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Die Gewalt der vierten Gewalt – Ein Fallbeispiel

geschrieben von: Lucas Schoppe

Es ist nicht leicht, den englischen Begriff „hit piece“ angemessen ins Deutsche zu übersetzen. Wörter wie „Hetzschrift“ oder „Hetzartikel“ sind nicht falsch, fassen aber nicht die Anspielung auf den Begriff „hitman“, Auftragskiller. Ein hit piece ist also ein Artikel, dessen Ziel es ist, eine bestimmte Person im Diskurs zu erledigen – die Wahl der Mittel ist dabei zweitrangig.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat gerade ein Beispiel für einen solchen Text geliefert. Der FAZ-Redakteur Sebastian Eder schreibt dabei über den Buchautor und Blogger Arne Hoffmann, und der Text ist erkennbar auf eine diskursive Vernichtung angelegt.

Da es aber nun einmal besser ist, die Kommunikation zu suchen, anstatt andere Menschen als Feinde zu markieren und sie kommunikativ zu zerstören, schreibe ich dazu einfach mal einen Brief an die Frankfurter Allgemeine.

Warum eigentlich sollten sich Journalisten mit der Wirklichkeit beschäftigen, wenn sie alles Wichtige immer schon in ihren Handys finden?

Sehr geehrte Damen und Herren aus der Redaktion,

Sebastian Eders Artikel über Arne Hoffmann aus der letzten FAS erscheint mir so seltsam, so irreführend, aber auch so gewaltsam, dass ich darauf gern reagieren möchte. Es geht mir dabei natürlich nicht darum, dass Eder Hoffmanns Positionen nicht teilt. Die Art und Weise aber, wie er diese Positionen darstellt, ist aus meiner Sicht schlicht unethisch.

Das muss ich natürlich erklären.

 

Herrn Eder fällt nichts mehr ein

Schon die Überschrift passt nicht. „It’s a woman’s world“ ist eine Anspielung auf den alten James Brown-Titel „It’s a Man’s World“, und auch der Untertitel ist ein simple Umkehrung von Bekanntem. Die Behauptung, dass Arne Hoffmann seit zwanzig Jahren gegen eine „Unterdrückung der Männer“ ankämpfe, suggeriert, es ginge ihm lediglich um eine Umkehr der feministischen Überzeugungen, nach denen unsere Gesellschaft von einer Unterdrückung von Frauen durch Männer geprägt wäre.

Frauen wären damit in Hoffmanns Darstellung für alle Beschwerlichkeiten diverser Männerleben verantwortlich – so wie Feministinnen eben Männer und eine Männerherrschaft für Beschwerlichkeiten von Frauen verantwortlich machen.

Dabei kann dann schon ausgeschlossen werden, dass Sebastian Eder tatsächlich Hoffmanns Plädoyer für eine linke Männerpolitik gelesen hat, aus dem er zitiert. Das zentrale Konzept des Werkes ist das des „integralen Antisexismus“: Geschlechtsbedingte Benachteiligungen sollten beseitigt werden, unabhängig davon, ob sie Frauen oder Männer treffen.

Statt diese Position wenigstens zu skizzieren, reproduziert die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung ein gängiges Klischee: Männerrechtler würden einfach nur spiegelbildlich wiederholen, was Feministinnen vorgemacht hätten, und sich in eine „Opferideologie“ (so eine Schrift der grünen Heinrich-Böll-Stiftung) einspinnen. Schon ein kurzer Seitenblick auf die Väterbewegung hätte Eder eigentlich zeigen können, dass dieses Klischee falsch ist. Auf Mütterlobbyistinnen, denen an einer Ausgrenzung von Vätern gelegen ist („Alleinerziehen als Befreiung“), antwortet eine Väterlobby nicht mit Forderungen nach einer Ausgrenzung von Müttern – sondern mit der Überzeugung, dass „allen Kindern beide Eltern“ zustehen.

Für seine Selbstpräsentation bei Facebook nutzt Sebastian Eder das Andenken an einen kultisch verehrten Darmstadt98-Fan, der sehr früh an einer Krebserkrankung starb. Als FAZ-Redakteur aber macht er ein politisches Engagement lächerlich, das auch Männern und Jungen ein Anrecht auf Schutz und Sorge zuspricht.

Eders Unkenntnis ist aber nicht allein dadurch zu entschuldigen, dass er sich nun einmal für die mittlerweile jahrzehntelangen Geschichte väter- oder männerrechtlichen Engagements nicht sonderlich interessiert – damit steht er ja nicht allein da. Es ist auch offensichtlich, dass er Hoffmanns Buch nicht gelesen, nicht einmal quergelesen, sondern lediglich nach Stellen gescannt hat, mit denen er den Autor in ein schlechtes Licht setzen kann.

Hoffmann zitiert dann Autoren, die die ‚Männerfeindlichkeit’ mit der ‚Judenfeindschaft des Christentums in früheren Jahrhunderten’ vergleichen. ‚Christliche Führer hatten nie zur Ermordung der Juden aufgerufen, sie schufen aber ein Klima der Ablehnung, das für andere Menschen solche Taten möglich machte.’ Ein ähnlicher Mechanismus sei am Werk, ‚wenn eine kulturelle Elite Hass oder Geringschätzung gegenüber Männern schürt’. Die Situation der Männer heute mit der Situation der Juden vor dem Holocaust zu vergleichen – ein anderes Wort als Wahnsinn fällt einem dazu kaum ein.“

Wer kurz in Hoffmann Buch nachschlägt, stellt fest, dass er sich in der zitierten Passage auf die amerikanischen Religionswissenschaftler Paul Nathanson und Kathleen Young bezieht, die sich in ihrem Werk „Spreading Misandry“ mit männerfeindlichen Klischees in der gegenwärtigen Populärkultur auseinandersetzen. Es ist offensichtlich und eigentlich überhaupt nicht misszuverstehen, dass weder Hoffmann noch Nathanson und Young die Situation von Männern in den heutigen westlichen Gesellschaften mit der von Juden im Nationalsozialismus gleichsetzen. Ihr Punkt ist ein anderer: Die Verbreitung böswilliger Klischees über bestimmte Gruppen von Menschen habe auch dann Folgen, wenn sie nicht direkt in Forderungen münden, Gewalt gegen diese Menschen anzuwenden.

Das wiederum ist sozialwissenschaftlich eine Selbstverständlichkeit und unter dem Begriff „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ längst bekannt. Der für Gesellschaftspolitik zuständige FAZ-Redakteur aber tut so, als würde er davon nichts wissen, und unterstellt Hoffmann sowie Nathanson/Young „Wahnsinn“ – den er allerdings erst selbst in ihre Texte hinein fantasiert hat. Hier wie in anderen Passagen ist es unwahrscheinlich, dass er einfach nur nicht recht verstanden hat, worüber er schreibt – mit hoher Wahrscheinlichkeit stellt er die Texte absichtlich falsch dar.

Das ist, unter anderem, deshalb schade, weil der Punkt, um den es geht, eigentlich sehr wichtig ist. Gerade erst wird bei einem Theaterfestival in Osnabrück ein Stück aufgeführt, das wohlwollend einen der furchtbarsten Kult-Texte der letzten Jahrzehnte zum Thema hat: Valerie Solanas „SCUM“, auf deutsch: Manifest der Gesellschaft zur Vernichtung der Männer.

Solanas fordert darin die umfassende Ermordung aller Männer und konstruiert diese Forderung sorgfältig parallel zur nationalsozialistischen Ideologie der Ermordung von Juden. Sie hat im Rahmen ihrer Möglichkeiten später versucht, ihre Schrift in die Tat umzusetzen: bei ihrem Mordanschlag auf Andy Warhol, den sie dabei schwer verletzte.

Trotz seiner enormen Gewaltfreude ist Solanas’ Buch schon lange ein Kultbuch, wurde auch in deutscher Übersetzung mehrfach neu aufgelegt, die Schauspielerin Jasmin Tabatabei las daraus öffentlich in Alice Schwarzers öffentlich geförderten FrauenMediaTurm, und die Bundeszentrale für politische Bildung verharmlost die faschistische Schrift als gesellschaftskritische Satire. Bis heute gibt es keine selbstkritische Auseinandersetzung im Feminismus über die Gründe für den Erfolg dieser tief inhumanen Schrift.

Dabei unterstellt niemand, Frauen würden durch die Lektüre direkt zu Männermörderinnen, oder Gaskammern für Männer stünden tatsächlich auf der Tagesordnung feministischer Politik. Die Kritik setzt anders an: Die Gewalt gegen eine bestimmte Gruppe von Menschen in Büchern und Theaterstücken diskursiv zu feiern hat auch dann Folgen, wenn diese Feier nicht unmittelbar in Gewalt mündet. Die schamfreie Freude an der Gewalt lässt nämlich Empathie erodieren – sie demonstriert, dass Angehörige der betroffenen Gruppe kein Anrecht auf Mitgefühl, Solidarität, Schutz oder Sorge hätten.

Dafür wiederum liefert Hoffmann in seinem Buch unzählige Beispiele, und es ist ein zentrales Versäumnis von Eders Artikel, dass er diese soziale Wirklichkeit ganz ausblendet.

 

Die Erosion der Empathie

Wie ist es beispielsweise möglich, dass ein Kinderhilfswerk demonstrativ nur Mädchen und nicht Jungen hilft, dass es damit sogar Werbung macht und die Unterstützung vieler Prominenter und Politiker findet? Es ist eine perverse Verweigerung von Empathie, wenn wir vom sicheren Westen aus Kinder in den ärmsten Ländern der Welt willkürlich danach selektieren, welche von ihnen unsere Hilfe beanspruchen könnten – und welche Kinder schon aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit kein Anrecht auf Schutz, Hilfe und Unterstützung hätten.

