Sexismus

Sexismus oder Kompliment? Arschloch oder Faulheit!

geschrieben von: Mark Smith

Julian Dörr hat wieder einmal zugeschlagen! Er mausert sich langsam zu meinem „Lieblingsfeindbild“, an dem ich mich wohl noch einige Male abarbeiten werde. Dieses Mal hat er in der SZ einen Videokommentar veröffentlich mit dem Titel „Sexismus oder Kompliment? Liebe Männer, eure Unsicherheit ist eine Ausrede.“ Ärgerlich an solchen Kommentaren wie der von Dörr ist der paternalistische Duktus, der mir immer wieder auf den Zeiger geht! Nachfolgend eine Auseinandersetzung mit seinem Kommentar der hierfür von mir transkribiert wurde.

Sexuelle Belästigung + Sexismus

Die Frage stellt sich bereits,  wie sinnvoll es ist, wenn sexuelle Belästigung unter den Begriff Sexismus subsumiert wird?! Wo haben wir eigentlich den Sexismus, wenn ein Mann einen Mann oder eine Frau eine andere Frau sexuell belästigt? Hier sehe ich den Sexismus schon mal überhaupt nicht, aber vielleicht kann mir der ja noch jemand erklären.

Die Frage stellt sich ja bloß schon, weshalb Dörr nur Männer anspricht? Haben wir hier eine Einbahnstrasse? Gibt es keine sexuelle Belästigung bzw. Sexismus von Frauen gegenüber Männern? Oder haben wir es hier mit Sexismus zu tun und zwar von Dörr?

Kompliment oder Sexismus?

J.D. sagt:

Ist das noch ein Kompliment oder ist das schon Sexismus?

Diese Fragen stellen sich gerade viele Männer, verunsichert von den Enthüllungen von Weinstein, Spacey oder Louis.

Stellt sich wieder einmal die Frage, weshalb Dörr weiss, dass sich viele Männer verunsichert fühlen?!

J.D. sagt:

Ok, aber diese Frage ist grosser Quatsch. Lieber Mann, Du bist nicht unsicher. Das ist eine Ausrede. Der Unterschied zwischen einem Flirt und einer sexuellen Belästigung ist nicht fliessend und Du bist nicht unsicher.

Ok, wenn der Unterschied zwischen einem Flirt und einer sexuellen Belästigung nicht fliessend ist, dann wird doch der Julian Dörr genau ein Differenzierungskriterium angeben können, wann etwas eine sexuelle Belästigung ist und wann nicht – oder?! Solche Differenzierungskriterien haben wir beispielsweise im Strafrecht: Dort nennt man das den objektiven Tatbestand: Ein Mord muss beispielsweise bestimmte Mordmerkmale aufweisen wie z.B. „niedrige Beweggründe“ (Habgier, Mordlust, Befriedigung des Geschlechtstriebs etc.) oder „verwerfliche Begehensweise“ (wie z.B. Heimtücke oder Grausamkeit etc.).

Zumal sexuelle Belästigung primär nicht über das Strafrecht geregelt wird, sondern mittels Gleichstellungsgesetze etc., fehlt gewissermaßen ein scharf definierter objektiver Tatbestand. Es werden dementsprechend die unterschiedlichsten Tatbestände für sexuelle Belästigung angegeben wie: „taxierender Blick“, Vorzeigen, Aufhängen, Auflegen und Verschicken von pornografischem Material (auch elektronisch), anzügliche Bemerkungen und sexistische „Witze“, unerwünschte Körperkontakte und Berührungen etc. Nun dürfte sicherlich unstrittig sein, wenn solche Verhaltensweisen von beiden Personen erwünscht sind, dann haben wir sicherlich keine sexuelle Belästigung, zumal es ja gegenseitig erwünscht ist. Jetzt stellt sich jedoch die Frage, wann wissen wir, dass es gegenseitig erwünscht ist? Wir können die andere Person immer fragen, ob man ihr beispielsweise den Arm um die Schulter legen darf und wenn diese nein sagt und es trotzdem gemacht wird, dann haben wir es mit einer sexuellen Belästigung zu tun. Nun laufen aber viele solche Flirtversuche ev. ambivalent und nonverbal ab, quasi konkludent oder aber eben weniger konkludent und dann hätten wir es ev. wieder mit einer sexuellen Belästigung zu tun.

Kleines Beispiel: Die erste Person ist sehr stark von der anderen Person angetan und die zweite Person ist auch von der ersten Person angetan, aber nicht ganz so stark. In diesen ambivalenten Konstellationen ist es doch sehr gut möglich, dass eine Person die Zeichen der anderen Person ein klein wenig missinterpretiert und dann ev. zu schnell einen Schritt auf die andere Person zu macht.

