Armut Hate Speech Medien Väter

Was hat das ZDF eigentlich gegen Väter?

geschrieben von: Lucas Schoppe

Ein Beitrag von berlin direkt wütet gegen säumige Väter und verpasst dabei alles Wesentliche

Väter zahlen keinen Unterhalt, der Staat muss vorstrecken, holt sich das Geld aber kaum einmal zurück, und Politikerinnen sind darüber wütend, weil von diesem Geld ja viele soziale Einrichtungen finanziert werden könnten: Der berlin direkt-Beitrag von Nicole Diekmann zeichnet noch einmal das Väter-Bild nach, mit dem die Sozialdemokraten Sigmar Gabriel und Manuela Schwesig zu punkten versucht haben, als sie telegen forderten, unterhalssäumigen Vätern den Führerschein zu entziehen.

Die typischerweise fehlende Distanz zu parteipolitischen Positionen ist gar nicht das wesentliche Problem dieser Sendung – sondern dass hier ein strukturelles Problem moralisierend in ein moralisches Versagen Betroffener umgedeutet wird. Bei Twitter habe ich darauf in einem Thread reagiert, in dem ich Diekmanns Empörung über Väter meine eigene Situation als Trennungsvater entgegenhielt.

Die folgenden Tweets fasse ich einfach einmal zusammen.

Die Mutter unseres Kindes hat sich kurz nach meiner Elternzeit von mir getrennt, aus Gründen, die ich bis heute nicht kenne. Sie ist seitdem zweimal umgezogen, lebt nun mit unserem Sohn 500 Kilometer von mir entfernt. Ich fahre alle zwei Wochen und in meinen Ferien zu ihm .

Für den Umgang habe ich an seinem Wohnort eine kleine 1-Zimmer-Wohnung gemietet. Miete und Fahrtkosten sind im Monat etwa 650 Euro, dazu kommen Kosten für Kleidung, zwei Haushalte etc – das sind etwa 750-800 Euro Kosten für den Umgang pro Monat. Dazu 480 Euro Unterhalt.

Als ich in den ersten drei Jahren noch Betreuungsunterhalt (=Unterhalt für die Mutter) zahlen musste, konnte ich mir den Umgang trotz Studienratsgehalts nur leisten, weil ich einen 4000-Euro-Kredit aufnahm, den ich dann nach der Betreuungsunterhaltspflicht abstotterte.

Ich war deshalb sogar bei meiner SPD-Bundestagsabgeordneten und habe ihr erzählt, dass ich die 12-1300 Euro im Monat nur aufbringen könne, weil ich zu den 10% Bestverdienern gehöre – dass ich mir mit einem Facharbeitergehalt den Umgang mit unserem Kind aber nicht leisten könnte.

Leider interessiert sowas eine Sozialdemokratin überhaupt nicht. Beim Finanzamt habe ich gefragt, ob ich etwas von den Umgangskosten steuerlich anrechnen könne, weil der Umgang doch ein Recht unseres Kindes sei. Die Beamtin stellte klar, dass das doch mein „Privatvergnügen“ sei.

Das fehlende SPD-Interesse an den Notlagen ihrer ehemaligen Wählerschaft ist natürlich verständlich. Würde eine Sozialdemokratin offen einräumen, dass auch Väter durch das gegenwärtige Kindschaftsrecht in Notlagen geraten – dann könnten sie auch nicht mehr im Stile Gabriels oder Schwesigs als Verantwortliche für dessen Nachteile aufgebaut werden.

Dann würde am Ende gar noch überlegt werden müssen, ob es nicht eine gute Idee wäre, das Kindschaftsrecht zu ändern.

Dafür muss ich für 2 Wohnungen auch 2 Rundfunkbeiträge zahlen. Ich habe gebeten, auf einen Beitrag zu verzichten, weil es doch irre ist, mir für den Umgang mit unserem Kind noch Geld abzuknöpfen. ARD und ZDF bestehen aber auf der Zahlung, da sie einen rechtlichen Anspruch hätten.

Das ist natürlich angesichts der insgesamt aufgebrachten Summen nur wenig. Bei dieser Anmerkung ging es mir lediglich um den Hinweis, dass ich für Sendungen wie die von Diekmann auch noch doppelt bezahlen muss.

Ich habe absichtlich „verächtlich“ geschrieben, nicht „verachtenswert“. Ich weiß nicht, was Mütter und Väter dazu bringt, ihre Kinder zu ignorieren, ihnen ein Elternteil zu nehmen, sie vom Vater oder, deutlich seltener, von der Mutter zu entfremden. Es mag sein, dass es manchmal Ängste sind, die Menschen so handeln lassen, manchmal ist es wohl auch einfach nur billiger Egoismus. Ich kann aber nicht beurteilen, ob solche Menschen Verachtung verdient haben – verachtungsvoll gegenüber ihren Kindern ist ihr Verhalten allemal.

Der Folgetweet berührt dann eines der größten Probleme von Menschen, die sich heute als „links“ betrachten. Die Rede über „Strukturen“, „strukturelle Gewalt“ oder ähnliches ist zwar beliebt und wird allgemein routiniert beherrscht – aber seltsamerweise sind mit diesen „Strukturen“ dann jeweils ausgerechnet biologische Merkmale von Personen gemeint, ihre Hautfarbe oder ihr Geschlecht.

Allem Reden von der sozialen Konstruiertheit der Geschlechter zum Trotz geht es hier natürlich um das biologische Geschlecht: Hätte ich versucht deutlich zu machen, dass ich mich als Mutter unseres Kindes definiere, wäre mir das eher als Beleg eines tiefen Unernstes ausgelegt worden, als dass ich damit auf mütterliche Privilegien hätte zugreifen können.

Zu strukturellen sozialen Analysen gehören außerdem natürlich auch Überlegungen zur ökonomischen Reproduktion, was aber selbst im Marx-Jahr für deutsche Linke manchmal eine große Überraschung ist. Wenn die familiale Kooperation zerbricht, entstehen erstens deutlich höhere Kosten, für zwei oder gar drei Wohnungen, Reisekosten, getrennte Haushalte etc. Zweitens werden die Möglichkeiten des Gelderwerbs durch die geringere Kooperation bei der Kindesbetreuung eingeschränkt. Weniger Einnahmen – deutlich größere Ausgaben: Auch ökonomisch Unbedarfte müssten eigentlich auf die Idee kommen, dass solch eine Konstellation zu finanziellen Schwierigkeiten führen kann.

Wer stattdessen so tut, als ob das Armutsrisiko der sogenannten „Alleinerziehung“ lediglich auf säumige Väter und fehlende soziale Unterstützungssysteme zurückzuführen wäre, zieht sich auf eine infantile Position zurück, in der er – oder eben: sie – grundsätzlich andere für das eigene Auskommen verantwortlich macht.

Auch das gehört zu strukturellen Analysen: Welche Anreize werden durch Regelungen gesetzt? Wie steuern allgemeine Regeln persönliches Verhalten?

Eine unverheiratete Trennungsmutter hat beispielsweise in den ersten drei Lebensjahren des Kindes einen Anspruch auf Betreuungsunterhalt in der Höhe ihres vorherigen Einkommens. Dazu kommen dann Kindergeld, Kindesunterhalt und Elterngeld. Sie kann also ganz ohne Erwerbsarbeit ihr vorheriges Gehalt deutlich vergrößern, ohne mit einem Partner über die Aufteilung von Erwerbsarbeit und Kindesbetreuung einigen zu müssen. Voraussetzung ist allerdings ein solventer Partner, der ihre finanziellen Ansprüche bedienen kann.

Während die mütterliche „Alleinerziehung“ als Regelfall nach Trennungen zwar weithin ökonomische Notlagen produziert, kann eine kleine Gruppe von Frauen davon also erheblich profitieren. Meist sind das Frauen, die selbst ökonomisch privilegiert und institutionell gut vernetzt sind.

Auf die Frage, ob eigentlich Frau Diekmann selbst Trennungsmutter ist, also den öffentlich-rechtlichen Sender für Stimmungsmache in eigener Sache benutzt, gab es leider keine Antwort.

Es profitieren also ein paar privilegierte Frauen – und es profitieren Männer, die mit der Verantwortung für ihre Kinder nicht weiter behelligt werden möchten. Das Kindschaftsrecht bei Unverheirateten gibt dem Vater die Verantwortung für die Kindessorge immer noch erst auf dessen Antrag – eine Demonstation, dass die väterliche Verantwortung erlässlich sei.