Doch auch in Deutschland selbst leiden Kinder unter geschlechtsbedingter Verweigerung von Empathie. Jungen erleben schon seit Jahrzehnten erhebliche schulische Nachteilen, sind in Haupt- und Förderschulen weit überrepräsentiert, in Gymnasium und beim Abitur weit unterrepräsentiert, und sie bekommen tendenziell bei gleicher Leitung schlechtere Noten als Mädchen. Doch wenn Bildungspolitik und Schulpädagogik das überhaupt einmal als Problem wahrnehmen, dann machen sie flugs die Jungen selbst für ihre Schwierigkeiten verantwortlich und halten an dem alten autoritären Credo fest, dass die Schulen schon ganz richtig und nur die Kinder eben falsch wären.

Dass die Selbstmordquote von Jungen um ein Mehrfaches größer ist als die von Mädchen, dass Jungen und Männer  häufiger drogensüchtig sind und häufiger Opfer von Gewalt, dass auch Jungen und Männer Opfer häuslicher Gewalt werden, ist politisch irrelevant: Der Versuch, neben den vielen Frauenhäusern auch ein Gewaltschutzhaus für Männer aufzubauen, ist gerade vor einigen Monaten an rundweg fehlender politischer Unterstützung gescheitert.

Weitgehend irrelevant war es für die Politik wie für die politischen Diskussionen in Massenmedien auch, dass die deutsche Gesetzgebung Menschen- und Grundrechte unverheirateter Väter flächendeckend und erheblich verletzte. Männer konnten – und können – den Kontakt zu ihren Kindern einfach deswegen verlieren, weil sie als Vater das falsche Geschlecht haben: Dass diese Gewaltakte weiträumig akzeptiert wurden, ist nur mit einer ebenso weiträumig fehlenden Empathie zu erklären. Impulse der Veränderung kamen aus dem juristischen Feld, durch Urteile des Europäischen Gerichtshofs und des Verfassungsgerichts – das politische Feld, einschließlich der Diskussionen in den Leitmedien, war unfähig zur Selbstkorrektur.

Hoffmann grenzt sich in seinem Plädoyer gleichwohl strikt von einer frauenfeindlichen „Hate Speech“ ab, in der etwa „Frauen als Zecken im Leben eines Mannes“ hingestellt werden. Auch Eder bringt dieses Zitat, konzentriert sich dann aber auf Hoffmanns Hinweis, solche Äußerungen könnten auch Resultat von Traumatisierungen sein, etwa nach einem jahrelangen sexuellen Missbrauch.

Das ist für den FAZ-Redakteur schon zu viel an Differenzierung – aus seiner Sicht macht Hoffmann hier einfach nur „die Frauen selbst verantwortlich“ für das, was Männer ihnen tun. Dabei geht es offensichtlich um einen ganz anderen und sehr wichtigen Punkt: Wir können wissen, dass die Verweigerung von Empathie und das Züchten von Aggressionen zusammenhängen. Wer also Aggressionen ablehnt, sollte Empathiefähigkeit fördern.

Im Kontext von Eders Artikel aber ist es nur stimmig, dass er diesen so wichtigen Aspekt unterschlägt und Hoffmann stattdessen eine Legitimation frauenfeindlicher Gewalt unterstellt.

Beispiele für spezifische Nöte von Männern oder Jungen führt dessen Plädoyer über Hunderte von Seiten an – Eder aber nimmt nichts davon wahr. Stattdessen greift er auf das bewährte Klischee des weltfremden Nerds zurück, um den Autor persönlich zu diskreditieren. Er sitze fast immer am Bildschirm, habe keine Freundin, lebe noch im Elternhaus. Gerade weil der Journalist sich für die sozialen Realitäten kaum interessiert, mit denen Hoffmann sich mühselig und detailliert auseinandersetzt, kann er dessen Auseinandersetzung als einen spinnerten Kampf mit Windmühlen hinstellen.

Das ist ein alter Trick. Aussagen eines Menschen über die empirische Realität werden nicht als Aussagen über die empirische Realität gedeutet, sondern als bloße Selbstauskünfte, als Symptome einer Verwirrung. Das schafft Raum für beliebige persönliche Unterstellungen und erspart die Mühe, sich mit den sozialen Realitäten auseinandersetzen zu müssen, über die dieser Mensch spricht. Die Weltferne, die Eder Hoffmann unterschiebt, ist damit allerdings seine eigene.

Die Kommentare unter dem Online-Artikel zeigen, dass viele Leser diese Darstellung schlucken. Warum sollten sie auch damit rechnen, dass das Bild, das ihnen präsentiert wird, mit dem Autor des FAS-Artikels selbst deutlich mehr zu tun hat als mit seinem Gegenstand?

Das Rollenverständnis von Journalisten ändert sich – die traditionelle Funktion als Torwächter öffentlicher Diskurse können sie kaum noch sinnvoll erfüllen. Es ist daher wichtig, diese Funktionen neu zu beschreiben. Das Vorbild eines „Hitman“ ist allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit eher kontraproduktiv.

Ist aber wirklich niemand in der Redaktion der Frankfurter Allgemeinen auf die Idee gekommen, dass es möglicherweise nicht in Ordnung, ja vielleicht sogar strafrechtlich relevant ist, wenn Ihr Redakteur einen Menschen ausdrücklich und öffentlich als psychisch krank hinstellt („Wahnsinn“) und das mit aus dem Kontext gerissenen Zitaten und einer manipulativen, willkürlich selektiven Darstellung stützt? Hoffmann ist ein freier Autor und ist für seine Existenzsicherung darauf angewiesen, Bücher zu verkaufen. Bei dieser Art der Darstellung durch eine große, überregionale Zeitung ist die bewusste Absicht einer Schädigung nicht von der Hand zu weisen.

Nur in einer Hinsicht hat dieser Text auch Vorteile. Viele, die sich gegen Benachteiligungen von Männern oder Jungen engagieren, schimpfen rituell auf linke Parteien und deren Fixierung auf feministische Positionen. Eder zeigt, dass Jungen und Männer auch von einer konservativen Position nicht viel zu erwarten haben. Das traditionelle linke Klischee, Kritik an feministischen Positionen sei gewiss auch irgendwie „rechts“ oder rechtsradikal, wird hier nur kurz – und natürlich sachlich irreführend – gestreift. Dafür aber wird ausdauernd ein Engagement lächerlich gemacht, das auch Jungen und Männer als schutzbedürftig und schutzberechtigt beschreibt.

Dabei wird nirgendwo klar, warum die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung eigentlich fast eine ganze Seite opfert, um einen Mann vorzustellen, den sie lediglich als verbissen-verwirrten Nerd präsentiert. Offenbar ist ein Engagement gegen spezifische Nachteile von Männern und Jungen mittlerweile so präsent, dass es nicht mehr ganz zu ignorieren ist – beispielsweise durch die Gründung einer Gruppe Liberaler Männer in der FDP. Die Frankfurter Allgemeine informiert zwar nicht über dieses Engagement – aber sie stellt klar, was davon zu halten sei.

 

Gewaltverliebte Gouvernanten und hirnbefreite Herrenreiter

Damit passt dann aber das böse Wort von Nanny-Journalismus auf diesen Text. Eder geht mit seinen Lesern um wie eine Gouvernante mit den ihr anvertrauten Kindern, die das Haus nicht verlassen sollen und denen sie gern erklärt, was von der Welt da draußen zu halten sei. Der Artikel diffamiert also nicht einfach nur ein politisches Engagement, das dem Journalisten nicht passt – er ist auch kennzeichnend für das Verhältnis zwischen dem Redakteur einer etablierten Zeitung und einem Blogger, der auf seinem Gebiet immerhin eine Schlüsselposition im Netz hat.

In Eders Text bildet sich damit auch der Konflikt zwischen der alten, nun fast verlorenen Meinungsmacht traditioneller Leitmedien und der unruhigen, unübersichtlichen Meinungsbildung im Netz ab.

Natürlich ist es möglich, dass Journalismus schon immer so einseitig, so desinformierend, so bösartig, kurz: so schlecht war wie der Artikel Eders – dass wir das aber früher nicht gemerkt haben, weil uns das Netz nicht als Instrument der Überprüfung solcher Texte zur Verfügung stand. Ich halte aber eine ganz andere Erklärung für wahrscheinlicher: Je stärker Journalisten ihre traditionelle Funktion als Torwächter öffentlicher Diskurse verlieren, desto verbissener halten sie an dieser eigentlich schon erodierten Funktion fest – und entfernen sich dabei immer weiter von eben der Wirklichkeit, mit der sie sich doch eigentlich auseinandersetzen müssen.

Gegenüber Bloggern, die sich mühselig von Spenden ernähren oder die neben einem Vollzeitberuf in ihrer Freizeit Texte verfassen, hat ein Journalist wie Eder ja eigentlich eine ungeheuer privilegierte Position. Er wird dafür bezahlt, zu recherchieren, Gespräche zu führen, sich mit verschiedenen Positionen auseinanderzusetzen und darauf dann seine Texte aufzubauen. Anstatt aber dieses große Privileg im Interesse seiner Leserschaft einzusetzen, nutzt er es lediglich im eigenen Interesse: Zur Verteidigung der traditionellen medialen Machtposition gegen einen der Blogger, die für Zeitungsjournalisten eine ganz neuartige Konkurrenz geworden sind.

Angesichts der prekären ökonomischen Position vieler Zeitungen ist diese Konzentration auf eigene Belange verständlich, sie ist aber auch fatal, weil sie natürlich zum Verlust journalistischer Vertrauenswürdigkeit beiträgt. Die Frankfurter Allgemeine beispielsweise war ja eigentlich einmal, unter anderem, die Zeitung des Bildungsbürgertums. Heute aber ist es für ihre Sonntagszeitung selbstverständlich, dass einem FAZ-Redakteur nicht einmal das sinnentnehmende Lesen eines einzelnen Buches abverlangt werden dürfe.

