Diskriminierung Film Gleichberechtigung Männerechtsbewegung

Wie Startnext die Vorführung eines Filmes behindert…

geschrieben von: Lucas Schoppe

…und dabei vermutlich geltendes Recht verletzt

Startnext, die größte Crowdfunding-Plattform im deutschen Sprachraum, verweigert seine Dienstleistung für ein Projekt, bei dem der Film The Red Pill in einem Kino in Wien vorgeführt werden soll. Der Film thematisiert spezifische Leiderfahrungen und Diskriminierungen von Männern und Jungen. Es liegt nahe, dass das Verhalten von Startnext geltendes Recht verletzt.

Die amerikanische Filmemacherin Cassie Jaye beschreibt in ihrem preisgekrönten  Dokumentarfilm „The Red Pill“ eine Reise. Sie beginnt diese Reise als Feministin, die schockiert ist über einige Texte amerikanischer Männerrechtler, die aber dann nicht im Schock verharrt, sondern sich auf die Reise zu diesen seltsamen Gestalten macht.

Sie spricht mit Vätern, die den Kontakt zu ihren Kindern verloren haben – mit männlichen Opfern häuslicher Gewalt, die nirgendwo Hilfe fanden – schaut sich erschreckende Szenen einer Jungenbeschneidung an – und redet sowohl mit feministischen Aktivisten als auch mit Männerrechtlern selbst.

Am Ende ist sie dem Feminismus gegenüber sehr skeptisch geworden.

Obwohl Jaye sich als Dokumentarfilmerin schon einen Namen gemacht und Preise gewonnen hatte, konnte sie „The Red Pill“ nur über eine Crowdfunding-Kampagne bei Kickstarter finanzieren – also durch viele kleinere Beiträge einzelner Interessierter, die sie in einer ökonomischen Graswurzel-Kampagne gesammelt hatte. Kein etablierter Verleih hatte den Film unterstützen wollen.

Das ist sehr schade. „The Red Pill“ nämlich ist ein humaner Film, der Idee allgemeiner Menschenrechte und der Möglichkeit eines Dialogs verpflichtet. Akteure wie Paul Elam oder Dean Esmay, die von ihren Gegnern als gefährliche, hasserfüllte Wirrköpfe dargestellt werden, erscheinen hier als Menschen, die für ihre Positionen nachvollziehbare Argumente haben.

Die Dokumentarfilmerin Cassie Jay und ein Plakat von „The Red Pill“

Fast typisch ist dagegen die Selbstentlarvung mancher Kritik an dem Film. Es ginge, so ein Kritiker, dem Film darum, kontroverse Figuren der amerikanischen Männerrechtsbewegungen als Menschen zu präsentieren (wörtlich „zu vermenschlichen“ – ja, tatsächlich: „to humanise (…) controversial figures in the men’s rights movement“) – als ob das an sich schon schlimm wäre. Jaye würde doch tatsächlich einen Mann (Dean Esmay übrigens) zitieren, der behaupten würde, dass „Männer Mitgefühl brauchen“ („men need compassion“). Ihre zentrale Hypothese wäre, dass Frauen es besser hätten als Männer („women have it better than men“) – was schlicht nicht stimmt: In einer zentralen Szene fragt Jaye sich lediglich, ob nicht ihre selbstverständliche Annahme falsch sei, dass Frauen durch Männer unterdrückt würden.

Diese Filmkritik, die geschrieben wurde, als ob der Autor den Film nicht gesehen hätte, endet mit den Worten: „Ich habe ihn mir angesehen, damit Sie ihn nicht ansehen müssen.“ („I watched it so that you don’t have to.“)

Das drückt vor allem anderen eine Angst davor aus, dass Menschen sich ihr eigenes Bild machen könnten, unabhängig von Kritikern.

 

Wie Startnext „wahnsinnig neutral“ die Vorführung eines Filmes behindert

Diese Angst treibt offenbar auch Startnext um, die größte deutsche Crowdfunding-Plattform. Startnext versucht, dem Film The Red Pill nun auch noch die Möglichkeit des Crowdfundings zu nehmen, ohne die er überhaupt nicht existieren würde.

Der österreichische Männerrechtler Oliver Hoffmann hat vor, am 19. November, dem Internationalen Männertag, The Red Pill in einem Wiener Kino zu zeigen. In Österreich war er nämlich noch nie mit deutschen Untertiteln zu sehen, und so hätten nun viele Wiener die Möglichkeit, sich ein eigenes Bild von ihm zu machen und hinterher über den Film zu diskutieren.

Um die Saalmiete zu stemmen, bereitete Hoffmann bei Startnext eine Crowdfunding-Kampagne vor und stellte ein eigenes Werbevideo her:

Nachdem er aber schon viel Arbeit investiert hat, konfrontiert ihn die zuständige Projektbetreuerin, Faridah Shatanawi, plötzlich damit, dass Startnext seine Kampagne nicht unterstützen werde. Auf die Frage, gegen welche Nutzungsbedingungen der Film denn verstoße, antwortet Shatanawi ihm schlicht mit dem Hinweis, dass er das „Einspeisen von Daten mit sittenwidrigem, diskriminierendem, rassistischem, rechtsextremem, religiöse Gefühle verletzendem Inhalt“ zu unterlassen habe. Inwiefern die Kriterien auf Jayes Film zutreffen sollten, erklärt sie nicht.

Telefonisch erklärt sie ihm dann, nachdem Hoffmann den Vorgang auf Twitter schon öffentlich gemacht hat, dass sie ja nichts gegen die Vorführung des Filmes habe – dass Hoffmann aber zu der Diskussion über den Film auch feministische Gruppen einladen müsse. Außerdem rede er in seinem Trailer von einer „feministischen Lobby“, die Vorführungen des Films behindert hätten – das ginge so nicht. Hoffmann selbst zitiert sie so:

„Ich bin wahnsinnig neutral, aber ‚Feministinnen-Lobby’, wie sie das formuliert haben, das können wir so nicht starten lassen. Weil das in einer gewissen Art und Weise diskriminierend gegenüber Frauen ist.“

Nun ist es allerdings keineswegs diskriminierend, Menschen eine Lobby-Arbeit zu unterstellen – Lobbys sind ein gemeinhin als völlig legitim erachtetes Instrument zur Vertretung bestimmter Interessen. Dass wiederum Feministinnen Vorführungen des Films nach Kräften behindert haben, steht außer Frage.

Es ist nicht frei von Ironie, wenn die neutrale Shatanawi die Vorführung eines Films mit der Begründung erheblich behindert, dass der Vorführer offen davon redet, wie Vorführungen des Films erheblich behindert worden seien.

Bei Twitter redet Startnext zugleich davon, lediglich von seinem Hausrecht“ Gebrauch gemacht zu haben , „da der Inhalt des Films nicht mit unseren Standards zu vereinbaren ist.“ Hier ist dann kein Wort davon, dass der Film doch gezeigt werden sollte, nur eben bitteschön in der Anwesenheit von Feministinnen.

Vor allem entsteht durch den Begriff „Hausrecht“ der Eindruck, es sei das gute Recht von Startnext, willkürlich zu entscheiden, wer die Dienstleistungen der Plattform nutzen dürfe und wer nicht. Das ist nicht der Fall.

Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz müssen Dienstleistungen ohne Ansehen der Person zur Verfügung gestellt werden, wenn kein spezifischer Grund vorliegt, sie zu verweigern.  Ein Bäcker darf sich beispielsweise nicht einfach weigern, einem Kunden Brötchen zu verkaufen, nur weil ihm dessen Hautfarbe nicht passt.

Der vorliegende Fall ist eine interessante Variante. Zwar wird Hoffmann die Dienstleistung – nachdem er selbst schon viel geldwerte Arbeit in sie investiert hat – nicht deswegen verweigert, weil er selbst ein Mann ist, aber deshalb, weil er einen Film zeigen möchte, die auf spezifische Leiderfahrungen von Männern aufmerksam macht.

An keiner Stelle begründet Startnext klar, warum die Plattform ihre Dienstleistung in diesem Fall plötzlich zurückzieht. Mal ist es der Film selbst, der stört – mal die anschließende Diskussion. Warum der Film oder die Diskussion gegen Nutzungsbedingungen verstoßen würden, also etwa diskriminierend oder rassistisch sei, versucht das Unternehmen gar nicht erst zu begründen.

 

Wie Startnext ganz ausgewogen Männern und Frauen gleichzeitig schadet

Dass die Verweigerung der Dienstleistung willkürlich und diskriminierend – und damit rechtsverletzend – ist, liegt auch dann nahe, wenn dieser Fall mit aktuellen Startnext-Kampagnen verglichen wird.

Da fördert Startnext zum Beispiel eine „Academy“ für „digitales Coaching“ durch das feministische Magazin Edition F.  Dort war beispielsweise gerade vor einigen Monaten ein Interview mit der feministischen Schriftstellerin Mirna Funk erschienen, in der diese scherzhaft die Gründung einer feministischen Terrorgruppe anregte, um die „alten weißen Männer aus dem Weg (zu) schaffen“.  Diese alten weißen Männer würden sich nämlich noch einmal aufbäumen – so „wie Tiere vor dem Tod“.