Ich zitiere hier einmal die Kriminologin Monika Frommel, die sich übrigens jahrelang mit dem Sexualstrafrecht aus feministischer Perspektive auseinandergesetzt hat. Sie sagt in einem Interview Folgendes:

J.D. sagt:

Eine Vergewaltigung ist häufig kein eindeutiger Vorgang. Mehr als die Hälfte der Fälle sind diffus, das heißt: Es gibt ein gewisses ambivalentes oder gar kooperatives Verhalten der späteren Opfer. Dann kann es sein, dass sich die Frau wegen ihres eigenen Verhaltens schämt.

Die Kriminologin und Professorin für Straf- und Sanktionsrecht a.D., Monika Frommel, stellt sogar bei der Vergewaltigung vielfach ein ambivalentes und kooperatives Verhalten fest. (Da dürfte doch dem Julian Dörr gleich der Kinnladen runter klappen bei so viel Ambivalenz.) Soll heissen: Eindeutigkeit ist eben nicht immer gegeben, sondern Ambivalenz kann vielfach vorherrschend sein. Ambivalenz kann immer zu Unsicherheit führen, wenn sich eine oder sogar beide Personen ambivalent verhalten. Deshalb ist die Aussage von Julian Dörr m.E. auch sehr „herablassend“, zumal er Unsicherheiten von Männern in solch ambivalenten Situationen einfach negiert. Es fehlt ihm m.E. gänzlich an Differenzierungsvermögen und Sensibilität.

Es gibt ausserdem kulturelle Unterschiede, was als sexuelle Belästigung empfunden wird und was nicht. Hier bei uns in der Schweiz unterscheiden wir ja u.a. die französische Schweiz, die deutsche Schweiz und die italienische Schweiz. In der französischen Schweiz dürfte der Körperkontakt zwischen und innerhalb der Geschlechter sicherlich entspannter sein als in der deutschen Schweiz. Das heisst, körperliche Berührungen sind viel häufiger in der französischen Schweiz im Vergleich zu der deutschen Schweiz. In der französischen Schweiz wird man demzufolge eine körperliche Berührung weniger schnell als eine sexuelle Belästigung interpretieren im Vergleich zu der deutschen Schweiz. Damit will ich sagen: So klar und eindeutig wie es der Julian Dörr darstellt, ist es eben nicht immer.

Und als sexuelle Belästigung kann sicherlich nicht gelten, was eine individuelle Person als sexuelle Belästigung empfindet: weil jede Person wird eine Situation immer wieder ein bisschen anders einschätzen als eine andere Person. Auch hier gilt: Diese Eindeutigkeit, von der Julian Dörr schwadroniert, gibt es nicht immer. Der Massstab kann ja nicht die jeweils eigene subjektive Befindlichkeit des betroffenen Individuums sein, sondern man müsste hier auf ein Durchschnittsindividuum zurückgreifen und schauen, was würde dieses als sexuelle Belästigung empfinden und was nicht. Sollte nämlich jedes Individuum für sich definieren, was sexuelle Belästigung ist, dann haben wir überhaupt keine Richtschnur mehr, was unter sexueller Belästigung subsumiert werden kann.

Arschloch oder Faulheit!!!

J.D. sagt:

Im schlimmsten Fall bist Du einfach ein Arschloch. Im besten Fall bist Du zu faul, um Dich mit Deiner Rolle im Alltagssexismus auseinanderzusetzen. Zu faul um Dich ins Unangenehme, an Deinen Privilegien rüttelnde KleinKlein der Debatte zu begeben.

Julian Dörr avanciert hier offenbar zum obersten Richter und Henker der Republik. Wer sich bei der metoo-Kampagne verunsichern lässt, hat die Wahl zwischen Arschloch und Faulheit. Ich frage mich, woher Dörr diese Dreistigkeit hernimmt, vom hohen Ross herab einfach zu verkünden, wie der Lauf der Welt ist?!

Wenn alles auf der Welt so klar wäre, wie Dörr hier propagiert, dann bräuchte es keine Gerichte mehr, die dann tage-, wochen- und ev. monatelang darüber beraten, ob eine Klage oder eine Anklage etc. berechtigt ist oder nicht: was übrigens auch für die sexuelle Belästigung gelten kann! Ich weiss nicht, in welcher Filterblase Julian Dörr lebt, aber ab und an wäre es vermutlich sinnvoll, ein bisschen frische Luft reinzulassen, damit der Tunnelblick nicht zu lange anhält.

Und was genau haben nun Privilegien mit sexueller Belästigung oder Sexismus zu tun? Wenn eine Direktorin einen Bauarbeiter belästigt, macht sie das wegen ihren Privilegien? Oder wenn der Bauarbeiter der Direktorin hinterher pfeift, macht er das, weil er Privilegien hat. Oder wie ist es mit dem schwulen Barkeeper, der den anderen schwulen Barkeeper sexuell belästigt, hat das irgendetwas mit Privilegien zu tun?

