Feminismus Frauen Meinungsfreiheit

Feministinnen gegen Frauen

geschrieben von: Lucas Schoppe

Die Filmemacherin Cassie Jaye müsste eigentlich eine feministische Ikone sein, wird aber von Feministinnen bekämpft, die Aufführungen ihres Filmes „The Red Pill“ nach Kräften zu verhindern versuchen. Dies einfach nur, weil Jaye darin mit Menschen redet, mit denen sie nicht hätte reden sollen: mit entsorgten Vätern – mit Männern, die häusliche Gewalt erfahren – mit Männerrechtlern.

Dass Feministinnen ausgerechnet eine selbstbewusste, selbstständige, auch mutige Frau zu einem Feindbild aufbauen, wirkt überraschend, ist aber kein Einzelfall. Gerade Frauen werden zunehmend zum Ziel feministischer Angriffe. Warum das geschieht, lässt sich an einigen ganz unterschiedlichen Beispielen erklären.

 

Wie Pinkstinks sich eine Ministerin bestellt

„Nicht meine Ministerin!“ Noch ist längst nicht klar, ob es eine Koalition aus Union, FDP und Grünen überhaupt irgendwann geben wird. Noch bevor es aber  auch nur eine ernsthafte Absicht gab, Koalitionsverhandlungen zu beginnen, versuchte die Organisation Pinkstinks eine Kampagne gegen eine Frau zu starten, die vielleicht Ministerin des Familienministeriums werden könnte: gegen die Freidemokratin Katja Suding.

Die Pinkstinks-Aktion wäre nur eine verrückte Petitesse, wenn diese Organisation nicht durchaus einflussreich wäre und wenn sie  nicht ausgerechnet aus eben dem Ministerium finanziert würde, dessen Führung sie nun per Kampagne mitbestimmen will.

Die Aktion hat gleich zwei Vorbilder. Im Jahr 2012 starteten  die Partei der Grünen und feministische Gruppen eine Kampagne gegen die damalige Familienministerin Kristina Schröder, weil die sich kritisch gegenüber der Idee einer Frauenquote in Betrieben geäußert hatte. Die damalige Spiegel-Kolumnistin Silke Burmester stellte Schröder gar, gleich in der Überschrift einer ihrer Kolumnen, als „Feindin aller Frauen“ hin.

Diese Aktion wiederum orientierte sich an einem amerikanischen Vorbild, an einer Kampagne nämlich, die in den USA ihrerseits seit der Präsidentschaft Trumps revitalisiert wurde. Als George W. Bush im Jahre den Irak-Krieg begann, drückte die Kampagne „Not my president“ aus, dass er damit nicht im Sinne des gesamten amerikanischen Volkes handle.

Tatsächlich kehren die deutschen Kampagnen den Sinn dieser ursprünglichen Aktion glatt um. Die Kritiker von Bushs Krieg griffen ihn ja gerade dafür an, dass er seiner Aufgabe, als Präsident alle Amerikaner zu repräsentieren, nicht gerecht werde. Die Kritikerinnen von Schröder oder Suding jedoch greifen sie ganz im Gegenteil gerade dafür an, dass sie ihnen keine exklusive Lobbypolitik versprechen. „Nicht meine Ministerin“ – das ist eben eine Ministerin, die sich nicht partikuleren Interessen verpflichtet, die nicht ganz „unsere“ ist.

Die Kritik an Suding bleibt dabei vage und global, konkret bemängelt Pinkstinks gerade einmal, dass die FDP-Politikerin „Quote und Rückkehrrecht in Vollzeit (…) absolut überflüssig“ finde.

Ausführlich aber erklärt Stevie Schmiedel, Vorstandsvorsitzende von Pinkstinks Germany und Autorin des Textes gegen Suding, dass es Feministinnen „insbesondere mit der parlamentarischen Staatssekretärin des Bundesfamilienministeriums, Elke Ferner (SPD), in den letzten Jahren sehr gut“ gegangen sei. Zwar müssten die von Ferner geförderten Projekte mit mehrjähriger Laufzeit auch von einem FDP-geführten Ministrium erst einmal weiter gefördert werden:

Doch kann bei jeder Kampagne, jedem Shooting für ein Poster oder jedem Vortragsentwurf ein ‚Stopp’ ausgerufen werden. Mit anderen Worten: Wir könnten zwar irgendwie existieren, aber nicht machen, was wir eigentlich machen wollen.“

Dass eine staatlich geförderte Lobby-Organisation möglicherweise bald nicht machen kann, was sie will, wird hier also ernsthaft als Grund für die Kampagne gegen eine Frau angegeben, bevor sie auch nur für irgendeinen Posten ernsthaft im Gespräch sein kann.

Alle anderen Argumente gegen Suding bleiben diffus und allgemein: Dass die FDP sich nicht gegen „sexistische Werbung“ einsetzen wolle, und dass schon vor Jahren die damalige Bundesvorsitzende Doris Buchholz und die stellvertretende Bundesvorsitzende Brigitta Pöpel „die frauenfeindliche Stimmung in der Partei“ kritisiert hätten.

Soweit, dass letztere 2012 die Partei verließ. In der FDP Karriere machen könne nur, wer gut aussähe, protestierte Brigitta Pöpel damals, und ein frauen- und familienfeindlicher Ton sei die Regel, nicht die Ausnahme.“

Kein Wort allerdings davon, dass Pöpel mit ihrer Partei über den Euro-Rettungsschirm in einen heftigen Streit geraten war, dass sie dann nach ihrem Parteiaustritt bei der AfD weiter machte und dass sie in weiteren Konflikten mit ihrer Ex-Partei besonders heftig ausgerechnet gegen eine FDP-Frau schoss: Sie versuchte, die Kandidatur der Landtagskandidatin Wiebke Reich zu torpedieren.

Schmiedel erwähnt selbstverständlich auch nicht, dass die Vorwürfe gegen die FDP von jüngeren FDP-Frauen scharf zurückgewiesen wurden.

Warum glaubt eigentlich eine kleine Lobbygruppe, sie würde das Familienministerium besitzen? Dumme Frage, weiß ich…

So bleibt die Kampagne gegen Suding diffus, begründungslos – aufgebaut auf Unterstellungen und allgemeinen Vorwürfen gegen Sudings Partei, auf deren Fragwürdigkeit Schmiedel lieber gar nicht erst hinweist. Deutlich aber wird in jedem Fall der Anspruch auf das  Familienministerium – als ob es offensichtlich illegitim wäre, wenn dieses Ministerium von jemand anderem als einer Vertreterin der eigenen Lobby-Gruppe besetzt würde. Würde Jamaika Realität werden, „hätten wir bitte gerne die liebe Ulle Schauws (unten Mitte, Die Grünen / Bündnis 90) als Ministerin“.

