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Neue und alte Mauern – Was war los im Monat August?

geschrieben von: Lucas Schoppe

Vor ziemlich genau einem Monat schlug hier der Leser und Kommentator Martin vor, einen Monatsrückblick einzuführen, in dem noch einmal kurz die Texte der vergangenen Wochen aufgelistet und neuere Entwicklungen dazu erwähnt werden. Der Kommentarstrang solle für weitere Hinweise offen sein. 

Mir gefällt die Idee gut. Ich habe hier einmal auch einmal eine ganze Weile lang regelmäßige Monatsrückblicke veröffentlicht, in denen ich Texte aus Blogs und Massenmedien zusammengestellt hatte. Das fand ich deshalb wichtig, weil ich dadurch im permanenten Strom neuer Artikel und Nachrichten wenigstens zwischendurch mal anhalten, zurückblicken und das Gewesene ordnen konnte.

Allerdings habe ich es irgendwann aufgegeben, weil es enorm zeitaufwändig war. Ähnlich ging es Mark, der hier eine ganze Weile Wochenrückblicke veröffentlichte. Der Vorschlag Martins hingegen erlaubt ebenfalls einen Rückblick, ist aber deutlich ökonomischer, weil ich mich dabei auf Texte dieses Blogs konzentrieren und die Hinweise auf andere Blogs auch Kommentatoren überlassen kann.

Das richtet sich ausdrücklich auch an andere Blogger, die dann hier Hinweise auf Texte von sich selbst und anderen posten können, die ihnen besonders wichtig waren.

Es gibt schon regelmäßige Sammlungen – etwa den Selbermach-Mittwoch und den Selbermach-Samstag, den Christian Schmidt anbietet, wiederum inspiriert vom einstigen Selbermach-Sonntag der Mädchenmannschaft. Für einen Montatsrückblick finde ich es besonders reizvoll, sich zu beschränken und entscheiden zu müssen – was war denn besonders? Daher möchte ich zusätzlich zu den Blog-Texten auch noch einen Text oder zwei weitere Texte vorstellen, die ich selbst besonders wichtig fand.

Schön wären übrigens auch Hinweise auf Musik, Film oder Literatur.

In diesem Monat habe ich noch ein wenig herumprobiert, wie ich diesen Text aufbaue, so kommt er relativ spät. In der Zukunft möchte ich den Rückblick aber einfach immer am ersten Freitag der Monats veröffentlichen. Ich würde mich sehr freuen, wenn viele andere in den Kommentaren mitmachen würden.

 

Die Verwertung von Verbrechen

Im Text „Chemnitzer Hetzjagden, oder: Die Auslöschung der Mitte“ hatte ich kritisiert, dass es wie ein Stelle-Post-Spiel wirke, wenn ausgehend von einem Video der Antifa Zeckenbiss von Hetzjagden, von Menschenjagden durch die Stadt und sehr schnell sogar von Pogromen die Rede war.

Für Jan Böhmermann sind solche Einwände mittlerweile irgendwie nazi:

Ich selbst war natürlich schockiert gewesen, als ich von Menschenjagden durch die Stadt und gar von Pogromen in Chemnitz gelesen hatte. Ich war dann aber auch irritiert, als tagelang der einzige Beleg ein kurzes Video der Antifa Zeckenbiss war. Ich habe selbst auf Demonstrationen schon mehrmals Szenen erlebt wie dort, und schlimmere: von der Polizei gegen die Autonome Antifa, aber auch von Autonomen selbst (zu Demonstrationen von Rechten kann ich nichts sagen, die kenne ich nur aus der Perspektive der Gegendemonstranten). Jedenfalls wäre damals niemand, außer möglicherweise der Antifa, auf die Idee gekommen, von „Menschenjagden durch die Stadt“ oder von „Pogromen“ zu sprechen.

Auch in Chemnitz kommt der Sprachgebrauch von der Antifa:

Wer angesichts dieser Szene von „Pogromen“ und „Menschenjagden durch die Stadt“ spricht, weiß gut, dass viele Menschen damit ganz anderes assoziieren werden, zum Beispiel die Novemberpogrome von 1938. Natürlich kann er trotzdem solche Begriffe benutzen, wenn er die geeignete Definition verwendet. Nur geht es dann eben um eine Frage der Definitionen, nicht um eine Beschäftigung mit dem, was geschehen ist – das zeigt ja auch die erbitterte Diskussion um den Verfassungsschutz-Präsidenten Hans-Georg Maaßen, der die Darstellung einer Hetzjagd falsch findet.

Fast schon vergessen ist dabei die Frage, warum Daniel H. eigentlich getötet wurde, als wäre das ganz nebensächlich. Fast zwei Wochen lang ging es auch unter, dass Neonazis in Chemnitz ein jüdisches Restaurant angegriffen hatten. Die Bilder der Demonstrationen erwecken zudem den Eindruck, dass neben den offen und martialisch auftretenden Neonazis auch ganz normale Bürger demonstriert haben – diesen Schulterschluss fand ich ganz besonders beunruhigend, aber auch er verschwindet hinter dem Versuch verschiedener politischer Lager, ihre Interpretation der Ereignisse durchzusetzen.

