Fake News Feindbild Mann Männerechtsbewegung

Versager und Versorger

geschrieben von: Lucas Schoppe

Oder: Wie der Massenmord von Toronto in deutschen Medien verwertet wird

Ich bin in diesen Wochen mit Abiturarbeiten beschäftigt und komme daher kaum dazu, auf Kommentare zu antworten, auch wenn ich das schade finde. Ich habe trotzdem Stück für Stück einen Text geschrieben, weil ich die medialen Reaktionen auf den Massenmord in Toronto sehr irritierend fand.

 

„Toxic Masculinity“ ist die Antwort! Was war nochmal die Frage?

Nach einem Mordanschlag im öffentlichen Raum sind die Fronten in sozialen Medien wie Twitter noch verhärteter als sonst. Die einen gieren nach der Information, dass der Täter ein Moslem war – die anderen nach der, dass er keiner war.

Ein bitteres Spiel, das für das Leid der Opfer unempfindlich ist und es zugleich ausbeutet. Längst schon ist ein dritter Spieler dazugekommen, der die binäre Logik Moslem/Nicht-Moslem durch eine neue Kategorie ergänzt: Der Täter sei ein Mann, die Tat Ausdruck von Männlichkeit.

Ein Journalist Jonas Schaible, der sich als Absolvent der elitären Nannen-Schule vorstellt, weiß schon kurz nach dem Massenmord von Toronto, dass „toxic masculinity“ und „male entitlement“ (männliches Anspruchdenken) die „Ursachen für den Hass“ sind.

Andreas Kemper, der für die grüne Böll-Stifung einen nach heftiger Kritik eingestellten Online-Pranger politischer Gegner erstellt hatte, zitiert sich selbst und twittert denselben Satz, mit dem er schon den Anschlag in Münster bewertet hatte: „Das Problem heißt Männlichkeit.“

Der Massenmörder von Toronto hatte über eine Strecke von zwei Kilometern Passanten absichtlich mit dem Auto überfahren, also alle getötet, die ihm zufällig im Weg standen – und er hatte vorher ausdrücklich angekündigt, Männer und Frauen („Chads and Stacys“) töten zu wollen.

Eine Facebook-Nachricht des Mörders, die seine Tat ankündigt. „Chads“ sind für ihn Männer, die bei Frauen Erfolg haben – „Stacys“ sind Frauen, die diese Männer attraktiv finden.

Ohne weiter nachzufragen, ist für Angela Gruber im Spiegel die Lage sofort klar: „Ein unbändiger Hass auf Frauen“ sei das Mordmotiv. Das weiß, ohne näher hinzuschauen, auch Elsa Koester im Freitag. Sie schreibt von einer „Attacke, die durch Frauenhass motiviert war“ und fragt, die Antwort schon vorwegnehmend:

„Handelt es sich noch um Amok, wenn der Täter gezielt Menschen dafür umbringt, dass sie Frauen sind? Handelt es sich dann nicht vielmehr um einen Frauenmord, der sich darüber definiert, dass eine Frau deshalb umgebracht wird, weil sie eine Frau ist?“

Ganz in diesem Sinne fragt auch die Tagesschau: „Amokfahrt in Toronto: Motiv Frauenhass?“ Tatsächlich hat Minassian acht Frauen und zwei Männer getötet, laut CNN gibt es allerdings keinen Hinweis darauf, dass er gezielt Frauen überfahren hätte oder an Männern vorbeigefahren wäre. Doch auch ohne Belege können sich etablierte Medien bis hin zur Tagesschau, dem ehemaligen Inbegriff seriöser Nachrichten, als Mordmotiv allein Frauenhass vorstellen. Allein in Blogs wie Alles Evolution oder Genderama werden alternative und näherliegende Interpretationen diskutiert – in den etablierten Medien dringt davon nichts durch.

Die Einseitigkeit hat eine politische Agenda. Koester macht für die Tat einen „in den USA verbreiteten organisierten Maskulinismus“ mitverantwortlich und fragt belegfrei:

„Schaffen es Maskulinisten, psychisch labile Männer mit einer Umwandlung ihres Ohnmachtsgefühls in Hass auf Frauen abzuholen und auf diese Weise soziale Probleme von Männern in politischen Sexismus zu kanalisieren? Haben wir es dann sogar mit einem maskulinistischen Terroranschlag zu tun?“

Für die maskulinistische Schuld, die sie mit diesen Suggestivfragen nahelegt, hat Koester natürlich keinen Beleg. In seinem Text „Angry White Men“ mutmaßt der amerikanische Soziologe Michael Kimmel, Männerrechtler wären fanatisierte Frauenhasser, die frustrierte Männer auf die dunkle Seite ziehen. Kimmels Thesen werden so häufig und so selbstverständlich in Feuilletons und politisch interessierten Kreisen weitergereicht, dass es schön wäre, wenn wenigstens diejenigen, die das tun, seinen Text gelesen hätten. Kimmel wird wissenschaftlichen Methoden an keiner Stelle gerecht und produziert zuverlässig eben die Ergebnisse, an denen er politisch interessiert ist.

Ganz allgemein gehen wohl viele Menschen stillschweigend davon aus, dass Vorwürfe umso besser belegt sein müssen, je gravierender sie sind. Hier aber wirkt eine eben entgegengesetzte Logik: Je furchtbarer die Vorwürfe sind, desto weniger Belege brauchen sie – denn kann sich irgendjemand leisten, solche schrecklichen Anschuldigungen zu ignorieren? Koesters Text mündet in einem kaum verhüllten Appell zur Repression ihrer politischen Gegner.