Dann wurde ich ein bisschen grob, aber nur mal kurz zwischendurch:

Das ist ein schändlicher Journalismus, der sich für die Welt und die Menschen, die er zum Thema hat, nur gerade so lange interessiert, so lange sie bereits feststehende Positionen bestätigen. Diesem Journalismus geraten Welt und Menschen gleichsam zur bloßen Masturbationsvorlage.

Doch, dieser Begriff war mir wichtig, obwohl er natürlich klischeehaft ist. Eine Sendung wie die von Diekmann ist ganz selbstbezogen und nutzt die soziale Wirklichkeit lediglich als Futter für diesen Selbstbezug. Ich bedaure lediglich, dass ich die unschuldige Praxis der Masturbation durch diesen Vergleich in ein schlechtes Licht rücke.

Ich könnte es mir übrigens nicht leisten, auf eine halbe oder Dreiviertelstelle zu reduzieren, weil ich dann dieses Leben gar nicht mehr finanzieren könnte. Also, , falls demnächst mal wieder noch eine Sendung über den UNGEHEUREN SKANDAL des Gender Pay Gaps geplant ist….

Das ist wohl einer der Grundmythen unserer Zeit: dass die Erwerbsarbeit nichts anderes als ein Beitrag zur menschlichen Selbstverwirklichung sei, jedenfalls dann, wenn sie von Männern ausgeübt wird.

Was sollten Väter Kindern auch sonst zu bieten haben? Dieser Vater allerdings sollte sich Gedanken darüber machen, dass das Sparschweinchen doch ziemlich klein ist. Sieht so Vaterliebe aus?

Natürlich ist das Leben, das ich führe, nicht unbedingt gesund: Ich habe einen Beruf, in dem viele nur auf einer reduzierten Stelle arbeiten, weil eine volle Stelle ihnen zu viel ist. Statt mich am Wochenende zu erholen, tüdele ich durch halb Deutschland.

Die Zeit mit unserem Sohn, die ich als persönliche Zeit und Freizeit ansehe und genieße, definieren Mütterrechtlerinnen übrigens als skandalös unterbezahlte Care-Arbeit – vorausgesetzt, dass Mütter diese Zeit investieren, natürlich. Väter hingegen sollen doch bitteschön anerkennen, dass die Mutter ihnen die Möglichkeit des Umgangs nicht verbaut.

Natürlich kommt auf so etwas nie eine Antwort. Die öffentlich-rechtlichen Sender sind ein Adel der heutigen Zeit: Der Pöbel soll sie finanzieren, aber doch sonst bitteschön die Distanz wahren. Frau Diekmann zum Beispiel nutzt einen knappen Tweet-Austausch mit einem anderen Kritiker bloß, um mit professioneller Genervtheit aus einer Diskussion auszusteigen, in die sie niemals eingestiegen ist.

Ich hoffe nur, dass jemand Frau Diekmann die Riechfläschchen finanziert, die sie bei der Konfrontation mit so viel Hate Speech ganz gewiss braucht.

 

PS. Hier ist noch mehr davon, als Reaktionen auf meine Darstellung, dass ich mit einem Facharbeitergehalt den Kontakt zu unserem Sohn allein schon aus finanziellen Gründen nicht hätte aufrecht erhalten können:

Oder als Reaktion auf den Eingangstweet:

Oder hier:

Ein anderer Artikel zu Nicole Diekmanns Sendung findet sich bei fisch&fleisch.

RSS
Follow by Email
Facebook
Facebook
Twitter
Google+
PINTEREST
LINKEDIN
Whatsapp
Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann verpassen Sie keine Artikel mehr! Drücken sie auf den folgenden Link/Button und geben Sie Ihre Email-Adresse an, um über neue Artikel informiert zu werden.

31 Comments

  • Meine Situation ist etwas anders, jedoch ebenfalls interessant. Die Mutter meiner Kinder ist, so wie ich auch, Lehrer. Wir beide hätten eigentlich so ziemlich das gleiche Gehalt, aber durch Steuerklasse, Kindergeld und Unterhalt erhöht sich ihr monatliches Entgeld um mindestens 1200,- Euro. Zusammen mit dem Lehrergehalt möge man sich das zusammenrechnen. Ich nun, um 800,- Euro im Monat erleichtert, betreue die Kinder ca. 40%. Außerdem wohne ich in einer kleinen Wohnung 3 Minuten vom Haus der Ex und den Kindern entfernt. Von daher (gleiches Einkommen, gutes Zeitmanagement, geringe Entfernung, verlässliche Betreuungssituation) wäre das Wechselmodell, zumal meine Kinder dies ebenfalls wollten, die gerechte Lösung. Aber nur ein leises Wort in diese Richtung versetzt meine Ex in die Rolle der Hochstrittigkeit. Letztens konnte sie mit mir nur noch über den Anwalt kommunizieren, obwohl die Kommunikation ansonsten O.K. ist. Ca. alle zwei Monate produziert sie einen unmöglichen und unfairen Streit, um ihren Status der ‚Alleinerziehung’ zu sichern. Ein Gerichtsverfahren vor zwei Jahren hat mir gezeigt, dass ich an dieser Situation nichts verbessern kann.

    • Mit dem Wechselmodell würde sie ja kein Geld bekommen. Hat sie dir schon vorgeworfen das es dir ja nur ums Geld ging?

    • @ senice „Aber nur ein leises Wort von mir in diese Richtung versetzt meine Ex in die Rolle der Hochstrittigkeit.“ Das ist gerade ein zentrales Problem des gegenwärtigen Kindschaftsrechts, immer noch, obwohl es seit Jahrzehnten diskutiert wird.

      Wenn Mütter den Vater aus der Beziehung zu den Kindern heraushalten wollen, bestehen deutliche Anreize für sie, Konflikte zu initiieren und Kommunikation zu torpedieren. Diese Belohung destruktiven Verhalten ließe sich leicht vermeiden – wenn nämlich beide Eltern gleiche Rechte und Chancen hätten und beide gleichermaßen zur Kooperation verpflichtet würden.

      Wenn beide aber kalkulieren müssen, dass die Chancen des Vaters umso geringer sind, je größer die Konflikte sind – dann steht der Vater unter einem sehr großen Anpassungs- und Unterordnungsdruck und die Mutter hat ein starkes Motiv, Konflikte zu schaffen.

      Es ist politischer Wille, dass sich daran nichts ändert – keine sachliche Notwendigkeit.

      Mir hat übrigens gleich der erste Anwalt, mit dem ich nach de Trennung gesprochen hatte, gesagt, das Beamte relativ häufig Opfer von Eltern-Kind-Trennungen werden. Aus dem ganz einfachen Grund, dass Beamte ein zuverlässiges, gutes, transparentes Gehalt haben und sich anders als Selbstständige nicht arm rechnen können (was sowohl Väter als auch Mütter machen – die einen, um weniger zu zahlen, die anderen, um mehr zu bekommen).

  • Vielleicht sollte man ruhig rein ökonomisch argumentieren. 1300 € x 12 Monate sind 15600,- €. Mal – sagen wir – 15 Jahre sind 234.000 €. Das plus eine entsprechende Kapitalrendite über die Zeit ist, was die Mutter Deines Kindes letztlich Deinem Kind weggenommen hat. Das ist der Unterschied zwischen ein abbezahlte Haus erben und nix. Und wenn er mal 30-40 ist, wird er den Unterschied schmerzhaft merken.

    Wie irgendjemand auf die Idee kommen könnte, eine Frau könne noch so etwas wie eine „gute Mutter“ sein, wenn sie dieses Haus mal eben ihren Kindern klaut weil „die Gefühle nicht mehr da sind“, erschließt sich mir nicht.

    • @ lh Das ist auch schon oft mein Gedanke gewesen. Ich verfeuere monatlich so viel Geld für Bahn und Miete, dass damit längst jetzt schon ein Studium plus Auslandsjahr zu finanzieren gewesen wäre, wenn ich es hätte ansparen können. Oder eine Ausbildung plus Eigentumswohnung. Und ich hätte es tatsächlich angespart.

