Geschlechterdebatte Literatur

Legende vom Ende der toxischen Männlichkeit

geschrieben von: Lucas Schoppe

Für Marina Weisband

 

Hinterher wusste niemand mehr genau, wie es begonnen hatte.

Einige behaupteten, es seien die Müllmänner gewesen. Sie hätten schließlich jeden Tag mit dem Abfall der Gesellschaft gearbeitet, mit dem Dreck, dem Gift. Zuerst – so behaupteten es viele Zeitungen, solange es sie noch gab – habe eine kleine Gruppe von Müllmännern in einer kleinen Stadt am Niederrhein die Arbeit niedergelegt. Sie wollten ein Zeichen setzen, dass es so einfach nicht weiter ginge und dass wir nicht beliebig weiter Gift in unsere Welt pumpen könnten. Bald hätten sich andere diesem Beispiel angeschlossen, erst im Ruhrgebiet, dann überall in Nordrhein-Westfalen, schließlich in ganz Deutschland, bis die Bewegung immer schneller auf ganz Europa und sogar den amerikanischen Kontinent übergesprungen wäre.

Da die kleine Stadt „Moers“ heißt, was allzu passend an das plattdeutsche Wort „Mors“ erinnert, halte ich diese Darstellung für eine moderne Legende.

Andere waren sich sicher, dass die Soldaten anfingen. Als wäre es verabredet gewesen, hätten sie in vielen Kasernen gleichzeitig ihre Gewehre abgelegt, ihre Uniformen ausgezogen und ihre Betten nicht mehr akkurat gemacht. Ohne dass ihnen jemand den Befehl dazu gegeben hätte, seien sie mit allem Gerät, das noch fahr- und flugtüchtig war, aus den Auslandseinsätzen einfach zu ihren Familien zurückgekehrt. Sie hätten nämlich verstanden, dass sie, mehr noch als alle anderen Männer, die schlimmste Version der toxischen Männlichkeit realisierten: gleichgeschaltet, zum Töten dressiert, in unerbittliche Hierarchien eingebunden, ohne Zugang zu ihren Gefühlen und zu ihren weiblichen Seiten.

Ich bin mir sicher, dass auch diese Version nicht stimmt – allein schon, weil das magisch anmutende, unverabredete, aber synchrone Ablegen der Waffen natürlich eher eine pazifistische Wunscherfüllungs-Fantasie als eine seriöse Geschichtsschreibung ist.

Ich schließe mich stattdessen der Meinung an, dass es viele Jahre vorher schon die Lehrer waren, und zwar die Grundschullehrer. Lange bevor die Bewegung überhaupt erkennbar war, blieben die nämlich weg. Sie wählten den Beruf einfach nicht mehr, und sie hörten damit auf, die noch so leicht bildbaren Kinder mit ihrer deformierenden Männlichkeit zu konfrontieren.

Über einige Jahre hinweg fanden sich noch immer wieder amüsierte Meldungen in den Zeitungen der Großstädte, dass im ganzen Stadtgebiet lediglich eine kleine zweistellige Anzahl männlicher Grundschullehrer übrig geblieben wäre. Eltern erzählten sich manchmal noch, fast staunend, dass das eigene Kind doch tatsächlich einen männlichen Klassenlehrer habe. Größere Artikel erschienen, in denen wissenschaftlich nachgewiesen wurde, dass die deutlichen Probleme der Jungen an den Schulen keineswegs mit dem Fehlen männlicher Vorbilder zusammenhängen würden. Ganz im Gegenteil: Da ihre Probleme durch das Festhalten an überkommenen Männlichkeitsbildern überhaupt erst entstünden, würden sie schon auf mittlere Sicht durch das Fehlen der Männer gar profitieren.

Ich bin mir sicher: In eben dem Moment, in dem es im ganzen Land keinen einzigen männlichen Grundschullehrer mehr gab, begann es.

Wir merkten allerdings sehr bald, dass unsere Frauen die Welt ganz anders wahrgenommen hatten als wir selbst. Die meisten von ihnen hatten die Berichte, Kommentare und Artikel, die Tweets und Hashtags nie ernst- oder auch nur zur Kenntnis genommen, in denen von toxischer Männlichkeit die Rede war, von männlichen Herrschaftsstrukturen, von strukturellem Sexismus, von der Verantwortung der Männlichkeit für Faschismus, Fremdenhass, Klimakatastrophe und breitbeiniges Sitzen in den U-Bahnen. Für uns aber – für uns Männer, wenn ich das so im Rahmen einer längst überlebten heterosexuellen Matrix ausdrücken darf – für uns Männer* also war weiträumig der Moment gekommen, an dem wir endlich verstanden.

Wir verstanden, dass wir zuhören mussten, anstatt zu reden. Wir verstanden, dass unsere Widerworte nur den Sinn hatten, die Erfahrungen der Frauen* nicht an uns herankommen zu lassen. Wir verstanden, dass unser ganzes Leben von Privilegien geprägt war, die wir für selbstverständlich hielten und die uns nicht einmal bewusst waren. Wir verstanden auch, dass wir damit die ganze Gesellschaft und gar die ganze Erde vergifteten, ruhelos schaffend, aufbauend, niederreißend, als wären wir die Götter dieser Welt.

Und wir wollten nicht mehr. Endlich.

Die unermüdlichen, selbstlosen, progressiven, verzweifelten, hoffnungslos hoffnungsvollen Arbeiten an der Geschlechterordnung, die Artikel in den Zeitungen, die Bücher, die Filme und Videos, die Studiengänge, die Blogs, die Tweets und Hashtags konnten endlich, als schon niemand mehr damit rechnete, von Quantität in Qualität umschlagen – und wir begannen, zuzuhören.

Wir schwiegen und wir lauschten den Frauen, die schon so lange versucht hatten, uns zu erreichen. Wir ließen den weiblichen Stimmen endlich Raum. Wir verstanden, dass wir unsere ganze Existenz auf die Zerstörung der Welt eingerichtet hatten, und dass wir, tief darunter, eigentlich die Frauen zerstörten, die wir doch zu lieben vorgaben.

Und endlich, endlich hörten wir auf damit.

