Feindbild Mann Gleichberechtigung SPD

Wer zweifelt, hilft dem Feind

geschrieben von: Lucas Schoppe

Oder: Wie Frau Passmann einmal eine Rede für neue Visionäre hielt

Ein „Festival der neuen Visonäre“ ist die Veranstaltung Z2x in den Augen ihrer Veranstalter von der Online-Ausgabe der Zeit. Am Beispiel einer Rede von Sophie Passmann wird aber eher klar, wie realitätsentrückt diese Selbstfeier ist – und wie schnell sie in harte Feindseligkeit umschlägt.

 

Neue Visionäre und alte Sprüche

Woran liegt es eigentlich, dass sich die einst so betuliche Wochenzeitung Die Zeit zum heimlich peinlichen Zentralorgan potemkinscher Bildung entwickelt hat? Gerade hatte zum Beispiel ein Leser auf einen Text zu sexueller Belästigung reagiert und von männlichen Erfahrungen mit sexueller Belästigung durch Frauen berichtet – da antwortete das Moderationsteam auch schon mit einem demonstrativ lüsternen Kommentar, der den Leser lächerlich machen soll.

Das Moderationsteam der Zeit hat bei der konstruktiven Leserkommunikation Hände und Zungen im Einsatz. Zumindest dann, wenn es um das Thema sexueller Belästigung geht, das bekanntlich ziemlich komisch ist. Irgendwie. (Danke an Kevin Fuchs und Arne Hoffmann für Screenshot und Hinweis.)

Was könnte einem Blatt, das Wert auf seine bildungsbürgerliche Leserschaft legt, in Zeiten von #MeToo auch näher liegen, als sich sabbernd über sexuelle Belästigungen lustig zu machen?

Ein ganzes Festival junger hipper Menschen vielleicht?

Z2x – Das Festival der neuen Visonäre steht für eine Veranstaltung von Zeit-Online, zu der Menschen eingeladen wurden, die in Zeiten ihrer Großeltern einmal als „Twens“ galten, also Zwanzig- bis Neunundzwanzigjährige. Dabei war Hengameh Yaghobifarah, die sich durch ihre regelmäßigen, rätselhaft ressentimentgeladenen Wutausbrüche in der taz für die Teilnahme qualifiziert hatte. Dabei war auch Kevin Kühnert, Initiator der #NoGroKo-Kampagne mit der Hoffnung, dass er noch eine Parteikarriere machen kann, bevor die SPD verschwunden ist. Dabei war zudem seine Parteigenossin Sophie Passmann, die ansonsten irgendwie Moderatorin, irgendwie Komikerin und irgendwie Journalistin ist.

Passmann hielt eine Rede über die Anstrengungen des Feminismus, die schon allein deswegen erstaunlich ist, weil sich in ihr kein einziger aufrichtiger Satz findet. Der erste: 

Der der folgende Satz wird euch vielleicht überraschen, aber: Männer sind nicht dumm.

Womit dann gleich klargestellt wäre, dass die anwesenden Männer und Frauen diese Männer, von denen man überall hört, im allgemeinen selbstverständlich für dumm halten, dass aber auch deren Dummheit Grenzen habe, nämlich perfiderweise genau dort, wo es um Interessen von Frauen geht. Alles klar?

Sie werden uns Frauen nicht fördern. Sie werden nicht jeden Tag Anstrengung und Ressourcen verschwenden, um ihre Konkurrenz zu fördern.

Das ist zum Glück nur dann ein bisschen irritierend, wenn irgendeiner der klugen Anwesenden daran denkt, dass es natürlich umfassende Fördermaßnahmen für Frauen gibt, die weitgehend von Männern installiert wurden und die weitgehend von Männern finanziert werden. Die Frauenquote in der SPD ist schon so selbstverständlich geworden, dass sie Passmann gar nicht mehr auffällt, es gibt Frauenquoten in anderen Parteien, der Wirtschaft und öffentlichen Institutionen, Gleichstellungsbeauftragte, spezifische Förderprogramme für Frauen und Mädchen, Hilfen für alleinerziehende Mütter, von denen Väter nur träumen können, Frauenhäuser, ein ganzes Ministerium für die Belange von Frauen, millionenschwere finanzielle Umschichtungen von Männern zu Frauen über die Sozialsysteme.

Der Satz Sie werde uns Frauen nicht fördern hat vor allem den Sinn, einen schönen handlichen Gegensatz zwischen denen und uns aufzubauen – die sollen uns also nicht mir sozialen Realitäten kommen, wenn wir gerade … ja, was eigentlich?

Dabei wäre es natürlich grandios, wenn Passmann Frauen wirklich dazu aufrufen würde, eigenständig  zu agieren, finanziell von Männern (sei es von Ehemännern oder Männern in den Institutionen) unabhängig zu sein und sich für gleiche Rechte aller zu engagieren. Leider gibt es das hier nur als Pose:

Das ist unser Kampf, liebe Frauen, wir müssen ihn selbst kämpfen. Keiner wird uns helfen. Wir müssen besser sein. Schneller, klüger, größer, großmütiger, mehr da, länger, früher, besser.

„Rückwärts und auf Stöckelschuhen sind Frauen genau so gut wie Männer“, hieß das in den Siebziger Jahren mal in einer feministischen Deutung des Gesellschaftstanzes, und es ist schön zu sehen, wie sehr sich der Feminismus in den vier Jahrzehnten dazwischen weiter entwickelt hat.

 

Liebling, wir haben die SPD geschrumpft!

Was aber bedeutet die kämpferische Pose denn nun eigentlich – was also fordert Passmann? Die Gleichberechtigung der Väter im Sorgerecht, damit die den Müttern in deren Erwerbsarbeit den Rücken freihalten können? Die Abschaffung exklusiver Unterstützungsangebote und ihre Orientierung am Bedarf, nicht am Geschlecht? Die Abschaffung von rechtlichen Ungleichheiten? Den Abbau gar der Frauenquoten, damit Frauen auf eigene Kraft und eigenes Engagement vertrauen können?

Natürlich nicht, gar nichts davon. Passmanns Schlussfolgerung:

Unterbrecht Männer, wenn sie euch gerade die Welt erklären. Sie tun das, weil sie insgeheim glauben, dass diese Welt nicht eure ist.

Der ganze große ideologische Überbau, einfach nur, um anderen Menschen ins Wort fallen zu können. Nun ist zwar nicht so ganz klar, warum irgendjemand einem anderen eigentlich irgendwas erklären sollte, wenn er meint, dass dieser Mensch sowieso auf dieser Welt fehl am Platze ist. Aber das ist egal – eigentlich geht es hier nur darum klarzustellen, wer redet und wer zuhört, weil Frauen von dem, was diese Männer so zu sagen haben, sowieso nichts hätten. Denn:

Das, was wir wollen und das, was die meisten Männer wollen, sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Das ist ganz richtig in dem Milieu junger hipper Medienmacher, das Passmann kennt und in dem die zur Verfügung stehenden, Einkommen generierenden Positionen begrenzt sind und immer rarer werden. „Wir“ und „die meisten Männer“ sind also die Frauen in Medien und ihre männlichen Konkurrenten, die tatsächlich im Kampf um die seltenen nicht-prekären Arbeitsplätze unterschiedliche Interessen haben. Die Frauen und die Männer untereinander natürlich auch, aber das passt hier gerade nicht her.

Männer können im Allgemeinen gar nicht damit umgehen, mal im Hintergrund zu bleiben, und fangen dann an zu reden und so. Frauen sollten sich dadurch auf gar keinen Fall irritieren lassen.

Die meisten Frauen und Männer leben natürlich unter ganz anderen Bedingungen, nämlich unter Bedingungen, unter denen das, was für Männer schlecht ist, auch Frauen schadet, und umgekehrt. Das sind, nebenbei bemerkt, zu einem guten Teil gerade die Bedingungen der ehemaligen sozialdemokratischen Stammwählerschaft, aber auch das passt hier gerade schlecht.

Der zur Verfügung stehende Kuchen sei begrenzt, und bis vor Kurzem hätten Frauen nicht einmal mit am Tisch gesessen.

Wir waren nicht mal im selben Raum, wir haben den Kuchen zwar gebacken, aber das einzige, was wir dafür bekamen, waren Witze darüber, dass wir in die Küche gehören.

Die Verschriftlichung dieser Passage in der Zeit lässt den Hinweis aus, dass die Frauen „den Kuchen gebacken“ hätten. Das ist Passmann gegenüber sehr rücksichtsvoll, denn nur wenig später erklärt sie, dass es der Mann sei, der „den Kuchen backt“. Also wie nun?

Das ist nicht nur ein Lapsus – der Sozialdemokratin Passmann ist es schlicht egal, wie eigentlich der Kuchen denn nun produziert wird, der da verteilt werden soll, solange sie nur selbst genügend davon abbekommt. Das Ethos hingegen, das die ehemalige Arbeiterpartei SPD einmal groß gemacht hat, war es gerade, dass diese Partei die Interessen derjenigen Menschen vertrete, die den gesellschaftlichen Wohlstand überhaupt erst produzieren. Wer Passmann zuhört, versteht schnell, warum diese Partei heute so rasend schrumpft.

An die Stelle der Analyse sozialer und ökonomischer Bedingungen treten hier Ressentiments.

Die Welt unterteilt sich in zwei Gruppen. Diese zwei Gruppen sind aber nicht Mann und Frau. Diese zwei Gruppen sind weißer, gesunder, christlicher, wohlhabender Mann, der die Erzählungen schreibt, den Kuchen backt und uns die Welt erklärt. Die zweite Gruppe sind alle anderen.

Diese WIR-gegen-DIE-Struktur durchzieht die ganze Rede, und es ist dabei ganz unerheblich, dass Passmann sich gar nicht weiter dafür interessiert, wie weiße gesunde christliche wohlhabende (und warum fehlt hier eigentlich das obligatorische „heterosexuelle Cis-„?) Männer denn eigentlich so leben. Immerhin ist mit dem Begriff wohlhabend mal ein unscharfer Hinweis darauf enthalten, dass es tatsächlich soziale Strukturen außerhalb der identitätspolitischen Raster Geschlecht und Rasse geben könnte. Allerdings wissen wir natürlich, dass die meisten Männer ohnehin wohlhabend sind, wegen Gender Pay Gap und so.

Aber um DIE geht es auch gar nicht, weil es sonst ja ohnehin immer nur um DIE gehen würde, sondern es geht HIER um Feminismus:

Der Feminismus ist kein Hobby für akademische Frauen, die CEO werden wollen oder den Feminismus als hippes T-Shirt tragen. Er ist Solidarität. Feminismus ist der einzige Weg, jede Gruppe an den Tisch mit dem Kuchen zu bringen, die gerade nur davon träumen kann, überhaupt ins Haus gelassen zu werden.

Das klingt natürlich besonders gut auf einer Veranstaltung von lauter hippen jungen Leuten, die alle noch was werden wollen. Warum aber sollte der Feminismus eigentlich „jede Gruppe“ fördern – warum reicht es nicht, dass es ihm um die Belange von Frauen geht?

Sinn ergibt das natürlich nur unter der Voraussetzung, dass eben Männer rundum und rundweg die Verantwortung für jede Unterdrückung tragen würden, sei sie nun rassistisch, antisemitisch, sozial, ethnisch oder sonstwie. Da hält Passmann also eine Rede, die ganz vom Gestus weiblicher Selbstermächtigung geprägt ist – du mündet dann in der Feststellung, dass Frauen eigentlich für gar nichts verantwortlich gemacht werden könnten. Applaus.

 

Machen Männer eigentlich Erfahrungen?

Logischerweise ist dann alles irgendwie human, solange es nur gegen die Unterdrücker geht.

