Diskriminierung Väter

Der Mütterkreuzzug

geschrieben von: Lucas Schoppe

An einem Text der erfolgreichen Bloggerin Christine Finke lässt sich zeigen, auf welche Weise Barrikaden gegen die vorsichtigen Änderungen des veralteten deutschen Kindschaftsrechts aufgebaut werden.

Seitdem sich die rechtliche Situation von Vätern in Deutschland sehr, sehr langsam, aber erkennbar verbessert, formieren sich natürlich auch Widerstände dagegen. Das hat grundsätzlich nichts mit Frauen und Männern, Müttern und Vätern, Feministinnen oder Väterrechtlern zu tun: Dass Veränderungen Widerstände bei denen provozieren, die um ihre Privilegien fürchten, ist geschlechterunabhängig ganz normal.

Schön ist es deswegen allerdings noch nicht.

Gerade hat Christine Finke, die das Blog „Mama arbeitet“ betreibt, einen wütenden Text gegen das „Wechselmodell“ als Standard veröffentlicht – im Blog Alles Evolution haben auch Männer diesen Text schon eingehend kommentiert. Im Wechselmodell leben Kinder von Trennungseltern gleichmäßig bei beiden Elternteilen und nicht mehr, wie nun noch weitgehend üblich, vorwiegend bei der Mutter.

Finke ist eine sehr erfolgreiche Bloggerin, schon die Süddeutsche Zeitung hat über sie berichtet, Manuela Schwesig hat als Familienministerin den Kontakt mit ihr gesucht und sich persönlich für ihr Engagement bedankt. Das ist wichtig zu wissen: Es ist kein Artikel einer verwirrten, aber deshalb auch isolierten Bloggerin, sondern einer Frau, die mit dem, was sie tut, Einfluss und Kontakte gewinnt.

 

Wie die FDP von Splittergruppen unterwandert wird, die von Väterrechtlern unterwandert werden

Wie es sich für einen Text gehört, in dem Veränderungen bekämpft werden, arbeitet auch Finke mit dramatischen Warnungen, unbegründeten Schreckensszenarien sowie, selbstverständlich, der Unterstellung von Verschwörungen und Unterwanderungen. Würden Veränderungen nicht auf die Machenschaften obskurer Gruppen zurück geführt werden, könnte ja jemand auf die Idee kommen, sie seien einfach an der Zeit, und es gäbe gute Gründe für sie.

Das Wechselmodell, so Finke,

„ist, was von Väterrechtlern unterwanderte Aktivisten gerade in einer Splittergruppe der FDP fordern, und sie haben es sogar so weit gebracht, dass die Position ‚Wechselmodell als Standard auch bei zerstrittenen Eltern‘ es bis ins offizielle Parteiprogramm geschafft hat, wenn auch nach einer Kampfabstimmung, die äußerst knapp ausging. Diese Leute diskutieren mit aggressiver Verve auf Facebook und twitter, und wenn ich die FDP wäre, wäre mir das sehr peinlich – aber bei dem niedrigen Frauenanteil, die die FDP hat, ist die Frage, ob das nun peinlich ist oder nicht, wahrscheinlich müßig und für die Liberalen irrelevant. Hauptsache, es bringt Wählerstimmen. Hat ja funktioniert.“

Eiskaltes wahltaktisches Kalkül auf der Seite einer Parteiführung, das dann Einflussmöglichkeiten für eine Splittergruppe schafft, die ihrerseits von Väterrechtlern unterwandert wird, oder so. Und typisch: raus kommt dabei dann eine Unterstützung für ein Wechselmodell, die aus irgendwelchen Gründen ganz gewiss für Frauen schädlich ist. Wäre ich Frau Finke, wäre mir diese Konstruktion sehr peinlich, zumal sich die Bloggerin nicht einmal fünf Minuten Zeit genommen hat, um die Hintergründe der FDP-Entscheidung nachzuvollziehen.

Jemand, der bei dem FDP-Parteitag dabei war, hat es mir so erzählt: Wichtig sei bei der Durchsetzung der Unterstützung für das Wechselmodell die klare Fürsprache Katja Sudings gewesen. Dass das eine Undercover-Väterrechtlerin ist, die sich seit Jahren geschickt um die Unterwanderung der FDP kümmert, ist zwar theoretisch irgendwie möglich – aber wahrscheinlich ist es wohl nur in den Augen von Menschen, die auch an Chemtrails glauben oder daran, dass es Bielefeld überhaupt nicht gibt. Alle anderen können getrost davon ausgehen, dass Frau Suding sich einfach durch die eindeutigen Forschungen zum Wechselmodell und durch Argumente hat überzeugen lassen.