Und noch einen großen Cappuccino mit möglichst viel Schaum, bitte.

Um mir aber einmal etwas dagegen zu wünschen: In meinen Augen wäre es durchaus sinnvoll, dass Familienministerium nach Jahrzehnte mal wieder mit einem Mann zu besetzen – damit endlich der Eindruck zerstreut wird, Familie sei eine reine Frauensache…

 

Wie die Störenfriedas gegen Feindbegünstigung einschreiten

Der prophylaktische Widerstand gegen Suding hat seinen Grund möglicherweise auch darin, dass die FDP-Politikerin offen für das Wechselmodell bei Trennungseltern eintrat. Die feministische Webseite der „Störenfriedas“, die sich ohnehin nach Kräften gegen eine Gleichberechtigung von Vätern und Müttern sperrt, warf jedenfalls dem Buchautor und Blogger Arne Hoffmann eine Wahlempfehlung für die FDP vor – also für jene Partei, „die sich besonders stark für das mütterfeindliche Wechselmodell als Regelfall einsetzt.“ 

Dass es „mütterfeindlich“ wäre, wenn Kinder nach einer Trennung etwa zu gleichen Teilen bei Vater und Mutter leben, kann natürlich nur jemand behaupten, in dessen Überzeugung Kinder nach alter Weise unbedingt zur Mutter und nur zur Mutter gehören. Das aber wird praktischerweise von den Störenfriedas gar nicht weiter ausgeführt.

Stattdessen diffamieren sie Hoffmann mit falschen Vorwürfen, die ihn als einen Rechtsaußen-Akteur darstellen. Er schreibe für das „eindeutig rechte Magazin Kopp Online“ und verlinke auf seinem „Maskulisten-Blog ‚Genderama’“ regelmäßig auf die Junge Freiheit.

Hoffmann wiederum wird eben deshalb entstellend präsentiert, um ihn dann gegen eine andere Feministin ausspielen zu können. Als Mithu Sanyal  für ihre Analyse zu Vergewaltigungen mit einem Preis ausgezeichnet worden sei, habe ihr doch tatsächlich auch Hoffmann auf ihrer Facebook-Seite gratuliert. Sanyal  habe sich diese Glückwünsche dann nicht etwas empört verbeten, sondern sich auch noch dafür bedankt und ihn an ein gemeinsames Projekt erinnert – bei dem es dann auch noch ausgerechnet um Laura Kipnis gehen solle, die den Umgang mit Beschuldigungen sexueller Gewalt an amerikanischen Hochschulen scharf kritisiert.

„Willkommen im Patriarchat“ ist der Störenfriedas-Text über Sanyal beschrieben – sie steht so als Kollaborateurin mit dem Feind da, die für ihre Kollaboration mit einem Preis belohnt wurde. Der Vorwurf: Sie habe nicht nur mit Hoffmann korrespondiert, sondern auch noch Interesse an einem Interview mit dem Männerrechtler Christian Schmidt vom Blog Alles Evolution gezeigt. Allein schon die bloße Bereitschaft zum Gespräch erscheint hier als Verrat.

Sanyal selbst beschreibt, welche Folgen diese Diffamierung für sie hatte. Tagelang habe sie „besorgte Mails“ bekommen – sie fühle sich unter Druck „zu beweisen, dass ich nicht qua Kontakt irgendwie infiziert worden bin“, und fasst zusammen:

Das Schockierende an dem Artikel ist nicht die Verleumdung, sondern dass alleine mit der Gegenseite zu reden bereits verdächtig ist.“

In allen erwähnten Fällen – Jaye, Suding, Sanyal – werden Frauen hier von feministischen Akteurinnen unter Druck gesetzt, weil sie gesprächsbereit sind und offen sind für andere Perspektiven.

Dabei wäre es ja noch ganz verständlich, wenn eine feministische Kritik an Politikerinnen oder Journalistinnen  sich gegen einzelne Positionen oder Entscheidungen richten und dann konkret begründet würde. Eben dies geschieht hier aber in keinem Fall.

Jeweils wird einfach ein verzerrtes, irreführendes oder auch schlicht böswilliges Bild von einem Feind – Männerrechtler (!), die FDP (!) – gezeichnet, und dann wird eine andere Frau mit dem Hinweis diffamiert, dass sie diesem Feind gegenüber nicht genügend Abstand gehalten, vielleicht gar mit ihm gesprochen habe.

Die Reihen fest geschlossen, übernimmt der heutige Feminismus damit eine Rolle, die in früheren Zeiten Sittenwächter, Pastoren oder Gouvernanten übernahmen: die der Zurichtung von Frauen, ihrer Einhegung und ihrer Verpflichtung auf ein enges Rollenkostüm, gerade im öffentlichen Agieren.

Ausgerechnet eine Universität liefert dafür ein aktuelles Beispiel.

 

Wie der Göttinger AStA für Sitte und Anstand in der Zentralmensa sorgt

Das Jahr 2017: Eine Frau zeichnet sexuelle Phantasien und Motive, andere Frauen laufen Sturm dagegen.“ 

So Britta Bielefeld vom Göttinger Tageblatt in einer Frage an die Malerin Marion Vina. Vina hat in der Serie „Wortspiele“ auch einige vorsichtig erotische Zeichnungen angefertigt, etwas unter dem Titel „Höhe Punkte“ ein Bild, auf dem sich eine Frau ein Hemd über den Kopf zieht, unter dem sich ihre Brustwarzen abzeichnen.  Die Zeichnungen waren Teil der Ausstellung „Geschmackssache“, die das Göttinger Studentenwerk in der dortigen Mensa bis Mitte Februar zeigen wollte. Provozierende Bilder und Karikaturen von acht verschiedenen Künstlern.

Sehr schnell kritisierte die Göttingen Gleichstellungsbeauftragte Doris Hayn die Ausstellung jedoch scharf, weil sie „Bilder mit diskriminierendem und sexistischem Inhalt“ enthalte. Die AStA-Vorsitzende Jungsozialistin Silke Hansmann schloss sich sogleich an und forderte ein Entfernen der Bilder, weil sich „alle auf dem Campus wohlfühlen sollten“.

