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Wie Propaganda funktioniert

geschrieben von: Lucas Schoppe

…und wie eine Antidiskriminierungsstelle Menschen diskriminiert

Über soziale Medien versucht die Antidiskriminierungsstelle des Bundes mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die Erfahrungen der Diskriminierung erleben. Diesen Eindruck zumindest möchte sie erwecken. Was aber geschieht, wenn sich die falschen Menschen mit den falschen Erfahrungen melden?

 

Das Schweigen der Kämpfer gegen Diskriminierungen aller Art

„Sexismus? Gender Pay Gap? Belästigung? Lass uns #darüberreden“

So fordert die Antiskriminierungsstelle des Bundes bei Twitter Menschen dazu auf, Erfahrungen zu teilen – einschließlich eines kleinen Videos zum Thema und einem Facebook-Link.

#darüberreden Episode 5

Sexismus? Gender Pay Gap? Belästigung? Wirst du wegen deines Geschlechts diskriminiert? Lass uns #darüberreden.

Gepostet von Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) am Dienstag, 17. Juli 2018

Offenbar haben die Verantwortlichen dieser Aktion allerdings nicht damit gerechnet, dass dann vor allem…Männer antworten. Sie erzählen von ihren Erfahrungen als Trennungsväter, berichten darüber, dass es für männliche Opfer häuslicher Gewalt keine Hilfe gibt, oder nennen das Beispiel der Genitalverstümmelung, die nur bei Jungen erlaubt ist.

Einer weist auf die Webseite der Bloggerin Anne Nühm hin, die rechtliche Bestimmungen auflistet, welche eines der Geschlechter diskriminieren. Von den 20 Beispielen, die Nühm gefunden hat, benachteiligen 19 Männer.

Die Antidiskriminierungsstelle antwortet auf keinen einzigen dieser Beiträge – so war „Lass uns #darüberreden“ denn nun wohl doch nicht gemeint.

Sie antwortet auch nicht, zum Beispiel, auf den bedrückenden und beeindruckenden Thread des Treffungsvaters Björn Müller. Ich habe aus seinen Tweets hier einen zusammenhängenden Text gemacht.

Ja. Lasst uns darüber reden, das unser Staat es gerechtfertigt findet mir 2/3 meines Gehalts zu nehmen. Lasst uns darüber reden das mir meine exen nicht nur meine Sohne nehmen dürften. Sondern ich sie dafür auch noch bezahlen muß.

Lasst uns darüber reden das ich als gut bezahlter Facharbeiter drei jahre lang in einem umgebauten geräteschuppen gewohnt habe, weil ich mir keine andere Wohnung mehr leisten konnte. Lasst uns darüber reden, das die Mutter meines jüngeren Sohnes 650km weit weg gezogen ist.

Lasst uns darüber reden, das ich kurz vor Weihnachten die pfandflaschen meiner Kollegen eingesammelt habe, um meinem Sohn für 7€ ein Spiel aus dem second Hand laden zu kaufen, damit ich wenigstens irgendetwas zu Weihnachten für ihn habe.

Lasst uns darüber reden, das der Gerichtsvollzieher einen Haftbefehl gegen mich erwirkt hat, weil von meinem Facharbeiter-Gehalt nichts mehr zum pfänden übrig war nachdem ich für zwei Kinder, eine ex und einen Kredit (den ich nur wegen der ex aufgenommen habe) gezahlt habe.

Lasst uns darüber reden, das ich trotzdem jeden Morgen aufgestanden bin, und bei Schnee und regen mit einem geliehenen Rad zur Arbeit gefahren bin, weil ich mir die Monatskarte nicht mehr leisten konnte.

Lasst uns darüber reden das meine ex mir drohte wenn ich nicht pünktlich den vollen Satz unterhalt bezahle darf ich mein Kind nicht mehr sehen. Ja, lasst uns darüber reden warum wir das hunderten Vätern jedes Jahr antun. Aber irgendwie glaube ich nicht das ihr das so meint.

Viele andere reagieren auf den Thread, die Antidiskriminierungsstelle antwortet nicht. Ich habe den Thread selbst noch zwei Mal aufgegriffen, verlinkt und bei Twitter um eine Antwort gebeten. Auch bei der angegebenen Facebook-Seite habe ich ihn verlinkt und bedauert, dass eine Antwort ausbleibt. Ohne Reaktion.

 

Von wichtigen und unwichtigen Erfahrungen

Warum keine Antwort kommt, lässt sich schon mit dem kleinen Film erklären, mit dem die Antidiskriminierungsstelle die „Lass-uns-darüberreden“-Aktion einleitet. Scheinbar ist er einfach zusammengestellt aus Äußerungen ganz normaler Menschen, die ganz zufällig auf der Straße angesprochen wurden. Gleich die erste Frau erzählt zum Beispiel darüber, dass sie auf einem Konzert gewesen sei und dass ihr ein Mann an den Hintern gefasst habe. Männer hingegen reden nicht etwa von eigenen Erfahrungen, sondern über Diskriminierungen von Frauen.

Erfahrungen von Frauen werden damit so präsentiert, als ob sich aus ihnen allein ein vollständiges Bild geschlechtsspezifischer Diskriminierungen ergeben würde. Eine andere Frau erzählt beispielsweise davon, dass Männer viel überzeugter wären von sich, viel selbstbewusster wären als Frauen, ihre eigene Leistung viel höher einschätzten – und sie erklärt damit auch, dass Männer im Schnitt einen höheren Stundenlohn haben. Selbst wenn wir die Möglichkeit eingeräumen, dass die Frau das tatsächlich so einschätzt und sie nicht nur einen geskripteten Text wiedergibt: Ihre Perspektive erscheint hier als gültiges Urteil über männliche Selbstwahrnehmung und dann zugleich auch noch als Erklärung für einen Gender Pay Gap.

Väter lassen sich unkompliziert in der Rubrik „Erledigte Fälle“ einsortieren.

 

Erfahrungen können aber natürlich durchaus authentisch sein, Perspektiven können ehrlich wiedergegeben werden – und trotzdem des Gesamtbild verzerren. Die Mischung aus persönlichen Berichten und einer scheinbar verlässlichen allgemeinen politischen Information macht den Film hoch manipulativ.

Über den Gender Pay Gap etwa erklärt einer der wenigen Männer in dem Film: Es sei doch ungerecht, dass eine Frau für zehn Euro, die ein Mann verdient, nur acht Euro bekomme. Die Falschaussage wird hier, als wäre das selbstverständlich, nicht richtig gestellt.

Relevanter Kontext bleibt unerwähnt. Es fehlt der Hinweis, dass Männer deutlich häufiger auf Vollzeitstellen arbeiten. Es fehlt der Hinweis, dass weiterhin sowohl Männer als auch Frauen von einem Mann erwarten, mehr als die Frau zu verdienen und eine Familie ernähren zu können. Männer wählen ihre Arbeitsstelle also unter anderen Voraussetzungen als Frauen. Es fehlt der Hinweis, dass privat und über die öffentlichen Kassen enorme Geldsummen von Männern zu Frauen transferiert werden. Es fehlt der Hinweis, dass Männer in den weitaus gefährlicheren Berufen arbeiten. Es fehlt der Hinweis, dass eine Diskriminierung von Frauen über einen Gender Pay Gap nirgends schlüssig nachgewiesen ist.

Wer solche Kontexte nicht erwähnt und über einen „Gender Pay Gap“ spricht, der – oder die – betrügt.

Mit ihrer Vermischung ausgewählter, vermutlich auch präperierter persönlicher Erfahrungen mit fragwürdigen, in diesem Format aber nicht weiter diskutierten politischen Allgemeinaussagen erweckt die Antidiskriminierungsstelle den Eindruck einer umfassenden Benachteiligung von Frauen durch Männer – ohne dieses Bild an irgendeiner Stelle sachlich zu fundieren.

Kurz gefasst: Sie betreibt Propaganda.

 

Lass UNS über DIE reden: Wie Propaganda funktioniert

Für Propaganda ist es typisch, dass eine imaginäre Gemeinschaft hergestellt wird, indem Menschen auf einen gemeinsamen Feind ausgerichtet werden. Ein WIR steht einem DIE gegenüber. Im Beispiel der Antidiskriminierungsstelle zeigen nicht zuletzt die ausbleibenden Antworten an Männer, dass das „uns“ aus dem Slogan „Lass uns #darüberreden“ nur scheinbar inklusiv, tatsächlich aber exklusiv ist. Mit „uns“ sind Männer nicht gemeint, es sei denn, dass sie Diskriminierungen durch eine imaginierte männliche Herrschaft beklagen.

Männer sind auch deshalb nicht angesprochen, weil sie als die anderen gebraucht werden, als diejenigen, die „uns“ überhaupt Erfahrungen mit Sexismus, Gender Pay Gap oder Belästigung zumuten. Zugleich stehen Frauen damit aber auch seltsam passiv da, als bloße Objekte männlicher, übergriffiger Aktivität.

Das wiederum bugsiert Männer in eine hoffnungslose Doppelfunktion. Einerseits stehen sie als die Feinde in einem stillen alltäglichen Geschlechterkrieg da, andererseits sind sie aber auch diejenigen, deren Verantwortung es ist, an den unerträglichen Zuständen etwas zu ändern.

Sie sind erbitterter, bösartiger Feind, Friedenstruppe und Feldsanitäter gleichzeitig.

Da diese Mehrfachfunktion unmöglich zu erfüllen ist, etabliert sich die Antidiskriminierungsstelle damit als ihr eigenes perpetuum mobile: Sie entwirft fortwährend Erfahrungen von Diskriminierung, deren Fortbestehen dann unbedingt die Antidiskriminierungsstelle notwendig macht.

Denn zur Propaganda gehört es, zweitens, traditionell, dass Menschen in Bewegung versetzt werden – als „movere“ wird dieser Modus in der klassischen Rhetorik bezeichnet. Geschlechterunterschiede haben dabei traditionell eine große Rolle gespielt. Dass Frauen dringlich vor Männern geschützt werden müssten, ist ein in ganz unterschiedlichen Kontexten immer wiederkehrendes Motiv: in den Erzählungen von weißen Frauen, die von schwarzen Männern vergewaltigt worden seien, den Basiserzählungen der rassistischen Lynchjustiz also – oder, natürlich, in den nationalsozialistischen Hetz-Erzählungen über boshafte Juden, die unschuldige arische Frauen geschändet hätten.