Wir verließen unsere Arbeitsstellen, von denen wir nun wussten, dass wir sie besetzten, um Frauen von Positionen gesellschaftlicher Herrschaft fernzuhalten. Still, beschämt im Wissen um den parasitären Charakter unserer bisherigen Existenz, kamen wir unter Männern zusammen, weil wir den Frauen nicht auch noch die Verantwortung für unsere Transformation aufbürden wollten.

Männer beichteten, dass sie acht oder mehr Stunden am Tag an ihrem Arbeitsplatz verbracht hätten, obwohl der ihnen immer zuwider oder der Chef ein cholerischer Despot gewesen wäre – einfach nur, um ihre Frau und Kinder durch die finanzielle Versorgung in Abhängigkeit halten zu können.

Trennungsväter erzählten unter Tränen, dass sie die Isolation von ihren geliebten Kindern immer der Mutter vorgeworfen hätten, dass sie jetzt aber sehen konnten, wie vollständig diese Isolation Produkt einer patriarchalen Ordnung war, an der sie nun endlich nicht mehr mitarbeiteten.

Lustig anzusehende Herren in fleckigen Anzügen erklärten, dass sie mehr als achtzig Stunden in der Woche gearbeitet hätten, nur um garantieren zu können, dass Vorstandsposten in den großen Unternehmen nicht zufällig einmal an eine Frau fallen würden.

Männliche SPD-Mitglieder verkündeten stolz, dass sie alle Parteiarbeit eingestellt hätten, dass alle verbliebene Tätigkeit nun von den 32% Frauen erledigt werden konnte, denen die einschüchternde Mehrheit der männlichen Parteimitglieder dabei nicht mehr im Weg herumstand.

Wir trafen uns, jeden Tag, und blickten ringsherum in erleichterte Gesichter.

Wenn wir aber nach Hause kamen, gerieten viele von uns in Schwierigkeiten mit unseren Frauen. „Lass den Scheiß endlich!“, schrie meine Frau mich eines Abends erregt an. Ich versuchte ihr zu erklären, dass diese Aussage nur Ausdruck ihrer Komplizenschaft mit der eigenen Unterdrückung wäre, von der sie sich nun endlich befreien könne. „Bist Du nun völlig durchgedreht, Du Knallschote?“ schrie sie – und ich freute mich, dass ich ihr endlich Raum gab, ihre Wut auf mich herauszulassen, die sie über viele Jahre hinweg aufgebaut haben musste.

Als sie mich verließ, weinte ich einige Momente lang vor Freude, weil ich wusste, dass sie ihr Leben nun ohne meine erdrückende Dominanz, ohne die beständig unentgeltlich zu leistende emotionale Arbeit und ohne die entwürdigende sexuelle Verfügbarkeit fortsetzen konnte.

Während wir Männer uns trafen und an der Befreiung der Welt arbeiteten, versuchten viele Frauen, die liegen gebliebene Arbeit zu übernehmen. Sie sammelten den Müll ein, der überall in den Straßen lag, sie versuchten, die Kraftwerke weiter zu betreiben, die Infrastruktur intakt zu halten, Züge fahren zu lassen, Waren auf Lastkraftwagen zu transportieren, Kohle abzubauen, Grenzen zu sichern, die Fernsehtechnik zu warten und, vor allem, das Internet aufrecht zu erhalten. Da wir Männer uns ganz auf das Zuhören verlegt hatten, störten wir sie dabei nicht – auch nicht, als schließlich der Strom ausblieb und die Supermärkte keine Waren mehr hatten.

Vielleicht wären die Frauen erfolgreich damit gewesen, die überkommenen Strukturen zu retten, wenn nicht viele von ihnen verstanden hätten, dass sie damit nur dem Fortbestehen des Patriarchats zuarbeiten würden. So kamen dann eben auch Frauen zusammen, analysierten die neue und allen ungewohnte Situation mit vielen klugen, ja brillanten Gedanken. Den Zusammenbruch des Stromnetzes zum Beispiel interpretierten viele von ihnen sogleich als bösen Trick des Patriarchats. Es habe Menschen so vollständig in eine tiefe Abhängigkeit manövriert, dass jede Änderung der unmenschlichen Machtverhältnisse unmittelbar mit dem Entzug der Lebensgrundlagen bedroht sei.

Viele neue Gedanken wurden in jenen Tagen formuliert, die leider wirkungslos blieben, weil niemand mehr wusste, wie eine politische Bewegung ohne die Benutzung von Hashtags organisiert werden konnte. Immer wieder beobachteten wir junge Frauen dabei, wie sie ihre wichtige netzpolitische Arbeit fortsetzen wollten, sich aber darauf beschränken mussten, ihre stillen iPhones mit den schwarzen Bildschirmen anzuschreien, auf Tischkanten zu schlagen und als patriarchale Schweine zu beschimpfen.

Eine Weile noch versuchten einige Länder, uns militärisch anzugreifen, unterließen dieses Bemühen aber schließlich, als sie merkten, dass bei uns nichts mehr zu holen war. Wir blickten uns mit stillem Stolz in die Augen und wussten, dass der Friede auf Erden nun endlich eine Chance hatte.

Ich erinnere mich, wie ich eines Abends beim Gang durch die Straßen eine Frau bemerkte, die von einem der vielen freilaufenden Hunde angegriffen wurde und die laut um Hilfe schrie. Ich erläuterte ihr, dass ich ganz bewusst darauf verzichten würde, ihr zu helfen, da ich nicht in die alten Mann-rettet-Frau-Stereotypien zurückfallen wolle, mit denen Männer viele Jahrhunderte lang Frauen in Abhängigkeit gehalten haben. Sie hätte mich sicher auch verstanden, wenn sie nicht gerade ganz darauf konzentriert gewesen wäre, den Hund vom Biss in ihr Bein abzuhalten und ihm mit bloßen Händen das eine oder andere Auge herauszudrücken. Stolz ging ich weiter, weil ich wusste, dass ich ihr die Chance gelassen hatte, an der Situation zu wachsen.