Mit der semantischen Zuspitzung mobilisiert jemand das eigene politische Lager, nimmt aber in Kauf, zugleich auch das Lager des Gegners zu mobilisieren. Im Moment wäre es aber wichtig, auch Menschen anzusprechen, die eben nicht immer schon der eigenen Position zustimmen. Dafür müssen Akteure nicht nur im eigenen Lager glaubwürdig bleiben.

Die AfD hat nämlich zur Zeit den entscheidenden strategischen Vorteil, dass ihr jede Zuspitzung nützt. Es hat wenig Sinn, ihr diesen strategischen Vorteil ausgerechnet durch Zuspitzungen nehmen zu wollen.

Ich weiß, dass ein Text wie der, den ich geschrieben habe, von Linken gleichwohl als ein rechter Text eingeordnet wird. Dabei erwarte ich von den Rechten nichts, außer weiteren Zuspitzungen, von denen sie dann profitieren können. Ich hatte aber gehofft, dass Linke bei aller Empörung über Leute, die Hitlergrüße durch die Gegend schwenken oder allen Ernstes offen einen „Nationalen Sozialismus“ fordern, auch überprüfen können, inwieweit sie selbst zu dieser Situation beitragen.

Es ist natürlich richtig, eine Instrumentalisierung des Todes von Daniel H. zu kritisieren. Es wäre aber über die moralische Empörung hinaus wichtig zu überlegen, was hier „Instrumentalisierung“ eigentlich bedeutet – nämlich den Versuch, die Gelegenheit zu nutzen, um Rechtsaußen-Positionen anschlussfähig zu machen auch zu Menschen hin, die sonst mit solchen Positionen nicht viel zu tun haben wollten.

Der bloße moralisierende Abscheu darüber ändert wenig – auch deshalb, weil auch Linken solche Instrumentalisierungen ja nicht fremd sind. Ausnahmsweise ein Zitat aus dem Juni:

„Als im Jahr 2015 der zwanzigjährige Asylbewerber Khaled Idris Bahray in Dresden mit mehreren Messerstichen getötet und aufgrund der Nähe zu einer Pegida-Demonstration ein rechter Täter vermutet wurde, gingen Tausende zum Gedenken für ihn in Berlin auf die Straße. Als sich dann herausstellte, dass er tatsächlich von einem anderen Asylbewerber getötet worden war, nahm die engagierte Anteilnahme schlagartig ab.  Bahray war nun nicht weniger tot, er eignete sich nur nicht mehr als Märtyrer.“

 

Der Abschied vom Politischen – Welches Politische?

Als Signal für einen „Abschied vom Politischen“ hatte ich hier den Hastag #MenAreTrash bezeichnet – eben in dem Sinn, dass es hier nicht mehr um irgendeine Vermittlung von Interessen oder unterschiedlichen Perspektiven geht. Zu dem Text gab es sehr viele Kommentare – auch deshalb, weil die stumpf-gewaltsame Darstellung von Männern als Müll natürlich für viele auch eine starke persönliche Bedeutung hat.

Einige Kommentare wiesen aber auch darauf hin, dass der Text völlig selbstverständlich von einer demokratischen Politik ausgeht. Es war zum Beispiel wiederum Martin, der auf Carl Schmitt hinwies – für den die Feindschaft zentrale Kategorie des Politischen war und der damit faschistischer Politik zuarbeitete.

„Feindschaft in einem Schmittschen Sinne heißt, dass die nackte physische Existenz von Männern den Verfechtern von #menaretrash zuwider und unerträglich ist.“ 

Im Folgetext „Über den Umgang mit Menschen, die andere Menschen als Müll bezeichnen“ hatte ich dann überlegt, wie auf solch eine Feindschaft reagiert werden könnte. Wer andere Menschen als Dreck betrachtet, untergräbt natürlich Grundlagen einer Kommunikation – mit ihm hat ein Gespräch keinen Sinn. Wer wiederum erst einmal beweisen muss, dass er kein Dreck ist, um zum Diskurs zugelassen zu werden – der hat keinen Platz in diesem Diskurs, so sehr er sich auch anstrengen mag.

Umso wichtiger ist es denn aber, mit anderen über solche Strukturen ins Gespräch zu kommen – was aber nur möglich ist, wenn diese Strukturen der Feindschaft nicht selbst übernommen werden. Der Titel des Textes spielt natürlich auch daher auf Knigge an, dessen Buch „Über den Umgang mit Menschen“ nicht einfach nur Benimmregeln formulierte, sondern sich ganz im aufklärerischen Sinne mit den „Pflichten“ beschäftigte,

„die wir allen Arten von Menschen schuldig sind, und wiederum von ihnen fordern können“.

Eben eine solche Gegenseitigkeit verweigern identitäre Akteure von rechts und links. Die extremen Twitter-Äußerungen über Weiße, die Anlass für den Text „Linker Rassismus“ waren, demonstrieren vor allem die Verweigerung solch einer gegenseitigen basalen Anerkennung. Sie demonstrieren gezielt: Ich darf dir gegenüber etwas tun, was du mir gegenüber nie tun dürftest.