„Sollte die Attacke von Toronto tatsächlich maskulinistisch motiviert sein, bedeutet dies eine neue Dimension von Sexismus und Gewalt an Frauen. Die Gesellschaft müsste sich dann die Frage stellen, wie sie diesen gefährlichen Sexismus und Maskulinismus in den Griff bekommt.“

Solch eine Position lässt sich umso leichter formulieren, je weniger das politische Engagement durch Sachkenntnis gestört wird. Nicht einmal der Begriff „Maskulinismus“ wird von irgendjemandem derer, die hier damit bezeichnet werden, verwendet: Es geht hier nicht um ihre realen Positionen, sondern bloß um die Projektionen der Autorin.

Tatsächlich werden von ihr und anderen ganz unterschiedliche, ja gegensätzliche soziale Gruppen unbekümmert unter Stichwörtern wie „Männlichkeit“ oder „toxic masculinity“ einsortiert.

 

Wie gefährlich es ist, wenn Männer für sich selbst sorgen

Der Täter von Toronto war offenbar ein sogenannter „incel“ – laut Gruber im Spiegel einfach eine Bezeichnung für eine „Gruppe von Männern, die Frauen verachten“. Was auch sonst. Immerhin erklärt sie vorher, der Name habe ursprünglich für „involuntary celibacy“ gestanden, also für ein unfreiwillig zölibatäres Leben.

Grundsätzlich sind Incels also Menschen, meist Männer, die darunter leiden, dass sie keinen sexuellen Kontakt mit Menschen des anderen Geschlechts haben. Dass diese Menschen sich über die Melange aus Sehnsucht, Minderwertigkeitsempfinden, Scham und Wut verständigen, mit der sie leben, ist ja grundsätzlich verständlich und nachvollziehbar. Wo aber kommt dann Hass ins Spiel?

Der Massenmörder von Toronto hatte sich auf einen Vorgänger bezogen – auf den psychisch kranken Elliott Rodger, der 2015 vier Männer und zwei Frauen getötet hatte und dies mit seiner Ablehnung durch Frauen begründet hatte. Auch Rodger war feuilletonistisch schon – trotz der Überzahl ermordeter Männer – als Mörder aus Frauenhass rubriziert worden.

Ausgerechnet diesen Rodger bezeichnet Minassian nun als „supreme gentleman“, und das gibt einen Hinweis auf das Selbstbild, auf das Frauen- und auf das Männerbild, in dem sich einige Incels einrichten.

Als Chads werden hier Männer fantasiert, die grob, rücksichtslos, oberflächlich, gefühlsarm und erfolgreich auf Frauen zugehen. Stacys wiederum sind Frauen, die ausgerechnet diese Chads attraktiv finden. Die erhabenen Gentlemänner wiederum verzweifeln daran, dass sie Frauen gegenüber selbst doch wesentlich zurückhaltender, feinfühliger und ehrlicher wären als die Chads, dass diese Frauen aber zu ihrem eigenen Nachteil auf Arschlöcher stehen würden.

Der Frauenhass, der Rodger, Minassian und anderen unterstellt wird, ist also mindestens im selben Maße ein Männerhass – ein Hass auf Männer, die bei Frauen erfolgreicher sind. Die Verachtung von Frauen speist sich eben aus dem Eindruck, dass ausgerechnet diese Männer für Frauen attraktiv seien.

Vermutlich wäre es auch für die kleine, bis vor ein paar Tagen weitgehend unbekannte Gruppe der Incels unfair, diese Ressentiments allen von Ihnen zu unterstellen. Solche Ressentiments aber auf „Männlichkeit“ insgesamt oder beliebige andere männliche Gruppen zu projizieren, ergibt erst recht keinen Sinn.

Gruber bringt im Spiegel ausgerechnet die MGTOWs mit den Incels in Verbindung. MGTOWs hätten sich entschlossen,

„keinen Kontakt mit dem angeblich verdorbenen weiblichen Geschlecht zu haben. Viel schlechter kann man als Mann seine sexuelle Frustration als Triebfeder des Hasses wohl kaum maskieren.“

Tatsächlich sind MGTOWs ganz im Unterschied dazu ein Gegenmodell zu Incels. Men Going Their Own Way: Diese Männer distanzieren sich vom klassischen Männlichkeitsideal des Versorgers anderer, insbesondere des Versorgers von Frauen, und gehen möglichst unabhängig ihren eigenen Weg. Es sagt mehr über Gruber als über die MGTOWS aus, dass sie diese Verweigerung einer klassischen männlichen Funktion allein sexuelle Frustration und Frauenhass wahrnehmen kann.

Incels hingegen leben offenkundig in einer verstörenden Abhängigkeit von weiblicher Aufmerksamkeit, und die Ressentiments gegen Chads speisen sich gerade aus der Überzeugung, sie selbst würden für Frauen eigentlich viel besser sorgen können als diese groben, rücksichtslosen Kerle. Ihre Sicht auf Männlichkeit unterscheidet sich radikal von den MGTOWs – hat jedoch dafür eine überraschende, aber unverkennbare Ähnlichkeit mit den Männlichkeitsklischees, die im heutigen Feminismus gepflegt werden. Selbst für die Verachtung für Frauen, die mit diesen Männern kooperieren, finden sich viele Belege in feministischen Texten.

Der normale Mann – „Normie“ ist Sammelbegriff für Chads und Stacys – ist bei Incels ein grober, egoistischer potenzieller Vergewaltiger. Die #metoo-Debatte hat dieses Bild nicht konterkariert, sondern bestätigt. Schaible und Kemper sind so wenig an der Sache und so sehr bloß an der Bestätigung immer schon für wahr gehaltener Geschlechterklischees interessiert, dass ihnen die Ironie ihrer Stellungnahmen gar nicht auffällt: Auch sie grenzen sich ressentimentgeladen vom Bild einer allgemein dominanten, destruktiven Männlichkeit ab und präsentieren sich selbst jeweils als der besser Mann.