Unterbrecht sie, seid unverschämt, nicht ängstlich, seid höflich dabei. Zweifelt nicht. Gott, wenn Ihr nur eine Sache mitnehmt hiervon: Zweifelt nicht. Nicht an eurer Daseinsberechtigung, nicht an eurem Können. Für jede Frau, die zögert, ob ihre Fähigkeit ausreicht, kommt ein Mann aus irgendeinem Loch gekrochen, der den Job ohne Zweifel mit einem Bruchteil der Fähigkeit erledigt.

Ausgerechnet auch diese Passage, die von der Rednerin ausdrücklich als wichtigste ihrer Rede herausgestellt wird, fehlt gnädigerweise in der Verschriftlichung der Zeit. Wer nicht ab und zu an sich selbst zweifelt, kann schließlich weder rational noch zivil agieren. Die Fantasie, dass Männer keine Selbstzweifel kennen würden, ist zudem eine Projektion: Passmanns Rede ist so voll von offensichtlichen Widersprüchen, Klischees und hohlen Gesten, dass ihr anzumerken ist, wie wenig Erfahrung die Rednerin ihrerseits mit Selbstzweifeln und Widerspruch hat.

Männer können zwar oft nix, nehmen aber uns Frauen trotzdem die Arbeit weg. Wer hat die eigentlich ins Land gelassen? (Symbolbild)

Wenn sie dann schließlich Männer als Kriechtiere hinstellt, die aus irgendwelchen Löchern hervorwimmeln und mit viel Inkompetenz den gewissenhaften Frauen das Leben schwer machen würden, dann endet die Rede schließlich im Gestus einer gepamperten Feindseligkeit.

Es ist der Rednerin ebenso egal wie ihrer applaudierenden hippen Zuhörerschaft, dass sie tatsächlich gar nichts vom Leben dieser Menschen kennt, die doch eigentlich im Interesse aller in ihren Löchern bleiben sollten.

Männer, die den Feminismus aus Angst vor eigenen Entbehrungen aufhalten, wollen keine gerechte Gesellschaft, sie wollen eine bequeme Gesellschaft.

Ginge das auch nur einem Großteil der Männer so, dann hätte sich der Feminismus niemals irgendwo institutionalisieren können. Wird heute hingegen Kritik an feministischen Positionen geübt, dann fast durchweg deswegen, weil diese Positionen Prinzipien der Gleichberechtigung verletzen.

Ich selbst hab hier im Blog beispielsweise schon mehrfach darüber geschrieben, dass ich es eigentlich für gut-feministisch gehalten hatte, als ich ebenso wie die Mutter direkt für unser Kind da sein und nicht allein für die finanzielle Versorgung zuständig sein wollte. Auch darüber, wie ich einmal meiner SPD-Abgeordneten zu erklären (schon falsch!) versucht hatte, dass ich mir den regelmäßigen Umgang mit unserem Sohn mit einem Facharbeitergehalt nicht leisten könnte, und dass viele Väter hier Unterstützung bräuchten.

Als Trennungsvater bin ich damit Feindbild von Feministinnen, kein Verbündeter.

Dasselbe gilt für Männer, die versucht haben, Schutz vor Gewalt auch für männliche Opfer zu institutionalisieren, also etwas Männerhäuser auszubauen. Oder für Männer, die dafür sorgen wollten, dass „Gleichstellung“ logischerweise für Männer ebenso wie für Frauen gelten müsste. Oder für Männer, die den Kopftuchzwang des konservativen Islam kritisieren und die dachten, so mit Frauen solidarisch zu sein. Oder für Männer, die gegen die Beschneidung von Kindern eintreten, unabhängig vom Geschlecht. Oder für Menschen, die bestehende rechtliche Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern abbauen wollen.

Sie machen jeweils die Erfahrung, dass sie damit von Feministinnen als Gegner wahrgenommen werden, nicht als Mitstreiter – und dass sie von ihnen als Jammerlappen hingestellt werden, als unmännliche Männer: I bathe in male tears.

Was wohl nicht allein daran liegt, dass sie kaum jemals dazu kommen, mal auszureden.

Tatsächlich spricht Passmann also über Erfahrungen, die Männer tendenziell deutlich intensiver machen als Frauen – die Erfahrung, dass sich kaum jemand auf irgendeine Förderung verlassen kann, und dass man auf sich selbst bauen muss, wenn man irgendetwas erreichen möchte. Sie kann solche Erfahrungen nur nicht zuordnen, sie kann ihnen schon gar nicht gerecht werden – sie kann sie lediglich als hohle Pose reproduzieren.

Kevin Kühnert übrigens hätte natürlich die Gelegenheit nutzen können, seiner Parteigenossin irgendetwas darüber zu sagen. Sie hätte ihm vermutlich nicht zugehört, aber vielleicht hätte es ja im Publikum Interesse daran gegeben. Natürlich ist es aber bequemer, nicht zu widersprechen.

Wenn das die Zukunft der SPD ist, dann hat sie keine.

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67 Comments

  • Diese übelste Mischung aus Dummheit, Sexismus und Hass der Frau Passmann
    dokumentiert trefflich, was sich Frauen heute alles gegenüber den offiziellen „B-Menschen“ erlauben dürfen.

    • @ Günter Herzlich Dummheit oder Hass würde ich gar nicht als entscheidende Aspekte ansehen. Das würde Passmann ja vermutlich auch Texten oder Kommentaren hier im Blog zuschreiben. Wichtig sind für mich zwei andere Punkte.

      Erstens ist die Rede ein Beispiel für einen in sich abgeschotteten Diskurs – auf einer Veranstaltung VON Angehörigen eines kulturell homogenen Milieus FÜR die Angehörigen dieses Milieus. So etwas kann durchaus gut sein, wenn es ehrlich mit den eigenen Begrenzungen umgeht. Woody Allen hat ja z.B. lange Zeit Filme gemacht, die vorwiegend in einem sehr begrenzten Intellektuellen-Milieu New Yorks spielen, und es sind grandiose Filme dabei.

      Bei Passmann aber verständigt sich ein eng umgrenztes Milieu über die anderen, über die Leute da draußen, über Männer generell – ohne sich für diese Menschen oder gar deren eigene Perspektiven sonderlich zu interessieren. Da das aus einer überaus privilegierten Position geschieht, ist das ein Herrschaftsdiskurs – auch wenn seine Betreiber das nicht zugestehen.

      Das hat zweitens zur Konsequenz, dass diese Art der Kommunikation – ÜBER Menschen zu sprechen, aber nicht MIT Ihnen – zu Projektionen einlädt. Passmann lässt sich über die unterqualifizierten Männer aus, die trotzdem auf tolle Posten kämen – und sie tut das in einer Rede, die sie an exponierter Stelle halten kann und die qualitativ fast demonstrativ schlecht ist, widersprüchlich, klischeehaft, wirklichkeitsleer, ressentimentgeladen. Sie ist, was ihre Diskursposition betrifft, hoch privilegiert, entdeckt die Privilegien aber nur bei anderen. Umgekehrt schreibt sie Frauen Erfahrungen zu, die für Männer zum Alltag gehören, und verkauft das als spezifisch weibliche Erfahrungswelt.

      Dieser projektive Charakter der Rede ist eine Konsequenz eines hoch privilegierten, selbstbezüglichen und in sich abgeschotteten Diskurses, für den andere Menschen nur noch als Objekte, aber nicht mehr als Subjekte der Kommunikation taugen. Daher ist es auch schlüssig, dass es für Passmann einen so zentralen Stellenwert hat, anderen ins Wort zu fallen.

      Anstatt der Rednerin also Dummheit zu unterstellen, ist es in meinen Augen viel lohnender, zu erklären, wie eine solch ressentimentgeladene Rede von einer der wichtigsten deutschen Zeitungen als Perspektive für junge Visionäre verkauft werden kann.

      • Zunächst einmal möchte ich dich beglückwünschen zu deinem Artikel über den „Vortrag“, denn mich hat er einfach fassungslos hinterlassen.

        Ich hielt bisher Laurie Penny für eine Verkörperung des eigentlich nicht mehr steigerungsfähigen feministischen Irrationalismus, aber Passmann toppt das spielend.

        Es handelt sich bei ihren Ausführungen m.E. nicht um „irrationale Verdrehungen“ oder eine Ansammlung an Ressentiments – das würde sie verniedlichen.
        Ihre gesamte Rede ist eine einzige Geschichtsfälschung, schamloser Betrug des Publikums und anmaßender Selbstbetrug.

        Gerade am Beispiel der SPD leicht zu beweisen: Eine Frauenquote für Spitzengremien in der SPD in der Größenordnung von 40% gibt es seit nunmehr 30 Jahren, beschlossen wurde sie auf dem Parteitag in Münster 1988, damals mit einer zeitlichen Befristung von 25 Jahren.
        1988 hatte die SPD einen Frauenanteil von 26%, für die Quote stimmten jedoch 87% der Delegierten.

        Man muss das betonen, denn auf der Basis demokratischer Verhältnisse hätte sich die Quote gegen den Willen der Männer schlicht nicht durchsetzen können.
        Es ist also eine Lüge sondergleichen, der SPD zu unterstellen, als Frau müsse man sich die Macht gegen „die Männer“ erkämpfen.

        Diese Macht wurde ihnen in Gestalt der Frauenquote bereits 1988 auf einem Silbertablett serviert – es hat der SPD als Partei aber nichts gebracht. Die erhoffte positive Entwicklung der Mitgliedschaft von Frauen in der SPD ist nicht nur nicht eingetreten, sondern seit 1988 hat die SPD fast ein Drittel ihrer weiblichen Mitglieder verloren.

        Passmann ist eine ungebildete, narzisstische, feministische Rotzgöre.
        Der Typus breitet sich immer weiter aus.

        • Passmann ist eine ungebildete, narzisstische, feministische Rotzgöre.
          Der Typus breitet sich immer weiter aus.

          Und darum frage ich mich, warum keiner dieser Schlappschwänze – entschuldigt die Wortwahl – dieser dummen Göre mal über das Maul fährt. Sie ist ja nicht die einzige ihrer Art. Das hat nämlich auch was mit Respekt gegenüber Frauen zu tun, was aber leider nicht verstanden wird.

          • Das ist ein sehr gute Frage, die man in mehreren Abschnitten versuchen kann zu beantworten.

            Erstens, weil sich die soziale Zusammensetzung der Mitglieder der SPD so entwickelt hat: der Anteil von Arbeitern an den SPD-Mitgliedern betrug 2017 16%, der der Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst 42%. Der Anteil letzterer Gruppe an der aller Beschäftigten in Deutschland ist übrigens 11%. Zu sagen, Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst seien „überproportional“ in der SPD vertreten ist eine katastrophale Verharmlosung,
            Zweitens ist der linke Flügel, insbesondere der der Gewerkschafter in der SPD, mit der Gründung der WASG durch Lafontaine und der Fusionierung mit der PDS zur Linken verschwunden.
            Der Anteil von denjenigen, die überhaupt „sagen kann was ist“ hat sich bereits drastisch reduziert.
            Noch mehr Katastrophen gefällig?
            In der aktuellen Wahlperiode des Deutschen Bundestags haben einen in Sachen Beruf einen technischen oder Fertigungshintergrund 1,8% aller Abgeordneten, 96,5% entstammen dem Dienstleistungssektor.
            Fasst müßig zu sagen, das ist nicht im Einklang mit der sozialen Realität, alleine 8,4% aller der männlichen Erwerbstätigen haben einen beruflichen Abschluss als Techniker oder Meister.
            Genauer gesagt kommen 56% der Abgeordneten aus den Bereichen „Organisation, Verwaltung, Büro“ und das reimt sich entschieden auf Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst.
            Noch einmal: der Anteil letzterer Gruppe an der aller Beschäftigten in Deutschland ist 11%.
            Das betrifft nicht nur die SPD, es betrifft ALLE Parteien, aber besonders diejenigen mit einem Bezug auf die Arbeiterklasse.