 

 

Nun, da es nicht mehr so viele Menschen gibt wie früher, gerate ich kaum noch in die Versuchung, längst überlebte Rollenmuster zu reproduzieren. Manchmal treffe ich noch andere Männer, aber wir lassen die Frauen, die es noch gibt, ganz in Ruhe.

Ich gehe gern durch die Straßen meiner Stadt und schaue mir die grünen Pflanzen an, die durch den Asphalt brechen und die mir als ein wunderbares Symbol unserer Zeit erscheinen. Ich lebe in einer stillen, reinen Welt, die so leise leuchtet, als wäre sie für immer durch eine leichte Schneeschicht bedeckt.

Ruhig, friedlich und entgiftet.

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34 Comments

  • Anmerkung: Die Widmung an Marina Weisband ist nicht einmal aggressiv gemeint. Sie diskutiert wenigstens mit Männern, die ihr antworten und die andere Meinungen haben. Und sie benutzt, wenn ich es richtig sehe, den Begriff „toxische Männlichkeit“ nicht. „Struktureller Sexismus“, „Stimmen von Frauen Raum geben“ – das hab ich hier von ihr übernommen.

    Aber als ich gestern die ganz oben verlinkte Diskussion bei Twitter gelesen habe, ging es mir auf die Nerven, schon wieder einmal von den männlichen Privilegien zu lesen und vom Stummhalten der Frauen. Als Trennungsvater mache ich radikal andere Erfahrungen.

    Und plötzlich hatte ich fast die gesamte Geschichte hier im Kopf.

    • Das Tragische an dem Verdrängen und Entwerten der Erzieherrolle von Männern als Vater und (Grundschul-)Lehrer ist ja, dass dadurch eine Dynamik in Gang gesetzt wird, welche die anfänglich geäußerte einseitige Sichtweise immer weiter bestätigen und deshalb der Feminismus gar keinen Grund hat, damit aufzuhören. Es würde die argumentative Basis schwächen.

      Was meine ich damit: Es gibt starke empirische Belege für einen Zusammenhang zwischen Vaterlosigkeit und Gewalttätigkeit (bei Männern) und Anfälligkeit für Depressionen (bei Frauen). Die Implikation (nicht Äquivalenz) für Männer ist: Ein männlicher Gewalttäter hat mit hoher Wahrscheinlichkeit einen geringen väterlichen Anteil an der Erziehung (oder wurde in seiner Erziehung stark mit väterlicher Gewalt konfrontiert).

      Jetzt wären zwei Lösungsansätze denkbar: Der erste könnte fragen, was macht einen guten Vater aus und diese Ansätze zu verstärken suchen, um die Disposition zur Gewalt zurückzudrängen; der zweite wäre das Verallgemeinern der falschen Verhaltensweise der Gewalttäter auf die gesamte Gruppe und das Unterstellen von finsteren, im Prinzip „vererbten“ Absichten.

      Im zweiten Fall würden die stabilisierenden Faktoren im sozialen Gefüge systematisch geschwächt werden, was – oben genannten Zusammenhang unterstellt – eine Erhöhung des Anteils der Männer mit Disposition zum kritisierten Verhalten zur Folge hätte. Mit jeder Stufe der Etablierung dieser allgemeinen Sicht auf die Männer würde sie mehr zutreffen. Und damit die etablierte Sicht bestätigen. Dass die Situation von den Frauen selbst auf diese Stufe gehoben wurde, lässt sich leicht hinter dieser etablierten Sicht auf die Männer verstecken.
      Ich bin mir nicht sicher, wie weit der Anteil der Männer, die ihre Stärke und Aggression kontrollieren und zum Nutzen der Gesellschaft einsetzen können, zurückdrängen lässt. Aber durch ein strukturiertes Vergrößern des Gewaltproblems von Männern wird sich nur ein Pyrrhussieg erreichen lassen.

  • Wie gern würde ich diesen Text verlinken, aber ich bin gerade im Focus eines „Journalisten“ gelandet, der mich für rechts hält, weil ich eine Frau (!) verteidigt habe, die #metoo für Blödsinn hält. Ich halte seine Tweets für verleumderisch und klage an, dass er gern mal Arbeitgeber anschreibt.
    Und ich mag meinen Job mehr als dass es mir wert ist, in einer Liste der Opfer im „Kampf gegen Rechts“ aufzutauchen. Tut mir leid, ich weiss, dass es Feigheit vor dem Feind ist. Aber ich glaube, dass die Frauen, die ich nachts auf der Straße körperlich verteidigt habe, als sie angegriffen wurden; die Frauen in muslimischen Ländern, die mir Dankesmails geschrieben habe, weil ich sie bei Projekten vor Ort gefördert habe; mich nicht retten können, wenn irgend jemand mich wahlweise als Sexisten oder Maskuli(ni)sten bezeichnet und meinen Arbeitgeber fragt, ob ich denn noch tragbar bin.
    Aber tolle Geschichte!

  • Vielen Dank für die schöne Geschichte! Was bin ich froh, dass ich nicht auch noch bei Twitter bin, ich würde mich unweigerlich in solche Diskussionen hineinziehen lassen und sie würden mir endgültig den Tag abstehlen!

    Aber was ist das für eine Welt, in der auch die diskutierenden Feministinnen einen solchen Unsinn reden? Wenn da etwas »toxisch« ist, dann die Ideologie, an der sie sich verschluckt haben. Der »strukturellste« all dieser »strukturellen Sexismen« besteht doch darin, überhaupt die Geschlechtskategorie als Dimension von Benachteiligung zu privilegieren. Empirisch gesehen ist das eine unter vielen, aber um Empirie geht es dabei ja gar nicht. Das angebliche »Profitieren« der Männer vom Sexismus ist das dogmatische Axiom, das in Weisbands Tweet ausdrücklich als Axiom gesetzt wird (»in jeder neuen Diskussion von vorne erklären«).

    Ob absichtlich oder unabsichtlich: Deine Geschichte illustriert auch sehr schön, was viele Männer tatsächlich tun: sie ziehen sich aus dieser Art von Auseinandersetzung komplett zurück, weil ihnen klar wird, dass sie darin von vornherein keine Chance haben, und konzentrieren sich auf sich selbst, man nenne dies nun »MGTOW« oder sonstwie. Sie hören auf, Frauen als intellektuelle Gesprächspartner ernst zu nehmen.

