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Antisexismus für Feministen (und andere Anfänger)

geschrieben von: Lucas Schoppe

Durch einen Beitrag des Sozialdemokraten Robert Franken im SPD-Magazin Vorwärts wurde ich auf die Seite „Male Feminists Europe“ aufmerksam, eine europaweite Plattform für Männer, die den Feminismus unterstützen. Da ich ja, wie die Betreiber der Plattform, für Gleichberechttigung und für einen Abbau geschlechtsspezifischer Diskriminierungen eintrete, habe ich Herrn Franken einfach einmal eine Brief geschrieben. Ich versuche also, einem Sozialdemokraten zu erklären, warum es nicht ausreicht, Feminist zu sein – zumindest nicht für Menschen, denen an sozialer Gerechtigkeit gelegen ist.

 

Sehr geehrter Herr Franken,

Als Mann Feminist zu sein, sei eine Frage des Überlebens – und nicht nur des eigenen Überlebens, sondern des Überlebens der Menschheit. Das schreibt Jo von Beust auf Ihrer Seite „Male Feminists Europe“, und natürlich habe ich mich beim Lesen gefragt, ob es nicht auch eine Nummer kleiner geht.

Ich schreibe nun aber vor allem, weil ich durchaus verstehen kann, warum Männer zu Feministen werden – und weil ich zugleich davon überzeugt bin, dass diese Position nicht ausreicht für eine humane politische Haltung. Sie können den Text natürlich gern auf Ihrer Plattform zur Diskussion stellen – ich würde ihn dafür sogar ins Englische übersetzen.

Warum eigentlich wirken feministische Positionen manchmal wie aus der Zeit gefallen?

Einige Texte bei Ihnen erzählen nach dem Muster klassischer Erweckungsliteratur davon, wie vormals desinteressierte Männer zu Feministen wurden. Das irritiert mich: Für mich, und für viele Freunde und Bekannte, war es genau umgekehrt. Ich bin aufgewachsen mit der Vorstellung, dass feministische Positionen grundsätzlich richtig seien, dass Männer gegenüber Frauen privilegiert wären, dass gar Männlichkeit und Gewalt irgendwie grundsätzlich miteinander verknüpft wären.

Dann erlebte und erfuhr ich aber so vieles, was zu diesen Vorstellungen nicht passte, dass die so selbstverständlich erscheinenden feministischen Vorannahmen irgendwann nicht mehr zu halten waren. Doch zunächst erschienen sie auch mir plausibel.

 

Auch ich war einst ein Feminist (unter anderem)

Ich bin schon als Schüler ungeheuer gern spazieren gegangen, in den weiten Feldern hinter unserem Haus. Eine Freundin erzählte mir dann einmal, dass sie das auch immer gern gemacht habe – seitdem eine gute Freundin von ihr vergewaltigt worden sei, habe sie jedoch Angst davor. Ich las dann schon damals Susan Brownmillers „Gegen unseren Willen“, und es kam mir ganz verständlich vor, dass alle Frauen strukturell unter Vergewaltigungen leiden würden – auch die, die nicht direkt zum Opfer werden.

Weniger überzeugend fand ich schon die Unterstellung, dass auch alle Männer davon profitieren würden. Brownmillers Forderung schließlich, beim Vorwurf der Vergewaltigung die Beweislast umzukehren, kam mir trotz aller Abscheu für die Vergewaltiger gefährlich vor: Nicht, weil ich Frauen Lügen unterstellt hätte, sondern weil ich es gefährlich fand, Menschen zu langen Haftstrafen verurteilen zu können, ohne ihnen eine Schuld beweisen zu müssen.

Ich dachte damals noch, dass sei beim Feminismus wie anderswo selbstverständlich: dass ich bestimmte Aspekte einer Theorie oder Position richtig finden und andere kritisieren konnte.

Zu Beginn meines Studiums hatte ich mehrere Erlebnisse, die mit feministischen Vorannahmen gut erklärbar waren. Studienfreunde, die noch die entlegensten Gedichte von Brecht oder Schriften von Benjamin mit Kennermiene für unerlässlich erklärten, hatten wie selbstverständlich keine Ahnung von Ingeborg Bachmann oder Marie von Ebner-Eschenbach.

Gerade bei älteren Professorinnen erschien mir dann eine feministische Haltung völlig stimmig, weil ich merkte, dass sie sich sehr wohl in einem Umfeld durchgesetzt hatten, in dem sie als Frauen zunächst als Fremdkörper betrachtet worden waren.

In Erinnerung aus Studienzeiten ist mir auch ein Treffen mit zwei Bekannten in einer Kneipe, die dort mit einer mir unbekannten Freundin zusammensaßen. Die junge Frau wirkte sehr anhänglich, kuschelte sich öfter einmal an uns heran, musste dann schließlich gehen – und als sie noch nicht ganz durch die Tür gegangen war, sagte einer der beiden Bekannten schon verächtlich: „Ich wette, dass die beim Ficken schreit.“

Solch ein Verhalten lässt sich natürlich besonders gut erklären durch die Annahme, männliches Verhalten gegenüber Frauen sei grundsätzlich durch eine Machtposition geprägt, die häufig sexualisiert werde und sich in offener Frauenverachtung äußere. Männer könnten nur dann ein humanes Verhältnis zu Frauen entwickeln, wenn sie sich von dieser Verachtung befreien. Gerade erst hat ja der Hamburger Fraktionsvize der Grünen, Michael Gwosdz, in eben diesem Sinne Männer rundweg als potenzielle Vergewaltiger bezeichnet. 

Männer haben natürlich leicht reden, wenn es ums Glücklichsein geht – wer wäre bei DIESEN Privilegien auch nicht glücklich? Oder ist das nur ein Label, das ihnen angeheftet wird?

In meinem rot-grünen politischen Milieu gehören solche geschlechterpolitischen Annahmen schon seit Jahrzehnten zum guten Ton. Ich lebte daher viele Jahre in einem Widerspruch, den ich mir nicht recht erklären konnte: Die Vorstellung einer umfassenden männlichen Macht über Frauen schien selbstverständlich – aber was ich persönlich in meinem eigenen Leben erlebte, stand dazu konsequent im Widerspruch.

Mir fiel nämlich durchaus auf, dass das verächtliche Verhalten des Mannes, das ich oben schilderte, eine absolute Ausnahme war – dass viele Männer wahlweise  idealisierend, ängstlich, solidarisch, beschützerisch, nervös, bedürftig, möglicherweise auch herablassend wohlwollend gegenüber Frauen agierten, aber kaum einmal verachtungsvoll. Andererseits erlebte ich auch, wie vernichtend sich einige Frauen in Gesprächen untereinander über Männer äußerten, die sie als schwach wahrnahmen. Ich fand auch solch ein Verhalten von Frauen primitiv, wäre aber nie auf die Idee gekommen, es als ein allgemeines Frauenproblem zu interpretieren, etwa als eine Äußerung einer umfassenden „toxischen Weiblichkeit“.

Das gilt auch für das Verhalten von Partnerinnen, die sich beständig eskalativ verhielten oder ungeheuren Druck ausübten – die in der Beziehung gewalttätig wurden – oder das Agieren einer Ex-Freundin, die nachts vor meiner Wohnungstür wartete, mich anschrie und nicht wieder gehen wollte. Auch das nahm ich niemals als ein irgendwie typisches weibliches Verhalten wahr.

Es war schließlich längst Allgemeingut, dass es ein Fehler ist, Einzelne strikt als Mitglieder einer ganz bestimmten Gruppe (Ausländer, Muslime, Männer, Frauen etc.) zu betrachten und deren Verhalten dann auf alle Mitglieder der Gruppe zu projizieren. Warum – so überlegte ich – sollte es dann, wenn es um feministische Beschreibungen von Männern geht, plötzlich kein Fehler mehr sein?

Fragen wie diese blieben offen – auch in feministisch inspirierten Seminaren zu Geschlechterfragen, von denen ich während meines Studiums einige belegte. Einige Jahre später stellten sie sich mir dann plötzlich mit noch größerer Dringlichkeit.

 

Sexismus als Geschäftsmodell – und andere Wunder einer modernen Geschlechterpolitik

Das Kind, das meine Partnerin und ich bekamen, war ein Wunschkind für uns beide, auch wenn wir nicht verheiratet waren. Ich hatte mir Elternzeit genommen, um mich um den Kleinen kümmern zu können – und als die Elternzeit vorbei war, trennte sie sich von mir, ohne Angabe von Gründen. Schlimmer noch: Sie trennte auch unser Kind und mich – auch hier, ohne jemals irgendwo eine Begründung dafür geben zu müssen.

Ich hatte mir nicht vorstellen können, dass solch ein völlig willkürlicher Eingriff in essentielle Lebensbereiche anderer Menschen möglich und rechtens sein könne. Ich merkte vor allem, dass es neben konservativen Familienpolitikern insbesondere feministisch inspirierte Akteurinnen bei den rot-grünen Parteien waren, die eine solche willkürliche Ausgrenzung von Vätern ermöglichten und forcierten.

Ich weiß vor allem noch sehr genau, wie allein ich mit der Situation war.

Seit fast zehn Jahren fahre ich nun also schon jedes zweite Wochenende und in meinen Ferien über fünfhundert Kilometer zu unserem Sohn. Ich habe dafür eine kleine Zweitwohnung genommen in der Stadt, in der er bei seiner Mutter lebt, und ich arbeite als Lehrer auf einer vollen Stelle, um diese Situation finanzieren zu können. Obwohl ich besser verdiene als der größte Teil der Bevölkerung, konnte ich zwischenzeitlich den Umgang mit unserem Kind nur aufrechterhalten, weil ich einen Kredit über mehrere tausend Euro aufgenommen hatte – den ich Stück für Stück zurückzahlte, als ich der Mutter nach Jahren keinen Betreuungsunterhalt mehr zahlen musste.