            Die absolute Mehrheit der Abgeordneten des Deutschen Bundestags rekrutiert sich also drittens aus dem Staatsapparat, nicht aus der Bevölkerung des Staates.
            Das hat zur ideologischen Folge: über die Repräsentanz von Frauen in diesem Staatsapparat zu sinnieren ist ungleich weniger folgenschwer, als über die Repräsentanz von sozialen Schichten und beruflichen Hintergründen in eben diesem.
            Der Staatsapparat verteilt nicht nur Gelder, sondern er konsumiert diese auch zum und im Eigenbetrieb; das ist der reale Kuchen an den der Staatsfeminismus will.
            Dementsprechend verschiebt sich der Fokus auf den Kuchen, den man gerade isst und der steht virtuell zur Verteilung frei, ist also „Machtfrage“.
            Und – stell dir meine Überraschung vor – diese Konstellation ist komplett vergleichbar mit der Situation der bürgerlichen Frau in der Ehe, der die Familieneinnahmen hälftig zustehen, ohne sich Gedanken über die Seite der Einnahmen machen zu müssen!
            Das Geld ist ja da (welches Gender auch immer dafür zuständig ist /sarcasm off) – es muss nur anders verteilt werden!

            Wir haben also viertens die materiellen Hintergründe nachgezeichnet, in der ein Sumpfblütengewächs namens (Rotzgören-) Feminismus blühen und gedeihen kann. Eine Horde von parasitären BürokratInnen/_+*x hat eine Ideologie der „Gerechtigkeit“ ersonnen, in der die „Gerechtigkeit“ sich auf der Seite der Ausgaben stellt, weil die Seite der Produktion bereits (ideologisch) gesetzt ist. Es versteht sich von selbst, dass die parasitäre Schicht dieser BürokratInnen/_+*x sich via Konsumption auf eben dieser Ausgabenseite – also im SOLL – befindet.
            Würde es nicht viel mehr Spaß machen, diejenigen, die für die HABEN Seite sorgen glauben zu lassen, sie befänden sich – rein virtuell bzw. moralisch – im SOLL?
            Wenn in einer Generation diese Lüge gesetzt ist, dann baut die nächste eine Stapellüge und so entstehen dann die Passmanns dieser Welt.

            Zähle die oben genannten Punkte zusammen und die absurde, kontrafaktische, der sozialen Realität spottende, aber dennoch vorherrschende Ideologie in den Staatsapparaten ist das Resultat.
            Mit den entsprechenden Aus- und Rückwirkungen in die Parteien hinein.
            Das „worst case scenario“ eines männlichen Opportunisten in der SPD sind nicht die 50% Frauenanteil, die die weiblichen Opportunistinnen in der SPD fordern.
            So lange sich beide aus der identischen Schicht rekrutieren – fair deal.

            Das erklärt m.E., warum man der dummen Göre nicht über das Maul fährt, sondern die dumme Göre für ihre blöde Bösartigkeit feiert.

          • @ crumar

            Du hast hier mit Zahlen belegt, was ich schon lange vermutet habe. Die SPD hat sich gewandelt. Dieser Wandel erklärt sich weniger mit Blick auf das Parteiprogramm, sondern viel mehr durch die Milieus, aus denen die SPD ihre Anhängerschaft vorwiegend rekrutiert. Es erklärt auch, warum eine einst staatskritische SPD nicht mehr staatskritisch ist: Sie sehen den Staat als ihren Staat und das nicht ganz zu unrecht.
            Um zu meiner Eingangsfrage zurückzukehren: Warum wird von so mancher Feministin kein ziviler Diskurs eingefordert? Feministen haben es geschafft, ein repressives Meinungsklima zu etablieren. Das Geschrei über den „Hass im Netz“ ist die Angst vor dem Diskurs, bei dem die Repression nicht wirkt. Und nichts ist den Feministen so wichtig wie die Diskurshoheit, die Unterdrückung abweichender Ansichten. So werden sie immer schriller, immer irrationaler. Ein Ende ist noch nicht abzusehen.

          • Und wieder wirfst du eine Reihe sehr interessanter Fragen auf, die hier nicht umfassend thematisiert werden können.
            „Die SPD hat sich gewandelt. Dieser Wandel erklärt sich weniger mit Blick auf das Parteiprogramm, sondern viel mehr durch die Milieus, aus denen die SPD ihre Anhängerschaft vorwiegend rekrutiert.“
            Die Frage nach dem Zusammenhang von Parteiprogramm, wessen Interessen sich in diesem widerspiegeln, der sozialen Zusammensetzung der Anhängerschaft und der theoriegeleiteten Gewichtung (!) dieser Interessen ist spannend.
            Um die Frage aus der Frauenperspektive klar zu machen, die Quotierung von 40% bezog sich auch auf die Delegierten für die Bundesparteitage. D.h. der gemessen an dem prozentualen Anteil in der Mitgliedschaft überproportionale Einfluss der Frauen in der SPD erschöpfte sich nicht mit der Besetzung von Spitzengremien, sondern hielt auch Einzug in die Willensbildung dieser Partei selbst.
            Der Faktor Theorie hangelte sich an der Frage der „Individualisierung“ als (dialektisch gedachte) Befreiung von der „vererbten“ Parteibindung entlang und das zeitgleich mit der Erosion klassischer Industrien (Kohle, Stahl z.B.), in denen Generationen von SPD-Wählern rekrutiert worden waren. Zugleich signalisierte die Diskussion um die „Dienstleistungsgesellschaft“ scheinbar, die bisherige Zielgruppe der SPD falle der „Modernisierung und Globalisierung“ (als alternativlos verstanden) zum Opfer.
            Zeit also für die „neue Mitte“.
            Das ist unglaublich verkürzt, aber ich möchte aufzeigen, diese Theorie hatte wenigstens eine Anscheinsplausibilität.
            D.h. die „männliche Gesellschaft“ zu überwinden schien möglich, wenn man sie mit der klassischen (manuellen) Industriearbeit kurzschließt und die Morgenröte des „Abschieds vom Proletariat 2.0“ ist die dämmernde Dienstleistungsgesellschaft.
            Und wer ist in dieser neuen „Dienstleistungsgesellschaft“ qua angeborener Eigenschaften (Kommunikation, Teamfähigkeit, Multi-Tasking usw. usf.), die andererseits natürlich nur eine (patriarchale) Konstruktion sind, der neue Superstar mit einem bestimmten Geschlechtsteil?! Bingo!
            The future is female (the force auch)!

            Irgendwann ist dann mal aufgefallen, dass die Branchen mit dem größten Exportvolumen in Deutschland noch immer Maschinenbau, Automobilindustrie und Chemie sind und die partout niemandem den Gefallen taten, von Banken, Versicherungen und Softwaregiganten abgelöst zu werden (wie in den USA – die gesamte Diskussion ist seit den 1960ern diktiert von „Neu! Aus USA!“).
            Die erstgenannten sind übrigens irre „männerdominiert“.
            Die (beiden ersten) letztgenannten nicht, aber jedem nicht Grenzdebilen ist klar, bei diesen wird eher früher als später eine satte „Marktbereinigung“ stattfinden.
            Bzw. es ist nur der SPD noch nicht aufgefallen.
            Bzw. das wird ein schwerer Tag, weil in Andrea Nahles eine Welt zerbrach.
            Oder wird müssen.

            „Es erklärt auch, warum eine einst staatskritische SPD nicht mehr staatskritisch ist: Sie sehen den Staat als ihren Staat und das nicht ganz zu unrecht.“

            Der Klientelismus war in SPD-dominierten Bundesländern wie NRW oder Bremen genauso übel wie im CSU dominierten Bayern oder dem CDU dominierten Köln.
            Die „Staatskritik“ kaufe ich den im Bundestag vertretenen Parteien nicht ab. Die AfD hat natürlich als erste Amtshandlung eine „Stiftung“ gegründet, die in D nichts anders sind als im europäischen Kontext verbotene Parteienfinanzierung auf Umwegen.
            Wenn sich eine Partei dominant aus Legislative, Judikative und Exekutive eben dieses Staates rekrutiert, dessen Bevölkerung sie meint zu „repräsentieren“, stimmt etwas prinzipiell nicht mit einer solchen Demokratie.

            „Um zu meiner Eingangsfrage zurückzukehren: Warum wird von so mancher Feministin kein ziviler Diskurs eingefordert? Feministen haben es geschafft, ein repressives Meinungsklima zu etablieren. Das Geschrei über den „Hass im Netz“ ist die Angst vor dem Diskurs, bei dem die Repression nicht wirkt. Und nichts ist den Feministen so wichtig wie die Diskurshoheit, die Unterdrückung abweichender Ansichten. So werden sie immer schriller, immer irrationaler. Ein Ende ist noch nicht abzusehen.“

            Es gab einen schönen Spruch von Katharina Rutschky, wonach man nie den Fehler begehen sollte, der eigenen Propaganda zu glauben. Denn jede Propaganda beinhaltet im Kern eine Behauptung über die Welt und sich selbst, derer man sich selber höchst unsicher sei.
            Was den Zweck (!) der feministisch angestrebten Diskurshoheit wesentlich besser beschreibt, als ich es sagen könnte.

            Man kann auch mit Doris Lessing feststellen: „I was in a class of nine- and 10-year-olds, girls and boys, and this young woman was telling these kids that the reason for wars was the innately violent nature of men.
            „You could see the little girls, fat with complacency and conceit while the little boys sat there crumpled, apologising for their existence, thinking this was going to be the pattern of their lives.“
            Lessing said the teacher tried to „catch my eye, thinking I would approve of this rubbish“.
            She added: „This kind of thing is happening in schools all over the place and no one says a thing.
            „It has become a kind of religion that you can’t criticise because then you become a traitor to the great cause, which I am not.
            „It is time we began to ask who are these women who continually rubbish men. The most stupid, ill-educated and nasty woman can rubbish the nicest, kindest and most intelligent man and no one protests.
            „Men seem to be so cowed that they can’t fight back, and it is time they did.“
            https://www.theguardian.com/uk/2001/aug/14/edinburghfestival2001.edinburghbookfestival2001

            Sie sagte das 2001, die 9-10-jährigen Mädchen sind heute 26-27 Jahre als, Sophie Passmann ist 24.
            Das kommt dabei heraus, wenn wir über Jahrzehnte die Fresse halten.
            Auch 24-27 Jahre alte junge Männer, die die letzten Jahrzehnte darunter litten, dass wir die Fresse gehalten haben.
            Die irgendwann z.B. in der Presse und den Mainstream-Medien genau das schreiben, was sie aus einer solchen Sozialisation mitgenommen haben. Wundert dich das?

          • „So werden sie immer schriller, immer irrationaler. Ein Ende ist noch nicht abzusehen.“

            Es wäre eigentlich DIE Gelegenheit für Sahra Wagenknechts „Aufstehen“.
            Einfach den ganzen, total verfilzten und durch und durch feministisch korrumtierten linken Parteiensumpf verlassen und woanders neu anfangen.
            Das wäre konsequent. Und ich bin sicher, dass es eine unbekannt und ungeahnt große Mitgliederschaft der linken Parteien genauso sieht.

          • Is das peinlich. Ohne Manager mit satt Vitamin B wäre die vermutlich kaum in der Lage selbstständig einen Hartz IV- Antrag auszufüllen.
            Die äh, „Webpräsenz“ ist inhaltsloser Schrott und ihre paar Fotos, die alle gleich aussehen ( Fotograf: „Sorry, Sophie, mehr lässt sich ‚daraus‘ nunmal nicht machen …“ ) lagert sie auf Kugel3F ….

            Um den schlechten Geschmack aus’m Hals zu kriegen schütte ich mir jetzt das eigentlich für morgen gebunkerte Kilkenny in den Hals ….

          • @ djadmoros, crumar Ich fürchte, da leide ich als Lehrer unter einer professionellen Deformation, aber mir ist die Frage nach einer eventuellen Rotzgörenhaftigkeit von Frau Passmann gar nicht so wichtig. Es ist nun einmal so, dass sich in allen Gruppen Leute finden, die sich selbstbezogen, kurzsichtig, anderen gegenüber aggressiv und abwertend verhalten.