Entscheidend aber, so mein Informant, sei auf dem Parteitag der Beitrag einer älteren Dame gewesen, die davon berichtet habe, dass sie ihre Enkelkinder nicht mehr sehen könne. Es seien nämlich die Kinder eines Sohnes, und der habe schon lange Schwierigkeiten, bei seinen Kindern zu sein, weil die Mutter das verhindere.

Doch für solche Subtilitäten ist im Denken Finkes natürlich kein Platz – ebenso wenig, wie sie es sich vorstellen kann, dass irgendjemand in der FDP tatsächlich für die Menschenrechte von Männern eintritt, weil es nun einmal Menschenrechte sind.

 

Wie Kinder psychisch kranken Vätern ausgeliefert werden. In etlichen Fällen.

Stattdessen erzählt sie lieber von

„etlichen Fällen, wo Frauen das Sorgerecht für ihr Kind verlieren, weil ihnen Bindungsintoleranz und Enfremdung des Kindes vom Vater vorgeworfen wird – Frauen, die ihr Kind vom psychisch kranken Vater schützen wollen, aber keine ausreichende Belege für dessen Zustand haben.“

Da werden also von einem skrupellosen System in „etlichen Fällen“ Kinder schutzlos psychisch kranken Vätern ausgeliefert – den Müttern, die das als Einzige zu verhindern versuchen, wird eben deshalb das Sorgerecht genommen – und das alles spricht dann irgendwie gegen ein Wechselmodell, wieso auch immer. Dass Finke keinen einzigen diese Fälle nennen kann, liegt sicher nur daran, dass das System die Spuren seiner Verbrechen so skrupellos sauber vertuscht.

Natürlich aber wäre solch eine Schilderung, wenn sie denn wahr wäre, deutlich eher ein Argument gegen das Residenzmodell, bei dem Kinder ganz oder weitgehend nur bei einem Elternteil aufwachsen: Denn Finkes Drohung, Kinder wären einem psychisch kranken Elternteil schutzlos ausgeliefert, bekommt ihre Schärfe ja gerade durch die vollständige Ausgrenzung des anderen Elternteils. Hier kenne ich übrigens tatsächlich persönlich einige Fälle, in denen ein Vater einer psychisch auffälligen Mutter Kinder ganz überlassen musste und selbst aus der Beziehung zu seinen Kindern herausbefördert wurde.

 

Wie das deutsche Recht Mütter zu sexuellen Dienstleistungen zwingt

Für Finke aber kann eine Bedrohung wie selbstverständlich allein vom Mann ausgehen.

„Welche Frau, die daran denkt, sich von einem Mann zu trennen, der Zuhause nur noch schlechte Stimmung verbreitet, sexuelle Dienste einfordert und sich kaum um Haushalt oder Kind kümmert, wird sich zukünftig noch trauen, eine Scheidung einzureichen?“

Worin eigentlich besteht hier die Drohung? Sie traut sich nicht, eine Scheidung einzureichen, weil sie dann hinterher möglicherweise zu gleichen Teilen wie der Vater für die Kinder da sein muss? Auch hier wird eher umgekehrt ein Argument daraus. Wie sehr stehen denn unter den Bedingungen eines auf die mütterliche Sorge fixierten Residenzmodells Väter unter Druck, auch furchtbare, gewaltsame Beziehungen aufrecht zu erhalten, weil sie davon ausgehen müssen, nach einer Trennung den Kontakt zu ihren Kindern ganz oder weitgehend zu verlieren? Denn Frauen üben schließlich nicht nur ebenfalls häusliche Gewalt aus – Gewalt gegen Kinder wird sogar, zumindest nach US-Statistiken, deutlich häufiger von Müttern als von Vätern verübt.

 

Wie das Gender Pay Gap Frauen in die Mutterschaft zwingt

Vermutlich ist die Drohung für die Mütter, die Finke hier so ganz selbstverständlich in den Raum stellt, einfach finanzieller Natur. In einem Wechselmodell wäre die Mutter eben auch für den finanziellen Unterhalt der Kinder zuständig und könnte an den Vater keine finanziellen Ansprüche stellen. Für Finke aber ist, warum auch immer, ausgerechnet das Gender Pay Gap ein Argument gegen das Wechselmodell.

„Meist ist es, auch wegen des Gender Pay Gaps, die Frau, die in den Jahren nach der Geburt beruflich kürzer tritt.“

Wenn die Rede vom „Gender Pay Gap“überhaupt eine Sinn ergibt, dann ist es umgekehrt: Gerade weil Frauen die Erwerbsarbeit dem Mann überlassen und sich über Jahre aus dem Beruf herausziehen, erleben sie dann später finanzielle Einbußen. Die Perspektive auf ein Wechselmodell als Standard wäre für Frauen in dieser Hinsicht also hilfreich, nicht schädlich.