J.D. sagt:

Wer grundsätzlich der Empathie fähig ist, der spürt ganz genau, wo die Grenze verläuft zwischen einem harmlosen Flirt und einem unangebrachten Übergriff.

Wie wir weiter oben von der Kriminologin Monika Frommel erfahren haben, dürfte der Fall eben nicht immer so klar sein, zumal das Geschehen vielfach ambivalent sein kann. Offenbar fehlt gewissen Personen wie Julian Dörr die Empathie, die Sensibilität und das Differenzierungsvermögen dafür, dass es auch anders sein kann als immer eindeutig.

Sexistische System – Privilegien – Hierarchien

J.D. sagt:

Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man sich mit dem sexistischen System beschäftigt und der eigenen Position darin. Mit gesellschaftlichen Hierarchien, mit Abhängigkeiten, mit Machtgefällen, mit Privilegien. Dass man seine eigene Rolle reflektiert, als Kollege, als Vorgesetzter oder einfach nur als Typ an der Bar.

Was genau ist ein „sexistisches System“? Also mit so Banalitäten wie Definition, Operationalisierung und empirischen Befunden wäre mir da schon ein wenig geholfen. Und wenn folglich alle Menschen die Position in diesem sexistischen System reflektieren sowie die gesellschaftlichen Hierarchien und die damit verbundenen Abhängigkeiten und Machtgefällen samt Privilegien, dann gibt es keine sexuelle Belästigung mehr? Habe ich das richtig verstanden? Zumal die unabhängigen Variablen für die abhängige Variable (also die sexuelle Belästigung) Privilegien, gesellschaftliche Hierarchien sowie Machtgefälle etc. sind? Und wenn diese verschwunden sind oder zumindest reflektiert,  gäbe es keine sexuellen Belästigungen mehr zwischen Frauen, zwischen Männern und zwischen Männern und Frauen? Ich würde mal vermuten, dass dies eine nette Illusion ist, aber vermutlich nicht sehr realistisch. Muss eigentlich die Einbrecherin, der Dieb, die Mörderin, der Räuber auch bloß kurz ihre bzw. seine Privilegien und Rollen im gesellschaftlichen Machtsystem reflektieren und dann sind Devianz, abweichendes Verhalten und Kriminalität Schnee von gestern? Schön, wenn die Welt so einfach und eindimensional gestrickt wäre, wie sich dies Julian Dörr vorstellt.

Reflexion der eigenen Rolle

J.D. sagt:

Und das ist das einzige, was wirklich kompliziert ist, die eigene Rolle zu hinterfragen und dabei zu erkennen, dass eine Hand auf dem Knie, eben nicht nur eine Hand auf dem Knie ist. Und eine intime Frage eben nicht immer nur einfach eine intime Frage ist. Wer sich auf die Ausrede der Unsicherheit zurückzieht, der verhindert eine Gesellschaft, in der Männer und Frauen gleichberechtigt miteinander leben können und das schadet auch den Männern.

Was nützt mir das, wenn ich meine eigene Rolle hinterfrage, wenn eine Hand auf dem Knie ist? Der objektive Tatbestand dürfte hier ja klar sein: Hand auf dem Knie des Nachbarn ist sexuelle Belästigung, wenn diese Hand auf dem Knie vom Nachbarn nicht erwünscht ist! Das ist in etwa wie beim Diebstahl: Etwas, was nicht mein Eigentum ist und das ich mir vorsätzlich aneigne, ist nun mal Diebstahl, dazu brauche ich vorher nicht noch meine eigene Rolle zu reflektieren, das weiss ich trotzdem.

Interessant ist ja nun hier der Passus „und eine intime Frage eben nicht immer nur einfach eine intime Frage ist“: Wenn Julian Dörr nun geschrieben hätte „und eine intime Frage eben nie nur eine intime Frage ist“, dann wäre seine bisherige Argumentation konsistent gewesen: Zumal er ja bis jetzt propagiert hat, dass alles eindeutig ist und es keine Ausnahmen von dieser Eindeutigkeit gebe. Nun baut er doch Ausnahmen ein und folglich ist die Situation offenbar doch nicht immer so klar und eindeutig; Dörr argumentiert folglich widersprüchlich.

Und was genau schadet nun den Männern und warum? Ich würde mal behaupten, Männern schadet es, wen man so undifferenziert, mit wenig Empathie und unsensibel auf Männer reagiert, wenn sie verunsichert sind, wie dies Julian Dörr in seinem Kommentar vorexerziert hat.

Ich wurde übrigens an meinen Arbeitsstellen fast immer wieder einmal von Frauen sexuell belästigt. Entweder setzten sich auf meinen Schoss oder legten den Arm um meine Schulter oder die Hand auf das Bein etc., obwohl ich das meist ziemlich unangenehm empfand. Deshalb meine letzte Frage an Julian Dörr: Haben diese Frauen zu wenig ihre Rollen und ihre Privilegien im sexistischen System reflektiert, sodass sie zwangläufig übergriffig werden mussten?