Es ist wohl ein evolutionäres Erbe, dass wir auf Gefahren für Frauen deutlich intensiver reagieren als auf Gefahren für Männer. Zu den Gerechtigkeitskonzepten einer modernen, rechtsstaatlichen und demokratischen Ordnung passen solche Dispositionen schlecht – für politische Propaganda aber sind sie enorm gut geeignet.

Dazu gehört typischerweise, drittens, die Simulation einer intensiven Kommunikation. Wer Propaganda macht, präsentiert sich nicht als jemand, der eine eigene Agenda zur Diskussion stellt – denn das würde andere zwangsläufig auf die Idee bringen, dass es dazu Alternativen geben könnten, die möglicherweise sogar besser sind. Wer Propaganda macht, erweckt den Eindruck, sich selbstlos ganz als Sprachrohr der bislang Schweigenden und Zu-kurz-Gekommenen zu präsentieren. „Die vergessenen Männer und Frauen Amerikas werden nicht mehr länger vergessen sein“, versprach der amerikanische Präsident bei seiner Amtseinführung.

Formal schlägt sich das in einer Pseudo-Kommunikation nieder. Das berühmteste und schrecklichste Beispiel ist wohl Goebbels’ Sportpalastrede, die in einer Serie rhetorischer Fragen kulminiert. Natürlich aber wollte Goebbels nicht ernsthaft abfragen, ob Menschen auch die schwersten persönlichen Belastungen in Kauf nehmen, das Letzte für den Sieg hergeben und einen totalen Krieg kämpfen wollen, der totaler und radikaler als alles bislang Dagewesene wäre. Natürlich war, gerade im ausgewählten Publikum der Rede, nichts als begeisterte Zustimmung vorgesehen.

Erwartungsgemäß einmütige Begeisterung bei der idiotischen Frage, ob Menschen gern einen totalen Krieg hätten. Publikum bei Goebbels‘ Sportpalatsrede.

Neben dem Eindruck der Einigkeit und Einmütigkeit wird damit aber auch die Illusion geschaffen, dass der Redner bloß den Willen der Masse wiedergebe.

Auch wenn die politischen Kontexte selbstverständlich völlig andere sind – die kommunikative Struktur der totalitären Propaganda und der Propaganda in einem demokratischen Staat ähnelt sich unübersehbar. Die Antidiskriminierungsstelle etabliert eine Pseudo-Kommunikation, die – ob im Video oder in der „Lasst uns #darüberreden“-Aktion – den Eindruck erweckt, die staatliche Institution würde weiter nichts tun, als selbstlos die Erfahrungen zu Menschen zu sammeln, um zu dringenden Änderungen beizutragen.

 

Wie die Antidiskriminierungsstelle aus Versehen eine Hommage an George Orwell bastelt

Dass ein Großteil der mitgeteilten Erfahrungen dabei einfach völlig ignoriert wird, begründet die Antidiskriminierungsstelle demonstrativ lustlos. Sie stimmt einfach einem Nutzer zu, der die Kommentare von Männern als „testosteronsgesteuerte Diskussion“ abtut, und beruft sich ansonsten auf die formale Bestimmung, zwar für Benachteiligungen bei Verträgen, aber nicht für Benachteiligungen durch staatliche Institutionen zuständig zu sein – also nicht für ausgegrenzte Väter, wohl aber, irgendwie, für betatschte Hintern.

Dass solch ein Autoritarismus heute nicht erneut in totalitäre politische Strukturen umschlägt, liegt vor allem daran, dass sich im Vergleich zu den Dreißiger Jahren Rahmenbedingungen wesentlich geändert haben. Heute können sich Bürger eben untereinander öffentlich verständigen, ohne diese Verständigung über politische Institutionen führen zu müssen. Sie können auf Zumutungen und Positionsnahmen durch Institutionen differenziert antworten, nicht nur durch begeisterte Zustimmung.

Kurz: Eben gerade die Strukturen, die gern als Grundlage für Hate Speech und „Fake News“ abgetan werden, bieten einen gewissen Schutz für einen Rückfall ins Totalitäre. Die moralisierenden Selbstabschottungen eines politischen Establishments hingegen sind dabei eher kontraproduktiv.

Ist Antidiskriminierung Frauensache? Christine Lüders leitet die Antidiskriminierungsstelle seit 2010, hier ein Bild von ihrer Wiederernennung durch die damalige Familienministerin Manuela Schwesig 2014.

Ein fast putziges Beispiel habe ich gerade selbst erlebt, als ich zufällig merkte, dass mich bei Twitter die Spitzenkandidatin der bayerischen Grünen, Katharina Schulze geblockt hatte. Ich hatte ihr eine einziges Mal einen Tweet geschickt, in dem ich mich sanft über ihre Aggressionen auf „alte weiße Männer“ lustig machte. Ich hatte sie selbstverständlich nie belästigt und sie  lediglich im letzten Text hier kritisiert – was für sie wohl schon unerträglich war. Da sie ja nun bei Twitter nicht als Privatperson, sondern als politische Kandidatin unterwegs ist, ist diese Situation zwar unwichtig, aber seltsam und unfreiwillig komisch – „Comedy Gold“ hat das ein Kommentator hier genannt.

Nicht mehr komisch ist es allerdings, dass politische Institutionen sich dagegen abschotten, mit Erfahrungen konfrontiert zu werden, die sie selbst gleichwohl fortlaufend produzieren. Dass Erfahrungen wie die von Björn Müller noch nicht einmal  zur Kenntnis genommen werden, ist verrückt und Ausdruck kranker politischer Strukturen. Die Antidiskriminierungsstelle wird dabei zu einer Orwell-Institution, die diskriminierend unterscheidet, welchen Menschen ein Schutz vor Diskriminierungen zusteht – und welchen nicht.

Der Roman 1984 war nicht einfach eine düstere Zukunftsvision, sondern spiegelte Tendenzen seines Entstehungsjahres 1948. Noch siebzig Jahre später trifft er politische Tendenzen deprimierend genau.

 

 

Dokumentation: So begründet die Antidisktiminierungsstelle des Bundes, warum sie auf die vielen Beiträge von Trennungsvätern, die auf ihre oft verzweifelte Situation aufmerksam machen nicht reagiert.

„Wir blenden das Thema nicht konsequent aus. Gern erklären wir Ihnen unsere Aufgaben: Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes unterstützt Menschen, die sich wegen rassistischer Zuschreibungen, ihrer ethnischen Herkunft, ihres Geschlechts, ihrer Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität benachteiligt fühlen. Neben der Öffentlichkeitsarbeit und Forschung ist unsere juristische Erstberatung ein wichtiges Standbein. Dort informieren wir über Ansprüche und wie Betroffene gegen solche Benachteiligungen vorgehen können. Grundlage unserer Beratung ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Das AGG verbietet Benachteiligungen aus den genannten Gründen vor allem im Erwerbsleben und bei privaten Rechtsgeschäften – also immer dann, wenn es um vertragliche Beziehungen geht, z. B. bei Einkäufen, dem Besuch von Freizeitveranstaltungen und der Anmietung von Wohnungen. In solchen Fällen können Betroffene insbesondere Ansprüche auf Schadensersatz und Entschädigung geltend machen. Wir können nur in Fällen, die das AGG betreffen, aktiv werden. Fragen des Umgangs- und Sorgerechts fallen nicht darunter. Für Benachteiligungen durch staatliche Stellen wie Gerichte oder Behörden gilt das AGG nicht, da es sich dabei nicht um vertragliche Beziehungen handelt. Für diese gilt jedoch das Benachteiligungsverbot gemäß Art. 3 Abs. 3 S. 2 Grundgesetz (GG). Rechtsschutz wird hier aber über die vorgesehenen Gerichtsverfahren bzw. den einschlägigen Rechtsweg erreicht, auf welche wir Betroffene in solchen Fällen verweisen müssen.“

Bemerkenswert ist, dass ein Mann, der einen Frau an den Hintern fasst (nicht aber umgekehrt), oder ein Mann, der einer Frau übermäßig selbstbewusst vorkommt, für die Antidiskriminierungsstelle sehr wohl gewichtige Probleme darstellen. Inwieweit hier „vertragliche Beziehungen“ wirksam werden, bleibt aber unglücklicherweise unerklärt.

 

PS. 24.7. Dr. Bruno Köhler hat mich in einem Kommentar darauf aufmerksam gemacht, dass Christine Lüders – anders als im Text angegeben – nicht mehr Leiterin der Antidiskriminierungsstelle sei. Sie wurde im April verabschiedet.  Allerdings ist sie auch im Netzauftritt der ADS noch als Leiterin angegeben – so dass ich zu einer Nachfolgerin nichts gefunden habe. Oder wird es gar mal einen Nachfolger geben?

Zweites PS. 24.7. Bei Twitter wurde die ADS nun noch mehrfach, und mit Bezug auf diesen Text hier (danke dafür!) angeschrieben. Auch von mir selbst:

Oder auch, zum Beispiel, von Ludger Pütz:

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60 Comments

  • „Sexismus? Gender Pay Gap? Belästigung? Wirst du wegen deines Geschlechts diskriminiert? Lass uns #darüberreden.“

    Klassische, widerwärtige Hetze.

    1. Angsterzeugung

    2. Suggestivfragen (die falsche Behauptungen unterjubeln)

    3. Sammeln von Einzelfällen, die eine falsche Verallgemeinerung Übergeneralisierung„) provozieren sollen.

    Man kann das fast wörtlich in analoge Hetze von rechtsaußen übersetzen:

    „Deutschenfeindlichkeit? Kriminalitätsquoten-Gap? Bedrohung auf offener Straße? Haben die Behörden einen Haß auf dich, während sich Migranten alles leisten können? Lass uns #darüberreden.“

    • Noch ein Punkt: das GPG ist eine statistische Größe, die ausschließlich eine Aussage über eine Population (genauer gesagt einen Datenbestand, der eine Population abbildet) macht.