            Sehr wichtig aber finde ich: Was ist schiefgegangen, wenn eben solche Verhaltensweisen belohnt werden? Das heißt: Wie kann man Interaktion so organisieren, dass Leute, die sich unehrlich und rücksichtslos verhalten, dafür nicht auch noch Applaus erwarten können?

            Der öffentliche Diskurs, der da von der ehemals bildungsbürgerlichen ZEIT organisiert wird, ähnelt einer dysfunktionalen Schulklasse, in der Leute von Mitschülern angepampt werden, wenn sie mal ihre Hausaufgaben gemacht haben – in der ein beständiger Wettbewerb um den dümmsten Spruch besteht, weil dann die ganze Klasse lacht – in der Leute, die tatsächlich etwas lernen wollen, sich still zurückziehen – und in der der Lehrer so sehr die Kontrolle verloren hat, dass er sich mit den größten Chaoten verbündet, weil er hofft, sie so auf seine Seite ziehen zu können.

            Eine interessante Frage ist dann: Wie kommt man von dort wieder zu einer halbwegs zivilen, halbwegs sinnvollen Interaktion?

          • @Lucas:

            »Sehr wichtig aber finde ich: Was ist schiefgegangen, wenn eben solche Verhaltensweisen belohnt werden?«

            Du hast natürlich recht – würde diese Rotzgörenhaftigkeit nicht belohnt, würde sie ja gar nicht öffentlich auffallen. Insofern stören wir uns wohl in erster Linie an den »Ausbreitungsbedingungen« dieses Verhaltens. Also der Umstand, daß auf diese Spielart des Narzissmus politische Prämien ausgelobt werden.

            Nur halb OT ist in diesem Zusammenhang Reinhard Jellens Interview mit Stefan Zenklusen bei Telepolis (das ist der zweite Teil, der erste Teil findet sich hier).

            M. E. ein Schlüsselzitat:

            »Der sich als „antirassistisch“ verkaufende Diskurs im frankophonen Europa (hierzu gehört also auch Wallonien, Brüssel und die französische Schweiz) hat sich zu einem semitotalitären islamophilen McCarthyismus entwickelt, der auch die Praxis im deutschsprachigen Raum in den Schatten stellt.«

            Ob nun »der Islam« oder »Männer« das Thema sind, ob es eher »phil« oder »phob« zugeht: m. E. beobachten wir hier die blankliegenden Nerven eines bildungsbürgerlichen Milieus, das zu realisieren beginnt, dass es seine kulturelle Hegemonie verliert. Im Hinblick auf diese Frage:

            »Wie kommt man von dort wieder zu einer halbwegs zivilen, halbwegs sinnvollen Interaktion?«

            ist dann meinem Eindruck nach das Problem: Interaktion kann es erst dann wieder geben, wenn diesen Leuten die Möglichkeit genommen wurde, aus einer Position der Herrschaft heraus zu agieren, wenn sie es sich also gar nicht mehr leisten können, auf Interaktion zu verzichten. Es muss also erst richtig laut werden, bevor es wieder leiser werden kann.

            Ich finde das sehr unschön, aber was will man machen, wenn die Grundlagen einer Kommunikation unter Gleichen auf solche Weise aufgekündigt wurden?

          • @ djadmoros, Fiete „Es muss also erst richtig laut werden, bevor es wieder leiser werden kann.“ Das ist ein Versuch, wieder Augenhöhe herzustellen: Wenn Du mich stupide und feindselig anbläffst, erwarte nicht, dass ich Dir gegenüber Hemmungen habe. Auch so ein Spruch wie „Sorry, mehr lässt sich daraus nicht machen“ geht ja demonstrativ auf die Person, nicht auf irgendetwas, was sie sagt.

            Ich glaube nur, dass das einfach nicht klappt. Die Herrschaftsunterschiede, die sich in der Kommunikation zeigen, sind nicht kommunikativ hergestellt und werde nicht durch kommunikative Grobheiten wieder verschwinden. Ein gutes Beispiel ist ja gerade die Diskussion um Sawsan Chebli, an der auch wiederum Passmann engagiert beteiligt ist (aber auch, z.B., Katharina Barley).

            Der ÖVP-Abgeordnete Efgani Dönmez hatte ja auf die Frage, wie Chebli eigentlich zu ihrem Amt gekommen sei, geantwortet, dass man sich ja nur mal ihre Knie anschauen müsste. Das wurde empört – und, wie ich glaube, richtig – als Hinweis auf „Blowjob Knees“ gedeutet. Sie habe ihren Posten also sexuellen Gefälligkeiten zu verdanken.

            Das ist demonstrativ eine Grenzverletzung, und Dönmez hat sich damit erstens aus der ÖVP-Fraktion getwittert und zweitens die völlig berechtigte Frage nach Cheblis Qualifikation effizient versenkt. Ich finde es auch völlig richtig, dass solche Angriffe nicht einfach akzeptiert werden.

            Nur interessieren sich die, die sich jetzt so lauthals über diesen Sexismus beschweren (Passmann, Barley etc.), eben keinen Moment dafür, dass Chebli die KRITIKER des „Men-are-Trash“-Mists attackiert hatte, diesen Mist selbst aber stehenließ. Auch nicht dafür, dass sie offen Radikalität eingefordert hatte – was im Kontext als Forderung nach politischer Gewalt oder zumindest Militanz zu verstehen war. Es ist auch albern, dass ihre nachgeschobenen Erklärungen akzeptiert werden, sie habe mit „Radikalität“ nur einen radikalen Einsatz für die Demokratie gemeint. Schließlich hatte sie Radikalität zuallererst den Rechten zugeschrieben – und denen hatte sie ja wohl kein nachahmenswertes Engagement für die Demokratie unterstellen wollen. Ihre Aussage ergibt nur Sinn als Aufruf, dass WIR militant sein müssten, weil DIE es ja auch sind.

            Damit bleibt sie aber natürlich Staatssekretärin. So funktioniert zur Zeit der Diskurs, und ich glaube, das ist den einzelnen Akteuren manchmal nicht mal mehr bewusst. Vor allem anderen sind Regelverletzungen wie die Passmanns (Männer als Kriechtiere) oder dieser Men-are-Trash-Mist Signale einer sozialen Distinktion: ICH darf mir etwas erlauben, was DIE sich nicht erlauben dürfen.

            Der Witz aber ist: So ist es nun einmal auch. Der Rahmen ist gar nicht da, in dem Zurückpöbeln tatsächlich als ein ZURÜCKpöbeln zwecks Herstellung verlorener demokratischer Augenhöhe verstanden würde. Dieselben Leute, die im einen Moment Aufrufe zur Gewalt verfassen, gutheißen oder verharmlosen oder die ein ganzes Geschlecht als Müll hinstellen, regen sich im nächsten Moment intensiv moralisierend über einen dämlichen sexualisierten Spruch auf – und es funktioniert. Auch bei einer Staatssekretärin, auch bei einer Bundesjustizministerin.

            Das Spiel ist von der anderen Seite aus nicht zu gewinnen – dafür ist es ja entworfen. Die einzige Lösung ist also, das Spiel zu ändern, und dafür ist m.E. die Verbreiterung der Spielfläche die beste Möglichkeit. Mehr Menschen einbauen – Menschen ansprechen, die mit solcher Doppelmoral nicht einverstanden sind, die aber nichts davon wissen oder die nicht viel dazu sagen – und zivile Regeln des Umgangs nicht preiszugeben.

            Das muss ja nicht immer vorsichtig und höflich passieren. Es kann zynisch sei, verarschend, aber vor allem braucht es sicherlich Zeit. Von einer Erosion der Zivilität aber werden vor allem die profitieren, die in privilegierten Positionen sitzen. Als Mittel gegen diese Privilegien ist das also nicht geeignet.

          • @Lucas: Ich bewundere angesichts dieses Wahnsinns deine Ruhe.

            So funktioniert zur Zeit der Diskurs, und ich glaube, das ist den einzelnen Akteuren manchmal nicht mal mehr bewusst.

            Ich denke hier hast du völlig recht. Ich würde sogar das „manchmal“ streichen.

            Vor allem anderen sind Regelverletzungen wie die Passmanns (Männer als Kriechtiere) oder dieser Men-are-Trash-Mist Signale einer sozialen Distinktion: ICH darf mir etwas erlauben, was DIE sich nicht erlauben dürfen.

            Das wiederum sehe ich anders: Wenn den Akteuren, wie du ganz richtig festgestellt hast, die Perversion ihrer eigenen Kommunikation gar nicht bewusst ist, dann können sie eine solche Kommunikation nicht bewusst als soziale Distinktion verwenden. Einer Passman, Barley, Chebli fehlen ganz offensichtlich die intellektuellen Kapazitäten um so etwas bewusst (=geplant, mit Absicht) zu machen – die merken wirklich nicht was sie da tun.
            Dein Befund, die Regelverletzungen wären Signale einer sozialen Distinktion, ist richtig, aber nur wenn man es von außen betrachtet. Aus meiner Sicht ist die Reihung gerade umgekehrt: Zuallererst sind solche Regelverletzungen ein Indikator für eine totale Schieflage der Spielfläche. Als FOLGE dieser Schieflage kann man beobachten, dass manche sich etwas erlauben können, was andere nicht dürfen.

            Es geht demnach nicht so sehr darum das Spiel zu gewinnen, nicht einmal das Spiel zu ändern. Zuerst muss einmal die Spielfläche geradegerückt werden, erst dann kann man sinnvollerweise über das Spiel selbst reden. Vielleicht meintest du das, wenn du von einer „Verbreiterung der Spielfläche“ sprichst.

          • @ pingpong Danke für die Antwort! Du hast recht, wenn man davon ausgeht, dass Signale der sozialen Distinktion bewusst gesetzt werden. Eben das müssen sie aber nicht.

            Der soziale Aufsteiger, der Neuankömmling verrät sich gerade dadurch, dass er solche Signale bewusst setzen muss, anstatt sie verinnerlicht zu haben (damit hat sich Bourdieu ja intensiv beschäftigt).
            Angesichts des Pöbels die Nase zu rümpfen, ist hingegen eine gleichsam vegetative Reaktion, als würde man tatsächlich Gestank riechen. Wer so etwas bewusst einsetzt, muss zumindest basale rationale Überlegungen dazwischenschalten und ist so immer in Gefahr, über das, was er tut, irgendwann einmal aus Versehen zu reflektieren.

            Die Sicherheit jedoch, mit der Passmann, Chebli und andere auftreten und selbst noch feindseligen Mist als Beiträge zu einem humanen Diskurs verkaufen können – eine solche Selbstsicherheit lässt sich nur durch Vermeidung von Reflexion erreichen. Und dadurch, dass andere diese Reflexionsvermeidung stützen.

            Es hätte also gar keinen Sinn, mit solchen Akteuren direkt reden zu wollen. Passmann macht ja auch offen klar, dass sie gar nicht daran denken würde, jemanden dabei ausreden zu lassen. Wichtig ist, Kontexte zu schaffen, in denen solche Beiträge ihre reflexionsferne Selbstverständlichkeit verlieren – in denen sich also ANDERE Menschen darüber verständigen können, was da eigentlich erzählt wird. Dies in der Hoffnung, solche Kontexte könnten irgendwann so anwachsen, dass solch eine Rede nicht mehr als Beitrag zu einem zivilen, ehrlichen Diskurs durchgeht – was sie ja auch niemals war.

            Das jedenfalls meinte ich mit einer Vergrößerung des Spielfelds.