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20 Comments

  • Bei manchen ist einfach Hopfen und Malz verloren, das wird nichts mehr. Die WOLLEN die Widersprüche in ihrer Ideologie nicht sehen, und den (beträchtlichen) Anteil an Projektion schon gar nicht – ist ja auch irgendwie verständlich, wenn man so viel in die Ideologie investiert hat.
    Leider wird dadurch der Aufprall auf dem Boden der Realität immer härter, und irgendwann kommt der nunmal. Da kann man nur mehr vom Rand des Abgrunds zurücktreten und den Dingen ihren Lauf lassen. Bitte nach Ihnen.

    Trotzdem vielen Dank für die gelungene Aufarbeitung dieses Irrsinns.

    • @pingpong:

      »Leider wird dadurch der Aufprall auf dem Boden der Realität immer härter, und irgendwann kommt der nunmal.«

      Na ja, manche verbringen den Rest ihrer Tage auch einfach in Asylen für ideologisch Lernresistente, in denen die Sedative zu hoch dosiert sind, um den Aufschlag noch zu spüren, sozusagen Morphium fürs Endstadium, schließlich gibt es auch heute noch Mitglieder der DKP (für die jungen Leute unter uns: nein, ich rede nicht von Dragon kill points). 🙂

      • Ich habe diese „Aufprallautomatik“, mal vor langer Zeit ( letztes Jahrtausend ) versucht graphisch darzustellen. Es ging um die derzeit auch schon gern gepredigte „Wachstums=Wohlstand“-Ideologie.
        Einmal in meinen letztes Tagen am Gymnasium, einmal fast zwei Jahrzehnte später auf der Berufsschule.
        Der Sozilehrer versuchte die Oszillation von den entsprechenden Entwicklungen an die Tafel zu malen und zu erklären, daß die nur funktionieren könne, wenn sich derartiges relativ zuverlässig um eine gedachte Durchschnittslinie bewegt. War einigermaßen logisch. Manche brachten dann aber so eine Art „Paradiesfaktor In’s Spiel und meinten, es könne doch sein, daß es einfach allen immer besser gehen würde, bis die Menschheit quasi wunschlos glücklich ist.
        Dann habe ich mal eben erklärt, daß im Falle der Anwendung extremer Ideologien ( hier also endlose Wirtschaftsexpansion bei begrenzten Ressourcen, um einen „Endzustand“ zu erreichen ) eine Überproportionalisierung ( durch steigende Ansprüche beschleunigter Raubbau ) einsetzt, aufgrund derer die Wachstums- und Wohlstandskurve ( die die Paradiesfanatiker zur vorläufigen Linearen hinbiegen wollten, die sich dann irgendwie magisch zur Waagerechten abknickt ) zur Hyperbel wird ( wir haben dazu einfach mal ein paar fiktive Zahlenwerte eingesetzt ).
        Tja – als dann klar wurde, daß Hyperbeln nun mal beim besten Willen nicht oszillieren, resp. „linearisieren“ können, sondern zwangsweise in Grenzwertigkeiten verfallen, wo nur noch eine Spiegelung möglich und immer auch unausweichlich wird, war dann selbst für die jeweiligen Oberdummies der Klasse unübersehbar, was dann passiert und, daß das dann brutale Folgen hat ( Absturz fast im freien Fall ), die entsprechend ihre Zeit benötigen, bis sie sich wieder an eine Durchschnittslinie ( mehr o. weniger ) annähern können ( mit Glück ).

        Ich denke, mit dem dörrschen ultimative Rezept ( einfach aufhören „gefühlter Sexist“ zu sein ), ebenso wie mit dem Miller-Gearhart-Konzept ( Männer bis auf 10% ausrotten und mit allen Mitteln dort halten ) und ähnlichen Paradiesbauanleitungen, ist es ganz ähnlich. Die totale Kontrolle gerät außer Kontrolle und schmiert zwangsläufig ab.
        Bauz, voll auffie Nase.

        Nur das „vom Rand zurücktreten“ wird ab einem bestimmten Zeitpunkt leider nicht mehr möglich sein, so ungefähr nämlich wenn Legislative, Exekutive und Jurisdiktion sich diese Konzepte absolutistisch zu eigen machen.

        Der langen Rede kurzes Hemd: Es ist bereits kurz vor knapp. Ohne einen ziemlich konsequenten Paradigmenwechsel ist der harte Absturz praktisch unausweichlich.
        Der Neoviktorianismus setzt gerade zum Sprint Richtung „Endsieg“ an ( und sowas hatten wir doch schon mal, hat dann ja auch phantastisch geklappt, nä? )

  • „Wer grundsätzlich der Empathie fähig ist, der spürt ganz genau, wo die Grenze verläuft zwischen einem harmlosen Flirt und einem unangebrachten Übergriff.“

    Die Sache hat zwei Facetten, nämlich das Empfinden des Gegenüber und das eigene Empfinden. Ich spüre sehr wohl, wenn ich etwas tue, was ich *meiner Auffassung nach* nicht tun sollte. Was der Gegenüber empfindet bleibt im gewissen Rahmen Spekulation.