      Das GPG ist gar keine Aussage über einzelne Individuen (weil es ein Differenzmaß ist) und auch keine über zwei zufällig gewählte Personen. Es ist erst recht kein sozialer Wirkmechanismus, sondern allenfalls ein Symptom. Man kann daher nicht vom GPG persönlich betroffen sein, wie hier der Eindruck erweckt wird. Das ganze dient nur dazu, Sozialneid zu wecken und ein Opferstatusgefühl bei Frauen zu produzieren, und um die Leute zu verdummen.

      • Zustimmung – ein seltener Fall, in dem die gender-Ideologie in einem größeren Kontext gesehen wird.

        Denn man darf nicht unterschätzen, was passiert, wenn sich die nicht-reichen Leute selbst erklären wollen, warum es ihnen immer schlechter geht und dafür auf genau dasjenige framing zurückgreifen werden, daß die Massenmedien täglich reproduzieren: Intersektionalität lenkt den nach Erklärung gierenden Blick auf Hautfarbe, Geschlecht, sexuelle Neigungen, Religion und dgl. und schürt damit eine gruppenbezogene Entsolidarisierung der Gesellschaft, die sich für die Nutznießer der gegenwärtigen Verteilungskatastrophe als politisch vorteilhaft und systemstabilisierend erweisen – mögen wir diese durch die Aufklärung übrwunden geglaubt haben oder nicht.

        • Intersektionalität lenkt den nach Erklärung gierenden Blick auf Hautfarbe, Geschlecht, sexuelle Neigungen, Religion und dgl. und schürt damit eine gruppenbezogene Entsolidarisierung der Gesellschaft, die sich für die Nutznießer der gegenwärtigen Verteilungskatastrophe als politisch vorteilhaft und systemstabilisierend erweisen – mögen wir diese durch die Aufklärung übrwunden geglaubt haben oder nicht.

          Ich habe erhebliche Zweifel, dass die aus den USA importierte Identitätspolitik stabilisierend wirkt. Ein Blick über den grossen Teich lässt vermuten, dass die gezogenen Gräben sich nicht mehr zuschütten lassen und die politischen Spannungen immer mehr zunehmen.
          Die US-Demokraten und die Republikaner sind mittlerweile nicht mehr fähig, vernünftig miteinander zu reden und einen Konsens zu finden. Trump ist das vorläufige Endprodukt dieser Polarisierung.

          Ich frage mich, zu was diese „Antidiskriminierungsstelle“ überhaupt gut sein soll. Sind da Obdachlose ein Thema? Arbeitslose? Suizidgefährdete? Vereinsamte Alte? Nein. Transgender und Frauen, denen irgend wann mal an den Hintern gefasst wurde. Geht es noch lächerlicher?

          • „Die US-Demokraten und die Republikaner sind mittlerweile nicht mehr fähig, vernünftig miteinander zu reden und einen Konsens zu finden.“

            Es gibt noch Hoffnung. Diese #WalkAway-Kampagne von Brandon Straka bspw. richtet sich genau gegen diese Radikalisierung durch identity politics. Sie richtet sich zwar formell gegen die Demokraten, alle Argumente (gegen identity politics, Angsterzeugung, Dämonisierung Andersdenkender usw.) richten sich aber genauso gegen die (fanatischen) Republikaner. Also ich drücke denen die Daumen.

  • Lieber Lucas und alle,
    eine Rückfrage zur „Gender Pay Gap“ — gibt es die in Deutschland überhaupt? Nach einer bekannten unbereinigten Statistik liegt der durchschnittliche Unterschied in der Entlohnung zwischen Männern und Frauen in Deutschland bei ca. 21%. Thomas Moser erklärt in einem Beitrag, der im März 2017 bei Telepolis erschien, warum diese unbereinigte Statistik verzerrt sei und kommt mit einer Nachrechnung auf eine „Pay Gap“ von nur 2% oder weniger.
    Dazu kommt, dass es ja auch einige wenige Männer in Deutschland gibt, die extrem viel verdienen — davon haben nur die durchschnittlichen verdienenden Männer keinen Vorteil. Hier der Beitrag:
    https://www.heise.de/tp/features/Ten-Years-Gender-Pay-Gap-Mistake-Ein-Irrtum-wird-zehn-Jahre-alt-3652060.html?seite=all
    Viele Grüße
    Martin

    • Die Gender Pay Gap Sau wird einfach nie alt, die kann man immer wieder durchs Dorf treiben. Gefühlte 100 Jahre nachdem diese größte aller Unsinns-Statistiken entlarvt worden ist und nach gefühlten 1000 „Gender Pay Gap Debunked“ Artikeln kann sich im Jahr 2018 eine Feministin in eine Talkshow setzen, und braucht nur die magischen Worte zu sagen: „Aber Frauen verdienen immer noch nicht gleich viel, der Gender Pay Gap beträgt immer noch soundsoviel Prozent.“
      Und das wars dann, Ende aus Mickymaus.
      Sobald in einer Diskussion einmal der Pay Gap angeführt wird, kann man eigentlich abschalten. Da kommt dann nichts mehr. Das ist so verbrannte Erde, das ist der Diskussionskiller schlechthin. Ich weiß wirklich nicht, was man darauf noch antworten soll. Argumente dringen zur feministischen Betonkopffraktion nicht durch.
      Ich habe den Eindruck, die sind gar nicht dran interessiert den Gender Pay Gap zu verstehen (was die Voraussetzung wäre um etwas zu ändern), da geht es längst um was anderes. Das ist mittlerweile so etwas wie ein Glaubensbekenntnis, da gehts hauptsächlich um das Gefühl, welches transportiert wird. Pay Gap als psychosozialer Anker, als unüberwindbare Demarkationslinie: Hier sind wir, die armen unterdrückten Frauen, drüben das wilde Patriarchat.

      Vielleicht wäre es angemessen zu sagen: „Na und?“

      Irgendwas, um diese Pattstellung aufzubrechen. Den Pay Gap weder leugnen, noch dagegen argumentieren, einfach wie zu einem Kind, das mit einer neuen ganz großartigen (und unsinnigen) Entdeckung kommt, voller Ernst sagen: „So, Männer und Frauen verdienen also nicht gleich viel. Na und?“
      Und keine Argumente bringen wenn ungläubige Gegenangriffe und Unterstellungen kommen, nicht „Männer und Frauen arbeiten ja auch nicht gleich viel“ oder so. Bei dem „Na und“ bleiben. Sachlich reden bringt beim Pay Gap einfach nichts, Gläubige lassen sich nicht durch Argumente bekehren. Die müssen sich in irgendeiner Form an ihrer Ideologie eine blutige Nase holen und selbst realisieren dass es Unsinn ist.

      • Dem widerspreche ich.
        Die“feministischen Betonkopffraktion“ werden Argumente tatsächlich niemals verstehen. Und sogar aus dem Grund den du schreibst, es ist für diese pure Emotion. Und einer Emotion ist mit Vernunft nicht bezukommen.
        Nur wenn man allen anderen das tatsächlich sachlich erklärt, kommen aussagen wie:
        „Also werden Äpfel mit Birnen verglichen?“ oder „Da steht sogar dabei, dass Daten fehlen!“
        Natürlich ist das ein sehr aufwändiger Prozess.
        Ich finde es geht nicht darum die „feministischen Betonkopffraktion“ zu überzeugen, sondern diese Andere nicht indoktrinieren zu lassen.

        • Sehe ich ähnlich wie Andreas. Das Problem ist schlichtweg, dass über die Medien oft nur die feministische Sicht der Dinge transportiert wird und daher Leuten, die nicht zum feministischen Lager gehören, oftmals Informationen fehlen die dem typisch feministischen Weltbild widersprechen. Und das zu ändern ist es worauf es ankommt. Und nicht darauf zu versuchen die superlaute Mini-Minderheit radikalisierter Feministinnen zu überzeugen.

          • Sehe ich ähnlich. Die Ideologen, deren Ego von ihrem Weltbild abhängt, wird man eh nicht überzeugen. Schon gar nicht diejenigen, die ihr Geld damit verdienen.

            Warum sollten sie das aufgeben? Sie sehen sich ja als tapfere KämpferInnen, die sich für eine gerechtere Welt einsetzen und ernsten ständig finanzielle und gesellschaftliche Anerkennung dafür. Zumal ihre Ansichten teilweise von Studien bestätigt wird. Hier auch nur einen Millimeter von ihrer vorgefertigten Überzeugung abzuweichen, kostet wenns blöd läuft ihren Job und – noch viel schlimmer – ein sicher geglaubtes Weltbild.

            In solchen Fällen greife ich im Diskurs zu einer Art Stilmittel. Ich adressiere meine Meinung nicht an diejenige Person/Instanz mit der ich mich unterhalte, sondern beziehe mich ausschliesslich auf konkrete Aussagen. Werde ich von meinem Gegenüber ad personam angesprochen, adressiere ich das, indem ich mit der „mitlesenden Allgemeinheit“ rede. Ich rede von meinem Gegenüber also in der dritten Person.

            Das ist (für mich) eine psychologisch sehr wirksame Strategie. Ich kann einerseits auf das Gesagte meines Gegenübers eingehen und kann andererseits jederzeit die Diskussion verlassen, ohne mein Gesicht zu verlieren. Das ist gerade bei manipulativen, moralinsauer argumentierenden Trollen sehr hilfreich.

        • »Ich finde es geht nicht darum die „feministischen Betonkopffraktion“ zu überzeugen, sondern diese Andere nicht indoktrinieren zu lassen.«

          Yep, unbedingt! Grundregel auch jeglichen Bloggens: das Ziel unserer Argumente sind »interessierte Dritte«, nicht die Betonköpfe!

      • Im Prinzip geht es darum, nicht indoktrinierte abzuholen und logisch aufzuklären, sozusagen dem Feminismus den „Nährboden“ zu entziehen und zu entlarven was es ist, pure gewollte Falschdarstellung mit jeder Menge Emotionen… Das Ziel ist m. E. erreicht, wenn kein „Na und“ kommt, sondern ein „Isch scho gut..“. Dann wird dem Gegenüber klar, dass man dieses Thema so nicht mehr „ernst“ nimmt… By the way, ich habe diesen Artikel bei ADS verlinkt bekomme, bin gespannt ob die Zugriffzahlen steigen…

        • Ich denke, es geht auch sachlich. Man kann nach einem Beispiel fragen. Und im weiteren Verlauf dann ( das Publikum ) fragen, ob es wirklich für möglich hält, daß TAZ und SZ nicht täglich zur Hälfte mit genau diesem Beispiel prall gefüllt wären, wenn denn eines bekannt wäre.