Anstatt weiter das Klischee einer Männlichkeit zu pflegen, die unablässig breit lächelnd die patriarchale Dividende einstreiche, könnten sich Kemper, Koester und co. ja einfach einmal fragen, was für ein seltsames Patriarchat das eigentlich ist, in dem die totalitären Herrscher sich selbst als radikal wertlos wahrnehmen, wenn ihnen die Aufmerksamkeit der so umfassend Beherrschten fehlt.

Ausgerechnet die so angefeindeten Männerrechtler und MGTOWs bieten die Perspektive einer männlichen Selbst-Sorge,  also eben gerade einer gesünderen, keiner „toxischen“ Männlichkeit. Während MGTOWs sich zurückziehen, suchen Männerrechtler die Debatte und weisen auf rechtliche und andere  Nachteile hin, die spezifisch Männer und Jungen belasten.

Auch das ist weit entfernt von der Klage eines Incels. Männerrechtler konzentrieren sich auf Bereiche, in denen Menschen tatsächlich mit guten Gründen Ansprüche an andere geltend machen können. Die zentrale Forderung nach einer Gleichberechtigung von Vätern und Müttern beispielsweise basiert – neben den deutlichen Vorteilen für die Kinder – auf dem Anspruch, dass Menschenrechte und Grundrechte geschlechtsunabhängig für alle gelten müssen.

Die Ansprüche, die der Massenmörder von Toronto artikuliert, beziehen sich hingegen nicht auf Rechtsgüter oder soziale Benachteiligungen, sondern auf Emotionen. Kein Mensch aber kann einen politischen, moralischen oder rechtlichen Anspruch darauf gelten machen, dass andere Menschen ihn schön oder anziehend finden. In der Regel werden solche Ansprüche den, der sie erhebt, sogar noch unattraktiver machen.

Incels haben in dieser Hinsicht nichts mit Männerrechtlern gemein, viel aber mit Fat-Acceptance-Aktivistinnen und solchen Feministinnen, die es als Ausdruck inhumaner patriarchaler Schönheitsnormen wahrnehmen, wenn andere sie nicht als attraktiv empfinden.

 

Versorger, Versager und ein Grundwiderspruch

Kemper, Koester und co. benutzen die Leichen der Opfer von Toronto also gleichsam als Dünger für Ressentiments, die sie ebenso pflegen würden, wenn sie nie etwas von Minassian oder Incels gehört hätten.

Die unerträgliche Provokation, gegen die sie sich dabei richten, ist eben keine Frauenfeindlichkeit, sondern das Bild einer Männlichkeit, die für sich selbst sorgt. Denn es gibt zwar, natürlich, unter Männer- und Väterrechtlern Akteure, die ungeheuer wütend auf Frauen sind – und es gibt unter MGTOWs Männer, die Frauen verachtungsvoll als Menschen darstellen, die ihr Leben konsequent auf Kosten anderer führen würden.

Gleichwohl ist Frauenhass eben kein notwendiges Element von eigenständiger Männlichkeit oder männerrechtlichem Engagement, sondern muss dort notwendig Widersprüche produzieren. Wer gegen die Verletzung basaler Rechte von Männern und Jungen protestiert, kann nicht glaubwürdig sein, wenn er die Menschenrechte von Frauen und Mädchen ignoriert. Wer sich von Frauen unabhängig machen will, schadet sich selbst, wenn er mit Verachtung und Ressentiments auf Frauen fixiert bleibt.

MGTOWs müssten daher eigentlich zu den Lieblingsmännern von Feministinnen gehören, die an einer Änderung der traditionellen bürgerlichen Geschlechterfunktionen interessiert sind. Männerrechtler müssten eigentlich zu den Lieblingsmännern von Feministinnen gehören, die an einer offenen Debatte darüber interessiert sind, wie Menschenrechte und Menschenwürde auch durch die Geschlechtszugehörigkeit markiert sind. Wenn stattdessen beide Gruppen von Feministinnen attackiert und als Gesprächspartner fast panisch gemieden werden, dann sagt das mehr über den Zustand des Feminismus als über die Attackierten aus.

Aus dem Massenmord von Toronto, über dessen Hintergründe wir noch wenig wissen, lässt sich daher zur Zeit weniger schließen als aus der auf ihn folgenden Debatte.

Erstens ist es beunruhigend, wie selbstverständlich auch als seriös geltende Medien oder Sendungen wie die Tagesschau reale Geschehnisse im Dienste vorgefertigter Klischees interpretieren. Hätte aber nicht jemand, der sich den beliebten „Lügenpresse“-Rufen entgegenstellen möchte, eine wesentlich bessere Position, wenn sein Verhältnis zur Wahrheit nicht ganz beliebig wirken würde?

Zweitens ist es beeindruckend, wie fest das Bild des männlichen Versorgers im öffentlichen Diskurs verankert ist, und wie sehr es die Produzenten dieses Bildes als Provokation wahrnehmen, wenn andere Menschen sich davon distanzieren – und dies trotz oder gerade wegen jahrzehntelanger feministischer Arbeit an der bürgerlichen Geschlechterordung.

Als Problem der „Männlichkeit“ können Kemper, Koester und co. den Massenmord von Toronto deshalb wahrnehmen, weil sie sich selektiv auf wenige passende Aspekte von Männerleben konzentrieren, diese als repräsentativ verkaufen und alles, was nicht passt, ignorieren.

