man tau-Wochenshow

Die man tau-Wochenshow vom 06. August 2017

Photographer: GABI BEN AVRAHAHM
geschrieben von: Mark Smith

Nachfolgend findet Ihr eine Presseschau der letzten Woche unter anderem mit folgenden Themen:

  • Video mit Professor Hartmann beim Pleisweiler Gespräch über Reichtum und Eliten.
  • «Du Opfer!»
  • CDU und FDP erhalten so viele Spenden aus der Wirtschaft, weil sie so gute Politik für die Bürger machen
  • 15 Jahre Rentenpropaganda
  • Der lange Herbst der Patriarchen
  • Wer zuletzt lacht, hat’s verstanden
  • Ist der Süden Europas „strukturell“ rückständig?
  • Extremisten der Freiheit
  • In den Rissen siedelt Neues
  • Die Presse als Sprachrohr Merkels
  • Clever: Diesel-Fahrer umgeht Fahrverbot, indem er einfach normales Benzin tankt
  • Demagogen: „Alle sprechen vom ‚Volk‘, das von ‚der Elite‘ unterdrückt wird“
  • Student sagt immer „kafkaesk“, weil er sehr intelligent ist
  • „Es ging und geht um geostrategische Interessen“
  • Fassadendemokratie und Tiefer Staat
  • Wie die Märkte eine politische Bewegung umdeuten
  • Japan und der zerbrochene dritte Pfeil
  • Der heimliche Krieg
  • Im Zeitalter der (zu) vielen Wahrheiten
  • Diese beiden Männer haben ein gemeinsames Kind bekommen
  • Abgas-Anarchie
  • Alles Geisterfahrer außer ihm
  • Gewünschte Augenfarbe mit einem kleinen Schnitt
  • Das Modell Deutschland steht unter Druck
  • Neue Linke müssen her
  • Nie wieder Erdbeerwoche

Auch wenn wir einen Artikel für lesenswert halten, heißt dies selbstverständlich nicht, dass wir allen Aussagen darin zustimmen, und dasselbe Prinzip gilt umgekehrt für diejenigen Artikel, die wir nicht so toll finden: auch dort können Aussagen drin stehen, die wir befürworten. Wenn Sie diese wöchentliche Presseschau für hilfreich halten, dann bitte in den Social-Media-Kanälen teilen oder einfach Bekannten und Freunden weitersagen.


  • Video mit Professor Hartmann beim Pleisweiler Gespräch über Reichtum und Eliten.

Am vergangenen Sonntag kamen fast 300 Gäste zu Vortrag und Diskussion mit dem Eliteforscher Michael Hartmann. Er bot viele Einsichten in die wirkliche Lage der Einkommens- und Vermögensverteilung und zu den Hintergründen. Zum Beispiel: Die Verteilung der Einkommen und Vermögen ist schlimmer, als man bei Kenntnisnahme der veröffentlichten Erhebungen und Statistiken denken könnte. Denn die Einkommen an der Spitze wie am unteren Ende werden von Befragungen und Statistiken kaum erfasst.

Quelle: Youtube und NachDenkSeiten

Anmerkung Mark Smith: Ein Vortrag von Michael Hartmann über Reichtum und Eliten. Hartmann ist zumindest im deutschen Sprachraum einer der bekanntesten Eliteforscher.


  • «Du Opfer!»

Sollen Opfer von sexueller Gewalt als «Erlebende »bezeichnet werden? Ein Vorschlag aus feministischen Kreisen zeigt in seiner ganzen Absurdität: Der Begriff «Opfer» ist vor die Hunde gegangen.

Quelle: nzz.ch

Anmerkung Mark Smith: Wenn der Opferbegriff inflationär wird und quasi alle Opfer sind, dann verliert der Begriff seine eigentliche Essenz. Dass ein Opfer quasi Gewinn aus seiner sozialen Rolle ziehen kann, wurde ja schon länger mit den Begriffen primärer, sekundärer, tertiärer und quartärer Krankheitsgewinn umschrieben.


  • CDU und FDP erhalten so viele Spenden aus der Wirtschaft, weil sie so gute Politik für die Bürger machen

Berlin (dpo) – Ein Blick auf die veröffentlichungspflichtigen Großspenden ab 50.000 Euro zeigt, dass CDU und FDP in diesem und im letzten Jahr mit Abstand am meisten Geld aus der deutschen Wirtschaft und von wohlhabenden Privatpersonen erhalten haben. Experten vermuten, dass dies daran liegt, dass diese beiden Parteien die beste Politik für die einfachen Leute machen.