          Gut informierte könnten nach den Größen des Ost-West- o. Nord-Süd- Pay-Gaps fragen, was auch schon den größten Wind aus den Femisegeln nehmen dürfte.

          • @Lucas: Link ist heute wieder verschwunden, ADS teilt auf Anfrage mit das: „An uns liegt es nicht. Manchmal wertet Facebook bestimmte Seiten als Spam und sie lassen sich nicht posten – oder es liegt, wie gesagt, an der Häufigkeit der Verlinkung bzw. der Kommentare mit gleichem Inhalt. Uns wurde hier kein Link angezeigt.“

      • Irgendwas, um diese Pattstellung aufzubrechen.

        Eine gute Erwiderung ist: Dann müssen sich Frauen eben für Ausbildungen entscheiden, die finanziell lohnender sind.
        Damit sind sie schon mal in der Defensive und müssten klären, warum die implizit enthaltene Behauptung nicht zutrifft.

        • @ Pjotr „Dann müssen sich Frauen eben für Ausbildungen entscheiden, die finanziell lohnender sind.“ Das finde ich sogar ein zentrales Argument, und zwar nicht allein im Hinblick auf den „Gender Pay Gap“. Eine Frau, die keine vernünftige Ausbildung hat und die daher nicht in der Lage ist, mit ihrem Gehalt ggfs. die Familie weitgehend selbst zu ernähren – eine solche Frau bugsiert einen Partner unweigerlich in die Situation, dass er die finanzielle Versorgung übernehmen muss.

          Das heißt: Eine solche Frau ist das weibliche Pendant zu einem Mann, der erwartet, dass die Frau zu Hause bleibt, das Essen kocht und ihm die Hemden bügelt.

          Während solch ein Mann aber, zurecht, als antiquierter Pascha dasteht, wird die entsprechende weibliche Anspruchshaltung auch noch politisch gefördert: durch die Benachteiligungen von Männer in der Kindessorge, und eben durch eine regierungsamtliche Propaganda, die das geringe Verdienst der Frau nicht ihr selbst, sondern der irgendwie patriarchalen Gesellschaft anlastet.

          • „Das heißt: Eine solche Frau ist das weibliche Pendant zu einem Mann, der erwartet, dass die Frau zu Hause bleibt, das Essen kocht und ihm die Hemden bügelt.

            Während solch ein Mann aber, zurecht, als antiquierter Pascha dasteht…“
            Wieso eigentlich? Das Modell hat sich doch über Jahrtausende bewährt. Dementsprechend gibt es also eigentlich keinen Grund, sich darüber negativ zu äußern.
            So lange beide mit einer solchen Lebensführung einverstanden sind, spricht also nichts dagegen. Zumal du hier selbst den feministischen Eindruck erweckst, nur die Tätigkeit als Hausfrau wäre anstrengend und belastend, während es für Männer das reinste Vergnügen sei, sich den Buckel krumm zu schuften.

            Weniger Wertung ist manchmal mehr.

        • Hier wende ich gerne ein, dass man dem PayGap auch begegnen kann, indem Mann sich um ausgeglichenes Geschlechterverhältnis bei den frauendominierten Berufen kümmert. Schaut mal in die Grundschulen, Kindergärten, Krankenhäuser oder Altenpflege. Die meisten pädagogischen oder pflegenden Berufen werden von Frauen dominiert und sind – im Verhältnis – schlechter bezahlt. Eine Angleichung der Gehälter ist nicht nur möglich, indem man die Gehälter der Frauen erhöht, sondern auch indem man die der Männer senkt. Wenn also mehr Männer diese Berufe ergreifen würden, senkt sich im Schnitt das Gehalt „der Männer“. Aber das ist natürlich ein unangenehmer Gedanke. Denn das würde einen Verdränungswettbewerb erzeugen, der zu ungunsten von Frauen ablaufen würde.

          Was ich mich ebenfalls frage, ist, ob das Einkommen (Gehalt) wirklich eine so entscheidende Variable ist. Bei der Frage, über wieviel Einkommen Frauen im Allgemeinen verfügen, muss man sich auch man Erbschaften und Eigentum ansehen. Man muss eigentlich alle Einkommensarten mal betrachten und dann eine Gesamtbetrachtung machen.

          • @Tippelbruder: Berechtigter Einwand, wenn ich mich richtig erinnere, dann gehen durch Frauenhände ca. 70% des in der Familie erwirtschafteten Einkommens, d.h. die „Kontrolle“ über das Geld liegt innerhalb von Familien meist bei den Frauen… War bei uns zuhause auch so… Taschengeld für Papa ;o)…

          • Hierzu eine kurze Anmerkung: Mir ist wiederholt aufgefallen, dass Männern entweder nicht zugetraut wird, in Kindergärten zu arbeiten, oder dass Eltern sogar Angst davor haben. Anscheinend ist die Furcht relativ weitverbreitet, dass ein Mann, der freiwillig in einem Kindergarten arbeiten will, ja ein Pädophiler sein könnte. Das kann dann dazu führen, dass männliche Kindergärtner nicht mehr alleine mit Kindern in einem Raum sein sollen (habe ich irgendwo gelesen), so dass sie den Beruf eigentlich kaum ausüben können. Ist bestimmt nicht überall so, aber selten sind solche Ressentiments wohl nicht.

          • @Chris4You
            Danke für die Links, man kann der SZ, der Zeit und huffpost vielleicht schon positiv anrechnen, dass sie das veröffentlicht haben.

          • @TB
            Ein wichtiger Punkt ist dabei, warum wird Frauen per Geschlecht nicht dasselbe Misstrauen entgegen gebracht?

            Das Internet (und die Gerichtsakten) ist voll von Beweisen,incl. Videos, wo Babysitterinnen oder Mütter Kinder, besonders Kleinkinder, brutal misshandeln. Anscheinend interessiert es nur nicht. Passt nicht ins hehre Frauenbild.

            Anscheinend scheint die besondere „weibliche Empathie“ Kindesmisshandlung zu rechtfertigen, denn diese fast übermenschlich-göttliche Einfühlsamkeit scheint Frauen intuitiv, wie vom Heiligen Geist getroffen, mitzuteilen, dass gerade eben jetzt eine Misshandlung eines völlig ausgelieferten, völlig unterlegenen und hilflosen Menschenwesens aus Nächstenliebe oder zum Besseren der Gesellschaft erforderlich oder jedenfalls entschuldbar ist.
            Oder weil es Frau eben gerade jetzt emotional befriedigt, was ja auch sehr wichtig ist, dass Frau sich immer gut fühlen darf, egal wie, wann und wo.
            Da müssen die doofen Kinderchen schonmal Rücksicht nehmen.

            Es gibt jeden Grund, diesem Geschlecht zu misstrauen, wenn es Macht über wehrlose Menschen bekommt.
            Dass das weibliche Geschlecht biologisch und auch mental imstande ist, ohne jede Empathie Menschen auf grausamste und auch hinterhältigste Art zu quälen, zu verstümmeln und zu ermorden, lässt sich durch die ganze Geschichte, und auch heutzutage, klar nachweisen.
            Natürlich sollte man sich vorher Gedanken machen, wem man die Betreuung von Kindern anvertraut, aber wieso wird die Eignung von Frauen dazu blind vorausgesetzt, während Männern die Eignung allgemein erstmal abgesprochen wird.
            Z.T. mit so witzigen Argumenten wie, bei der prekären Situation von Frauen im Neoliberalismus würde es diesen finaziell schaden, wenn Männer jetzt auch noch Stellen in klassischen Frauendomänen einnehmen würden.
            Frauen haben es ja heutzutage (klar!) sowieso schwer genug.

            Gerade jetzt, wo händeringend Kitas und Personal ausgebaut werden sollen, ganz abgesehen davon, dass meist der Betreuungsschlüssel eh weit untererfüllt ist, wo also viel neues Personal eingestellt werden soll, ist es für Feministinnen ganz besonders wichtig, Männer da raus zu halten, und Frauen statt in klassische privilegierte Männerdomänen wie Handwerk, Technik, oder verschleißende körperliche Arbeit zu bringen, muss der „Neuen Frau“ umso mehr das Refugium althergekommener weiblicher Rollenvorstellungen offengehalten werden.

            Und zu guter Letzt, wenn Frauen hinterhältig (ja, meistens, wenn die Täterin nicht völlig abgedreht ist, wird von diesen Psychopathinnen auf eine gewisse Verborgenheit, auf Verdeckung Wert gelegt) und feige sich besonders an Kleinkindern und Babies vergreifen, ist schnell eine psychologisierende Entschuldigung, wenn nicht Rechtfertigung da, die einem Mann auch bei weit geringeren Vergehen, wie „Mikroaggressionen“ oder „Belästigung“, niemals zugestanden würde.
            In etwa „Frau war beruflich/familiär überlastet; Frau war emotional überfordert; Frau war dem Manne hörig; Frau ist vom Partiarchat unterdrückt, und deshalb nicht verantwortlich, die Männer in der katholischen Kirche (man merke, nicht die dortigen Frauen!) machen das ja auch, da darf frau wohl auch mal ein bisschen misshandeln.“ usw., und deshalb geht es schon irgendwie durch, wenn sie Kinder körperlich, und/oder seelisch misshandeln, oder verhungern lassen, oder aktiv umbringen.
            Frauen sind halt so schwach und wenig belastbar und emotional verwirrt, die sind einfach so und können nichts für ihr Verhalten.
            Woran natürlich die jahrtausendelange Unterddückung durch das „Patriarchat“ schuld sein muss, während Männer bekanntlich über Jahrtausende nicht unterdrückt wurden, sondern, wie wir vom Feminismus lernen, immer die ganze Zeit die Frauen die drecksarbeit machen ließen, und nicht anderes zu tun hatten, außer ihr Hobby der Frauenunterdrückung und Vergewaltigung zu frönen.

            Deswegen kann man Männern auch nicht irgendwelche emotionalen Defizite oder Belastungsgrenzen zubilligen, die wurden ja nie psychisch fertig gemacht, seelisch und körperlich missbraucht oder systematisch unterdrückt.
            Die sind einfach biologisch so böse, nicht etwa wegen psychopathischen Müttern, Vätern oder anderen Bezugspersonen.
            Die Frauen nur wegen den Männern, denn Frauen sind biologisch einfach sensibler, empathischer, sozialer, verantwortungsvoller, kurz, besser.