Dabei wäre ein vertrauenswürdiger Journalismus der Leitmedien eigentlich ungeheuer wichtig. Angesichts der balkanisierten Diskurse des Netzes, seiner betonierten Filterblasen und abgeschotteten Echokammern, fehlen allgemeine Foren, in denen Menschen ganz unterschiedlicher politischer oder weltanschaulicher Richtungen miteinander ins Gespräch kommen können. Das können einzelne Blogs kaum leisten, dafür bräuchte es die Position überregionaler Medien.

Anstatt aber mit dem Gestus hirnbefreiter Herrenreiter einzelne Akteure diskursiv zu exekutieren, müssten Journalisten dann fair, offen, interessiert und seriös mit Vertretern ganz unterschiedlicher Positionen ins Gespräch kommen können. Anstatt immer schon zu wissen, wie die soziale Realität zu bewerten ist, müssten sie sich offen, interessiert und eben auch gelegentlich mühsam mit dieser Realität erst einmal auseinandersetzen, bevor sie darüber schreiben. Ein Redakteur vom Schlage Eders würde angesichts solcher Erwartungen wohl in empörte Schnappatmung verfallen – sie sind aber nach meiner Überzeugung unverzichtbar, wenn Journalisten heute noch sinnvolle Funktionen erfüllen wollen.

Ich kann also gleich aus vielen Gründen nicht verstehen, wie solch ein Text in einer Zeitung veröffentlicht werden konnte, von der ich eigentlich in den letzten Jahren ein positiveres Bild gewonnen habe – nachdem mir früher die Frankfurter Allgemeine deutlich zu konservativ und zu ressentimentgeladen war. In einem Seminar zu journalistischer Ethik würde der Text sich als Paradebeispiel dafür eignen, wie Journalisten auf gar keinen Fall vorgehen sollten. Er ist selbstgerecht, er ist wirklichkeitsleer, er ist irreführend – und er ist bei alledem auch sehr gewaltsam.

Gleichwohl halte ich nichts davon, Texte verbieten zu wollen. Wichtig ist es allerdings, dass Kritik und Gegenpositionen ebenso verfügbar sind. Ich stelle es Ihnen daher gerne frei, meinen Kommentar dazu ebenfalls in Ihrer Zeitung zu veröffentlichen. Nach den jüngsten Erfahrungen möchte ich allerdings auf die Bitte nicht verzichten, meinen Text nicht so kürzen oder zu verändern, dass sein Sinn dabei völlig verkehrt wird.

Mit freundlichen Grüßen

Lucas Schoppe

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60 Comments

  • “ … Bis heute gibt es keine selbstkritische Auseinandersetzung im Feminismus über die Gründe für den Erfolg dieser tief inhumanen Schrift.“

    Die sollte man gelesen haben! Das Scum-Manifest von Solanas ist so überaus absurd, extrem und hetzerisch — sagt alles über die Fans dieser Schrift! Die natürlich keine „Satire“ ist, dafür kann man keinen Ansatz finden.
    Mein Lieblingsdetail ist, dass Solanas den Männern vorwirft, der Menschheit aus reiner Bösartigkeit die Unsterblichkeit zu verweigern.

  • Ich habe jetzt erst den FAZ-Artikel gelesen.

    „Was sind das für Männer, die das Gefühl haben, von Frauen unterdrückt zu werden?“

    Männer werden diskriminiert. Ich weiß ja nicht, aber ich bezweifle das Arne behaupten das Männer unterdrückt werden. Feministinnen behaupten das Frauen unterdrückt werden. Vielleicht hat sich der FAZ-Autor dann ganz anstrengungslos überlegt das Maskulisten dann wohl denken müssen das Männer unterdrückt werden.

    Wie so oft bauen sie ihre Hetze mit Lügen auf. Sie legen ihnen Positionen in den Mund, die diese gar nicht vertreten, die man aber gut angreifen kann. Das ist ein ganz jämmerlicher Schlag von Menschen.

    • Ich behaupte natürlich nicht pauschal, dass „Männer unterdrückt werden“. In unserem Interview habe ich Herrn Eder das von Warren Farrell geprägte Konzept der „bisexistischen Gesellschaft“ ausführlich erklärt (abgesehen davon, dass es auch zum Inhalt meines Buches gehört). Herr Eder hat das aufmerksam und interessiert zur Kenntnis genommen – wie viele andere Dinge in unserem Gespräch, über die er dann lieber nicht berichtet hat.

      • @Arne
        Das hatte ich irgendwie gar nicht mitbekommen, dass der auch mit dir gesprochen hatte. Nur Patrick Albert, „ein Freund von Arne Hoffmann“ wird zitiert aber offenbar gezielt unvollständig. Die Kommentarfunktion zu dieser Schmähkritik, von der ich mich nicht wundern würde, sie bei der Boulevard, Klatsch und Tratsch-Presse vorzufinden, nicht aber der FAZ wurde recht bald geschlossen.

        Kurz vor Toresschluss gelang es aber Patrick Albert selbst, noch eine Kommentar abzusetzen. Weil er recht deutlich zeigt, wie unlauter Sebastian Eder gearbeitet hat und auch für den Fall, dass er der FASZ doch noch irgendwie verloren geht, mache ich hier einfach mal ein Backup (von mir formatiert, wg. besserer Lesbarkeit):

        Patrick Albert (tschiew) – 29.08.2017 – 10:17
        „Positive Aspekte? Nicht relevant!

        Mit Arnes Thema „Männerrecht“ habe ich eigentlich nichts zu tun – ich wollte ihm als Freund lediglich den Gefallen tun und einem Redakteur der FAZ (ehrlich und authentisch – das war Arne wichtig) Rede und Antwort stehen. Nach dem Lesen des Artikels: Diese Zeit hätte ich mir sparen können.

        Da erzähle ich ihm z.B., dass Arne sich wunderbar mit den Frauen im Quiz-Team versteht…dass er nichts gegen Frauen hat, sondern lediglich für Männer gerne die gleichen Rechte hätte… . Und dann?

        Ich werde lediglich mit den Worten zitiert, einen Autor für Erotikliteratur hätte ich mir anders vorgestellt.
        Auf meine Rückfrage hin schrieb Herr Eder, er könne ja wohl selbst entscheiden, was er für relevant halte.

        Ja, durchaus! Relevant ist in diesem Artikel dann wohl lediglich, Arne Hoffmann negativ darzustellen. Dazu passen dann meine Aussagen aber leider nicht – sorry! Ganz unabhängig vom thematischen Inhalt: Die Art und Weise, wie dieser Artikel geschrieben wurde, ist weit unter üblichem FAZ-Niveau.“

  • So schliesst sich das Hufeisen. Da sind sich also die FAZ und die alternativen, extremen Linken einig: es darf keine legitime links orientierte Kritik am Feminismus geben!

    Die beiden „mehrheitsfähigen“ Positionen seien, so Autor Eder der Feminismus und die religiös-konservative Gegenhaltung, die sich angeblich die Waage halten würden ….

    „Kolumnisten, die kritisch über die Auswüchse des „Genderwahnsinns“ berichten, sind in den Medien mindestens genauso präsent wie die Feministinnen selbst.“

    Diese Stelle ist sehr interessant, denn sie verrät viel über das Selbstverständnis des Autors und vermutlich auch der FAZ, die Hoffmann zum „mehrheitsfähigen“ Opportunismus ermahnen:

    „Dass Hoffmann nicht zu diesen Autoren gehört, liegt daran, dass seine Argumentation in weiten Teilen nicht mehrheitsfähig ist – und dafür kann niemand etwas, außer er selbst.“

    Ich finde das überaus amüsant, denn der Feminismus ist alles andere als „mehrheitsfähig“, sondern eine höchst elitäre Weltanschauung mit esoterischen Doktrinen, eigentlich ganz vergleichbar der Weltanschauung der akzeptablen religiös-konservativen Gegenseite.

    Genau diese Gemengelange hätte man immer bei einer rechten Zeitung erwartet. Wie früher, die FAZ 😉

    • Zum Stil des Stücks in der FAZ von Eder: eine Art Erlebnis-Journalismus, der von den grössten Absonderlichkeiten im Erleben zu den Höhenflügen der Behauptungen angeregt wird.

      Das war immer der Stil der Rechten, seit über 100 Jahren. Diese argumentieren auch regelmässig gegen die Person, die als sexuell abartig, wie Hoffmann ja dargestellt wird, hingestellt wurden.
      Gruselig.
      Dunkeldeutschland?

      Oder eine Nummer heller als bei der letzten dieser Attacken, da mit dem Hern Hurzig oder so von der SZ (war Thema hier auf dem Blog, inklusive Austausch mit dem Autor).

      Aber einen Schritt weiter: der Artikel erkennt ja schliesslich die hohe Rate der Gewalt an Männern an, in Beziehungsfragen. Das ist feministische Häräsie. Die Männerrechtler werden es gerne wahrnehmen.
      Aber ist es das wert? Es füttert doch in das grundverleumderische Grundthema ein, das einer bösen „Männerherrschaft“.

      • „Unterdrückt der „herrschende Feminismus“ hier also einen Gegner, der die besseren Argumente hat? Man kann es kurz machen: Nein.“

        Nein, es ist ja die FAZ.