Wir haben also weniger ein Problem mit „Männlichkeit“ als mit der Art und Weise, wie wir über Männlichkeit reden.

Wie tief ist beispielsweise das Bild des männlichen Versorgers verankert, wenn sich außer ein paar Männerrechtlern niemand etwas dabei dachte, als das Ex-SPD-Schwergewicht Gabriel und die Ex-SPD-Familienministerin Schwesig publikumswirksam forderten, Vätern den Führerschein zu nehmen, wenn sie bei den Unterhaltszahlungen säumig sind? Es ist für sie völlig selbstverständlich, dass Väter für Frau und Kinder zu sorgen haben, selbst wenn sie ihre Kinder vielleicht nicht einmal mehr sehen können, weil die Mutter das nicht will. Es ist für sie sogar selbstverständlich, dass Väter auch dann zu zahlen haben, wenn sie gar nicht zahlen können, weil sie zu wenig verdienen, um die hohen Kosten der Getrennterziehung tragen zu können.

Der Versorger steht immer kurz davor, ein egoistischer Versager zu sein, wenn er seine Versorgungsfunktion nicht erfüllt.

Die Grünen etablierten ganz in diesem Sinne den Begriff „Opferideologie“ für Menschen, die auf spezifische Nachteile von Männern aufmerksam machen. Auch hier wäre die Idee unerträglich, dass dies schlicht legitim sein könnte – allein schon der Gedanke, dass auch Männer und Jungen einen Anspruch auf Schutz vor Ungerechtigkeiten haben könnten, wird als ideologische Verirrung von Jammerlappen hingestellt.

Das ausgerechnet politische Gruppen, die nach ihrer eigenen Vorstellung „emanzipatorisch“ sind, so verbissen an traditionellen Männlichkeitsfunktionen festhalten, macht auf eine zentralen ungelösten und uneingestandenen Widerspruch heutiger Familien- und Geschlechterpolitik aufmerksam. Die Rede von der Befreiung der Frauen, der Gleichberechtigung und der Auflösung der Geschlechterrollen setzt ganz selbstverständlich voraus, dass Männer weiterhin ihre traditionelle Funktion als Versorger erfüllen, als wäre nichts gewesen.

Je deutlicher dieser Widerspruch wird, desto schriller werden die Versuche, von ihm abzulenken – und sei es dadurch, das aus den Leichen eines Massenmordes in Kanada Waffen für das deutsche Feuilleton gebastelt werden.

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16 Comments

  • „Die Einseitigkeit hat eine politische Agenda.“

    Das ist die zentrale Erkenntnis, die ich über unsere Medien in den letzten Jahren gewonnen habe. Ich habe meinem Blog ja vor etwas über 5 Jahren begonnen und wollte eigentlich einen Blogpost mit einer Art Bilanz schreiben, hatte dann aber zu viel in analogen Leben zu tun. Das extreme Ausmaß an feministischer Meinungsmanipulation in den Leitmedien (wozu ich den Freitag nicht zähle) wäre darin ein Hauptpunkt, das konnte ich mir vorher so nicht vorstellen. Es ist einfach ein brutales Powerplay: die mediale Macht bzw. Reichweite wird ohne Rücksicht auf Verluste ausgenutzt, um dem Volk alternative feministische Fakten einzubleuen. Der amtierende Feminismus ist dank seiner medialen Machtpositionen längst totalitär. Jessen hat genau diese These in der ZEIT formuliert und völlig recht (was ihn zum Haßobjekt der toxischen Weiblichkeit machte).

    Der Koester-Text ist insofern völlig normal, Daß djadmoros versucht, dort sachlich zu diskutieren und Magda & Co. ihre Denkfehler zu erklären, ehrt ihn einerseits, nur fällt deswegen strategisch gesehen kein Sack Reis in China um. Die Propagandamaschinerie läuft weiter.

    Man kann beliebig oft darauf hinweisen, daß die ganzen Thesen von „patriarchalen Strukturen“ oder vom „Patriarchat“ genauso eine Geschichtsklitterei sind wie die Protokolle der Weisen von Zion und völlig analog wie bei Rechtsradikalen als psychologische Rationalisierungen von Haß, bei Rechten auf Juden, bei Feministinnen auf Männer, benutzt wird – die Hinweise prallen ab, die Gehirnwäsche war perfekt.
    Es ist nachgerade zum Brüllen komisch, wenn Freitag-Oberfeministin Magda, nachdem sie argumentativ Probleme bekommt, nach Belieben mitten in der Debatte zur ihrem zentrale Dogma zurückkommt: „Es ist aber nun mal so, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse noch immer weitgehend von patriarchalen Strukturen bestimmt ist. Dafür kann ich nichts.“ Für Begriffsstutzigkeit kann man schon etwas. Diese Begriffsstutzigkeit prägt inzwischen aber den Stil der Debatte, als konsequente Ergänzung zur medialen Dauerbeschallung.

    Insofern ist eines meiner 5-Jahres-Fazits, daß inhaltliche Debatten mit vielen Feministinnen sinnlos sind, genauso sinnlos wie Debatten über den Urknall mit Kreationisten. Man kann nur versuchen, die Machtpositionen der feministischen Medien zu untergraben bzw. eigene Machtpositionen aufzubauen, auch wenn das schwer ist.

    • „Es ist aber nun mal so, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse noch immer weitgehend von patriarchalen Strukturen bestimmt ist. Dafür kann ich nichts.“

      Nun ja, als oller Totrelativierer und Endlosdifferenzierer, halte ich diese beiden Sätze für etwas genauer zerlegenswert.