Die Ausstellung ist mittlerweile vorzeitig beendet – alle beteiligten Künstler haben sich, geschockt von den heftigen öffentlichen Angriffen, entschlossen, ihre Bilder zurückzuziehen.  Warum es sexistisch sein sollte, wenn eine Frau – oder auch ein Mann – weibliche Körper vorsichtig zum Gegenstand ihrer Kunst macht, haben allerdings weder Hayn noch Hansmann erklärt.

Das Göttinger Tageblatt zitiert raunende Vorwürfe, dass Vina Bilder von „idealisierten und normschönen Frauenkörpern“ gemalt habe, was so erstens gar nicht stimmt und zweitens nicht erklärt, warum das eigentlich sexistisch sein sollte.

Offenbar setzt der Vorwurf schon als gegeben voraus, dass weniger „normschöne“ Frauen sich durch die Darstellungen verletzt oder herabgewürdigt werden könnten – womit ihnen dann „Normen“, die im feministischen Denken umstandslos als „patriarchal“ eingeordnet werden, das Leben schwerer machen würden.

Nun wird das Abhängen einiger Bilder natürlich nichts daran ändern, dass die meisten Menschen – Frauen übrigens noch deutlicher als Männer – schlanke Körper schöner finden als dickere oder gar fettleibige.

Vor allem aber werden hier Annahmen zum Befinden Einzelner zum Maßstab dafür gemacht, was im öffentlichen Raum einen Platz haben darf und was nicht. Dass sich „alle auf dem Campus wohlfühlen“ sollen, stimmt dabei gewiss nicht – ich beispielsweise fühle mich nicht wohl auf einem Campus, auf dem jede öffentliche Darstellung von der Möglichkeit begleitet wird, sie könne irgendjemandem nicht gefallen und müsse daher unterbleiben. Auch Frau Vina und die anderen Künstler der Ausstellung fühlen sich mit ihren Werken auf dem Göttinger Campus offensichtlich nicht mehr rundum wohl – ohne dass Frau Hansmann darin ein Problem sehen würde.

Eines der Wortspiel-Bilder Marion Vinas, die übrigens auch zu Texten von Robert Gernhardt oder Joachim Ringelnatz zeichnet.

Es geht also gar nicht darum, dass alle sich wohlfühlen – sondern dass die RICHTIGEN sich wohlfühlen. Als würden wir in frühere Zeiten zurückversetzt, werden hier mit großer Selbstverständlichkeit wieder Maßstäbe dafür durchgesetzt, wie Menschen in der Kunst dargestellt werden dürfen – und wie nicht. Wenn eine Frau in ihren Bildern über Frauen reflektiert, dann darf sie das als Künstlerin ausgerechnet im öffentlichen Raum einer Universität nicht tun, sobald ihre Reflektionen einzelnen anderen Frauen nicht gefallen.

 

Was haben Feministinnen eigentlich gegen Frauen?

Dass Feministinnen Frauen so nicht etwa befreien, sondern sie einhegen, begrenzen, auf enge öffentliche Rollen festlegen, ist angesichts des feministischen Selbstverständnisses überraschend, aber leicht erklärlich.

Wie wir über Frauen denken, hängt eng damit zusammen, wie wir über Männer denken, und umgekehrt. Wenn wir Männer klischeehaft als dominant, aktiv, übergriffig, schuldig, aggressiv, egoistisch, beherrschend wahrnehmen, dann werden auch Frauen damit unweigerlich Eigenschaften zugewiesen: beherrscht, passiv, unschuldig, sozial. Das zeigt gerade die Metoo-Debatte: In sexueller Hinsicht erscheinen hier allein die Männer als aktiv und fordernd, Frauen werden zumindest von feministischer Seite ganz als Objekte männlicher Aktivität inszeniert.

Dass auch Männer Übergriffe erleben, kann dann als „Whataboutism“, dass auch Frauen im öffentlichen Raum Interesse an sexuell gefärbten Begegnungen haben, kann als „victim blaming“ abgetan werden.

Es ist eben ein Irrtum zu glauben, dass klischeehafte, herabwürdigende oder denunzierende Bilder von Männlichkeit zur Emanzipation von Frauen beitragen können. Im Gegenteil: Wer Männer klischeehaft und übelwollend wahrnimmt, der wird auch Frauen entsprechend einhegen. Wenn Frauen dann gar wie Sanyal  mit Männern kooperieren, und sei es nur durch ein Gespräch, erscheinen sie als Verräterinnen – wenn sie wie Vina feministische Zuschreibungen an die Geschlechter ignorieren, handeln sie sich den Vorwurf ein, berechtigte Empfindlichkeiten zu verletzen und den allgemein herrschenden Sexismus zu reproduzieren.

So gibt es dann am Ende womöglich noch ein deutlich größeres Problem für den Feminismus als die Männerrechtler – die Frauen nämlich.

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33 Comments

  • Ich denke, der Feminismus ist gerade dabei Napoleon und Hitler zu folgen, die ja beide im Größenwahn meinten, sie könnten gen Russland ziehen und dann im dortigen Winterfeldzug stecken geblieben sind, was ihren Untergang einläutete. Wobei die Femis noch einen Tick mehr im „Think big“ gefangen sind und gleich DIE Männer zu Untermenschen und „Feinden aller Frauen“ erklärt haben.
    Und auch sie versuchen mit aller Gewalt jetzt die letzten Reserven ( analog zum Volkssturm – hier via Schmiedel & die „Struwwelpetras“ ) zu aktivieren.
    Und genau wie im Nazireich geht das damit einher, daß man immer mehr auf vermeindliche Gegner in den eigenen Reihen abhebt, gegen diese besonders scharf losschießt, um ein internes Klima der Angst zu installieren und zum „großen solidarischen Zusammenhalt aller Guten“ umzudeuten.
    Wie sciencefiles es gerade anhand einer anderen Thematik zum Ausdruck brachte, wird keine Mühe gescheut, Blockwarttum zu „Zivilcourage“ umzudrechseln. Etwas Absurderes kann ich mir kaum vorstellen.

    Ich wage mal zu prognostizieren, daß das über kurz oder lang genau so enden wird, wie es die beiden oben erwähnten „Superfeldherren“ erlebt haben. Und genau wie bei denen werden folgerichtig die letzten fanatisch um sich ballernden unbelehrbaren Durchhalteparolenbrüller mit in den Abgrund gezogen.

    Was mir daran am allerdings meisten gefällt, ist die Aussicht, daß bei Beendigung dieses „Krieges der einzig wahren wirklich Guten“ gegen mittlerweile alle Anderen, eben nicht DIE Frauen als „leider unvermeidbarer Kollateralschaden“ und „internes“ Hauptopfer unter den Folgen werden leiden müssen, wie einst die Franzosen o. die Deutschen, denn das wäre wohl tatsächlich ein GAU, der vom Ausmaß her ein absolutes historisches Novum darstellen würde.