Auswege aus solchen Verhärtungen und Zuspitzungen sind mit Texten wie Sonja Flaßpöhlers Die potente Frau möglich, den ich hier unter dem Titel „Von potenten und von utopischen Frauen“ besprochen habe.  Flaßpöhlers Buch hat den typischen Charakter eines Dokuments einer Übergangszeit, gerade in seinen inneren Widersprüchen: Die Autorin distanziert sich deutlich von den Verhärtungen der #MeToo-Bewegung, wiederholt aber auch selbstverständlich die stereotypen Bilder einer „Männerherrschaft“, die dieser Bewegung zu Grunde liegen.

Dummerweise dauern Übergänge in der Geschlechterpolitik enorm lange, ganz so, als würden sie nie irgendwo ankommen.

 

Was ist eigentlich in unseren Köpfen los? Und was in Euren?

Ganz besonders gefreut habe ich mich im letzten Monat über einen Text von Billy Coen.Was ist eigentlich in unseren Köpfen los?“  fragt danach, warum wir eigentlich die Zuspitzungen, Verhärtungen und Irrationalitäten, die offene gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit heutiger politischer Frontstellungen akzeptieren. Warum nehmen wir manche „Diskriminierungen, Entmenschlichungen und Verrohtheiten“ so selbstverständlich hin, erkennen sie nicht einmal – sind aber in anderen Bereichen hochsensibel bis in irrationale Ängste hinein, wenn es um das Aufspüren von Diskriminierungen geht?

Billys Text endet mit einem Hinweis auf Martin Luther King, der gegen die vorherrschenden identitären Frontstellungen seiner Gesellschaft – gegen den US-amerikanischen Rassismus nämlich – die Vision einer geschwisterlichen Gesellschaft formulierte, die auf gleichen Rechten aller basiert.

Ich selbst wäre ja schon zufrieden, wenn sich die politischen Frontstellungen nicht immer weiter, und gewalttätiger, verhärten. Es hat in meinen Augen, und aus den oben beschriebenen Gründen, keinen Sinn, mit Neonazis zu reden. Es ist aber wichtig, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die sich auf solche Rechtsaußen-Positionen zu bewegen.

Wer mit Neonazis demonstriert, die offen einen nationalen Sozialismus fordern, kann nicht erwarten, dass seine Anliegen ernst genommen und als legitim betrachtet werden. Wer aber wiederum nicht möchte, dass Menschen der bürgerlichen Mitte gemeinsam mit Neonazis demonstrieren, der muss ihnen auch andere Möglichkeiten bieten, ihre Anliegen zu formulieren.

Daher fand ich den Text „Wie erreicht man die Unzufriedenen?“ von Christian Schmidt wichtig. Er macht unter anderem darauf aufmerksam, dass die derzeitigen politischen Frontstellungen auch mit dem Verhältnis von Ost- und Westdeutschen zu tun haben. Mein persönlicher Eindruck als Wessi, der häufig im Osten ist: Westdeutsche haben zwar ein feines Gespür für ostdeutsche Ressentiments gegen Migranten und andere, aber wenig Gespür für die eigenen Ressentiments, auch nicht für die gegenüber dem Osten.

Demgegenüber setzt Christian Schmidt sich damit auseinander, wie denn Menschen überzeugt werden können, eben nicht die AfD zu unterstützen. Wer sich hingegen – wie zum Beispiel Jakob Augstein – mit seltsam deplatziertem Augenzwinkern einfach eine neue Mauer wünscht, tut so, als ob diese Menschen einfach irgendwann verschwinden würden.

 

Auf dunklen Pferden

Ich schließe einfach einmal mit einem Hinweis auf ein Lied aus diesem Monat, das auch ein Beispiel für die Überwindung von Mauern sein kann. Die amerikanische Sängerin Emma Ruth Rundle singt in Darkhorse, wenn ich es richtig verstehe, über ein Schwesternpaar, dass sich mit einer brutalen Kindheit auseinandersetzen muss. Ein sexueller Missbrauch wird zumindest angedeutet: Run little sister, run so fast, I see he’s gaining on you. 

Das ist ein Thema, das mich am Beispiel der katholischen Kirche – mit dem Blick auf das gigantische, schwerstkriminelle Versagen der kirchlichen Institutionen – schon lange beschäftigt, das mir aber für einen Text bislang einfach zu groß war.

Am Lied von Rundle gefällt mir die Spannung zwischen der düsteren Grundstimmung und der Kraft, die es gleichwohl ausdrückt. Das dunkle Pferd steht für die Energie, sich aus den düsteren Anfängen herausbewegen zu können. It’s the darkhorse you give legs to, no one else can ride / In the wake of strange beginnings, we can still stand high. 

Soweit mein persönlicher Rückblick auf den Monat. Ich weiß, dass er in seiner Konzentration auf Texte dieses Blogs sehr selbstbezogen ist, aber auch das ist ja vielleicht ein Ansporn, in den Kommentaren Hinweise auf Eure Texte – oder Lieder, Bücher, Filme – des Monats zu geben.

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81 Comments

  • Okay, man sieht, daß der August nicht sonderlich viel Bandbreite zu bieten hatte.
    Was den Vorteil hat, daß man auf dicken Hund etwas ausführlicher eingehen kann.