  • Der Junge hat ein Problem mit sich. Er ist offensichtlich ein potentieller Vergewaltiger, ahnt das, und will sich durch die Projektion seines unkontrollierbaren Triebes auf andere Männer selbst zügeln. Das ist die Methode: Hahnemann geh du voran. Stattdessen möge er sich ein Beispiel an der Mehrheit muslimischer Männer nehmen, zu sich stehen und die allgemeine Forderung nach Befreiung der Frau unterstützen, indem er die Burka für die gesamte Weiblichkeit fordert. Nur hierdurch kann er seine niedrigen Triebe zügeln und muss seine Vergewaltigungsphantasien nicht auf andere Männer übertragen.

    Damit jedoch die nicht so schmierig gesonnen Männer sich ihre Freude an der Weiblichkeit bewahren können, empfehle ich ihm das dauerhafte Tragen eines Google-Okulars, mit dem ihm jede Frau verhüllt erscheint, womit die Welt seinem Wunsch scheinbar gerecht wird.

    Andernfalls sollte er sich vertrauensvoll an seine Psychiaterin wenden, die Pharmaindustrie hält für solche Fälle viele bunte Smarties bereit …

  • Dieser privilegierte Mann Dörr, und andere überprivilegierte FeministInnen werdn sich durch rationale oder rechtsphilosophische Argumentationen, oder die Konfrontation mit ihrer eigenen Empathielosigkeit nicht überzugen lassen, nicht mal, ihre Propaganda einzustellen, denn neben vielen Argumenten, wie z.B. Feminismus schadet Frauen, Männer werden regelmäßig objektifiziert, Unschuldsvermutung etc.pp. gilt für ideologisch hörige und realitätsfremde Berufsgutmenschen imme noch das Selbe, wie für die allermeisten Menschen, von der Hure über den rumänischen Taschendieb bis zum korrupten Politiker oder Richter:
    Erst kommt das Fressen, und dann die Moral.
    Solange er mt dem Müll Geld verdienen kann, wird er ihn weiter raushauen, egal, ob er ihn selber glaubt. Hinzu kommt der Gruppenzwang und ras Damoklesschwert, leicht selber zum Opfer falscher Verdächtigung werden zu können, in siner herausgehobenen öffentlichen Position.
    Solch Leute müssen erstmal wg. Feminismus ihren Job verlieren, ihre Kinder oder im Knast landen.
    Weil Empathie eben gerade NICHT ihre persönliche Eigenschaft ist, sondern sie von ANDEREN großspurig einzufordern sein Geschäftsmodell.
    Ich bin kein Christ, aber der bekannte Spruch stimmt immer wieder, und zeugt von historischer Erfahrung und Menschenkenntni dieses Herrn Jesus(der übrigens auch im Islam als Prophet gilt) oder wer immer ihn zitiert oder es ihm in den Mund gelegt hat:
    [b]Matthaeus 7 [/b]
    „…2 Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden. 3 Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge?
    4 Oder wie darfst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge?“

    • Oh man so viele Rechtschreibfehler, manchmal vermisse ich in diesen Blogs echt eine Vorschaufunktion.
      Liegt aber z.T. auch an meiner männlichen Benachteiligung bei Tablet-Gebrauch, wegen genetisch bedingter Wurstfingeritis.

  • Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man sich mit dem sexistischen System beschäftigt und der eigenen Position darin. Mit gesellschaftlichen Hierarchien, mit Abhängigkeiten, mit Machtgefällen, mit Privilegien. Dass man seine eigene Rolle reflektiert, als Kollege, als Vorgesetzter oder einfach nur als Typ an der Bar.

    Seine eigene Rolle reflektieren. Soso. Glaubt dieser Prediger, er und nur er hätte keine blinden Flecke? Der Typ wäre besser Pfaffe geworden. Würde zu ihm passen. Selbstgerechtes Gequatsche.

    • Vor allem stellt dieses Zitat gut dar, wie linke Gesellschaftsanalyse durch identitätspolitisches Dünkel vollkommen entkernt, geradezu jegliche geistige Qualität bis auf den letzten Tropfen herausgesogen wird.