Eben am Modell der einseitigen Erwerbsarbeit hält Finke aber fest, wenn sie auf das „Kontinuitätsprinzip“ setzt, nach dem die Kinder einfach bei dem bleiben sollten, „der/die sich hauptsächlich um sie gekümmert hat.“ Die gendergerechte Formulierung täuscht: Im Rest des Textes geht es bei der Ablehnung des Wechselmodells konsequent um eine Ablehnung größerer väterlicher Anteile an der Erziehung.

Die finanzielle Sorge für die Familie sieht Finke dann auch gleich zwei Sätze später nicht etwa als Sorge der Väter für Frau und Kinder an, sondern als spaßige, egoistische Selbstverwirklichung.

„Der Mann kann sich quasi aufs Berufsleben und Geldscheffeln konzentrieren, während die Frau immer abhängiger von ihm wird.“

Wer sich versorgen lässt, begibt sich in Abhängigkeiten: Dieser simple Zusammenhang kann Finke ebenso entgehen wie die einfache Tatsache, dass der Mann, quasi und tatsächlich, nicht für sich allein und nicht gänzlich aus Jux und Dollerei arbeitet.

 

Wie Väter immer mehr Rechte und immer weniger Pflichten bekommen

„Das wirklich gemeine an der Entwicklung ist, dass Väter nicht gezwungen werden können, sich nach einer Trennung ums gemeinsame Kind zu kümmern.“

Gemein: Die Mutter kann GEZWUNGEN werden, es zu akzeptieren, wenn der Vater sich um das Kind kümmern will – der Vater aber kann nicht gezwungen werden, sich um das Kind zu kümmern. Das gilt zwar umgekehrt genauso, aber auch hier geht Finke ganz selbstverständlich davon aus, dass die Kindessorge grundsätzlich Angelegenheit der Mutter ist. Sie bemerkt deshalb nicht einmal, dass die von ihr beklagte Asymmetrie gar nicht asymmetrisch ist.

Ich habe ohnehin niemals verstanden, wie Menschen die kognitiven Dissonanzen moderieren, die unweigerlich entstehen müssen, wenn jemand Vätern die Möglichkeit zur Sorge für ihre Kinder nimmt und sich dann gleichzeitig darüber empört, dass diese Väter ihre Verantwortung für die Kindessorge nicht wahrnehmen.

Die Lösung für Finkes Problem wäre also: Gleiche Erziehungsverantwortungen und -rechte für alle Väter und Mütter nach der Geburt, damit Vätern gar nicht erst – wie heute bei der Antragslösung – vermittelt wird, es sei ganz ihrer Entscheidung, ob sie sich um das Kind kümmern oder nicht.

Für renitente Eltern beiderlei Geschlechts wiederum, die sich ihrer Verantwortung entziehen, sollte es verpflichtende Beratungen geben: zur Aufklärung über die Folgen für das Kind, aber vielleicht auch zur Klärung der Ursachen, z.B. möglicher Versagensängste.

Mehr Einbindung von Vätern, nicht mehr Ausgrenzung würde Finkes Gemeinheit entschärfen.

 

Wie die Verweigerung von Kommunikation dem Kindeswohl dient

Die berichtet schließlich über „Freundinnen in Skandinavien, die dieses Modell ganz selbstverständlich leben.“ Dass das Wechselmodell in Skandinavien eben deshalb selbstverständlich ist, weil es z.B. in Schweden schon lange als beste Lösung für Trennungsfamilien gilt – das erwähnt Frau Finke praktischerweise nicht. Stattdessen behauptet sie,

„für alle anderen, insbesondere für diejenigen,die sich so sehr zerstritten haben, dass sie vors Familiengericht ziehen, ist das Wechselmodell schädlich.“

Das ist eben die Logik, die eine ernsthafte Sorge um das Kindeswohl seit Jahrzehnten torpediert: Wenn die Eltern zerstritten sind, gibt es keine gemeinsame Sorge und keine Doppelresidenz – wenn es gemeinsam nicht geht, macht es die Mutter allein – und so hat die Mutter gegebenenfalls ein großes Interesse daran, Kommunikation und Kooperation zu verweigern.