            Interessant, dass, wenn Frauen ausnahmsweise mal ihr Fehlverhalten verantworten sollen, auf einmal nicht mehr die Rede ist von „der starken Frau“, die wir immer, neuerdings in Suprheldinnen-Blockbustern, präsentiert bekommen.
            Die doch viel belastbarer ist, körperlich wie mental,denn sie schleppt 9 Monate ein Kind im Bauch rum, und gebiert unter Schmerzen, und muss ja ihr Leben lang mental die Männer ertragen; Männer haben ja bekanntlich niemlas unter Schmerzen zu schuften, und schon gar nicht müssen sie Frauen und ihre Psychos, ihre Macken und ihr Anspruchsdenken ertragen, sondern Frauen sind auf jeden Fall bereichernd, ein einziges Geschenk an die Männer, die ihnen das Leben erst lebenswert macht, und ähnlicher Propagandamüll aus den Zeiten des Minnesangs.

            Aber gehts um Verantwortung, da sind sie auf einmal nur noch kleine schwache Opfer, und da muss man doch verstehen, wenn sie sich an noch kleineren, schwächeren, nämlich Kindern vergreifen.
            Im übrigen kann ich dir aus Erfahrung sagen, dass an vielen Kitas die Qualität dessen, was Frauen abliefern, auch ohne direkte Misshandlung, unter aller Sau ist, denn viele Frauen sind da nur, weil ihnen nichts Anderes zu tun eingefallen ist, weil sie keinen Bock auf die „kalte, rationale, leistungsorientierte Männerwelt“ haben, und Frau in diesem Sekto immer gern genommen wird, wegen der angeblich eingebauten besonderen Qualifikation und Verantwortungsfähigkeit per biologischem Geschlecht.

            Hier sind ja Ergebnisse auch nicht sofort nachprüfbar, mit ein bisschen Finesse lassen sich die Konsequenzen weiblicher Inkompetenz in der Früherziehung leicht in die Zukunft verschieben, so dass die Schule sich dann dem Problem herumschlagen muss, wo die lernunfähig gemachten, neurotisch geprägten Kinder, evtl. zusätzlich durch verantwortungslose Eltern geschädigt, nach der Kindergarten-„Betreuung“ irgendwann aufschlagen.

  • So so, das Grundgesetz ist also weder ein Staats- noch ein gesellschaftlicher Vertrag. Und die höheren Rechte, deren nationale Ausformulierung es darstellt, gelten demzufolge logischerweise sowieso nicht.
    Damit sind die daraus abgeleiteten einfachen Bundesgesetze und die noch spezielleren Landesgesetze auch bestenfalls moralische Ermahnungen, wenn überhaupt.

    Das erklärt natürlich einige übliche Verhaltensmuster in Politik, Justiz und institutionellem Wesen.

    Keine weiteren Fragen …..

    • …. aber in welchem Vertrag werden denn die Frauen benachteiligt, denen in der U-Bahn an den Hintern gegriffen wurde? Kann jemand das Papier mal verlinken?

  • Die Kommentare der ADS auf Facebook sind auch der Hammer. Da kommentieren Männer über ihre Diskriminierung – keine Antwort. Wenn aber eine Frau daraufhin irgendwas schreibt nach dem Motto „Männer sind selber Schuld“ kommt die ADS und bedankt sich für DIESEN Kommentar. Noch mehr parteiisch und Voreingenommen geht fast gar nicht mehr.

    Und zu GPG haben sie schon alles gesagt, das war zwar falsch, aber egal. Es gibt ihn und er ist eine strukturelle Diskriminierung von Frauen. Wenn Frauen im gleichen Beruf aber mehr verdienen, ist das keine strukturelle Diskriminierung von Männer. So viel Doppelstandard kann man sich als Bundesbehörde schon leisten.

    Und ich sehe gerade, da wurde einer Frau die Kompetenz in Frage gestellt. ADS übernehmen sie! Lasst die Männer, die keine zu Frauen vergleichbare medizinische Hilfe erhalten, vor Gericht härter bestraft werden, in der Schule schlechter benotet werden und bei gleiche Qualifikation benachteiligt werden links liegen. Hier fühlt sie eine Frau diskriminiert und kann das Problem nicht selbst lösen! Und diese Frau weiß auch das die Männer dort in den Kommentaren nur rumheulen- sie gehört ja zum empathischen Geschlecht!

    • Die Antworten der ADS könnten durchweg direkt vom Missy Magazin oder irgendeiner radikalisierten feministischen Webseite stammen. Beispiel:

      „Angeboren und unveränderbar? Vorstellungen von Geschlecht haben sich durch Zeiten und Kulturen gewandelt und sind auch jetzt nicht weltweit gleich. Auf der biologischen Ebene haben sich Wissenschaftler von der eindeutigen Zweigeschlechtlichkeit verabschiedet.“

      Vermutlich sitzt da irgendein Trans-Aktivist am Rechner und betet sein Glaubensbekenntnis herunter. Vermutlich hat er eine akute ADS und kann deswegen Argumente, die seinem Weltbild widersprechen, wegen sofort aufkommendem Aufmerksamkeitsdefizit gar nicht wahrnehmen.

      • Ich habe da bald kein Verständnis mehr für. Die Frauen berichten davon das sie Mal ungewollt angefasst wurden, mal einen dummen Spruch gehört haben, mal an ihrer Kompetenz gezweifelt wurde. Dass das jeden Tag passiert oder jeden Monat, kann ich mir bald echt nicht mehr vorstellen. Weil wenn es so ist, warum TUN die dann nichts dagegen??? Warum lassen die es sich auf das ein und andere Mal immer wieder gefallen?

        Und die Männer, sind ja alles eh nur Heulsusen, die müssen JEDEN Monat, auf Anweisung des Staates, einen Großteil ihres Gehalts an jemanden abgeben, der sie aus der Familie und oft auch aus dem gemeinsamen Haus gedrängt hat und kriegen dafür als Gegenleistung oft nichts oder nur in dem sie sich erpressen lassen und das oft über JAHRE hinweg – und das als Dauerzustand.

        Oder nehmen wir das Beispiel der Frauen. Auch ich wurde schon von irgendwelchen Frauen ungewollt angefasst oder abgeknutscht, oft viel älter wie ich. Wäre ich eine Frau und diese Frauen Männer, hätte ich jedem von ihnen eine klatschen können und das Puplikum hätte dann ebenfalls geklatscht. Aber da ich nun mal ein Mann bin, soll ich es über mich ergehen lassen, mich nicht so anstellen, aber keinesfalls so ausfallend werden wie ein Frau in meiner Position und der Belästigerin eine klatschen. Tue ich da, klatscht das Publikum wahrscheinlich mir dann eine.

        Aber Männer werden ja niemals strukturell diskriminiert. Es gibt zwar schwarz auf Weiß GESETZE die Frauen (schwangerschaftesunabhängig) Rechte und Leistungen zusagen die ich als Man nicht haben. Umgekehrt gibt es das nicht. Aber das ist ja nicht so schlimm wie wenn Frauen im Schnitt über 11 Jahre weniger bis zur Rente arbeiten und dann im Schnitt weniger Rente bekommen.

        • Wenn man sich da durchliest, erkennt man 2 Parteien die kommentieren, aber nicht miteinander reden.

          Nö, sehe ich nicht so. Es gibt da eine Partei (überwiegend männlich), die durchaus redet, der man aber nicht oder nur sehr wenig zuhört.

          Aber das ist ja nicht so schlimm wie wenn Frauen im Schnitt über 11 Jahre weniger bis zur Rente arbeiten und dann im Schnitt weniger Rente bekommen.

          Ist das so? Im Schnitt werden Frauen ja älter, kassieren also länger Rente.
          Sollte man vielleicht mal exemplarisch durchrechnen.

  • Wieder mal ein sehr wichtiger Artikel – danke hierfür!

    Allerdings … so ganz einverstanden bin ich nicht. Das Problem besteht wohl darin, daß es Schoppe hauptsächlich um die Antidiskriminierungsstelle und ihr Verhalten geht, daß aber diese Stelle und ihr Verhalten nur als Beispiel herhalten sollen für relevante staatliche Stellen und deren relevantes Verhalten insgesamt. Und bei dieser Exemplum-Rhetorik muß man dann doch ein wenig achtgeben.

    Im Arikel oben heißt es z. B.:

    „Nicht mehr komisch ist es allerdings, dass politische Institutionen sich dagegen abschotten, mit Erfahrungen konfrontiert zu werden, die sie selbst gleichwohl fortlaufend produzieren. Dass Erfahrungen wie die von Björn Müller noch nicht einmal zur Kenntnis genommen werden, ist verrückt und Ausdruck kranker politischer Strukturen. Die Antidiskriminierungsstelle wird dabei zu einer Orwell-Institution, die diskriminierend unterscheidet, welchen Menschen ein Schutz vor Diskriminierungen zusteht – und welchen nicht.“

    Das klingt für mich so, als würde die Antidiskriminierungsstelle selbst die traurigen Erfahrungen des geschiedenen Vaters Björn Müller produzieren (und sich überdies gegen die Konfrontation mit diesen Erfahrungen abschotten). Nee, das tut sie nicht. So schlimm diese Stelle sein mag – sie produziert nicht die Erfahrungen des armen Björn Müllers.

    So, man könnte jetzt entgegnen: „OK, also streng genommen, werden die Erfahrung von Scheidungsvätern vom Justiz-System produziert (oder vom Justizministerium, oder von den einzelnen Familiengerichten oder so), und dieses System schottet sich gegen die Konfrontation mit diesen Erfahrung ab.“

    Ganz recht, aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn das Justiz-System schottet sich gegen die Konfrontation mit den Erfahrungen *aller* Bürger ab, auch gegen die Konfrontation mit den Erfahrungen
    – geschädigter Aktionäre, deren Klagen vor Gericht abgewiesen worden sind
    – rechtskräftig verurteilter Versicherungs-Betrüger
    – Kinds-Mörderinnen, die aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden sind.