Quelle: Postillon


  • 15 Jahre Rentenpropaganda

Eine Analyse von Holger Balodis wider die Lügen und Propaganda in der Rentendiskussion.

Quelle: Rubikon


  • Der lange Herbst der Patriarchen

Die Delegierten der Tessiner FDP haben entschieden: Sie setzen nur einen Kandidaten auf ihr Bundesratsticket. Einen Mann, Ignazio Cassis. Mit der Waadtländer Staatsrätin Jacqueline de Quattro hat zwar bereits eine Frau ihr Interesse angemeldet – und auch Nationalrätin Isabelle Moret denkt über eine Kandidatur nach. Doch der Wille an der Parteispitze, eine Frau in den Bundesrat zu hieven, ist nicht erkennbar.

Quelle: WoZ

Anmerkung Mark Smith: Wieder einmal ein typischer Jammerartikel der linksalternativen Wochenzeitung aus der Schweiz. Da Frauen einfach nicht zahlreich genug wählen gehen oder nicht primär Frauen in die Legislative wählen, muss man halt nun patriarchale und sexistische Strukturen dafür verantwortlich machen, dass Frauen in der Legislative und Exekutive nicht repräsentativ vertreten sind.


  • Wer zuletzt lacht, hat’s verstanden

Über Donald Trump und seine zahllosen Entgleisungen kann man sich leicht lustig machen. Den Durchblick bringt das nicht, im Gegenteil.

Quelle: NZZ

Anmerkung Mark Smith: Wieder einmal ein guter Artikel von Slavoj Žižek über Vulgarität und die kleinen Leute. Am besten gefällt mir dabei folgender Satz: „Die unterschwellige Botschaft von Trumps Vulgarität an die Leute lautet: Ich bin einer von euch. Von der bevormundenden Haltung der pseudoliberalen Elite fühlte sich der einfache Trump-Befürworter dagegen gedemütigt.


  • Extremisten der Freiheit

Fast zu allen Zeiten haben die Menschen gewusst, dass die eigene Freiheit immer genau da ihre Grenzen findet, wo sie die Freiheit der anderen beschneidet. Im deutschen Exportwahn werden selbst solche grundlegenden Prinzipien in Frage gestellt.

Quelle: Makroskop


  • In den Rissen siedelt Neues

Den Kapitalismus zu beklagen ist auf Dauer langweilig. Auf einmal sind reale Utopien interessanter. Ein Blick auf drei neue Bücher zur Zukunft.

Quelle: zeit.de


  • Die Presse als Sprachrohr Merkels

Eine neue Studie zeigt, dass die deutsche Berichterstattung zur Flüchtlingskrise von mangelnder Vielfalt und Distanz zur Regierung geprägt war.

Quelle: Novo Argumente


  • Clever: Diesel-Fahrer umgeht Fahrverbot, indem er einfach normales Benzin tankt

Stuttgart (dpo) – Carsten Eckholm fährt einen Diesel. Doch von den aktuellen Schreckensnachrichten in seiner Heimatstadt Stuttgart lässt er sich nicht ins Bockshorn jagen. Denn er hat einen simplen, aber genialen Trick herausgefunden, mit dem er ein Diesel-Fahrverbot ganz einfach umgeht.

Quelle: Der Postillon

Anmerkung Mark Smith: Habe ich übrigens auch ausprobiert und es klappt wirklich! 🙂


  • Demagogen: „Alle sprechen vom ‚Volk‘, das von ‚der Elite‘ unterdrückt wird“

Walter Ötsch, Professor für Ökonomie und Kulturgeschichte, zum Thema Rechtspopulismus

Quelle: Telepolis


  • Student sagt immer „kafkaesk“, weil er sehr intelligent ist

Paderborn (dpo) – Er ist eines der großen Genies unserer Zeit: Der 26-jährige Max Schaller aus Paderborn ist ganz offensichtlich hochintelligent, weil er immer wieder den Begriff „kafkaesk“ in Gesprächen verwendet, um rätselhafte, unheimliche Umstände zu beschreiben.

Selbst in Kurznachrichten, E-Mails und Briefen schreibt der Student aufgrund seines hohen Intelligenzquotienten bei jeder sich bietenden Gelegenheit „kafkaesk“, anstatt wie die meisten Menschen auf simplere Begriffe wie „skurril“, „verwirrend“, „unheimlich“ oder „absurd“ zurückzugreifen.