 

Wie Mütterlobbys von Tabakkonzernen lernen

Warum, findet Finke, sollte das auch schlecht für Kinder sein, denn:

„Wenn argumentiert wird, Kinder, die im Wechselmodell lebten, seien psychisch weniger auffällig und hätten niedrigere Stresslevel, dann muss jedes Mal genau hingeschaut werden, wer da genau als Studienobjekt hinzugezogen wurde.

Die Ergebnisse sind zwar eindeutig, aber so genau weiß man das nicht, und genauer hinzuschauen hat noch nie geschadet: Finke argumentiert hier wie die Tabakindustrie in den Zeiten, in denen die Gefährlichkeit des Rauchens gerade nachgewiesen worden war. Sie hat keine Gegenargumente, kann aber den Eindruck erwecken, dass die eindeutigen Ergebnisse internationaler Studien zum Thema vielleicht ja doch nicht ganz so eindeutig wären.

Hildegard Sünderhauf, im deutschsprachigen Raum die führende Expertin für die Forschung zur Doppelresidenz, fasst diese Ergebnisse so zusammen,

„dass sich erstens Kinder im Wechselmodell gleich gut oder besser psychisch entwickeln als Kinder im Residenzmodell (insbesondere in Hinblick auf ihre Beziehung zum Vater); dass zweitens Eltern nicht besonderes kooperativ sein müssen, um ein Wechselmodell kindeswohlgerecht zu praktizieren; dass drittens junge Erwachsene zurückblickend das Wechselmodell als die beste Betreuungsform für sich erachten – im Gegenteil zu jenen, die als Kind im Residenzmodell lebten –, und dass viertens die USA, wie andere industrialisierte Länder auch, einen Paradigmenwechsel im Recht der elterlichen Sorge, in der öffentlichen Meinung und in individuellen elterlichen Betreuungs-Entscheidungen erleben – einen Paradigmenwechsel zu mehr Betreuung im Wechselmodell.“ (hier, S. 17 der pdf)

Es ist tatsächlich ein Paradigmenwechsel, aber nicht allein zum Wechselmodell – sondern zur Änderung der klassischen, längst kaum noch funktionalen Aufspaltung der Elternschaft in finanzielle Sorge (beim Vater; nach der Trennung: Unterhalt) und direkte Sorge (Mutter).

 

Der Mütterkreuzzug

Wenn ich schlecht gelaunt bin, dann bezeichne ich Akteure, die sich diesem Paradigmenwechsel entegenstellen, für mich selbst und stillschwiegend als „Mutterkreuz-Faschistinnen“. Das ist natürlich überzogen, aber wenn der Begriff „Faschismus“ gestrichen wird, ist es nicht einmal so falsch. Mutterkreuzlerinnen wie Finke, oder die Störenfriedas, oder die Mütterlobby sind eben einem Modell verhaftet, das im Mutterkult seinen stärksten und furchtbarsten Ausdruck fand.

Josef darf immerhin dabei sein, auch wenn ihn ein dicker Balken von Mutter und Kind trennt. Warum eigentlich hält sich dieses Muster immer noch?

Denn das wird schon deutlich: Positionen wie die von Finke sind keine rechtsstaatlichen Positionen.Es geht hier nicht um das Miteinander verschiedenere autonomer Akteure, die auf der Basis selbstständiger Entscheidungen Gesetze beschließen und die an den Staat ihre Macht nur verleihen. Es geht um die Vorstellung, dass die Mütter aufopferungsvoll eine wesentliche Arbeit für den Staat leisten und dass der Staat daher die Verpflichtung habe, die Mütter dabei nach Kräften zu unterstützen. Auch dann, wenn es die Rechte anderer verletzt – die aber ohnehin nur selbst Schuld sein können, weil sie ja das so wichtige Mutter-Kind-Verhältnis stören.

So legt der Begriff „Mutterkreuzler“ denn die Assoziation nahe, dass Mütter ein wichtiges Kreuz zu tragen hätten und dies für alle täten. Aber auch den Gedanken, dass einige von ihnen auf einen Kreuzzug gegen Veränderungen gegenwärtiger Verhältnisse ziehen.

Schon vor mehr als einem halben Jahrhundert hat sich mit dem James-Dean-Film „Rebel Without a Cause“ (…denn sie wissen nicht, was sie tun) ein ungeheuer erfolgreicher Beitrag der Pop-Kultur mit der Bedeutung von Vaterfiguren beschäftigt. In einer Szene findet der junge Plato, der am Ende des Films stirbt, einen Brief seines getrennt lebenden Vaters vor – öffnet den Brief freudestrahlend und erwartungsvoll – und ist schließlich ungeheuer enttäuscht, als er darin nur einen Scheck zur Bezahlung des Unterhalts findet. Plato zerknüllt Brief und Scheck und schmeißt beides in eine Ecke.