Hier macht Startnext die Dienstleistung keineswegs davon abhängig, dass auch Männerrechtler bei der Kampagne zu Wort kommen – das Unternehmen stört sich auch nicht daran, dass das Edition F.-Projekt ausdrücklich nur Frauen zu Gute kommen soll (obwohl natürlich auch Männer dafür spenden dürfen).

Zudem agiert Edition F. ökonomisch in einer ganz anderen Position, als Hoffmann es tut. Das Magazin unterhält eine „Jobbörse“, bei der viele etablierte und solvente Unternehmen – Vodafone, McKinsey, Deutsche Bahn, wikimedia, s.Oliver, Zalando, A.T. Kearney und andere – Anzeigen schalten. Sicherlich könnten diese Unternehmen auch anderswo Interessentinnen finden – die Jobbörse bei Edition F. aber gibt ihnen die Möglichkeit, sich als Frauenförderer zu präsentieren und damit Imagepflege zu betreiben.

Es ist anzuerkennen, dass Edition F. damit offenbar ein erfolgreiches Geschäftsmodell entwickelt hat. Auf Crowdfunding-Modelle ist das Magazin damit aber eigentlich gar nicht mehr angewiesen. Der eigentliche Sinn der Crowdfunding-Idee nämlich ist es ja gerade, dass Projekte, die eben noch nicht von etablierten Unternehmen und Institutionen gefördert werden, durch die Beiträge vieler einzelner Interessenten realisiert werden können.

Mit der offenbar willkürlichen Zuteilung und Verweigerung des eigenen Angebots konterkariert Startnext also eben die Crwodfunding-Idee, auf der die ganze Plattform überhaupt basiert.

Der Eindruck der Willkür bestätigt sich weiter im Vergleich mit anderen aktuellen Kampagnen, die bei Startnext offenbar überhaupt keine Schwierigkeiten bekommen haben: für ein „laDIYfest“ in Kiel, das sich ausdrücklich an eine „queerfeministische“ Zielgruppe richtet, natürlich ohne dass Männerrechtler dazu geladen wären – für ein Buch, das den Queer-Feminismus im Punk dokumentieren soll  – für ein mehrtägiges intersektionales feministisches Seminar  – für das Libertine-Magazin, das sich ausdrücklich nur an Frauen richtet – oder für das feministische Missy-Magazin. Im letzten Jahr noch hatte Missy Gina-Lisa Lohfink zu einer feministischen „Heldin“ erklärt, die zwei Männer fälschlicherweise einer Vergewaltigung bezichtigt hatte.

Allerdings könnte sich Startnext nun durchaus darauf berufen, dass die Entscheidung, der Vorführung von The Red Pill die eigene Dienstleistung zu verweigern, nicht nur männerfeindlich, sondern auch frauenfeindlich und daher ausgewogen wäre.

Schließlich ist Cassie Jaye eine Frau, die sich als Rollenmodell in jeder frauenemanzipatorischen Lehrschrift anbieten würde: Sie hat sich von den starren geschlechterbezogenen Festlegungen der Filmindustrie früh gelöst – ist nun nicht mehr Schauspielerin, sondern macht ihre eigenen Filme über sexuelle Aufklärung, über den Kampf gleichgeschlechtlicher Paare für das Recht auf Heirat oder eben auch über spezifische männliche Leiderfahrungen – sie gewinnt damit Preise gleich reihenweise – sie ist offen, nachdenklich und eigenständig, und sie produziert Filme, die etablierte Sichtweisen verändern können. Eigentlich müsste sie eine feministische Ikone sein.

Wenn Startnext sein Angebot für die Vorführung ihres Films verweigert, dann signalisiert das Unternehmen damit auch: Die Perspektiven von Frauen sind nur dann der allgemeinen Aufmerksamkeit wert, wenn sie etablierte Sichtweisen nicht allzu sehr stören.

So schadet der Startnext-Skandal schließlich allen: Männern, weil es die Thematisierung spezifischer männlicher Leiderfahrungen und Diskriminierungen für unstatthaft erklärt – Frauen, weil es Frauen im öffentlichen Agieren auf bestimmte, eng umschnittene Rollen festlegt – und auch der Crowdfunding-Idee, die je gerade davon lebt, dass Positionen unterstützt werden, die noch keine Unterstützung eines politischen oder ökonomischen Establishments bekommen.

Das ist insbesondere deshalb schade, weil der Film Cassie Jayes es verdient hätte, dass möglichst viele Menschen ihn sehen – ob sie ihm nun zustimmen oder ihn kritisch sehen.

 

Update (2. November)

Eine wirklich gute Nachricht: Mittlerweile, und nachdem diese seltsame Geschichte schon öffentlich in Blogs und bei Twitter diskutiert wurde, hat Startnext die Kampagne für die Filmvorführung doch freigegeben

 

Update 2 (4. November)

Mittlerweile sind die Finanzierungsziele der Kampagne deutlich übertroffen worden. 

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63 Comments

  • Das ist sehr schade. Es gibt aber viele Crowdfunding-Plattformen, oder?

    Bestimmt würde der ein oder andere Leser etwas spenden, wenn er wüsste auf welches Konto?

  • Ihr seid herzlich eingeladen dem Link folgen: http://de.liberalemaenner.at/startnext.html

    und euch den Narzissmus, den Größenwahn und die Doppelmoral der Feministin Shatanawi, der in dem Telefonat steckt persönlich anzutun. Mir ist die Kinnlade auf den Tisch gefallen.

    Hier in ihren Worten: „Es soll so sein, dass Sie das ganze Spektrum einladen und sagen: Das ist der Film, kommt und lasst uns diskutieren. Darum geht es mir.“

    ES SOLL SO SEIN – sie möchte nicht nur diktieren, wer eingeladen wird, sondern sie möchte den Charakter der ganzen Veranstaltung diktieren.
    Es SOLL nicht nur der Film mit deutschen Untertiteln gezeigt werden, nein, danach SOLL natürlich eine Diskussion stattfinden.

    Aber weiter: „Ich habe Bedenken, dass es dann zu keinem richtigen Austausch kommt. Weil die Gruppe eine vorgefestigte Meinung hat und sich dann noch bestätigt fühlt.“

    Nun hat sie nicht nur gesetzt, es müsse ein Austausch stattfinden, sondern der RICHTIGE Austausch – über den nur das geheime weiblich-feministische Wissen vollständig in Kenntnis ist.
    Der FALSCHE lässt Männer nämlich ganz alleine auf einen männerfreundlichen Film los, wodurch die Gefahr besteht, sie werden in ihrer Meinung über existierende Nachteile für und Benachteiligungen von Männern sogar noch bestätigt.
    Das ist natürlich hochproblematisch und gefährlich!
    Ihr Gegenvorschlag, „feministische Gruppen“ einzuladen und mit diskutieren zu lassen läuft also auf eine Art BETREUTES SEHEN hinaus, in dem das Gesehene noch einmal RICHTIG eingeordnet wird, nämlich von den RICHTIGEN.

    Das ZIEL der ganzen Veranstaltung SOLL so zu erreichen sein: „Mir geht es darum, dass Sie auch Leute einladen, die nicht mit Ihnen übereinstimmen, die sich dann gemeinsam mit Ihnen den Film ansehen und dann mit Ihnen diskutieren. Ist das gewährleistet?“

    Was heißt, IHRE Grundbedingung für die Aufführung des Films ist, dass ihre genannten Forderungen über den Charakter, die Zusammensetzung und das Ziel der Veranstaltung gewährleistet zu sein HABEN.
    ODER…

    Man braucht keine zwei Sekunden darüber nachzudenken, ob ein solches Herzensanliegen JEMALS von einem Mann gegenüber der Veranstalterin eines explizit feministischen Films herangetragen worden ist. Wonach doch bitte auch diejenigen eingeladen werden sollen, die nicht mit dem feministischen Anliegen des Films übereinstimmen – oder die Finanzierung fällt flach.
    Auf eine so groteske und größenwahnsinnige Idee in explizit erpresserischem Tonfall wäre kein Mann gekommen.

    Wie nennt man das noch einmal, die eigene Machtposition auszunutzen, um ein bestimmtes Geschlecht zu einer Handlung zu nötigen?! Sie ist natürlich der festen Überzeugung, dass Sexismus immer nur von Männern ausgehen kann, wetten?!

    Holy crap, das ist der Feminismus in seinem pathologischen Endstadium.

    • In der Sache hast Du ja recht. Ich habe allerdings einige Bauchschmerzen mit diesem „Protokoll“. Ist das Gespräch aufgezeichnet worden? mit Einverständnis der Dame? (Falls nicht: kein guter Stil, in D. ist das m.W. sogar strafbar, in Ö. kann es anders sein) Ist das eine exakte Transkription oder ein Gedächtnisprotokoll?