    Dann man to, as wie bi us so secht …

    „Die Bilder der Demonstrationen erwecken zudem den Eindruck, dass neben den offen und martialisch auftretenden Neonazis auch ganz normale Bürger demonstriert haben “

    Ich habe ein paar dieser Bilder gesehen und sie stehen im krassen Widerspruch zu den meisten Videos, aus denen sie rauskopiert wurden.
    Üblicherweise schmeisse ich bei solchen Wirrmeldungen so ein bis zwei Tage später mal youtube an und wühle mich kreuz und quer durch das Angebot, bis nur noch, oder zumindest zum größten Teil, Redundanzen kommen.

    Tja, und danach waren da nicht ca. 800 „typisch dumme Sachsennazis“ unterwegs, plus ein paar normale Bürger, die sich ihnen anschlossen, sondern umgekehrt.
    Es waren ein paar tausend normale Bürger ( schwer zu beurteilen, da möglw. noch mehrere tausend Leute dabei herumstanden o. -liefen, die von der Beendigung des Stadtfestes 13 Stunden nach dem Messervorfall – überrumpelt wurden ), denen sich einige Gruppen Rechter, darunter auch Nazis, angeschlossen haben.
    Auffällig, daß immer wieder dieselben ca. max. zwei dutzend Nazis gezeigt wurden. Besonders hervorgetan haben sich dabei die wohl in den meisten Clips und Fotos der MSM auftauchenden beiden Hitler-Grüßer ( der grinsende Dicke, der wohl die meiste Prese hatte und der mit der RAF-Tätowierung auf der Hand ).

    „Im Moment wäre es aber wichtig, auch Menschen anzusprechen, die eben nicht immer schon der eigenen Position zustimmen. Dafür müssen Akteure nicht nur im eigenen Lager glaubwürdig bleiben.“

    Auch dazu fiel mir etwas auf.
    In mehreren Videos, aber keiner MSM-Veröffentlichung ( afaik ) ist mindestens eine größere Gruppe zu sehen, die auch dichter als die „Nazigruppen“ zu sein schien, die von niemandem angegriffen wurde und garantiert ein gemischtes Bild stinknormaler Menschen bot. Gar nicht weit weg von den Kamerateams, die natürlich nur mal kurz abschwenkten, weil Mainact nunmal die Gruppe um den dicken „Grüßer“ war.
    Und die hatten ein großes Banner ( keine Ahnung wie die das so schnell beschafft haben, vermutlich hatten sie es schon vorher, möglw. waren sie damit schon „stadtbekannte Hausnummern“, oder so ).
    Darauf stand:
    Wir wollen KEINE Faschisten!
    ( und kleiner )
    auch nicht von links …

    Noch durchschnittlicher geht dort vor Ort wohl kaum.

    „Ich hatte aber gehofft, dass Linke bei aller Empörung über Leute, die Hitlergrüße durch die Gegend schwenken oder allen Ernstes offen einen „Nationalen Sozialismus“ fordern, auch überprüfen können, inwieweit sie selbst zu dieser Situation beitragen.“

    Dazu ist m.E. die Situation schon viel zu sehr eskaliert und der Anteil von Mitläufern sich als „irgendwie links“ bezeichnender Totalitaristen zu hoch und zu verhärtet.
    Es herrscht absolute Nulltoleranzstimmung in deren Lager(n). Da man hochrangige SPD u. Grünen-Politiker, sowie die ÖR-Sender UND Kanzlerin und Regierungssprecher zu diesem Mob dazurechnen muß, ist mit einem unmittelbaren Nachdenkprozess, oder gar Einlenken, erstmal so nicht zu rechnen.

    „Wer mit Neonazis demonstriert, die offen einen nationalen Sozialismus fordern, kann nicht erwarten, dass seine Anliegen ernst genommen und als legitim betrachtet werden.“

    Ähm, das sehe ich auch eher umgekehrt.
    Die Henne kommt normalerweise vor dem Ei, welches sie selbst legt.
    Daß die Normalos nicht spontan nachhause gehen, um die Demo symbolisch aus Anti-Anti-Protest abzubrechen, wenn einige braune Häuflein auftauchen, ist in diesem Fall wohl nicht sonderlich erklärungsbedürftig, oder?

    Das verhält sich genau wie die durch die „Pogrome“ und „durch den Mob verübten Menschen- u. Hetzjagden“ nicht anders.
    Es gab nur eine winzige Menschenjagd und die hatte als Resultat einen Toten und zwei Schwerverletzte. Dieser Mob war klein und äußerst erfolgreich, aus seiner Sicht.