    Die große Budgetparty neigt sich dem Ende zu. Der letzte Hummer, Kaviar, Champagner wird gerade aufgefahren, die Paradeuniform der heiligen Sittenwächter noch mit ein paar weiteren blinkenden Blechorden bestückt.

    Der Rückgang der großen Femiflut ist absehbar. Das Märchen von „Wunderwaffen“ ( Quoten, Rechteentzüge, Pranger, scharfe Restriktionen etc. ) glaubt kaum noch wer – und „der große Aufstand aller Arier“ ( unter diversen Hasstags ) versandet und hinterlässt während der Ebbe die auftauchenden Mahnmale.

    Die ersten üben sich schon mal ein wenig im „Mielkespielen“ ( „aber ich liebe Euch doch alle“, heute: „Aber ich habe doch schon immer gesagt, daß auch Männer diskriminiert werden können“ ). Es wird ihnen ( hoffentlich ) genau so wenig nützen.

    Etwas weniger dramatisch habe ich das gestern auf Anne Nühm’s Auschfrei-Blog zum Ausdruck gebracht:
    https://auschfrei.wordpress.com/2017/11/08/artikel-auf-zeitonline-rate-mal-was-ich-gerne-mit-dir-machen-wuerde/#comment-5107

    ( Wenn jetzt noch meine höchstens mal unterirdisch dahintröpfende Internetverbindung endlich wieder in Gange käme, würde ich glatt sowas wie Zuversicht entwickeln, Himmel Arsch & …. … )

    • @Fiete:

      »… die ja beide im Größenwahn meinten, sie könnten gen Russland ziehen und dann im dortigen Winterfeldzug stecken geblieben sind …«

      Bei diesen Analogien (inklusive des »Verräter«-Plakats) frage ich mich ja, ob der Feminismus schon sein »Stalingrad« hatte. In bezug auf das wohl gescheitere #metoo sind wir gerade wohl eher bei »Moskau 1941«: die erste feministische Kampagne, die im Eis der gesellschaftlichen Reaktionen auf sie steckenbleibt.

      Wie auch immer, ich halte mich an die russische Parole aus den ersten Tagen des Angriffs:

      »Unsere Sache ist gerecht! Der Feind wird geschlagen! Der Sieg wird unser sein!«

      🙂

      • @djadmoros

        Ich sehe auch eher Moskau 1941 als richtigen Vergleich an:

        „October 19 1941 Stalin proclaims a state of siege in Moscow.

        October 20 1941 Resistance ends in the Bryansk pocket, but many Soviet troops manage to escape the net.

        October 20 – 25 1941 Stiffening Soviet resistance and struggling supply lines halt the original “Typhoon” offensive. New orders are issued for advances on more limited objectives to safeguard the German front line.

        November 15 1941 After initial success, the second phase of the Moscow offensive is paralysed by 20 degree of frost and ever –strengthening Soviet forces.

        November 27 1941 Panzer spearheads struggle to within 19 miles of the northern outskirts of Moscow, but are halted by fierce counter-attacks. South of Moscow, the advance German units reach Kashira, but are also halted.

        December 5 1941 After obstinate argument, Hitler agrees to abandon the Moscow offensive for the winter. Army Group Centre begins to retreat to safer defensive positions.“

        http://www.holocaustresearchproject.org/nazioccupation/opbarb.html

        Aber wir sollten nicht die sich annähernd zeitgleich abspielende bzw. sich anbahnende Tragödie in Leningrad vergessen! 🙁

        „никогда не теряй ради победы!“

        • Bei der WK-II-Metapher finde ich auch eher Moskau 1941 als Stalingrad passend.
          Ich glaube, der Wendepunkt bzgl. Femifaschismus ist noch lange nicht erreicht. Man sollte jetzt nicht leichtfertig die Waffen strecken, der Feind hat sich eine Menge administrative Macht und politischen Einfluss gesichert. Und vor allem durch die Nachgiebigkeit von besonders auch „linken“ Männern.
          Und dass #meetoo ein Schlag ins Wasser war, kann ich noch nicht so sehen.
          Siehe https://www.theguardian.com/politics/2017/nov/07/suspended-welsh-labour-politician-carl-sargeant-has-died
          Merke: Sich für (auch) Frauenthemen wie häusliche Gewalt zu engagieren, schützt nicht davor, als Kanonenfutter verheizt zu werden.

          Aber zurück zu WK-II.
          Ein wesentlicher strategischer Grund, warum das Unternehmen Barbarossa letztlich scheitern musste, war der Faktor der (imperialen) Überdehnung.
          Und die wurde erst bei der Stalingradkampagne prekär.
          Insbesondere die Aufspaltung der militärischen Kraft zwischen Wolgafront und Kaukasusfront hat die Überdehnung entscheidend ausgeformt.
          Zum Begriff Überdehnung.
          In einem großen Feldzug wie damals, hat man dahingehend folgende Probleme:
          Die geometrische Überdehnung sowohl in der Breite wie in der Tiefe.
          Man muss, je breiter die Front ist, umso mehr Material und Personal bereitstellen, alleine um die Front zu sichern, besonders, wenn die Vorwärtsbewegung anhält, der Blitzkrieg also nicht hinhaut. Es fällt dann natürlich auch schwerer, an bestimmten Punkten eine Überlegenheit durch Kräftemassierung zu erzeugen. Bzw. dies an mehreren Abschnitten zu erreichen
          Man hat ja nicht unbegrenzt Ressourcen und Personal.
          Überraschungseffekte werden z.B. durch längere Verlegungswege und die bloße Statik und das Kräftegleichgewicht immer schwieriger und unwahrscheinlicher.
          Und die Tiefe des Raumes bewirkt u.A. eine höhere Friktion und allgemein ein schlechteres Verhältnis von Aufwand und Nutzen, weil mehr Transportwege und Logistik unterhalten werden müssen, pro Frontkilometer.
          So dass dann meinetwegen für jeden Frontkämpfer 5-10 „Etappenhengste“ gehalten und unterhalten werden müssen.
          Und für jeden Panzer und jeden Schuss Munition tausende Kilometer Gleise etc verlegt, unterhalten und bewacht werden. Für die Treibstoffversorgung müssen z.B. die Treibstoffe so immer weitere Wege transportiert werden, für einen Panzer, der letztendlich gar keinen Geländegewinn mehr erzielt.
          Viele Militärhistoriker sind z.B. der Ansicht, entweder hättedie Wolgafront, oder die Kaukasusfront aufgegeben werden müssen, gerade Letzteres wäre aber zweifelhaft gewesen, erstens wollte man ja im Kaukasus gerade versuchen den Treibstoffmangel zu beheben, und evtl. nach Mesopotamien vorstoßen, und hätte man sich da zurückgezogen, hätte man einen Schlauch nach Stalingrad mit ziemlich breiter Flanke bekommen. Was der Nutzen der Einnahme von Stalingrad gewesen sein soll, von Propagandagründen abgesehen, ist mir auch noch ein Rätsel.