    Kurz: Das Justiz-System ignoriert alle Erfahrung und alle persönliche Betroffenheit. Justitia ist in dieser Hinsicht „blind“. (Es ist kein gültiges Argument hiergegen, wenn man darauf hinweist, daß es Verzerrungen des Rechts gibt, wenn z. B. voll schuldfähige Kinds-Mörderinnen eine Therapie als Strafe erhalten, weil sie durch den „Verlust“ ihres Kindes ja schon genug „leiden“ würden.)

    Konsequenz: Man kann dem Justiz-System schlecht vorwerfen, daß es sich gegen die Konfrontation mit den Erfahrungen von Scheidungs-Väter abschottet. Doch damit fällt die gesamte erste Aussage in sich zusammen: „Nicht mehr komisch ist es allerdings, dass politische Institutionen sich dagegen abschotten, mit Erfahrungen konfrontiert zu werden, die sie selbst gleichwohl fortlaufend produzieren.“ Das stimmt so einfach nicht.

    Auch die letzte Aussage im Abschnitt oben ist fragwürdig:

    „Die Antidiskriminierungsstelle wird dabei zu einer Orwell-Institution, die diskriminierend unterscheidet, welchen Menschen ein Schutz vor Diskriminierungen zusteht – und welchen nicht.“

    In der oben zitierten Erklärung der Antidiskriminierungsstelle wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß ihr Wirkungsbereich auf das AGG beschränkt ist („Grundlage unserer Beratung ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). … Wir können nur in Fällen, die das AGG betreffen, aktiv werden.“) Schoppes Vorwurf bezieht sich aber auf *alle* Diskriminierungen, insbes. auf solche, die vom AGG nicht erfaßt werden: die Diskriminierungen von Scheidungsvätern.

    Und es stimmt einfach nicht, daß die Antidiskriminierungsstelle diskriminierend unterscheidet, welchen Menschen ein Schutz vor *Väter*-Diskriminierungen zusteht – und welchen nicht. Schlimmstenfalls unterscheidet diese Stelle diskriminierend, welchen Menschen ein Schutz vor Diskriminierung *im Sinne des AGG* zusteht – und welchen nicht. Schoppes allgemeine Aussage oben müßte also entsprechend eingeschränkt werden, wobei genau jene Fälle, die ihm so am Herzen liegen – Diskriminierungen gegen Väter – außen vor bleiben.

    Von dieser Kritik bleibt natürlich unberührt Schoppes und Fietes Punkt oben, auf welcher Grundlage sich dann die Antidiskriminierungsstelle in der Pflicht sieht bei Fällen wie
    – einem „Mann, der einer Frau an den Hintern fasst (nicht aber umgekehrt), oder
    – einem Mann, der einer Frau übermäßig selbstbewusst vorkommt“.

    Auch die beiden übergeordneten Punkte Schoppes bleiben bestehen:
    – die Propaganda der Antidiskriminierungsstelle
    – der Widerspruch zwischen dem umfassenden Anspruch der Antidiskriminierungsstelle und ihrer selektiven Praxis (im GIF auf der oben verlinkten webpage heißt es: „Wo wirst Du wegen Deines Geschlechts diskriminiert? Gehalt – Karriere – Alltag“, die Stelle reagiert aber allein bei angeblicher Frauendiskriminierung und verweist hierfür auf das AGG).

    • Moin @Jochen,
      Ich gehe davon aus, daß Lucas, wie in Deinem letzten Absatz schon angedeutet, vom Titel ( Antidiskriminierungsstelle, das Kürzel ADS ist vermutlich trotz der enthaltenen Implikation, die ja auch Mitm auffällt, nicht so wichtig ) und der Unterüberschrift her an die Sache herangeht.
      Das Ding heißt eindeutig nicht „AGG-Beratung“.

      Und ansonsten verstehe ich ihn so, daß er nicht – oder zumindest nicht nur – das „Justiz-System“ anprangert, sondern den Zusammenhang zwischen dem Dominanten Konglomerat der politischen Institutionen ( zu denen allerdings auch, wenn auch gern bestritten, die Jurisdiktion gehört ) und deren Beteiligung an realen Diskriminierungen herzustellen versucht. Bspw. durch die von Anne Nühm dokumentierten Beispiel in staatlichen, oder vom Staat anerkannten Vorschriften und Steuerungselemente.
      Ein freundlicher Blick, oder ein männliches Selbstbewußtsein sind nämlich gar keine Diskriminierungen, das BVerfG o. die GleiBWV allerdings schon.
      Ebenso, wenn auch nicht streng geschlechtsspezifisch, die Sondergerichtsform Familienverfahren mit ihren willkürlichen Gepflogenheiten und iher richterlichen Unabhängigkeit von Gesetz und Recht.

      Kurz: Eine AGG-Beratungsstelle, die ganz offensichtlich dazu gedacht ist, Menschen, die ein bestimmtes Vertragswerk ( hier das AGG ) zu ihrem Vorteil nutzen wollen, zu unterstützen, ganz offenbar indem Nichtgünstlinge auch nach Bedarf diskriminiert werden ( was bei konsequenter Ausnutzung das AGG möglich ist ), ist garantiert KEINE Antidiskriminierungsstelle, eher das Gegenteil.

    • Ich kann Deine Kritik nicht nachvollziehen. Wenn die ADS lediglich die bestehende Rechtspraxis stützt und Kritik daran ausserhalb ihres Aufgabenbereichs verortet, was ist denn dann ihre Aufgabe? Eine Organisation von Gouvernanten, die Flegel erziehen will, die Frauen an den Hintern fassen und Trandgender beleidigen? Was ist deren Aufgabe ausser feministischen Unsinn zu verbreiten und Propaganda zu produzieren?
      Zu was soll eine Antidiskriminierungsstelle gut sein, die unter fadenscheinigen Begründungen erklärt, dass sie für die Diskriminierung von Vätern nicht zuständig sei, aber für Frauen, denen mal unerwünschterweise an den Hintern gefasst wurde sehr wohl? Das ist lächerlich und wird durch fadenscheinige Begründungen auch nicht besser.

    • @ Jochen Danke für die Kritik!

      Es ist wahr, dass die ADS sich in der zuletzt dokumentierten Aussage auf ihre formellen Vorgaben beruft, nicht auf Geschlechterunterschiede. Das dürfte sie natürlich auch gar nicht.

      Eben deshalb aber habe ich dann den Nachsatz geschrieben. Warum sollte es Sache der Antidiskriminierungsstelle sein, wenn einer Frau auf den Hintern geklopft wird (seltsamerweise wird dabei die umgekehrte Situation nie erwähnt, obwohl ich die bei mir und anderen natürlich auch schon oft erlebt habe) – aber nicht, wenn ein Mann aufgrund seiner Geschlechtszugehörigkeit von seinem Kind ferngehalten wird? Das hat überhaupt keine Logik – es sei denn, dass die ADS nach Geschlechtern selektiert, wer ihrer Arbeit würdig ist und wer nicht.

      Denn in der oben dokumentierten Stellungnahme bezieht sich die ADS ja auf „Beratung“. Dass sie keine Rechtsberatung macht, ist üblich – aber das hat doch mit diesem Fall überhaupt nichts zu tun. Da geht es doch um ihre weiteren – nur nebenbei erwähnten – Tätigkeitsbereiche Öffentlichkeitsarbeit und Forschung. Besonders der erste ist hier viel relevanter als eine mögliche Beratungstätigkeit, um die Björn Müller doch gar nicht gebeten hatte.

      Es ist also in meinen Augen offenkundig, dass die ADS sich hinter formellen Bestimmungen versteckt, die hier gar nicht relevant sind – und dass es ihr tatsächlich um eine Diskriminierung nach Geschlechtern geht. Soweit ich es sehe, finden Männer hier bestenfalls dann Unterstützung, wenn sie sich als Opfer eine irgendwie männlichen Herrschaft darstellen können.

      Zweitens finde ich sehr wohl, dass die ADS für politische Strukturen steht, die solche Erfahrungen wie die von Björn, von mir und von vielen anderen produzieren. Sie ist in das Bundesfamilienministerium eingegliedert – und wenn dieses Ministerium seine Arbeit für FAMILIEN ernst nehmen würde, dann gäbe es für Trennungsväter längst viel mehr Unterstützung.

      Auch für die Gesetzgebung, die Väter weiterhin ausgrenzt, ist das Ministerium mitverantwortlich – zumindest hätte es die Möglichkeit, auf das Justizministerium einen erheblichen Druck auszuüben. Macht das BMFSFJ aber natürlich nicht.

      Außerdem könnte sowohl das Familienministerium als auch die Antidiskriminierungsstelle (die ja ausdrücklich „Forschung“ zu ihren Aufgaben zählt) Erfahrungen von Vätern in den staatlichen oder para-staatlichen (Caritas, Diakonie etc.) Institutionen untersuchen, denn die sind unglaublich oft desaströs. Es interessiert dort nur niemanden.

      Deshalb finde ich es – wie auch Fiete ja schon schreibt – gerechtfertigt zu schreiben, dass die ADS für eine Politik steht, die diese bedrückenden Erfahrungen überhaupt erst produziert, von denen sie dann nichts mehr wissen will.

      • „Denn in der oben dokumentierten Stellungnahme bezieht sich die ADS ja auf „Beratung“.“

        OK, die Bindung an das AGG bezieht sich allein auf die *Beratung* durch die Antidiskriminierungsstelle. Das hatte ich oben falsch verstanden.

        „Da geht es doch um ihre weiteren – nur nebenbei erwähnten – Tätigkeitsbereiche Öffentlichkeitsarbeit und Forschung. Besonders der erste ist hier viel relevanter als eine mögliche Beratungstätigkeit, …“

        OK, das hatte ich oben übersehen.

        „Zweitens finde ich sehr wohl, dass die ADS für politische Strukturen steht, die solche Erfahrungen wie die von Björn, von mir und von vielen anderen produzieren. Sie ist in das Bundesfamilienministerium eingegliedert – und wenn dieses Ministerium seine Arbeit für FAMILIEN ernst nehmen würde, dann gäbe es für Trennungsväter längst viel mehr Unterstützung.“

        Ich wäre hier immer noch vorsichtig. Wenn die Stelle x ein Teil des Ministeriums y ist, und wenn das Ministerium y Fehler macht, Versäumnisse begeht od. dgl., dann kann man dieses Fehlverhalten nicht automatisch der Stelle x anlasten.