      Aber es liegt gerade in der Logik unseres Kindschaftsrechts, dass die Eltern regelrecht aufeinander gehetzt werden und sich übereinander endlos aufregen können. Für mich ist das sogar ein wichtiger Grund, warum ich dieses Blog betreibe – mich auf politische Bedingungen zu konzentrieren, anstatt die enorme Destruktivität dieser Bedingungen die Elternbeziehung vergiften zu lassen.

      Übrigens haben nach meiner Erfahrung meist gerade Frauen überhaupt kein Verständnis dafür, dass ich mich über politische Regelungen oder institutionelle Verantwortungslosigkeiten wesentlich mehr aufrege als über meine Ex.

      • In Wirklichkeit habe ich bei meiner Rechnung ja sogar vergessen, was überhaupt ein zweiter Hausstand für den getrennten Teil der Familie kostet. Das dürften ja schon die nächsten 1000,- € je Monat on Top sein…

        Ja die Anreize sind ein fürchterliches Problem. Aber daran kann ich direkt nichts ändern, da ich leider nicht der Gesetzgeber bin. Mich regt stattdessen auf, mit welchen Rechtfertigungen Frauen bei so was durchkommen. Als sich meine Schwester vom Vater meines Neffen getrennt hat, haben alle Frauen der Familie unisono erklärt, es sei ja nicht gut für die Kinder wenn die Eltern zusammenblieben obwohl „die Gefühle nicht mehr da sind“. Und so ein Bullshit regt mich auf. Diese selbstverständliche Dreistheit mit der die Kinder noch instrumentalisiert werden um die billigsten sexuellen Gelüste der Mütter zu rechtfertigen. Das ist so dreckig.

        Aber dagegen kann ich etwas machen. Indem ich ihnen diesen Bullshit um die Ohren haue und andere Sichtweisen dagegen setze.

  • Frau Diekmann bittet in die Runde das man ihren Beitrag wiederlegt? Der Frau kann geholfen werden. Wozu hat man 6 Semester Mansplaining im Patriarchat studiert?

    Sehr geehrte Damen und Herren von Berlin Direkt,

    Sie geben zwar an das man Sie auf Twitter erreicht, doch sobald Ihnen dort fundierte Kritik entgegen weht ist Ruhe im Karton. Aus diesem Grunde wende ich mich direkt an Sie, denn auf Twitter gibt Ihre „Reporterin“ Frau Diekmann an,

    „Sie bemängeln mein Stück als einseitig – dabei hätten Sie so gerne, dass es einseitig wäre. Ich hab solche „Diskussionen“ hier zu oft durch und steige aus. Falls Sie Argumente finden, was falsch ist in meinem Beitrag: Be my guest. Ich bezweifle das nach Ihren Mühen allerdings.”

    Nichts leichter als das, denn so richtig ist da anscheinend nichts. Nur um das so richtig schön fundiert zu machen, also das „Stück“ auseinander zu nehmen, hätte ich gerne die Quelle, nach der Frau Diekmann behauptet das 50% der Väter keinen Unterhalt zahlen. Angegeben ist in Ihrer Sendung nur BMFSFJ, was sicherlich nicht dazu beträgt hier Klarheit zu schaffen und sich über Originalquellen zu informieren. Ein Screenshot Ihrer Behauptungen ist als Anlage beigefügt.

    Und damit nachher keine Reklamationen kommen, die Quelle unten Rechts, die so schön schief ist und mit BMFSFJ betitelt, diese Ursprungsquelle, die aussagt das 50% der Väter nicht zahlen, die hätte ich gerne von Ihnen.

    Kurz zum Verständnis, auf der Seite eines Bundesministeriums, welches zufällig die gleiche Abkürzung hat, habe ich folgende Zahlen gefunden:

    eine Forsa Untersuchung, diese behauptet das 70% der Befragten regelmässig und in voller Höhe Unterhalt bekommen.

    https://www.bmfsfj.de/blob/94894/7e33a50d25693a44ac317a682a62c32f/prm-24073-sr-band-228-data.pdf

    Eine Umfrage des Lobbyverbandes Alleinerziehender, die behaupten das 50% diesen Unterhalt regelmäßig und in voller Höhe erhalten, und die dann die 25% auf teilweise und Nichtzahler aufteilen.

    https://www.vamv.de/fileadmin/user_upload/bund/dokumente/Pressemitteilungen/Hintergrundinformationen/Statistik/Alleinerziehende_in_Zahlen_mit_Header.pdf

    Um nun Klarheit in diese Unklarheit zu bekommen wäre es schön mir kurz die Erhebung per Mail zu senden, oder einen Verweis auf die Originalzahlen bei diesem ominösen BMFSFJ. Denn so wie es aussieht ist nicht mal diese Quelle richtig.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sicher kommt hier auch nichts… Wozu sich mit dem Pöbel beschäftigen.

    • Moin Kai, danke für den Brief!

      Der Bericht bezieht sich m.W. auf eine Bertelsmann-Studie. Dort wird festgestellt, dass etwa die Hälfte der Väter ihren Unterhaltspflichten nicht nachkommen.

      Obwohl die Studie deutlich für alleinerziehende Mütter Partei ergreift, stellt die Verantwortliche aber auch klar, dass die Gründe für die fehlenden Zahlungen nicht klar sind, dass es aber „Indizien“ gebe, sie würden in der Mehrzahl auf fehlender Zahlungsfähigkeit beruhen. Wo nichts ist, ist nichts zu holen.
      https://www.welt.de/politik/deutschland/article157736853/Manche-zahlen-lieber-Geldstrafen-als-Unterhalt.html

      Das entspricht übrigens einer Antwort der Bundesregierung aus dem Jahr 1993 (!) auf eine entsprechende Anfrage der SPD – in der Mehrzahl der Fälle läge „Leistungsunfähigkeit“ vor. (siehe Matussek, Die vaterlose Gesellschaft, FaM 2006, S. 134/135). Seit 25 Jahren nun ist schon klar, dass wir hier kein Väterproblem, sondern ein Systemproblem haben. Aber es dauert ja manchmal ein bisschen, bis solche Informationen bei einem so großen Tanker wie dem ZDF ankommen.

      In der Bertelsmann-Studie wird übrigens – was Diekmann galant verschweigt – festgestellt, dass 85 % (!!) der unterhaltspflichtigen Mütter nicht bezahlen. Die Fallzahlen seien zu gering für Repräsentativität, aber das entspricht so genau den Erfahrungen, die ich auch kenne und von denen mir Anwälte erzählt haben: Alleinerziehende Väter brauchen im Normalfall gar nicht erst auf die Idee zu kommen, die Mutter würde ihnen irgendetwas zahlen.

      Auch das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass es hier um ein Systemproblem, nicht um ein Väterproblem geht. Oder, anders formuliert:

      Das ZDF und Diekmann gehen mit dem Kindschaftsrecht ähnlich um wie die AfD mit der Einwanderung. Anstatt Strukturen zu analysieren, stellen sie Gruppen von Menschen als amoralisch hin und tun so, als wären die im Wesentlichen für alle Probleme verantwortlich.

      • Gibt da ne neue Studie, einfach mit dem Namen gesucht…
        Hieraus, seite 22 „Mit Blick auf Kindsunterhalt besteht dringend Forschungsbedarf…“
        https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/Projekte/Familie_und_Bildung/Studie_WB_Alleinerziehende_Aktualisierung_2016.pdf

        Und dann auf Seite 21
        „aus dem Jahr 2014 auf der Grundlage des Datensatzes „Familien in Deutschland“, dass etwa die Hälfte der Alleinerziehenden keinen Unterhalt für die Kinder bekommt“

        Die Hälfte der Alleinerziehenden… Und daraus wird dann… Schwups, alle haben Unterhalsanspruch und Papa zahlt nicht. Wie viele haben Papa denn nicht angegeben?
        Und danach geht es dann mit Studienmix los, dann kommt eine Hartmanstudie die sagt, vom Unterhalt der fließt reicht aber nur die Hälfte… Ob Datenbasen gleich sind, scheiss doch drauf, Studienmix hat ja bei Sarazin auch schon gefunzt.

        Und dann gibt es wieder eine Studie vom Verband alleinverblödeter…
        „Diese Daten werden auch durch eine aktuelle (nicht repräsentative) Umfrage des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV e.V.) mit 1.233 Befragten bestätigt. Nach Aussage der befragten Alleinerziehenden erhalten 44 Prozent von ihnen keinen Unterhalt; nur ein knappes Drittel erhält regelmäßig und pünktlich den Mindestunterhalt (Berkhoff/Hoheisel 2015)“
        Ist nicht wahr?