          • @Lucas:

            »Ich glaube nur, dass das einfach nicht klappt. (…) Das Spiel ist von der anderen Seite aus nicht zu gewinnen – dafür ist es ja entworfen.«

            Ohne Witz: wahrscheinlich bin ich zu zivilisiert, um mit diesem »lauter werden« eigenes Gepöbel zu assoziieren. Eigentlich meinte ich den Umstand, den crumar hier mit »wir haben die Fresse gehalten« benannt hat. Das heißt: eigentlich meine ich mit »laut«: klar und deutlich unseren Standpunkt formulieren.

          • Es wäre eigentlich DIE Gelegenheit für Sahra Wagenknechts „Aufstehen“.
            Einfach den ganzen, total verfilzten und durch und durch feministisch korrumtierten linken Parteiensumpf verlassen und woanders neu anfangen.

            Ich befürchte, das wird so nicht geschehen. Ich glaube zwar, dass Wagenknecht es gerne sähe, wenn sich die Feministen von dieser Bewegung fernhielten, da sie eine klassische Linke ist, die ihr Augenmerk auf die Ökonomie richtet. Aber es ist zu befürchten, dass sich die Feministen auch hier einnisten werden. Ich erinnere an die Übernahme der Piraten durch Feministen, eine Partei, die ursprünglich mal feminismuskritisch antrat und innert kürzester Zeit feministisch wurde und in der Versenkung verschwand. Somit bleibt die AfD wahrscheinlich die einzige Partei, die sich offen gegen feministische Zumutungen stellt. Die AfD aber ist für einen Linken schlicht unwählbar.

          • Es wäre eigentlich DIE Gelegenheit für Sahra Wagenknechts „Aufstehen“.
            Einfach den ganzen, total verfilzten und durch und durch feministisch korrumtierten linken Parteiensumpf verlassen und woanders neu anfangen.

            Das wird so nicht passieren, befürchte ich. Es ist für Feministen sehr wichtig, dass Feminismuskritik allenfalls nur von ganz rechts kommt, also AfD und keinesfalls von links. Ihrem Selbstverständnis entsprechend sehen sie sich selbst als links und progressiv. Da ist es nützlich, wenn Ablehnung nur von der AfD stammt. Und die AfD ist für einen Linken unwählbar.

          • @Lucas

            „Ich fürchte, da leide ich als Lehrer unter einer professionellen Deformation, aber mir ist die Frage nach einer eventuellen Rotzgörenhaftigkeit von Frau Passmann gar nicht so wichtig.“

            Passmann ist 24 Jahre alt, nicht 14.
            Ich lege an das Verhalten einer erwachsenen jungen Frau andere Maßstäbe an, als an das einer Pubertierenden, u.a., weil sie deinen Bildungsanstrengungen längst entwachsen ist.

            Als 14-jährige fiele sich nicht aus dem erwartbaren Spektrum eines Verhaltens ihrer Altersgruppe, als 24-jährige ist ihres – gelinde gesagt – verhaltensauffällig.
            Beziehungsweise müsste es sein.

            Wie lange ist aber es her, dass du über das Schicksche Reimwunder geschrieben hast?
            Hengameh Yaghoobifarah vergessen, Anne Wizorek?
            Dieses narzisstische Rotzgörentum breitet sich aus wie die Pest.
            Zu einer 24-jährigen sage ich erstens nicht: „Bitte lerne mal zivilisierte Umgangsformen!“, sondern ich erwarte sie von ihr.

            Der Kardinalfehler ist zweitens, dass auch die von sich gegebenen Inhalte keine gut gemachte Provokation sind, sondern auf objektiv schlechtes Gedicht folgt objektiv schlechter Vortrag. Der benevolente Sexismus der Zeit besteht doch schon darin, den gröbsten Unsinn von Passmann gnädig heraus zu redigieren.
            Statt ihn nicht zu veröffentlichen und ihr die Gründe dafür offen darzulegen.

            Dieses Verhalten der Zeit und aller anderen Medien (s. Stokowski), das „soft bigotry of low expectations“, führt zu eben diesem hier:
            „Es ist nun einmal so, dass sich in allen Gruppen Leute finden, die sich selbstbezogen, kurzsichtig, anderen gegenüber aggressiv und abwertend verhalten. Sehr wichtig aber finde ich: Was ist schiefgegangen, wenn eben solche Verhaltensweisen belohnt werden?“

            Es wurden und werden ausschließlich feministische Rotzgören für diese Verhaltensweisen belohnt und zu diesen ermuntert.
            Oder nenne mir eine andere Gruppe in der Gesellschaft, die „selbstbezogen, kurzsichtig, anderen gegenüber aggressiv und abwertend“ agiert und dafür auch noch Beifall erwartet (ok, Gangster-Rapper eventuell).
            Zudem für den letzten Müll gelobt werden, wie ein Kind für sein Kaka, das man zum ersten mal aufs Töpfchen gesetzt hat.

            Meiner Ansicht nach kommt man nur weiter, indem die Rotzgöre auch so genannt wird, man auf zivilen Umgangsformen besteht und einen schlechten Text schlecht nennt.

            Ich ermuntere immer wieder, sich an die eigene Nase zu fassen, die Situation konnte sich nur so entwickeln, weil die Rotzgören seit Jahrzehnten keine Wiederworte gehört haben.
            Was wir hier äußern, können sie getrost ignorieren.

          • @Lucas

            Der ÖVP-Abgeordnete Efgani Dönmez hatte ja auf die Frage, wie Chebli eigentlich zu ihrem Amt gekommen sei, geantwortet, dass man sich ja nur mal ihre Knie anschauen müsste. Das wurde empört – und, wie ich glaube, richtig – als Hinweis auf „Blowjob Knees“ gedeutet. Sie habe ihren Posten also sexuellen Gefälligkeiten zu verdanken.

            Das ist demonstrativ eine Grenzverletzung, und Dönmez hat sich damit erstens aus der ÖVP-Fraktion getwittert und zweitens die völlig berechtigte Frage nach Cheblis Qualifikation effizient versenkt. Ich finde es auch völlig richtig, dass solche Angriffe nicht einfach akzeptiert werden.

            Nein Lucas, da ist überhaupt nichts richtig. Es zeigt im Gegenteil wie eigentlich selbstverständliche Werte, wie Meinungsfreiheit und Demokratie mit den Füßen getreten werden. Es wird gerade nicht gefragt, was Efgani Dönmez mit seiner Aussage gemeint hat. Einzig die Interpretation der Frauenministerin und der ÖVP-Frauenchefin zählen und die Forderung dieser offensichtlich heiligen Institutionen müssen selbstverständlich umgesetzt werden. Das ist eine klare Machtdemonstration, die zeigt, dass jeder politisch vernichtet werden kann, wenn der Feminismus es will. Möglich wird dies aber nur, weil Männer sich dies gefallen lassen und es gerade unter Männern viel zu viel Verständnis für die scheinbaren Probleme der Frauen gibt. Und mMn fängt das bei der Meinungsfreiheit an. Wenn wir nicht klar für das Recht auf Meinungsfreiheit eintreten, kann man fast alles andere vergessen. Wenn aber ein einziger Satz zur politischen Vernichtung führt, dann gibt es keine Meinungsfreiheit!

            Vielleicht zum Abschluss der Hinweis, dass man Dönmez Aussage auch anders interpretieren kann. Ich habe die Aussage meiner Frau vorgelegt und sie kam nicht auf die offizielle Interpretation. Ihre Interpretation ging dagegen in eine andere Richtung:

            Knieschonend Beten

            Zum muslimischen Gebet muss sich der Beter oder die Beterin hinknien. Wer das Gebet fünf mal täglich verrichtet – und gleichzeitig älter wird – spürt irgendwann seine Knie. „Forum am Freitag“-Moderator Abdul-Ahmad Rashid trifft in Kiel Adnan Pirisan. Der verdient inzwischen sein Geld mit einer Idee, die Abhilfe schafft: Sein orthopädischer Gebetsteppich ist mit speziellen, knieschonenden Pads ausgerüstet. So kann man auf jedem Untergrund, egal wie hart er auch sein mag, sehr komfortabel und frei von Knieschmerzen beten.

      • „Dummheit oder Hass würde ich gar nicht als entscheidende Aspekte ansehen.“

        Ich schon.
        Die prominenten Frauen in der SPD haben augenscheinlich alle nicht das Pulver erfunden.
        Und wenn die Partei sie so oft über alles Mögliche auf der Welt schwadronieren lässt, dann darf sie sich wirklich nicht beklagen, dass sie über die Wupper geht.
        Heute redet Passmann ihre Genossen um weitere Wähler, vor einigen Jahren war es auf gleichem Niveau die Küsten-Barbie, ebenfalls von Männern an die politische Spitze gespült.
        http://genderama.blogspot.com/2015/08/der-spiegel-manuela-schwesigs.html

  • Sophie Passmanns mentale Heimat und Grundlage ihres Erfolgs ist ja bekanntlich Poetry Slam. Das ist die Kunstgattung, bei der man in begrenzter Zeit möglichst viele clever klingende Vokabeln, bestenfalls unheilschwangere Andeutungen, die irgendwie miteinander zu tun haben, rhythmisch betont in so hohem Tempo von sich gibt, daß sich die Zuhörer allenfalls durch freie Assoziationen zusammenreimen können, worum es hier eigentlich geht, und wo der Künstler außerdem performativ herumgestikuliert. X und das Gegenteil von X zu behaupten oder anzudeuten, geht ohne weiteres, denn mehr als einen zurückliegenden Satz kann sich keiner merken, und die Worte klingen ja ähnlich, insofern ist es konsistent. Wenn man das ganze verschriftlicht, wirkt es eher peinlich, denn dann merkt man den ganzen Unsinn.

    Die Verschriftlichung dieser Passage in der Zeit lässt den Hinweis aus, dass die Frauen „den Kuchen gebacken“ hätten.

    Das macht Sinn, denn dann fällt die Dreistigkeit dieser These und der Widerspruch dazu, daß kurz danach die Männer den Kuchen backen, nicht so sehr auf.

    seid unverschämt, nicht ängstlich, seid höflich dabei

    Wie man zugleich unverschämt und höflich sein kann, wäre noch zu klären, aber so als Gedankenblitz beim Slammen macht es sich gut.

    Passmanns Auftritt würde ich intellektuell als Poetry Slam einordnen, so gesehen ist die folgende Wertung schon fast ein Kompliment:

    Passmanns Rede ist so voll von offensichtlichen Widersprüchen, Klischees und hohlen Gesten, dass …

    Das eigentliche Fatale ist, daß eine ehedem ernstzunehmende Zeitschrift diese Büttenrede als repräsentativ für die kommende intellektuelle Elite verkauft.

  • Was mich ja an der ganzen Sache erstaunt, ist, weshalb Männer überhaupt noch eine solche Zeitung wie die ZEIT abonnieren und so Parteien wie die Grünen oder die SPD wählen. Ist das Masochismus? Oder ist das Identifikation mit dem Feind? Oder denkt man, wenn ich mich auf diese Seite stelle, dann bin ich ja ein guter Mensch bzw. bekomme andere Gratifikationen ab?
    Also bei den nächsten Wahlen in der Schweiz werde ich zum ersten Mal in meinem Leben nicht mehr die SPS oder eine Partei links von ihr wählen, sondern eine Partei eher aus der Mitte des politischen Spektrums, die u.a. das Label „liberal“ im Parteinamen trägt. Ich hoffe, die Männer mit Verstand machen das ähnlich. 🙂

    • „Oder denkt man, wenn ich mich auf diese Seite stelle, dann bin ich ja ein guter Mensch bzw. bekomme andere Gratifikationen ab?“

      Ich bin überzeugt, dass das der wesentliche Aspekt ist. Ich nenne das gerne die „simulierte Selbstkritik“. Vordergründig beteiligt man sich, mindestens durch Kopfnicken, an der Kritik, die, aufgrund dessen, dass sie allgemein auf das männliche Geschlecht ausgelegt ist, auch gegen einen selbst geht, aber durch die Übernahme der Kritik distanziert man sich gleichzeitig demonstrativ von der kritisierten Gruppe. Man sagt: „Ja ja, so sind wir Männer.“, meint jedoch damit: „Aber ICH bin anders!!!“.