        Selbstverständlich ist es *möglich*, daß die Stelle x eine Mitschuld trägt, vielleicht sogar die Hauptschuld. Doch dieser Vorwurf muß dann eigens nachgewiesen werden. Er ist nicht allein dadurch erwiesen, daß x ein Teil oder eine Komponente von y ist.

        Zum Vergleich: Nehmen wir an, der Werkschutz x ist ein Teil eines Stahlwerks y. Nun fährt das Stahlwerk y Verluste ein. Folgt hieraus bereits, daß für diese Verluste der Werkschutz x verantwortlich ist, oder zumindest mitverantwortlich ist?

      • Nachtrag:

        „Es ist also in meinen Augen offenkundig, dass die ADS sich hinter formellen Bestimmungen versteckt, die hier gar nicht relevant sind – und dass es ihr tatsächlich um eine Diskriminierung nach Geschlechtern geht.“

        OK, hatte ich ganz oben auch übersehen.

  • Hallo,

    die bekennende Feministin Christine Lüders ist nicht mehr Chefin der ADS. Siehe https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Aktuelles/DE/2018/20180427_Verabschiedung_CL.html

    Aber auch mit einer neuen Nachfolgerin wird sich an der Instrumentalisierung der ADS als reine Frauenfördereinrichtung u.E. nichts ändern. Wir von MANNdat haben schon reichlich schlechte Erfahrungen gemacht, was die Berücksichtigung der berechtigten Anliegen und Belange von Jungen, Vätern und Männern betrifft. Siehe https://manndat.de/feministische-mythen/ist-die-antidiskriminierungsstelle-diskriminierend.html

    Gruß

    Bruno Köhler

  • Ob Propaganda funktioniert?
    Oder funktioniert hier nicht eher das Simulieren einer Demokratie zwischen NGOs, nichtbeachteten Medien und Politik?

  • Ich lese diesen Blog mit Interesse aber manchmal ist doch zu viel Selbstmitleid im Spiel. Die Spielregeln dieser Gesellschaft liegen klar und deutlich auf dem Tisch. Wer z.B. als Mann eine Frau ehelicht und/oder mit ihr Kinder zeugt kennt die Konsequenzen. Dann darf er sich auch nicht beklagen, wer er eben als Versorger in Anspruch genommen wird auch wenn die Beziehung beendet ist. Dass auch die Frau die Beziehung beenden kann, ist auch bekannt. Der Staat regelt das Versorgungsrecht ja auch in der bekannten Art und Weise nicht um Männer zu diskriminieren, sondern aus fiskalischen Gründen. Solange der Mann zahlt, muss der Staat nicht zahlen.

    Weiterhin glaube ich nicht, dass Institutionen wie die ADS große Wirkung erzeugen. Sie alimentieren ein paar Frauen aber was bewirken sie sonst? Die Masse der Frauen, etc. hat von der Arbeit der ADS nichts. Die schlauen Frauen brauchen so etwas nicht und die unterprivilegierten sitzen weiter an der Supermarktkasse und suchen einen Versorger.

    • >Wer z.B. als Mann eine Frau ehelicht und/oder mit ihr Kinder zeugt kennt die Konsequenzen.

      …ich glaube, die meisten Männer kennen die Konsequenzen, nämlich die Gatekeeper-Rechte der Mutter/Partnerin bei all seinen Wünschen bezüglich seiner Beziehung zum Kind, nicht. Woher sollen sie sie auch kennen? Wer sagt es Ihnen? Die Politik? Die Medien? Die behaupten ja immer noch, wir würden in einem Männer privilegierenden Patriarchat leben.

      Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Männer die Realität erst kapieren, wenn bei ihnen selbst das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.

      Gruß

      Bruno Köhler

    • @MFK: „glaube ich nicht, dass Institutionen wie die ADS große Wirkung erzeugen.“

      Wenn man nur die ADS isoliert betrachtet, dann kann man in der Tat keine großen direkten Wirkungen bei bestimmten Lesern beweisen. Das geht aber am Problem vorbei. Die ADS ist Teil dessen, was ich als staatlich finanzierte feministische Infrastruktur bezeichne, die wiederum hierzulande die feministische Ideologie als staatliche Doktrin umsetzt. So gesehen ist sie nur ein Rad in einer großen Maschine, die überall z.B. das Lügenmärchen vomGPG verbreitet.

    • @ MFK „Die Masse der Frauen, etc. hat von der Arbeit der ADS nichts.“ Insgesamt hat die große Masse der Frauen nichts von einer Politik, die Frauen gegen Männer ausspielt, weil die Gesellschaft angeblich patriarchal strukturiert wäre.

      Diese Politik schafft Vorteile und öffentliche Stellen für eine sehr kleine Gruppe von Frauen, in der Regel mit akademischem Hintergrund und mit Anbindungen an Institutionen. Der Großteil der Frauen ist aber – ebenso wie Männer auch – auf eine Kooperation der Geschlechter angewiesen, bzw. auf eine vernünftige Kooperation mit dem Partner.

      Es ist auch mein Eindruck, dass feministische Positionen im Alltag nicht annähernd die Bedeutung haben, die ihnen Politik, einige akademische Fachbereiche und sonstige Institutionen beimessen. Obwohl ich mich weitgehend im Umfeld einer rot-grünen Wählerschaft bewege, begegnen mit kaum noch Frauen, die sich als Feministinnen bezeichnen.

      Trotzdem ist es m.E. wichtig, solche Kampagnen wie die von der ADS aufzugreifen. Ich habe nämlich insgesamt, also auch völlig unabhängig von irgendwelchen Geschlechterdebatten, den Eindruck, dass sich ein politisch-mediales Establishment weitgehend abgekoppelt hat und alle Diskussionen nur noch intern führt, im Gefühl, damit Bedeutendes für die gesamte Gesellschaft zu leisten – während die allermeisten Menschen ganz andere Probleme haben.

      Das heißt: Ein Artikel wie dieser, und die vielen anderen Kommentare, werden bei der ADS sicher niemanden zum Umdenken bringen – aber sie dokumentieren, dass die Selbstbezüglichkeit dieses politischen Establishments einen enormen Bereich der sozialen Wirklichkeit völlig ausblendet. Und dies nicht aus Versehen, sondern systematisch und konstitutiv.

      Da dort aber zugleich Entscheidungen getroffen werden, die für alle Menschen von Belang sein können, sollten die Selbstgespräche von Institutionen wie der ADS zumindest nicht ganz alternativlos dastehen.

      @ MFK, Dr. Bruno Köhler „Wer z.B. als Mann eine Frau ehelicht und/oder mit ihr Kinder zeugt kennt die Konsequenzen.“ Das ist nach meiner Erfahrung tatsächlich nicht der Fall. Ich habe selbst nicht gewusst, wie aussichtslos die Situation eines nichtverheirateten Trennungsvaters bis zur Entscheidung des EuGH war, und wie miserabel sie heute noch ist – bis ich selbst in diese Situation gekommen bin.

      Das war kein bloßes Desinteresse, sondern einem Grundvertrauen in staatliche Institutionen geschuldet: Ich war davon ausgegangen, dass es in Deutschland bei allen Ungerechtigkeiten im Großen und Ganzen fair zugeht, dass die Grundrechte und Menschenrechte hier gültig sind und beachtet werden. Die Entscheidungen von EuGH und BVerfG haben aber ja gezeigt, dass das für die Bundespolitik nicht gilt.

      Noch heute ist es so, dass sowohl Männer als auch Frauen in aller Regel überhaupt nicht wissen, wie ungerecht etwa das Kindschaftsrecht weiterhin geregelt ist und verwaltet wird – und dass sich die meisten das einfach nicht vorstellen können.

      Das Informationen, die ein realistischer Bild vermitteln, nicht durchsickern, liegt auch an einer Propaganda, wie die ADS sie betreibt – und die das Gefühl verbreitet: Es gäbe eine massive Benachteiligung von Frauen, und es möge ja sein, dass Männer hier und da auch Nachteile hätten, aber die Beseitigung der gigantischen Nachteile von Frauen müsse doch prioritär sein.

      • Das ist nach meiner Erfahrung tatsächlich nicht der Fall. Ich habe selbst nicht gewusst, wie aussichtslos die Situation eines nichtverheirateten Trennungsvaters bis zur Entscheidung des EuGH war, und wie miserabel sie heute noch ist – bis ich selbst in diese Situation gekommen bin.

        Es gibt i.m.h.o zwei Qualitäten von Erfahrungen: Die rein verstandesmässige Durchdringung eines Sachverhalts und die selbst erlebte. Darum sollte es ein Prinzip sein, direkt Betroffene immer in den Entscheidungsprozess mit einzubeziehen. Der institutionalisierte Feminismus verhindert dies und ist deshalb in Ehe- und familienrechtlichen Angelegenheiten im Wortsinn reaktionär.

      • „Das war kein bloßes Desinteresse, sondern einem Grundvertrauen in staatliche Institutionen geschuldet: Ich war davon ausgegangen, dass es in Deutschland bei allen Ungerechtigkeiten im Großen und Ganzen fair zugeht, dass die Grundrechte und Menschenrechte hier gültig sind und beachtet werden.

        Das könnte wortgleich von mir sein. In der Tat habe ich, als grundsätzlich eher kritischer Denker, diese Glaubensform bis zu meinem 50. Lebensjahr sogar ausdrücklich vertreten und z.T. vehement verteidigt. Es war für mich einfach unvorstellbar, daß so viele, äußerlich ganz normal erscheinende, Leute, die von uns für eben die Aufrechterhaltung des 6-Punkte-Staats angestellt und bezahlt werden, tatsächlich in ihren relativ geschlossenen Zirkeln das Gegenteil betreiben ( können ).
        Insofern gibt es zwei grundverschiedene Bedeutungen des Spruchs: Recht haben und Recht bekommen sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

        A – Recht (wieder-)herzustellen ist an praktische „technische“ Bedingungen geknüpft.
        Das kann jeder nachvollziehen und ( aus der Distanz ) i.d.R. locker akzeptieren.

        B – Recht ist, was dem Machthaber nützt. Gleichbedeutend mit: Recht ist eine Illusion, die für es per Ordre de Mufti innehabene lukrativ ist.