    • „„Dass Hoffmann nicht zu diesen Autoren gehört, liegt daran, dass seine Argumentation in weiten Teilen nicht mehrheitsfähig ist – und dafür kann niemand etwas, außer er selbst.““

      Ich liebe ja diese doppelstöckigen Argumentationaufbauten und dieses ist sogar noch mit Tiefgarage gesegnet.
      A – Ob eine Argumentation mehrheitsfähig ist, kann man logischerweise erst überprüfen, wenn die überwiegende Mehrheit sie kennt.
      Das ist bei Arne’s ganz sicher ( noch ) nicht der Fall ( aber dank Meister Eder nehmen sie jetzt wahrscheinlich schon ein paar Leute mehr zur Kenntnis ).
      B – Ob irgendjemand irgendetwas dafür kann, ist eine ganz andere Frage, die nur im direkten konkreten Kontext ermittelt werden kann. Meister Eder kann darüber also gar nichts wissen, eben weil ( s.o. ) die Mehrheitsfähigkeit völlig ungeklärt ist, wodurch sich die Frage nach den Ursachen erübrigt.
      C – Erst wenn A u. B abgearbeitet sind, kann man überlegen, ob Arne ggf. selbst mit- o. gar allein für diese angebl. (Nicht-)Mehrheitsfähigkeit verantwortlich wäre.

      Immer schön nach der Methode: „Das Gas ist feucht, also hat es gestern geregnet und der Nachbar ist ein Arschloch, weil er vorgestern gesagt hat, daß es Sonne geben soll.
      Wie? Der Kerl hat gestern den Rasen gesprengt, weil es so heiß und trocken war, kann ja gar nicht, denn das Gras ist feucht, also hat es gestern geregnet und außerdem ist er ein Arschloch …..!“

    • „„Kolumnisten, die kritisch über die Auswüchse des „Genderwahnsinns“ berichten, sind in den Medien mindestens genauso präsent wie die Feministinnen selbst.““
      Mir fiel dieser Satz auf, weil er die Filterblase des Eder sehr genau umreißt.
      Er liest ausschließlich Kolumnen und hält sie offenbar für die deutsche Medienlandschaft schlechthin.
      Schlimm ghenug, aber erscheint kaum mehr als Don Alphonso und Stefan Schleim ( Heise ) zu lesen, jedenfalls fallen mir auf Anhieb keine weiteren Kolumnisten ein, die regelmäßig das Geschlechterthema in feminismuskritischer Sicht bearbeiten. Bestimmt gibt es noch ein o. zwei, aber daraus „mindestens soviele wie Feministen“ zu basteln, erfordert doch schon ziemlich wahnhafte Vorstellungen. Schon im ersten Gedankenblitz sehe ich allein zwei Hardcorefemisten der TAZ vor dem geistigen Auge ( Schmollack u. Oestreich ), dann kommt der Gunnar von der BZ ( eingefleischter Mutterkultler ), der Eder von der FA – und wenn ich dann noch Funk, TV, offiziell vom Staat finanzierte Blogs hinzuziehe bin ich aber ganz schnell bei einigen dutzend Femipropagandisten ohne Gegengewicht auf der Seite der Kritiker.

      Ohne damit eine ICD-Nummer konkret nennen zu wollen, lautet die küchenpsycholgische Diagnose: pathologische kognitive Dissonanzen, schwerster Ausprägung.

    • @Alex
      „Da sind sich also die FAZ und die alternativen, extremen Linken einig: es darf keine legitime links orientierte Kritik am Feminismus geben!“

      Korrekt.
      Es geht der Mainstream-Presse darum, das Spektrum der erlaubten Meinungen einzuengen, indem dem Publikum ein Bündel von Meinungen *als* links oder rechts präsentiert wird. Nur dieser Rahmen – das ist das Ziel – von „links“ ist dann links.

      Unabhängig davon, ob es sich überhaupt um eine linke Position handelt – wer arme weiße Männer zum hassen freigibt (white trash), nur weil sie das falsche Geschlecht und die falsche Hautfarbe haben, ist m.E. nicht links. Sondern ein Rassist und ein Sexist.

      Aber wenn sich der mediale Schwarmopportunismus selber ausdauernd genug versichert, der weiße männliche Obdachlose sei doppelt privilegiert, dann geht das schon in Ordnung. Auch mit der irgendwie linken, irgendwie eigenen Position; es war ja nicht alles schlecht an der Agenda 2010, zumindest, wenn man davon nicht betroffen ist.

      Wenn Arne wirklich ein ausführliches Interview gegeben hat, dann dient die Hälfte der Falschdarstellung und Verleumdung des „Artikels“ von Eder der Selbstvergewisserung und Selbstdarstellung als guter Progressiver (Schwarmopportunist).

      Narzissten bei der Arbeit zuzuschauen ist manchmal unappetitlich.

      Subcomandante crumar

  • Ein reichlich langer Blogpost ( Brief ), über einen FA-Artikel, der eigentlich nur eines Kommentars würdig ist:
    Wieso bezahlt die FA einen Schreiberling, der sich sogar noch damit offen brüstet, jeden Unfug hoch bezahlt zu kriegen? Der mittels unsubstanzierter Dummwitzelei über einen Autoren wütend herzieht, welcher bescheiden in seinem Elternhaus wohnt, um qualitativ hochwertigere Arbeit liefern zu können, als solche differenzierungsunfähigen Mietpöbelanten.
    Arne ( wird von Eder dummerweise sogar selbst zitiert ) will sich nicht dafür verkaufen, abends noch Artikel für irgendeinen Kaninchenzüchterverein schreiben zu müssen. Meister Eder schreibt aber für ein von Pleite bedrohtes Boulevardblatt Artikel über Leute ( gegen Leute ) von deren Wirken er überhaupt gar keine Ahnung haben will, sonst hätte er das selbst Zitierte ja mal intellektuell zur Kenntnis nehmen können.

    Mal ganz davon abgesehen, daß das „Mehrgenerationenhaus“ auch bei linken Soziologen als eine nahezu ideale Form des gesellschaftlichen Solidarmodells gilt.
    Nicht so bei „Meister“ Eder, der offenbar dafür satt gepampert wird, der FA die ungeliebt gebildete Konkurrenz vom Leibe zu halten, notfalls mit wild erfundenen Schmähungen ( hier das „Muttersöhnchen“, als geschlechtsspezifisches Flach-Synonym für „Versager“ ). Was ihm allerdings nicht recht gelingt, wie man in der Kommentarspalte nachlesen kann. Obwohl die meisten der dortigen Kommentatoren eher ein recht gedämpftes Wissen über die aktuellen politischen Geschlechterverhältnisse ( also Feminismus vs. alles andere ) zu haben scheinen, begreifen doch fast alle, daß Arne faktische Substanz bringt, Eder aber nicht.
    Ich vermute mal, den Auslöser liefert Eder mit seiner Gleichsetzung von Arne’s Kritik an den radikalen feministischen Strömungen mit „alle Frauen“ die „immer gegen Männer“ und somit „schuld“ wären.
    Das ist so billig, saublöde und ausgelutscht, daß auch die FA-Leser sich damit nicht mehr so ohne weiteres ködern lassen.

  • Die Kritik ist natürlich berechtigt. Aber der moralische Appell führt ebenso natürlich zu nichts. Der Redakteur hat eigentlich nur die ohnehin bestehenden Vorurteile der Bevölkerungsmehrheit über Männerrechtler in eine Story über eine konkrete Person verpackt. Das sollte einen nicht überraschen.

    Mich würde interessieren, ob Arne aus dieser Art von Aufmerksamkeit zusätzliche Buchverkäufe oder Spenden auf dem Blog generieren kann. Falls ja, dann hat auch diese Form von Publicity ihren Sinn. Falls nein dürfte es für alle Schattierungen von Maskulisten bis auf weiteres besser sein, überhaupt nicht mit Massenmedien zu sprechen sondern ausschließlich Plattformen (Blogs, Youtube etc) zu verwenden, bei denen man die Erzählung vollständig selbst kontrollieren kann.

  • > Aussagen eines Menschen über die empirische Realität werden nicht als Aussagen über die empirische Realität gedeutet, sondern als bloße Selbstauskünfte, als Symptome einer Verwirrung.

    Ich musste hier unweigerlich an den Feminismus denken, der ja sehr gerne bloße Selbstauskünfte, Symptome persönlicher Verwirrung, als empirische Realität zu verkaufen versucht – mit prominenter Unterstützung, man nehme mal Obama und die „Rape Culture“.

  • Der FAZ-Artikel ist einfach nur gruselig. Dass so viel Platz und Energie investiert wird, um eine Einzelperson als lächerliche Kreatur darzustellen, lässt doch eher Rückschlüsse auf den Autor und das Redaktionsteam zu. Wer einen solchen Artikel schreibt, in dem alles was der Portätierte mal gesagt oder gemacht hat in negative Bewertung gesetzt wird, kann nicht viel von Humanismus halten. So eine Kampagne kann letztlich gegen jeden gefahren werden, denn jeder hat seine Brüche, Schwächen und angreifbare Seiten. In dieser polarisierten Zeit trauen sich meiner Meinung nach eben vorwiegend Personen an die Öffentlichkeit, die über extreme Persönlichkeitsausprägungen und damit auch eine gewisse Robustheit gegenüber Angriffen verfügen, egal ob Spitzenpolitiker, der Danisch oder Arne Hoffmann. Doch bin ich froh, dass einige Personen sich dem scharfen Gegenwind stellen und Positionen vertreten, die dem Mainstream nicht gefallen. Ein so niveauloser Kampagnenartikel wird jedenfalls eher negativ gegenüber der Faz wirken, als gegenüber den Porträtierten, siehe die Kampagne gegen James Damore.

  • Aha. Arne ist jetzt also prominent genug, um zum Ziel einer publizistischen Hinrichtung in einem Mainstreammedium zu werden. Kann man einerseits als Adelung sehen, andererseits ist es natürlich nicht ungefährlich. Bedenklich finde ich daran vor allem, dass es sich nicht um die taz, sondern um die FAZ handelt. Kann man da irgendwie Aikido draus machen? Den Schwung des Gegners aufnehmen, um ihn gegen ihn zu wenden? Vielleicht kann das (auf kleinerem Level) ähnlich wie bei Google und Damore auch für die FAZ nach hinten losgehen.