    Und die durch „die sowieso Nazidummen Mobster“ geschaffenen „Nogoareas“ sind ebenfalls so eine stumpfprimitive Umkehrprojektion.
    Laut den wesentlichen Aussagen befragter chemnitzer Bürger ist die dortige Innenstadt seit ca. 2015 eine permanente Nogoarea und das war der eigentliche Hauptgrund für die Demo am Sonntag, Daniel H., sein Tod und die beiden Verletzten waren „lediglich“ Auslöser.
    Zu diesem Schluss kamen auch zwei, die bei Nuoviso dazu getalkt haben, einmal dieser Frank Stoner ( ich mag den nicht, aber er ist gewiss kein Blödie und lebt in Chemnitz und arbeitet in der dortigen Innenstadt als DJ ), den Namen des anderen habe ich vergessen, gebürtiger Chemnitzer mit bestehenden Verbindungen dorthin.
    Und auch das Klischee vom „blöden DDR-ler“ nahmen die beiden dem MS verdammt übel und behaupteten, daß Sachsen bei Pisa-Tests ziemlich weit vorn liegt ( hab’s nicht überprüft ) im Vergleich mit anderen Bundesländern. Diese blindwütige Keulerei kotze die beiden derbe an.
    Kurz: Die durchschnittlichen Bürger vor Ort sind tatsächlich besorgt und zwar ernsthaft. Und sie wissen ganz genau, daß sie EBEN DESWEGEN, also aufgrund ihres alltäglichen bürgerlichen Engagements, als „besorgte Bürger“ ( synonym für Naziidioten und unzurechnungsfähige Schwachsinnige ) dargestellt werden.
    Ihr Problem sind als weniger die „echten“ Nazis, als der #wirsindmehrdumpfbacken-Pöbel und seine machtbesoffenen Rädelsführer.
    Was auch insofern ogisch ist, daß auch Nazis nicht zwangsläufig dumm sein müssen, jedenfalls kein Stück dümmer als die Schwarzblock-SA und deren Claqueure. Ergo werden die Rechtsextremen jetzt gerade NICHT erpicht darauf sein, es sich mit den Durchschnittsbürgern dort zu verderben und sich ziemlich zurückhaltend und anständig benehmen.

    „Demgegenüber setzt Christian Schmidt sich damit auseinander, wie denn Menschen überzeugt werden können, eben nicht die AfD zu unterstützen.“
    Vielleicht wäre es sinnvoller mal eine Alternative zu bieten?
    Wie H. Danisch ( m.E. zu Recht ) immer wieder hervorhebt, ist es wohl eher eine „Linksflucht“, denn ein Rechtsruck.
    Wobei es unerheblich ist, ob man Absolutismus nun als „links“ durchgehen lassen möchte, oder nicht, da wohl jeder weiß, wer damit gemeint ist.
    Nicht vergessen, man hat dort lange großteils CDU und Linkspartei gewählt, welche jetzt ja von Grünen und SPD eigentlich gar nicht mehr zu unterscheiden sind, zumindest wenn es um den momentanen Streitbereich „Migranten, Nazis und DDR-Bürger“ geht.

    V.dh. stellt sich also eher die Frage ( genau wie hier, nur eben anhand drastischer Vorfälle, die Entscheidungen nahezu jedes Einzelnen nach sich ziehen müssen ), wen oder was sollen die Leute dort wählen, wer würde die Lage dort denn nicht immer weiter auf die Spitze treiben?
    Ein Business as usual kann da nicht mehr funktionieren.
    Dazu kommen solche Botschaften, wie „60000 Dumpfbacken machen Pogo-Party gegen Chemnitz“ ( und alle Blockflöten sind begeistert dabei ) einfach zu deutlich an.
    Das können die einfach nicht schlucken!
    Diese Staffelprovokation war insofern zu perfekt eingestielt.
    Da kann ich sogar jene verstehen, die da eine wie-auch-immer-geartete „Planung“ hinter vermuten. Naheliegender als die wilden Hassprojektionen und ganz eindeutigen Lügen, die man dort um die Ohren gehauen bekommt, ist das allemal.

    • Kleiner Nachtrag: Das Gespräch von Frank Stoner und Frank Höfer (beide Chemnitzer) findet sich hier
      https://www.youtube.com/watch?v=MDU1vo0Tz6A&ab_channel=NuoViso.TV

      Es wurde bisher über 500.000 mal angesehen und besonders die Kommentare sind lesenswert.

      Die übermittelte Eindruck, es gäbe schon seit Jahren für Chemnitzer quasi No-Go-Areas nach Einbruch der Dunkelheit und die Polizei wäre weitgehend untätig geblieben.
      Gewalt und Kriminalität ginge von einer Gruppe arabisch stämmiger Männer aus, deren Größenordnung ungefähr 20 bis zwei Dutzend betrage.
      Es wird also nicht gegen „die Ausländer, Migranten, Flüchtlinge“ gehetzt (laut Aussage beider ca. 1000 in Chemnitz), sondern das Problem auf diese Gruppe von „gewaltbereiten Psychopathen“ eingeengt.

      Stimmen die Berichte, stellt sich die Frage, ob sich in Chemnitz bereits vorher englische Zustände eingeschlichen haben. Also die Polizei nicht eingreift aus Angst, mit Vorwürfen des Rassismus konfrontiert zu werden.

      • Stellt sich auch die Frage, ob ein Text wie der Wochenrückblick hier nicht englische Zustände erzeugt.
        #FreeTibet
        Schoppe der alte Han Chinese

      • Die Parteien von links bis rechts, im Verbund mit den etablierten Medien, sind zu einem ernsthaften Problem für die Demokratie geworden.
        An die Stelle der sachlichen Auseinandersetzung ist der unerbittliche Kampf getreten, die eigene Interpretation, die eigene Erzählung als „Wahrheit“ zu etablieren. Hier lässt sich einwenden, dass dies bei jeder politischen Auseinandersetzung so ist. Bedenklich aber ist, dass es nicht einmal mehr möglich ist, sich über Fakten zu verständigen. Ganz im Sinne radikalkonstruktivistischer Anschauung ist Wahrheit diejenige Erzählung, die sich durchsetzt und von einer Mehrheit als Wahrheit akzeptiert wird. Wie bereits angedeutet sind diese Phänomene nicht neu. Die Unerbittlichkeit aber, mit der dieser Kampf um das „gültige Narrativ“ ausgefochten wird lässt keinen Raum mehr für ein argumentatives Abwägen. Lucas nannte das „das Verschwinden der Mitte“ oder „wer zweifelt, hilft dem Feind“.