      • @mitm

        Was heißt denn hier „schlechter Stil“? Soll ich mal kurz definieren, was SIE m.E. macht?

        „Nötigung bezeichnet allgemein eine unzulässige Gewaltanwendung oder Drohung, die das Opfer zu einer Handlung zwingt, die dieses nicht wünscht.“

        Richtig komisch ist, sie macht damit feministische Lobby-Arbeit, aber natürlich muss der Verweis auf die „feministische Lobby“ aus dem Video getilgt werden.
        Sie betreibt AKTIV feministische Zensur, findest es aber unerträglich, wenn man feministische Zensur „feministische Zensur“ nennt.

        „Frau“ an sich steht eine schönere, eine bessere, eine höhere Selbstbezeichnung zu, weil sie doch nur das GUTE (TM) will: „Sie möchten doch, dass der Film irgendetwas bewirkt. Ich weiss nicht, mit welcher Begründung Sie den Film zeigen möchten.“

        Hoffmann daraufhin: „Einen Film zu sehen, der ansonsten offensichtlich boykottiert wird, ist in sich eine Motivation.“

        Wie schön, dass sie den BESSEREN Grund schon von vorne herein kennt: „Das ist der Film, kommt und lasst uns diskutieren. Darum geht es mir.“

        Es soll nicht um ihre Zensurpraktiken gehen und um solche hässlichen Dinge wie feministischen Boykott von missliebigen Themen, sondern der Film stellt ein Diskussionsangebot dar.
        Vor allem, insbesondere und besonders für Feministinnen – es ist für eine Narzisstin völlig unvorstellbar, dass sie bei einer solchen Thematik nicht im Mittelpunkt steht.

        Sie IST eine pathologische Feministin; das sind die Subjekte, die diesen Feminismus aktiv betreiben.

        • @ crumar Der Einwand von mitm war m.E. eigentlich nur eine Art Quellenkritik. Tatsächlich ist ja nicht ganz klar, ob es ein Gedächtnisprotokoll ist oder eine Transkription, oder noch etwas anders. Wir können aber davon ausgehen: Das ist das Gespräch aus Oliver Hoffmanns Sicht, und damit kann man erstmal arbeiten. Wenn Frau Shatanawi manche Passagen ganz anders in Erinnerung hat, hat sie ja die Möglichkeit, das zu sagen.

          Meines Erachtens passt ein Gespräch dieser Art jedenfalls zu der Entscheidung von Startnext. Willkür nämlich passt nun einmal zu einer sehr selbstbezogenen Grundhaltung, weil weder die Perspektiven der anderen noch gemeinsame Maßstäbe dabei ernst genommen werden. Und ganz offensichtlich war die Startnext-Entscheidung eine Willkür-Entscheidung.

          • Nope Lucas, das war nicht nur „Willkür“, es war ein explizit feministischer Zensurversuch, es war ein Versuch eines DIKTATS, wie die Hegemonie des feministischen Alleinvertretungsanspruchs in Sachen Geschlechterbeziehungen auszusehen hat und wie sie gesichert werden soll.

            Stell dir einfach die Geschlechter getauscht vor und überlege dir, wie „unser Spektrum“ herzlich eingeladen ist, bei der „Edition F“ mitzudiskutieren.
            Weil die „Edition F“ nämlich „herzlich eingeladen“, womit ich sagen möchte: GEZWUNGEN wird unsere Perspektive in einer Diskussion zu berücksichtigen.

            Diese bigotte Heuchlerin würde und wird natürlich *niemals* eine solche Forderung an Feministinnen stellen.

            Noch einmal: Das ist nicht Willkür, das hat System.

          • „Der Einwand von mitm war m.E. eigentlich nur eine Art Quellenkritik.“

            So ist es. Es ging mir nicht um den Inhalt, sondern um den Status der Quelle und die rechtliche Zulässigkeit. Rechtlich scheint mir das eine Grauzone zu sein, s. https://dejure.org/gesetze/StGB/201.html

            Inhaltlich ist diese Diskriminierung aufgrund einer (vermuteten) politischen Orientierung eindeutig illegal.
            Der Fall zeigt leider einmal mehr, daß die Gendersharia-Polizei überall ihre Leute postiert hat.

            @Lucas: Du hast Post

          • @ crumar „Das ist nicht Willkür, das hat System.“ Natürlich ist das so. Nur: Aus einer rechtsstaatlichen Perspektive, in der Regeln für alle gleichermaßen gelten sollten, für alle gleichermaßen einsichtig sind, und in der einzelne Entscheidungen mit nachvollziehbarem Bezug auf diese Regeln getroffen werden müssen, ist es eben erst einmal Willkür.

            Da ist es egal, ob Shatanawi Regeln verletzt, weil sie sich feministischen Klischees verpflichtet fühlt, oder weil sie einen Kunden aufgrund seiner Hautfarbe ablehnt, oder weil ihr seine sexuelle Orientierung nicht passt. Es ist Willkür.

            Hinzu kommt allerdings hier, dass ihr offenbar ein Film deshalb nicht passt, weil der Erfahrungen der Diskriminierung von MÄNNERN thematisiert. Da wird es dann zur Diskriminierung.

            Zudem ist es gewissermaßen eine Diskriminierung zweiter Ordnung: Nicht nur gibt es, beispielsweise im Kindschaftsrecht, systematische Benachteiligungen, die spezifisch Männer betreffen – es soll auch unterbunden werden, spezifisch über DIESE Benachteiligungen sprechen zu dürfen. Da wird es dann antidemokratisch.

            Also erstens Willkür – zweitens Diskriminierung – drittens Behinderung demokratischer Willensbildung – alles in einem Rutsch. Hat Frau Shatanawi prima hinbekommen.

          • @lucas

            willkür? -ja definitiv

            diskriminierung von männern? – da wär ich mir nicht sicher, denn startnext geht es nicht darum dass Hoffmann ein mann ist. wäre Hoffmann eine frau, wäre das ja sicher auch nix geworden

            antidemokratisch? -nein! das gewissen von startnext gilt ja wohl mehr, als deren angeblicher auftrag zur „demokratischen willensbildung“. und alles was mit maskulismus zu tun hat, verstößt nun mal gegen das gewissen dieser leute. und dieses recht haben sie und es darf ihnen nicht eingeschränkt werden. startnext ist doch eine private organisation oder?

          • @Jonas:

            »da wär ich mir nicht sicher, denn startnext geht es nicht darum dass Hoffmann ein mann ist.«

            Das ist aber nicht der wesentliche Punkt, schließlich ist die Regisseurin des betreffenden Films ja auch kein Mann. Diskriminiert wird die Perspektive von Männern.

            »und alles was mit maskulismus zu tun hat, verstößt nun mal gegen das gewissen dieser leute. und dieses recht haben sie und es darf ihnen nicht eingeschränkt werden.«

            Damit sind wir aber im Feld der politischen Wertungen, und wenn meine auf meinem Gewissen beruhende Wertung besagt, dass das betreffende Verhalten antidemokratisch ist, dann darf mir dieses Urteil auch nicht eingeschränkt werden.

            Will sagen: in meinen Augen verwechselst Du da zwei Ebenen. »Gewissen« ist ja keine sakrosankte Instanz, die über konkreten Argumenten steht, sondern muss sich in Argumenten explizieren – andernfalls ist es nicht mehr als Ressentiment oder Gesinnungsethik.

            Das gehört ja zum Bild, das der Feminismus von sich selbst in Umlauf bringt: angeblich den universalistischen Werten verpflichtet, sie tatsächlich aber jederzeit verletzend, wenn das der eigenen Besitzstandswahrung dient.

          • „»da wär ich mir nicht sicher, denn startnext geht es nicht darum dass Hoffmann ein mann ist.«“
            Nö. Er ist immer noch für viele Ösis DIE Symbolfigur für die Männerpartei, deren Gründer und Vorsitzender er bis ca. 2013 war.
            Die bringt die Ösifemis mehr zum schlottern als die AfD „unsere“ Genderfraktion.

          • @djadmoros

            „Diskriminiert wird die Perspektive von Männern.“

            ich glaube, perspektiven können nicht diskriminiert werden. außerdem handelt es sich nicht um die perspektive von männern, sondern um die perspektive von maskulisten/männerrechtlern. schließlich sollte man ja auch nicht frauen und feministinnen gleichsetzen.

            dass diese Shatanawi eine undemokratische gesinnung hat, weil sie ohne jede vernünftige begründung abweichende meinungen als „sittenwidrig, rassistisch, diskriminierend, rechtsextrem“ bezeichnet, will ich gar nicht bezweifeln. mir geht es aber um das prinzip, dass private organisationen nicht verpflichtet sind unliebsame meinungen zu unterstützen. demokratie heißt vereinigungsfreiheit. wer private organisationen als „antidemokratisch“ verurteilt, weil sie einer politischen strömung (hier: feminismus) angehören und dem entsprechend nicht ihren politischen gegner (hier: maskulismus) unterstützen wollen, denkt selber undemokratisch.
            allerdings sollte startnext in seine AGB reinschreiben, dass sie keine projekte unterstützen, die vom feministischen dogma abweichen. ansonsten täuschen sie die kunden und das dürfte rechtswidrig sein.