      Es ist ein naheliegender Gedanke, dass sich, zumindest teilweise, hier ein besonderer Aspekt intrasexueller Konkurrenz zeigt: der Versuch einer Selbstaufwertung zum „Besseren unter den Männern“ einfach nur durch pauschales Niedermachen anderer.

      Solche Strategien werden gerne auch in anderen Kontexten gefahren, z. B. in der Arbeitswelt. Auch dort gibt es Leute, die versuchen, sich selbst gut aussehen zu lassen, indem sie beständig die Arbeit anderer schlechtmachen. Was Männern, die im Kontext der „Geschlechterdebatte“ auf der Lila-Pudel-Schiene fahren zu müssen glauben, zu denken geben sollte, ist, dass diese billige, minderwertige Strategie etwa im Arbeitsumfeld von guten Chefs sehr schnell durchschaut wird und auch gesellschaftlich glaube ich nicht, dass man ewig damit durchkommt.

      • Ein mir gut bekannter Hufschmied beschrieb dieses Verhaltensmuster grundsätzlich so:
        „Herr Lehrer, Herr Lehrer, ich weiß was! Auf’m Scheißhaus brennt Licht!“.

    • Also hast du das selbst noch nie gemacht, und es wundert dich, dass es andere auch nicht tun?
      Herzlichen Glückwunsch! (Bin nicht viel besser, bei uns waren nur die Wahlen kürzlicher)
      Die Passmann hat halt recht.
      Wir sind dumm.
      Vermutlich geködert, mit jahrelanger „Nie Wieder!“ Propaganda.

      • pS. Ist ja nicht so, dass wir es mit einem neuen Phänomen zu tun hätten, ich habe daraus für mich rückblickend abgelitten, dass jemand wie ich besser nie hätte wählen dürfen.
        Wir scheinen halt noch lernbehinderter zu sein, als die Parteien denen wir unsere Stimmen hinterherwurfen.

    • Der Fairness halber sollte man klarstellen, daß dies keine SPD-Veranstaltung ist, die SPD ist auch kein offizieller Sponsor. Daß zwei prominente Mitglieder der SPD mitmachen und sich als Werbung (miß-) brauchen lassen, läßt immerhin lose Rückschlüsse auf die SPD und deren Meinungsführer zu, mehr aber auch nicht.

      • @mitm, ein Podium, wo von drei Exponenten zwei aktive und Prominente Politiker aus der SPD sind, darf man guten Mutes als SPD-Veranstaltung bezeichnen. Dass die dritte im Bunde mit der Verbreitung von Gedichten mit dem Titel ‚Männer sind Arschlöcher‘ auffällt, räumt jeden Zweifel aus, um was es bei dieser Veranstaltung geht. Aber hey, passt ja zum politischen Programm der SPD, der ‚Überwindung der männlichen Gesellschaft’…

  • Je älter ich werde, desto peinlicher wird es für mich zuzugeben, dass ich tatsächlich früher mal auf Seiten der Feministen gestanden habe. Ich hatte mir tatsächlich zeitweise eingebildet, es ginge um Gleichberechtigung. Frau P.s Rede jedenfalls ist mal wieder eine einzige moralische Bankrotterklärung und ich hoffe sehr, dass ihre Partei möglichst bald da landet, wo sie hingehört. Nämlich unter der 5% Marke.

  • @ Lucas Schoppe „Dummheit oder Hass würde ich gar nicht als entscheidende Aspekte ansehen. Das würde Passmann ja vermutlich auch Texten oder Kommentaren hier im Blog zuschreiben .“

    Ich denke, dass gerade Hass und mangelnde Empathie und stoische Tumpheit/ Dummheit gegenüber einem „schlechteren Geschlecht“ wesentlich zu solchen Auswüchsen führen.
    Das sollte man m. M. nach auch so benennen.
    Auch wenn Feministinnen diese Wörter in ihrem „Opferstatus-Monopol“ unzählige mal missbraucht haben.

  • Also ich habe diesen Auftritt so verstanden, daß es eine Gruppe von Leuten gibt, die sich feiern wollten. Und zwar als absolut up to date. Das war wichtig, denn sonst hätte man sich „abgehängt“ fühlen müssen und das war ein Schimpfwort, daß man seinen Kritikern zukommen ließ.
    Also inszenierten sie eine „wie haben da wen, der kann das“- Veranstaltung. Und dann kam auch schon Passmann und sagte: „Klar, bin ich!“ und „Aber ich mache die Regeln!“.
    Und fuhr ihren Fans erstmal übers Maul: „Zu einfach!“, w.h.: „Schnauze, ich gebe den Einsatz!“.

    Daraufhin schwiegen alle und wußten, daß sie es so genau richtig machen und sich sagen konnten: „Ja, wir haben da eine, die kann das“.
    Und so fühlten sie sich plötzlich jung modern und total hip.

    Das Bißchen Masochismus, Sexismus, Rassismus, Projektion, Widerspruch etc. pp. gehörte einfach irgendwie dazu, ging also insofern i.O., weil erstens ihre ( Passmann’s ) Regel und zweitens ihre ( derer die eine hatten, die das kann ) Regel.

    Inhaltlich: Ja, klar, auch, selbstverständlich, gehört ja dazu.

    So in den 80ern hätte so ziemlich jeder, den ich kannte – falls er etwas dazu hätte sagen sollen, oder wollen – auf den derzeit beliebten Zweiwortkommentar zurückgegriffen:
    „Tolle Wurst …“.

  • Frauen backen den Kuchen, zumindest im privaten Bereich, geschenkt.
    Männer stellen das Getreide her (Landwirt), verarbeiten es zu Mehl (Müller), halten Hühner (Bauer), halten Kühe (Bauer), und stellen diese praktischen Chemiebaukästen für die Küche (Backpulver; Lebensmitteltechniker) her. Und nicht der Backofen zu vergessen, von einem Ingenieur gebaut.

    Landwirt, Müller, Bauer, Bauer, Lebensmitteltechniker, Ingenieur und die polnische Frau, die die Pflaumen gepflückt hat, sitzen mit der Kuchenbäckerin am Tisch, und die Kuchenbäckerin möchte die Hälfte des Kuchens haben, weil sie den Kuchen ja gebacken hat.

    Hmm, früher nannte man das ungerecht, heute heißt es Gleichstellung.

  • Vermutlich werden die meisten Teilnehmer des besagten Z2x-Festivals und Sympathisanten die rechten und nationalistischen Demonstrationen und Gefühlsaufwallungen, die vor einigen Tagen in Chemnitz zu beobachten waren, verurteilen. Ich finde es nun erstaunlich, wie Vertreter dieses Milieus nun praktisch gleichzeitig selbst eine extreme Form von Identitätspolitik betreiben können. Ich frage mich ehrlich, ob es nur meine Aversion gegen den Feminismus ist, oder ob rechtsnationalistische und feministische Identitätspolitik sich in ihren Argumentationsweisen nicht tatsächlich sehr ähneln? Mit dieser These würde man viele Feministen wahrscheinlich vor den Kopf stoßen, aber über die Frage habe ich in den letzten Tagen doch nachgedacht.

    Auf der Website von Zeit Online war kürzlich ein Text über ein Festival nur für Frauen verlinkt. Der eigentliche Text erschien auf ze.tt, der Jugendzeitschrift von Zeit Online (https://ze.tt/goeteborg-statement-festival-wie-sich-besucherinnen-auf-einem-festival-ohne-maenner-fuehlen/). Mir scheint, dass sowohl Passmann wie auch der zitierte Beitrag im Grunde Apartheid bewerben und das dann auch noch explizit als „Gleichberechtigung“ und eine progressive und gute Sache hinstellen. Das Festival wird als ein nötiger Schutzraum für Frauen vor ewig lüsternen Männern erklärt. Spiegeln sich nicht die Positionen der Rechten in Chemnitz und die der Feministen? Die Feministen behaupten, die Perspektive und Identität der Frauen müsse die Grundlage für eine neue politische Agenda sein — formulieren die Rechten in Chemnitz das nicht einfach nur um, wenn sie sagen, die Perspektive und Identität der ‚wahren Deutschen‘ müsse die Grundlage für eine neue politische Agenda sein?

    Dieser Essay vertritt die These ausführlicher, dass verschiedene Formen von Identitätspolitik von einem gemeinsamen Moment angetrieben werden:
    https://www.salon.com/2017/09/02/time-to-give-up-on-identity-politics-its-dragging-the-progressive-agenda-down/

    Notabene: Als ich den Beitrag über das feministische Festival in Schweden aufgerufen habe, diente er lustigerweise als Vehikel für eine Werbeanzeige, die in einem Spannungsverhältnis zum ‚Gehalt‘ des Beitrages steht: Eine junge Frau hat ihr Top hochgezogen und zeigt so ihren schönen, durchtrainierten Bauch. Die Anzeige verspricht den Frauen einen Weg zu so einem Körper:
    https://ibb.co/cW0jCz

    • @Martin, ich glaube, es wird auch langsam einigen findigen Köpfen mulmig zumute, weil sie erkennen, dass mit dieser linken Identitätspolitik den Rechten eine Steilvorlage zugespielt wird.

      https://www.watson.ch/wirtschaft/analyse/259222676-warum-die-identitaetspolitik-den-klassenkampf-ersetzt-hat
      (sorry für den Link auf dieses Schundblatt)

      Da wird Francis Fukuyama zitiert: «Vielleicht das Schlimmste an der aktuellen Identitätspolitik der Linken ist die Tatsache, dass sie den Aufstieg einer Identitätspolitik von rechts begünstigt hat»

      In der Tat: Wenn viele Linke/Feministinnen Sexismus/Rassismus gutreden, weil ‚er im Dienste einer guten Sache‘ stehe (oder oft wird auch gesagt: ‚historisch gerechtfertigt‘), dann kann das den Rechten nicht verwehrt werden. Letzten Endes alles eine Frage der Macht: wer die Macht hat, zu bestimmen, was guter und was schlechter Sexismus/Rassismus sei.

      • @Klaus: Danke für den Link zu dem gut passenden Text. watson.ch kannte ich bisher nicht, habe zum Lesen dann einen Adblocker benutzt.
        Ich wusste noch nicht, dass Francis Fukuyama sich mit diesem Thema beschäftigt hat., von dem wollte ich eh mehr lesen. In diesem Fall scheinen mir diese Thesen von ihm, wie sie wiedergegeben werden, als von der Zeit schon überholt. Dem hier behandelten Feminismus geht es ja nicht um Gleichberechtigung oder die Anerkennung einer anderen Identität, sondern um die Vorherrschaft und den höheren Rang einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe über alle anderen sowie um die angebliche Minderwertigkeit der Männer.

        Deiner Schlussbetrachtung stimme ich zu. Mir scheint, dass die durch die Feministen vorangetriebene Verbreitung von identitätspolitischem Denken entgegen ökonomischer Fragestellungen den Aufstieg der nationalistischen Rechten begünstigt hat.

  • Zu dem oben zitierten Kommentar des Moderationsteams der Zeit:
    der ist inzwischen verschwunden, er taucht unter den Antworten auf den Kommentar Nr. 4 des Users Morrisson (https://www.zeit.de/gesellschaft/2018-08/sexuelle-belaestigung-arbeitsplatz-frauen-maenner-statistik?cid=22093884#cid-22093884) nicht mehr auf, die Nr. 4.6 ist neu vergeben, keinerlei Spuren…

    Sicher wegen der journalistischen Mindeststandards.

    Gut, daß da jemand einen Screenshot gemacht hat.

    • Im Original-Thread der „Zeit Online“ war es noch besser:

      Etwas weiter unten hat nämlich ein anderer User dem Moderations-Team der „Zeit“ vorgehalten, daß es mit dem besagten sexistischen Kommentar seine eigenen moralischen Standards für Beiträge im Thread verletzt habe.