      • @Sandale @Pjotr

        Oh shit, ich habe den Link vergessen!
        Das hier meinte ich mit „englische Zustände“:
        https://de.wikipedia.org/wiki/Missbrauchsskandal_von_Rotherham

        „Ganz im Sinne radikalkonstruktivistischer Anschauung ist Wahrheit diejenige Erzählung, die sich durchsetzt und von einer Mehrheit als Wahrheit akzeptiert wird.“ – und damit reine Machtfrage = Scheiß auf die Wahrheit

        „Die Parteien von links“ haben vor allem ein Interesse daran, sich selbst als „links“ zu setzen und zwar alternativlos.
        Was im Radau um die Zensur gegen alt-right, Konservative und Libertäre untergegangen ist, die Linke wurde und wird genauso zensiert:

        „Google has intensified its censorship of left-wing, progressive and anti-war websites, cutting the search traffic of 13 leading news outlets by 55 percent since April.
        (…)
        The World Socialist Web Site, whose search traffic had fallen by 67 percent between April and July, has now experienced a total drop in search traffic of 74 percent.
        (…)
        Other sites affected include:

        Alternet, one of the top 3,000 sites in the US, has seen its Google search traffic fall by 71 percent between April and September, up from 63 percent in the period through July.

        Democracy Now, one of the top 5,000 sites in the US, had its search traffic fall 50 percent between April and September, up from 36 percent in the period through July.

        Common Dreams, ranked in the top 8,000 US sites, had its Google search traffic fall by 50 percent between April and September, up from 37 percent in the period through July.

        Global Research, one of the top 14,000 sites in the US, had its traffic fall slightly from its massive 62 percent decline between April and July.

        Truth-out.org, ranked in the top 12,000 sites in the US, had its search traffic fall by 49 percent, up from 25 percent in the period through July.“

        Der Artikel stammt vom 19.9.2017! Man hat das nirgendwo lesen können.

        • Crumar, ich als nicht-linker brauche dazu keinen Link, ich bin dazu die Linkschleuder. 😉

          Den Corbett Report trifft’s übrigens auch.
          Der dürfte Leszek gefallen.

      • @ crumar „Stimmen die Berichte, stellt sich die Frage, ob sich in Chemnitz bereits vorher englische Zustände eingeschlichen haben. Also die Polizei nicht eingreift aus Angst, mit Vorwürfen des Rassismus konfrontiert zu werden.“ Ich kann die Glaubwürdigkeit der beiden im Video nicht beurteilen – ich hab ein wenig nachgelesen, sie vertreten in anderen Kontexten schon komische Theorien.

        Das ist aber hier vermutlich gar nicht relevant. Ihre Darstellung lässt sich so auch an anderen Städten nachvollziehen, etwa aus Cottbus oder, hier, aus Frankfurt/Oder. Da berichtet der rbb: „Oberstaatsanwalt Ulrich Scherding sagte dem rbb, es gebe unter den 1.500 Flüchtlingen in der Stadt eine Gruppe von 15 bis 20 jungen Syrern, die immer wieder mit Delikten auffällig würden.“ https://www.rbb24.de/studiofrankfurt/politik/2018/08/frankfurter-ob-wilke-will-straffaellige-syrer-ausweisen.html

        Das bedeutet: Es ist nur ein relativ kleiner Teil der Migranten, der dann aber offenbar sehr massiv agiert. In einer kleinen Stadt können 15-20 Leute, die gewaltbereit und entgrenzt agieren, natürlich eine ganze Menge Unsicherheit schaffen und vielen anderen schaden – zumal sie nach aller Erfahrung auch Mitläufer rekrutieren.

        Das heißt, dass es sachlich gar nicht um den Vorwurf geht, irgendwie alle Flüchtlinge wären kriminell. Es geht aber sehr wohl um ein ernsthaftes, reales Problem für die öffentliche Sicherheit, das von einer kleinen Gruppe Flüchtlingen verursacht wird.

        Ich glaube nur nicht, dass allein die Angst vor Rassismus-Vorwürfen die Behörden an einem klaren Eingreifen hindert. Ich vermute, dass hier auch der Abbau öffentlicher Infrastruktur eine große Rolle spielt. Gerade im Osten sind meines Wissens z.B. viele Stellen bei der Polizei gestrichen worden, und die Polizisten, die noch da sind, arbeiten nicht unter guten Bedingungen.

        Aus eigener Erfahrung kann ich das nur mit den Bedingungen der Schule vergleichen – wenn die Bedingungen bei der Polizei ähnlich sind, dann wird es dort zwangsläufig Fehler und Versäumnisse geben. (Und keine Angst – ich jammere als Lehrer nicht, wie verdienen gut, und ich mag den Job sehr gern. Politisch aber werden viele Schulen zur Zeit an die Wand gefahren.)

