style“

„See You Again“ von Wiz Khalifa und Charlie Puth ist das erfolgreichste Youtube-Video aller Zeiten. Völlig zu Recht.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Anmerkung Mark Smith: Unglaublich, dass ein solcher Heuler das erfolgreichste Youtoube-Video aller Zeiten ist. Die Menschheit hat einfach einen unglaublich miesen Musikgeschmack und dass es dem Julian Dörr gefällt, verwundert mich nun auch überhaupt nicht.


G20-Gipfel in Hamburg

Die nächsten Artikel gehören thematisch alle zum G20-Gipfel in Hamburg, die unterschiedlichste Aspekte thematisieren. Sehr empfehlenswert finde ich den Artikel von Heribert Prantl (Grundrechte sind kein abstrakter Kokolores) und von Thomas Fischer (Mit ganzer Härte). Selbstverständlich sind diese Artikel nicht repräsentativ für die gesamte Diskussion.

  • „Mit den Kids ging die Randale los“

Haben Autonome das Hamburger Schanzenviertel verwüstet? Ein Anwohner sagt, die Randale ging von Gaffern aus, während die Polizei eingeschüchtert wirkte.

Quelle: taz.de


  • Der Journalist als Bittsteller

Die vom G20-Gipfel gesperrten Journalisten bekommen keine Auskünfte. Stattdessen werden Informationen anderen Medien anonym gesteckt.

Quelle: taz.de


  • Auf dem linken Auge blind?

Nach den Ausschreitungen beim G-20-Gipfel beklagen Politiker, die radikale Linke werde unterschätzt. Stimmt das? Ein Faktencheck.

Quelle: Süddeutsche Zeitung


  • Polizei gab zu hohe Verletztenzahl an

Nur halb so viele Beamte wurden in Hamburg verletzt, wie von der Polizei behauptet. In 35 Fällen wird gegen Polizisten ermittelt, meist wegen Körperverletzung.

Quelle: taz.de


  • „Polizeigewalt hat es nicht gegeben“

Hamburgs Bürgermeister hat vehement bestritten, dass die Polizei unverhältnismäßig gegen G20-Demonstranten vorgegangen sei. Es laufen aber 35 Verfahren gegen Beamte.

Quelle: zeit.de


  • «Bild»-Jagd auf steinewerfende Krawallanten

Das deutsche Boulevardblatt «Bild» stellte Krawallanten an den Pranger. Einer der Betroffenen stellte sich der Polizei. Heiligt der Zweck die Mittel?

Quelle: NZZ


  • So treibt Jutta Ditfurth Talkshow-Kollegen in die Verzweiflung

Die linkspolitische Aktivistin Jutta Ditfurth hat CDU-Politiker Wolfgang Bosbach dazu gebracht, die Talkshow „Maischberger“ empört zu verlassen. Sie sei auf ihre Art ein Vollprofi, sagt Matthias Dell. Ditfurth nutze sehr geschickt Männern zugeschriebene Strategien.

Quelle: Deutschlandfunk Kultur


  • Das nachträgliche G20-Theater gerät zur Provinzposse

Die Unfähigkeit zu streiten: Bosbach geht, Maischberger entschuldigt sich – der Talk geht weiter.

Quelle: heise.de


  • Mit ganzer Härte

Gewaltexzess! Mörder! Extremisten-Datei! Was nach den G20-Krawallen in Hamburg überall eifrig diskutiert und gefordert wird, offenbart vor allem eines: Ahnungslosigkeit

Quelle: zeit.de


  • Grundrechte sind kein abstrakter Kokolores

Die Taktik der Hamburger Polizei war so von gestern wie die Politik von Trump. Friedliche G-20-Kritiker wurden teilweise in einen Topf geworfen mit den gewalttätigen Volldeppen vom Schwarzen Block. So wird berechtigter Protest angeschwärzt.