      Auch darauf gab es eine Replik des Moderations-Teams der „Zeit“: Manche Beiträge würden eben eines derartigen Kommentars bedürfen.

  • @crumar 6. September 2018 um 12:43 Uhr: „die Situation konnte sich nur so entwickeln, weil die Rotzgören seit Jahrzehnten keine Wiederworte gehört haben.“

    Vor 5 Jahren hätte ich dazugestimmt, inzwischen sehe ich das deutlich anders. Das hängt mit der Frage bzw. Annahme zusammen, wer darüber entscheidet, welche Hetze und Desinformation auf Platformen mit hoher Reichweite wie ZON publiziert wird. Das ist mMn nicht Frau Plassmann. Auf dieser kuriosen Konferenz gab es dutzende Vorträge mit allen erdenklichen Themen, die meisten sicher in normalem Tonfall. Es waren mMn die ZON und indirekt die Besitzer des Ladens, die entschieden haben, die Haßtirade von Plassmann zu veröffentlichen und damit das übergeordnete Ziel einer feministischen Indoktrination der öffentlichen Meinung zu erreichen. Plassmann ist nur Werkzeug. Selbst wenn sie jetzt in der Luft zerrissen würde, dann hätte die Mohrin eben ihre Schuldigkeit getan und könnte gehen.

    Daß sie selber den Unfug glaubt, den sie da von sich gibt, ist wahrscheinlich, und daß dies u.a. damit zusammenhängt, daß ihr niemand widerspricht, weil sie nur mit Leuten aus ihrer Filterblase redet, ist auch Konsens. Aber ZON bietet bei weitem nicht jeder Filterblase einen Plattform.

    Ich behaupte nicht, daß die Radikalisierung innerhalb der Filterblase feministischer Journalisten gar keine Rolle spielt. Die Beispiele Jens Jessen und Miriam Lau haben deutlich genug gezeigt, wie hoch der Konformitätsdruck ist. Ein bißchen mitreden dürfen die schon, aber die Großen Linien werden eher feministisch orientierten Verlegern vorgegeben.

    • @mitm

      „Das hängt mit der Frage bzw. Annahme zusammen, wer darüber entscheidet, welche Hetze und Desinformation auf Platformen mit hoher Reichweite wie ZON publiziert wird.“

      Da sind wir völlig auf einer Linie.
      Was aber die Rotzgören nicht davon entbindet, für ihr eigenes Rotzgörentum verantwortlich zu sein, während die wohlwollenden Sexisten (Verleger) wenigstens dafür sorgen, dass Frau Dummdreist nicht ganz so dummdreist in Erscheinung tritt.

      Wir sind also bei der Frage der „Aufmerksamkeitsökonomie“ angelangt.
      https://www.heise.de/tp/features/Die-Aufmerksamkeitsoekonomie-und-das-Netz-Teil-II-3446106.html
      https://www.heise.de/tp/features/Die-Oekonomie-der-Aufmerksamkeit-wird-alles-veraendern-3439655.html
      https://www.heise.de/tp/features/Das-Geschaeft-mit-der-Aufmerksamkeit-3380698.html

      Die Frage ist z.B., was bei der Diskussion um den gender pay gap untergeht, während wir ihn diskutieren.
      Während wir über 21%, 6%, 3%, 1% reden, geht etwas komplett unter, nämlich die Tatsache, dass objektiv die Gehälter in den 5 neuen Bundesländern unbestritten 25% unter den der anderen Bundesländer liegen.
      Die Skandalisierung des einen Tatbestands, der fragwürdig ist, dient dann meines Erachtens zur Verschleierung des zweiten, der völlig unstrittig ist.

      Während also Passmann dazu aufruft, als Frau die Machtfrage zu stellen, geht sie von einheitlichen Lebensbedingungen aller Frauen in Deutschland auf, die gar nicht existieren.
      Selbst der imaginierte gender pay gap, den sie überwinden will und der nur hypothetisch existiert, ist immer noch kleiner als der real existierende, von dem sie keinerlei Ahnung hat.

      Verschwörungstheoretisch könnte man annehmen, die Rotzgöre wäre die Puppe, die der Verleger zum tanzen bringt.
      Aber ganz so mächtig ist der verlegerische Mann dann doch nicht.

      Ich stimme dir zu, der Konformitätsdruck ist hoch – er ist es vor allen Dingen, weil das Gewerbe Journalismus so langsam stirbt und die Wege, die zum überleben aufgezeigt werden und beschritten worden sind, todsicher in den Abgrund führen werden.

      Zur Blütezeit des Spiegel hatten gerade einmal 5% eines Jahrgangs Abitur.
      Er wurde weit über sein Zielpublikum hinaus rezipiert.
      D.h. die Leser und Leserinnen waren bereit, sich zur Decke hin zu strecken – das Niveau des heutigen Spiegel ist zum nieder knien.
      Selbst wenn die Leser und Leserinnen anderes wollten, die Diez, Augsteins und Stokowskis könnten gar nichts anderes bieten.

      Wenn heute 50% eines Jahrgangs Abitur machen, ist die Antwort auf das Bedürfnis, sich zur Decke strecken zu wollen m.E. dargestellte Exzellenz.
      Die clickbait-Strategie von bento, von HuffPo appelliert an die niedersten Instinkte, auf das Bedürfnis, sich „an die Decke strecken zu wollen“ haben sie keine Antwort.

      Wenn die Qualitätsmedien schlau wären, würden sie die Maßstäbe nach oben schrauben.
      Schau doch einmal uns an – seitdem Lucas und sein Blog existiert, ist die inhaltliche Auseinandersetzung – unter uns und mit unserem Thema – ungleich besser geworden.
      Exzellenz dominiert und das ist auch gut so! (Ein Stück weit! Insider.)

      Aus diesem Grund hat das Zentralkomitee der marxistischen MGTOW auch verfügt, Kriterium für die Aufnahme sind inzwischen nicht mehr die Kenntnis von zwei Fremdsprachen, sondern von dreien.

      Unsere geschlechterdemokratische Aufgabe muss es sein, Blödheit und Genderismus/Kreationismus schnellstmöglich aus dem Genpool zu entfernen.

      Subcomandante crumar
      Organisation MGTOW

      • Zur Blütezeit des Spiegel hatten gerade einmal 5% eines Jahrgangs Abitur.
        Er wurde weit über sein Zielpublikum hinaus rezipiert.
        D.h. die Leser und Leserinnen waren bereit, sich zur Decke hin zu strecken – das Niveau des heutigen Spiegel ist zum nieder knien.

        @ crumar – etwas OT
        Ist das so? Hat sich der Spiegel tatsächlich so sehr zum Schlechten hin verändert oder sind nicht wir vielmehr die, die sich verändert haben und sehr viel kritischer gegenüber den Massenmedien geworden sind? Ich bin mir diesbezüglich nicht so ganz sicher.

        • Lobenswert sich selbst was zu hinterfragen!
          Zur Blütezeit übrigens, das waren die 70er mit einer Auflage vo 900.000 laut Wikipedia, lag die Abiturientenquote bei zwischen 12 und 18%.
          Spiegelleser wissen wieviel? 😉

          • @PDLC @Pjotr

            Ok, da muss ich mich wohl korrigieren.

            Laut einer vertrauenswürdig aussenden Angabe auf der Basis von Gesis waren es:

            1960 6%
            1965 7%
            1970 10%
            1975 13%
            1980 18%

            1968 haben also 7 Prozent Abitur gemacht und nicht 5%, 1969 betrug die Spiegel-Auflage – laut Wikipedia – 953.000 verkaufte Exemplare.

            Mit „Höhepunkt“ meinte ich dennoch nicht die Auflage, denn die überschritt in den 90ern erstmals die Millionengrenze (ebenfalls laut Wikipedia).

            Und ja, der Spiegel ist im Vergleich zu den 70ern grottig geworden. Ich hatte in den späten 90ern auf dem Flohmarkt mal einen ganzen Stapel der Jahrgänge 72-74 gekauft und war baff, wie viel besser – im quantitativen und qualitativen Sinn – der Spiegel damals war.

            Die Artikel waren wesentlich länger, die Sätze ebenfalls, überhaupt hatte der Spiegel erheblich mehr Seiten.
            Wie heute die Seiten durch den Satz „aufgelockert“ werden, kann nur notdürftig verbergen, dass man für sein Geld wesentlich weniger Gegenwert erhält. Rechnet man beides zusammen, schätze ich die Einbußen auf 50%.

            Alleine vom Sprachstil her hätten Stokowski, Berg, Diez damals keine Chance auf eine Anstellung bzw. eine Kolumne gehabt. Spassmann hätte sich keinerlei Hoffnung auf die Publikation ihres Textes machen können; er wäre ihr sehr wahrscheinlich um die Ohren gehauen worden.

            Sicher sind wir in den letzten Jahren kritischer geworden gegenüber den Mainstreammedien, aber die Abwärtsspirale in Sachen Qualität der Berichterstattung hat wesentlich früher eingesetzt.

        • „… und sehr viel kritischer gegenüber den Massenmedien geworden sind?“

          Das muß man der Ehrlichkeit halber schon zugestehen. Seit der Verbreitung des Internet-Zugangs sind die Leute den Infos der Massenmedien gegenüber sehr viel kritischer geworden. Guter Journalismus ist heute deutlich schwieriger als zur Zeit der Spiegel-Affäre.

  • Okay, ich versuche mal ein wenig zusammenzufassen.
    Daß Sarkasmus nicht die Lösung sein kann, ist wohl allen hier klar. Falsch ist er aber deshalb noch nicht unbedingt. Wenn Crumar von Rotzgören spricht, ein Ösi durchgescheuerte Knie erwähnt ( die m.E. eben nicht auf Blowjobs abheben sondern auf Kriecherei allgemein, resp. – besser – Radfahrermenthalität ) befördert das natürlich nicht den Dialog mit der Gegenseite ( und Gegenseite ergibt sich schon aus dem Radfahrertum, nach oben buckeln, nach unten treten ).
    Aber es dient „unter uns“, wobei wohlmeinend aufmerksam Zuhörende ausdrücklich zu „uns“ dazugehören ( mindestens potentiell ), der humoristischen Bestätigung.
    Und unterstützt so die Verbreiterung des Spielfelds, wenn der Bezug ausreichend verständlich ist.
    Das Problem ist, daß es scheinbar keine anderen Möglichkeiten mehr gibt als diese „Verbreiterung“. Denn dadurch lässt man sich schon auf einen asymetrischen Wettbeweb ein. Die Gegenseite hat alle dicken Keulen fest im Griff, unsereiner nur das Bißchen Wohlwollen einiger Intelligenzbegabter in Reichweite, die offen für respektvolle Gespräche sind. Wodurch diese Wohlmeinenden sich auch noch selbst unter Druck setzen, zumindest wenn sie im Alltag von der Gegenseite abhängig sind.