          Auf den Femifaschismus bezogen, je breiter die Front , also die Forderungen und die Opferrolle, desto überdehnter kann es werden. Und ob das Hauptquartier und andere Etappenstuten über haupt übe sowas nachdenken oder die geistige Kapazität und das historische Wissen übers Kämpfen haben, bezweifle ich mal. Als gepamperte Quotenfrauen kann man ja auch nicht gerade sagen, dass die wirklich kämpfen oder gekämpft haben. Alle nur durch Lobbyismus und Quoten trotz schlechter Kompetenzen in relative Machtpositionen gekommen. Typ GröFaZin.
          Draußen an der Front müssen irdendwann, je absurder es wird, die kompetenteren oder sonstwie realistischen Frauen den Irrationalismus ausbaden, und sei es nur, weil die Männer passiv-aggressiv immer abweisender und unwilliger erscheinen, oder der Schwachsinn die Teamfähigkeit und die Arbeitsergebnisse im Alltagsleben untergräbt.

  • Prima Recherche, prima Analyse. Danke dafür!

    Vielleicht hätte man noch erwähnen können, daß Feministen ja schon des Längeren ein Problem haben mit Frauen, die sich als Mutter engagieren (ohne geschieden zu sein). Auch in diesem Fall also „einhegen, begrenzen, auf enge öffentliche [?] Rollen festlegen“.

    Zu den obigen Kommentaren: Daß in diesem Zusammenhang Vergleiche mit dem Dritten Reich und dem 2. Weltkrieg oder gar russische Kriegsweisheiten erhellend sein könnten, erschließt sich mir nicht. Aber vielleicht raff‘ ich’s später noch …

    • „Daß in diesem Zusammenhang Vergleiche mit dem Dritten Reich und dem 2. Weltkrieg oder gar russische Kriegsweisheiten erhellend sein könnten, erschließt sich mir nicht.“ Das geht mir auch so. Auch zu den Kommentaren oben:

      Ich glaube, dass es einen deutlichen Unterschied gibt zwischen der allgemeinen Aufnahme der #metoo-Kampagne jetzt und der #aufschrei-Kampagne vor einigen Jahren. Jetzt gibt es, bei aller Aufregung, viel mehr kritische Stimmen dazu auch im Mainstream, viel mehr Abwägungen. Auch viel mehr Hinweise darauf, dass Männer ebenfalls Belästigungen erleben und dass zweitens nicht alle Männer in die Mitverantwortung genommen werden können. Oder abseits davon dann auch relativ scharfe Kritik wie diese hier:
      https://www.novo-argumente.com/artikel/belaestigung_als_neuester_schrei

      Männer (und auch Frauen), die sich gegen solch eine Kampagne wenden, stehen längst nicht mehr auf so verlorenem Posten wie vor ein paar Jahren. Das ließt m.E. eben gerade daran, dass sich die Debattenlage insgesamt aufgefächert hat. Sie ist nicht mehr von harten Gegenüberstellungen geprägt, bei denen den medial sehr präsenten Feministinnen lediglich ein paar aggressiv und verschroben wirkende Männer-Blogger und -Kommentatoren gegenüberstehen, die gegen die „Feminazis“ wettern. Es gibt heute eine ganze Menge ruhig formulierter Kritik am feministisch inspirierten Mainstream, aus ganz unterschiedlichen Richtungen.

      Insgesamt hat sich die Situation also in meinen Augen eben deshalb verbessert, weil sie sich ZIVILISIERT hat, weil die Debatte nicht mehr nur aus Schützengräben heraus geführt wird. Bei den Kritikern feministischer Positionen jedenfalls. Daher erschießt sich die martialische Weltkriegs-Metaphorik auch mir nicht vollständig.

      • @Jochen Schmidt & Lucas:

        »Daher erschießt sich die martialische Weltkriegs-Metaphorik auch mir nicht vollständig.«

        Wenn sich martialische Metaphorik »erschießt«, dann ist das doch ein standesgemäßer Abgang! *SCNR* 🙂

        Im Ernst: ich würde das nicht überbewerten – wenn man ständig »uphill fights« gegen eine die öffentliche Debatte übermächtig beherrschende Ideologie führt, dann dient solche gelegentliche Theatralik (jedenfalls bei mir) einfach zum Abbau von emotionalem Stress. Und das Pathos wählt man dort, wozu man Affinitäten hat, da darf dann das »Verlier‘ niemals den Glauben an den Sieg!« auch schon mal auf russisch daherkommen.

        Im historischen Detail funktionieren solche Analogien dann natürlich sehr schnell nicht mehr.

        • @Djad:

          „Im Ernst: ich würde das nicht überbewerten – wenn man ständig »uphill fights« gegen eine die öffentliche Debatte übermächtig beherrschende Ideologie führt, dann dient solche gelegentliche Theatralik (jedenfalls bei mir) einfach zum Abbau von emotionalem Stress.“

          Guter Punkt! Und in der Tat war das ein Teilaspekt dessen, was ich obenstehenden Kommentar schreibend im Hinterkopf hatte.

          Allerdings wäre ich dabei nicht soweit gegangen:
          „Und das Pathos wählt man dort, wozu man Affinitäten hat, da darf dann das »Verlier‘ niemals den Glauben an den Sieg!« auch schon mal auf russisch daherkommen.“

          Denn:
          „Im historischen Detail funktionieren solche Analogien dann natürlich sehr schnell nicht mehr.“

          Eben!

          Tatsächlich bin ich mir gar nicht sehr sicher, ob ich den Höhepunkt und Niedergang der aktuellen „Welle“ der „Kulturrevolution“ noch lifehaftig erlebe. Aber absehbar ist beides, die dazugehörigen Muster scheinen mir recht eindeutig zu sein.

          Meine Empfehlung für „Billigheimer“ die gern simple Symbolismen verwenden wäre der Spielfilm „die Welle“, der die ganz primitiven Grundmuster der Intoleranzaufschaukelung m.E. recht gut beschreibt.