      Er hält eine wohlfeile Ansprache an „den Mann“ und kommt von dieser Ansprache direkt zu „Privilegien“, zu „Hierarchien“ und zu „Abhängigkeiten“. Vollkommen selbstverständlich. So als ob eben genau diese Attribute, wenn schon vielleicht nicht immer, dann doch aber zumindest in signifikanter Häufigkeit vom Geschlecht abhängig wären. Gesellschaftliche Schichten? Kapital, sei es monetärer, kultureller oder gesellschaftlicher Natur? Berufliche und soziale Selbstbestimmtheit? Alles Scheißegal. Wenn du einen Schwanz in der Hose hast und darüber hinaus auch noch ein weißer, heterosexueller Cis-Mann bist, dann hast du Macht und musst dich dir dieser Macht ständig gewahr machen, sie hinterfragen und dich aktiv ihrer Ausübung verweigern, sonst ist das einzige, was dich noch von einem Vergewaltiger unterscheidet, die Tatsache, dass du zufälligerweise eine solche Tat noch nicht verübt hast, was natürlich bekanntlich nicht heißt, dass du, dank der Rape Culture, nicht dennoch von den tagtäglich milliardenfach verübten Vergewaltigungen und den dadurch ausgelösten Verunsicherungen und Traumatisierungen ALLER Frauen davon profitierst.

      Dieser Krempel ist derartig hohles, verblödetes Geschwätz, dass es unbegreiflich ist, wie Leute, die es immerhin mal hingekriegt haben, sich irgendwie vom Kindergarten für die Grundschule zu „qualifizieren“, diesen offensichtlich lebensfremden Bullshit echt für bare Münze nehmen und darüber seitenlange Traktate in großen Medien zu veröffentlichen, sich somit in all ihrer ideologischen Verbohrtheit vor einem potentiellen Millionenpublikum exponieren.

      Stark der Wunsch nach Tugendhaftigkeit in dir ist, junger Padawan.

      • @Billy Coen

        Was mich bei Julian Dörr bzw. seinem Kommentar vor allem stört, ist Folgendes:

        Er spricht bloß die Männer an, statt alle Menschen und handelt hier m.E. bereits sexistisch, weil er einer Gruppe zumindest implizit unterstellt, nur sie würde sexistisch handeln bzw. sexuelle Belästigung etc. verüben, was empirisch so sicherlich nicht haltbar ist.
        Dann stört mich der paternalistische Duktus im Sinne von: Ich verkünde Euch hier die Wahrheit, also weiß genau, was Sache ist und wer es nicht so sieht wie ich, ist notwendigerweise ein Arschloch. Damit zusammenhängend natürlich auch der moralisierende und emotionalisierende Duktus.
        Dann die Reduzierung von Sexismus bzw. sexueller Belästigung auf Machtstrukturen. Wenn dem so wäre, dürften ja nur sehr mächtige Männer Sexismus bzw. sexuelle Belästigung ausüben, was empirisch überhaupt nicht haltbar ist. Der tolle Rat, wenn eine Person nur seine Privilegien reflektiert, dann wäre alles in bester Ordnung, ist m.E. einfach dummes Geschwätz, zumal auch Menschen, die kaum Privilegien haben, sexistisch sein bzw. sexuelle Belästigung ausüben können.
        Und er meint vermutlich noch, er sei ein außergewöhnlich progressives und emanzipiertes männliches Subjekt, zumal er sich ja vermutlich als feministischer Mann sieht, quasi die Avantgarde der Gesellschaft, m.E. jedoch vor allem sehr konformistisch agiert, der bloß den hegemonialen Diskurs in der linken Filterblase bedient bzw. reproduziert.

      • Vor allem stellt dieses Zitat gut dar, wie linke Gesellschaftsanalyse durch identitätspolitisches Dünkel vollkommen entkernt, geradezu jegliche geistige Qualität bis auf den letzten Tropfen herausgesogen wird.

        @ BC

        Ganz meine Rede. In meinem Verständnis von „links“ hat diese Linke aufgehört, eine Linke zu sein und ist zu irgendwas geworden. Man müsste da eine neue Bezeichnung finden.
        Eine politische Linke sollte sich als Interessenvertreter der einkommensschwachen Teile der Gesellschaft positionieren. Zwar trötet ein Schulz nach wie vor vage von „sozialer Gerechtigkeit“, aber es wird ihm nicht mehr geglaubt.
        Der Niedergang der SPD läuft im Gleichschritt mit der Wandlung zur feministischen Partei Deutschlands. Ihre mediale Darstellung vermittelt den Eindruck, das drängendste Problem seien die wenigen Frauen an der Spitze der grossen multinationalen Konzerne. Auch wichtig sind fein säuberlich ausgearbeitete Benimmregeln für Männer. Da liegt der Verdacht nahe, dass die Verweiblichung der SPD ihren Markenkern ausgehöhlt hat. Am weiblichen Wesen soll die Welt genesen. Ist das armselig!

  • „Julian Dörr hat wieder einmal zugeschlagen!“

    schon wieder, am 15. November 2017: http://www.sueddeutsche.de/kultur/fikkefuchs-im-kino-der-verunsicherte-mann-1.3744818 Der verunsicherte Mann Von Julian Dörr

    Der Film „Fikkefuchs“ zeigt Männer, die nicht mehr mit Frauen umgehen können. Er ist die düstere Vision einer Gesellschaft, die nichts aus der #MeToo-Debatte gelernt hat.