        Und nu kommt es,
        „41,7% aller Befragten haben einen Unterhaltstitel. 53,6% haben keinen, 4,7% geben an, dies nicht zu wissen. Ein Unterhaltstitel ist eine Jugendamtsurkunde oder ein gerichtlicher Beschluss, der die Höhe des zu zahlenden Unterhalts festschreibt. Fließt der Unterhalt nicht freiwillig, wird ein Unterhaltstitel gebraucht, um Zwangsvollstreckungen wie Lohn- oder Kontopfändungen einleiten zu können.” Boa, Lohnpfändungen? Wie geht das denn?

        Also haben 53,6% aller Mütter keinen Titel? Kein Titel keine Knete, so easy!

        Warum haben denn 53,6% KEINEN Titel gegen Papa? Was haben die denn da erforscht und wer ist in der Gruppe nun drin? Sind da alle drin die bis 5 zählen können, alle die einen Papa benennen können und der Rest hat am nächsten morgen den Namen vom frechen Stecher vergessen, weil so ja sogar noch Unterhalt vom Staat hinzukommt… Fragen über Fragen, aber Frau Diekmann, die weiss das…

        Da ist also anscheinend die Gruppe aller Alleinerziehenden gemeint, also auch die welche Papa nicht kennen, welche Papa nicht kennen wollen damit Papa keine Ansprüche anmelden kann und die welche anscheinend so strunzdumm sind das sie nicht mal die Basics kennen.

        PS:
        Und aus den Restzahlen lässt sich nun wieder einmal die forsa Umfrage bestätigen die sagt, die zu Unterhalt verpflichteten Väter zahlen zu 70% regelmässig und in voller Höhe.

        Nicole Diekmann 0 Points! Keine Punkte für so einen Scheissdreck!

        • Schon auf Seite 9 stolpert man(n) über die Formulierung: „Auffällig ist, dass 2013 im Vergleich zu 1996 deutlich weniger Mütter einer Vollzeitbeschäftigung nachgingen – dies gilt für alle Mütter unabhängig von der Familienform, in der sie leben.
          58 Prozent der erwerbstätigen alleinerziehenden Mütter arbeiten in Teilzeit. Dabei arbeiten sie mit durchschnittlich 29,5 Stunden pro Woche rund fünf Stunden mehr als Mütter in Paarhaushalten.“. Das deutet m. E. doch schön auf einen vollen feministischen Erfolg hin… reales Leben und die fem. Filterbubble, oder auch die Anwendung von fem. doublethink… und passend gestützt durch die Minijobs… wenig schaffen, viel lamentieren und doch über die Runden kommen, und das obwohl sich die Lebensunterhaltskosten nicht unwesentlich von 96 zu 2013 erhöht haben… Die Männer arbeiten bestimmt auch gleich viel weniger… ;o)

  • @ Lucas:
    „Das Kindschaftsrecht bei Unverheirateten gibt dem Vater die Verantwortung für die Kindessorge immer noch erst auf dessen Antrag – eine Demonstation, dass die väterliche Verantwortung erlässlich sei.“

    Auch wenn Katja Dörner und ihre grünbraunen Parteifreunde diese Falschinfo seit bald 10 Jahren verbreiten, so bleibt sie doch falsch.
    Nur wenn die Mutter die Erklärung der gemeinsamen Sorge verweigert, bleibt dem Vater als letzter Versuch ein Sorgeantrag, der dann aber regelmäßig abgeschmettert werden wird.
    Nebenbei muß er ggf. diesen Antrag bei Gericht stellen und NICHT bei einem Jugendamt, wie auch gern falsch verbreitet wird!

    Und zufällig bin ich da auf aktuellem Stand, denn ich habe gerade vor ein paar Wochen einen ( derzeit noch ) angehenden Vater zu beraten und meine Infos haben sich als immer noch richtig erwiesen. Zufällig hatte das junge Paar, welches ernsthaft der Meinung war es müsse beim JA einen Antrag auf die gemeinsame Sorge stellen, nämlich einen väterfreundlichen Mitarbeiter im Amt als Ansprechpartner, welcher, im Gegensatz zu den weitgehend üblichen Gepflogenheiten, beide gemeinsam darüber aufklärte, daß im Falle einer Trennung der Vater schlechte Karten hat und sie offenbar sogar beriet ( eher wohl an beide appellierte ) doch bitte an die besten Interessen des Kindes zu denken und es nicht in einen Streit auf Paarebene zu ziehen.
    Und ganz nebenbei hat er das von mir dazu Gesagte bestätigt, die beiden ihre Erklärung abgeben lassen und dieselbe dann korrekt abgeheftet.

    Wäre nett, wenn Du diese unbedachte Falschinfo korrigieren könntest.

    • @ Fiete Kontext, bitte. 🙂

      Mir ging es hier ja darum, dass die deutsche Gesetzgebung Vätern UND Müttern signalisiert, die väterliche Kindessorge sei erlässlich und im Zweifelsfall unerwünscht.

      Die damals amtierende Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger hatte ja eigentlich eine Widerspruchslösung beabsichtigt: Auch bei Unverheirateten sollten grundsätzlich Mütter und Väter das gemeinsame Sorgerecht haben, und wenn jemand Einwände dagegen hat, muss er oder sie eben Widerspruch einlegen.

      Das aber scheiterte am massiven Widerstand der Mütterlobby, der Mütterlobbyistinnen bei Rot-Grün sowie der konservativen Familienpolitiker in der Union. Denen war die Beibehaltung der mütterlichen Privilegien so wichtig, dass sie gern dafür in Kauf nahmen, die Unwichtigkeit der väterlichen Kindessorge zu demonstrieren.

      Wenn dieselben Leute – Typen wie Gabriel oder Schwesig – dann demonstrativ vor Empörung Schnappatmung bekommen, weil Väter ihrer Verantwortung nicht gerecht werden, dann ist das lächerlich und unehrlich. Und eine Journalistin, die sich dem distanzlos anschließt, ist keine Journalistin, sondern eine Lobbyistin.

      Was die Möglichkeiten für Väter angeht, kenne ich noch keine Statistiken. Ich selbst habe auf diesem Weg das Sorgerecht bekommen, aber die befasste Beraterin bestand darauf, dass nach alter Art das Aufenthaltsbestimmungsrecht herausgenommen werden sollte. Das Resultat: Wir haben jetzt eine Situation, in der das Jugendamt mir sagt, ich hätte das Aufenthaltsbestimmungsrecht, aber ich weiß nicht, ob die Mutter das auch weiß.

      Das Problem sind nicht die Gesetze allein, sondern auch der Widerstand gegen Veränderungen in den befassten Institutionen. Meines Wissens hängen die Chancen von Vätern (und Kindern!) nicht unwesentlich vom Standort des Gerichts ab….

      • @ Lucas:
        Wem erzählst Du das? 😉
        Auf eben die von Dir geschilderten Umstände bezog ich mich ja.

        „Meines Wissens hängen die Chancen von Vätern (und Kindern!) nicht unwesentlich vom Standort des Gerichts ab….“
        Noch wesentlicher dürfte die Persönlichkeits- u. berufliche Entwicklung der beteiligten Institutionellen sein. Im meinem Fall kann ich wohl sagen, daß da zwei recht bemühte Damen, denen nach drei Tagen sämtliche Zuständigkeiten per Bundeslandhopping entzogen worden ( was übrigens auch eine ziemlich hinterfragenswerte Praxis darstellt ), gegen deutlich über ein halbes Dutzend durchgeknallter Mutterkultler standen. Welche sich dann absolut substanzfrei in einen regelrechten hysterischen Rausch hineingesteigert haben ( kurz zusammengefasst: „Der Fiete ist ein irrer Amokläufer, der eine blutige Schneise quer durch Deutschland zieht, weshalb man alle Kinder UND unsere armen ‚Kinderschützer“ unbedingt und mit allen Mitteln vor ihm schützen muß“ ).