Es ist unter anderen Akteurinnen wie Finke oder – noch viel wichtiger – Manuela Schwesig zu verdanken, dass solche Strukturen auch mehr als sechzig Jahre später noch bestehen, obwohl ihre tiefe Destruktivität schon in der Mitte des letzten Jahrhunderts bekannt war.

 

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17 Comments

    • „Entscheidend aber, so mein Informant, sei auf dem Parteitag der Beitrag einer älteren Dame gewesen, die davon berichtet habe, dass sie ihre Enkelkinder nicht mehr sehen könne. Es seien nämlich die Kinder eines Sohnes, und der habe schon lange Schwierigkeiten, bei seinen Kindern zu sein, weil die Mutter das verhindere.“

      Wieder einmal werden Verbesserungen für Männer erreicht, weil die weiblichen Angehörigen ein Problem haben.

  • „Eben am Modell der einseitigen Erwerbsarbeit hält Finke aber fest“

    Darum geht das ganze Geschwurbel doch nur.

    Und genau deshalb lehnen sie Gleichberechtigung in Bezug auf das Kind ab und wollen exklusives Hoheitsrecht, was an Besitz erinnert und an Feudalismus.

    Die Männer müssen also die Kinder befreien, vom feministischen Feudalismus…

  • Ich sehe darin einen weiteren Beweis, dass Mütter die Interessen der Kinder ihren eigenen Interessen hintanstellen, ohne auch nur rot zu werden. Mütter können so brutal sein, wenn es darum geht Rache zu nehmen für eine Beziehung, die nicht nach ihren Wünschen verlaufen ist. Diese Mütter und die JÄ brauchen dringend Nachhilfe im Fach ‚Kindeswohl‘.

    • „Diese Mütter und die JÄ brauchen dringend Nachhilfe im Fach ‚Kindeswohl‘.“
      Das ist richtig, aber wer sollte das denn Entscheiden und durchsetzen? In einem Rechtsstaat gäbe es dafür eine Institution und eine Vorgehensweise.
      Zu dumm nur, wenn Angehörige eben dieser Institutionen, die von der staatlichen Gemeinschaft genau damit beauftragt worden sind, meinen, das wäre alles richtig so und ihre Macht gegen die Kinder verwenden. So ein „Kindeswohl“ ist kinderfeindlich!

    • „Mütter können so brutal sein, wenn es darum geht Rache zu nehmen für eine Beziehung, die nicht nach ihren Wünschen verlaufen ist.“

      Das ist keine originär weibliche, oder gar mütterliche Eigenschaft, soviel Fairness muss schon sein.
      Väter haben nur wesentlich seltener Möglichkeit, ihre Rachegelüste auszuleben. WENN sie es aber können, dann stehen sie den Müttern in Niedertracht um nichts nach.

      • Ich denke, das ließe sich sogar empirisch Nachweisen, wenn es denn Erhebungen dazu gäbe. Allerdings sind Väter wahrscheinlich in der momentanen Praxis doch per se im Schnitt etwas vernünftiger, eben weil sie durch die bestehenden Benachteiligungen gezwungen sind sich mehr und differenziertere Gedanken dazu zu machen.

      • Das ist in der Tat so, wie es scheint.

        Es gab mal ein Webprojekt, das entsorgten Elternteilen auf seiner Site ein Gesicht gab. Zu 90 Prozent gab es erwartungsgemäß nur Väter zu sehen – und zu 10 eben auch Mütter ohne jeden Kontakt zum Kind.

        Das hört sich nach wenig an, ist es aber nicht, wenn man die damaligen Zahlen vor 10 Jahren mit dem Anteil der Männer vergleicht, bei denen die gemeinsamen Kinder leben (10:90 V/M).

        Und das in Betracht ziehend: die Situation ist pary, fifthy-fifthy, Gleichstand. Es nehmen sich offenbar beide Seiten wirklich nichts.

        * * *

        Zum Artikel: Gute Arbeit, Schoppe! War mal wieder Zeit, diese egozentrierte Mami mit den verbitterteten Zügen etwas zu sezieren. Danke.