    • Kann man da irgendwie Aikido draus machen? Den Schwung des Gegners aufnehmen, um ihn gegen ihn zu wenden? Vielleicht kann das (auf kleinerem Level) ähnlich wie bei Google und Damore auch für die FAZ nach hinten losgehen.

      Wir verfügen nur über bescheidene Mittel. Ich schlage vor, dass dieser Artikel in den feminismuskritischen Blogs behandelt wird. Dabei darf auch der Autor Eder etwas näher beleuchtet werden, denn er war es, der sich auf die persönliche Ebene begeben hat.

      Wem das missfällt, dem sage ich: Nach vielen Jahren der Diffamierung und der Hetze gegen alles, was nicht stramm in den feministischen Chor mit einstimmte ist die Zeit gekommen, mit gleicher Münze heim zu zahlen.

      Journalisten sind eine aussterbende Spezies. Ihre Aggressivität ist Ausdruck ihrer Angst. Sie verlieren mehr und mehr ihre Gatekeeperfunktion. Zwar setzen sie noch immer die Themen, aber ihnen wird nicht mehr geglaubt. In der Schweiz sind Vorschläge auf dem Tisch, die Medien, vor allem Tageszeitungen, staatlich zu subventionieren. Ich rechne in der nächsten Zeit mit Artikeln, die genau solches fordern, sei es in der BRD oder in der Schweiz, d.h. wir sollen für den Dreck, den sie auf uns werfen auch noch bezahlen. DAS ist der Kampf, der gewonnen werden muss. Die sollen endlich bankrott gehen.

      • @Pjotr

        Du schreibst:

        „In der Schweiz sind Vorschläge auf dem Tisch, die Medien, vor allem Tageszeitungen, staatlich zu subventionieren. Ich rechne in der nächsten Zeit mit Artikeln, die genau solches fordern, sei es in der BRD oder in der Schweiz, d.h. wir sollen für den Dreck, den sie auf uns werfen auch noch bezahlen. DAS ist der Kampf, der gewonnen werden muss. Die sollen endlich bankrott gehen.“

        Das Problem ist natürlich nachher immer: woher kommen die Informationen? Wer macht Recherche vor Ort. So einfach ist es nicht, wenn mal die Zeitungen verschwunden sind, dann wird es schwierig. Das alte Modell der Zeitungen zieht nicht mehr, weil die Werbeeinnahmen völlig wegbrechen. Früher war eine Zeitung noch mit mindestens 50% Werbeeinnahmen subventioniert. Heute gehen die Werbeeinnahmen alle ins Internet. ich finde es lohnt sich schon, darüber nachzudenken, wie guter Journalismus bezahlt werden kann.

        • Das Problem ist natürlich nachher immer: woher kommen die Informationen? Wer macht Recherche vor Ort. So einfach ist es nicht, wenn mal die Zeitungen verschwunden sind, dann wird es schwierig.

          Meine Erfahrung mit den Mainstreammedien ist, dass sie so gut wie keine Recherche betreiben und wenn doch, wie im vorliegenden Fall, diese nicht in den Artikel einfliessen. Dann kommt so ein Käse raus der im Wesentlichen nur Herrn Eders Tugendhaftigkeit und Linientreue demonstriert. Für so eine Mist soll ich bezahlen? Der kann auch als Handlanger auf dem Bau arbeiten. In einem freien Informationsmarkt interessiert dem seine Meinung keine Sau. Die wurde nämlich tausendfach geklont.

          Ich habe schon oft, wirklich oft erlebt, dass meine kleine Onlinerecherche die Darstellung in den MM als zum Teil schlicht falsch sind, regelmässig Relevantes ausblendet und vor allem Meinung ist und nicht mal eine gut begründete. Sowas gibt es millionenfach im Internet.

          Die Holzmedien reichen mehr oder weniger Agenturmeldungen weiter. Recherche, gar vor Ort, ist so gut wie inexistent mit wenigen Ausnahmen. Und wenn dann mal einer tatsächlich recherchiert wie im vorliegenden Fall, dann ignoriert er so ziemlich alles, was die Recherche ergeben hat und betätigt sich als Spindoktor. Das habe ich so satt.

          Ständig dieses Bemühen der Journalistenzunft, das eigene Narrativ zu verbreiten. Was qualifiziert diese Leute eigentlich für ihre Position der Meinungsmacher (die sie glücklicherweise allmählich verlieren)? Sie haben gelernt, schön zu schreiben. Und was noch?

          • @ Mark Ich finde sogar: Es ist auch prinzipiell, unabhängig von einzelnen guten Beispielen (die es hoffentlich gibt), wichtig, einen Mainstream zu haben und sich nicht immer nur in diversen Seitenarmen zu tummeln.

            Die einzelnen Perspektiven sind eben immer nur begrenzt, und da es keine gottgleiche Perspektive gibt, von der alles objektiv, fehlerfrei und vollständig betrachtet werden kann, gibt es ja eigentlich nur ein Mittel zur Ausweitung der jeweiligen Grenzen: nämlich die Auseinandersetzung mit anderen Perspektiven. Das klappt aber nur, wenn es dafür auch einen Raum der Auseinandersetzung gibt, der prinzipiell allen zur Verfügung steht.

      • @ Pjotr:
        „Wir verfügen nur über bescheidene Mittel. Ich schlage vor, dass dieser Artikel in den feminismuskritischen Blogs behandelt wird. “
        Gute, wenn auch wohl automatische, Idee. Und als kleinster und dümmster gehe ich gleich noch einen Schritt weiter. Der Kerl kriegt von mir ’ne persönliche Einladung ( Link folgt in ein paar Stunden ).

          • Habe einfach mal folgenden Text an die FA geschickt:
            „Sehr geehrte Damen und Herren,
            Hallo Sebastian Eder,
            Da der gestrige Artikel über Arne Hoffmann bestenfalls unverständlich ist, man ansonsten böse Absichten unterstellen müßte, eine Klärung solcher „Mißverständnisse“ vermutlich auch im Interesse eines Qualitätsjournalismus sein sollte, erlaube ich mir hiermit, Sie zu einem offenen und fairen Austausch dazu einzuladen.
            Das konkrete Gesprächsangebot finden Sie auf meinem Blog „Fiete’s 2 Groschen“.
            Es würde mich wirklich freuen, wenn Sie, Herr Eder, sich bequemen könnten, sich auf eine saubere Diskussion unter zivilisierten Bedingungen einzulassen.

            Sollten Sie vorab Rückfragen haben, stehe ich Ihnen selbstverständlich unter der hier ersichtlichen E-Mail-Adresse gern zur Verfügung.

            mit freundlichen Grüßen
            …“

            Schaun mer oiso mal …

      • @Pjotr
        > In der Schweiz sind Vorschläge auf dem Tisch, die Medien, vor allem Tageszeitungen, staatlich zu subventionieren. Ich rechne in der nächsten Zeit mit Artikeln, die genau solches fordern

        Das ist schon längst gelebte Praxis. Über Bande gespielt muss ich über meine GEZ Gebühren die Süddeutsche subventionieren: „Rechercheverbund NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung“ mit Frontman Mascolo.

        Die jammern gerade mal wieder und wollen mehr Geld. Auch wollen sie nicht mehr immer betteln gehen müssen, die Gebühren sollen in zukunft automatisch angehoben werden.

        Hadmut Danisch versteht das nicht
        http://www.danisch.de/blog/2017/08/20/erhoehung-der-rundfunkbeitraege/

        Ich auch nicht.

        Es ist doch erst ein paar Jahre her, da hat die Regierung beschlossen, dass die „Rundfunkabgabe“ für den Staatsfunk von jedem eingezogen wird, egal ob er ein Radio, Fernseher hat oder auch nicht. Eine neue Steuer also! Seitdem müssten die doch im Geld schwimmen.

  • Wie weit der Herr Eder von der Wirklichkeit entfernt ist, kann man gut hieran erkennen:
    „Kolumnisten, die kritisch über die Auswüchse des „Genderwahnsinns“ berichten, sind in den Medien mindestens genauso präsent wie die Feministinnen selbst.“

    Präsent?
    Wenn überhaupt, dann doch nur in der Kommentarspalte – wenn denn kommentiert werden darf.

  • „Die schamfreie Freude an der Gewalt lässt nämlich Empathie erodieren – sie demonstriert, dass Angehörige der betroffenen Gruppe kein Anrecht auf Mitgefühl, Solidarität, Schutz oder Sorge hätten.“
    Super formuliert, so wie der ganze Artikel.
    Eine Pflichtlektüre für alle ( also fast alle ), die ohne Mitgefühl für unsere genitalisierten B-Menschen ( ??? ) sind.

  • Ich fand den FAS-Artikel gar nicht so schlecht. Sicher ist es keine Jubelarie und uneingeschränkte Huldigung an den Übermenschen A. Hoffmann, allerdings auch kein Totalverriss. Da sind im Feuilleton durchaus ganz andere Kaliber im Einsatz. Wer zum Vergleich eine richtig schöne (und verdiente) publizistische Hinrichtung der hochprominenten, nichts desto trotz supertrüben Tasse Richard David Precht lesen will, folge diesem Link:

    http://www.sueddeutsche.de/kultur/bestseller-autor-precht-unglaublich-1.138989

    Da kommt Arne Hoffmann gar nicht so schlecht weg, insbesondere wenn man die Uraltmedienweisheit „there’s no such thing like bad publicity“ in Rechnung stellt. Man liest alle wichtigen Männeranliegen in einem neutralen bis nolens volens zustimmenden Duktus, einige interessante biographische Details, die eben für sich sprechen und auch die Kritik ist nicht völlig an den Haaren herbeigezogen. Zumindest muss sich Hoffmann durchaus an die eigene Nase greifen, wenn man ihm gelegentliche antisemitische Flirts unterstellt. Dabei ist seine idiotische Verbalaggression gegen Beschneidung noch aussagekräftiger als die zitierte Passage, die man leicht als effekthascherischen Scherz abtun kann.