      Dem ersten kann man ja durchaus eine gewisse Stimmigkeit aninterpretieren. Nämlich insofern, daß jede Form von gesellschaftlicher Gruppe und jedenfalls jedes Staatsgebilde, immer und ganz automatisch eine „patriarchale Struktur“ ist. Da gehe ich mit den Femis erstmal grundsätzlich konform und vermute mal, daß deren theoretische Vorbilder das auch so entwickelt haben. Völlig unabhängig davon, ob es sich nun um einen Ältestenrat, einen Thing, ein sonstiges Palaverment oder eine Einpersonendiktatur handelt. Wobei es genau so eben ein Matriarchat sein könnte, nur waren es halt seit Anbeginn jeglicher Zivilisation ( und wahrscheinlich auch noch viel länger ) i.d.R. Männer die den Löwenanteil der leitenden und ausführenden Verantwortung in der Gesamtgruppe und nach außen übernommen haben. Das sind „nunmal gesellschaftliche Verhältnisse“ und „bestimmt“ bedeutet in dem Zusammenhang ja nix weiter als definiert und eben nicht „von oben oktroyiert“. Das ist so gesehen reine Pragmatik. Und dafür kann Magda ( historisch betrachtet ) wirklich praktisch nix.

      Richtig hanebüchen wird das aber in gemeinsamen Kontext beider Sätze, wenn man ihre politische Ausrichtung einbezieht.
      Denn sie ist ja ( da kann es ja nun überhaupt keinen Zweifel dran geben ) Erzfeministin. Und als solche eindeutig Teil der Gruppe, die permanent nach diesem Staat rufen, ja geradezu gieren. Und das so erfolgreich, daß unsere Gesetzgebung, die Rechtsprechung UND die Verwaltung mittlerweile durch und durch feministisch sind, wir also defakto, dejure und auch legislativ im staatsfeministischen Patriarchat leben.
      Wodurch ihre ganz klar beabsichtigte Suggestion, Feminismus und Patriarchat als unvereinbare Gegensätze darstellen zu wollen, schlicht lächerlicher Unfug ist.
      Sie predigt, fördert, wählt und verteidigt dieses Patriarchat ja nun seit gefühlt mindestens ungefähr mindestens Anfang dieses Jahrtausends als festes Inventar so ziemlich jedes „Freitag-Artikels“ zu diesem Themenbereich mit fanatischer Vehemenz und sicherlich agiert sie entsprechend auch bei Wahlen und damit zusammenhängenden Showeinlagen, Demos, sonstigen Veranstaltungen, soweit sie bei derartigem Auftritt. Sie ist also aktiver und hochengagierter funktioneller Bestandteil dieses angeblich von ihr kritisierten, ja geradezu angeprangerten Patriarchats.

      V. dh. muß ich immer innerlich schmunzeln, wenn ausgerechnet erzreaktionäre Femis verlangen, daß ihr ureigenes Regime sich programmatisch gegen sich selbst richten soll, genau das auch in der Praxis ( seltsamerweise scheinbar unerwüscht ) täte und dazu die verachteten und zu Buhmännern erklärten „die Männer“ zu ihrer ureigenen verschwörungstheoretischen „strukturellen“ Führungsspitze erklären. Und dann noch behaupten, sie könnten ja gar nix dafür, das hätten ja die Patriarchen ( also ihre eigenen Marionetten und Vorgaukler, nur jetzt plötzlich als Feindgruppe ) so bestimmt, quasi per biologischer oder genetischer Vorgabe.

      Das erinnert mit immer ein wenig an den Laurel&Hardy-Spruch: „Nun sieh doch, was Du mich hast tun lassen“ …

      Und in dem Punkte ist sie ja nicht allein, im Gegenteil ist das ja die Essenz aus so ziemlich jeder ( jedenfalls jeder mir bekannten ) feministischen Dogmatisierungsform, egal wie weitläufig verschwurbelt sie ansonsten daherkommt.

      Man könnte es so überspitzen: „Des Kaisers neue Kleider als antimilitaristische Flecktarnuniform“.

      Wenn so eine dann noch kaum verklausuliert zum Ausdruck bringt, daß sie die Kemperformel: „Die Männlichkeit ist DAS Problem!“ als korrekte Krankheitsdiagnose einordnet ( und genau das macht sie in dem verlinkten Kommentarthread ), dann ist für mich die Frage, wer da irre ist, „die Männers“, oder „die Magdas“ nicht schwer zu klären …..

      Es lässt sich im Endeffekt immer eindampfen auf: „Wir Frauen [ gemeint ist immer „ICH“ ] können [ kann ] nix dafür, Ihr Männer [ jeder, der sich kritisch zu dem Unfug äußert ] seid Schuld, daß wir [ ich ] nunmal so sind [ bin ].“

    • „Es ist aber nun mal so, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse noch immer weitgehend von patriarchalen Strukturen bestimmt ist. Dafür kann ich nichts.“

      Das ist so ein typisches Basta-Argument. Lass mich mit der Realität in Ruhe!

  • „Gleichwohl ist Frauenhass eben kein notwendiges Element von eigenständiger Männlichkeit“

    Die Blindheit dieser feministischen Frauenhass-Theorien gegenüber den Fakten zeigt sich an einer simplen Frage: Wer sind die größten Frauenhasser?

    Antwort: andere Frauen. YeyoZa (der mysteriöserweise vor ein paar Tagen sein Twitter-Konto und seinen Blog komplett gelöscht hat, leider, er kannte sich hervorragend aus) hatte früher reihenweise Beispiele für die oft hochgradig asoziale intrasexuelle Konkurrenz zwischen Frauen verlinkt. Es wäre interessant zu wissen, ob nicht mehr Mädchen und Frauen von anderen Frauen in den Selbstmord getrieben worden sind als von psychisch kranken oder verbrecherischen Männern umgebracht worden sind.