Auf den hatte sie eben deshalb Anspruch gehabt, weil sie unser Kind und mich voneinander getrennt hatte. Vorher war es der wesentliche Konflikt zwischen uns gewesen, dass sie im Unterschied zu mir nicht verlässlich verdiente, dass ich aber nicht auf Dauer allein für die finanzielle Sorge verantwortlich sein wollte. Das deutsche Kindschaftsrecht gab ihr die Möglichkeit, die klassische bürgerliche Rollenaufteilung auch gegen meinen Willen durchzusetzen – in einer Form allerdings, die noch viel extremer war als das gewöhnliche komplementäre bürgerliche Familienmodell.

Wenn heute männliche Feministen wie Michael Kimmel verkünden, dass Männer die Ausweitung ihrer Möglichkeiten als Väter insbesondere Feministinnen zu verdanken hätten, ist das höhnisch und realitätsblind. Das trifft allein bei einzelnen Feministinnen zu, etwa bei Elisabeth Badinter oder Wendy McElroy, aber die spielen in einer feministisch inspirierten Politik keine Rolle, wie sie etwa von der SPD betrieben wird.

Würde ich von einem Facharbeitergehalt leben, dann hätte ich unseren Sohn schon seit Jahren kaum noch sehen können – schlicht aus finanziellen Gründen. Trotzdem hält es die rotgrüne Geschlechterpolitik, die sich selbst gern als „fortschrittlich“ und „emanzipatorisch“ etikettiert, nicht für nötig, eine Unterstützung von Vätern auch nur ernsthaft zu erwägen. Stattdessen zahle ich seit Jahren den doppelten Rundfunkbeitrag, weil ich ja schließlich eine Zweitwohnung hätte.

Auf solche Situationen reagieren Sie lediglich mit einer Unterstellung: Männer würden sich als „das eigentlich diskriminierte Geschlecht“ präsentieren und würden dabei schlicht übersehen, dass ihre Unannehmlichkeiten „Gründe auch und vor allem in der systematischen Diskriminierung von Frauen“ hätten. Auch wenn Männer – und Kinder – leiden, sind es definitionsgemäß vor allem die Frauen, die diskriminiert wären.

Damit gehen Sie wie selbstverständlich davon aus, dass Männer, die sich eigenständig und kritisch gegenüber feministischen Thesen äußern, feministische Annahmen lediglich spiegeln wollten: statt von einer Unterdrückung der Frau durch den Mann würden sie von einer Unterdrückung des Mannes durch die Frau reden.

Das ist bestenfalls uninformiert, im schlimmeren Fall absichtlich irreführend. Fast alle gängige Kritik an feministischen Annahmen kehrt diese Annahmen nicht einfach um, sondern geht davon aus, dass sie schlicht zu kurz greifen. Wer gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse grundlegend als Diskriminierung des einen Geschlechts durch das andere begreift, der wird damit nämlich weder dem Verhältnis der Geschlechter gerecht, noch kann er sich angemessen mit sozialer Gerechtigkeit und Formen der Diskriminierung auseinandersetzen.

Die Rede von der „systematischen Diskriminierung von Frauen“ bleibt abstrakt und ist nur zu halten, wenn soziale Daten höchst selektiv wahrgenommen werden. Wer so redet, konzentriert sich auf die Besetzung von Aufsichtsratsposten, von der nur ein Bruchteil der Bevölkerung überhaupt betroffen ist, oder auf die Rede von einem „Gender Pay Gap“. Er übersieht aber, zum Beispiel, dass die Menschenrechte und Grundrechte Hunderttausender von Vätern über Jahre hinweg durch deutsche Gesetze und Gerichte verletzt worden sind, ohne dass die dafür Verantwortlichen – insbesondere auch Ihre Partei – jemals auf die Idee gekommen wären, die Geschädigten auch nur um Entschuldigung zu bitten. Es gibt in der Geschichte der Bundesrepublik auf weiblicher Seite kein Gegenstück zu diesen Menschenrechtsverletzungen, nicht einmal im Ansatz.

Das ist leider zu idealistisch. Aus der Sicht eines heutigen Feminismus ist Maskulismus keine notwendige Ergänzung, sondern als „Antifeminismus“ ein Feind, der bekämpft gehört.

Es gibt keine Hilfen für Männer, die häusliche Gewalt erleben. Es gibt keine Hilfen für Jungen, die flächendeckend in den Schulen zurückfallen. Als im Umfeld der Grünen systematische sexuelle Gewalt gegen Kinder verübt wurde, waren es – so der Bericht der Berliner Grünen dazu – neben den Pädophilen vor allem Feministinnen der Partei, die eine offene Diskussion verhinderten. Die Opfer waren nämlich fast ausschließlich Jungen, und feministische Aktivistinnen befürchteten, dass eine offene Thematisierung der Leiderfahrungen männlicher Kinder und Jugendlicher von Mädchen ablenken würde.

Als die nigerianische Terrorgruppe Boko Haram Schulen überfiel, gezielt Jungen ermordete, abschlachtete, bei lebendigem Leib verbrannte, nahm die Weltgemeinschaft das kaum zur Kenntnis. Erst als Boko Haram eine Gruppe von Mädchen entführte, entfaltete sich schließlich ein entschiedenes Engagement, an dem neben Michelle Obama viele prominente Frauen und Männer beteiligt waren: Bring back our girls. Unsere Mädchen – die Jungen werden nicht einmal erwähnt.

Die Hilfsorganisation PLAN hat gar ein Geschäftsmodell daraus gemacht, Hilfe für notleidende Kinder in anderen Ländern gezielt nur für Mädchen zu organisieren – obwohl natürlich Jungen nicht weniger leiden. Die Perversität dieses Modells ist eigentlich unübersehbar: Da selektieren Menschen vom sicheren Westen aus notleidende, gequälte Kinder willkürlich nach ihrer Geschlechtszugehörigkeit danach, ob diese Kinder Anspruch auf Schutz und Hilfe haben oder nicht. Trotzdem wird PLAN, unter anderem, von ihrer feministischen Ministerpräsidentin und langjährigen Familienministerin Schwesig unterstützt.

Arne Hoffmann führt in seinem „Plädoyer für eine linke Männerpolitik“ noch viele andere Beispiele an. Hoffmann steht für einen „integralen Antisexismus“ – wendet sich also gegen sexistische Benachteiligungen von Menschen unabhängig von deren Geschlechtszugehörigkeit.

Sie selbst betonen, Sie seien zum Feministen geworden, weil Ihnen bewusst geworden sei, „wie Frauen systematisch und flächendeckend benachteiligt werden“. Das ist, mit Verlaub, nicht glaubwürdig. Wer eine flächendeckende Benachteiligung von Frauen entdeckt, der hat wesentliche feministische Annahmen schon verinnerlicht und ist schon darin geübt, störende Daten zu ignorieren.

Tatsächlich vertreten Sie dabei ein Geschlechterbild, das Angehörigen BEIDER Geschlechter Gewalt antut. Männer bekommen keine Hilfe und haben für sich selbst zu sorgen – aber Frauen erscheinen damit zugleich als das Geschlecht, das nicht für sich selbst sorgen kann und um das wir Männer uns kümmern müssen.

 

Gender politics is a weapon of mass destraction

Es ist kein Zufall, dass Feminismus daher immer wieder auch in Frauenfeindlichkeit mündet. Wer Männer reduziert allein als Herrscher, als Profiteure einer „patriarchalen Dividende“ wahrnimmt, der reduziert eben damit auch Frauen auf Menschen, die von anderen beherrscht würden und die an den Machtstrukturen der Gesellschaft kaum oder keinen Anteil hätten.

Meine Mutter, Sozialdemokratin und Tochter einer seit Generationen sozialdemokratischen Familie, hat mir gerade noch einmal geschildert, warum sie vor Jahrzehnten ihr Engagement für die SPD aufgegeben hat. Sie wollte Frauenpolitik machen, weil sie fand, dass Frauen in Politik und Gesellschaft zu wenig präsent sind, traf sich daher mit anderen Frauen in der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen – und war nach wenigen Treffen angeödet und schockiert über die Männerfeindlichkeit, die sie dort erlebte. Noch heute wird sie wütend, wenn sie davon erzählt. Sie wandte sich dann von der Partei ab und gründete mit anderen Frauen eine ökumenische Frauengruppe der katholischen und evangelischen Kirche.

Das ist natürlich nur eine persönliche Anekdote, aber auch das einzelne Beispiel zeigt ja schon: Es ist ein Irrtum zu denken, dass eine feindselige Haltung gegenüber Männern („Männer sind Schweine“ war in der Erinnerung meiner Mutter ein Standardsatz – heute würden wir von „toxischer Männlichkeit“ reden oder vom „male privilege“) irgendwie immer auch im Interesse von Frauen wäre. Die Wahlergebnisse bei Frauen zeigen ja, dass Reaktionen wie die meiner Mutter eher die Regel als die Ausnahme sind. Es wäre einmal interessant zu untersuchen, ob die ASF eigentlich überhaupt mehr Frauen an die SPD gebunden als von der Partei abgeschreckt hat.

Der radikale Unterschied zwischen dem Leben von Männern und Frauen, von dem Sie auf Ihrer Plattform wiederholt raunen, verdeckt wesentliche Gemeinsamkeiten. Die meisten Männer machen heute ebenso wie die meisten Frauen die Erfahrung, nicht Herr ihres Lebens sein zu können, von unüberschaubaren ökonomischen und politischen Prozessen abhängig zu sein. Das ist nun einmal eine Grunderfahrung der Moderne, die sich in Zeiten der Globalisierung noch verschärft. Eine vorgeblich moderne Geschlechterpolitik lenkt nur ab von den gewaltigen Verwerfungen und Risiken, denen Frauen und Männer gemeinsam begegnen müssen: Gender politics is a weapon of mass distraction.