    Soweit also kein Grund zur Aufregung.

    • „Man liest alle wichtigen Männeranliegen in einem neutralen bis nolens volens zustimmenden Duktus“

      Haben wir den gleichen Artikel gelesen?

      Die demonstrative Rechtgeberei gegen Schluss macht den Kohl auch nicht mehr fett, der Leser hat seine Meinung schon längst gebildet, durch die tonsetzenden Höhepunkte:

      „Frauen seien bereits genug gefördert worden, jetzt seien endlich mal die Männer dran…“

      Neid ist ein niederer Beweggrund, oder?

      „… hat keine Freundin, schreibt aber Sex-Ratgeber …“

      Mit anderen Worten, Hoffmann redet über das, wovon er keine Ahnung hat. Nicht das einzige Mal, dass in diese Kerbe gehauen wird.

      “ … kämpft eben gegen die Unterdrückung der Männer, die doch immer noch fast überall in der Gesellschaft das Sagen haben.“

      Ah, ein unmittelbares Bekenntnis zum Fenminismus. Niemand sonst kann den letzten Halbsatz glauben, allein damit eine angebliche „Unterdrückung“ von Männern wegwischen.

      „Der Männerrechtler hat für seine These des unterdrückten Mannes also durchaus ein paar gute Beispiele. Das Problem ist: Er schießt oft meilenweit über das Ziel hinaus.“

      Nicht nur knapp daneben, sondern „meilenweit“. Und das noch „oft“. Da will man von diesem Mist doch gar nicht mehr haben, nicht?!

      „Die Situation der Männer heute mit der Situation der Juden vor dem Holocaust zu vergleichen – ein anderes Wort als Wahnsinn fällt einem dazu kaum ein.“

      Das ist besonders perfide, denn Judenhass ist keinesfalls auf den Holocaust beschränkt und den benutzt nur der Autor in demagogischer Absicht, um Hoffmann anzuschmieren. Wenn Herr Eder sollte sich diesbezüglich mal an die Apologeten des Islam und der Migration denken, da sind tatsächlich zahllose derartige Vergleiche an der Tagesordnung gewesen. Wird er aber wohl nicht wissen wollen, das sind schliesslich Ziele, die er teilt.

      „ist das weibliche Geschlecht in seinen Argumentationen ständig an allem schuld“

      Bei Hoffmann geht es doch immer und zuerst um den Feminismus?! Vermutlich kann Herr Eder Frauen und Feminismus nicht auseinander halten. Im Text gibt er sich ja auch als Feminist zu erkennen und die glauben nun mal fest daran, dass Feminismus einen Alleinvertretungsanspuch aller Frauen besitzt.

      Dann wird Hoffmann als zynischer Frauenmanipulator bzw als Gehilfe dessen hingestellt:

      „Diesen selbsterklärten Verführungstrainern wird nicht nur vorgeworfen, Frauen wie austauschbare Objekte zu behandeln.“

      Auch verrät der Jargon, der sich an der „Objektifizierung“ orientiert, Eders Feminismus. Anmache ist immer gleich „Belästigung“ und Frauen würden ohnehin nur als „austauschbare Objekte“ wahrgenommen und nicht als möglichen Lebensparter, der ja auch mal irgendwo „aufgerissen“ werden könnte…

      „Er verteidigt auch die Urheber von menschenverachtenden Äußerungen …“

      mit sehr fragwürdigen Methoden, wie der Artikel in Längen „nachweist“. Diese Stellen wirken arg patchworkhaft und manchmal sogar zusammenhanglos, wie das üble Zitat von irgendeiner „Plattform der radikalen Männerszene“ (ungenannt):

      „Frauen sind doch nichts anderes als Zecken im Leben eines Mannes, die ihn aussaugen. Aber seit wann bestimmt die Zecke im Fell des Hundes, wo es langgeht?“

      Diese Stelle ist echt ungeügend umgerührt, die Versatzstücke schwimmen noch einzeln in der trüben Brühe des Textes. Das Fazit des Autors ist klar: Hoffmann entschuldigt diese Exzesse mit faulen Ausreden um „posttraumatische Störungen“. Dann wiederum tut der Artikel auf einmal so, als könnte da generell was dran sein (ist ja auch ein Narrativ im Feminismus etc), aber Hoffmann selbst wäre auf jeden Fall davon auszunehmen:

      „Hoffmann selbst wurde nicht durch traumatische Erfahrungen zum Männerrechtler. „Ich wollte Autor werden …..“

      Ja, weil er eben ein selbstgefälliger Schwätzer ist, wie wir schon wissen.

      „Stattdessen musste sich Hoffmann eine Nische suchen: Internetforen. Er begann als klassischer Troll.“

      Das hatte noch gefehlt! Ein „Troll“ ist er, wie angeblich alle „Maskus“.

      Und so präsentiert Eder die „Männerrechtsbewegung“ als grössenteils ein Projekt von „Rechtsradikalen“, auch immer ein zentrales Anliegen von Feministen:

      „Bei einem Großteil der Bewegung wäre das nicht sehr bedauerlich: Der Feminismus ist auch ein zentrales Feindbild von Rechtsradikalen.“

      Die darauf folgende Verknüpfung einzelner Begebenheiten, um Hoffmann zu guter Letzt auch als Rechtsradikalen erscheinen zu lassen, ist lesenswert, da so bemüht weit hergeholt:

      „Der Feminismus ist auch ein zentrales Feindbild von Rechtsradikalen. Laut der linken „tageszeitung“ warnte die „neue intellektuelle Rechte“ bereits 1994 in einem Manifest davor, dass der Feminismus „eine totalitäre Gefahr“ darstelle. Auch Hoffmann sagte 2007 in einem Interview über Feminismus, dass durch staatlichen Druck eine „gigantische ideologische Umerziehung“ stattfinde. „Das ist nichts weniger als totalitär.““

      Als wenn es für Rechtsradikale typisch wäre, dass sie vor Totalitarismus warnen würden — ein atemberaubender Schluss. Nachgeschoben wird die übliche Litanei mit rechten bis rechtsextremen Medien — „Das alles sind rechte Plattformen.“ Nein, schlimmer: „Querfrontplattformen“, wo die Extremisten von links & rechts zueinanderkommen…. Ein sektiererischer Irrsinn und längst nicht so klar, wie Eder das hier darstellt.

      Kann man da sagen:
      „Da kommt Arne Hoffmann gar nicht so schlecht weg“

      Also nein, Hoffmann kommt fast durchgängig schlecht weg.

    • Da kommt Arne Hoffmann gar nicht so schlecht weg, insbesondere wenn man die Uraltmedienweisheit „there’s no such thing like bad publicity“ in Rechnung stellt. Man liest alle wichtigen Männeranliegen in einem neutralen bis nolens volens zustimmenden Duktus

      Zustimmender Duktus? Soll das ein Witz sein?

      Arne Hoffmann wird als seltsamer Typ dargestellt, der nicht wirklich ernst zu nehmen ist. Zwar wird so nebenbei festgestellt, dass er in einigen Punkten zwar recht hat, aber wen interessiert es denn, dass 90% der Obdachlosen Männer sind, wenn das Promille an der Spitze der grossen Unternehmen männlich ist? Da setzt der progressive Feminist ganz klar Prioritäten!

      Zumindest muss sich Hoffmann durchaus an die eigene Nase greifen, wenn man ihm gelegentliche antisemitische Flirts unterstellt. Dabei ist seine idiotische Verbalaggression gegen Beschneidung noch aussagekräftiger als die zitierte Passage, die man leicht als effekthascherischen Scherz abtun kann.

      Für manchen mag die Rummfummelei an den Genitalien der Kinder eine Grenzverletzung sein, für andere Gewohnheitsrecht. Erstere sind dann wohl antisemitische Nazis. Ich bin trotzdem der Meinung, dass auch mit Vorhaut ein gutes jüdisches, muslimisches oder christliches Leben möglich ist.

    • @ Clovis Dass Precht heftige, auch persönliche Kritik erhält, ist nicht verwunderlich. Er verhebt sich manchmal deutlich – was er zum Beispiel zur Schule in Deutschland geschrieben hat, war ein Aufguss von lang Bekanntem, präsentiert als Sammlung toller neuer Gedanken.

      Und: Er hat großen Erfolg, kann sich sehr gut darstellen, kann gut formulieren, sieht noch dazu gut aus – das provoziert auch Neid. Er hat (oder hatte) einfach eine sehr starke Marktposition in Deutschland. Das wird ja auch in dem SZ-Artikel immer deutlich.

      Das eben finde ich einen wichtigen Unterschied zu dem Artikel über Arne, neben anderen Unterschieden. Precht kann, auch wenn er von der SZ diskursiv hingerichtet wird, problemlos zur gegenwehr übergehen, wenn er denn möchte und es ihm nicht zu langweilig ist, sich mit SZ-Journalisten auseinanderzusetzen. Die Attacke eines FAZ-Redakteurs gegen einen Blogger ist aber eine Attacke aus einer sehr starken Position gegen jemanden, der beständig in prekärer Position agiert. Es ist eine Attacke aus einer Machtposition heraus, geführt in dem Wissen, dass der Attackierte kaum eine effektive Möglichkeit zur Gegenwehr hat.

      Es ist Teil der Unehrlichkeit von Eders Text, dass er dann ausgerechnet Arne eine unerschütterliche Machtposition zuschreibt, während er sich selbst als Vertreter der Marginalisierten und Unterdrückten verkauft. Das ist (obwohl dem Text über Precht der Neid erkennbar aus den Fugen tropft) ein gutes Stück abstoßender als der SZ-Text.

    • @Clovis:

      Verstehe ich das jetzt richtig: eine »Verbalaggression gegen Beschneidung« ist ein »Flirt mit dem Antisemitismus«?