    Diese Twitter-Bubbles sind doch eine völlig artifizielle Welt ohne Bodenhaftung. Einen Job, der einem »kleine Tweets zwischendurch« ermöglicht, muss man erst mal haben.

    »Es gibt unterprivilegierte Männer, aber nicht aufgrund ihres Geschlechts« Man kann Feministinnen die Beispiele genau dafür hundertmal aufzählen, und sie werden sie nicht hören! Mit solchen Hasenhirnen überhaupt zu diskutieren, ist doch reine Zeitverschwendung!

    • Sie (Weisband) und ihre Kamerad_innen reden von (sexistischen) Strukturen und behaupten, diese seien gesellschaftsumfassend und stetes zum Nachteil der Frauen. Konkret wird es fast nie. Strukturen kann somit alles meinen und meint somit gar nichts.
      Weisband finde ich als Person enttäuschend. Hat mit den Piraten nicht so geklappt und jetzt schwenkt sie auf die Feminismusschiene, lernt die gängigen Parolen auswendig und glaubt, sie habe der Welt etwas Wichtiges mitzuteilen. Da ist aber kein einziger eigener Gedanke, nichts, was von ihr persönlich durchdacht wäre. Einfach multiplizieren, was andere vorgeben. Nichts hinterfragen, sondern den Hohepriestern lauschen und glauben. Listen and believe!

      • „Sie (Weisband) und ihre Kamerad_innen reden von (sexistischen) Strukturen und behaupten, diese seien gesellschaftsumfassend und stetes zum Nachteil der Frauen. Konkret wird es fast nie. Strukturen kann somit alles meinen und meint somit gar nichts.“

        Das ist tatsächlich so.

    • 100%ige Zustimmung …

      „ich würde mich unweigerlich in solche Diskussionen hineinziehen lassen und sie würden mir endgültig den Tag abstehlen!“

      und eventuell auch noch die Nacht. Ich schwanke oft, ob ich mich auch auf Twitter engagieren sollte, aber es gibt da schon genug Aktivisten, und ich kann es mir zeitlich so oder so nicht leisten.

  • Enttäuscht von den endlosen Katastrophen ihrer Gesellschaftsutopien suchen Post-Kommunisten und andere verhinderte Führer einer besseren Welt Trost bei misanthroper Esoterik und singen mit dem Feminismus und anderen die „Gesänge des Maldoror“ weiter….

    „„Meine Poesie wird aus einem einzigen Angriff bestehen, geführt mit allen Mitteln gegen den Menschen, diese reißende Bestie, wie auch gegen den Schöpfer, der solch ein Ungeziefer niemals hätte erschaffen dürfen. … (2. Gesang, 4. Strophe)“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Ges%C3%A4nge_des_Maldoror

  • Die Glosse (soll wohl eine sein, oder?) ist recht erheiternd. Auch für Frauen.
    Zeigt sie doch Hilflosigkeit des Mannes mit einer Frau wie Marina Weisband umzugehen. Da scheint Frau Höchst aus der AfD-Fraktion diejenige zu sein, die Mann einfacher händeln kann, weil sie einfach so redet wie er.

    Dabei hat #metoo nur einen einzigen Merksatz für Männer:
    „Behandle Frauen so, wie andere Männer Deine Tochter behandeln sollen.“

    • Liebe Petra,
      ich hoffe #metoo versteht irgendwann, dass die Goldene Regel schwachsinn ist und der Kategorische (kantsche) Imperativ ein besseres Maß ist.

      Der Vater einer Tochter

    • Süß, wie hier versucht wird, geistige Unterlegenheit einem Schoppe gegenüber über den Umweg bemühtester Rationalisierung vor sich selbst zu verbergen.

      Und das alles gepaart mit fluffigem Kollektivismus, wie etwa „der Mann“ der ja nicht mit Frauen wie Weisband und Co. umgehen kann. Ja klar… Gäääääähn!!! Eine der ältesten Leiern aus den Untiefen der Mottenkiste feministischer Totschlagargumentationen.

      Der Mann, der natürlich auch eher Damen aus den Reihen der AfD toll findet, weil die „seine Sprache“ sprechen. Hätten wir den Punkt auf der Liste auch abgehakt: Rechts = Mann = Rechts. Lasst euch doch irgendwann mal was Neues einfallen!

      Vor allem wenn man mal die ganzen feministischen „Theorien“ (hirnverbrannter Schwachsinn trifft’s wohl eher, aber wir wollen mal nicht so sein) nimmt, auf denen Schoppe hier seinen Text aufbaut. Alles nichts als kollektivistischer Müll. Männer tuen dies, Männer tuen das, Männer sind dafür verantwortlich, Männer haben jenes verbrochen. Es gab da mal eine dem Feminismus nicht unähnliche Ideologie, die fand, dass Juden anderen Rassen einfach zu viel Raum wegnahmen, besonders im internationalen Finanzwesen. Die griffen auch allerlei historische Ressentiments auf, etwa dass Juden für so ziemlich jeden Krieg der Menschheitsgeschichte die Schuld tragen und natürlich den Herren und Erlöser der Christenheit ermordet haben. Gäbe es diese Ideologie, statt des Feminismus‘, noch heute in gesellschaftlich relevanter Form, wären ihre Anhänger wahrscheinlich auch schon zu den weiterführenden Erkenntnissen gelangt, dass Juden am Klimawandel, selbstverständlich an allen Weltwirtschaftskrisen und an jeder Form von Verteilungsungerechtigkeit Schuld wären. Und Jewspreading, Jewsplaining, Jewterrupting wären gewiss geflügelte Worte unserer Alltagssprache.