        Version B schafft offenbar für mehr wesentlich Menschen die ihnen attraktiver erscheinende Alternative, als unsereiner sich im Alltag vorstellen mag.
        Besonders wenn man längere Zeit in verschiedenen Bezugsgruppen Version A als bestfunktionierende Normalform erlebt hat, v.dh. meint das Wesen des „sozialen Rechtsstaats“ quasi direkt aus der Gesellschaft und ihren Alltagsgruppen in die entsprechenden Institutionen übertragen zu können und auch in der Schule gelernt hat, daß gerade „die Besten“ mit den höherverantwortlichen Aufgaben betraut werden, lässt man sich zu gern auf eine Denkschleife ein, die erst durch dem radikal widersprechende reale Vorgänge unterbrochen werden kann.

        Kurz: der normale Bürger kann eigentlich gar nicht wissen worauf er sich einlässt, weil es weit außerhalb seines mühsam antrainierten und immer wieder geübten Weltbildes liegt.
        Deshalb glaubt er auch lieber an scheinbar passende Versatzstücke aus dem Propagandafundus, also z.B. daß Männer „nunmal“ brutaler, krimineller und in sehr vielen Fällen „nicht erziehungsgeeignet“ wären. Einfach weil die Zahlen, die ihm vorgegaukelt werden, anders vollkommen unsinnig wären.
        Um so stolzer ist er auf sich selbst, als „laizistisch-säkulär-freiheitlich-demokratisch-sozial-rechtsstaatliche Ausnahme“, als welche er sich charakterlich immun gegen derartige „Asikrankheiten“ fühlt.
        Bis ihm selbst genau das Label an’s Revers genagelt wird.
        Und dann ist es i.d.R. zu spät aus der Falle zu entrinnen.

        „Das Informationen, die ein realistischer Bild vermitteln, nicht durchsickern, liegt auch an einer Propaganda, wie die ADS sie betreibt “

        Ein typischer Fall von „Nicht“-Verschwörung. Solche Leute wissen auch so was sie zu tun haben. Und es gibt dermaßen viele davon im gesamten institutionellen Wesen ( gerade in D. ), daß es auf einzelne davon überhaupt nicht ankommt, da sie eine wohlorchestrierte Massen bilden. Ein paar Fehler oder sogar Ausfälle schmälern die Effektivität dieses recht selbsterhaltenden Systems praktisch gar nicht.
        V.dh. können die Vertreter derartiger Auswüchse auch mit hohem Risiko spielen.
        Ob mal wieder die AAS , der djb, oder eben die ADS enttarnt wird, ist relativ unwichtig, alle anderen machen einfach ganz „normal“ weiter und mit der Zeit ist „der kleine Lapsus“ vergessen und man fängt, schlimmstenfalls unter einem neuen Namen, einfach wieder da an, wo man aufgehört hat.

  • Beim Lesen des Beitrages habe ich darüber nachgedacht, ob und wie sehr Männer in Deutschland in Bewerbungsverfahren um Arbeitsstellen diskriminiert werden? Gibt es hierzu vielleicht einen systematischen Beitrag? Auf die Schnelle habe ich nichts gefunden, obwohl dieses Thema in meinem Bekannten- und Freundeskreis bei Gesprächen über die Suche nach Arbeitsplätzen immer wieder angedacht wird.
    Ein Freund berichtete mir von einer Ausschreibung von Stellen im forstwissenschaftlichen Bereich, von denen fünf an Frauen vergeben werden sollten und fünf an die besten Bewerber, worunter natürlich auch noch einmal Frauen sein dürften. Ein anderer Freund hat sich bei einem Radiosender beworben, war m.E. für die Stelle qualifiziert, ihm wurde aber gesagt, als Mann brauche er sich gar nicht erst zu bewerben. Eine eigene Erfahrung mit Diskriminierung in diesem Bereich liegt bei mir selbst schon länger zurück:
    Ich wollte meinen Zivildienst in Form eines freiwilligen sozialen Jahres in einer Jugendeinrichtung in Berlin Prenzlberg absolvieren. Die Frau, die das Bewerbungsgespräch geführt hat, war sehr unfreundlich und desinteressiert: Sie sagte, sie wolle nur freiwillige Bewerber und da ich ja einen Zivildienst leisten müsse, sei ich ja nicht freiwillig da. Falls ich die Stelle doch bekommen sollte, würde sie mich knallhart zum Brötchenschmieren einteilen und für sonst nichts. Ich solle lieber auf dem Land, wo ich herkomme, meinen Zivi machen, sagte sie. Während des ‚Gesprächs‘ hat sie sich mehr mit ihren Fingernägeln und Haaren beschäftigt als mit meinem Anliegen und dafür bin ich extra mit dem Zug aus Hannover angereist..
    Das sind jetzt alles nur einzelne Mosaikstücke, der allgemeine Punkt ist für mich folgender: Ist es nicht diskriminierend, von einem Menschen zu verlangen, dass er sich für das Interesse einer höheren Gerechtigkeit opfern soll? Selbst wenn es war wäre, dass Frauen es früher auf dem Arbeitsmarkt schwerer hatten, kann man dann von jüngeren Männern, die ins Berufsleben eintreten, verlangen, dass sie für früheres Unrecht büßen? Wenn man arbeitslos ist und das Arbeitsamt im Nacken hat, sitzt man echt ganz schön in der Scheiße und bekommt Arbeiten zugewiesen wie Lastwagen fahren, also echt harte und dafür zu schlecht bezahlte Arbeit.

    • „Gibt es hierzu vielleicht einen systematischen Beitrag?“

      Ich hätte hier eine größere Materialsammlung im Angebot: http://maninthmiddle.blogspot.de/p/frauenquoten.html

      „ob und wie sehr Männer in Deutschland in Bewerbungsverfahren um Arbeitsstellen diskriminiert werden?“

      Diese Frage empirisch zu beantworten ist fast unmöglich, weil die Besetzungsverfahren vertraulich sind und vor allem weil der Diskriminierte nichts davon erfährt, daß er diskriminiert worden ist, also auch nicht prozessieren kann.

      Eine der ganz seltenen Ausnahmen sind Besetzungsverfahren für Professuren, weil die akribisch dokumentiert werden müssen und weil hier ausnahmsweise eine bundesweite Datenbank existiert. Details s. Bevorzugung von (leistungsschwächeren) Frauen bei der Besetzung von Professuren, dort Abschnitt über die Statistiken der „Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK)“. Die weisen eindeutig eine merkliche Bevorzugung von Frauen in den letzten ca. 20 Jahren nach.

      Bzgl. der Frauenbevorzugung in Unternehmen gibt es diverse Einzelberichte, wonach vor allem weibliche Berufseinsteiger regrelrecht die Treppe hinauf fallen und Männer überholen, die sich jahrelang mühsam für einen Aufstieg profiliert haben. Ich kann ggf. nach Material suchen. Das hat aber alles nicht die Qualität der GWK-D

      • Danke für die Gedanken und die Links, die Website kannte ich noch gar nicht, werde ich mir bald genauer anschauen.
        Ja, die akademische Wissenschaft ist ein eigenes Thema. An der Uni Freiburg gibt es das Förderprogramm „Stay“ für weibliche Postdoktoranden, mit dem erklärten Ziel, Frauen beim Karriereeinstieg in die akademische Wissenschaft zu unterstützen.
        http://www.diversity.uni-freiburg.de/stay-come-and-stay
        Für männliche Nachwuchswissenschaftler gibt es kein vergleichbares Programm. Man stelle sich den Skandal vor, wenn eine öffentliche Einrichtung ein relativ großzügiges Stipendium nur für Männer finanzieren und bewerben würde.

        • Sollten Dich Einzelbeispielsammlungen für gezielte systematische Männerausgrenzungen im akademischen Bereich interessieren, stöber mal bei sciencefiles, da müßten sich ein paar Dutzend gut vergleichbare finden lassen.

  • An die versierten Facebooker hier eine Frage, weil Arne gerade geschrieben hat: „Zudem arbeitet die ADS anscheinend mit Shadow Banning. Auf Facebook kann man einzelne Kommentare unsichtbar schalten. Der Betroffene merkt davon nichts, da sein eigener Kommentar für ihn selbst noch sichtbar ist. Mit einem zweiten Facebook-Account kann man das überprüfen. “
    1.) Wie kann ich von meinem Post einen direkten Link erstellen und 2.) kann jemand prüfen, ob meine Post sichtbar sind (wenn ich die Links hier teile)… Ich habe keinen zweiten FB-Account, aber es wäre schon interessant wie ADS mit „unbequemen“ Kommentaren umgeht (und sollte dann auch eskaliert werden), das geht dann schon in Richtung „Sauerei“…

    • @chris4you:
      Du drückst Dich etwas ungenau aus.
      Möchtest Du hier in diesem Man-Tau-Thread eine Linksammlung Deiner FB-Kommentare posten damit andere User sie auf „Sichtbarkeit“ überprüfen?

      ( Und nein, ich meide FB seit einigen Jahren und da auch öffentliche Kommentarthreads von FB nicht mehr ohne weiteres im „restlichen“ Internet betrachtbar sind, wäre ich kein geeigneter „Prüfer“ )

      Aber einen Fakeaccount dort zu erstellen, sollte kein Problem sein. Probleme können eigentlich erst dann damit auftreten, wenn FB denselben sperrt und Dich zur unsicheren Übermittlung von verfizierbaren persönlichen Daten ( Foto von Ausweispapieren o.ä. ) auffordert. Und dann ist es leicht, sich damit einfach nicht mehr abzugeben, sofern man nicht so dumm war, echte und sensible Daten dort einzustellen. Nach der gerade üblichen Frist ( schwankt scheinbar immer mal Wochen o. Monate ) verschwindet der Account dann quasi von selbst. Wenn Du ganz sicher gehen willst, kannst Du eine nur dafür als Bezugsadresse verwendete E-Mailadresse ebenfalls löschen ( und nie dem Verlangen von FB, Deine Telefonnummer als „zusätzliche Sicherheit“ anzugeben nachkommen! Sollte man grundsätzlich bei keiner Datenkrake machen, egal ob google, FB, eine derer Tochterfirmen, oder was auch immer ).

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