Happiness is no solution. Verdeckt das persönliche Glück nur die radikalen Machtdifferenzen zwischen Männern und Frauen. Ist Glück also konterrevolutionär?

Der Feminismus aber ist eine der letzten Möglichkeiten für Männer, sich selbst noch als mächtig, als Herrscher, als uneingeschränkt aktiv erleben zu können – wenn auch lediglich in einer abstrakten Projektion der „Männlichkeit“. Frauen wiederum werden als Wesen imaginiert, die von der Teilnahme an Machtstrukturen noch nicht so korrumpiert sind wie Männer.

Für Jo von Beust ist der Begriff „Frau“ daher ausdrücklich ein Begriff, der für alle die steht, die von der Gestaltung unserer ökonomischen und politischen Prozesse ausgeschlossen wären. Damit aber wird Frau ganz zur Projektionsfläche, zum beliebigen Symbol für alle, die nicht an gesellschaftlicher Macht teilhaben. Zum Symbol für menschliche Ohnmacht – und damit aber auch zugleich zum Symbol für Unschuld und Reinheit.

Projektionen von Männern, projiziert auf Projektionen von Frauen, und umgekehrt: Der heutige Feminismus ist eine Politik aus einem Spiegelkabinett, dessen Bewohner schon die bloße Idee als Zumutung empfinden, es könne außerhalb ihres Kabinetts noch eine eigenständige soziale Realität geben.

Natürlich werden damit traditionelle Geschlechterklischees wiederholt. Der Mann ist aktiv, mächtig – die Frau Objekt männlicher Aktivität, ohnmächtig, aber auch unschuldig. Sie steht gleichsam für ein besseres Menschsein – und die Fantasie einer flächendeckenden Unterdrückung der Frau erklärt dann sogleich, warum dieses besseren Menschsein sich nicht segensreicher auswirken kann: Es werde ja von den bestehenden männlichen Machtstrukturen daran gehindert.

 

Es reicht nicht, Feminist zu sein

Als Nancy Friday in „My Secret Garden“ sexuelle Fantasien von Frauen gesammelt und veröffentlicht hat, trug das dazu bei, Frauen als aktiv, als fordernd darzustellen, mit sexuellen Wünschen, die für Männer manchmal durchaus beunruhigend sein konnten. Frauen erschienen nicht mehr als das, was sie ohnehin nie waren – als bloße Objekte der sexuellen Bedürfnisse von Männern, die sie über sich ergehen lassen mussten.

Der heutige Feminismus betont wieder eben diese passive Rolle – in der Metoo-Kampagne beispielsweise erscheinen Frauen ganz als Objekte der Aktivität von Männern. Und auch Männer haben ein offensichtliches Interesse daran, Frauen wieder in dieser Weise als passive, aber unschuldige Wesen zu imaginieren.

Was denken aufgeklärte emanzipatorische Menschen bei diesem Bild? a. Die beiden scheinen sich sehr angeregt zu unterhalten. b. Er schaut ihr bestimmt in den Ausschnitt, das Schwein.

Ich verstehe trotzdem, aus welchen Erfahrungen die feministische Bewegung einmal erwachsen ist. Sie haben auch recht damit, dass es nötig und längst überfällig ist, auch die Perspektiven von Männern einzubinden. Nur wünschen Sie sich, dass Männer das allein in dem Rahmen tun, den sie in einer feministisch inspirierten Politik vorfinden. Das ist zu wenig.

Es ist zu wenig, weil es den Erfahrungen der meisten Männer UND der meisten Frauen nicht gerecht wird. Eine Politik aber, die nicht in der Lage ist, die Erfahrungen der meisten Menschen aufzunehmen, kann sich vielleicht noch eine Weile durch mannigfaltige institutionelle Einbindungen halten. Sie hat aber zu einer humanen Gestaltung unseres Zusammenlebens nichts beizutragen.

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30 Comments

  • @Lucas:
    Erstmal etwas Kritik:
    – Du hast die heilige 3-Minuten-o.-1-DIN-A-4-Seite-Regel um ein Mehrfaches gebrochen.
    Ich mag die ja nicht, aber es haben mir sogar erfolgreiche Juristen schon glaubhaft erklärt, daß sie oft mehr Einfluss hat, als Gesetze o. Grundrechte.

    – Dein Brief eiert über recht lange Strecke an der Grenze zum Rant herum und überschreitet sie auch hie und da. Das wird Dir als eine Art „Borderlining“ ( im Sinne des Wortes ) ausgelegt werden.

    – Du hast Dich als Opfer präsdentiert ( zumindest wird es so interpretiert werden, das halte ich für sicher ), „der Rest“ wird als „Füllstoff und Ausrede“ abgetan werden.

    Insgesamt wird bei den Empfängern/Lesern ( so es solche überhaupt gibt und der Text nicht gleich im Shreder landet ) dadurch die Steilvorgabe assoziiert:
    „Wie ich ich vom Grünen/Sozi zum AfD-Wähler wurde“.

    Mir gefällt der Blogpost als solcher trotzdem. Nicht nur wegen des eigentlich sehr geschickten Aufbaus, der sauber eingefügten Historie und der „Dramaturgie“ darin, die dann zu einem nahezu zwangsläufigen Fazit führt.
    Sondern allein schon, weil Du das Glück hast, eine „Lightversion“ Deiner Fallgeschichte einbauen zu können. Das wirkt entschieden glaubhafter und provoziert deutlich weniger boshafte Querassoziationen und Denkblockaden, als wenn z.B. ich nur eine furztrockene Exeltabelle der objektiv erlebten Fakten der „Rough-Hardcore-Ghetto-Porn-Version“ irgendwo zum Besten geben würde.
    Mit „Glück“ u. „Lightversion“ meine ich selbstverständlich nicht, daß es wirklich eine Art „Glücksfall“ war. Dazu weiß ich zu wenig dadrüber und sowieso ist es m.E. praktisch ausgeschlossen, daß die Geschichte keine ernsthaften Folgen für Deinen Sohn und Dich haben könnte. Es geht mir logischerweise lediglich um die Relativierung, also daß Du irgendwo „im Mittelfeld“ zu verorten bist und v.dh. keiner sagen kann: „Das ist ja schlimmstenfalls auch nur eine extrem seltene Ausnahme, wenn es überhaupt so war …“.
    Vielleicht ist das sogar der wichtigste Aspekt für mich und mit viel Glück einer, der auch auf Dritte nicht ganz ohne Wirkung bleibt.

    „Er übersieht aber, zum Beispiel, dass die Menschenrechte und Grundrechte Hunderttausender von Vätern über Jahre hinweg durch deutsche Gesetze und Gerichte verletzt worden sind, ohne dass die dafür Verantwortlichen – insbesondere auch Ihre Partei – jemals auf die Idee gekommen wären, die Geschädigten auch nur um Entschuldigung zu bitten.“

    Den Satz sehe ich auch kritisch. Einerseits haust Du gnadenlos Tacheles auf den Tisch, andererseits versuchst Du nicht zu sehr zu dramatisieren. Zumindest kommt es mir so vor. Du wirfst der SPD die ( Mit- )Schuld an übler Rechtsbeugung vor, was logischerweise harte Abwehrreflexe bei deren Vertretern hervorruft, lässt aber die Kinder ( quantitativ also noch mehr als die Väter, von der Qualität ganz zu schweigen ) außen vor.
    Ein wenig Bauerschläue vorausgesetzt, wird das als mangelndes reales Interesse ausgelegt werden. Ähnlich wie bei den Mutterkultlern, die meinen, es ginge den Väter doch eh nur um Kontrolle über die / Rache an der Exe und darum keinen Barunterhalt blechen zu wollen.

    „Wer Männer reduziert allein als Herrscher, als Profiteure einer „patriarchalen Dividende“ wahrnimmt, der reduziert eben damit auch Frauen auf Menschen, die von anderen beherrscht würden und die an den Machtstrukturen der Gesellschaft kaum oder keinen Anteil hätten.“
    Ich vermute, das überfordert den Intellekt des Empfängers, da fehlt der Kontrast. Man wird nicht verstehen, warum das ein den Feministen anzulastender Reduktionsvorgang sein soll, sondern sogar sagen: „Ja, genau! Das sagen wir doch auch immer, da ist ja das Problem, DIE Männer unterdrücken DIE Frauen!“.
    Die in der Formel enthaltene Frauenabwertung werden die parteilichen Leser gar nicht bemerken. Sie haben es doch von den Femiikonen genau so immer vorgebetet bekommen.

    „Eine vorgeblich moderne Geschlechterpolitik lenkt nur ab von den gewaltigen Verwerfungen und Risiken, denen Frauen und Männer gemeinsam begegnen müssen: Gender politics is a weapon of mass distraction.“
    Da fehlt die Erklärung zu. Das könnte ich, obschon ich es natürlich leicht nachvollziehen kann, kaum für Dritte herleiten. Bei einem ausdrücklich sich als Allie empfindenen „Anti-Anti-Feministen“ ( vermutlich intern immer noch „Profeministen“genannt ) kommt da wahrscheinlich nur unverständiges Kopfschütteln ( „Hä? Feministischer Giftgaseinsatz, oder was? Ha ha!“ ).

    Leider konnte ich das Video nicht ansehen, da ich immer noch mittelschwer internetbehindert bin, was mich langsam auch ernsthaft stocksauer macht, indes ich habe einfach keinen nennenswerten Einfluss darauf.
    Insofern gehe ich einfach davon aus, daß es eben eine klischeeübliche Allieplattform ist, ungefähr so im BuFoMä-Stil, #Iwillchange, … o.ä..

    Tja, wie gesagt, trotz aller negativen Annahmen finde ich den Text hervorragend.
    Trotz alledem ….