        Mit meinem obigen Kommentar ging es mir logischerweise – wie immer – um die Mitleser, die noch auf dem Gerüchtestand sind, der von den MS-Medien, den Broschüren in den Inforegalen und den institutionellen „Fachkräften“ selbst aktiv verbreitet wird. Grob geschätzt gehe ich davon aus, daß wahrscheinlich der überwiegende Teil der jungen Eltern mittlerweile so bearbeitet ist, daß er tatsächlich glaubt, es wäre Gesetz, daß die gemeinsame Sorge in einem JA beantragt werden müsse. Die meisten davon werden, sollten sie Deinen Artikel oben lesen, sicher eine Bestätigung dieses Blödsinns darin sehen. Den rechtlichen Kontext, oder gar den politischen, werden die i.d.R. nicht erkennen können, den des „üblichen Geschäftsinteresses jener Pappenheimer“ garantiert noch weniger.

        Schließlich weiß ich noch zu genau, wie naiv und rechtsstaatsgläubig ich selbst kurz nach der Verschleppung des Kindes gewesen bin und was für ein Unfug mir derzeit um die Ohren flog, als ich versuchte mich schlau zu machen. Genau diese Gerüchteküche ist es m.E., die dafür sorgt, daß frisch getrennte ( oder eben noch nicht ganz getrennte ) Mütter bei dubiosen Orgs, wie etwa dem VAM(v), dem dKSB ö.ä. landen, während Väter sehr oft in den Fängen von abgehalfterten Rechtsverdrehern oder – eher noch schlimmer – solchen Typen, wie dem „Experten“ des seinerzeitigen „Väterwiderstands“ enden, was die Fallentwicklung dann mehr oder weniger direkt vorgibt. Ein Blick auf die Kommentare auf bspw. Jugendämter.com bestätigt diese Einschätzung sehr deutlich.

  • Danke für diese Recherche und Analyse!

    Die Rede von „Masturbationsvorlage“ u. dgl. finde ich nicht angemessen, weil sie den wesentlichen Aspekt der Misere verwässert oder gar verschleiert. Der für mich wesentliche Aspekt findet sich in diesem Absatz:

    „Während die mütterliche „Alleinerziehung“ als Regelfall nach Trennungen zwar weithin ökonomische Notlagen produziert, kann eine kleine Gruppe von Frauen davon also erheblich profitieren. Meist sind das Frauen, die selbst ökonomisch privilegiert und institutionell gut vernetzt sind.“

    Wir haben also ein System von Gesetzen, Verordnungen, Regelungen u.dgl., das allein deshalb aufrecht erhalten und womöglich sogar ausgebaut wird, um eine relativ kleine Gruppe von Frauen („die selbst ökonomisch privilegiert und institutionell gut vernetzt sind“) noch weiter zu bevorteilen – und dies obwohl eben dieses System überwiegend Notlagen produziert, überwiegend bei den beteiligten Vätern.

    Genau das ist der Punkt! Überspitzt formuliert: Die Allgemeinheit muß leiden, damit einige wenige Frauen, die ohnehin schon privilegiert sind, finanzielle Vorteile genießen können. Oder anders: Die Verarmung der Vielen für die Bereicherung einiger bereicherter Frauen.

    Letztlich geht es nur ums Geld, bloß um den Eigennutzt der ohnehin Eigennützigen. Und diese Analyse wird verwässert, wenn man plötzlich von Masturbation redet. Was immer Masturbation sein mag – höchstes Glück oder einfach nur Schweinkram -, es ist so ziemlich das Gegenteil einer finanziellen Strategie auf Kosten anderer.

    Auch in Bezug auf die Vorgehensweise von Frau Diekmann paßt die Rede von Masturbation nicht. Denn diese „Journalistin“ läßt sich ja von der Öffentlichkeit (den Beitragszahlern) dafür bezahlen, daß sie in der Öffentlichkeit ihre ganz privaten und ganz finanziellen Interessen verficht – und zwar gegen die Interessen der Mehrheit dieser Öffentlichkeit. Dieses manipulative Vorgehen steht in keiner Analogie zur Masturbation.

    • @ Jochen Du hast damit ganz recht. Mir ging es vor allem darum, die ungeheure Selbstbezogenheit herauszustellen. Es passt dazu, dass in diesem Beitrag überhaupt keine Männer auftauchen, obwohl permanent und auch mit beträchtlicher Wut über Männer – Väter, die zu wenig Unterhalt zahlen würden – geredet wird. Diekmann kommt gar nicht auf die Idee, mal nachzufragen, woran es liegt. Oder sie kommt darauf, aber lässt es absichtlich bleiben.

      Was mich auch irritiert: Was immer auch an persönlichen Geschichten hinter der Trennung steckt, ob der Vater nun von der Mutter entsorgt wurde oder sich selbst aus dem Staub gemacht hat, oder eine Mischung von beidem – grundsätzlich wird das Geld, dass sie von ihm beansprucht, ja VON IHM erarbeitet. Wenn er es denn hat. Was hier als ungeheurer Skandal präsentiert wird, ist, dass Männer Geld, das sie selbst erarbeiten, auch für sich selbst ausgeben.

      Die Selbstverständlichkeit, mit der Mütter hier ein Zugriffsrecht auf dieses Geld beanspruchen, baut de facto auf einer kompletten Instrumentalisierung seiner Leistung. Solch eine Instrumentalisierung kann sein, wenn es tatsächlich um das Kind geht – aber dafür muss sie eben auch erst einmal LEGITIMIERT WERDEN.

      Davon ist aber gar nichts zu erkennen – dass der Vater zu zahlen hat, ist schlicht gesetzt. Das aber ist einer aufgeklärten Gesellschaft nicht gemäß – hier können Menschen seht wohl für die Zwecke anderer instrumentalisiert werden, aber doch nur, wenn sie selbst eingewilligt haben. Über einen Arbeitsvertrag zum Beispiel. Wo aber ist denn die Einwilligung der Trennungsväter?

      Es ist kein Argument, darauf zu beharren, sie hätten ja gewusst, worauf sie sich einlassen, als sie mit der Frau schliefen – mit dem Argument ließe sich dann andersrum auch das gesamte Abtreibungsrecht pulverisieren.

      Tatsächlich gibt es m.E. grundsätzlich nur eine Legitimation – nämlich wenn sich Mutter und Vater auf eine Aufteilung der Arbeit, der direkten Kindessorge und der indirekten Kindessorge durch Erwerbsarbeit, einigen. Wenn sich hier staatliche Institutionen einmischen, richten sie eher Schaden an, als dass sie nutzen – die massive rechtliche Kräfte-Ungleichheit zwischen Müttern und Vätern erschwert tragfähige Einigungen beispielsweise ganz erheblich. Hier wären gleiche Rechte sehr wichtig, und längst überfällig.

      Nur wenn sich Eltern nicht über die Aufteilung der Kindessorge einigen können, ist die Beteiligung Dritter legitim. Diese Dritten brauchen dafür dann aber klare Kriterien. Zum Beispiel:

      Grundsätzlich müssen Eltern zu direkter Kindessorge und zur Erwerbsarbeit bereit sein – wer in einem der Bereiche weniger leisten möchte, muss das durch größere Leitungen im anderen Bereich kompensieren. Voraussetzung allerdings ist, dass der andere dazu ebenfalls bereit ist.

      Wenn aber beispielsweise BEIDE Eltern direkt für das Kind sorgen wollen, braucht es Modelle für die Einigung. Auch deshalb ist das Wechselmodell als Leitmodell nach einer Trennung so wichtig – weil es von den Verantwortungen ausgeht, die beide Eltern haben, anstatt diese Verantwortungen ungleich nach Geschlechterklischees zuzuteilen.

      Es ist jedenfalls auf gar keinen Fall zu legitimieren, einem Vater, der selbst für sein Kind sorgen will, die Möglichkeit zu dieser Sorge zu nehmen – und ihn dann auch noch zu erheblichen Zahlungen zu verpflichten, weil er ja nicht für sein Kind sorgen würde. Das ist zynisch und entwürdigend.

      • „Mir ging es vor allem darum, die ungeheure Selbstbezogenheit herauszustellen.“

        Ach so, der Vergleich mit der Masturbation wegen der Selbstbezogenheit – genau, das habe ich oben übersehen.

        „Was hier als ungeheurer Skandal präsentiert wird, ist, dass Männer Geld, das sie selbst erarbeiten, auch für sich selbst ausgeben.
        Die Selbstverständlichkeit, mit der Mütter hier ein Zugriffsrecht auf dieses Geld [der Väter] beanspruchen, baut de facto auf einer kompletten Instrumentalisierung seiner Leistung.“

        !!! (Du weißt ja, ich mache gerne Ausrufezeichen in Deine Ausführungen.)