Quelle: Der Postillon

Anmerkung Mark Smith: Glaub, muss das Wort kafkaesk in Zukunft auch öfters verwenden, damit ich auch bisschen besser rüberkomme. 🙂


  • „Es ging und geht um geostrategische Interessen“

Karin Leukefeld über die Geschichte Syriens und die beiden Assads

Karin Leukefeld ist eine Journalistin, die den Orient aus eigener Anschauung kennt und auch dann in Länder wie Syrien oder den Irak reist, wenn dort Krieg herrscht. Dabei kommt sie oft zu ganz anderen Ergebnissen als das Gros der Kommentare in deutschen Mainstreammedien, die trotzdem immer wieder auf ihre Vor-Ort-Berichte zurückgreifen.

Quelle: Telepolis

Anmerkung Mark Smith: Super Interview mit Karin Leukefeld über Syrien.


  • Fassadendemokratie und Tiefer Staat

Auf dem Weg in ein autoritäres Zeitalter.

Ein neues Buch aus dem Rubikon-Umfeld geht der Frage nach, welche Mechanismen es sind, die bewirken, dass von Demokratie im Lande lange schon keine Rede mehr sein kann. Zum ersten Mal im deutschen Sprachraum bündelt es – mit Beiträgen von Jörg Becker, Daniele Ganser, Bernd Hamm, Hansgeorg Hermann, Hannes Hofbauer, Jochen Krautz, Mike Lofgren, Rainer Mausfeld, Hermann Ploppa, Jürgen Rose, Werner Rügemer, Rainer Rupp, Andreas Wehr, Wolf Wetzel, Ullrich Mies und Ernst Wolff – Analysen zum Tiefen Staat.

Quelle: Rubikon

Anmerkung Mark Smith: Der Begriff „Tiefer Staat“ kommt in gewissen Kreisen immer häufiger vor. Ich bin noch ein bisschen skeptisch gegenüber diesem Begriff. Er soll ja anzeigen, dass nicht mehr Legislative, Judikative und Exekutive die politische Steuerung innehaben, sondern transatlantische Think-Tanks, internationale Konzerne sowie kapitalkräftige Medienkonzerne etc.


  • Wie die Märkte eine politische Bewegung umdeuten

Die Marke „Feminismus“ ist im Mainstream der Pop- und Alltagskultur angekommen und feiert große, kommerzielle Erfolge. Die US-Amerikanerin Andi Zeisler sieht darin eine Gefahr für die eigentlichen politischen Inhalte und Forderungen. „Wir waren doch mal Feministinnen“ ist ein Plädoyer gegen Marktfeminismus.

Quelle: Deutschlandfunk

Anmerkung Mark Smith: Dass dem Feminismus die Zähne gezogen werden und er zum Marktfeminismus transformiert wird, könnte m.E. gut mit der Luhmannschen Systemtheorie erklärt werden. Lothar Böhnisch schreibt im Zusammenhang sozialer Systeme und ihrer Umwelt (z.B. Feminismus):

Soziale Systeme entwickeln und gestalten sich demnach in System-Umweltbeziehungen. Mit Umwelt meint Luhmann dabei nicht die ökologische Dimension. Umwelt ist für ihn alles, was um Systeme herum und nicht System ist. Systeme reagieren auf ihre Umwelt (zu der eben auch der Mensch gehört), indem sie auf sie einwirken, aber auch von ihr beeinflusst werden (Prinzip der „Interpenetration“), wobei die Strategie sozialer Systeme in der stetigen Verfolgung und Realisierung des Ziels der Reduktion von Komplexität besteht. Umweltprobleme müsse so definiert und zugerichtet werden, damit sie der Logik des Systems angepasst (und also integriert) werden können, aber auch Spielräume für nicht systemgefährdenden Systemwandel zulassen.“ (Böhnisch 2004: 193).


  • Japan und der zerbrochene dritte Pfeil

In Japan steigen die Löhne immer noch nicht, obwohl die Politik schon vor langer Zeit erkannt hat, dass eine Normalisierung der Lohnentwicklung entscheidend ist für die Bekämpfung der Deflation.

Quelle: Makroskop

Anmerkung Mark Smith: Der zentrale Satz des Artikels von Heiner Flassbeck scheint mir folgender zu sein: „Die immer mächtiger werdenden Arbeitgeber werden sich nämlich auf lange Sicht nicht damit begnügen, handzahme Gewerkschaften zu haben, wenn sie auch ‚keine Gewerkschaften‘ haben können.


  • Der heimliche Krieg

Der US-Wirtschaftskrieg gegen Russland gefährdet die EU-Energieversorgung. Und die EU lässt das zu.