    Jedenfalls ist Frauenhaß offenbar aus biologischen Gründen ein grundständiges Element von Weiblichkeit. Die Biologie ist nun mal nicht politisch korrekt.

    • „die oft hochgradig asoziale intrasexuelle Konkurrenz zwischen Frauen“

      https://mobile.nytimes.com/2013/11/19/science/a-cold-war-fought-by-women.html#modal-lightbox

      https://twitter.com/PsychoSchmitt/status/969590604857475073

      https://twitter.com/SteveStuWill/status/968281848030707712

      Und Feministinnen nennen das dann internalized misogyny. Nur wenn es um asoziales Verhalten bei Männern geht, ist es die toxische Männlichkeit. Denn Weiblichkeit ist die Erlösung und kann niemals schlecht sein!

    • @ mitm „reihenweise Beispiele für die oft hochgradig asoziale intrasexuelle Konkurrenz zwischen Frauen“ Tatsächlich entspricht das auch der Erfahrung vieler Lehrer. Gerade in der Pubetätszeit wird das Verhalten zwischen Mädchen oft ungeheuer hart. Ganz allgemein: Jungen bilden Hierarchien und Hackordnungen, die auch nicht unbedingt human sind, mit denen am Ende aber alle einigermaßen leben können. Bei Mädchen aber gibt es oft Strukturen, in denen einzelne ausgesondert werden, für die es dann auch nicht ausreicht, einfach das Ende der Hackordnung zu akzeptieren. Das kann sich über Monate mit bleibender oder wachsender Intensität hinziehen.

      Gleichwohl ist das eine persönliche Erfahrung von mir, zwar von anderen Lehrkräften bestätigt – aber natürlich keine wissenschaftliche Studie. Es dient mir aber zur Einleitung für einen Gedanken, der mir bei Deinem Kommentar gekommen war.

      Für Kucklick ist „Männlichkeit“ ja eine Projektionsfläche der Überforderungen, die für die Moderne typisch sind: Anonymisierung – Technisierung – Verschwinden in unübersichtlichen sozialen Strukturen – Aufsplitterung der Person in der funktionalen Differenzierung – Distanzierung von der lebensweltlichen Erfahrung etc. „Weiblichkeit“ ist dann das Gegenmodell, steht für ein intakt, authentisch gebliebenes Menschsein, das seine moralische Orientierung nicht in den Unübersichtlichkeiten der modernen Welt verloren hat.

      Farrell fasst einen ähnlichen Gedanken noch einfacher: Die Frau sei ein „human being“, der Mann ein „human doing“. Ein Mann habe gesellschaftlich seinen Wert also nicht durch das, was er IST, sondern durch das, was er tut, durch die Funktion, die er erfüllt.

      Die Position der Frau wirkt jeweils sehr viel wünschenswerter. Wenn wir diese Unterschiede nun aber in die Bedingungen einer umfassenden Konkurrenz untereinander stellen, dann hat das männliche Modell erhebliche Vorteile.

      Das, was ich tu, kann ich nämlich erstens beeinflussen. Es ist abhängig von meiner Willensentscheidung, und wenn meine Kräfte, Kenntnisse oder Kompetenzen nicht ausreichen, kann ich an mir arbeiten und besser werden.

      Zweitens bin ich nicht identisch mit dem, was ich tu. Ich kann in einem Bereich arbeiten, dort Funktionen erfüllen und damit leben, dass mich das langweilt, anödet oder abstößt – weil ich in einem anderen Bereich etwas habe, womit ich mich mehr identifizieren kann. Insofern ist die bürgerliche Kleinfamilie wohl eben gerade ein Produkt der beruflichen Entfremdung: Der Mann kann beliebig entfremdet arbeiten und sich dennoch familiär irgendwie gebunden und zu Hause fühlen, weil er Arbeit und Familie trennt.

      Die Fähigkeit, verschiedene Bereiche der Persönlichkeit zu trennen, „to compartmentalize“, wird Männern von einigen Feministinnen denn ja auch zum Vorwurf gemacht – dabei ist sie eine notwendige Voraussetzung zum Leben in modernen Bedingungen.

      Das bedeutet aber: So hart, inhuman, sogar demütigend die Konkurrenzebdigungen auch sind, denen ein Mann sich in der traditionellen bürgerlichen Funktion gegenübersieht – er hat erstens den Vorteil, dass er prinzipiell handlungsfähig bleibt, und zweitens den Vorteil, dass er sich nicht persönlich getroffen sehen muss, dass er den Schwerpunkt seines Lebens immer gerade dahin verlagern kann, wo er nicht überfordernd unter Druck steht.

      Das Modell der bürgerlichen Frau aber als eigentliches „human being“, als Trägerin der authentischen Menschlichkeit unter Bedingungen der modernen Entfremdung – dieses Modell kann eigentlich nur funktionieren, wenn die Frau der Konkurrenz entzogen bleibt.

      Denn sie hat ihren Wert ja durch das, was sie IST – daran kann sie immer nur oberflächlich etwas ändern. Und: Sie ist immer als ganze Person gemeint, was immer ihr auch geschieht, weil ihre Funktion ja gerade darin besteht, die Möglichkeit zu repräsentieren, als Person noch „ganz“ sein zu können. Sie kann sich in dieser Funktion (die sie eben gar nicht als Funktion wahrnehmen soll, sondern als echtes Menschsein) nicht distanzieren.