          • @Lucas

            Eben „weil die Debatte nicht mehr nur aus Schützengräben heraus geführt wird“.
            Nieder mit dem Stellungskrieg, Lucas! :)))

            Ich schließe mich djad an und bewerte vor allen Dingen die deutsche „metoo“-Kampagne als Rohrkrepierer.
            Der mediale Aufwand ist gewaltig, aber es ertönen doch erheblich mehr Gegenstimmen, als noch bei #aufschrei.

            Wie djad bereits sagte, sie versuchen identische Kampagnen nur immer lauter und umfassender zu fahren.
            Das ist jedoch fahren auf Verschleiß.

            Zumal es nicht möglich zu sein scheint, den geballten Irrationalismus der Debatte aus den USA zu importieren.

          • @crumar

            Vielleicht kommt dann mal der Punkt, wo die Revolution ihre eigenen Kinder auffrisst. Bei der metoo“-Kampagne sehe ich zumindest schon ein paar Anzeichen dafür. 🙂

          • @Mark

            Oh ja, aber zunächst einmal gibt es die Präsentation eines in sich geschlossenen Wahnsystems:

            „Anti-Feminismus spaltet die Gesellschaft. Das gefährdet die Akzeptanz von Pluralität und damit verbunden auch die Werte einer Demokratie.“

            sagt Prof. Dr. Annette Henninger von der Universität Marburg, die für knapp eine Million Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung die „Erforschung anti-feministischer Diskurse in Deutschland“ betreiben darf.

            Wie auch immer es „Feminismus“ als politische Ideologie schafft, eine ganze Gesellschaft zu bilden, die ein „Anti-Feminismus“ spalten kann.
            Keine Ahnung.

            Diese Versuche, undemokratisches Denken als demokratisch auszugeben und das im Modus der verfolgenden Unschuld – faszinierend!

          • Man müsste diese Annette Henniger natürlich fragen, ob Anti-Anti-Feminismus nicht auch gesellschaftsspaltend und die Akzeptanz von Pluralität gefährdet und somit die Werte einer Demokratie. Oder ob nicht auch Feminismus überhaupt die Gesellschaft spalte, wenn sie gegen Anti-Feminismus ist. Naaaa: Es ist wirklich ein Elend mit dieser Welt! 🙂

          • Da wir grad bei Kriegsmetaphern angelangt sind: Mich dünkt, die Genderisten sind jetzt in der Phase angelangt, in der sie nach der Wunderwaffe suchen, die das Kriegsglück wendet!
            Apropos Kriegspropaganda: Es war zu fast allen Zeiten ein beliebtes Motiv, dem Kriegsgegner sexuelle Perversionen vorzuwerfen.
            Was die Genderisten anbelangt, so halte ich die für eine Sekte, weil sie so ziemlich alle Merkmale einer Sekte aufweisen. Die Hohepriesterin wäre in diesem Fall Butler.
            Ich hab übrigens „Väter gehören an den Galgen“ beim ersten flüchtigen überlesen wahrgenommen. WTF??! Ah, Verräter, ok. 🙂

          • @Pjotr

            Das mit der Wunderwaffe ist die alte Waffe: Dämonisierung der männlichen Sexualität zum Zwecke der Ausschaltung männlicher Konkurrenz.

            Und in anderen Ländern klappt der mediale Internetpranger vorzüglich:

            „456 Swedish theatre stars share stories of sex harassment

            Sweden’s culture minister called theatre bosses to crisis talks after 456 stars – including some of the country’s top names – signed a letter detailing sexual abuse in the industry.
            The letter, published by Svenska Dagbladet, is signed by some of Sweden’s most famous stars, including Sofia Helin of The Bridge fame, Alexandra Rapaport, Helena Bergström, Lia Boysen and Lena Endre.

            It details a number of in-depth and shocking accounts of inappropriate conduct ranging from rape to sexual assault and harassment in the Swedish theatre industry, without naming either the victims or the perpetrators.“

            https://www.thelocal.se/20171109/456-swedish-theatre-stars-share-stories-of-sex-harassment

            Weder nennen sie die Namen des Opfers, noch den Namen des Beschuldigten. Keiner kann überprüfen, ob die Geschichten sich so oder überhaupt abgespielt haben.
            Es ist einfach eine Ansammlung von Stories, deren Glaubwürdigkeit davon lebt, dass eine schiere Anzahl von Schauspielerinnen als Unterzeichnerinnen der Kampagne herhalten.

            Was sie dann anführen: „We’re going to hold those responsible to account and let the justice system do its job when there’s a reason for it. We will put the shame where it belongs – with the perpetrator and those protecting him.“ – ist aber genau das Gegenteil von dem, was sie getan haben.

            Das ist eine universelle shaming tactic, die die konkret für ihre die eigenen Taten verantwortlichen Männer nicht nennt, ihnen dadurch auch die Möglichkeit zu einer Verteidigung nimmt und stattdessen eine ganze Branche unter Generalverdacht stellt.

            Dass dies politische Absicht ist, kann man an den Reaktionen der Kulturministerin sehen: „Culture Minister Alice Bah Kuhnke called bosses of Sweden’s National Theatre Company, the Royal Dramatic Theatre and the Royal Swedish Opera to a meeting on Thursday.

            „I was clear about how seriously the government views this. We demand change,“ she told Svenska Dagbladet after the meeting.“

            Womit auch klar ist, mit „those protecting“ sind selbstverständlich die Leiter der Einrichtungen gemeint, die man also nebenbei mit einer satten Unterstellung angeschmiert hat.
            Zu 100% wird es in Schweden Verhaltensvorschriften in Firmen und Belehrungen über das gegeben haben, was „sexuelle Belästigung“ gegenüber Mitarbeitern am Arbeitsplatz ist.
            Die Frauen hätten einfach nur zu ihren Vorgesetzten laufen müssen und Bericht erstatten.

            Dass sie in Form eines Prangers – aber ohne Namen zu nennen – ausstellen zeigt mir, die Kampagne hat zu einem guten Teil verborgene Motive (s.o.)