      Aber gewiss, es ist natürlich „der Mann“, der rechten Schwätzern nahe steht…
      https://de.wikipedia.org/wiki/Spaltung_(Psychologie)
      https://de.wikipedia.org/wiki/Projektion_(Psychologie)

      Dazu als Bestätigung natürlich der Verweis auf #metoo und die infantile Deutung seiner angeblichen Aussage. Mit welcher Berechtigung nimmt man sich überhaupt heraus, an eine derart heterogene Gruppe wie „die Männer“ eine derart vorverurteilende „Forderung“ zu stellen, die ja nichts anderes bedeutet, als würden tatsächlich „die Männer“ genau das nicht ohnehin schon in klarer Mehrheit tun. Jaja, die Schwarzen sollen auch endlich mal lernen, sich wie zivilisierte Menschen zu benehmen, ist letztlich ja auch der einzige Merksatz, den der Kukluxklan an besagte Gruppe richtet. Aber ich denke ich drehe mich im Kreis und das Wesentlich dürfte klar geworden sein.

      Kollektivismus for the win, yeah!!!

    • Tut mir Leid aber das einzige was ich aus #metoo mitgenommen habe ist das Frauen dich mit einer einzigen Anschuldigung vernichten können. Kein Prozess, keine Möglichkeit der Verteidigung, einmal „listen and believe“ und du bist gesellschaftlich tot.

    • Oh, eine Sexistin. Und sie spricht davon, dass „Männer“ etwas zu lernen haben, also erstens alle und zweitens nicht Frauen. Denn die Sexistin lebt in einer komfortablen Filterbubble, die sich auf den Mainstream ausdehnt und stets Männer als Täter und Frauen als die besseren Menschen hinstellt. Auch, wenn das mit der Wirklichkeit wenig zu tun hat, siehe sexuelle Belästigung und sexuelle Gewalt.

      Der kantsche Imperativ ist dir wahrscheinlich zu hoch, deswegen für dich der Merksatz: „Was Du nicht willst, was man dir antu, das füg auch keinem anderen zu.“ Dann wäre das erste, was Du lernst, nicht pauschal „Männer“ anzufeinden, wie Du es mit Schwarzen, Frauen oder Juden nie machen würdest, da das Rassismus, Sexismus und Antisemitismus darstellt. Tatsächlich sagte eine deiner Geschlechtsgenossinnen, dass Männer die letzte Gruppe sind, die man auf eine Weise niedermachen kann, wie es bei jeder anderen unmöglich wäre ohne selbst im Kreuzfeuer der Kritik zu stehen. Und die Literaturnobelpreisträgerin Doris Lessing merkte an: «Es ist Zeit, dass wir uns fragen, wer eigentlich diese Frauen sind, die ständig die Männer abwerten.» Und weiter: «Die dümmsten, ungebildetsten und scheusslichsten Frauen können die herzlichsten, freundlichsten und intelligentesten Männer kritisieren und niemand sagt etwas dagegen. Die Männer scheinen so eingeschüchtert zu sein, dass sie sich nicht wehren. Aber sie sollten es tun.»… was so langsam anfängt, wie Du vielleicht merkst.

      Und was deinen Rat mit der Tochter angeht: Zu einer Frau suche ich eine sexuelle Beziehung, was heißt, dass ich ihr gegenüber – anders als bei einer Tochter – sexuell werde, wobei ich anders als Feministen davon ausgehe, dass eine erwachsene Frau mit Sexualität umgehen kann. Das Problem ist, dass im Zuge von #metoo und der Definitionsmacht im Bereich Sexuelle Belästigung Willkür eingeführt wird, was bedeutet, dass das „Opfer“ entscheidet, was sexuelle Belästigung ist, womit ein- und dieselbe Handlung mal in Ordnung sein kann, dann wiederum verurteilungswürdig.

    • Frau Höchst kannte ich gar nicht, die musste ich erst einmal googeln. Da lese ich sofort, dass sie eine „wirre Rede gegen die Gleichberechtigung“ (HuffPo) gehalten habe und den triumphal wirkenden Hinweis, dass sie im Bundestag „hart ausgelacht“ (bento) worden sei. Kann ja sein, dass ihre Rede ganz bescheuert war, aber ich habe trotzdem das ungute Gefühl, dass solche programmatisch unseriösen Reaktionen auf die AfD von dieser Partei erwünscht sind, weil sie ihr helfen.

      Tatsächlich gibt es Leute, die sich für links halten und die sich eine Stärkung der AfD wünschen – weil die Partei so toll geeignet ist, die Reihen im eigenen Lager geschlossen zu halten. „Wenn’s dir hier nicht gefällt, kannst du ja rüber gehen“, verkündeten Spießer gerne, als es noch die DDR gab. Heute wird ein „Wenn du hier nicht mitziehst, findest du wohl die AfD toll“ daraus.

      An Marina Weisband stört mich gar nichts, ich kenne sie ja kaum. Ihre Sprüche aber sind vorgestanzt, sowohl in der Rede vom „strukturellen Sexismus“ etc. als auch in der routiniert genervten Geste, jetzt doch nicht alles „schon wieder“ erklären zu wollen. Es geht bei solchen Sprüchen eben nicht um eine Auseinandersetzung mit sozialer Wirklichkeit, sondern darum, solch eine Auseinandersetzung zu vermeiden.

      • Ich werde vor allen Dingen immer sehr skeptisch, wenn, natürlich gerade bei diesem Thema für ihren Bias geradezu berüchtigte Journaillen wie die HuffPost oder Bento, einem nur gleich direkt ihre eigenen Wertungen in den Rachen drücken. Wenn denn die Rede wirklich vollends bescheuert war, dann möchte ich von seriösem Journalismus einfach nur die Inhalte in umfassender und nicht entstellender Weise wiedergegeben kriegen, um mir selbst ein Urteil zu fällen. Und sollte die Rede so abwegig gewesen sein, sollte doch auch nichts dagegen sprechen, dies so zu transportieren, denn dann sollte doch auch jeder halbwegs vernunftbegabte Mensch schnell von sich aus zu diesem Schluss finden.