        „Es ist jedenfalls auf gar keinen Fall zu legitimieren, einem Vater, der selbst für sein Kind sorgen will, die Möglichkeit zu dieser Sorge zu nehmen – und ihn dann auch noch zu erheblichen Zahlungen zu verpflichten, weil er ja nicht für sein Kind sorgen würde. Das ist zynisch und entwürdigend.“

        Das kommt mir vor wie ein „Catch 22“. Man sieht daran wieder: Es geht nicht um das Wohl des Kindes, es geht nicht um die Erziehung des Kindes – es geht allein um das Geld für die Mutter, und zwar auf Kosten der Kindererziehung.

      • @ Lucas:
        „Wenn aber beispielsweise BEIDE Eltern direkt für das Kind sorgen wollen, braucht es Modelle für die Einigung.“

        „Es ist jedenfalls auf gar keinen Fall zu legitimieren, einem Vater, der selbst für sein Kind sorgen will, die Möglichkeit zu dieser Sorge zu nehmen“.

        Nein, dieses „wenn“ ( im zweiten Zitat implizit ) ist nicht richtig!
        Der einfache Wille der Eltern, resp. des Vaters ist dabei i.d.R. vollkommen unerheblich!
        Der Art. 6 GG ist insofern ( und nicht zuletzt! ) ein Grund- u. Abwehrrecht des Kindes, was sich auch mit EMRK u. UN-krk absolut deckt.
        Da gibt es kein „falls der Vater Lust hat Vater zu sein“.
        Der ganaue Modus der Aufteilung der elterlichen Pflichten obliegt zwar zuvörderst den Eltern, aber eine Nichtbeteiligung eines Elternteils, oder beider ( außer eben zum Schutz des Kindes bei unmittelbar drohender Gefahr und dann per Gerichtsbeschluss ) ist rechtlich NICHT vorgesehen.

        Eben deshalb liegen übrigens auch die Maskulisten voll neben der Spur, welche den Vorschlag einiger Feministen ( u.a. Ines Fritz ), ein „nachträgliches finanzielles Abtreibungsrecht“ speziell für Väter zu erschaffen, aufgreifen und propagieren ( Adrian brachte das gerade vor 1-2 Tagen erst wieder auf „AE“ in’s Spiel ).

        Da ist die Rechtslage ( auch die nationale ) absolut unzweideutig: Kindesrecht ist Elternpflicht!
        Und Unterhalt ( des Kindes ) ist eben NICHT Barunterhalt ( der Mutter )!
        Sondern Beherbergung, Bekleidung, Ernährung, Anleitung, Förderung und Begrenzung des Kindes. Völlig egal, ob das etwas kostet, oder nicht.
        ( Ach, was rede ich mir die Tastatur fusselig, wen interessieren schon die Basics … )

    • @ Jochen:
      „… und dies obwohl eben dieses System überwiegend Notlagen produziert, überwiegend bei den beteiligten Vätern.“
      Nö! Da unterschlägst Du ( sicherlich nicht mit Absicht ) die größte und am schwersten betroffene Gruppe der Beteiligten, nämlich die Kinder. Die sind zwar meist „nur“ passiv beteiligt, aber sie sind eben KEINE Erwachsenen, welchen man irgendwelche „Eigenanteile“ an ihrem ( oft mit lebenslänglichen Folgen – auch für weitere Generationen – einhergehenden ) Elend anhängen kann.

  • hallo Lucas,
    ich kann deine drastische Kritik an dem ZDF-Beitrag nicht nachvollziehen. Mit Sicherheit ist der Beitrag etwas tendenziös da er suggeriert, dass das Hauptproblem Väter sind, die ohne Grund zahlungsunwillig sind, aber dies ist keineswegs die Hauptaussage. Es geht zunächst nur darum, dass der Steuerzahler Millionen aufbringen muss, weil in zerbrochenen Familien der Unterhalt (warum auch immer) nicht gezahlt wird. Und das finde ich in der Tat sehr interessant.
    Menschenfeindlichkeit kann ich in dem Artikel nicht ansatzweise finden und halte das daher für einen übertriebenen Vorwurf.

    • Ich glaube, das was Lucas kritisiert, ist eben die Kombination aus der Tatsache, dass der Staat in Millionenhöhe in Vorkasse geht und dies zumeist nie wieder bekommt und der von dir auch attestierten, tendenziösen Schlagseite. Damit wird nämlich das vom Staat größtenteils selbst verschuldete Problem ohne jede Reflexion tatsächlich auf „die Väter“ verlagert und sogar Inhalte von Studien nur so weit erwähnt, solange sie nicht das Narrativ „die Väter waren’s“ stört. Das ist tatsächlich Journalismus aus der untersten Schublade; das ist noch nicht einmal Bildzeitungsniveau. Da wird auf Kosten zumeist aufgrund sozialer Bedingungen zahlungsunfähiger Väter, was eben aus den Studien hervorgeht, aber (sage ich jetzt mal ganz böse) bewusst ignoriert wird, einfach mal die Politik, die Legislative, die in der Verantwortung stände, dem zu begegnen, aus der Schussbahn genommen. Ich weiß nicht, seit wann Journalisten ihren Job so verstehen, dass sie politisch Verantwortliche, also Leute mit Handlungsspielräumen vor der Erfüllung ihrer ihr vom Wähler übertragenen Aufgaben in Schutz zu nehmen, aber ich habe eigentlich immer noch eine andere, wenn auch vielleicht eine niedlich verträumte Vorstellung von diesem Beruf. Ich dachte eigentlich, dass Leute, die sich auch heute noch immer gerne vollmundig als vierte Gewalt im Staat sehen, vor allen Dingen den Politikern auf die Finger schauen und sich nicht für sie, von Ideologie geblendet, zum reinen Erfüllungsgehilfen auf Kosten von Bürgern in deutlich unterprivilegierterer Position machen.

      • @ Jonas Es geht in der Sendung schon um mehr als darum, dass dem Steuerzahler ein Schaden entsteht. Sie beginnt und endet mit einem Interview mit einer Trennungsmutter, deren Ex-Partner sich persönlich wie finanziell völlig raushält. Sofort ist klar: Hier wird von solchen Männern großes Leid angerichtet, und sie verhalten sich rücksichtslos gegenüber den Schwächsten, den Kindern. An Ende wird dann wieder die Mutter gezeigt und effektvoll über „ihre Wut darüber, dass der Vater ihres Kindes damit durchkomme, nicht zu zahlen“ geredet. Es gibt hier überhaupt keinen Zweifel, dass diese Wut mehr als berechtigt sei.

        Das ist die Rahmung für ein paar Statistiken, deren allgemein bleibende Quelle sehr schwer zu überprüfen ist („Quelle: BMFSFJ“) sowie ein paar kurzen Interviews ausschließlich mit Frauen – eine vom Alleinerziehendenverband, die als Expertin und nicht als Lobbyistin dasteht, eine LINKE, die sich darüber echauffiert, wieviele Kindergärten für das nicht gezahlte Geld gebaut werden können, und der Familienministerin. Im Kern geht es um den Eindruck, dass die Politik überhaupt kein Interesse daran habe, diesen Vätern das Handwerk zu legen bzw. das Geld wegzunehmen, das ihre Kinder doch so dringend bräuchten.

        Das ist für jemanden, der reale Bedingungen kennt, völlig außerhalb der Welt. Ich nenne mal ein weiteres Beispiel: Ein Freund von mir arbeitet in einem sehr anstrengenden, für ihn frustrierenden Beruf, aus dem er längst aussteigen wollte, in dem er aber gut verdient. Er muss auch gut verdienen, weil die Unterhaltszahlungen für seine Ex-Frau und seine Kinder hoch sind. Er hat seine Kinder jahrelang nicht sehen können, weil die Ex das nicht wollte, und lebt selbst in einer sehr kleinen Wohnung. Er hatte sich übrigens überhaupt nichts zu schulden kommen lassen.

        Er will seinen Beruf sehr gerne wechseln, würde aber juristisch in große Schwierigkeiten geraten, wenn er dann weniger verdienen und die Unterhaltsansprüche nicht mehr bedienen könnte.