      • Also, ich wollte eigentlich diese Stalingrad-Metapher nur zum Anlass nehmen, zu bemerken, dass der Stand der Auseinandersetzung noch lange nicht am Kulminationspunkt anbekommen ist, und #metoo als „Stalingrad des Femifaschismus“ eben eine falsche Analogie ist.
        Unabhängig davon, dass ich im modernen Feminismus tatsächlich beunruhigende Parallelen zum Faschismus sehe, wie du ja auch ein wenig suggerierst, auf erkenntnistheoretischer, ideologischer und operativer Ebene, früher ging es nämlich um Emanzipation der Frau, was im Sinne der Aufklärung eben auch bedeutet, an eigenen Unzulänglichkeiten und Rollenmodellen zu arbeiten(dafür wurde ja damals von JFK die Affirmative Action entwickelt, aber daraus wurde mittlerweile fast nur noch die große Abgreife für Akademker), geht es heute schon seit ca. 30 Jahren um die „Errichtung des Feminats“, für mich ein Hinweis, dass man „Aufklärung“, also Befreiung aus selbstverschuldeter Unmündigkeit, selber schon gar nicht mehr auf dem Schirm hat.
        Zu der Kriegsmetapher, man kann hier schon gewisse Analogien herstellen, was die Dynamik der Auseinandersetzung angeht, denn die findet ja nicht nur auf der Ebene der medialen Repräsentation statt, sondern auch und vor allem im Alltag, und hier nicht mal in der Kneipe oder Disco, sondern in institutionell regulierten Bereichen wie Arbeitswelt, Institutionen wie Parteien und Behörden, Justiz usw. Irgendwie schon so eine Art institutioneller Putsch oder Bürgerkrieg.
        Und da haben die Feministen schon so Einiges an Vernetzung hergestellt, und Einiges an Rchtsstaatlichkeit geschlffen, besonders in Bereichen, wo der Einzelne relativ ohnmächtig dasteht. Nicht jeder kann sich da umfangreiche Klagen leisten, und man bekommt von institutionalisierten Feministen (natürlich unter vier Augen) ganz deutslich gesagt „Wir sitzen am längeren Hebel, da können Sie sich auf den Kopf stellen!“
        Glaub mir, genau wie du habe ich hier ein paar sehr traumatische Erfahrungen gemacht, ich hätte mir nie träumen lassen, dass“linke Feministinnen“ explizit Kindesmisshandlung sogar an Kleinkindern unterstützen und institutionell decken, und ich meine nicht Misshandlung im metaphorischen Sinne, sonden im kriminellen.
        Bei der katholischen Kirche war man ja als Linke immer sehr engagiert bei solchen Methoden, aber manche Sachen fallen einem auch erst auf, wenn man selber damit konfrontiert wurde, z.B. dass im katholischen Fall vorwiegend Jungen misshandelt und missbraucht wurden, und wenn Mädchen, dann durch Frauen in Mädchenheimen und Klöstern.
        Aber dass eine „linke“ Ideolgie existiert, die das systematisch auch tut, war eine traumatisierende Erkenntnis für mich.
        Und vor allen Dingen, in meinem Fall konnte ich von linken Initiativen so was wie Behördenbegleitung usw. oder sonstige Solidarität nicht erwarten, schließlich geht es ja „gegen Frauen“, ist somit sexistisch und antifeministisch, also „Nazi“. Man möchte sich ja als „linker Mann“ nicht mit der eigenen feminisitischen „Vögelpeergroup“ anlegen, schnell ist man ein Vergewaltiger etc.
        Deswegen gibt es mittlerweile für mich auch keine „linken Feministinnen“ mehr.
        Sorry, ich halte das inzwischen für eine Fiktion. Wie ich überhaupt bezweifle, dass Vieles was heute sich noch links schimpft, das auch wirklich ist, Vieles ist für mich Herrschaftsideologie und korrupter Opportunismus,
        Echte Probleme gehen oft völlig in diesem irrationalistischen Meinungsmobbingrotz unter, und ich halte das für deutlich so gewollt von den Obrigkeiten.
        Ich denke, das blinde Hinterhermarschieren hinter dem Feminismus, bzw. die Vereinnahmung durch diese Femi-Querfront wird der Linken noch schwer auf die Füße fallen!

        Übrigens, nur mal nebenbei, mit dem Aufmacher-Plakat, dass ich eigentlich sehr passend finde, forderst Du solche Metaphern ja auch ein wenig heraus, meinst du nicht? 😉

        Ach ja, noch mal ganz ohne Kriegsmetaphern gesagt, in Bezug auf deinen Optimismus:
        „Eine mediale Schwalbe macht noch keinen Sommer, und die Mühen der Ebene sind damit noch längst nicht bewältigt, denn kein Schwanz ist so hart wie das Leben!“

        • Ergänzung:

          „Der Sex-Skandal in den USA zieht immer weitere Kreise – und treibt inzwischen hier und da auch OBSKURE BLÜTEN.“
          http://www.n-tv.de/leute/Bodyguard-will-Mariah-Carey-verklagen-article20123033.html
          Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
          Belästigungsvorwürfe von einem untergebenen Mann sind schon gleich erstmal „obskur“. Und das von einem Sender der bekanntermaßen immer schon „feministischen“ rtl group !
          Da lobe ich mir Naomi Campbell, die hat sich im Rahmen ihrer kleinen Dominanzspielchen für männliche Angestellte damals wenigstens einen lustigen Vertrag ausgedacht, wo jede Ohrfeige und sonstige Gewalttätigkeit mit einigen tausend Dollar „Erschwerniszulage“ abgegolten wurde 😉

        • @mm

          „Sorry, ich halte das inzwischen für eine Fiktion. Wie ich überhaupt bezweifle, dass Vieles was heute sich noch links schimpft, das auch wirklich ist, Vieles ist für mich Herrschaftsideologie und korrupter Opportunismus,“

          Herzlich willkommen bei uns! 🙂

          „Echte Probleme gehen oft völlig in diesem irrationalistischen Meinungsmobbingrotz unter, und ich halte das für deutlich so gewollt von den Obrigkeiten.“

          Ob sie es wollen, ist völlig einerlei.
          Es reicht aus, dass es komplett *kompatibel* ist mit deren Ambitionen.
          Der „Meinungsmobbingrotz“ ist völlig egal, weil austauschbar.
          Aber „irrationalistisch“ zu einem echten „Argument“ zu machen ist unbezahlbar.

          Ich meine „Kriegsmetaphern“ zu 50% nicht ernsthaft so, wie ich sie verwende.
          Es ist wie Henry Ford sagte: „Marketing ist zur Hälfte herausgeworfenes Geld, wir wissen bloß nicht, welche Hälfte.“

  • Das Göttinger Tageblatt zitiert raunende Vorwürfe, dass Vina Bilder von „idealisierten und normschönen Frauenkörpern“ gemalt habe…

    Hier stellt sich und die knifflige Frage: Was wird aus den Bildern von Rubens? Bekanntlich bevorzugte Rubens die etwas fülligeren weiblichen Körpern, womit er als historischer Vertreter der „fat acceptance-Bewegung“ gelten könnte. Das aber ist zu kurz gedacht. Die Darstellung des weiblichen Körpers ist bei Rubens leicht als durch den männlich-lüsternen Blick geleitet erkennbar und somit eine Objektifizierung des weiblichen Körpers und der Frauen ganz generell. Die Antwort auf die gestellte Frage kann deshalb nur lauten: Verbrennt seine Bilder!