          • @Jonas:

            »ich glaube, perspektiven können nicht diskriminiert werden. außerdem handelt es sich nicht um die perspektive von männern, sondern um die perspektive von maskulisten/männerrechtlern«

            Ich denke nicht, dass das zutrifft. Wenn ein Mann zum »abservierten Vater« oder zum Kuckucksvater oder zum Opfer häuslicher Gewalt oder einer Falschbeschuldigung wird, dann macht ihn das noch nicht automatisch zum Maskulisten oder Männerrechtler. Auch wenn Männerrechtler seine Perspektive advokatorisch vertreten, ist es zunächst mal seine Perspektive: die eines Opfers mit begrenzter Souveränität über die Situation, in der er sich befindet. Und wenn die feministische Ideologie sich darauf festgelegt hat, dass es männliche Opfer von beispielsweise häuslicher Gewalt oder Falschbeschuldigung gar nicht in nennenswerter Zahl geben kann, dann würde ich schon sagen, dass damit eine Perspektive diskriminiert wird, weil auf diese Weise beispielsweise auch potenziellen sozialwissenschaftlichen Untersuchern nahegelegt wird, eine solche Perspektive besser nicht einzunehmen.

            »mir geht es aber um das prinzip, dass private organisationen nicht verpflichtet sind unliebsame meinungen zu unterstützen.«

            Gut, ich bin jetzt kein juristischer Fachmann – aber was ist mit dem von Lucas erwähnten »Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz«? Das scheint die Reichweite deiner These ja zumindest einzuschränken. Deine eigene Einschränkung bezüglich der AGB deutet das ja auch an: sie müssten klarstellen, dass sie nicht einfach Brot für alle backen, sondern eben nur kleine feministische Brötchen, als Wegzehrung für treuglaubende Kameradinnen der Bewegung.

          • @djadmoros

            ich denke, jeder politische film hat automatisch eine politische richtung. und „the red pill“ scheint mir eine filmische politische stellungnahme zu sein. und niemand ist verpflichtet eine poltische stellungnahme oder ausrichtung, die ihm nicht passt, durch eine dienstleistung unterstützen. zumindest sollte das so sein. die frage bewegt sich auf jeden fall im spannungsfeld zwischen hausrecht und AGG. 100% sicher bin ich mir da auch nicht.

            ich denke (und hoffe mal), dass sich das AGG nur auf ethnie und geschlecht bezieht und nicht auch auf weltanschauung/politsche ausrichtung. aber was mich angeht, bin ich auch gegner solcher antidiskrimierungs-gesetze, die hausrecht und privatautonomie einschränken.

            “ dann würde ich schon sagen, dass damit eine Perspektive diskriminiert wird“

            ja, sagen wir mal die perspektiven von vielen männern werden hier unterdrückt – aber perspektiven unterdrücken ist nicht verboten. und das ist damit auch noch keine diskriminierung von männern, denn die perspektive von feministischen männern wäre ja bei startnext sicher willkommen gewesen. es geht eben nur um unliebsame ansichten, die man nicht verbreiten möchte. allermindestens dazu sollte man unumschränkt das hausrecht gebrauchen dürfen. (zumindest insofern, dass man nichts anderes in die AGB schreibt.)

        • @jonas: das AGG schließt grundsätzlich auch die Weltanschaung ein, macht aber für den Zivilrechtsverkehr da eine Ausnahme (§19 AGG). Es gibt übrigens BGH-Rechtssprechnung zu dem Thema (V ZR 115/11) – Kläger war da Udo Voigt (seinerzeit Vorsitzender der NPD), der es nicht hinnehmen wollte, dass ihn ein Hotel ausschließlich wegen seiner politischen Ausrichtung nicht als Gast haben wollte. Das Hotel hat der Sache Recht bekommen.

          • startnext hat die entscheidung schon revidiert (genderama gestern), aber ich finde die frage, ob so was zulässig ist trotzdem sehr wichtig.

            der vergleich mit Voigt ist interessant, denn in seinem fall ging es ja anscheinend nur darum, dass er privat in dem hotel gast sein wollte. es ging ja nicht darum, dass er das hotel im rahmen seiner politischen arbeit nutzen wollte (zum bsp. als tagungsstätte). im falle von startnext ging es aber explizit um die behinderung der politischen arbeit von männerrechtlern.

            die details des AGG zu durchschauen, ist mir leider zu hoch. aber ich seh dort dass §2 (1) 8. vorschreibt, dass bei der versorgung mit dienstleistungen keine weltanschauliche diskriminierung erfogen darf (dagegen hätte startnext dann verstoßen). beißt sich das irgendwie mit §19 ?

            https://dejure.org/gesetze/AGG/2.html

            furchtbares gesetz. bloß weg damit und wieder hausrecht walten lassen.

      • Sie ist hier aber nicht privat, sondern als Vertreterin einer Firma. Sie redet nicht über ihre Beziehung, ihr Haushaltskonto oder Probleme mit ihrem Handyvertrag sondern über eine öffentlich angebotene Dienstleistung von ihrem Arbeitgeber. Daher ist die Wiedergabe des Gesprächs durchaus legitim. Es werden keine Persönlichkeitsrechte verletzt, weil es nicht um ihre persönlichen Themen geht.
        Das ist wie das Recht am eigenen Bild: Nimmt man dich auf einer Demo auf, hast du keine persönlichen Rechte an diesem Bild, denn du hast dich freiwillig in eine Situation mit öffentlichem Interesse begeben und musst damit rechnen, dass das dokumentiert wird.

    • Warum sollte man mit einer solchen Schrott-Organisation überhaupt zusammenarbeiten? Das ist ja schon mehr als Gesinnungsprüfung, sondern auch noch Einmischung in die Veranstaltung! Ich wüsste eigentlich nicht, was dies eine Organisation wie Starnext angehen könnte?!
      Nennt man wohl betreutes Crowdfunding inklusive Gesinnungsprüfung und Einmischung in die Veranstaltung. Die haben offenbar nicht mehr alle Latten am Zaun. 🙂

    • @crumar:

      »Holy crap, das ist der Feminismus in seinem pathologischen Endstadium.«

      Ja – aber dieses Endstadium hat seine eigene, konsequente Logik: wenn man außer Denunziationen nichts kann, dann bleibt als letzter Ausweg nur die Steigerung und Radikalisierung dessen, was man kann. »Arsch –> Grundeis« dürfte bei vielen feministischen Akteuren (das vorletzte Beispiel war ja Gesterkamp in der taz) um so mehr als Motivation aktiv werden, als die letzte Bundestagswahl eine Verschiebung des Diskursuniversums nach »rechts« angekündigt hat – wobei als »rechts« alles gilt, was die Denk- und Sprechverbote der nunmehr gefährdeten »linken« Hegemonie verletzt.

      Was dazu führt, dass sich diese Pathologie auch für ein nicht direkt betroffenes Publikum immer deutlicher mit Händen greifen lässt. Die Gelegenheiten mehren sich, diese Absurditäten auch effektiv vorzuführen.

      • „Feminismus in seinem pathologischen Endstadium“

        Leute, Hochmut kommt vor dem Fall. Der Institutionalisierte Feminismus läßt ja gerade anläßlich der metoo-Kampagne seine medialen Muskeln spielen. Allein ZON hat in den letzten Wochen mindestens einen Artikel pro Tag herausgehauen, woanders ist das ähnlich. Man darf diese mediale Macht nicht unterschätzen, die meisten Leute blicken mMn nicht durch und lassen sich an der Nase herumführen. Die ganze Aufschrei-Hysterie hat sich in gewisser Weise ja auch rentiert, denn hier wurde der Weg geebnet für die später durchgezogene Strafrechtsverschärfung.

        Zu allem Unglück steht uns jetzt sogar eine Regierung bevor, in der die Grünen mitregieren dürfen. D.h. wir werden erstmals in der Geschichte der BRD eine Regierungspartei haben, die offen eine verfassungswidrige Geschlechterapartheid praktiziert. Ich fürchte sogar, daß beim Postenverteilen genau dieser Themenbereich bei den Grünen bleibt, d.h. man kann sich schon einmal auf regelmäßige feministische Hakenkreuze Gendersterne in amtlichen Verlautbarungen gefaßt machen.

        • Das geht m.E. nicht primär um Strafrechtsverschärfung, weil in gewissen Artikeln werden ja die Verknüpfungen zu anderen Baustellen bzw. Politikfeldern bereits vorgenommen: Weil ja offenbar alles mit allem zusammenhängen soll und speziell sexuelle Gewalt mit Macht gegen Frauen zu tun haben soll, wird nun eben Gleichstellung auf allen Gebieten gefordert, was so viel heisst wie Quoten oder Repräsentativität zumindest auf allen lukrativen Posten. Bei Wahlen heisst dies dann eben: Wenn die Frauen es nicht schaffen, genügend Frauen ins Parlament zu wählen, dann müssen eben Quoten her, weil alles Andere wäre ja sooooo ungerecht. Was natürlich Schwachsinn ist.