    • @Fiete:

      Lucas »an der Grenze zum Rant«? Ich wüsste jetzt echt nicht wo, er ist in meinen Augen auch hier mal wieder der besonnenste von uns allen. Ich finde, der Blogpost bekommt sehr schön den Bogen hin, behutsam anzufangen, um am Ende dann doch die notwendige Deutlichkeit zu finden.

      Und die Schubladen »Opfer« und »AfD-Wähler« liegen nun mal im Auge des feministischen Betrachters – gegenüber Hardcore-Ideologen ist es ohnehin gleichgültig, ob Lucas laut oder Luise auftritt, die finden in jedem Fall etwas, das ihre Vorurteile bestätigt.

      Insofern halte ich es für fruchtlos, die Strategien zu berücksichtigen, mit denen Ideologen ihre kognitiven Dissonanzen wegbügeln. Wichtiger ist doch, dass der Text für das Mittelfeld unentschiedener Dritter annehmbar ist, weil er ihnen zutraut, anhand einer sachlichen Argumentation eigene Schlussfolgerungen zu ziehen, anstatt ihnen Denkvorschriften oder -verbote zu erteilen.

      Ich erinnere mich an einen Kommentar bei onyx, wo sie von jemandem aufgefordert wurde, sie solle doch bitte die Kommentare von Lucas und Leszek nicht mehr zulassen (hat onyx abgelehnt) – das Beispiel ist mir in Erinnerung geblieben, weil es m. E. zeigt, dass es gerade die nüchterne, sachliche Gründlichkeit ist, welche die Hauptgefahr für feministische Ideologen darstellt.

      Ich finde, Du arbeitest Dich zu sehr an den ohnehin Vernagelten ab – die sind aber gar nicht unser primärer Adressat!

      • @ Djad:
        „Ich finde, Du arbeitest Dich zu sehr an den ohnehin Vernagelten ab – die sind aber gar nicht unser primärer Adressat!“
        Okay, mag sein. Ist mir hinterher auch schon durch den Kopf gegangen, daß ich nicht drübergeschrieben habe „…aus Sicht des ‚Profeministen“, o.ä..
        Normalerweise Versuche ich ja eher die Sichtweise eines „normalen“ bis „völlig unbedarften“ Lesers einzunehmen.
        Diesmal bin ich halt von dem Adressaten ausgegangen, der von Lucas oben angegeben war. Aber ich habe auch ganz persönlich den Eindruck, daß er diesmal etwas weniger den diplomatischen Pädagogen eingebaut hat, als man es so von ihm gewohnt ist. Was ich grundsätzlich sogar begrüßen würde ( ich drücke mich ja i.d.R. ’ne ganze Ecke drastischer aus ), aber …

        • @ Fiete Es stimmt, der Text ist für Netzverhältnisse deutlich zu lang – darauf weist ja auch Claudia unten hin. Er ist auch deutlich lnger als die letzten Texte, die ich hier veröffentlicht habe.

          Mir ist es aber wichtig, bei der Vielfalt an Themen, die wir hier im Blog und in anderen Blogs haben, ab und zu mal einen bündelnden Text zu schreiben, der die verschiedenen Themen ein wenig zusammenführt. Und welch bessere Gelegenheit könnte es dafür geben als einen Versuch, Feministen den Antiseximus aus einer männlichen Perspektive zu erklären? 🙂 Nur wird solch ein Text, weil der eine ganze Reihe verschiedener Themen berührt, dann eben auch etwas länger.

          Die vo Dir angesprochene Sicht auf die eigene Position mit den Augen eines anderen finde ich sehr wichtig, auch wenn man dessen Perspektive nicht teilt – weil es, wenn man nicht nur in einer engen Filterblase bleiben möchte, wichtig ist zu realisieren, wie die eigene Position bei anderen ankommt.

          Das hat aber nur den Nachteil, dass man sich – wenn der Blick des anderen, den man da nachvollzieht, sehr übelwollend ist – damit gleichsam selbst zum Verschwinden bringt. „The mirror of malicious eyes“, Der Spiegel boshafter Augen, hat Yeats das in einem Gedicht genannt (und Ruth Klüger, übrigens auch ausdrücklich eine Feministin, hat das in ihrer ungeheuer guten Autobiographie zitiert).

          Daher ist es wichtig, sich auf die Sicht anderer einzustellen – aber man muss diesen anderen ab und an auch etwas eigene Anstrengung abverlangen, Zusammenhänge nachzuvollziehen, die für sie im ersten Moment nicht ganz klar sind.

          • „…wichtig ist zu realisieren, wie die eigene Position bei anderen ankommt.“
            Gerade hat ein 68er dreihundert Studien zur Gleichverteilung von häuslicher Gewalt als Randstudien abgetan und behauptet es gibt tausende Gegenstudien… Auf die Frage welche kam dann google.AT (such doch selber ist soooo offensichtlich), danach dann die üblichen Verdächtigen, die Studie der Regierung, Stats zu Anrufzahlen bei Frauenklimbim und Aufnahmestats in Frauenhäuser. Auf meine Erneute Erwiderung das Frauenhotlines eben nicht erster Ansprechpartner für gewaltbetroffene Männer sind kam dann ein nett umschriebenes „halt die fresse“.

            99% von denen sind so vernagelt, die merken es nicht mal wenn deren Parteien den Abflug machen.  Auf die Frage „Sind politische Parteien realitätsfremd?“ antworteten 32 Prozent mit „Ja, sehr stark“ und 42 Prozent mit „Ja, stark“. „Nein, eher nicht“ meinten 20 Prozent, und nur zwei Prozent sagten „Nein, gar nicht“. Gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“ versuchte der Politikwissenschaftler Gero Neugebauer die zumindest empfundene Realitätsferne zu erklären: „Die parteiinterne Kommunikation funktioniert nicht. Bestimmte Gruppen werden nicht mehr vertreten“, sagte er. Dies führe dazu, „dass in der Tat nur noch ein kleiner Ausschnitt der Wirklichkeit an der Spitze ankommt“.
            https://www.op-online.de/politik/viel-politikverdrossenheit-noch-6427920.html

            Die drei Prozent Falschanzeigen bei Vergewaltigungen, die wirklich so offensichtlich nicht stimmen können, die selbst absolute Logiklegasteniker erkennen können, allein deshalb weil hier sogar Freisprüche noch als Vergewaltigung gewertet werden, auch hier kann man nicht bei von Verdummung betroffenen (oder heißt das Totalverblödung Überlebende) in irgendeiner Weise mit Argumenten durchdringen.

            Das sind heute Menschen die in der linken Politik an Einfluss gewinnen, jünger und weiblicher ist ja die Forderung der SPD. Und diese Politiker sind nicht mal mehr mit irgendeiner bestehenden Wirklichkeit in Einklang zu bringen… Ich wette selbst eine neue Linke Partei hätte heute beste Chancen die SPD auf einen ihren Platz als linksextreme Splittergruppe zu stutzen, da wo diese Partei leider heute hingehört.

            Ich habe es einmal geschafft die Jusos zu einer Antwort auf einen Tweet zu überreden, wo ich den Führerscheinentzug angeprangert habe den Schwesig angesprochen hat. Antwort der Jusos die gleiche die später Schwesig selbst gebracht hat, viele Eltern zahlen nun einmal keinen Unterhalt. Ich hatte §§ 850d, 890 ZPO und 170 StGB im Tweet benannt, da haben weder Schwesig noch Jusos drauf reagiert. Die leben in der gleichen Scheinwelt wie wir sie in der Untergang gesehen haben…

            Keitel: „Der Führer hat jeglichen Sinn für die Realitäten verloren.“
            Jodl: „Er verschiebt Divisionen auf der Landkarte, die garnicht mehr existieren. Die Gruppe Steiner, ein versprengter Haufen, der sich mit Mühe und Not verteidigen kann. Jetzt will er, dass Steiner angreift. Das ist purer Wahnsinn!“
            Fegelein: „Warum sagen Sie es ihm dann nicht?“
            Keitel: „Er ist keinen Argumenten zugänglich. Das wissen Sie genauso gut wie ich.“
            Fegelein: „Irgendwas muss doch getan werden.“
            Keitel: „Sind Sie verrückt geworden? Er würde uns einfach rausschmeißen, wie Rundstedt, wie Guderian.“
            Jodl: „Wir sind Soldaten! Wir haben unseren Eid auf den Führer geleistet!“
            Fegelein: „Soll uns der Eid daran hindern, selbstständig zu denken?“
            Burgdorf: „Das sagen ausgerechnet Sie, ein Opportunist, ein rücksichtsloser Karrierist.“
            Fegelein: „Wie bitte?

  • Ich frage mich, nach dem erneuten Vorstoß der totalitären Frauenclique in der SPD, und dem kollektiven Opferwahn von #metoo, was passieren würde, wenn Jamaika nicht zustande kommt, oder nicht lange hält, wie weit „linke Parteien“ bei einer Neuwahl abstürzen würden, wenn man noch die Auswirkungen der Flüchtlingspolitik berücksichtigt.
    Ich schätze, die SPD kann dann eine 18%-Kampagne fahren, und froh sein, wenn sie die bekommt. Die Linke kann ich nicht einschätzen, aber hier verschwindet auch langsam das Vertrauen der Stammwählerschaft.
    Ob der postmoderne Hokuspokus die mittelfristig noch über die 5%-Hürde bringt, bezweifle ich.
    Die Grünen scheinen mir noch am stabilsten, weil sie als Klientel des gesättigten, selbstzufriedenen akademischen Kleinbürgertums eigentlich gar keine programmatische Politik mehr machen müssen, hier reichen Moralsimulation und Selbststilisierung völlig aus.
    Ob es bei einer Neuwahl überhaupt für eine neue Groko reichen würde, sehe ich noch gar nicht.
    Die FDP könnte vielleicht bei Neuwahlen genauso als eine Art Protestpartei angesehen werden, aber was für eine Regierungskoalition soll denn dann noch gehen?
    Rotrotgrün ist als Option erledigt, denke ich.
    War das denn die letzte BTW ever, und wir werden in Zukunft von einer totalitären dauergeschäftsführenden Merkel regiert?
    Und ich denke, die neoliberale inhumane Sockenpuppe Staatsfeminismus würde dann dazu einen großen Teil beigetragen haben.