        Aber meist ist es so, dass gerade dann, wenn sich die üblichen Verdächtigen in ihre Volkserzieherpose werfen, große Vorsicht geboten ist. Könnte es nämlich nicht einen Grund dafür geben, dass man das Opfer seiner Schmähungen gar nicht oder nur entstellend verkürzt zitiert und stattdessen nur den Artikel mit eigenen Meinungen und Wertungen einfärbt, bis selbst das beste Adlerauge nicht mehr fähig ist, einen Blick unter die Farbschichten zu erhaschen. Könnte unter Umständen der Grund sein, dass der oder die Geschmähte tatsächich sogar einige gute Punkte gemacht hat, die sich zur Wahrung der politischen Korrektheit berufen Fühlende in panische Virtue-Signalling-Hektik verfallen lassen, dass da bloß niemand da draußen sich durch solche „rechtspopulistischen“ Äußerungen vom Weg der Reinheit abbringen lassen könnte.

        Bei Vertretern der AfD wäre ich eigentlich selbst ja noch nicht mal überrascht, wenn da in erster Linie unterkomplexer Mumpitz verzapft wurde. Das ist ja eher die Regel als gelegentliche Ausrutscher und, wie du richtig feststellst, durchaus beabsichtigt, um eben genau diese vollkommen unsachlichen, irrational aufgebrachten Reaktionen zu triggern. Und diese sorgen dann dafür, dass man den eigenen Anhängern wieder mal bewiesen hat, wie sehr die AfD doch von allen Seiten verfolgt wird.

        Wobei sich die Frage stellt, wer eigentlich die wahren Hohlköpfe sind. Die AfDler, die gezielt mit stumpfer Brachialrethorik diese Reaktionen triggern oder nicht eher doch die Vertreter der anderen Parteien und nicht zuletzt der Medien, die sich so verlässlich wie ein Computerprogramm triggern lassen und der AfD einen „Quod erat demonstrandum“-Moment nach dem anderen liefern.

      • Hier die BT-Rede von Höchst vom 1. oder 2. März

        https://www.youtube.com/watch?v=1cvZeHozjXc

        Die Rede hat zwei Teile. Im ersten Teil schimpft sie drastisch, aber m.M.n. völlig berechtigt auf die Gleichstellungspolitik und grenzt sie scharf von der Gleichberechtigung ab. In der Deutlichkeit gab es eine solche Kritik im Bundestag wahrscheinlich schon lange nicht mehr (oder noch nie), was ich das Höchst und ihrer AfD-Fraktion hoch anrechne.

        Im zweiten Teil der Rede schimpft sie auf die „Islamisierung“ … naja :/ Stark angefangen und stark nachgelassen. Was der Islamfeindin Höchst hier nicht aufzufallen scheint, ist, dass sie dasselbe, was sie zu Recht den Gleichstellungsfeministinnen ankreidet, selber macht, wenn es um den bösenbösen Islam geht.

        Im Schlusssatz, verortet sie sich selbst als „wertkonservative“ Feministin.

    • „Petra“ ist m.E. ein sozialdemokratischer ASF-bot.

      „XXX ist recht erheiternd.“
      Wobei XXX: „Deine Antwort“, „dein Kommentar“ usw. sein kann.
      Verfeinern könnte man dies mit einer Abstufung von „recht“, über „mäßig“, „wenig“, bis „äußerst“ und hätte jeweils neue Bedeutungen.

      Der Einschub „(soll wohl ein/e/r sein, oder?)“ ist universell einsetzbar, denn durch diese Infragestellung wird eine Überlegenheit der so Fragenden suggeriert, die was-auch-immer (besser) beurteilen kann.

      Nur in diesem Kontext macht „Auch für Frauen.“ Sinn, denn aus ihrem Frauennamen ist ableitbar, es handelt sich um eine Frau, die hier schreibt. So what?

      Die sozialdemokratische Denke und Sprechpraxis macht es jedoch notwendig, dass eine Frau betonen muss, ein beliebiger Sachverhalt sei „insbesondere für“ oder „besonders für“ oder „speziell für“ oder eben „auch für“ Frauen relevant.
      Nicht nur ihr bloßes biologisches Dasein „als Frau“ macht es zwingend erforderlich, ihr BESONDERS VIEL Aufmerksamkeit zu schenken, sondern die Dringlichkeit des Anliegens ist darin begründet, dass sie es BESONDERS als FRAU äußert, weil es sie ALS FRAU betrifft.
      Und zwar INSBESONDERE.
      So wird weiblicher Narzissmus kultiviert und vollendet – ist sie auch nur ein bot, so doch ein sozialdemokratischer.
      Leider. Denn der nächste Satz zeigt das politische Dilemma der SPD/ASF klar auf:
      „Zeigt sie doch Hilflosigkeit des Mannes mit einer Frau wie Marina Weisband umzugehen.“
      Satz A.
      „Zeigt sie doch Hilflosigkeit des Mannes mit einer Frau wie Eva Braun umzugehen.“
      Satz B.
      Die generalisierte Aussage passt in allen Fällen; es ist völlig egal, ob es sich individuell um Lucas oder Adolf Hitler als Mann handelt.

      Die „Hilflosigkeit des Mannes“ ist in dieser Ideologie eine über- und damit ahistorische, unpolitische Konstante und der Verweis auf ein weibliches Individuum erfolgt nur um die Ideologie zu stützen, wonach „starke Frauen“ bei Männern automatisch „Hilflosigkeit“ hervorrufen.

      Nun könnte man Lucas konkrete Reaktion, einen Text zu schreiben, als das glatte Gegenteil von „Hilflosigkeit“ verstehen, nämlich als Auseinandersetzung mit der von einer Frau geäußerten Position.
      Wir sind kommen wieder zurück (s.o.) auf die „Überlegenheit der so Fragenden (,die) suggeriert, was-auch-immer (besser) beurteilen“ zu können.

      Der ASF-bot „Petra“ operiert also mit der Erzeugung eines emotionalen „frames“, in der sie sich zunächst individuell Überlegenheit im Diskurs ergaunert, diese dann auf das weibliche Individuum X transferiert, damit jedoch das Geschlecht „Frau“ meint.

      Wäre da nicht die narzisstische Kränkung, die aktuell von AfD-Frauen ausgeht. Es ist zunehmend unmöglich, die „Wirfrauen“, „Unsfrauen“-Terminologie zu verwenden ohne sich einzugestehen, dass dies eben den rechten Rand aller Frauen mitmeint. Historisch hat er IMMER Eva Braun, Carin Göring und Magda Goebbels beinhaltet, doch durch feministischen Betrug+Selbstbetrug ist es gelungen, diese „starken Frauen“ aus der Rückschau zu verbannen.