        • @ Emannzer: ( einen wunderschönen guten Morgen wünsche ich Dir. Dann kann ich ja aufhören, praktisch täglich nachzuschauen, ob es endlich wieder ein Lebenszeichen auf Deinem Blog gibt )
          „Und das in Betracht ziehend: die Situation ist pary, fifthy-fifthy, Gleichstand. Es nehmen sich offenbar beide Seiten wirklich nichts.“

          Und davon geht auch die Forschung aus, wenn sie sich mal dazu äußert. Es gibt zwar Zahlen die belegen, daß Gewalt gegen Kinder in der Familie zu 66-74% von den Müttern ausgeht, jedoch wird das wohlmeinend so „interpoliert“, daß es ungefähr 50:50 sein könnte, wenn es ungefähr gleich viele „alleinverziehende“ Väter wie Mütter gäbe.
          Wobei allerdings die Forscher, im Gegensatz zu unseren lieben Femis und Mutterkultlern, etwas weiter forschen und denken und von daher auch klar sagen, daß die Gewaltzahlen generell zuückgehen würden ( und auch tatsächlich gehen, es gibt ja Beispiele dafür ), wenn man dem Kind beide Eltern erhält, da sich zwei Eltern gegenseitig aktiv wie passiv, unterstützen und kontrollieren, auch wenn sie ansonsten Spinnefeind sind.

  • Das erwähnte „Kontinuitätsprinzip“ ist nicht mehr, als ein juristisches Konstrukt, zur Beibehaltung des Residenzmodells. Es findet weder Bestätigung im Kindeswillen, noch im Kindeswohl. Wie leicht es sich ‚auskontinuiert‘ hat, belegt die Statistik, wenn die Kinder älter werden und in die Haushalte der Väter übersiedeln. Auch entwicklungspsychologisch kann die fortgesetzte Pflege einer symbiotischen Mutter-Kind-Beziehung dem gesetzlichen Erziehungsauftrag an die Eltern keineswegs entsprechen. Kein Korrektiv, keine Perspektivwechsel, keine alternative Denk-, Sprach- und Handlungsmuster vom anderen Elternteil zu erlernen, kann nur befürworten, wen entweder massive Verlustängste plagen oder wer alle anderen Personenkreise per se für geeigneter erachtet, als die Väter der Kinder.

    „Meist ist es, auch wegen des Gender Pay Gaps, die Frau, die in den Jahren nach der Geburt beruflich kürzer tritt.“

    Blödsinn.
    Der Gender Pay Gap liegt bis zum ersten Mutterschutz bei ~0%.
    Frau Finke täuscht über die bittere Noch-immer-Regel hinweg, dass die Wahl der Frau auf den Mann als Ernährer von Mutter und Kind abzielt und das Einkommen des Mannes nach Möglichkeit schon im Vornherein ein höheres sein sollte, als das eigene.

    Mir persönlich war es in früheren Beziehungen leidlich egal, wie hoch das Einkommen einer jeweiligen Partnerin war. Ja, ausgesprochen naiv von mir, weil ich einfach davon ausging, dass eine Frau auch dann noch ihre Allerwertesten in den Job trägt, wenn Kinder hinzukommen. Dieses naive Bild von erwerbstätigen Frauen war halt Teil meiner Prägung, als unehelich und vaterlos aufgewachsenes Kind. Mir war, bis zum Niedergang der eigenen Ehe die Tatsache schlicht unbekannt, dass sich Frauen im Regelfall „nach oben“ orientieren und sich gezielt an die Fersen von potentiellen Versorgern heften.

    Gerade aber aus dem Grund erachte ich es als zielführend, entsprechende Texte, wie den von Frau Finke, kommentiert, in ein weiteres männliches Umfeld zu tragen. Es sind „da draußen“ noch so verdammt viele naive Männer, wie ich, vor 15 Jahren, unterwegs. Auch junge Männer.
    Die Schwabs, Schwesigs und Finkes dieser Zeit und Welt propagieren archaische Rollenbilder, in denen Männer als Väter nur die Rollen einnehmen dürfen, die ihnen nach mütterlicher Zuweisung zugeschrieben werden.

    „Es ist kein Artikel einer verwirrten, aber deshalb auch isolierten Bloggerin, sondern einer Frau, die mit dem, was sie tut, Einfluss und Kontakte gewinnt.“

    Ja, aber auch ein Kontrastprogramm und dessen Befürworter(innen) hervorhebt sowie die Alternativbewegung animiert sich weiter zu engagieren. Und wie die aktuellen politischen Entwicklungen zeigen, mit einigem Erfolg, für die Alternativbewegung.

    Dass es Alternativen zu tradierten Rollenmodellen gibt, dass diese mithin auch gelebt werden und (früher und später, vor und nach Trennungen) realisierbar sind, dies zu vermitteln ist ein bescheidener Beitrag, den Dritte mit mir gemeinsam leisten. Nicht zuletzt, weil es fruchtet.