        Dass Zig-Tausende von Lehrern fehlen, war so völlig erwartbar, seit Jahren – die Zahlen zu den kommenden Pensionierungen sind ja kein Geheimwissen. Trotzdem wurden nicht genügend Lehrkräfte ausgebildet, Studienplätze wurden begrenzt, für die so dringend benötigten Förderlehrkäfte wurde der Numerus Clausus relativ streng fortgeführt. Die Folge ist, dass sich viele Schulen nur noch mit Abordnungen und Quereinsteigern über Wasser halten können. „Das ist zu viel! Das hält Schule nicht aus: Der Lehrerberuf (…) wird gerade wieder deprofessionalisiert“, schreibt Christian Füller dazu. https://pisaversteher.com/2018/09/10/minister-des-schulnotstands/

        Das ist einfach eine politische Schlamperei und ein Desinteresse, die nicht verständlich sind. Aber es ist ein Beispiel für ein allgemeines Problem des Abbaus öffentlicher Infrastruktur.

        Wir hatten vor einer Weile hier schon einmal eine Diskussion darüber, ob das nicht typisch „neo-liberal“ wäre. In meinen Augen ist der Vorwurf irreführend: Neoliberale wollen staatliche öffentliche Infrastruktur abbauen, aber auch die Steuern, damit die Bürger – der Theorie nach – für sich selbst sorgen können. Wir hingegen haben ein hohes Steueraufkommen – und noch dazu ein relativ geringes Lohnniveau, das dem jahrelangen wirtschaftlichen Wachstum schon längst nicht mehr entspricht.

        Das heißt: Wir erleben zwar einen Abbau öffentlicher Infrastruktur, der aber von einer bleibend hohen Steuerbelastung begleitet wird. Das sind keine neoliberalen, sondern eher neo-feudale Strukturen. Sie stammen aus einer vormodernen Zeit – und die identitären Theorien von rechts und links sind die ideologische Orchestrierung dieser Entwicklung, weil sie jeweils deutlich anti-moderne Positionen beziehen (rechts in einem völkischen Denken, links in einer versimpelten Postmoderne begründet).

        Die Migrationsbewegungen nach Europa werden, so gesehen, vor allem deshalb ein großes Problem, weil staatliche Institutionen mit ihrer Regelung überfordert sind bzw. an einer Regelung erst gar kein Interesse zeigen. Dafür sind Situationen wie in Frankfurt oder wohl auch Chemnitz nur kleine Beispiele.

        Ich beschreibe auch hier einmal eine parallele Situation aus der Schule. Mir erzählte einmal eine Frau, die vom Jugendamt für die Beratung von Lehrkräften mit psychisch kranken Schülern zuständig ist, dass seit dem Beginn der Inklusion die Bereitschaft von Lehrkräften spürbar nachlasse, sich auf solche Schüler einzustellen.

        Das liegt nun nicht daran, dass Lehrer rundweg behindertenfeindlich, krankenfeindlich oder sonstwie x-phob wären. Eher machen wir die Erfahrung, dass die Inklusion von Förderschülern in den ganz normalen Unterricht institutionell nicht einmal ansatzweise ausreichend gestützt wird.

        In dem meisten Stunden sitzen die Förderschüler einfach im Unterricht rum, ohne dass es auch nur irgendwelche Hilfen gäbe. Förderlehrerstunden haben wir viel zu wenige, und auch die wenigen können wir wegen des Mangels an Lehrkräften nur zu einem kleinen Teil besetzen. Die mit großem moralischem Gestus exekutierte „Inklusion“ bedeutet also in den meisten Stunden einfach nur, dass Förderschüler nun im ganz normalen Unterricht dabei sitzen und ohne weitere Hilfen von Lehrkräften unterrichtet werden, die für Förderunterricht überhaupt nicht ausgebildet sind.

        Lehrer machen also die Erfahrung, dass institutionell zwar eine Situation geschaffen, aber nicht ansatzweise institutionell getragen wird – so dass die damit verbundenen Belastungen gleichsam aus den Bordmitteln der Einzelnen aufgefangen werden müssen. Es ist voraussehbar, dass sie sich dann zurückziehen, wenn noch weitere Schwierigkeiten dazu kommen – und dass sie dafür nicht offen sind.

        Wenn ich das auf die Migration übertrage, bedeutet das: Es wäre sehr wichtig gewesen, wenn immer deutlich gewesen wäre, dass staatliche Institutionen alles tun, um ihren Teil der Verantwortung zu tragen. Dass das nicht alles sein kann, dass die Zivilgesellschaft auch vieles zu tragen hat – das ist klar. Aber dass Merkels „Wir schaffen das“ de facto ein „Ihr schafft das schon“ war, hat viel kaputt gemacht.

        Dabei ist die Migration aber m.E. lediglich ein Seitenthema, an dem sich ein größeres Thema entzündet – nämlich der Abbau öffentlicher Strukturen im Rahmen einer neo-feudalen Politik, die an gesellschaftlicher Vermittlung überhaupt kein Interesse mehr hat.