  • Hallo Lucas. Das ist mein allererster Beitrag, somit bin ich ein dir unbekanntes, unbeschriebenes Blatt.
    Ich wollte nur meine Erfahrung mit PLAN mit dir teilen. In meiner Heimatstadt hatten sie einen Aktionsstand am Bahnhof, und sprachen Passanten bezüglich ihrer Anliegen an. Auch an mich traten sie heran, allerdings hatte ich noch ihre letzte Werbeaktion im Hinterkopf, die du ja bereits hier ausführlich besprochen hattest.
    Nach einer etwas mäandrierenden, kurzen Unterhaltung kam mein Gesprächspartner zum Wesentlichen und machte mich auf die weltweiten Leiden von Mädchen aufmerksam, die ich durchaus für glaubwürdig und bekämpfenswert halte. Nur hatte ich das Gefühl, etwas ergänzen zu müssen, und so sprach ich meine Verwunderung an, dass die Probleme männlicher Kinder sämtlich ausgeklammert würden. Er antwortete, dass PLAN durchaus auch etwas für Jungen täte, aber Mädchen in der heutigen Welt nunmal benachteiligter seien.
    Nun folgte das Hilight dieser „Diskussion“. Ich merkte an, dass ich mir nicht sicher sei, ob das so wirklich stimme. Daraufhin sagte er nur, „Das ist sexistisch!“, drehte sich um, und ging. Ich war durchaus überrascht, dass man mir Sexismus vorwerfen würde für eine Aussage, die in ihrem wesentlichen Kern vollkommen antisexistisch ist.

    • @Superpulu:

      Ich würde sagen, da war der »Recruiter« überrascht, dass ihm jemand widersprochen und seine wohlgelernten Werbesprüchlein durcheinandergebracht hat. Der brauchte einen für ihn selbst akzeptablen, »ehrenhaften« Abgang, weiter nichts. 🙂

    • Hallo Superpulu,
      dass Mädchen stärker betroffen sind, ist objektiv falsch, siehe hier:
      https://uepsilonniks.wordpress.com/2017/02/24/nebeneinandergestellt/

      Und selbst wenn es so wäre, gäbe es keinen Grund, allein Mädchen zu helfen, sondern es wäre geboten, den von einer Problematik betroffenen Kindern zu helfen. Wir helfen allen Kindern, die z.B. von Kinderarbeit betroffen sind – sowohl Mädchen als auch Jungen – anstatt nur Mädchen.
      Nehmen wir an, der Anteil von Gewalt betroffenen Kindern seien zu 60% Mädchen, zu 40% Jungen. Dann gibt es keinen Grund, warum man die Jungen von der Hilfe ausgrenzen solle.

    • Hallo Superpulu, danke für den Beitrag! Es zeigt ja, wie sehr Verrücktheiten als ganz normal erscheinen können. Was PLAN macht, bedeutet ja eigentlich nur: „Wir helfen Kindern – solange es keine Jungen sind.“ Und wenn dann jemand vorsichtig nachfragt, was das eigentlich soll, wird ihm vorgeworfen, dass ER der Sexist wäre…

      Ich hatte hier irgendwo einmal von einem vergleichbaren Erlebnis erzählt, dass eine damalige Partnerin und ich vor der Bundestagswahl 2013 an einem SPD-Stand gemacht hatten. Der Stand war nicht im traditionellen Rot, sondern ganz in lila gehalten – und eine SPD-Frau kam auf meine Begleiterin zu, ignorierte mich völlig und fragte sie: „Wissen Sie eigentlich, dass Männer 23% mehr als Frauen verdienen?“ Meine Partnerin aber reagierte auf eine Weise, mit der diese Frau offenbar tatsächlich nicht gerechnet hatte: Sie meinte, dass das doch Schwachsinn wäre, da der Großteil der Beschäftigungsverhältnisse tariflich geregelt sei und dort eine geschlechtsbezogene Diskriminierung verboten sei.

      Auch auf ein solch naheliegendes Gegenargument war die SPD-Wahlkämpferin nicht vorbereitet, und sie machte kehrt und suchte Hilfe bei einer anderen Frau, die dort am Stand stand….

      Die Diskursverweigerung beruht eben auf dem stillschweigenden Wissen, in einem halbwegs ernsthaften Diskurs eh keine Chance zu haben.

      PS. Ich hab mich damals übrigens gefragt, ob die SPD eigentlich glaubt, dass Männerstimmen nicht zählen, oder nur die Hälfte…

  • Dass es noch immer so eine vor allem „Mutter-zentrierte“ Haltung und Politik bei feministisch inspirierten Politiker/innen gibt, ist m.E. historisch begründet. Es war nun mal Fakt, dass die Mehrheit der Trennungsväter sich gar nicht für die Kinder interessierten, sondern eher dafür, so wenig wie möglich Unterhalt zu zahlen. Auch die früher übliche klassische Rollenverteilung in der Ehe (Hausfrauenmodell) ließ es „natürlich“ erscheinen, dass selbstverständlich die Kinder bei der Mutter blieben und alle Gesetze darauf ausgerichtet waren, ihr das Leben als nun Alleinerziehende zu ermöglichen, vornehmlich durch Unterhalt vom Vater, ergänzt durch staatliche Leistungen. Die 1000 Tricks, mit denen nicht wenige Väter versuchten, sich ihrer Pflicht zu entziehen, haben vermutlich am Ressentiment mitgewirkt, das da gegen Väter entstanden ist und – leider – bis heute nachwirkt.

    Dass es mittlerweile viel mehr Väter gibt, die sich an der Kindererziehung beteiligen und auch bei Trennung nicht aufhören wollen, Vater zu sein, sich also kümmern über das bloße Zahlen hinaus – das finde ich gut, das ist eine positive Veränderung, die man ja – auch abseits der spezifisch männerrechtlichen Blogs – eher feiert als verdammt! (Nicht zu Unrecht beschweren sich manche Mütter, dass Väter für fast jeden Einsatz fürs Kind hochgelobt werden, wogegen ihre Leistungen die Basis des Alltags darstellen und kaum der Erwähnung wert sind).

    Deinen Brief finde ich insgesamt nachvollziehbar und lesenswert. Nur etwas lang, was unter heutigen Bedingungen die Wirkung vermutlich schmälert.

    Nicht einverstanden bin ich mit den Seitenhieben auf die #MeToo-Kampagne – die ja eigentlich mit dem Wort „Kampagne“ gar nicht korrekt beschrieben ist. Eine Kampagne hat immer bewusst und zielgerichtet agierende Macher/innen – das ist bei solchen Hashtag-Events nicht der Fall.

    Ich habe mir vieles durchgelesen, was dazu von Männern geschrieben wurde – auch deine Artikel. Und viele Fakten, die zeigen, dass auch Männer Opfer von Gewalt sind, sowie auch sexuell belästigt werden, bestreite ich gar nicht. Es ist legitim, darauf aufmerksam zu machen – genau wie auf die Benachteiligung von Jungs bei PLAN u.a.

    ABER: Auch nach wohlwollender Lektüre all dieser Dinge halte ich es für voll ok, dass Frauen ihre jeweiligen Erlebnisse von Diskriminierung, Belästigung und Gewalt öffentlich machen – und ich begrüße es, dass das dann auch umfassend öffentlich diskutiert wird. Indem diese Dinge angesprochen werden, wird NICHT gleichzeitig behauptet, Frauen seien nur wehrlose Opfer! Denn wie sie sich gewehrt haben, was auf die Belästigung folgte etc. war ja gar nicht Thema des Hashtags. Also kann man daraus auch keine derartigen Schlüsse ziehen.

    Mir selbst sind im Rahmen der Debatte Erinnerungen gekommen an Jobs, die ich als Studie hatte: in Restaurants, Büros, kleinen und großen Unternehmen / Behörden. In 4 von 10 Jobs bin ich vom jeweiligen Vorgesetzten sexuell belästigt worden – nicht nur so Harmlosigkeiten wie Anstarren etc., sondern machtmissbrauchend, fordernd, handgreiflich. Ich hab mich erfolgreich gewehrt / verweigert, doch war ich diese Jobs dann auch los, bin selbst gegangen. Unter solcher Anmache / mangelndem Respekt wollte und konnte ich nicht arbeiten.

    Das ist lange her, scheint aber noch immer recht verbreitet zu sein, wie #Metoo zeigt. Und ich finde es richtig, dass – langsam, aber doch – dieses machtmissbrauchende Verhalten auf beruflicher Ebene angeprangert wird – und letztlich gesellschaftlich geächtet. Es ist NICHT dasselbe wie verkorkstes „Anbaggern“ im Privaten und gehört ohne Wenn und Aber abgeschafft!

    Wie du schreibst, bewegst du dich in einem rot-grünen Umfeld, wie ich auch. Ja, stimmt, da kommt all das in der Regel (!) nicht vor. Ausserhalb dieser kulturellen Blase sieht es aber noch immer deutlich anders aus! (Auch meine Erlebnisse damals waren „außerhalb“).

    Hat es übrigens eine Antwort auf den Brief gegeben?

    • Es war nun mal Fakt, dass die Mehrheit der Trennungsväter sich gar nicht für die Kinder interessierten, sondern eher dafür, so wenig wie möglich Unterhalt zu zahlen.

      Belege für diese geschlechterrassistische Behauptung?

      Fakt ist: Es sind die Mütter, die sich so verhalten, wie Du es Vätern unterstellst. Unterhaltsverpflichtete Mütter kommen so gut wie nie ihrer Unterhatspflicht nach. Mütter bzw. Frauen sind auch nicht bereit dazu, über Jahrzehnte hinweg malochen zu gehen, um Mann und Kinder zu ernähren. Was Geben und für andere Opfer erbringen angeht, können sich Frauen ein ganz dickes Stück von Männern abschneiden.