Quelle: Rubikon


  • Im Zeitalter der (zu) vielen Wahrheiten

Zerfall des Universalismus, Aufstieg der Identitätspolitik und die Fragmentierung der Gesellschaft haben zu einer Krise der Wahrheit geführt

Quelle: Novo Argumente


  • Diese beiden Männer haben ein gemeinsames Kind bekommen

Ein Transgender-Mann in den USA hat ein Kind zur Welt gebracht. Und damit ist er nicht der erste.

Quelle: ze.tt

Anmerkung Mark Smith: Klar, zwei Männer haben ein Kind bekommen und wer’s glaubt, wird selig. Ich kann einfach den Hype nicht sooo richtig verstehen, wenn es nun 1000 Geschlechter gibt und alles trans und queer und inter sind. Aber habe da einen schönen Dialog in einer Kommentarspalte aufgeschnappt, den ich noch ziemlich witzig finde und der hier ganz gut rein passt:

Kommentator 1: „Neulich einen ganz interessanten Gender-Blog gelesen, man soll seine Haustiere nicht mit er oder sie ansprechen, da man nicht weiß ob sie nur im falschen Körper geboren wurden.

Kommentator 2:Das hat Sie überzeugt? Ich gehe den Dingen gern auf den Grund und habe meine Katze einfach gefragt, ob sie Männchen oder Weibchen ist. Sie meinte, der korrekte Ausdruck sei Kätzin. Das weiß sie, weil sie oft im Bücherregal liegt, das macht schlaue Katzen noch schlauer.“ 🙂


  • Abgas-Anarchie

Das Ergebnis des mit großem Tamtam angekündigten „Diesel-Gipfels“ blieb sogar noch hinter den ohnehin schon sehr niedrig bemessenen Erwartungen zurück. Offensichtlich hat die Kungelei zwischen Automobilherstellern und Politik in der Dieselrepublik Deutschland bereits ein irreparables Maß angenommen. Die Kommentare der meisten Medien sind dementsprechend verheerend.

Quelle: NachDenkSeiten


  • Alles Geisterfahrer außer ihm

Mit seinem Buch „Wir können nicht allen helfen“ will der Grünen-Politiker Boris Palmer in der Flüchtlingsdebatte provozieren. Lösungsvorschläge bleibt er schuldig.

Quelle: zeit.de


  • Gewünschte Augenfarbe mit einem kleinen Schnitt

Es ist ein Eingriff in die Keimbahn – und deswegen so umstritten. US-Forscher haben bei Embryos erfolgreich einen Gendefekt korrigiert. Der Schritt zum Baby mit Wunscheigenschaft sei nur ein kleiner, warnt Genforscher Boris Fehse.

Quelle: Deutschlandfunk Kultur


  • Das Modell Deutschland steht unter Druck

In der Automobilindustrie herrscht zwischen Management, Gewerkschaften und Politik eine ungesunde Nähe. Bis zu Absprachen in der Grauzone ist es da kein weiter Weg. Die deutsche Vorzeigebranche wird sich ändern müssen.

Quelle: NZZ


  • Neue Linke müssen her

Mit der ökologischen Krise werden Klassenstandpunkt oder sexuelle Identität sekundär, meint Thomas Seibert.

Quelle: freitag.de

Anmerkung Mark Smith: Hört sich alles ein bisschen nach Ulrich Beck 2.0 an, der ja, wie ev. bekannt ist, in den 1980er Jahren so bekannte Artikel oder Bücher geschrieben hat wie „Jenseits von Klasse und Stand“ oder „Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne.


 

  • Nie wieder Erdbeerwoche

Viele Frauen setzen sich dafür ein, die blutenden Tage öffentlich sicht- und sagbar zu machen. Wir sollten uns nicht schämen, darüber zu sprechen.

Quelle: taz.de

Anmerkung Mark Smith: Ich kann solchen Mist langsam nicht mehr hören. Warum sollte die Menstruation jeweils sicht- und sagbar gemacht werden und nicht desgleichen, wenn wir kacken oder pissen oder kotzen  oder was weiß ich?!

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1 Kommentar

  • Die Zeit spinnt.

    Wenn der Palmer „„Wir können nicht allen helfen“ feststellt, dann mag einem das nicht gefallen, aber er könnte recht haben, was er hier meiner Meinung nach hat.

    Warum muss er denn eine Lösung oder auch nur einen Vorschlag haben? Wer verpflichtet ihn dazu?

    Hat „Die Welt“ denn für das Problem eine Lösung?

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