    Ich würde Herrn Dörr inzwischen zum Verunsicherungsbeauftragten der SZ ernennen. Egal was kommt, alles beweist die Verunsicherung „der Männer“. (Dörrs eigene Verunsicherung hatte ich noch kürzlich aufs <korn genommen: Die psychologische Kriegführung der Süddeutschen gegen „die Männer“)

    Hier zunächst ein paar Zitate aus Dörrs neuestem Opus:

    Alltäglicher Sexismus auf der einen Seite. Verunsicherte Männer auf der anderen. …

    Sicherlich, Andy Dick ist ein Einzelfall. Eine Zuspitzung, ein pathologischer Grenzenüberschreiter. Seine Unsicherheit im Umgang mit Frauen aber ist etwas, das man gerade bei vielen Männern auf die ein oder andere Weise spüren kann.

    Diese große männliche Verunsicherung bekommt nun einen eigenen Film. …

    „Fikkefuchs“ ist so etwas wie die düstere Vision einer Gesellschaft, die nichts aus der #MeToo-Debatte gelernt hat. Eine Gesellschaft, in der die Männer vor der angeblichen Komplexität der Beziehungen zwischen Männern und Frauen kapitulieren. Und sich auf ihre Unsicherheit zurückziehen.

    Der Film zieht seinen Witz aber aus der Tatsache, dass hinter den Karikaturen Rocky und Thorben eine real existierende, männliche Skepsis gegenüber dem Feminismus steckt.

    Wenn man denn so will, kann man aus „Fikkefuchs“ also eine sehr deutliche Antwort lesen auf die große Frage nach der Unsicherheit der Männer im Spiel der Geschlechter: Lieber Mann, du bist nicht unsicher. Das ist eine Ausrede.

    Es lohnt sich nicht, alles einzeln zu besprechen. Das ganze ist unfaßbar pauschalisierend und daher unfaßbar dumm und hetzend. Pro forma steht an einer Stelle

    „Fikkefuchs“ ist Satire, ein zugespitzter Film über Männer in der Krise.

    Ansonsten wird ständig von 2 zugespitzt dargestellten Soziopathen auf „die (verunsicherten) Männer“ extrapoliert. Lächerlich. Der Selbsthaß von Dörr gipfelt im letzten Absatz in einer direkten Ansprache des hoffentlich so langsam verunsicherten Lesers:

    Im besten Fall bist du zu faul, dich mit deiner Rolle im Alltagssexismus auseinanderzusetzen. …. Im schlimmsten Fall, und da wären wir wieder bei Rocky und Thorben, bist du einfach ein Arschloch.

    • Instruktiv ist übrigens ein Vergleich mit anderen Rezensionen des gleichen Films. Eine längere Liste findet sich hier: http://www.imdb.com/title/tt5275476/externalreviews?ref_=tt_ov_rt

      Hieraus einige Zitate:

      https://www.film-rezensionen.de/2017/11/fikkefuchs/

      … beiden Protagonisten … sind lächerlich, weltfremd, frauenfeindlich, plump …. [der Film ist] auf Dauer auch zu ermüdend – so wie die beiden Männer auf einer vergangenen Evolutionsstufe stehengeblieben sind, so gibt es auch beim Film keine echte Entwicklung.

      https://www.spielfilm.de/filme/3005041/fikkefuchs/kritik

      Diese Komödie beantwortet die Frage, was Männer wollen, sehr sehr klar und ungeschminkt. Dabei bestätigt sie die Vorurteile und Befürchtungen von Frauen genüsslich. So wird dieser satirisch-selbstironische Männerfilm, bei dem Jan Henrik Stahlberg Regie führte, das Drehbuch schrieb und die Hauptrolle des Rocky übernahm, eine Art Pendant zu dem „Ärzte“-Song „Männer sind Schweine“.

      https://testkammer.com/2017/10/01/fikkefuchs-2017/

      … nahmen sie viele Elemente, die sie von sich selbst oder von anderen Männern kannten und überspitzten sie in den beiden Hauptfiguren zusammen. Die Idee dahinter ist gut, aber der Film ist nicht witzig, sondern vor allem anstrengend und geschmacklos. Auch für Menschen, die mit Kotzbildern gut klar kämen, wäre der Humor zu flach und der Fremdschämfaktor immer einfach zu groß. … der Film schafft es nicht ein differenziertes Bild über Männlichkeit zu liefern, sondern verläuft sich in traurigen und zum Fremdschämen führenden Szenen.

      https://wessels-filmkritik.com/2017/11/11/fikkefuchs/

      … liefert mit seiner dritten Regiearbeit eine schonungslose Satire auf fehlgeleitete Männlichkeitsideale ab, die bewusst auf den Magen schlägt und die man danach nicht noch einmal sehen will.