          Und zu den Grünen n der Regierung: Da werden sich Grüne und FDP neutralisieren, da erwarte ich jetzt keine grossen Sachen bezüglich Genderthemen.

          • Und zu den Grünen n der Regierung: Da werden sich Grüne und FDP neutralisieren, da erwarte ich jetzt keine grossen Sachen bezüglich Genderthemen.

            Da bin ich mir nicht so sicher. Gut möglich ist, dass die Grünen ihr Genderdingens durchsetzen, im Gegenzug aber in wirtschaftlichen Fragen zurück stecken.

          • „Da werden sich Grüne und FDP neutralisieren, da erwarte ich jetzt keine grossen Sachen bezüglich Genderthemen.“

            union und fdp werden auf der einen seite sicher das schlimmste verhindern, aber auf der anderen seite werden sich union und fdp auch dem feministischen zeitgeist anpassen; schließlich muss man sich ja deutlich von der afd abgrenzen und solche hochwichtigen sachen..

        • @mitm:

          »Leute, Hochmut kommt vor dem Fall. (…) Man darf diese mediale Macht nicht unterschätzen, die meisten Leute blicken mMn nicht durch und lassen sich an der Nase herumführen.«

          Ich wollte damit nicht zum Ausdruck bringen, das uns jetzt ein bequemer Sieg in den Schoß fällt, sondern dass wir meinem Eindruck nach die Schwelle eines Übergangs vom Totschweigen zum offenen Konflikt erreicht haben. Das bedeutet nicht, dass es einfacher wird, sondern eher, dass die Kontrollanstrengungen (Shatanawi) und Denunziationsversuche (Gesterkamp) noch zunehmen werden. Aber ich denke, dass unsere Chancen wachsen, unsere Standpunkte einem mittleren Segment der Öffentlichkeit beizubiegen, das jetzt aufmerksamer auf neue Stimmen im Diskurs lauscht.

          »Zu allem Unglück steht uns jetzt sogar eine Regierung bevor, in der die Grünen mitregieren dürfen. D.h. wir werden erstmals in der Geschichte der BRD eine Regierungspartei haben, die offen eine verfassungswidrige Geschlechterapartheid praktiziert.«

          Du hast jetzt nicht zufällig die Kabinette Schröder I und II vergessen? So sehr ich aufgehört habe, die Grünen zu mögen: die Große Koalition hat doch längst gezeigt, dass sie für »Geschlechterapartheid« keine Grünen benötigt, oder?

          • „Du hast jetzt nicht zufällig die Kabinette Schröder I und II vergessen?“

            Auwei, sehr peinlicher Fehler von mir … 12 Jahre Merkel führen offenbar zu partiellem Gedächtnisverlust.
            Damals wußte ich allerdings noch nichts vom Frauenstatut der Grünen, davon habe ich erst in der Masku-Szene erfahren.

            „… die Schwelle eines Übergangs vom Totschweigen zum offenen Konflikt erreicht haben.“

            Na denn. Dazu braucht man allerdings auch einige Personen, die offen in den Debatten auftreten (also nicht nur in anonymen Foren) und die einen gewissen Organisationsgrad haben. Am naheliegendsten wäre es, die liberalen Männer zu unterstützen.

          • @mitm

            Ich wiederhole es gerne noch einmal: Zu Zeiten von C. Nolte (CDU) kam die Zusammenarbeit mit der KFN in einer gefälschten Studie zur sexuellen Gewalt gegen Frauen zu tragen, deren wichtigste Darsteller SPD-Mitglieder (einer davon später Justizminister) waren.
            Das war 1995 und ging der offiziellen GroKo satte zehn Jahre voraus.

            Die komplette Verantwortung linken Parteien zu übereignen trifft den Kern nicht – die parteienübergreifende „Solidarität“ und das agenda setting des Feminismus ist wesentlich umfassender gestaltet und älter. Oder wie erklärt ihr euch eine Zustimmungsrate im Bundestag von 100% für die Verschärfung des Sexualstrafrechts, auch wenn es im Kern verfassungsfeindlich ist?

            Die Scharnierfunktion zu den konservativen Frauen hatte die begnadete Rita Süssmuth (CDU) übernommen – eine Politikerin, der wie alle zusammen nicht das Wasser reichen können.

            Die geschickteste Konstruktion des Feminismus war das des Kollektivsubjekts „Frau“ – Lucas hat mehrfach erklärt, warum das bei Männern schwierig sein wird, denn es existiert nicht einmal theoretisch.

            Wir hinken also m.E. von der Grundvoraussetzung (politisch) den Erfolgen des Feminismus ca. 25 Jahre hinterher. Das sagt zwar nichts, sollte man aber immer im Kopf behalten.

          • „die begnadete Rita Süssmuth (CDU) übernommen – eine Politikerin, der wie alle zusammen nicht das Wasser reichen können.“

            Da wirst Du recht haben. Daraus folgt eigentlich, daß man hier auf den Blogs weniger theoretisieren sollte – außerdem sind die meisten Themen in den letzten Jahren schon gut durchdiskutiert und verstanden worden – sondern stattdessen besser in eine Partei eintritt und versucht, dort Einfluß zu gewinnen.

          • @crumar:

            »Die geschickteste Konstruktion des Feminismus war das des Kollektivsubjekts „Frau“ – Lucas hat mehrfach erklärt, warum das bei Männern schwierig sein wird, denn es existiert nicht einmal theoretisch.«

            Yep, und das ist zugleich der fundamentale Selbstwiderspruch des Feminismus seit den 19601er Jahren: sich mit der einen Hand für »antibürgerlich«, »emanzipiert« und – insbesondere – für gesellschaftskritisch zu halten, aber mit der anderen Hand eine zutiefst viktorianische Geschlechterideologie zu beerben.

            Die Frage bleibt dann, was uns diese Einsicht in der Praxis nützt. Vielleicht noch am ehesten das, was auch bei Lucas immer wieder Thema ist: dass die Männerrechtsbewegung den Emanzipationsgedanken vervollständigt, indem sie ihn nach eigenen, nicht vom Feminismus diktierten Kriterien ihnhaltlich ausfüllt. Dieser Gedanke ist der Alptraum aller Kimmels, Rosowskis und Gesterkamps, weil er ihnen nachweist, dass ihr eigener Anspruch, Männer zu repräsentieren, hohl, bigott und reaktionär ist.

            Der Hebel über »liberale Männer« ist dabei strategisch vermutlich nicht der schlechteste, weil bereits die Deklaration dieser Selbstbezeichnung unseren Anspruch transportiert.

          • Eine Metapher muss ich noch nachschieben: im Sinne einer produktiven Weltanschauung ist der Feminismus längst tot, und die fortlaufenden Bedürfnisse, sich selbst zu vergewissern, warum Feminismus heute immer noch (oder gar »mehr denn je«) wichtig ist, sind ein Pfeifen im Walde.

            Der Feminismus scheint noch lebendig, weil er von der Herz-Lungen-Maschine einer allseitigen Frauenförderung apparativ am Funktionieren gehalten wird. Auf der intellektuellen Ebene ist er jedoch längst hirntot.

          • @mitm

            „stattdessen besser in eine Partei eintritt und versucht, dort Einfluß zu gewinnen“ – was in meinem Fall zum Austritt aus der Linken geführt hat.

            Als Einzelkämpfer bewirkst du nichts und du frustrierst dich nur selbst. Es ist schön, dass es die liberalen Männer gibt, deren Forderungskatalog und die Möglichkeit, in einem demokratisch gewählten Spektrum via Koalition hineinzuwirken.

            Mehr nicht.
            Politisch bewirken wir wesentlich mehr, wenn wir auch in Zukunft autonom agieren.
            Meine Idee ist immer noch, wenigstens eine gemeinsame Plattform im Internet zu initiieren.

            Aber Leszek hat es (gefühlt) 1000 mal geschrieben und ich schließe mich dem an: Wenn wir auf gewaltfreie Aktionen verzichten für unser Anliegen zu werben, wird es wesentlich zäher und länger dauern, bis wir zu unseren Zielen gelangen.

          • @djad

            „Auf der intellektuellen Ebene ist er jedoch längst hirntot.“

            Auch auf der Ebene der Aktion – „metoo“ war ein Eigentor.

          • Der Feminismus scheint noch lebendig, weil er von der Herz-Lungen-Maschine einer allseitigen Frauenförderung apparativ am Funktionieren gehalten wird. Auf der intellektuellen Ebene ist er jedoch längst hirntot.

            Das ist richtig.
            Es gibt zwei wesentliche Probleme:

            – die feministische Dauerpropaganda in den meisten Mainstremmedien, ein feministischer bias, die eine Minderheitenposition als mehrheitsfähige ausgibt und die davon abweichenden Meinungen dämonisiert, marginalisiert und sie als Meinungen einiger weniger völlig verschrobener Spinner darstellt.