Quelle: Süddeutsche Zeitung


  • Das sagt der Anwaltliche Notdienst

Quelle: Youtube


  • Der Kampf um die Bilder

Der Krieg um die Wahrnehmung eskaliert. In einer Spezialausgabe seiner neuen Reportagereihe „Re:“ untersucht ARTE, was am vergangenen Wochenende in Hamburg wirklich geschah. Der Film zeigt aus mehreren Perspektiven, wie das Bild Hamburgs schwer beschädigt wurde. Es ging weit mehr kaputt als Autos und Schaufenster. „Re:“ am Tag danach – eine filmische Aufarbeitung.

Quelle: Arte


  • Wem nützt die Gewalt beim Gipfel in Hamburg? Agents Provocateur ausgeschlossen?

Die öffentliche Debatte zu den Vorgängen in Hamburg verläuft ziemlich eindeutig. Schuld an der Gewalt sind im weitesten Sinne die Linken. Von Mitte bis Rechts steht für Recht und Ordnung. Besonders breit und massiv ist die Zuweisung von Verantwortung an die „Linken“ vom Innenminister de Maizière auf seiner Pressekonferenz zu den Vorgängen in Hamburg betrieben worden. Er sprach mehrmals von der Verantwortung der linken Parteien für die Gewalt. Er sprach von „Rechtfertigungsversuchen aus dem linken politischen Spektrum“ – ohne einen Beleg zu nennen. Er sprach davon, zwischen linksdemokratischen und linksautonomen Kräften gäbe es ein „Überlappungspotenzial“.

Quelle: NachDenkSeiten


  • „Was haben die Grünen damit zu tun?“

Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele hat die Polizeistrategie bei den G20-Krawallen in Hamburg kritisiert. Die Polizei sei aber „natürlich nicht schuld“ an den Gewalttaten, sagte Ströbele im Dlf. Noch sei unklar, wer die Täter waren. Demonstrationen, bei denen die Grünen mitgemacht hätten, seien friedlich verlaufen.

Quelle: Deutschlandfunk


  • World Wide Wut

Die deutsche Öffentlichkeit ist nicht manipulierbar? Von wegen. Ein paar Videos schwarz gekleideter, Autos anzündender Männer reichen für drei Tage Dauerrage, ohne Rücksicht auf Verluste.

Quelle: spiegel.de


  • „Rechtswidriger Pranger“: Medienanwalt Höcker kritisiert Bild-Fahndung nach G20-Gewalttätern

Die Bild hatte am Montag Fotos von Demonstranten aus dem Hamburger Schanzenviertel veröffentlicht und dazu aufgerufen, erkannte Personen der Redaktion oder Polizei zu melden. Mit der Fahndung in Eigenregie polarisiert das Boulevardmedium und löst eine Debatte aus. Rechtlich ist die Aktion nämlich umstritten. Bild betreibe „Selbstjustiz“, kritisiert Medienanwalt Ralf Höcker im MEEDIA-Interview.

Quelle: meedia.de


Der Artikel mit dem tiefsten Tiefpunkt in dieser Woche nach Rudi Völler:

 

  • Sexismus in Campustüten

Universitäten verteilen Sexismus in Werbetüten. Das muss ein Ende haben, fordert unser Autor.

Quelle: Missy-Magazine

Anmerkung Mark Smith: Ich finde es noch interessant: Wenn Geschenktüten an der Uni verteilt werden, die einen geschlechtsspezifischen Inhalt haben, dann ist das offenbar sexistisch. Nicht sexistisch wäre offenbar nur, wenn alle, Frauen und Männer, dieselben Geschenktüten erhalten würden. Aber nehmen wir mal an, in allen Tüten hätte es nur Männer- bzw. Frauenmagazine drin gehabt, da wäre doch desgleichen der Teufel los gewesen. Und auf einer Probierpackung für Binden war sogar, man kann es kaum glauben, eine normschöne Frau drauf. Für die heutigen gender- und diversitysensible Studenten ist das des Teufels. Ich glaube, man sollte solche Studis für ein Jahr nach Mossul schicken, dann wissen sie wieder, was echte Probläme sind.