        Es ist völlig irreal, den Eindruck zu erwecken, staatliche Institutionen seien an dem Geld der Väter nicht interessiert – das ist so ziemlich das Einzige, an dem sie interessiert sind. Wenn diese Institutionen nicht mehr zurückholen, als sie es tun, dann deshalb, weil nicht mehr zu holen ist. Das räumt sogar die Verantwortliche der – enorm alleinerziehungsfreundlichen – Studie der Bertelsmann-Stiftung ein, über die ich oben einen Artikel verlinkt habe.

        Diekmann erzählt ein propagandistisches Märchen von aufopferungsbereiten Müttern, die alles für ihre Kinder zu tun versuchen – von egoistischen, gierigen Vätern, die sich ihrer Verantwortung entziehen und sich ein schönes Leben machen, während ihre Kinder darben – und von völlig desinteressierten staatlichen Institutionen, die aus unerfindlichen Gründen (vermutlich: aus ihrer unendlichen Parteinahme für Väter heraus) auf Millionen des ihnen zustehenden Geldes verzichten und die damit die aufopferungsbereiten Mütter und ihre Kinder völlig im Stich lassen.

        Was aber ist denn nun der Sinn solcher Propaganda? Es kann nicht darum gehen, staatliche Institutionen dazu anzuhalten, Väter stärker abzuschöpfen – da ist nunmal oft nichts, was geschöpft werden könnte. Es geht m.E. darum, in einem politischen Rahmen, in dem endlich die Doppelresidenz nach Trennungen mit vielen Jahren Verspätung selbst in Deutschland als reale Option diskutiert wird, erneut das Märchen von den desinteressierten, verantwortungslosen Vätern und den guten, aber alleingelassenen Müttern zu erzählen.

        Mir ist es bewusst, dass die Bezeichnung einer solchen Sendung als „Propaganda“ für Menschen, die mit den Sachverhalten weniger vertraut sind, immer noch völlig übertrieben scheint. Aber gerade darauf baut eine solche Sendung ja – dass kaum jemand weiß, wie die Situation für Väter ist, und dass auch niemand mehr auf die Idee kommt, die Väter zu fragen, wie es eigentlich bei ihnen aussieht.

        @ Billy „Ich weiß nicht, seit wann Journalisten ihren Job so verstehen, dass sie politisch Verantwortliche, also Leute mit Handlungsspielräumen vor der Erfüllung ihrer ihr vom Wähler übertragenen Aufgaben in Schutz zu nehmen“ Die Frage hab ich mir auch schon oft gestellt: Wann hat sich das eigentlich geändert, dass „kritischer Journalismus“ nicht mehr gegenüber der Regierung kritisch ist, sondern lieber den Bürgern – den eigenen Lesern und Zuschauern – auf die Finger schaut, damit die sich auch bloß nicht unbotmäßig benehmen?

        Ich verstehe ja völlig, dass natürlich auch nicht Pegidisten, Ausländerhassern etc. nach dem Mund geredet wird, aber das verlangt ja auch kein vernünftiger Mensch. Zwischen den ekligen Merkel-Galgen und einer völligen Kritiklosigkeit gäbe es eigentlich ein breites Spektrum an Möglichkeiten.

        Und vollends zu furchtbaren Journalisten werden Leute wie Diekmann hier, wenn sie die tatsächlichen Probleme staatlichen Handelns kaschieren und statt dessen Menschen zu Schuldigen aufbauen, die (neben den Kindern) ohnehin schon Leidtragende dieses staatlichen Handelns sind.

        • „…sowie ein paar kurzen Interviews ausschließlich mit Frauen – eine vom Alleinerziehendenverband, die als Expertin und nicht als Lobbyistin dasteht…“

          Mal davon ab, dass der erstgenannte Punkt bei umgekehrten Geschlechtervorzeichen für die Medienfrauen bereits ein ausreichender Grund ist, Fernsehberichte mit der „Sauren Gurke“ zu würdigen (man erinnere sich an den WDR-Beitrag zum Thema Männerbenachteiligung, dem dieser Negativpreis zukam; da wurde genau das auch als Grund genannt), es ist schon lustig, dass du hier etwas ansprichst, was ich in einer Diskussion vor erst kurzer Zeit schon fast exakt so als Beispiel für tendenziösen, die Zuschauer bereits direkt mit der Meinung des Journalisten impfenden Berichterstattung geschrieben habe.

          Es ist ein im Journalismus zunehmend beliebtes Mittel, Beiträge schon allein dadurch zu framen, dass man Interviewte, die mit dem Journalisten politisch auf einer Linie sind, immer nur nebulös als Experten für was auch immer bezeichnet, obwohl sie alle Kriterien erfüllen, als massive Lobbyisten im betreffenden Thema angesehen zu werden. Kommt dann doch mal die Gegenseite zu Wort, wird diese natürlich korrekt benannt und man lässt es sich nicht nehmen, sogar die Sprecherstimme aus dem Hintergrund den Zuschauer noch einmal darauf hinzuweisen, mit wem oder was sie es nun gleich zu tun bekommt.

          So Beispiel Ernährung. Folgt man in einem Bericht dem zeitgeistlichen Trend, kann man von ausgehen, das ein Autor von Büchern zu Veganismus, der zudem auch noch eine eigene vegane Produktkette vertreibt, nur als „Ernährungsexperte“ vorgestellt wird. Lässt man dann einen vom Veganismus wenig begeisterten Arzt zu Wort kommen, wird der schnell mal vorgestellt als (mit latent schicksalsschwangerer, düsterer Sprecherstimme): „Der in Ernährungsexpertenkreisen sehr umstrittene Allgemeinmediziner Dr. Dingenskirchen hat schon in letzter Zeit durch kontroverse Äußerungen auf sich aufmerksam gemacht. Was meint er zu diesem Thema?“ Und Zack, sofort hat der von der Neutralität der Berichterstattung überzeugte Zuschauer einen klaren Spin in seiner Wahrnehmung dessen, was der Mediziner denn nun meint, mitbekommen. Dies nur als Beispiel, aber ich finde, so etwas passiert recht häufig, gerade bei Themen des besagten „Zeitgeistes“.

          Obwohl das tatsächlich nichts mehr mit Journalismus zu tun hat, sondern eigentlich nur noch mit plumper Meinungsmache, glaube ich nicht, dass die Verantwortlichen auch nur dabei das kleinste schlechte Gewissen haben. Dass sie sich so, durchaus bewusst und beabsichtigt, zu Volkserziehern und nicht mehr zu Informanten machen, das wird vor sich selbst halt damit entschuldigt, dass man ja schließlich für das Gute steht. Und auch das hat mit Journalismus nichts mehr zu tun. Denn hier wird sich ganz offenkundig und ohne jeden Versuch, es zu verbergen, mit einer Sache gemein gemacht, nicht selten mit einer, die bei genauer Betrachtung vieles ist aber gewiss nicht gut (wobei letztes „gut“, im Gegensatz zur vorherigen Verwendung, als eine qualitative und nicht als eine moralische Einordnung zu verstehen ist).

        • Ja meinetwegen ist es Propaganda; wenn auch eher als Nebeneffekt. Ich meine aber trotzdem erstens:
          Dass der Beitrag nur suggeriert, dass das Hauptproblem unverantwortliche Väter sind, aber nicht behauptet. Nirgendwo wird geleugnet, dass Väter auch nachvollziehbare Gründe haben, dass sie nicht oder zu wenig zahlen. Es wird an einer Stelle sogar erwähnt:

          „dementsprechend sieht er sich nicht in der Lage oder in der Verpflichtung, für das Kind zu zahlen“

          Ja, das ZDF ergreift hier in einem konkreten Fall Partei für die Mutter; aber das ist ja auch völlig legitim. Sollen die Geschichten von alleinerziehenden Müttern nicht erzählt werden dürfen? Klar, besser wäre natürlich, wenn das ZDF auch die andere Seite beleuchtet hätte (also auch die Geschichte eines betroffenen Zahlvaters erzählt hätte); haben Sie aber nicht, weil sie tendenziös sind, mehr nicht.

          „erneut das Märchen von den desinteressierten, verantwortungslosen Vätern und den guten, aber alleingelassenen Müttern zu erzählen. “

          warum Märchen? Meinst du, dass es solche Fälle nicht gibt? Ich persönlich kenne zwei Fälle, in denen ein verantwortungsloser Vater seinen Unterhaltspflichten nur widerwillig nachkommt, eben weil er verantwortungslos ist.