    • Dass das vor dem Hintergrund heutiger Gegebenheiten dysfunktionale bis menschenverachtende Scheidungs- und Sorgerechtssystem historisch gewachsen ist, dürfte auch im Kreise der hier vorherrschenden „Menosphere“ als Binsenweisheit anzusehen sein. Natürlich gehen Dinge wie Ehegattenunterhalt und Zuschreibungen „das Kind gehört zur Mutter“ auf Zeiten zurück, in denen es in Familien weit stärkere geschlechtsgebundene Rollenzuschreibungen gab. Die Frau kümmerte sich um Haus und Kinder und der Mann schaffte das Geld ran.

      Allerdings finde ich, dass du, obwohl du nach meinen Eindrücken aus deinen Kommentaren zu den deutlich reflektierter denkenden Vertreterinnen feministischer Ansätze gehörst, in diesem Punkt leider selbst retrospektive Ressentiments internalisiert hast, die nach meiner Meinung vor allen Dingen daher rühren, dass die „Geschlechterdebatte“ schon in ihren Anfängen bedingungslos frauenzentriert war und nur aus dieser Sicht analysiert wurde.

      Die Behauptung, dass sich in früheren Zeiten Männer einfach nur weniger für ihre Kinder interessiert haben und sich nicht um sie kümmern wollten, halte ich für eine schon geradezu infame Darstellung, die leider über die bekanntlich medial massive Diskurshoheit des Feminismus‘ stark in der gesellschaftlichen Wahrnehmung verwurzelt ist. Dabei halte ich persönlich diese Darstellung des früheren Mannes, dem seine Kinder weitgehend egal waren, für geradezu weltfremden und hochgradig zynischen Geschichtsrevisionismus. Zumindest erschließt es sich mir nicht, wenn man bedenkt, mit wie viel Liebe und Hingabe sich viele Väter um ihre Kinder kümmern, warum Männer noch vor wenigen Jahrzehnten nicht dieselben dieses Handeln befördenden Gefühle aufgebracht haben sollen. Wir reden hier von zwei bis drei Generationen, was evolutionär absolut null Komma gar nix ist.

      Die Wahrheit dürfte sein, dass auch schon damals die erdrückende Mehrheit der Männer ihre Kinder über alle vorstellbaren Maßen hinaus geliebt haben. Es waren aber eben die, natürlich aus heutiger Sicht nur mal wieder „die armen Frauen unterdrückenden“ Strukturen, die dafür sorgten, dass diese Männer ihre Liebe zu ihren Kindern diesen kaum bis gar nicht darlegen konnten abseits davon, dafür zu sorgen, dass sie immer ein Dach über dem Kopf und etwas zu Essen in der Küche hatten. Aber selbst das wird ihnen aus feministischen Kreisen rückblickend auch nur als weiterer Akt patriarchaler Unterdrückung ausgelegt: Sie ließen ihre Frauen mit den Kindern allein und in umfänglicher finanzieller Abhängigkeit in der Wohnung versauern, während sie sich in die abenteuerliche Welt der Erwerbsarbeit zurückzogen (also in so spaßige Dinge wie 12-Stundenschichten in Fabriken oder auf Baustellen).

      Ich denke diese sehr kritische bis vernichtende Haltung den „früheren Vätern“ gegenüber stellt ein geradezu essentielles Beispiel für die einseitige analytische Sicht auf Geschlechterthemen dar, wie sie Lucas in seinem Text, für mich vollkommen korrekt, als unzureichend und potentiell gar schädlich darstellt. Die Leistungen die früher Männer erbrachten, um, ebenfalls in festen Rollen gefangen, ihren Frauen und Kindern ein halbwegs passables Leben zu ermöglichen, werden schlank umgedeutet in Unterdrückung der Frauen, weil man sie so finanziell abhängig machte (mal ganz davon ab, dass damals vielen Frauen die beruflichen Bedingungen ihrer Männer bekannt waren und sie mit dieser Rolle vor dem Hintergrund eben dieser Alternative mehr als zufrieden waren) und, was ich schon in perverser Weise menschenverachtend finde, in Desinteresse gegenüber ihren eigenen Kindern. Der Vorteil an derartigem einseitigem Geschichtsrevisionismus ist nun mal leider, dass diejenigen, über die dort derart herablassend und entmenschlichend geurteilt wird, zu annähernd 100 % schon lange tot sind und gar nicht mehr die Möglichkeit haben, ihre Sicht der Dinge noch darzulegen, auch wenn ich bezweifle, dass ihnen verwöhnte hysterische Third-Wave-Femi-Gören überhaupt zuhören würden, diesen ganzen alten, weißen, heterosexuellen Männern.

      Nur mal so als Beispiel: die Gewerkschaftskampagnen „am Samstag gehört mein Papa mir“ waren keine originär feministischen Kampagnen, auch wenn sie sich der Feminismus retrospektiv gerne einverleibt (auch hier mal wieder Stichwort „Geschichtsrevisionismus“). Gestartet wurden die Kampagnen von Gewerkschaften mit fast 100 % Männeranteil (vornehmlich Industriegewerkschaften, die also für Berufe zuständig waren, in denen Frauen selbst heute noch eine verschwindende Minderheit darstellen) und sie kamen daher, weil eben auch früher schon die Väter einfach die Schnauze voll davon hatten, dass sich für sie Familienleben, wenn überhaupt, nur auf einen einzigen Tag in der Woche beschränken sollte.

      Auch die Darstellung der „Tausenden von Männern“ die sich ihrer Verpflichtungen beständig entzogen haben, geht in die Richtung einer sträflich einseitigen Sicht der Sachlage. Zum einen stellen „Tausende“, auch wenn das erst einmal nach geradezu epidemischen Ausmaßen klingen mag, in einer Bevölkerungsgröße im zweistelligen Millionenbereich nur eine Menge dar, die selbst unter Promilleangaben nur zu Veränderungen irgendwo hinter dem Komma sorgen. Und zum anderen standen und stehen derlei Rabenvätern auch schon immer eine vergleichbare Größe von Rabenmüttern gegenüber. Und / oder Mütter, die durchaus wissentlich und willentlich die mit den „tausenden von Vätern“ begründeten Rechtslagen ausnutzen um, als Rache für eine gescheiterte Beziehung, liebende Väter fundamental zu vernichten. Dennoch käme nie jemand auf die Idee, diese „Tausende von Müttern“ als Exempel heranzuziehen, sie mit großer Lust auf die Gesamtheit der Mütter zu extrapolieren, um damit sich klar gegen die Menschenrechte von Frauen richtende Gesetze und Rechtsprechungspraktiken zu erklären oder gar zu legitimieren (letzteres will ich dir ausdrücklich nicht in die Schuhe schieben). Wenn es aber um die „kritische Auseinandersetzung“ mit Männer und Männlichkeit geht, sind derlei „Analysepraktiken“ die erkennbare Regel.

      • Ergänzend dazu:

        Wenn ein Elternteil de facto aus der Familie ausgeschlossen wird und seine finanzielle Belastung gleichzeitig steigt, dann ist es naheliegend, dass sich ein Teil der Betroffenen verweigert oder zumindest die Motivation verliert, sich zu engagieren. Dieser vorhersehbare Effekt der Scheidungspraxis ist, wie bereits angemerkt, bei Frauen sogar noch ausgeprägter als bei Männern und deshalb ist ein „Männer- und Väterbashing“ weniger angezeigt als ein „Frauen- und Mütterbashing“.

      • Spricht mir als ehemaligem Bauarbeiter (ist zwar schon lange her) aus der Seele.
        Mir fallen aus der langen Tradition der Einehe-Konstellation noch ganz andere Beispiele ein, Leibeigenschaft z.B. in Bergwerken, Marine etc., aber ganz wesentlich über viele Generationen bis in die Neuzeit hinein:
        Der männliche (Zwangs-)Kriegsdienst. Früher die Zwangsaushebung durch Lehnsherren, dann absolutistische Herrscher, dann Republiken.
        Schon in der Antike konstituierte erst die Fähigkeit und Begüterung zum Kriegsdienst den „freien“ stimmberechtigten Bürger.
        Dieser jahrtausendelange Zwang wird dann von den Femis noch biologistisch als Beleg für die quasi biologische Verderbtheit der Männer, die „toxische Männlichkeit“ usw. genommen.
        Existenziell betroffen von den Kriegen waren aber überwiegend ärmere Schichten, auch Frauen und Kinder. Prinzessinnen und großbürgerliche Ehefrauen eher nicht, sie konnten über ihre Ernährer oft noch Profit daraus ziehen.
        Ein Punkt, der argumentativ fast immer völlig untergeht, ist, dass auch die berufstätigen Männer sich in der Arbeitswelt in überwältigender Mehrheit nicht“frei verwirklichen“ konnten, sondern oft ganz rigiden Regeln und Anforderungen und Gewalt unterwerfen mussten (was du ja dankenswerterweise angesprochen hast), und hierbei immer die Verantwortung für die Familie daheim berücksichtigen mussten, ja, diese war sogar immer das moralische Argument und Erpressungsmittel der Obrigkeit, damit Mann spuren muss.
        Ergebnis war oft, dass es von Einkommen und Arbeitszeit hinten und vorne nicht für eine einigermaßen humane Lebensituation reichte, dauerhaft prekäres Leben war auch bis in die Moderne der absolute Normalfall.
        Davon weiß anscheinend der postmoderne Feministinnenkopf nichts mehr, vermutlich, weil die Kapazität völlig mit unwissenschaftlichem Quatsch und simpler Hasspropaganda ausgelastet ist.
        Das feministische Betriebssystem belegt anscheinend schnell die komplette Festplatte, und echtes Multitasking(dieses Propagandamärchen) kann ich da auch nicht erkennen.
        Sofern es überhaupt schon mal ein“Tasking“ gibt.
        Das jetzt diesen Abermillionen von Männern historisch vorzuwerfen, dass sie sich all dem aus Solidaritàt mit Frau und Kindern unterwarfen, ist eigentlich schon dermaßen perfide…vor allem von Femi-Frauen, die von schnöder, oft prekärer Lohnarbeit nicht die geringste Ahnung bzw. Erfahrung haben, sondern über Quoten und bevorteilende Förderung über Schulen und Unis hinweg in Berater-und Entscheiderposten gehievt wurden, und selbst im akademischen Bereich offensichtlich keine seriöse, also gute Arbeit abliefern können, man nehme nur mal „Auf die Fresse“-Nahles, als ob die jemals eine Proletenkneipe von innen gesehen hätte, geschweige denn schon mal „vor die Tür gebeten“ worden wäre. „Auf die Fresse wohl eher im Sinne von „in der Gruppe auf Leute einschlagen, die schon am Boden liegen“. Übrigens auch auf Kinder.
        Schön, dass die Kinder in dem Brief auch einigermaßen vorkommen.
        Kinder scheinen ja für Femis oft nicht wirklich Menschen zu sein, sondern Vehikel und Objekte für’s Selbst.
        Auch hier ein rückwärtsgewandtes Menschenbild.