    • „Das erwähnte „Kontinuitätsprinzip“ ist nicht mehr, als ein juristisches Konstrukt, zur Beibehaltung des Residenzmodells. Es findet weder Bestätigung im Kindeswillen, noch im Kindeswohl.“

      Defakto richtig, dejure müßte dem nicht so sein.
      Es könnte durchaus als ein Aspekt von mehreren zur Ermittlung der besten Interessen des Kindes ( und eben nicht des „Kindeswohls“ des arbeitsfaulen Richters ) herangezogen werden.
      Dazu müßte es aber, Du deutest es ja schon an, besonders unter entwicklungspsychologischen ( und sicherlich auch rechtsdogmatischen ) Kriterien „gemessen“ und bewertet werden.

      Zur Zeit wird es ja rein als vordergründig zeitlicher Wert z.K. genommen und im primitivsten Milchmädchenstil „berechnet“ ( Evochris macht das gelegentlich auch ganz gern mal ).
      Ob die Mutter in den paar Stunden mehr sich tatsächlich mit dem Kind ernsthaft befasst, kann und will der Richter gar nicht ermitteln.
      Schon dadurch wird es prinzipiell nahezu vollständig unbrauchbar.
      Z.B. wenn sich der Vater den allergrößten Teil seiner zur Verfügung stehenden Zeit intensiv und „fachlich gut“ mit dem Kind befasst.

      Schon die Ergänzung um ein geographisches Kontinuitätsprinzip zeigt deutlich, das es um sogar erheblich mehr als nur einen Aspekt erweitert werden müßte.
      Wenn die Familie bspw. diverse Jahre an einem Ort gewohnt hat, sich Nachbarschaften, entsprechend Freundeskreise und sonstige Bezugsgruppen gebildet haben, das Kind also in einer „gesund gewachsenen“ sozialen Entwicklung begriffen ist, steht der Auszug der Mutter mit dem Kind in eine völlig unbekannte Umgebung ( sagen wir mal ein Frauenhaus in einem anderen Bundesland ) gleich aus mehreren Grunden dem Gesamtkontinuitätsprinzip diametral entgegen.
      Rechtlich widerspricht das zumindest dem Recht auf Wohnung und Familie ( ein allgemeines Menschenrecht ), da einfach den „Ausbruchswunsch“ der Mutter zum „kontinuierlichen Kindeswohl“ zu erklären ( geht es der Mutter gut, geht es dem Kind gut, weil sie ihm mehr Zeit und Aufmerksamkeit widmen wird ) und mit den offiziellen Abwesenheitszeiten des Vaters zu verrechnen, Bullshit ist, zumal sie dieses Zeitverhältnis doch das Verschleppen des Kindes ja sogar noch in’s Extrem führt.
      Spätestens da führt sich unsere FamR-Sprechung auf brutalste Weise selbst ad absurdum.
      Leider sind Deutschlands FamRichter aber i.d.R. entweder zu dumm ( besonders auf höherrechtlichem Gebiet ), oder – vermutlich noch viel öfter und stärker – ideologisch und vom vordergründigen Geschäftsintererse her, dermaßen verblendet, daß sie solche „intellektuellen Leistungen“ ( die vermutlich jeder Ghettoelternteil locker nachvollziehen könnte ) schlichtweg vollständig und mit hochaggressiver Verbissenheit verweigern.
      Es werden also mit einer – noch dazu unsinnig falsch – berechneten Quantität willkürlich die tatsächlich wesentlichen Qualitäten zu Tode „gerechnet“.
      An reinem Intelligenzmangel kann das m.E. nicht liegen, da stecken ein paar tiefer liegende Aspekte hinter, die vermutlich auch den Narzissmus ( „wer mich anzweifelt wird verklagt“ ) großer Teile der deutschen Richterschaft zumindest zu großen Teilen erklären können.

      ( überflüssig zu erwähnen, daß ich exakt diese Problemkombination und dazugehörige Gepflogenheiten genau so und in allen angeführten Facetten im eigenen Fall in voller Radikalität erleben „durfte“ und in Evochris‘ gelegentlichen ad-hominem-Pöbeleien auch heute noch immer wieder hübsch beispielhaft bestätigt finde – wobei es mir ein Rätsel ist, warum er so drauf ist, einen direkten Vorteil kann er ja eigentlich kaum davon haben, außer etwas Clickbait vielleicht ).

  • Das Mutterwohl wird regelmässig vor das Kindswohl gestellt. Wobei das Kindswohl lediglich das Feigenblatt ist: Mothers first!