      … ihre durchaus karikiert konzipierten Figuren wie der Inbegriff des sexistischen Widerlings aussehen zu lassen.

      Gemeinsamer Tenor der Rezensionen ist, daß der Film vor allem die Grenzen des guten Geschmacks austestet, provozieren will und mit extremen Überzeichnungen arbeitet, die gestrige sind und mit der heutigen Realität nicht viel zu tun haben. Damit ist er leider keine valide emprische Feldforschung eines Soziologen und erlaubt keine Verallgemeinerungen.

    • Noch ein Nachtrag: Auf ZEIT Online erschien im Rahmen der metoo-Kampagne eine wütende Anklage von Carolin Würfel gegen die offenbar verbreitete sexuelle Belästigung oder Nötigung in der „Berliner Kulturszene“. Dies hatte eine geharmischte Antwort von Sabine Rückert zur Folge, div. Links s. hier: https://allesevolution.wordpress.com/2017/11/18/selbstmach-samstag-164-18-11-2017/#comment-319954

      Geographisch ist München weit weg von Berlin, mental bzw. sozial wohl eher nicht. Es kann gut sein, daß die Würfelsche Selbstanklage ihres Biotops durchaus korrekt ist und daß in den feministischen Zirkeln mehr Soziopathen als woanders auftreten. Was den Männerhaß in diesen Kreisen ggf. teilweise erklären würde.

    • @mitm

      Da hat er den alten Artikel mit der Filmbesprechung zusammengemischt. Also 75% des alten Artikels wurde in den neuen übernommen. Also: Instant-Journalismus, oder Aufguss-Journalismus. 🙂

      • Apropos Film:
        Ich habe mir diesen Monat mal die „Tribute von Panem“- Reihe angesehen.
        Hab ich vorher vermieden, weil ich reagiere auf Hypes meistens erstmal mit Ignoranz.
        Ich finde, besonders für einen Film, der explizit auf ein jugendliches Publikum abzielt, eine sehr gute (optimistisch-positive) Darstellung der Geschlechterverhältnisse und die Rollenvorstellungen, wahrhaft emanzipatorisch.
        Dort wird die soziale Frage als Frage von Oligarchie, Klassenverhältnissen und diktatorischen Verhältnissen gestellt, und nicht nur als „Frauenfrage“.
        Und Frauen haben hier nicht nur, und nicht als Einzige eine Opferrolle. Ganz anders als dieser Wonderwoman-Übermenschen-Scheiß.
        Wundert mich, dass hier kein feministischer Aufschrei kam. Hier werden null feministische Stanzen propagiert, das müsste doch eigentlich vom feministischen Standpunkt aus als Verrat oder „Verderbung der Jugend“ empfunden werden.

        Was viel über die Rolle von Frauen, selbst in eher männerdominierten Gemeinschaften aussagt, ist mMn. auch“Sons Of Anarchy“, ich habe zwar bisher die ersten zwei Staffeln nicht gesehen, und die Serie hat auch Schwächen, aber gerade an der im Prinzip grundlegend destruktiven Rolle, die von Anfang an (wenn auch zunächst versteckt) die Alpha-Frau Gemma Teller Morrow spielt, kann man sehr gut festmachen, wie sich weibliche Macht auch innerhalb von Macho-Gesellschaften manifestiert.
        Besonders die letzte Staffel samt Finale ist eine dermaßen starke Aussage über Geschlechter-Rollen; ich könnte mir eine Wiederholung der letzten Staffel nur schwer nochmal ansehen, nicht unbedingt wegen der Brutalität, sondern hauptsächlich, weil das irgendwie so dermaßen meine tief anerzogenen Rollenklischees über Frauen sprengt. Ich MÖCHTE Frauen irgendwie einfach nicht so sehen, auch wenn es Beispiele für solche Frauen zuhauf gibt.
        Die Serie wird ja auch mit Macbeth verglichen, und die weibliche Hauptrolle mit Lady Macbeth.
        Jedenfalls als Tragödie ein ganz anderes Kaliber von Reflektion als die neudeutschen romantischen, feminisisch gemeinten Mittelklasse-Beziehungskomödien a la Till Schweiger.
        Aber eine Feministin würde vermutlich nicht mal halbwegs bis zur letzten Staffel kommen, weil sie von zuviel toxischer Männlichkeit (und der jähen Erkenntnis toxischer Weiblichkeit) längst weg getriggert wäre.

        • Übrigens, die Serie SoA gibt es auf mehreren Streamingplattformem durchgehend in deutsch ( bis auf ein paar verunglückte Folgen ). Die ersten Staffel sind richtig gut gemacht, die letzten eher als in die Länge gezogenes Unhappy End zu verstehen.
          Lohnt sich insgesamt aber, meine ich.
          Ähnlich an der ( Rollen-)Realität angelehnt ist „Justified“ ( genau so verfügbar ).

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