            – die Subventionierung der Genders, die Etablierung des Gendergedöns in den Universitäten, was den Anschein erweckt, es handle sich bei dieser Sektiererscheisse um Wissenschaft.

            Den Geldhahn abdrehen und die Hälfte aller Probleme wäre gelöst. Wäre das erreicht, würden Feministen aka. die Untoten, massiv an Einfluss verlieren.

      • @djadmoros

        „Die Gelegenheiten mehren sich, diese Absurditäten auch effektiv vorzuführen.“

        Ich stimme dir zu.
        Und die Geschichte dieser Absurditäten.
        Wir leben in interessanten Zeiten…

    • Krasse Schei***!

      Shatanawi tut so, als zeige der Film übelste antifeministische Propaganda. Mich würde mal interessieren, ob sie den Film selbst schon gesehen hat.

  • Dumme Frage: war denn überhaupt eine Diskussion nach der Vorführung vorgesehen oder ging es nur um die reine Vorführung (im üblichen Zeitraster des Kinos). So ein Kinosaal ist ja nicht automatisch ein Hörsaal mit Mikrofonen etc., außerdem müßte die Miete entsprechend teurer sein.

  • „Ich bin wahnsinnig neutral, aber ‚Feministinnen-Lobby’, wie sie das formuliert haben, das können wir so nicht starten lassen. Weil das in einer gewissen Art und Weise diskriminierend gegenüber Frauen ist.“

    Feminismus = Frauen?

    • Ja, das hat mich auch getriggert. Drüben schrieb ich: „Der Tag an dem ich mich überzeugen lasse, dass Feministinnen für Frauen sprechen, ist der Tag, an dem ich mich aufhänge.“

      • Typische Immunisierung gegen Kritik. Wer die Ideologie Feminismus (etwas das man glaubt, nichts das angeboren ist) kritisiert, kritisiert Frauen (angeboren).

        Wenn man einen Text schreibt in dem man jedes Mal klar stellt „Feministen, nicht Frauen“, würden die sich trotzdem nicht entblöden das als frauenfeindlich zu bezeichnen. Jegliche Erwartung von Ehrlichkeit wird bei solchen Leuten enttäuscht. Das zeigt sich immer wieder.

      • Für die meisten Feministen ist Frau=Feministin und selbstverständlich gehen sie davon aus, dass sie für alle Frauen sprechen.

        Ich hatte mal eine Diskussion mit einer Feministin, der ich versucht habe, klar zu machen, dass sie nicht für mich spricht. Das hat die überhaupt nicht in ihren Schädel bekommen. Ständig antwortete sie nur: „Doch, ich spreche auch für dich!“
        Sehr gruselig.

        • „Sehr gruselig.“

          Mein Beileid 😉 Aber offenbar hast Du es heil überstanden.

          Noch gruseliger: gewisse Männer, die anderen Männern einreden wollen, Frauenquoten und andere Segnungen des Feminismus seien gut für Männer und eigentlich nur zu deren Vorteil…..

    • Meine Standartantwort darauf ist: Weder sind alle Frauen Feministen noch sind alle Feministen Frauen.
      Ich halte es deshalb für einigermassen wichtig, nicht von Feministinnen zu reden (sofern es sich nicht um eine klar abgegrenzte rein weibliche Gruppe handelt), sondern von Feministen. Frauen sind mitgemeint.

  • „Da fördert Startnext zum Beispiel eine „Academy“ für „digitales Coaching“ durch das feministische Magazin Edition F. “

    und

    „Telefonisch erklärt sie ihm dann, nachdem Hoffmann den Vorgang auf Twitter schon öffentlich gemacht hat, dass sie ja nichts gegen die Vorführung des Filmes habe – dass Hoffmann aber zu der Diskussion über den Film auch feministische Gruppen einladen müsse.“

    Welche Männerrechtler werden den zu „Academy“ eingeladen? Kennt man davon welcheheuchler?

  • @ Lucas,
    Ich werde mich einfach mal erfrechen, den Blogpost die Tage komplett zu rebloggen, das ist ja schon ein mittleres Skandälchen an sich.

    @ all:
    Allein die saudumme ewige Ansage, daß man ja soo doll den Dialog suchen würde, bei gleichzeitig maximaler Abwürgung desselben.
    Gerade gestern sah ich auf Geschlechterallerlei ( Aranxo’s Kurznachrichten ) einen Link zu einem Geschwafel von Thomas Gesternkrampf, der sich lang und breit ( i. d. TAZ, wenn ich mich recht erinnere ) darüber ausließ, daß diese „Männerrechtler, Maskulinininisten, Rechtspopulisten“ …. etc.pp., ja alle überhaupt gar keinen Dialog wollen, einen solchen sogar aktiv verhindern würden und sowieso alles nur Tarnorganisationen irgendwelcher verkappten frauenhassenden Nazis wären ( blah-sülz … ).
    Mir fallen dazu auch gleich ein paar Aktiönchen von BuFoMä-CHEF Rosowski ein, z.B. die Intrige gegen den Genderkongress, die Gesterkamp ja auch ganz frech erwähnt ( nur eben im diametral verdrehten Sinn ).
    Und ich hatte vor Jahren schon mal selbst ein kleines Scharmützel mit Rosowski, der mir irgendwelche Anwaltsflottilen anzufrohen versuchte ( noch dazu auf übel pöbelhafte Art, Tonfall: “ Ha! Typ! JETZT HAB ICH DICH!1!1!2!21″, wollte mir wohl ’ne Abmahnung auf’s Auge drücken ), weil ich ihm und den seinen einen öffentlichen, fairen Austausch auf einer sicheren, unzensierten Plattform angeboten hatte ( H-G Nelles dürfte sich vermutlich auch noch unangenehm berührt daran erinnern … ).
    Er mußte dann letzendlich aber klein beigeben, weil technisch/rechtlich viel zu dumm eingefädelt, sein „netter Versuch“.

    Es wird mal wieder richtig scharf geschossen, mit der ganz dicken Berta, das volle Programm, das große Besteck. Lange nicht gehabt, sowas ….

    Ich war ja nun ein Paar Jahre u.a. auf FB ( nie wieder! ) unterwegs und auch in der Gruppe des VoR recht aktiv. V.dh. weiß ich auch so ungefähr im Groben wer von den Aktiven dort wie tickt.
    Daß O. Hoffmann sicherlich ein subjektives Gedächtnisprotokoll gemacht hat, ist wohl sicher, denke ich. Aber, daß er Verleumdung, üble Nachrede, o.ä. Diffamierungstaktiken verwendet, halte ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für ausgeschlossen.
    Schon allein weil Ösiland in Sachen „aktive Männer“ ein noch etwas heißeres Pflaster ist als D.. Da kann man wegen zu scharf formulierter „Kindeswohlgefährdungsmeldungen“ schon mal ein paar Monate U-Haft im Terroristentrakt riskieren, wenn man nicht höllisch aufpasst ( sic! ).
    Da schlagen im Gerichtssaal Staatsangestellte zugelassenen Journalisten die eigene Kamera in’s Gesicht, wenn ihnen was stinkt ( derzeit live mitgefimt worden ).
    Und die Männerpartei dort steht unter hartem Beschuss. Die können es sich nicht geringsten leisten wg. einer überstriebenen Darstellung irgendwelche offiziellen Organe mehr als sowieso schon zu alarmieren.
    Hoffmann wird also bestimmt kein Blatt vor den Mund nehmen, aber ganz gewiss auch nicht „mal eben“ die Sicherheit seiner Partei leichtfertig auf’s Spiel setzen. Dazu ist er viel zu sehr Profi.

    Tja, liebe Leute, es sieht ganz so aus, als ob gerade richtig interessante Zeiten ( im Sinne des chinesischen Sprichworts ) auf uns zukommen. Eben gerade WEIL die Stimmung zu Männerthemen bedenklich wackelt und manche Autoren größerer Medien plötzlich ihre Eier entdecken.
    Eben weil man den fairen Dialog fürchtet, wie der Teufel das Weihwasser.
    Da scheint sich eine Art „Eia-Effekt“-Paranoia aufzubauen.

  • @crumar: „Politisch bewirken wir wesentlich mehr, wenn wir auch in Zukunft autonom agieren.“

    Das eine schließt das andere ja nicht aus.

    „#metoo“ war ein Eigentor.“

    Ich hoffe ja auch auf den Streisand-Effekt, ähnlich wie er mMn 2013 beim Aufschrei eingetreten ist. Vor allem ist Öffentlichkeit Gift für die bisher so erfolgreiche feministische Hinterzimmerdiplomatie.

    „Meine Idee ist immer noch, wenigstens eine gemeinsame Plattform im Internet zu initiieren.“

    Das wäre gut, geht aber mMn von den Wirkungsmöglichkeiten her nicht über das hinaus, was ich hier im Abschnitt „Zur Funktion der maskulistischen Blogosphäre“ beschrieben habe. Und das ist eine ganze Klasse weniger als das, was FiDAR und andere straff organisierte feministische Lobby-Vereine in den Hinterzimmern schaffen bzw. geschafft haben.