      Wenn sie also schreibt: „Da scheint Frau Höchst aus der AfD-Fraktion diejenige zu sein, die Mann einfacher händeln kann, weil sie einfach so redet wie er.“, dann liegt da eine Gleichsetzung vor, die so nicht ganz stimmen kann.

      Denn siehe, ASF-bot, das bloße biologische Dasein von Frau Höchst „als Frau“ macht es zwingend erforderlich, ihr BESONDERS VIEL Aufmerksamkeit zu schenken. Die Dringlichkeit des Anliegens ist darin begründet, dass sie es BESONDERS als FRAU äußert, weil es sie ALS FRAU betrifft und zwar INSBESONDERE.
      Und da, von Vagina zu Vagina quasi, seid ihr euch eben SO VIEL näher, als „wir Männer“ das überhaupt in der Lage sein dürften zu beurteilen.
      ASF und AfD – wie leicht kann man das velwechsern…

      Ich habe – zum Abschluss – auch einen Merksatz, petrabot: „Versuche Kommunikation auf der Basis einer tatsächlich existierenden Realität zu betreiben, in der reale Menschen existieren, die reale Anliegen haben, reale Interessen, reale Bedürfnisse und reale Gefühle. Und ansonsten: LÖSCH DICH!“

      • 😉

        „Die Glosse … ist recht erheiternd.“

        Ich bin kein Literaturwissenschaftler, aber ich halte das nicht für eine Glosse, sondern für eine dystopische Kurzgeschichte, und sie ist nur sehr bedingt erheiternd. Ich komme gerade nicht drauf, warum ich sie erheiternd finden sollte.

        Der Schwenk zu #metoo kam irgendwie überraschend (sofern man nicht sowieso den ganzen Tag an #metoo denkt, weil man ständig mit einer Belästigung oder schlimmerem rechnet). Als Merksatz würde mir ja eher einfallen „Behandle Frauen so, als ob sie andauernd #metoo schreien.“

        Der Petrasche Merksatz ist psychologisch interessant: Töchter sind eine Generation jünger und tendenziell als schutz- und hilfsbedürftiges Kind anzusehen – wieder mal die klassische Erwartungshaltung und Rollenverteilung.

        • „Als Merksatz [zu #MeToo] würde mir ja eher einfallen „Behandle Frauen so, als ob sie andauernd #metoo“ schreien.““

          Genial 😉

          Sehr treffend Deine Analyse zum Merksatz der Petra: „wieder mal die klassische Erwartungshaltung und Rollenverteilung.“

      • @ crumar „Wäre da nicht die narzisstische Kränkung, die aktuell von AfD-Frauen ausgeht.“ Eben deshalb sind Feministinnen ja auch ganz schnell dabei, klarzustellen, warum diese rechten Frauen mit dem Feminismus ganz un gar nichts zu tun haben, obwohl sie sich vom Mainstream-Feminismus nur um Nuancen unterscheiden. Diese Sicherung der eigenen Position hat dann unbedingt Vorrang vor Auseinandersetzung mit sowas wie sozialen Realitäten.

        Richtig lustig waren die Reaktionen von Stokowski oder Bücker auf die simple Frage, warum sich Feministinnen eigentlich nicht zu den Frauen im Iran äußern, die offen und – tatsächlich mal – unheimlich mutig gegen den Kopftuchzwang protestieren. Sie, äh, finden das Thema schon wichtig, hatten aber zufällig immer gerade was anderes zu tun.
        https://twitter.com/marga_owski/status/961547984197570560

        „es ist völlig egal, ob es sich individuell um Lucas oder Adolf Hitler als Mann handelt.“ Na, Dir vielleicht, aber mir persönlich ist das eigentlich gar nicht egal. Ts ts ts.

        Aber klar, von großen lichten reinen Höhen aus betrachtet sieht alles irgendwie gleich aus, nur aus meiner Perspektive vermeine ich doch einige deutliche Unterschiede zu erkennen.

        • „Wäre da nicht die narzisstische Kränkung, die aktuell von AfD-Frauen ausgeht.“

          Das erinnert mich an eine (verbale) Auseinandersetzung mit einer Feministentrulla. Die hielt sich aus mir unerfindlichen Gründen für links und laberte mir die Ohren voll von wegen starken Frauen, wobei sie das rechte politische Spektrum völlig ignorierte. Worauf ich auf den Umstand hinwies, dass eine viele Frauen, die über politischen Einfluss verfügen und verfügten zur politischen Rechten gehören. Als Beispiel nannte ich Margaret Thatcher. Ihre Antwort: Das sei keine „richtige Frau“. Hmmmm … was soll man da noch sagen? Wer Frau ist, das bestimmen wir? Echt jetzt …

          • @Pjotr

            „Als Beispiel nannte ich Margaret Thatcher. Ihre Antwort: Das sei keine „richtige Frau“. Hmmmm … was soll man da noch sagen? Wer Frau ist, das bestimmen wir? Echt jetzt …“

            Oh doch und schon seit langer Zeit!

            Wann auch immer es die Diskrepanz zwischen ideal vorgestellter Frau mit essentiell weiblichen Eigenschaften (die auf der anderen Seite natürlich gar nicht geben kann, weil es sich dabei um biologische handeln würde) und real existierender Frau gibt, ist die Erklärung selbstverständlich, sie wäre durch „Männlichkeit“ oder „männliche Strukturen“ in ihrem „Frau sein“ deformiert oder vergiftet worden.
            In diesem Fall handelt es sich um biologisch fundierte Strukturen oder Eigenschaften, die existieren, weil es sich um männliche, also biologische handelt.
            Ich glaube, das ist quasi selbst erklärend.