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2 Comments

  • Zwei m.E. interessante Ergänzungen:

    Aus: Neues Deutschland

    Vorsicht Falle!
    Militanz: Sollte sich die inner- und außerparlamentarische Linke vom Schwarzen Block distanzieren? Ja, meint Tobias Riegel

    aus dem Artikel:

    „Es ist alles seit Jahrzehnten bekannt: die Möglichkeit, mit einer Handvoll Militanter den Protest Tausender zu diskreditieren und medial unsichtbar zu machen. Die Wirkung und der Einsatz des Agent Provocateur. Die Tatsache, dass die Mächtigen Militanz nicht fürchten, sondern herbeisehnen und mutmaßlich verdeckt fördern. So rätselhaft es ist: Viele Linke haben dennoch ein romantisches und naives Verhältnis zu einer für die eigenen Anliegen kontraproduktiven und vom Gegner begrüßten Militanz. Einige spüren den Drang zur Rechtfertigung auch dann noch, wenn die Gewalt alle anderen Aspekte überlagert und Steilvorlage für anti-linke Hetze wird. Man kann die aktuelle Hetze kritisieren, aber dass reale Gewalt die Steilvorlage dafür ist, kann man schwer leugnen. Nun wäre der Moment, dieser kindischen Militanz-Marotte bei Linken öffentlich entgegenzuwirken – von links.“

    https://www.neues-deutschland.de/artikel/1057429.vorsicht-falle.html

    Aus: Der Tagesspiegel

    Einsatz beim G20-Gipfel Berliner Polizisten beklagen die schlechte Organisation in Hamburg. Überlange Dienstzeiten, chaotische Planung, zu wenig Essen: Berliner Polizisten berichten vom G-20-Einsatz in Hamburg. von Jörn Hasselmann

    aus dem Artikel:

    „Dass viele Beamte stinksauer und frustriert zurückkehrten, habe eher mit der schlechten Hamburger Organisation und taktischen Fehlern in den Einsätzen zu tun. Die anfangs in Bad Segeberg untergebrachten Beamten mussten neben dem anstrengenden Dauerdienst auch noch drei Stunden Fahrtzeit ertragen.
    Zu wenig Schlaf und Verpflegung

    Die Verpflegung sei mangelhaft gewesen, wie ein leitender Beamter bestätigte. „Wenn es über Stunden nichts zu essen gab, haben wir McDonald’s angefahren“. Auch die Fehlentscheidungen der Hamburger zerrten an den Nerven. „Jeder Beamte hat sich gefragt: ,Wie kann man so was anordnen?‘“, berichtete ein Berliner Vorgesetzter. Bekanntlich hatte die Einsatzleitung die Autonomendemo an einer denkbar ungeeigneten Stelle gestoppt – nur weil Vermummung angelegt wurde. Sinnvoller wäre gewesen, den schwarzen Block laufen zu lassen. Wäre es dann zu Gewalt gekommen, hätte man ihn an geeigneter Stelle aus der Demo heraus in eine Seitenstraße „schieben“ können.

    Viele Beamte klagten zudem über unerträglich lange Dienstzeiten. In einer Nacht hätten manche Einheiten nur zwei Stunden Schlaf gehabt. Denn die Hamburger Führung habe nachts um 1 Uhr – als sich die Lage beruhigt hatte – angeordnet, dass die Berliner noch drei Stunden „Raumschutzstreife“ fahren. Sinnlos sei dies gewesen, berichten Betroffene, es sei klar gewesen, dass in der Nacht nichts mehr passieren werde. „Da fehlte denen der Mut, dies sein zu lassen.““

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/einsatz-beim-g20-gipfel-berliner-polizisten-beklagen-die-schlechte-organisation-in-hamburg/20043138.html

    • Ich denke, es kommt noch dazu, daß die Regierenden eine Chance bekommen die Bürgerrechte weiter einzuschränken. Mehr Überwachung, mehr Zensur, zukünftiger Einsatz der Bundeswehr usw.

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