    Wenn eine „gemeinsame Plattform“ außerdem so etwas ist wie cuncti, dann ist das „nur“ (immerhin) eine lose Sammlung von einzelnen, oft eher akademischen Texten. Die können ggf. sogar für sich genommen gut sein, erzielen aber nach meinem Eindruck aus mehreren Gründen keine politische Wirkung:

    1. Reichweite: sowas versinkt in der allgemeinen Flut von Texten in der Presse, Blogs usw. Die Reichweite ist zu gering, insb. im Vergleich zu Propagandaschleudern wie ZEIT oder SZ. Die erreichen Größenordnungen (100 oder 1000) mehr Leute als kleine Blogs. Ohne eine Marketingstrategie für so ein Medium erreicht es nur die eigene Filterblase.

    2. Eine lose Sammlung von Texten implementiert keine Kommunikationsstrategie und arbeitet nicht auf konkrete politische Ziele und nicht direkt auf die Beeinflussung der politischen Entscheider hin. Wie wichtig das ist, konnte man bei der lex FiDAR (und analog bei anderen feministischen Gesetzen) gut beobachten: politisches Ziel war es, den Karrierefeministinnen (insb. in den Parteien) per Gesetz Plätze in den Aufsichtsträten und Vorständen zu reservieren. Dazu mußte der politischen Öffentlichkeit eingehämmert werden, daß die „Unterrepräsentanz“ von Frauen ein Unrecht und Skandal ist – das ist zwar hochgradiger Unfug, die lang anhaltende Gehirnwäsche, insb. das direkte Lobbying bei den Entscheidern in den Parteien, war aber trotzdem erfolgreich und das verfassungswidrige Quotengesetz kam durch. Wichtig dabei war, die Aufmerksamkeit immer wieder auf dieses Ziel zu lenken und sich nicht mit 5 Zielen parallel zu verzetteln und inhaltlich konsistent zu argumentieren. D.h. wenn eine „gemeinsame Plattform“ ein eher offener Debattierclub ist, wie wir ihn hier z.B. haben, neutralisiert er sich nach außen selber bzw. produziert so viele Meinungen, daß von außen keiner Zeit und Lust hat, das alles zu sortieren und zu priorisieren. Auch wenn das deprimierend ist, aber FiDAR und Konsorten waren genau deshalb erfolgreich, weil sie systematische, durchgeplante Agitation betrieben haben, und wenn man dagegenhalten will, muß man leider ähnlich planvoll vorgehen, sonst hat man keine Chance.

    3. Für eine zielgerichtete Strategie braucht man eine Leitungsgruppe, die die Ziele erarbeitet, und eine Projektorganisation, die die Ziele mittelfristig (1 – 2 Jahre) umsetzt und sich nicht dauernd durch anderes ablenken läßt, die also regelmäßig die Knochenarbeit macht. Beide Gruppen können überlappen bzw. identisch sein, der Unterschied der Rollen sollte aber klar sein. Es muß auch ein Ansprechpartner mit Telefonnummer da sein (daher mein Blick auf die liberalen Männer) für den Fall, daß doch mal ein Politiker anruft und eine andere Meinung einholen will. Im Moment haben wir lauter Einzelkämpfer, die vermutlich (ich spekuliere) nur begrenzt für die Knochenarbeit zur Verfügung stehen und die nur ein schlecht planbares Zeitbudget zur Verfügung stellen können.

    FiDAR und die anderen 10+ feministischen Pressure-Groups sind übrigens keineswegs verschwunden, sie sind nur wieder unsichtbar geworden, was nicht heißt, daß sie nicht in den Hinterzimmern weiter aktiv sind. Deshalb halte ich Thesen wie „der Feminismus ist längst tot“ für falsch. Den Eindruck kann man haben, wenn man die Kommentarspalten der großen Zeitungen ansieht. Das täuscht aber darüber hinweg, wie erfolgreich einer ganzen Generation von jungen Frauen das Opferstatusdenken eingepflanzt wurde. Eine aktuelle Statistik aus GB dazu: https://yougov.co.uk/news/2017/11/01/sexual-harassment-how-genders-and-generations-see-/ Das Framing, also die Bewertung sozialer Interaktionsformen, von Frauen hat sich gerade in den „Graubereichen“ innerhalb einer Generation massiv in Richtung (sozial konstruierten 😉 ) Opferkultur verändert. D.h. hier ist ein Riesenpotential, das jederzeit für feministische Agitation aktiviert werden kann, u.a. in der metoo-Kampagne.

    • @mitm

      Meine Strategie, die kleine Reichweite zu umgehen, ist, dass ich versuche, jeden Text mit mit einem Journalisten zu verknüpfen und ihm diesen Text dann auch zukommen lasse. Und ich bin der Auffassung, dass zwei, drei Journalisten nun schon differenzierter über Männer und Männerprobleme schreiben. Das kann m.E. auch eine sehr wirkungsvolle Stratgie sein, wenn man nicht viel Zeit, MIttel und Energie hat.

      • „…wirkungsvolle Stratgie sein, wenn man nicht viel Zeit, MIttel und Energie hat.“

        Stimmt, guter Hinweis. Für den beschränkten Aufwand, den man investieren kann, erzeugt das relativ viel Wirkung, weil man ggf. Meinungsmultiplikatoren beeinflussen kann. Kann analog mit Politikern funktionieren. Man muß dazu allerdings nach meinem Eindruck aus der Anonymität heraus und beim jeweiligen Thema inhaltlich ziemlich sattelfest sein.

  • Noch ein Nachtrag zur Frage, wie tot und intellektuell bankrott der Feminismus ist:

    Wenn man den Beginn der metoo-Kampagne auf den 15. Okt. 2017 datiert, dann läuft die Kampagne also rund 3 Wochen. Gefühlt ein Dutzend Zeitschriftenartikel (oder Blogposts) haben auf die intellektuelle Unredlichkeit hingewiesen, Unhöflichkeiten und Vergewaltigungen in einen Topf zu werfen, ferner auf den Effekt einer reinen Hetzkampagne gegen Männer, die jetzt womöglich so verunsichert sind, daß sie Frauen nicht mehr den Hof machen.

    Die Gefahr eines Eigentors scheint auch langsam der SZ bewußt zu werden. Die ca. 100 Artikel p.a., mit denen die SZ die allgegenwärtige Gefährung der Frauen (oder die Krise Männlichkeit) beschwört und bei Frauen nach Kräften Angst erzeugt, werden gerade mit einer homöpathischen Dosis Gegengift relativiert:

    http://www.sueddeutsche.de/kultur/missbrauchsvorwuerfe-empoert-euch-richtig-1.3734012
    3. November 2017, 18:51 Uhr
    Missbrauchsvorwürfe – Empört Euch richtig!
    Von Sonja Zekri

    Bereits nach 3 Wochen fällt einer der Feministinnen in der SZ-Redaktion auf, daß „Enthüllungsschübe wie die #metoo-Kampagne sich nicht um juristische Standards scheren“ und daß „Zoten und Vergewaltigungen in einem Atemzug zu nennen, letztere verniedlicht“. Daß die SZ selber eines der wichtigsten Hetzblätter ist, übersieht Frau Zekri als Aktivist selbstredend.

    Sie versucht, durch eine scheinbar breitere Betrachtung und Hinweise auf die Risiken den die Position moralischer Überlegenheit wieder zurückzuerobern.

    Woher der Wind wirklich weht, wird bei den Nebenbemerkungen des Textes wieder klar: Frau Zekri sieht die „Interessen der Frauen“ gefährdet, nämlich daß „von den massenhaften Beschreibungen … weiblicher Ohnmacht [insb. durch die SZ] eine …. unbeabsichtigte [!!!!!!] Botschaft ausgeht“, Frauen seien „hilflos, schützenswert“. Pardon, aber das ist der Markenkern des Feminismus.

    Und um eventuelle Unklarheiten zu beseitigen: „Dabei geht es weniger um die Männer, die gerade über eine angeblich so überwältigende Unsicherheit klagen.“

    Das ist intellektuell bankrott, ein widerliches Schmierentheater, in dem versucht wird, das eigene moralische Versagen, das Frau Zekri hinreichend bewußt sein dürfte, zu relativieren und für das Publikum weiterhin abzeptabel zu machen. Vermutlich reicht das bei den vorgeschädigten SZ-Lesern sogar aus, um eventuell aufkommende Reputationsschäden zu reparieren. Hier findet sozusagen ein moralischer Straßenkampf statt, wo bei (drohendem) Verlust der Glaubwürdigkeit ein klein bißchen Gelände aufgegeben wird, aber im nächsten Moment schon wieder versucht wird, es zurückzuerobern.