      Das bedeutet: Es funktioniert nicht, das Modell der bürgerlichen Frau in die Bedingungen einer Konkurrenzgesellschaft einzufügen. Die Resultate für die Betroffenen sind schlicht zu hart. Auch in der Interaktion geht es ihnen immer um existenzielle Konkurrenz, von der die Beteiligten jeweils im Kern getroffen sind – nicht um den Aufbau von Hackordnungen, mit denen alle halbwegs leben können.

      Also muss das Modell geändert werden, wenn bürgerliche Frauen in den Arbeitsmarkt eintreten. Das heißt, von den beiden großen Zielen der feministisch inspirierten Geschlechterpolitik ist nur eines zu erreichen. ENTWEDER muss das so sehr begehrte Modell der Frau als besserem Menschen (und des Mannes als schlechterem Menschen) möglichst komplett aufgegeben werden – ODER Frauen können sich wie Männer der Konkurrenz auf dem Markt stellen.

      Auch hier wird dann deutlich, warum die Rede vom „Patriarchat“ sich durch die Hunderte von Gegenbeispielen überhaupt nicht beeindrucken lässt. Es geht überhaupt nicht um eine Interpretation empirisch fassbarer Wirklichkeit – sondern um die Verknüpfung zweier verschiedener Ziele, die nicht vereinbar sind. Weil die Frauen unterdrückt wären, hätten sie Anspruch auf Hilfe und Schutz in der Konkurrenz (Frauenquoten, rein weibliche Gleichstellungsbeauftragte etc.) – und dadurch, dass sie unterdückt wären und an den Herrschaftsstrukturen nicht Teil hätten, wären sie die irgendwie besseren Menschen, authentischer, sozialer, kommunikativer, weniger machtfixiert etc.

      Der Begriff „Patriarchat“ hat keine erkennbare Funktion für die Beschreibung oder Interpretation sozialer Wirklichkeit, nicht einmal eine heuristische. Er hat stattdessen eine zweifelhafte Funktion in der Theorieschließung, als Brücke zwischen zwei verschiedenen Überzeugungen, die schlichtweg nicht miteinander vereinbar sind.

      • @Lucas „zwar von anderen Lehrkräften bestätigt – aber natürlich keine wissenschaftliche Studie.“

        Ich habe im Moment zu viel im analogen Leben zu tun, werde aber am WE einmal meine Notizen sortieren und eine Zusammenfassung zum Thema intrasexuelle Konkurrenz zwischen Frauen schreiben, mit einigen Quellenangaben. Dann haben wie hoffentlich eine Übersicht über den Wissensstand.

        „Das Modell der bürgerlichen Frau aber als eigentliches „human being“, als Trägerin der authentischen Menschlichkeit unter Bedingungen der modernen Entfremdung – dieses Modell kann eigentlich nur funktionieren, wenn die Frau der Konkurrenz entzogen bleibt.“

        Das klingt plausibel, zumal die moralische Überhöhung „der Frau“ dieser ohnehin Probleme schafft, weil sie kaum erreichbare Standards vorgibt. Muß ich mal in Ruhe durchgehen.

        „Also muss das Modell geändert werden, wenn bürgerliche Frauen in den Arbeitsmarkt eintreten.“

        Hier rastet bei mir eine andere verwandte, aber generellere Beobachtung ein, nämlich daß feministische Politik regelmäßig darauf hinausläuft, Konkurrenz als solche zu verbieten. Beispielsweise dürfen Männer keine (exzessiven) Überstunden machen, weil sie dann beruflich davonziehen. Dieses Denkmuster hat sehr viel mit dem Egalitarimus zu tun, dem zufolge man verhindern muß, daß Individuen zu sehr verschieden sind. Wenn alle gleich sind, kann es aber auch keine Konkurrenz mehr geben, das Prinzip Konkurrenz unterstellt eine gewollte Ungleichheit.

        Das ist im Prinzip eine zweite, geschlechtsunabhängige Begründung, warum man Konkurrenz und freie Märkte ablehnt.

        • Als Lehrer kann ich das ebenfalls bestätigen. Da ich als berufsbildender Lehrer sowohl ausschließlich männliche (Maurer, Fliesenleger, Dachdecker) bzw. weibliche Klassen (Verkäuferinnen, MfAs) habe/hatte, bilde ich mir ein einen guten Einblick zu haben. Und ich gehe am liebsten zu den Maurern, Fliesenlegern, und Dachdeckern, weil es dort eine klare Hackordnung gibt und man als Lehrer nur an die Spitze muss.

          Während des Studiums habe ich einen Artikel zum Konkurenzverhalten von Schülern lesen müssen.
          Im Kern ging es darum, dass Jungs ihr natürliches Konkurenzgebaren aberzogen werden soll, um sie sozialkompetent zu machen und damit Mädchen im Konkurenzkampf nicht untergehen und eine Chance bekommen.
          (Das war übrigens Pflichtlektüre und wurde vom Großteil leider unhinterfragt aufgenommen…)
          Ich weiß noch, dass wir etwas Literatur zum Thema bekamen. Ich schaue nochmal Unterlagen durch, wenn ich was finde würde ich das hier posten. vllt war ja auch was seriöses dabei.
          Im gleichen Seminar wurde außerdem „aufgezeigt“, dass eine Lehrerin weniger verdient als ein Lehrer.

          Feministische Rhetorik ist also inzwischen sehr, sehr weit und tief in die Gesellschaft vorgedrungen.