      • @djadmoros

        Jup! Wie Charlotte Knobloch damals sagte, verbirgt sich hinter jedem Anti-Zirkumzisonsaktivisten ein Antisemit, der sich nur hinter Menschen- und Kinderrechten verbirgt.

        Via Pro-Israel Geschwader und Antideutsche ist es dann zu einer eigenen Wahrheit geworden, die einfach nur oft genug wiederholt werden muss.

        Und wie das so ist mit diesen Schneeflöckchen, kann man sie schon triggern, wenn man nur „Recht auf körperliche Unversehrtheit“ sagt.
        Diese Mikro Aggression wird als unerträgliche Verbalaggression empfunden!

        Merkwürdig.
        Während ich schreibe, kommt es mir irgendwie bekannt vor..

        • @crumar:

          »Während ich schreibe, kommt es mir irgendwie bekannt vor..«

          Mit Clovis hatten wir vor längerer Zeit schon mal eine Diskussion zum Thema Beschneidung, ich glaube, hier auf man tau vor dem Relaunch.

  • Vielleicht ein Artikel zur Rettung (oder zur Revanche) der „verlorene Ehre der Katharina Kemper“ :o) (Wordspiel im doppelten Sinne)….

  • Ich glaube, man sollte sich halt die Journalisten gut anschauen, mit denen man in Kontakt tritt. 🙂
    Der Typ wollte als journalistische Darstellungsform offenbar ein Portrait machen:
    https://blog.content.de/2016/04/15/journalistische-genres-das-menschliche-portraet/

    Da geht es natürlich auch um Fakten, aber natürlich vor allem auch um die Person und die unterschiedlichsten Sichtweisen von dieser Person und vor allem um eine GEschichte – also eine narrative Erzählform.
    Ich selbst hätte dem Arne geraten, er solle nur ein Interview mit ihm machen und dies dann noch autorisieren lassen: also wenn er mit dem redigierten Interview nicht zufrieden ist, dass er Veränderungswünsche anbringen kann und wenn es keine Einigung gibt, darf es nicht erscheinen.

  • Sehr gut geschrieben. Gab es Antworten?
    Ein Blick auf die Kommentare bei FAZ zeigen, wie sehr diese Diskussion in den Kinderschuhen noch steckt. Es kommen immer noch Hinweise auf Männern in Führungsetagen, oder Behauptungen, dass Männer selber Schuld an ihrer Geschlechterrolle sind (wir wissen ja seit Hundert Jahren, dass die Wächter der Geschlechterrollen dem eigenen Geschlecht angehören – selbst in Saudiarabien sind es die Mütter, die auf Beschneidung der Töchter bestehen, und die Frauen, die Kleidungsnormen einhalten). Dann ein paar einfältige Kommentare, dass der Feminismus doch zu weit geht und dass Frauen übernehmen. Und natürlich die obligatorische Anmerkung, dass wir alle Menschen sind.

    Dass Eder offensichtliche Verleumdung betreibt, die manchmal ins Lächerliche rübergeht (Hoffman wohnt noch bei seiner Mutter…), merkt kaum jemand.

  • Hallo Arne, das ist eine ärgerliche Geschichte, aber Presseartikel sind kurzlebig. In spätestens einer Woche haben die Leser dieses Machwerks alles vergessen. Wenn man ein wirklich tiefes Anliegen hat, so enttäuscht die Presse immer und auch wenn es gut mit ihr läuft, ist die Wirkung gleich Null.

    Besorge dir bei einem wohlgesonnenen Prof ein Promotionsthema, am besten eine Assprofstelle an der Uni. Dann kannste Kongresse und Konferenzen selber organisieren und FAZ und SZ usw. werden dann deine Artikel drucken, statt die von solchen Vollpfosten.

  • Schon seit heute früh kann der Artikel auf der FAZ-Seite nicht mehr kommentiert werden. Der letzte freigegebene Kommentar kommt, wenn ich es richtig sehe, von einem Freund Arne Hoffmanns, der über sein Gespräch mit dem Journalisten und dem Resultat dieses Gesprächs berichtet. Ich zitiere es hier einfach mal:

    „Mit Arnes Thema „Männerrecht“ habe ich eigentlich nichts zu tun – ich wollte ihm als Freund lediglich den Gefallen tun und einem Redakteur der FAZ (ehrlich und authentisch – das war Arne wichtig) Rede und Antwort stehen. Nach dem Lesen des Artikels: Diese Zeit hätte ich mir sparen können. Da erzähle ich ihm z.B., dass Arne sich wunderbar mit den Frauen im Quiz-Team versteht…dass er nichts gegen Frauen hat, sondern lediglich für Männer gerne die gleichen Rechte hätte… . Und dann? Ich werde lediglich mit den Worten zitiert, einen Autor für Erotikliteratur hätte ich mir anders vorgestellt. Auf meine Rückfrage hin schrieb Herr Eder, er könne ja wohl selbst entscheiden, was er für relevant halte. Ja, durchaus! Relevant ist in diesem Artikel dann wohl lediglich, Arne Hoffmann negativ darzustellen. Dazu passen dann meine Aussagen aber leider nicht – sorry! Ganz unabhängig vom thematischen Inhalt: Die Art und Weise, wie dieser Artikel geschrieben wurde, ist weit unter üblichem FAZ-Niveau“

  • Ausgezeichneter Text! Da haben sie wieder was zum Ignorieren.

    Auch bei wohlwollender Betrachtung ist Eders Artikel eine völlig offensichtlich auf Schmähung ausgerichtete Bösartigkeit. Es scheint fast, als wäre ihm sogar wichtig gewesen, dass dies ersichtlich ist. Bleibt die Frage, weshalb die Faz sich für diese journalistisch ungenügende Qualität hergibt.

    Vielleicht hat es in der Faz ja viele schwer gewurmt, dass ausgerechnet in ihrem Blatt Kempers Gesinnungs-TÜV verheerend auseinandergenommen worden ist, und jetzt sollte mal so eine Art Vergeltungsschlag geführt werden?

    Über Eder selbst muss nichts mehr gesagt werden, aber Faz ist in meinem Ansehen schwer gesunken. Wenn solche Arbeit als Qualitätsjournalismus verkauft wird, dann lese ich lieber gar nichts mehr.

  • Lucas Schoppe schrieb:

    „Die Behauptung, dass Arne Hoffmann seit zwanzig Jahren gegen eine „Unterdrückung der Männer“ ankämpfe, suggeriert, es ginge ihm lediglich um eine Umkehr der feministischen Überzeugungen, nach denen unsere Gesellschaft von einer Unterdrückung von Frauen durch Männer geprägt wäre.
    Frauen wären damit in Hoffmanns Darstellung für alle Beschwerlichkeiten diverser Männerleben verantwortlich – so wie Feministinnen eben Männer und eine Männerherrschaft für Beschwerlichkeiten von Frauen verantwortlich machen.
    Dabei kann dann schon ausgeschlossen werden, dass Sebastian Eder tatsächlich Hoffmanns Plädoyer für eine linke Männerpolitik gelesen hat, aus dem er zitiert. Das zentrale Konzept des Werkes ist das des „integralen Antisexismus“: Geschlechtsbedingte Benachteiligungen sollten beseitigt werden, unabhängig davon, ob sie Frauen oder Männer treffen.“

    So ist es, Sebastian Eder hat das Buch entweder nicht gelesen oder er lügt und hofft, damit durchzukommen.

    Das Konzept des „Integralen Antisexismus“ ist in „Plädoyer für eine linke Männerpolitik“ eigentlich schwer zu übersehen, wird es doch bereits im Vorwort, direkt am Anfang des Buches, eingeführt. Arne Hoffmann schreibt dort:

    “Meine zentrale These, die ich auch in dem vorliegenden Buch vertrete, lautet: ein Mensch, der diskriminiert wird, zum Opfer wird oder aus anderen Gründen leidet, verdient Zuwendung und Unterstützung unabhängig vom Geschlecht. Wünschenswert und notwendig wäre es, Benachteiligungen, soziale Problemlagen und Menschenrechtsverletzungen in Bezug auf beide Geschlechter zu erforschen, herauszufinden, was die möglicherweise vielfältigen Ursachen dafür sind, und realistische Lösungsstrategien zu entwickeln, die dann in einer gerechten Politik zur Anwendung kommen. Sinnvoll wäre ein integraler Antisexismus, also die Bekämpfung von Sexismus gegen beide Geschlechter statt gegen Frauenfeindlichkeit allein.”

    (aus: Arne Hoffmann – Plädoyer für eine linke Männerpolitik, 2014, S. 7)

    Ergänzend zu dem letzten Satz merkt Arne Hoffmann außerdem in einer Fußnote an:

    “Intersexuelle und Transgender gehören selbstverständlich auch dazu, (…)“

    (aus: Arne Hoffmann – Plädoyer für eine linke Männerpolitik, 2014, S. 7)

    Und in einem kleinen Glossar unmittelbar nach dem Vorwort heißt es:

    „Integraler Antisexismus: Die Bekämpfung von Sexismus gegen beide Geschlechter statt, wie es bislang häufig geschieht, gegen Frauenfeindlichkeit allein. Da der bisherige Ansatz selbst sexistisch ist, verspricht er bei der Bekämpfung von Sexismus nur begrenzten Erfolg. Integraler Antisexismus gehört zum Repertoire der Männerrechtsbewegung (Maskulismus).“

    (aus: Arne Hoffmann – Plädoyer für eine linke Männerpolitik, 2014, S. 12)

    Es ist also unmöglich, den Anfang des Buches zu lesen, ohne darauf zu stoßen.