    Wenn sie ihre Relativierungen ernst nehmen würde, müßte sie einfach die Hälfte der Hetz-Artikel in der SZ aus dem Netz nehmen, oder zumindest dafür plädieren. Aber nichts dergleichen in ihrem Text.

  • Ich möchte zu dem Fall gerne mal ein paar Überlegungen zum besten geben, aber nur in Stichpunkten, da ich zwei, drei Bierchen intus habe, und mich nicht in Rage reden möchte, weil ich in der Sache ein wenig emotional mitgenommen bin (Jammerlappen-und Beschützersyndrom 🙂 ). Daher auch mein Nick.
    Gerade bei dem speziellen Fall würde ich die Frage stellen, ob es hier um Männerrechte geht oder nicht auch um Frauenrechte, also im Prinzip einfach um Rechte bzw. Grundrechte.
    -Zunächst sind hier ja einmal die Rechte einer Frau in Frage gestellt.
    In vielen Fällen, wo der Feminismus sich austobt, sind auch direkt oder indirekt Rechte von Frauen betroffen, d.h., der Feminismus verstärkt oder begründet sogar Tendenzen, bürgerliche Grundrechte zu erodieren oder an bestimmten Punkten schlagartig außer Kraft zu setzen, teils durch Gesetze, teils aber auch durch informelle Aushebelung durch seine Seilschaften, wo diese z.B. administrative Macht haben.
    Dazu macht er sich zum Teil die Tendenzen zu Nutze, die im neoliberalen Politikmodell „marktkonforme Demokratie“ schon bestehen, zum Teil treibt er diese durch die Auflösung von demokratischem Denken und kritischem rationalem Urteilsvermögen mit voran.
    Man denke an die Dehumanisierungstaktiken, statistischen Verdrehungen, akademische, politische und administrative Korruption usw., Letztere beschreibt z.B. mein „Fachkollege“Danisch aus der Innensicht des akademischen Betriebs m.E. sehr plastisch und nachvollziehbar.
    Ich befürchte stark, dass dies auf mittlere Sicht auch der Mehrheit der Frauen schadet, nämlich der Masse der nicht sozial oder bildungsmäßig privilegierten Frauen, denn diese totalitär-korrupten Tendenzen werden auf lange Sicht bestimmt nicht die Möglichkeiten verbessern, sich gegen andere soziale Ungerechtigkeiten zur Wehr zu setzen.
    Selbstverständlich geht es AUCH in Bereichen um Männerrechte, gerade das Familienrecht ist dafür exemplarisch.
    Aber im Grunde geht es auch oft gegen Interessen von Frauen.
    Ich werde gelegentlich mal aus meinen Erfahrungen als Helfer in einer Kita erzählen, weil es da schön plastisch ist, aber auch auf andere Bereiche übertragbar.

    Nur mal kurz ein paar Thesen:
    -nicht wenige Frauen haben mit anderen Frauen, die sich feministisch artikulieren, in der (Berufs-) Praxis, ich sag mal, gemischte Erfahrungen gemacht. Widerspruch von Anspruch und Taten. Ich kenne z.B. einige starke Frauen (ohne Anführungszeichen), die so etwas sagen wie „Ich arbeite lieber mit Männern zusammen, da herrscht irgendwie mehr Klarheit, auf den Weiberkram verzichte ich gerne“, oder“ Feminismus hört sich zwar oft gut an, aber immer, wenn ich mit diesen Studentinnen was mache, bleibt die Drecksarbeit an mir hängen“ und Ähnliches.

    -Die schwarze Pädagogik, die feministische Strategien im Kitabereich oft zur Folge haben, wirken sich nicht nur auf Jungen negativ aus, sondern auch auf Mädchen. Die sehen nämlich primär nicht, dass hier das Patriarchat in Person von „kleinen Patriarchen“ bekämpft wird, sondern empfinden eher, dass in ihrem Umfeld Erwachsene Frauen Kinder einschüchtern und psychisch oder körperlich misshandeln, und werden durch dieses Klima „kontakteingeschüchtert“. Sie sehen einfach, das Kinder (und ja, auch Jungen sind Kinder, das wissen auch Mädchen!) „hier“ mies behandelt werden.
    Aber das Ganze ist noch ein wenig komplexer. Später mehr dazu.

    -da, wo es um nachvollziehbare, praktische Tätigkeiten geht, nicht nur um Ideologieproduktion oder Selbstbeweihräucherung, also im eher „proletarischen Bereich“, wo Arbeitspensen besser vergleichbar, und Löhne relativ gleich sind, und Männer und Frauen gemeinsam Aufgaben bewältigen, ergibt sich oft ein gewisses „Gerechtigkeitsgefüge“, wo dann schon bald klar wird, wer nur schwafelt, wer anpackt, wer sich wenigstens bemüht, von wem man was lernt, wer wem unter die Arme greift, wer kollegial ist und wer nicht usw., und meine Erfahrung ist, hier kann man nicht nach Geschlecht trennen, sondern manche Menschen haben was drauf, und manche nicht, IdeologInnen und KollegenschweinInnen gehören fast immer zu den Letzteren.
    Wer nix kann und sich stattdessen immer nur ins Recht zu setzen versteht, macht sich weder bei Männlein noch Weiblein beliebt.
    Im parteipolitischen, akademischen oder administrativen Bereich mit seinem Flurfunkkanälen und seinen oft rigiden, oft aber auch undurchsichtigen Seilschaften sieht es da naturbedingt, denke ich, ganz anders aus. Da ist vieles nicht so konkret greifbar, weil die Bewertungsgrundlagen immer schon abstrakter und ideologischer sind. Natürlich wird auch im „proletarischen“ Bereich gemobbt oder gepfuscht und Anderen in die Schuhe geschoben, bloss wird das schnell offensichtlich und ist oft noch ziemlich verpönt, weil man letztlich enger aufeinander angewiesen ist.
    Und da gehört sowieso ein etwas burschikoserer Humor oft zur Grundausstattung, und Spitzfindigkeiten auf sprachlicher Ebene tragen nichts zur Arbeit bei, weil die kleinen Details, auf die man sich konzentrieren muss, eher im materiellen Arbeitsablauf liegen, und nicht im ideologischen Meinen. Beispiel Autowerkstatt, Tischlerei, Baustelle, Baumarkt, oder auch meinetwegen Sport, man muss halt praktisch ein Tor schießen und verhindern, und wenn die Theorie (also Taktik und auch Trainingsmethoden) das nicht bald hergibt, dann isses fürn Popo, da gibt es nicht viel zu verdrehen.
    Der Feminismus ist m.E. doch eher etwas, das bürgerliche Leute mit Herrschaftsansprüchen, aber wenig Denkvermögen und praktischem Fleiß definieren und formulieren. Da kommt man leicht auf die schiefe Bahn von Intrigen, Mobbing, Opportunismus und Postengeschacher, und diese Überlebensstrategien, die man in solchen Lebenswelten verinnerlicht, reproduzieren sich dann halt auch gern mal in den Denkprozessen, deren innerer „Logik“ und Integrität, überträgt sich so auf die inhaltlichen Ergebnisse, und letztlich auch auf die Strategien und die Integrität, wie man seinen Denkmüll unter die Leute bringt.
    Letztlich verblöden diese akademischen Feministen, ob aus Denkfaulheit oder Denkunfähigkeit, erst an sich selbst, dann Andere, und zuletzt, wenn es bis in die Frühpädagogik penetriert, auch die Kinder, Mädchen wie Jungen.
    Und durch solche periodischen medialen Massenhysterien wie määhtoo dann auch immer mehr Frauen und sogar viele Männer.
    Dabei ist es auch relativ egal, ob die UrheberInnen absichtlich und perfide, oder aus purer Dummheit solchen Denkmüll verbreiten, der Zweck wird meist erreicht.
    Dass der Denkmüll auf so fruchtbaren Boden fällt, bzw. diese Pflänzchen dort solchen Dünger so gut aufnehmen, hängt z.T. auch mit anderen gesellschaftlichen Entwicklungen zusammen, also systematische Verblödung und die Verkümmerung folgerichtigen Denkens betreibt ja beileibe nicht nur der Feminismus.
    Das tun ja auch allerlei sonstige Experten aller Gebiete, und allein schon die medialen Bestrahlungsformen begünstigen irgendwie schon Denken in Häppchen und getriggerten Reflexen.
    Irgendwann, denke ich zumindest, ergänzt sich das alles zu einer Art Teufelskreis bzw. bedingt sich dann gegenseitig.
    So eine Art weißes Rauschen, wo dann nur noch Instinkte angesprochen und Reflexe ausgelöst werden.
    Kausalität, Logik, Zusammenhänge, Widersprüche, das alles verschwindet dann in so einer Art Reptilienbewußtsein, wo soziale Realitäten gar nicht mehr wahrgenommen werden, fast wie in Trance oder Vollsuff.
    Naja, dazu wäre z.B. in Bezug auf die daraus resultierende Pädagogik in „meiner“ damaligen Kita noch einiges zu sagen. Ein andermal, es ist spät.

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