    Ich z.B. unterhalte mich gern mit meiner Lieblingssozistudentin und deren Vorgesetzter ( abteilungsleitende Angestellte einer „Stiftung“ = gGmbH, welcher ersterer das Studium „sponsort“ ). Selbstverständlich versuche ich mich dabei so vorbildlich wie überhaupt möglich zu benehmen, was auch ganz gut klappt ( den „kulurbegabten Gentleman in Lumpen“ brauche ich nicht zu spielen, der ist fest eingebaut ).
    Gelegentlich schicke ich denen auch mal ein paar ausgesuchte Links zu. Nicht die provokativsten, eher gut verständliche, auf einen gut eingrenzbaren Bereich beschränkte Sachvorträge.
    Sowas:
    https://www.forschung-und-lehre.de/lehre/da-laeuft-etwas-ganz-schief-894/
    oder:
    http://www.spiegel.de/plus/wie-frauen-mit-maennern-umgehen-pimmelwitz-komm-raus-a-ba9169c6-ddc8-4be6-915e-867170158ca3
    oder:
    https://mannhaft-ebmeier.blogspot.com/2018/09/groer-geschlechtsunterschied-im-gehirn.html

    oder das, dann natürlich mit einiger Grundsatzkritik an der offensichtlichen, schlimmen Totalverbildung des ansonsten recht intelligenten jungen Mannes:
    https://www.cicero.de/kultur/kita-erzieher-ausbildung-fachkraeftemangel-hort-schule-franziska-giffey-paedophil-schwul

    Aber es ist mir natürlich auch klar, daß die Studentin an der Uni sehr vorsichtig sein muß, um nicht zu sehr in den Fokus der dortigen Genderasten u.ä. zu geraten.
    Ihre Chefin nimmt meine Kritik ( auch an dem Betrieb, in dem die beiden arbeiten ) auch durchaus wahr und macht sich sicherlich Gedanken darüber, aber vordergründig wird sie wohl nur um so mehr versuchen ihren „Klienten“ und Mitarbeitern ggü. in mehr oder wenier Kleinigkeiten ein möglichst gutes Arbeitsverhältnis zu haben, nach oben hat sie vermutlich längst resigniert und macht gute Miene. ( Ist natürlich, der Lesbarkeit halber, etwas verkürzt dargestellt )

    Der Studentin ggü. kann ich mittlerweile auch ganz locker auf Sarkasmen oder von Femis selbst geschaffene Lächerlichkeiten verweisen, bspw. auf die „heilige Kirche der modernen lesbisch-feministischen Hexen-Muschies“ in Maryland ( das Ding ist dermaßen schräge, daß ich es Chefin auch gezeigt habe unter Betonung, daß derartiges demnächst auch hier herüberschwappen wird, aber grundsätzlich bin ich da deutlich vorsichtiger ).
    https://spectator.us/2018/09/lesbian-feminism-pussy-church-modern-witchcraft/
    oder https://www.naturalnews.com/2018-08-23-not-a-joke-ecosexual-college-professors-enjoy-having-sex-with-trees.html#

    Mehr „Verbreiterung“ ist nicht, trotz aller Mitlese- u. Diskutiererei. Wobei man höllisch aufpassen muß, daß man die wenigen aufnahmefähigen Leute nicht durch zuviel Realismus verschreckt, da es ja letztendlich um die Risiken in ihrem Alltag geht. Sie sind nunmal auf ein Mindestmaß an Fatalismus angewiesen, brauchen ihr Bißchen „Normalität“, selbst wenn es das eigentlich kaum bis gar nicht gibt, außer eben „unter uns“.
    The red pill hurts!
    Und ja, das Spielfeld ist gewaltig schräg.
    Und das merkt jeder, mindestens halbbewußt.
    Insofern kann man durchaus schon von einem Klima der Angst reden, welches vermutlich auch mit gewissem Vorsatz geschürt wird.
    Dafür brauchen Partei- u. Lobbybonzen solche Knallchargen wie Passmann, Schwesig, Maas, Stokowski, Schramm, Wizorek, Augstein etc.

    Es geht um: „Wir können ALLES, Ihr seid gar nichts, MÜLL!“
    Oder anders: „Komm zu uns, trete ein paar Untermenschen zusammen, dann bekommst Du ein Bakschisch und darfst bei uns mitmachen“ ( „…kriegst Kuchenkrümel“, um im Passmann-Jargon zu bleiben und ihr mutmaßliches Hauptmotiv zu benennen ).

    Eine der widerlichsten Kombinationen von Korruption und Erpressung, die ich mir vorstellen kann.

  • Übrigens, @Lucas,
    zur Überschrift „Wer zweifelt hilft dem Feind“.
    Dann bin ich Feind aus Leidenschaft, denn:
    „Ohne Zweifel keine Sicherheit“ (Komma, Gedankenstrich, Semikolon … nach Bedarf einfügen ).

  • @crumar (bzw. eigentlich @alle): „Aufmerksamkeitsökonomie“ ist ein gutes Stichwort.

    Eine schon lange dringend notwendige Aufgabe, die ich vor mir her schiebe, ist eine komplette Entrümpelung meines Blogs. Vieles, was ich da 2013 oder 2014 geschrieben habe, damals im Kontext der Aufschrei-Kampagne, kommt mir inzwischen irrelevant vor. Das waren damals mal Aufreger und Themen, die irgendwie losgetreten worden sind, die damals sehr motivierend waren, sich mit den Themen zu befassen, die aber heute niemanden mehr interessieren, es ist Schnee von gestern.

    Was zur Frage führt, welche Themen und Erkenntnisse denn nicht so schnell verstauben und was wirklich wichtig ist. Zumal die Themenvielfalt dermaßen ausufert, daß man unmöglich alles beliebig genau kennen kann. Ob wir nicht unsere Energie damit verschwenden, Stöckchen hinterherzulaufen, die ZON und Co. herumwerfen.

    Und da steht bei mir ganz vorne das Thema Meinungsbildung bzw. Manipulation in einer Mediengesellschaft, die unglaubliche Meinungsbildungsmacht der Medienkonzerne und der ÖR Medien. Ich würde mich zu der Behauptung versteigen, daß diese Strukturen wichtiger sind als all die biologischen, soziologischen, philosphischen usw. Theorien und Wissensbestände, also wenn man so will die Sachargumentationen, mit denen wir 90% der Zeit verbringen.

    Ich müßte eine Neuauflage des Blogs eigentlich anfangen mit ein paar Lektionen über die Manipulierbarkeit von Wissen (bei einem selber und bei anderen Leuten), den Techniken der Propaganda und Meinungsmanipulation, angefangen bei Edward Bernays und dem Kampfbegriff Public Relations. Interessanterweise hat das alles inhaltlich fast nichts mit der Geschlechterdebatte zu tun, man versteht die Geschlechterdebatte aber mMn nicht, wenn man nicht die überall eingesetzten Propagandatechniken als solche erkennt bzw. durchschaut.

    Die üblichen Themen wie Verfassungswidrigkeit von Frauenquoten oder das GPG kommen erst dahinter. Beispiel Frauenquote: Man kann rechtsphilosophisch argumentieren, daß dies Gruppenrechte sind, die GG Art. 3 verbietet und die sowieso in einer liberalen Demokratie verboten sein müssen. Da argumentieren wir aber oben im Elfenbeinturm.

    In der Praxis appelliert die Propaganda an den Neidkomplex von Frauen, daß Männer ungerechtfertigt bevorzugt werden (weiß man ja, jede Frau kennt ein Beispiel!! ggf. von der Schwiegertochter einer Freundin einer Bekannten). Der Sozialneid und die alternativen Fakten werden jahrelang in die Gehirne gehämmert, und dann gehen rechtsphilosophische Debatten nicht mehr, die erzeugen nur noch eine sofortige mentale Blockade oder sogar einen ‚backfire effect‘. Gehirnwäsche ist sehr wirksam.

    Passmann ist ein Beispiel für erfolgreiche Gehirnwäsche. Daß man den groben Unsinn, den sie verzapft, hier und woanders widerlegt, ist notwendig und klappt schon fast routinemäßig. Bloß an den Verhältnissen ändern wir damit nichts. Schon gar nicht bei Passmann.

    Das zentrale Ziel muß eigentlich sein, den verbreiteten blinden Glauben an solche Propagandaschleudern wie ZON zu unterminieren. Wenn man Breitbart liest, dann weiß jeder (hoffentlich), daß er manipuliert wird und daß er nichts glauben sollte, solange er nicht aus anderen Quellen eine Bestätigung hat. Bei den feministischen Breitbarts wie ZON, SZ, jetzt usw. müßte das genauso sein. Nur wie kommt man da hin?

    • @mitm

      Wenn du ein „paar Lektionen über die Manipulierbarkeit von Wissen (bei einem selber und bei anderen Leuten), den Techniken der Propaganda und Meinungsmanipulation, angefangen bei Edward Bernays und dem Kampfbegriff Public Relations.“ verfassen möchtest, dann wäre das ein prima Thema für ein gemeinsames Projekt.

      Und ich meine gemeinsam im Sinne eines gemeinsamen Auftritts mit einigen anderen, die evtl. ebenfalls Lust darauf haben. Hatte das mit djad und Lucas schon besprochen.

      „Interessanterweise hat das alles inhaltlich fast nichts mit der Geschlechterdebatte zu tun, man versteht die Geschlechterdebatte aber mMn nicht, wenn man nicht die überall eingesetzten Propagandatechniken als solche erkennt bzw. durchschaut.“

      Ich glaube, das ist zutiefst notwendig und es hat zu 90% mit der Geschlechterdebatte zu tun.
      Ich fand deinen Begriff der „Sprachhypnose“ übrigens sehr hilfreich!
      Wie man Propagandatechniken identifiziert, sie analysiert und kontert geht aber über diese ursprüngliche Debatte hinaus, du hast du recht.

      Ich möchte aber nicht, dass du deinen Blog entrümpelst um das, was du jetzt als tagesaktuell und daher veraltet empfindest!
      Der Witz an dem alten Material ist, man kann deinen Prozess der Erkenntnisgewinnung nachvollziehen.
      Vielleicht magst du in ein paar Jahren kommentieren, über welche Zwischenschritte du am jetzigen Punkt angelangt bist.

      • „Edward Bernays und dem Kampfbegriff Public Relations“

        Kennt ihr schon diese fantastische BBC Doku-Reihe über Barneys?

        „The Century of the Self“

        http://www.dailymotion.com/video/xtg209

        „“This series is about how those in power have used Freud’s theories to try and control the dangerous crowd in an age of mass democracy.“ —Adam Curtis‘ introduction to the first episode.“

        Diese Reihe ist, vom technischen Standpunkt aus, selbst ein Meisterwerk der überredenen Propaganda. Extrem packend und spannend geschildet, deutsche Untertitel! Viel Vergnügen.

      • @all: danke für die guten Hinweise!

        @crumar und Jochen Schmidt „Blog ja auch als Archiv dient“
        Das Problem liegt darin, daß der Großteil der Texte keine datierten Blogposts sind, sondern undatierte „Seiten“ (in der Sprechweise von blogspot.de). D.h. ein unbedarfter neuer Leser stolpert dann auf defekte Links oder längst vergessene Skandale, Namen, Beweise usw. Die Leute (ich denke hier an Laufpublikum) haben nur wenig Zeit, man liest lieber nur Inhalte, die hier und heute relevant sind.

        • Dann würde ich derartige „veraltete“ webpages mit einem Vermerk kennzeichnen, z. B.: „Eintrag von 2015, noch nicht aktualisiert.“

        • @ Mitm:
          Lieber in Zukunft etwas akribischer arbeiten, evtl. auch mal ein paar Links auf Stand bringen, wenn die Zeit dafür über ist, aber auf keinen Fall die älteren Beiträge wegwerfen!
          Übrigens bietet Bloggereinfach auch Möglichkeiten, Seiten, Labels etc. zu kombinieren und das auch nachträglich. Einfach mal ein wenig logeln und experimentieren.
          Ich habe z.B. neulich zufällig die Möglichkeit entdeckt, Daten ( in dem Fall ein Photo ) auf dem Blog abzulegen UND zu veröffentlichen, OHNE daß es für Aussenstehende vom Blog aus aufzufinden ist.
          Da geht einiges mehr, als man dieser „Rentneroberfläche“ so zutraut.

    • „Ich möchte aber nicht, dass du deinen Blog entrümpelst um das, was du jetzt als tagesaktuell und daher veraltet empfindest!“

      Ich würde diesen Punkt von crumar unterstützen, weil Dein Blog ja auch als Archiv dient. Vieles in Archiven ist nicht aktuell, vieles ist nicht mal relevant. Wichtig ist es aber trotzdem und sollte darum erhalten bleiben.

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