  • Der Witz am „Kontinuitäts-Argument“ ist doch, dass sich die Machtverhältnisse zwischen Mann und Frau nach der Trennung dadurch verändern, die wirtschaftlichen Verhältnisse aber im wesentlichen gleich bleiben.
    Vor einer Trennung ist die Frage, in welchem Umfang beide Elternteile einer Erwerbstätigkeit nachgehen, Sache eines „Aushandelns“ der Beteiligten. Und in der „heilen Familie“ will doch laut Medienberichten die Frau doch immer auch relaitv umfangreich, möglichst Vollzeit arbeiten. Hierüber müssen sich die Partner aber einig sein, quasi eine Diskussion und Entscheidung unter zwei Erwachsenen.
    Nach der Trennung erhält die Frau aber wichtige Sekundanten in dieser Auseinandersetzung: Den Gesetzgeber, Rechtsanwälte, Gerichte. Und plötzlich entdecken die meisten Frauen ihre Liebe zu den Kindern neu, so dass eine Erwerbstätigkeit zumindest in Vollzeit kaum noch zur Debatte steht.
    Kurzum: Die gleiche Diskussion wird jetzt ohne Waffengleichheit geführt. Und ich behaupte, dass ist vielen Frauen ganz recht. Ich behaupte: Genauso recht ist es ihnen, dass eine Vollzeit-Erwerbstätigkeit nach der Trennung für Frauen nur selten zu Debatte steht.

    • „Nach der Trennung erhält die Frau aber wichtige Sekundanten in dieser Auseinandersetzung: Den Gesetzgeber, Rechtsanwälte, Gerichte. Und plötzlich entdecken die meisten Frauen ihre Liebe zu den Kindern neu, so dass eine Erwerbstätigkeit zumindest in Vollzeit kaum noch zur Debatte steht.“

      Genau das wird von den Mutterkultfetischisten übrigens zum hübschen Vexierbild umgestrickt.
      Sie behaupten, daß es der Vater ist, der sich ( weil er ja immer nur seine Karriere in den Vordergrund stellt, indem er sogar Überstunden schiebt ) nie für das Kind interessiert hätte. Und plötzlich, nach der Trennung, will er sich dann doch um das Kind kümmern ( stellt aggressiv Umgangsanträge ), das dadurch aber eher behindert würde, nämlich weil die Zeit mit der liebevollen aufopfernden Mutter damit unzulässig beschnitten würde, was natürlich sein Ziel und Racheplan ist.

      In meinem Fall wurde es ( durch den von der Richterin dafür engagierten Hetzpamphletisten ) so interpretiert, daß ich nur meine Kontrollsucht ausleben und mir die Möglichkeit verschaffen wolle, Frau und Kind weiterhin zu verprügeln und psychisch zu quälen.
      ( Nur vorsichtshalber: Ich bin von Jugend an aktiver Pazifist, Kind und ich waren nachweislich [ ! sic! ] ein Herz und eine Seele, ich habe die – psychisch auch offiziell kranke – Mutter stets umfangreich unterstützt und gefördert, nie irgendeine Form von Gewalt angewandt und von Anfang an erklärt und ausdrücklich betont, daß ich dem Kind beide Eltern in möglichst großem Umfange zu erhalten, als wichtigstes Ziel des Verfahrens erachte.
      Das interessierte keine Sau, im Gegenteil und wurde vollständig – wie alle Aussagen meinerseits – ignoriert. Statt dessen wurden – auch und besonders von der Richterin – gezielt absolut lächerliche und extrem boshafte Lügen, z.T. als meine eigene wörtliche Rede deklariert, in Beschlüsse, Protokolle und Stellungnahmen hineingeschmiert )

  • „Meist ist es, auch wegen des Gender Pay Gaps, die Frau, die in den Jahren nach der Geburt beruflich kürzer tritt.“

    Das ist wieder mal eine dreiste Statistikfälschung oder die typische Mathematik-Inkompetenz von Feministinnen. In den hier relevanten Altersklassen ist das GPG vernachlässigbar.

    Ich habe das zum Anlaß genommen, die Falschaussage von Frau Finke in meine Sammlung aufzunehmen: feministische Falschaussage „Wegen des Gender Pay Gaps tritt vor allem die Frau in den Jahren nach der Geburt beruflich kürzer.“

    • Stimmt!
      Bliebe zu ergänzen, daß ein Gender-Wage-Gap ( da geht die Verdreherei schon los ) per se kein wirklich relevantes Argument zur Ablehnung der paritätischen Doppelresidenz sein kann.
      Und doch erwarte ich geradezu, daß der djb und der VAM(v) in ihren nächsten Stellungnahmen dazu, genau den Mist mal wieder gebetsmühlenartig wiederholen werden.

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