            Viele Sexisten werden nun entgegnen, dass die so behauptete Weiblichkeit damit eine Geschlechtertrennung *voraussetzt*, die nie existiert hat.
            Dem möchte ich entschieden entgegnen, dass die nie existiert habende ideale Weiblichkeit sich *deshalb* nie hat durchsetzen können.
            Ihr stand immer die männlich dominierte, biologische Realität im Weg, bzw. die Biologie, die männliche Dominanz sichert oder die Biologie, die die Durchsetzung weiblicher Eigenschaften verhindert, ohne zugleich sicherzustellen, dass es sich nicht um biologische Eigenschaften handelt.
            Die nämlich durch männliche Biologie zwangsläufig deformiert oder vergiftet werden würde (oder wäre).
            Auch auf die Gefahr hin, mich hier zu wiederholen: Ich glaube, das versteht sich von selbst.

            Ich glaube, wir sind und darin einig, die menschliche Gesellschaft zu überwinden bedeutet auch – ein Stück weit – die männliche Biologie und Realität zu überwinden.

        • @Lucas

          „Eben deshalb sind Feministinnen ja auch ganz schnell dabei, klarzustellen, warum diese rechten Frauen mit dem Feminismus ganz un gar nichts zu tun haben,“

          Bullshit, es gab immer rechte Feministinnen, die in Deutschland niemals verfolgt wurden.
          Wie viele „radikale“ Feministinnen fielen unter den Radikalenerlass? NULL.

          Ich hatte bereits einen Kommentar zum Denkmal der verfolgten Schwulen und Lesben im Nationalsozialismus geschrieben, welches die „Kleinigkeit“ verschweigt, dass Lesben überhaupt nicht verfolgt und getötet worden sind.

          Der feministische Revisionismus hat ein Bild von Feminismus in der Geschichte erzeugt, auf das die Ahnungslosen der nächsten Generation Feministinnen entweder hereingefallen sind oder sie kultivieren die hohe Kunst der Stapellüge.

          „Aus meiner Perspektive vermeine ich doch einige deutliche Unterschiede zu erkennen“ – das ist aber der völlig unpolitische Punkt. Mit „Stärke“ ist einfach nur „Status“ gemeint – es ist lediglich relevant, *dass* Frauen ihn haben, nicht wie er erworben worden ist. Demzufolge bezieht sich der idiotische Vorwurf auch auf beliebige Männer, was den Vorwurf zu einem beliebigen macht.

      • Einfach nur genial. (Ich wiederhole mich gerne.)

        „ASF und AfD – wie leicht kann man das velwechsern …“ 😛

        Dennoch würde ich an einem Punkt einhaken – nicht als Kritik, sondern als Ergänzung:

        Satz A: „Zeigt sie doch Hilflosigkeit des Mannes mit einer Frau wie Marina Weisband umzugehen.“

        Keine Ahnung, ob das in dieser Allgemeinheit wirklich haltbar ist. Aber *Männerrechtler* können mit einer Frau wie Marina Weisband nicht umgehen. Ich kann’s nicht, Schoppe kann’s nicht, und Arne kann’s auch nicht.

        Für diese Hilflosigkeit gibt es gute Gründe. Wenn die Politik gegen Dich ist, wenn die Massenmedien gegen Dich sind, wenn die normalen Leute gegen Dich sind (nicht persönlich, sondern in Form von Vorurteilen wie „Frauen sind Opfer“, „Das Kind gehört zur Mutter“ usw.), wenn sogar Justiz und Bildungssystem gegen Dich sind, dann könnte es sein, daß Du mit Deinem Anliegen ziemlich hilflos dastehst. Hilflos gegenüber der allgemeinen Misere, aber auch hilflos gegenüber den Propagandisten und Repräsentanten dieser Misere.

        Ja, so ist das. Da hilft auch kein ohnmächtiger Protest im webblog.

        Also weiter bergauf strampeln, also weiter durchhalten.

    • Die ganzen Kommentare hätte man sich glaube ich sparen können.

      Hätte irgendein männlich gelesener Kommentator hier so heiße Luft abgelassen, wäre bestimmt nicht so viel Zeit verschwendet worden.

    • „Behandle Frauen so, wie andere Männer Deine Tochter behandeln sollen.“

      Ich behandel Frauen wie sie es verdient haben. Die meisten haben keine respektvolle Behandlung verdient, sondern die eines Kleinkindes. Erschreckend daran, die meisten stören sich nicht daran, sondern sind anscheinend daran gewohnt.

  • Kennen sie das Experiment Universum 25 von John B. Calhoun? In der letzten Phase des Experiments taucht ein neuer Verhaltenstyp auf, die Schönlinge. Männliche Mäuse die nicht mehr um ein Revier oder Weibchen kämpfen, keine Narben und Verletzungen haben und sich nur noch mit Essen, Schlafen und Körperpflege befassen. Sie haben keine Interaktion mit anderen Mäusen mehr und suchen keinen Platz in der sozialen Hierarchie mehr.
    Kenne inzwischen einige Männer die sich ähnlich verhalten, sie leben alleine, arbeiten nur so viel wie sie es für den eigenen Unterhalt benötigen, befassen sich nur mit ihren eigenen Hobbys und haben kein Interesse an langfristigen Beziehung oder gar Kindern. Man könnte sich jetzt Gedanken darüber machen welche Entwicklungen in unserer Gesellschaft wohl zu einem solchen Verhalten geführt haben.

    • Das Experiment kenne ich und finde die Ergebnisse auch wirklich erstaunlich. Den Vergleich bei Menschen kann man tatsächlich feststellen. Die ersten solcher Männer gab es in größerer Zahl anscheinend in Japan:

      Obwohl die jun­gen Gras­fres­ser eigent­lich ganz harm­los sind, haben sie in Japan eine gros­se Debat­te aus­ge­löst. Am Fern­se­hen und in den Medi­en wird hef­tig dar­über dis­ku­tiert, wie die seit den frü­hen 1990er-Jah­ren anhal­ten­de wirt­schaft­li­che Sta­gna­ti­on das japa­ni­sche Män­ner­bild ver­än­dert hat. Die Fir­men ihrer­seits sind um den Absatz ihrer Pro­duk­te besorgt, wenn ein Teil der nor­ma­ler­wei­se gut ver­die­nen­den jun­gen Män­ner plötz­lich anfängt zu gärt­nern oder wan­dern zu gehen, anstatt ihr ver­füg­ba­res Ein­kom­men für Autos, Uhren oder Golf auszugeben.

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