    Pjotr – Master of Gender studies – Trump university

    • Nee, bei Rubens sind die Weibsbilder alle barock. Da gibt es kein Bodyshaming. Wären solche drallen Dirnen in der Göttinger Mensa gehangen, hätten sie sie allenfalls wegen den Veganerinnen abgehängt werden müssen. – Und der Feminismus wird wie die Literatur bald nur noch ein Ereignis der Feuilletons sein. Jedenfalls sind mit SPD und Linken zwei feministische Parteien bereits als weggebrochene Flanken derzeit in der Opposition.

    • Rubens Frauen sind zwar nicht das, was heutigen Modelmaßen entspricht, im vergleich zu den Adipositas Grad 3 Figuren, die uns die Fat acceptance-Leute als „schön“ verkaufen wollen, immer noch schlank.

      Probiert mal eine Google Bildersuche aus nach „Rubens Frauen“.

      Was ich als Ergebnis finde:
      Die Fotos, die ich als angebliche „rubens-Frauen“ erhalte, sind fast durchgängig erheblich fetter als die auf den Rubens-Gemälden…

  • Die ehemalige Familienministerin heißt nicht Katharina Schröder, sondern Kristina Schröder. Bitte korrigieren (diesen Hinweis kannst Du dann getrost löschen…)
    🙂

  • super artikel, aber der wunsch nach einem männlichen familienminister stößt mir etwas auf. grundsätzlich sollte gelten, dass ministerposten nach eignung und persönlichen ambitionen besetzt werden und nicht nach geschlecht oder herkunft. wenn also bisher wenig männer die ambition oder eignung zum familienminister hatten ist es doch völlig in ordnung, dass bisher immer eine frau genommen wurde. oder meinst du, es wurde bei bisherigen regierungen aus prinzip immer eine frau genommen?

    ein problem ist hier natürlich diese unsägliche vermischung des familien-ressort mit dem pseudo-ressort „frauen“, das meiner meinung nach dringend abgeschafft gehört. dass kaum männer (außer vielleicht mario barth) interesse für eine karriere als „frauenminister“ haben, ist ja naturgemäß klar.

    • … ich wünsche mir, dass ein Harzt IV EWmpfänger zum Minister für Arbeit und Soziales ernannt wird …
      Weil nur der kann nachvollziehen [etc…]

      Außerdem hätte ich gern einen Knackie als Justitzminister und eine Kuh als Agrarminister, und der Gesundheitsminister sollte möglichst viele chronische Erkrankungen haben.
      Das wäre die logische Konsequenz, wenn man Ministreien anhand von „Betroffenheit“ besetzt und nicht anhand von Fachlicher Kompetenz (was eher z.B. für einen Arzt oder zumindest aus dem medizinischen Umfeld für das Gesundheitsministerium empfehlen würde, vielleicht immerhin einen Agrarwirt fürs Agrarministerium, allgemein eben jemanden, der nicht unbedingt betroffen, aber fachlich kompetent ist. Das sind eben sehr verschiedene Dinge. „Betroffenheit“ gilt vor Gericht durchaus als Grund gerade für „Befangenheit“.

  • Es ging mir überhaupt nicht um einen auch nur annähernd historisch korrekten Vergleich, sondern ausschließlich um die grobe Metaphorik, daß je mehr man sich nach außen verzettelt, desto mehr wird auch intern geholzt und Panik verbreitet. Und, daß am Ende das, was voll in die Hose gegangen ist, um so deutlicher sichtbar wird.

    Inzteressant finde ich in dem Zusammenhang, was Arne heute verlinkt und so kommentiert:
    „Noch einmal: Kritik und Widerspruch gegenüber einer herrschenden Ideologie gefährden Pluralität! Das hätte sich George Orwell nicht besser ausdenken können. “
    https://idw-online.de/de/news684356

    Anders gesagt: der Anti-Antifeminismus scheint immer mehr Chefsache zu werden.

    • Als gute Ergänzung dazu sehe ich auch den nächsten von Arne verlinkten Artikel. Und zwar gar nicht so sehr den Artikel selbst, sondern die Gesamtheit der Kommentare darunter, welche sich, soweit ich das überblicke ( und ich bin noch mittendrin, obwohl ich schon sehr viele davon gelesen habe ), zu einem sehr großen Teil um die Stichpunkte „Angemessenheit und Verhältnismäßigkeit“ drehen. Viele kommen dabei zu ähnlich naheliegenden Schlüssen, wie ich selbst. Besonders ein paar Meinungen von m.E. klugen Frauen fielen mir dabei auf. Hätte nicht gedacht, daß ich so etwas mal über die interessierten Leser der WELT schreiben würde.
      https://www.welt.de/politik/deutschland/article170416787/An-deutschen-Unis-werden-Banalitaeten-skandalisiert.html
      Da scheint mir mehr Intellekt versammelt zu sein, als auf mancher Plattform, die von der BPB gefördert wird.

      • Etwas OT, ich hoffe, es passt trotzdem:
        Weiß wer, was aus der #IWill Kampagne geworden ist? Wo Männer zu #metoo geloben, wie sie sich bessern werden?
        Ich habe mich schweren Herzens deswegen extra auf twitter angemeldet, denn ich will auch was für Feminismus tun! Nämlich keine Frauen mehr betatschen, besonders, wenn sie einwilligungsunfähig sind. Das heißt, in Zukunft keine Herz-Lungen-Widerbelebung bei Frauen mehr, hab ich nämlich mal gemacht, und fühle mich nach #metoo 15 Jahre später wie ein perverses Schwein.
        Also Handynotruf muss in Zukunft reichen, aüßerdem muss ich mich ja nicht in die Gefahr sexueller Belästigungsvorwürfe an einer bewußtlosen Frau bringen. Sorry, echt!
        Habe nach diesem Hashtag gesucht, aber mit twitter light finde ich den gar nicht mehr.
        Kenne mich aber gar nicht so gut damit aus, hat das wer auf dem Schirm, dieses #IWill ?
        Ich meine, es geht ja darum, Feministinnen schaden Frauen, wenn auch indirekt.

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