        • „werde aber am WE einmal meine Notizen zum Thema intrasexuelle Konkurrenz sortieren…“

          Das Thema ist uferlos, es ist wirklich schwer, eine gute Übersicht zu bekommen. Ich habe jetzt diese Seite angelegt:

          Intrasexuelle Konkurrenz

          Da sind vor allem Metastudien und Übersichtsartikel verlinkt.

  • MGTOWs müssten daher eigentlich zu den Lieblingsmännern von Feministinnen gehören, die an einer Änderung der traditionellen bürgerlichen Geschlechterfunktionen interessiert sind. Männerrechtler müssten eigentlich zu den Lieblingsmännern von Feministinnen gehören, die an einer offenen Debatte darüber interessiert sind, wie Menschenrechte und Menschenwürde auch durch die Geschlechtszugehörigkeit markiert sind. Wenn stattdessen beide Gruppen von Feministinnen attackiert und als Gesprächspartner fast panisch gemieden werden, dann sagt das mehr über den Zustand des Feminismus als über die Attackierten aus.

    Hier machst Du übrigens genau denselben Fehler, den Du vorher Feministinnen und (militanten) Incels vorwirfst: Wenn die Realität nicht so funktioniert, wie die eigene Theorie meint, dann ist nicht die Realität falsch, sondern die eigene Theorie.

    Und in Deinem Falle meine ich, dass der Fehler im Ausgangspunkt der Annahme von Gleichheit zwischen den Geschlechtern (in dem Fall versteckt unter „gleiche Rechte für alle“) liegt. Das könnte eine schöne, idealistische Forderung sein, ja. Aber offensichtlich ist die Realität nicht so weit und es gibt wenig Grund zu der Annahme, sie könnte es in absehbarer Zeit sein.

  • Es bestätigt sich immer wieder: Feministen erzählen genau eine und nur eine Geschichte in tausend Variationen. Wenn Kemper sagt, „Männlichkeit ist das Problem“, so hat er zumindest begriffen, was Feminismus ist, nämlich die Ideologie, die in allen gesellschaftlichen Missständen, ob real oder eingebildet, den Mann und somit „die Männlichkeit“ als Verursacher und Verantwortlicher ausmacht. Das ist für Denkfaule ein verlockendes Angebot. Die Komplexität gesellschaftlicher Dynamiken wird maximal reduziert. Ein Sündenbock für alles – welches Spatzenhirn könnte da widerstehen!

    Im vorliegenden Fall des Attentäters von Toronto muss, um im feministischen Standardnarrativ zu verharren, so eben mal die Hälfte der Wahrheit ausgeblendet werden. Sein Hass galt nicht exklusiv Frauen, sondern Männern ebenso – Chads und Staceys.

    Sein Anschlag war kein auf Frauen gezielter, sondern ein unspezifischer, der seine Opfer rein zufällig traf und prinzipiell jede und jeden hätte treffen können, der sich zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort aufgehalten hätte.

    Zur Zeit ist es im feministischen Paralleluniversum Mode, so ganz allgemein von „männlichen Strukturen“ zu sprechen. Das ist absolut nichts Neues, sondern eine Umschreibung für „Patriarchat“.

    Wenn nun von Strukturen die Rede ist, die als problematisch gelten, dann ist der feministische Lösungsvorschlag ein sehr bescheidener: Man ersetze den Mann in der Struktur durch die Frau und alles wird gut. Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden. Was aber durch eine gefühlte Ewigkeit Merkel als Kanzler so anders geworden ist, das erschliesst sich mir nicht wirklich. In wiefern Merkel als Frau so anders regiert als ein Mann kann ich auch nicht erkennen. Aber sind erst mal 90 % aller Minister Frauen wird sich bestimmt alles zum Guten wenden, weil „Männlichkeit“ ist das Problem und ist das erst mal weg, verschwinden auch die Probleme – garantiert!

  • MGTOWs müssten daher eigentlich zu den Lieblingsmännern von Feministinnen gehören, die an einer Änderung der traditionellen bürgerlichen Geschlechterfunktionen interessiert sind.

    Wenn Feministen tatsächlich und nicht nur behauptet an einer Änderung traditioneller bürgerlicher Geschlechterfuinktionen interessiert wären, dann ja, dann wäre MGTOW zumindest ein Thema. Da aber Feministen die bürgerliche Vorstellung des Mannes als Versorger aus nahe liegenden Gründen nicht aufgeben wollen, ist der MGTOW mehr Schreckgespenst als Lösungsansatz. Männer, die sich nicht um das Wohl der Frauen scheren? Auf gar keinen Fall! Da kreischt die Pastorentochter auf! Der Patriarch hatte ja nicht nur eine bevormundende Funktion, sondern auch eine versorgende. Die hätte frau doch gerne auch weiterhin.
    Zudem ist ja bekanntlich „Männlichkeit“ das Problem. Also kann eine Lösung nur dann Lösung sein, wenn sie östrogengeschwängert daher kommt.

  • wenn man sich das so anschaut, reift in einem so ganz langsam der Entschluss das ganze nicht mehr passiv amüsiert/verwundert/entsetzt mitzuverfolgen, sondern zu versuchen aktiv dagene vorzugehen. The making of a anti-feminist o_0

      • Also als Verlierer sehe ich mich ganz bestimmt nicht, die Geschichten mit Kind und Kegel hab ich vermieden, und dieses Bild mit der Faust ist mir eh zu martialisch, man muss den Leuten ja nicht sofort auf die Fresse hauen, da gibt’s Alternativen.

        Aber ich geb’s zu, ich hab mich bisher mit Kommentaren außerhalb dieser „Szene“ hier zurückgehalten, alles was man erntet sind Antworten die irgendwo zwischen Desinteresse, Unverständnis und massiver Ablehnung liegen.

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