    • @ Claudia:
      Der Respekt vor Lucas Schoppe und seinem Bemühen, hier nicht ein „zweites gelbes Forum“ zu betreiben, gebietet es, die ganz dicke Keule stecken zu lassen. Das sollte m.E. aber auch für Dich gelten und sich nicht auf süßliche Verklausulierungen beschränken.

      Nur um mal so ein ganz klein wenig „Winke-Winke“ zu machen, greife ich mal zwei Zitate raus, die mir dafür typisch erscheinen, das kann ich mir nicht verkneifen:

      „Dass es noch immer so eine vor allem „Mutter-zentrierte“ Haltung und Politik bei feministisch inspirierten Politiker/innen gibt, ist m.E. historisch begründet. Es war nun mal Fakt, dass die Mehrheit der Trennungsväter sich gar nicht für die Kinder interessierten, sondern eher dafür, so wenig wie möglich Unterhalt zu zahlen. Auch die früher übliche klassische Rollenverteilung in der Ehe (Hausfrauenmodell) ließ es „natürlich“ erscheinen, dass selbstverständlich die Kinder bei der Mutter blieben und alle Gesetze darauf ausgerichtet waren, ihr das Leben als nun Alleinerziehende zu ermöglichen, vornehmlich durch Unterhalt vom Vater, ergänzt durch staatliche Leistungen. Die 1000 Tricks, mit denen nicht wenige Väter versuchten, sich ihrer Pflicht zu entziehen, haben vermutlich am Ressentiment mitgewirkt, das da gegen Väter entstanden ist und – leider – bis heute nachwirkt. “

      Die Geschichtsklitterung ist schon mal kaum beschreiblich bis atemberaubend.
      Wer hat denn die „Weisheit“, daß das Kind ethisches Recht und Eigentum der Mutter wäre zum nationalen Dogma aufgeplustert?
      Die Väter? Nee! Google mal ( kleiner Tipp: Der Kerl wurde zu gut der Hälfte von Frauen gewählt ) …..

      Und von der Zeit springst Du in Dein eigenes Phantasiereich, welches Billy Coen ja schon umfassend entlarvt und zerkrümelt hat.

      Und dann kommt das „Nachhallproblem“, sprich die Unterstellung, daß das ja „leider, leider“ immer noch so wäre, nur eben durch etwas „vorgeschobenen guten Willen getarnt“, so daß man ja Verständnis für die vielen armen Alleinverziehenden haben müßte, die immer noch unter ihren bösen weggelaufenen Opas leiden.
      Danke! Sauber zwischen die Beine!

      Übrigens bin ich einer dieser „Pflichtentzieher“. Und zwar eben WEIL ich nicht bereit war, Unterhalt gegen Barunterhalt einzutauschen und das auch heute noch strikt verweigere. Kennst Du den Unterschied überhaupt? Ich bin bereit, notfalls für denselben in den Knast zu wandern!
      Eben deshalb gibt es von auch in Zukunft garantiert nicht einen einzigen verf…. Cent!

      Das führt dann dazu, daß sich die „Familienarbeit im besten Interesse des Kindes“ ( nach §§ 17/18 u. 55 SGB VIII, Ha! Ha! ) unseres ach so „sozialen Rechtsstaates“ auf solche Benachrichtigungen beschränkt:
      https://fietes2groschen.blogspot.de/2017/08/saubloder-scherz-von-der.html

      Das war die einzige Nachricht, die ich seit 10 Jahren zum Leben des Kindes bekam! Und zwar wirklich die Einzige, keine andere Institution hat seit Verfahrenseröffnung sich je wieder mir ggü. dazu geäußert.
      Wie in dem Spot bereits erwähnt, wäre die einzig weitere, die das institutionelle System überhaupt vorsieht, ein etwa wortgleicher Schrieb mit der trockenen Mitteilung, daß sich das Kassenzeichen nochmal geändert hat, weil das Kind zw.zeitl. verstorben ist. Ohne weitere Daten o. sonstige Angaben. Mir ist ein Fall bekannt, wo das exakt so passiert ist. Diverse Wochen nach dem Begräbnis des Kindes und selbstverständlich ohne Ortsangabe, oder gar irgendwelchen weiteren Infos!

      Als „kleinen Übergang“ negierst Du dann mal eben die komplette „Berichterstattung“ sämtlicher MS-Medien der letzten zwei bis drei Jahrzehnte um exakte 180°:
      „(Nicht zu Unrecht beschweren sich manche Mütter, dass Väter für fast jeden Einsatz fürs Kind hochgelobt werden, wogegen ihre Leistungen die Basis des Alltags darstellen und kaum der Erwähnung wert sind)“
      Das ist so kaltschnäuzig, daß ich mir jeglichen weiteren Kommentar dazu einfach spare, da hier sicherlich kaum wer mitliest, der das nicht sofort erkennt.

      Um dann in schlichtweg nicht sonderlich glaubwürdiger Weise auf den Hysteriezug aufzuspringen und denselben ausdrücklich zu rechtfertigen.
      Anprangern und Ächten von uralten Binsen, die durch die aktiv wie passiv beteiligten Personen Jahrzehntelang offen gehätschelt wurden ist Dir plötzlich wichtig.
      https://uepsilonniks.wordpress.com/2017/11/13/metoo-und-alltagsprostitution/

      Und? Was hast Du dazu gesagt, als hunderte von Jungen von Boko Haram gefoltert und umgebracht wurden? Hast Du auch brav auf die „Bring our girls back home“-Kampagne gewartet?
      Ich möchte fast wetten, daß Du auch gern Filme mit Jodie Foster o. Meryl Streep gesehen und beim Arztbesuch im Wartezimmer das goldene Blah dazu studiert hast.
      Und Du kreischt jetzt und hier, in diesem Thread, plötzlich auf, daß Du ja auch unter derartigem gelitten hast, was diese Damen zu bekannten Stars gemacht hat? So, rausgeflogen bist Du? Ganz ehrlich, sonderlich glaubwürdig wirkt das nicht. Vor ein paar Monaten und unter einem etwas nachvollziehbareren Bezug vielleicht, aber so ( wieso fällt mir jetzt ganz spontan Sawsab Chebili ein? ) …

    • Hallo Claudia, erst einmal vielen Dank für Deinen Beitrag hier! Ich hatte eigentlich mal gehofft, dass sich auch Frauen aus feministischen Kontexten hier in Diskussionen mit beteiligen und finde es sehr schade, dass das so selten passiert. Dass dann gleich von mehreren Widerspruch zu einer solchen Position kommt, ist dann nur zwangsläufig – es fehlen eben die, die ihr auch zustimmen oder sie bestätigen könnten.

      Was die Vorstellung des kalten, an seinen Kindern desinteressierten Mannes angeht, kann ich mich aber trotzdem einfach den anderen Kommentaren hier anschließen. Ich kann höchstens noch kurz zu Billy ergänzen, dass Warren Farrell eben das als DIE „männliche Tragödie“ beschreibt: dass Männer in ihren traditionellen bürgerlichen Funktionen für ihre Kinder auf eine Weise sorgten, ihre Liebe für die Kinder also auf eine Weise realisierten, die sie gleichzeitig von den Kindern distanzieren muss.

      Im Englischen gibt es für den verantwortungslosen Vater den Begriff des „deadbeat dad“, und so langsam wird deutlich, dass es sich dabei um einen Mythos handelt. Nicht erst die feministische Intervention in Geschlechterverhältnisse hat (zeigt Billy ja auch schon) dafür gesorgt, dass Väter sich um ihre Kinder auch direkt kümmern wollten, nicht nur über den Umweg der finanziellen Versorgung. https://www.huffingtonpost.com/joseph-e-cordell/the-myth-of-the-deadbeat-_b_4745118.html

      Was den Unterhalt angeht: Ich kenne Väter, die voll arbeiten, ihre Kinder kaum noch oder gar nicht mehr sehen – und die trotzdem kaum Geld zur Verfügung haben, weil ein Großteil für Unterhaltszahlungen draufgeht. Das meiste an die Mutter, die ihnen den Kontakt zu den Kindern nimmt. Es ist schlicht verständlich, dass Menschen sich solchen systematisch entwürdigenden Zuständen entziehen wollen.