    Die integrative geschlechtsübergreifende Perspektive, die Arne Hoffmann in „Plädoyer für eine linke Männerpolitik“ mit dem Begriff „Integraler Antisexismus“ bezeichnet, ist bezüglich Arne Hoffmanns männerrechtlicher Bücher auch keineswegs neu, sie ist vielmehr von seinem ersten bis zu seinem letzten männerrechtlichen Hauptwerk nachweisbar.

    Auch dies sei im Folgenden durch Zitate belegt.

    In „Sind Frauen bessere Menschen?“, erschienen 2001, sah Arne Hoffmann z.B. die Zusammenarbeit zwischen Männerrechtlern und einigen männerfreundlichen liberalen Feministinnen in den USA als Modell für die Herausbildung einer solchen geschlechtsübergreifenden Perspektive an, er schrieb:

    „Anstelle auf Meinungsterror setzen die liberalen Feministinnen mit Nachdruck auf die freie Diskussion: Ihre Homepage bietet Links zu den Seiten sowohl der „klassischen“ Frauenbewegung als auch zu den Maskulisten (…). Die Mitglieder des Network ignorieren nicht, dass noch eine Menge für die Befreiung beider Geschlechter getan werden muss. Aber sie sehen das als gemeinsame Aufgabe an: Sie wollen die Männer weder für sich arbeiten lassen, noch durch Schuldgefühle instrumentalisieren. (…) Stattdessen wollen sie wahrhaft erwachsen und verantwortungsbewusst den Männern auf gleicher Stufe gegenüberstehen. Und damit sind sie genau der Typ Frau, den die weit überwiegende Mehrzahl der Männer von heute an ihrer Seite haben möchte.
    Wie schon gesagt: solche Gruppen gibt es in den USA und anderen Ländern. Sie haben dort zahlreiche Bücher und Artikel verfasst und sind auf andere Weise öffentlich in Erscheinung getreten. In den bundesdeutschen Schwarzer-Staat ist bislang kaum etwas davon durchgesickert. Aber das wird nur eine Frage der Zeit sein. Genau wie all die negativen Entwicklungen, die ich in diesem Buch dargestellt habe, ihren Weg in unser Land gefunden haben, so wird es auch mit den positiven sein. Früher oder später wird die Öffentlichkeit nicht mehr ignorieren können, dass Großmutters Frauenbewegung schon vor einiger Zeit gestorben ist. Man wird sie begraben müssen, bevor der Verwesungsgestank unerträglich wird. Und dann werden die freien, unabhängigen Feministinnen den Maskulisten die Hände reichen.
    Diese Vereinigung der Kräfte brächte beileibe nicht „nur“ den Männern Vorteile, sondern würde auch den berechtigten Anliegen der Frauenbewegung neuen Auftrieb geben, etwa dem Kampf gegen sexuelle oder häusliche Gewalt. Es könnten viel mehr Männer für diesen Kampf erreicht werden, wenn sie nicht mehr alle miteinander zum „Tätergeschlecht“ abgestempelt werden, sondern ihnen klar gemacht wird, dass Gewalt gegen Frauen und Gewalt gegen Männer miteinander verkettet sind. (…)
    Die einzige Gruppe, die durch diese Erneuerung der Frauenbewegung Schaden nehmen könnte, wäre die alte feministische Garde, die es sich gerade so gemütlich eingerichtet hat. Sie würde in der Tat ihre Pfründe verlieren, und müsste in etlichen Punkten zugeben, sich massiv geirrt zu haben. Deshalb wird sie vermutlich auch alles daran setzen, eine solche Zusammenführung von Männer- und Frauenbewegung zu verhindern. Aber das brauchen wir nicht durchgehen zu lassen.“

    (aus: Arne Hoffmann – Sind Frauen bessere Menschen, Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2001, S. 556 f.)

    Und in seinem Buch „Männerbeben“, erschienen 2007, schrieb Arne Hoffmann:

    Meine Definition wäre (…): „Die Männerrechtsbewegung beruht auf der Auffassung, dass Männer in unserer Gesellschaft in bestimmter Hinsicht benachteiligt werden, und dass diese Benachteiligung beseitigt werden sollte.“ Da sie sich damit spiegelbildlich zum Feminismus verhält, der dieselbe These in Bezug auf Frauen vertritt, halte ich den Ausdruck „Maskulismus“ als Synonym für Männerrechtsbewegung für angemessen.
    Schon beim Versuch dieses Minimalkonsenses entstehen Spannungen. Beispielsweise gibt es viele Männerrechtler, die zu Recht argumentieren, die neue Männerbewegung tue sehr gut daran, eines zumindest nicht zu sein: ein Spiegelbild des Feminismus. Denn eines fällt bei all den Verdiensten auf, für die sich beispielsweise Alice Schwarzer gerade dieses Jahr wieder selbst feiert: Die unterschiedlichsten Bereiche, von Beschneidung bis zu häuslicher Gewalt, werden von ihr allein vor dem Hintergrund einer (…) Feindseligkeit gegen Männer thematisiert. (…)
    Und gerade auch solche Einseitigkeiten der vorherrschenden feministischen Strömungen leisten ihren Beitrag dazu, dass Themen von häuslicher Gewalt bis zu Beschneidung nicht auf einer geschlechterübergreifenden Grundlage angesprochen werden, wie dies ideologiefreie Forscher seit Jahren nachdrücklich empfehlen.“

    (aus: Arne Hoffmann, Männerbeben, Lichtschlag, 2007, S. 72 f.)

    Im selben Buch heißt es an anderer Stelle:

    „Mir erscheint eine Männerbewegung kaum glaubwürdig, die von einem nicht-sexistischen Blick auf Opfer spricht, nur um dann ihrerseits die weiblichen Opfer auszublenden.“

    (aus: Arne Hoffmann – Männerbeben, Lichtschlag, 2007, S. 256)

    Auch auf seinem Blog Genderama hat Arne Hoffmann immer wieder für eine geschlechtsübergreifende antisexistische Perspektive argumentiert.

  • Es ist doch erstaunlich, wie sich scheinbar mühelos eine inhaltliche Entgegnung auf diesen misslungenen FAZ-Artikel schreiben läßt. Ich habe keine Ahnung, wie lange Lucas Schoppe für solche Artikel braucht, aber sie lesen sich absolut flüssig.

    Wer öfters bei Man-Tau war, der wird viele Punkte wiedererkennen, die schon seit Jahre Thema waren. Die inhaltliche Linie wurde also eingehalten und es sind auch keine Dinge, die plötzlich hervorgekramt wurden.

    Damit hat Man-Tau mehr mit einer bildungsbürgerlichen Zeitung gemeinsam als vieles, was auf den Portalen von Zeitungen erscheint.

  • Ich muss Graublau unumschränkt Recht geben.
    Es ist faszinierend, wie Lucas Schoppe in rhetorisch brillantester Form exorbitante Unsäglichkeiten entlarvt und dabei immer noch ruhig und sachlich bleibt.
    Man tau hat einen neuen Leser gewonnen.

  • […] Ich habe in dem Blog man tau etwas zu dem Text geschrieben, ich muss es sicher nicht alles wiederholen. Der Kommentator Leszek hat zu dem Beitrag viele Textstellen zusammengetragen, aus denen deutlich wird, dass Ihr Journalist schon bei einer äußerst oberflächlichen Lektüre von Hoffmanns Texten hätte merken müssen, wie grundsätzlich falsch seine Darstellung ist. […]

  • So entstehen Artikel, die dann bei Wikipedia dazu genutzt werden können, um die Person diskreditieren. Dazu werden dann die negativsten Aussagen, die aus dem Text extrahiert werden können genommen und in Wikipedia zitiert. Da die FAZ dort als zuverlässige Quelle gilt (im gegensatz zu den meisten Blogs – ausser den Ruhrbaronen) hat man einen nicht mehr veränderbaren Fundus an Hetzmaterial für Leute die nicht die eigene Meinung teilen.

    Mit Links oder Rechts hat das alles nichts mehr zu tun.

  • Zu Deiner Überlegung: Natürlich ist es möglich, dass Journalismus schon immer so einseitig, so desinformierend, so bösartig, kurz: so schlecht war wie der Artikel Eders …

    Aus meiner Beobachtung heraus war die Journaille schon immer so, nicht umsonst hat Karl Kraus, schon lange vor unserer Zeit, so sezierend die Arbeit seiner Kollegen angeprangert. Man erkennt die journalistische Hybris, mit der die eigene Unwissenheit zur Haltung transformiert wird, sobald man bei einem behandelten Thema Sachverstand besitzt. Hier offenbart sich dann einem klar die Dummheit, die die Frechheit nährt.

    Ich meine auch, dass die heute auch von Dir schon mehrmals gerügte Neigung, sich in Filterblasen zu bewegen, von jeher so bestanden hat. Warum auch sollte sich der Mensch erst seit dem Internet so bewegen? Das Internet machte diese Neigung nur noch deutlicher. Gerade deswegen wirken Formate wie Presseclub im TV so lächerlich, weil sie nichts als das Gebrumme einer Blase – eines Bienenstockes – darstellen. Die Meinungsblase machte ja früher auch die Treue vieler Leser zu ihrer Zeitung aus.

    Insofern ist Eder auch nicht besonders auffällig. Er ist nur standesgemäß dumm und frech und schreibt nicht für den interessierten Leser, sondern für die Teilnehmer seines Bienenstocks. Und wer nicht dazugehört, wird weggestochen. – Ich denke, der Fehler von Menschen wie Du und ich ist, dass wir stets von unserer Offenheit ausgehen und darüber vergessen, dass die Welt weder offen ist, noch es je sein möchte.

  • Der Herr Eder will hat seinen jämmerlichen kleinen Job erhalten, habt Mitleid mit ihm. Irgendwie muss er sich ja in der zunehmend feminisierten Redaktion der FAS (nicht: FAZ) halten. Habt Mitleid mit Eder, er würde alles schreiben um seinen Arbeitsplatz zu erhalten.

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