          Zweitens bemängel ich, dass du hier so hoch moralische Vorwürfe wie „Menschenfeindlichkeit“ machst. Würde die Gegenseite solche Geschütze ohne ausreicheichende Begründung auffahren, würdest du das zu Recht kritisieren.

          • „Zweitens bemängel ich, dass du hier so hoch moralische Vorwürfe wie „Menschenfeindlichkeit“ machst.“

            Soweit ich das sehe, findet sich bei Schoppe oben nur ein Zitat mit der Wendung „menschen- und hirnfeindlichen Mist“. Diese Wendung ist erkennbar eine Übertreibung (Hyperbel), denn natürlich ist der Beitrag von Frau Diekmann nicht im buchstäblichen Sinne gehirn-feindlich.

            Man kann wohl kritisieren, daß Leute derartige Übertreibungen gebrauchen, doch aus der kommunikativen Situation, in der Schoppes Zitat oben entstanden ist, erklärt sich diese grobe Ausdrucksweise. Allgemein ist Twitter wohl kein Ort der differenziert-diffizilen Formulierungskunst.

            Darum ja – der Vorwurf der Menschenfeindlichkeit gegen Frau Diekmann und ihren Qualitäts-Journalismus wäre überzogen, ich kann aber nicht sehen, daß Schoppe diesen Vorwurf ernsthaft erhebt.

            Alles, was Schoppe oben kritisiert, kann so bestehen bleiben, wenn man den angeblichen Vorwurf der Menschenfeindlichkeit fallen läßt.

    • @ Jonas:
      „Mit Sicherheit ist der Beitrag etwas tendenziös da er suggeriert, dass das Hauptproblem Väter sind, die ohne Grund zahlungsunwillig sind, aber dies ist keineswegs die Hauptaussage.“

      „Es geht zunächst nur darum, dass der Steuerzahler Millionen aufbringen muss, weil in zerbrochenen Familien der Unterhalt (warum auch immer) nicht gezahlt wird.“

      Ich habe Deine Sätze mal vertauscht, um den Zusammenhang zu verdeutlichen.
      Die Schuld an den großteils überflüssigen ( Extra-)Kosten, die dem Steuerzahler weggenommen werden, wird, wie Du selbst feststellst, den Vätern in die Schuhe geschoben.
      Und es wird auch von Dir einfach mal eben vorausgesetzt, daß diese Kosten automatisch entstehen, weil Familien zerbrechen und, daß ein Nichtzahlen „grundlos“ wäre.
      Dem ist aber keineswegs so.
      Ursache eines erheblichen Teils dieser Kosten sind die davon Profitierenden, hier also das ZDF.
      Was Du da also als „etwas tendenziös“ verniedlichst, IST die Ursache dieser Kosten, also die Herabwürdigung und Ausgrenzung der Väter zum ( niederen ) Zwecke der der Förderung des Geschäfts der Profiteure.

      Kurz gesagt: Solche Artikel sind Eigenwerbung, um gerade diese Ausbeutung des Steuerzahlers ( und der Vater ) weiter aufzublähen!

    • Nun, ich finde das propagandistische Zertrampeln von Kinderexistenzen schon verdammt menschenfeindlich.
      Auch wenn es „nur“ implizit und über Bande verklausuliert betrieben wird.
      Der Effekt macht das kaputte Kind, nicht das vordergründige Gesäusel dazu.

  • Lucas Schoppe hat vollkommen Recht und er formuliert als direkt Betroffener immer noch wesentlich sachlicher und treffender als alle feminisierten Berichte im Fernsehen zu diesem Thema.

    Natürlich spiegelt sich dort „nur“ die inzwischen ultimativ- propagandistisch-einseitige Medienkampagne der feminisierten Medien gegen männliche Menschen und für weibliche Menschen wider.

    Weibliche Menschen sind die eigentliche Zielgruppe in unserer kapitalistischen Konsum- und Mediengesellschaft und eindeutig das begehrteste und umworbenste Klientel mit gewaltiger Konsum- und Kaufkraft.

    Dieses Klientel muss man sich halten, es moralisch höher stellen und nicht verärgern oder gar kritisieren.
    Kritik an Frauen heißt ja heute schon „Frauendiskriminierung“ und tausende vom Staat bezahlte „Antidiskriminierungswächterinnen“ mit großer Machtfülle wachen darüber, dass möglichst kein Gegenwind entsteht.
    Es ist scheinbar ein Kampf gegen Windmühlen.
    Doch sollte dieser nicht vergeblich sein und die Gesellschaft irgendwann einmal zu der Erkenntnis gelangen, dass gleichberechtigte Menschenrechte und das Recht an seinem Kind nicht von dem Geschlecht abhängig sind.

    • Das ist tatsächlich der (wirtschaftlich) springende Punkt. Trotzdem in der Bertelsman-Studie (siehe Zitat oben „Auffällig ist, dass 2013 im Vergleich zu 1996 deutlich weniger Mütter einer Vollzeitbeschäftigung nachgingen – dies gilt für alle Mütter unabhängig von der Familienform, in der sie leben.“ … %-Punkte werden vorsichtshalber mal nicht genannt), steht demnach mehr Geld und Gelegenheit (Kitas etc.) für Frauen zur Verfügung, sich dem Arbeitsmarkt erfolgreich zu entziehen. Die ganzen getroffenen Entscheidungen für die finanzielle Umschichtung entpuppen sich als ein mitgekoppeltes System (gemeinhin auch als Genderparadoxon bezeichnet). Während Männer immer mehr arbeiten müssen (siehe auch verschieden SPON-Artikel, die pösen Männer die), nehmen die Damen die Vorteile (monetär und auf Sachebene) gerne entgegen, um für sich Ihre Worklifebalance weiter zu verbessern (führt wieder zu weniger Arbeitannahme und zu noch mehr Ehrgeiz bei den Femis, die imaginären patriarchalischen Hemmschuhe zu beseitigen) (was wieder zu noch mehr Möglichkeiten zu Erhöhung der Worklifebalance bei einer bestimmten Bevölkerungsgruppe führt :). Daher ist es zwingend für die Femis notwendig, alles was in Richtung MGTOW etc. zur verunglimpfen und mit Verbrechertum (an der eigenen Worklifebalance) gleichzusetzten. Frau stelle sich nur vor, die Männer würden mit Worklifebalance nachziehen, und ca. 20-30% weniger arbeiten…. deutlich weniger Steuereinnahmen, offene MINT-Stellen/Polizei/etc., Wirtschaftswachstum deutlich verkleinert, deutliche weniger Einnahmen für die Sozialsysteme (Krankenvers./Rente/…) => das ganze Umverteilungssystem würde zuerst überlastet und dann zusammenbrechen da die Umverteilung nicht mehr bzw. nur teilweise funktioniert. Das ist aber auch tatsächlich der Hebel um das mitgekoppelte System zum Zusammenbruch zu bekommen… Frauen werden deswegen nichtmehr MINT-Fächer studieren wollen, müssen es aber (weil nichts mehr oder deutlich weniger vom Staat kommt)… Natürlich sind die nicht(mehr)funktionalen Männer daran schuld, was zu einem neuen Hoch an Misandrie führen wird, aber diesmal relativ „machtlos“… Eine andere Möglichkeit dieses System zu „sprengen“, sehe ich nicht…

  • Ach, Schoppe*, was regst Du Dich so auf?

    Es geht doch nur um Geld, ob da auf Deinem Konto nun ein paar höhere oder niedrigere Zahlen auftauchen, das ist doch völlig egal.
    Ist ja nicht so, dass Dich das etwas kosten würde – im Unterschied zu echter Care-Arbeit!

    *Kunstname

    • Ich reg mich doch gar nicht auf. Ich nehme dankbar zur Kenntnis, dass ich die Chance erhalte, etwas beizutragen. Und das Pseudonym hab ich natürlich nicht, weil es für einen Trennungsvater etwa sehr heikel wäre, sich offen und öffentlich zu äußern – sondern nur, weil…dings… jetzt hab ich’s: weil mir als Mann das Patriarchat die Chance gibt, mir selbst einen Namen zu suchen und mich damit meiner Identität selbst zu ermächtigen. Oder so ähnlich jedenfalls.

Leave a Comment

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.