      Würden die Kinder grundsätzlich bei den Vätern sein – und wären die Mütter unterhaltspflichtig – dann wäre das System schon längt zusammengebrochen. Ich bin mir sicher, dass Frauen das nicht in der großen Zahl mitgemacht hätten, wie Männer es mitmachen (xy hat ja schon auf die weiblichen Unterhaltsnichtzahlerinnen hingewiesen). Bei Männern knüpfen diese irren Verhältnisse eben an eine traditionelle Rolle an (Verantwortung der finanziellen Versorgung inklusive Entfremdung von den Kindern), bei Frauen würden sie das nicht. Wären Frauen in dem Maße unterhaltspflichtig, wie es heute Männer sind, dann wären die irren Zustände des deutschen Kindschaftsrechts schon längst nicht mehr möglich, weil Frauen sich ihnen verweigern würden.

      Insgesamt finde ich aber, dass Dein Kommentar und die Reaktionen darauf auch ein Beispiel dafür sind, dass der Dialog zwischen Männern und Frauen in (geschlechter-)politischer Hinsicht schon sehr lange überhaupt kein Dialog ist. Solche Konzepte wie das der „toxischen Männlichkeit“, des „male privilege“ oder der „patriarchalen Dividende“ zerstören einen zivilen Dialog, weil sie unweigerlich mit Unterstellungen an Männer verbunden sind, gegen die Männer sich dann ihrerseits verweigern müssen.

      Deshalb hatte ich auch von einer #Metoo-Kampagne geschrieben, auch wenn ich eine gezielte Steuerung nicht unterstelle: Es ist eben eher eine Kampagne als eine Debatte.

      Ich bin mir zum Beispiel ganz sicher: Die allermeisten Männer hätten überhaupt nichts einzuwenden, wenn Frauen tatsächlich einfach nur ihre Erfahrungen mit Belästigungen öffentlich machen würden. Die Abwehr resultiert nicht aus der Formulierung von Erfahrungen, sondern aus der Unterstellung, für diese Erfahrungen seien Männer irgendwie en gros verantwortlich. Als Mann kann ich Dir versichern: Das wird durch #Metoo so vermittelt, auch wenn es für viele Frauen, die daran beteiligt sind, vielleicht tatsächlich um etwas ganz anderes geht.

  • Ich finde den Brief sehr gut geschrieben, und stimme fast allen Punkten zu. Er hat mich sogar zu Einsichten gebracht, denn ich habe eine ähnliche gedankliche Entwicklung hinter mir. Vor Allem kämpfe ich damit, dass ich ausgerechnet für Einstellungen, die hyperprogressiv und durch Jahrzehnte verfeinert sind, als bestenfalls uninformiert und schlimmstenfalls reaktionär dargestellt werde – eben weil eine solche Darstellung für die Meisten von uns als glaubwürdig erscheint und somit kaum hinterfragt wird.

    Doch die Leier der Naivität wird, denke ich, nicht fliegen. Sie werden deine Mail so lesen, wie der Teufel der Bibel. Dazu trägt auch die Länge bei: wieso sich mit so vielen Punkten auseinandersetzen, wenn es einfacher ist, zu denken, du bist ein versteckter Frauenhasser der frustriert ist, dass du deine Privilegien verlieren wirst, und versuchst das Ganze zu rechtfertigen indem du dich, hinterlistig wie du bist, als naiv und fromm darstellst.

    Ich würde den Feminismus nicht in Frage stellen und mich stattdessen auf eine oder zwei Fragen konzentrieren. Zum Bespiel häusliche Gewalt, wo die Beweislage relativ klar ist und von einzelnen Feministen auch offen diskutiert wird. Finde dabei Aspekte, die auch Frauen schaden – zum Beispiel gibt es viele Fälle, wo ein Mann auf physische Gewalt durch Jahre durch ausrastet und mit tödlicher Gewalt reagiert. Damit kann man nachvollziehen, wieso das Verschweigen weiblicher Delikte für alle Parteien kontraproduktiv ist.

    Natürlich muss man dabei so ein paar Sachen dadurch abschwächen, dass man Verständnis für die Frustration zeigt, die Frauen zum Schlagen bringen. Ansonsten fällst du direkt durch…

  • Es tut mir körperlich weh, einen solchen bullshit wie „Feminismus ist (auch) Männersache“ zu lesen. Aber der Reihe nach!

    Aus „Feminismus ist (auch) Männersache“ von Robert Franken.

    Mein eigener Weg zum Feminismus führte über das Erkennen meines Privilegs. Frauen hingegen finden meist über das Erleben von Diskriminierung zu einem feministischen Engagement. Bei mir dauerte es daher auch ein wenig länger, bis ich begriff, dass meine privilegierte Position mich einerseits ermächtigte, andererseits auch verpflichtete mich feministisch zu engagieren.

    Der gute Mann behauptet, privilegiert zu sein, dass er Privilegien geniesst, die ihm allein wegen seines Geschlechts zufallen. Privilegien bedeutet in diesem Zusammenhang Vorteile, die unverdient sind, denn Mann zu sein ist kein Verdienst.
    Was wäre die logische und folgerichtige Konsequenz, die aus einer solchen Überzeugung resultieren sollte? Selbstverständlich sollten unverdiente Vorteile aufgegeben werden, wenn mann denn konsequent sein wollte. Andernfalls sollte mann die Klappe halten.
    Frankens Selbstkasteiung „wir (Männer) sind alle Sünder, so auch ich“ erinnert an religiöse Praktiken der Schuldbekennung.
    Wir unser Vorzeigefeminist seine Privilegien aufgeben? Zu Gunsten der Nichtprivilegierten? Mitnichten. Wie es schon die Katholische Kirche vor Jahrhunderten vorexerzierte und den Ablasshandel einführte, so hält es auch der Vorzeigefeminist. Er tropetet mit im Chor und „hilft den Frauen“ indem er eine Plattform für die Erweckungsbewegung gründet. Das ist raffiniert, denn damit sichert er sich in seinem beruflichen und sozialen Umfeld die Akzeptanz, die zur Sicherung seiner Privilegien notwendig ist. Hat hier jemand „Opportunist“ gesagt?

    Grundsätzlich gut aber finde ich es, dass es da Männer gibt, die die Eier haben, um dem Feminismus endlich auf die Sprünge zu helfen.
    An der Grenze zum Rant? Bei mir immer und weit darüber hinaus. Ich kann halt nicht anders.

    • Sorry für noch einen Post, aber das muss einfach sein:
      Ich finde es echt super, äi, dass du Dir deine männliche Emotionaliät bewahrst bzw. überhaupt erst den Zugang dazu erarbeitet hast, und diese auch mutig äußerst.
      Damit erfüllst Du eine wesentliche, endlos geäußerte Forderung des zweiten Feminismus.
      Leider wird von modernen Feministinnen die verbale Äußerung männlicher Emotionen oft verlacht, oder sogar als bedrohlich denunziert, allein schon, weil sie meist eine etwas tiefere, voluminösere, sprich männliche Stimme haben.
      Oder es wird darüber als Gejammer oder psychopathischer Gefühlsausbruch toxischer Männlichkeit gelästert .
      Richte dich einfach nicht nach denen, heute hüh, morgen hott, man weiss, überhaupt nicht mehr, wie Mann’s machen soll, also einfach selber über Deine Emotionen verfügen!

    • @Pjotr

      Den Frauen in den westlichen demokratischen Staaten dürfte es noch nie so gut gegangen sein wie heute. Doch das Geschrei nach Unterdrückung und Diskriminierung ist heute am lautesten. Was ja immerhin ziemlich eigenartig ist. Aber: Die Frauen in der heutigen westlichen Welt haben gegenüber anderen Ländern, die der 3., 4. oder 5. Welt angehören, erhebliche „Privilegien“. Wo ist eigentlich hier die Selbstkasteiung der heutigen Frauen gegenüber diesen Menschen? Da kommt ja nix!

      • Aber: Die Frauen in der heutigen westlichen Welt haben gegenüber anderen Ländern, die der 3., 4. oder 5. Welt angehören, erhebliche „Privilegien“. Wo ist eigentlich hier die Selbstkasteiung der heutigen Frauen gegenüber diesen Menschen? Da kommt ja nix!

        Die werden alle ins feministische Gebet eingeschlossen und auf Twitter energisch verteidigt. Das muss dann auch genügen.

      • Wenn man nur mal den fatalen Einsatz von Hillary für die Zerschlagung Libyens (zugegebenermaßen im Einklang mit Männern wie Cameron und dem „Linken“ Hollande) nimmt, und die daraus resultierenden unmittelbaren und mittelbaren Folgen für die Menschen rund um das Mittelmeer.
        Aber man kann Feministinnen verständlicherweise nicht mit „männlichen“ Dingen wie Kausalität kommen.
        Was macht die westliche Frau stattdessen, wenn ihre idelle Gesamtfrau Hillary sich so dermaßen blöde und korrupt aufführt, dass lieber ein toxischer Trump gewählt wird? Sie schnallen sich pinke Vaginas auf den Kopf und beschwören die mystische Kraft des „Weiblichen“.
        Zu den Bestrebungen, sogar eine minimale Verbesserung der Gesundheitsversorgung wie Obamacare für Millionen Menschen wieder zurück zu drehen, nebst anderen Themen wie Mindestlohnerhöhung etc., wo sind da die Massendemonstrationen der Vaginamystikerinnen?
        Ein äußerst kultisches, esoterisches Politikverständnis.
        Geisterbeschwörung, Realitätsverleugnung, Symbolfetischismus als Politik.

      • Es ist eine alte Erfahrung: der Widerstand gegen den Nationalsozialismus wuchs ja auch mit der zeitlichen Distanz zu ihm und erreichte in den 70er Jahren seinen Höhepunkt. Das wiederholt sich nun im „Krieg gegen das Patriarchat“. Dieses ist längst tot. Dafür eskaliert der Schlachtenlärm – Jahrzehnte nach seinem Ableben. Vor einer wirklichen Macht würde gekuscht. Und eine wirkliche Macht ist heute eine vor Gift strotzende Spielart des Feminismus

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