        • Exzellente Erklärung des Mechanismus, wieso ein so grosses Versagen spontan auftritt. Das betrifft alle möglichen staatlichen Bereiche derzeit, nicht nur die Schulen. Und gleichzeitig steigen die Kosten zum Hohn. Das ist es, was die Leute sauer macht.

          • „Und gleichzeitig steigen die Kosten zum Hohn“
            Exakt!

            Ich zitiere Lucas:
            „Das heißt: Wir erleben zwar einen Abbau öffentlicher Infrastruktur, der aber von einer bleibend hohen Steuerbelastung begleitet wird. Das sind keine neoliberalen, sondern eher neo-feudale Strukturen.“

            Mein Reden seit Jahren!
            Denn etwa im ungefähr gleichen Verhältnis, wenn nicht sogar noch stärker, expandieren gleichzeitig die Dienstleistungen insgesamt.
            Wunderwelt des BIP und der Bedingungslosen Dienstleistungsgesellschaft.
            Kaum überspitztes Orakel:
            Bis wir uns alle gegenseitig die Haare schneiden, auf die Kinder anderer Eltern aufpassen, uns die Beichte abnehmen und uns wundern, daß nur noch halbverblödete Zombies durch die verdreckten Strassen geistern und es nix mehr zu beißen gibt.

        • @Lucas

          „Das heißt, dass es sachlich gar nicht um den Vorwurf geht, irgendwie alle Flüchtlinge wären kriminell. Es geht aber sehr wohl um ein ernsthaftes, reales Problem für die öffentliche Sicherheit, das von einer kleinen Gruppe Flüchtlingen verursacht wird.“

          Ja, im vorliegenden Beispiel eben 2% der genannten Gruppen – das ist auch das, was sie sagen – was wiederum zu den Kommentaren führt, in dem Deutsche mit einem Migrationshintergrund fordern, diese Psychopathen hier nicht zu dulden.
          Damit ist auch erklärbar, warum „Ausländer“ in der AfD organisiert sind – warum sollten sich 98% ihr eigenes Ansehen von 2% Psychopathen ruinieren lassen wollen?!

          „Neoliberale wollen staatliche öffentliche Infrastruktur abbauen, aber auch die Steuern, damit die Bürger – der Theorie nach – für sich selbst sorgen können. Wir hingegen haben ein hohes Steueraufkommen – und noch dazu ein relativ geringes Lohnniveau, das dem jahrelangen wirtschaftlichen Wachstum schon längst nicht mehr entspricht.“

          Das sehe ich anders.
          Das Problem der Niedriglöhne lässt sich m.E. auf zwei Effekte zurückführen: niedrigere Tarifbindung der Unternehmen und Ausweitung der Leiharbeit (wobei beides Hand in Hand geht).

          Nächster Punkt ist, wir haben uns allmählich an immer irrsinnigere Verbrauchssteuern gewöhnt. Die 19% MwSt. sind allmählich fast ein Witz im Verhältnis zu bspw. 90+% Mineralöl, Alkohol- und Tabaksteuer.
          Der eigentliche Punkt ist jedoch, sich daran zu gewöhnen immer mehr zu zahlen und immer weniger Gegenwert zu erhalten.
          Die verrottende Infrastruktur der Schulen, Straßen, der Schienen, des Internets, die permanent verspäteten Züge ist doch genau dieser Gegenwert.

          Der Skandal sind nicht die Steuern, sondern dass sie in einem schwarzen Loch versacken und wir uns daran gewöhnt haben.
          Das ist die Produktion von Ohnmacht, die ich gerne beseitigen würde.

      • Ein bißchen OT, aber weil es hier zur Sprache kam: ich glaube, um diese »Neoliberalismus«-Vokabel aufzudröseln, muß man die Finanzkrise einerseits und die Staatsschuldenkrise andererseits betrachten. Erstere ist »neoliberal« im Sinne einer Folgeerscheinung der deregulierten Finanzmärkte, letztere das Resultat einer staatlichen Klientelpolitik, die man metaphorisch durchaus als »neofeudal« bezeichnen kann. Über das Prinzip des Schuldenmachens ist sie aber dennoch nicht nur auf die Steuerquote, sondern auch auf den Finanzsektor bezogen.

        Das wesentlich »Neoliberale« im Staatssektor ist in meinen Augen etwas anderes: die Ideologie der Privatisierung, der nachfolgend der Staat sich selber schwächt, indem er Tafelsilber verkauft und sich in Private-Public-Partnerships ausbluten lässt (an den Hochschulen parallel die Drittmittelprojekte, die Universitätsrankings, die radikale Selbstausbeutung des Mittelbaus sowie der aus den Zitierindexen resultierende Konformitätsdruck), sowie die »aktivierende« Arbeitsmarktpolitik, mit dem der Staatsbürger flankierend zum genau dem »homo oeconomicus« formatiert werden soll, der er – im Widerspruch zur Wirtschaftstheorie! – in empirischer Hinsicht eben gerade nicht ist.

        Außerdem eben die Unterwerfung politischer Entscheidungen unter die vermeintliche Expertise der herrschenden makroökonomischen Doktrin, die bei Sciencefiles eigentlich als Musterbeispiel von Junk-Science zerlegt werden müsste, wenn sie dort beim Thema »Marktwirtschaft« nicht selbst hoffnungslos ideologisiert wären (Mario Bunge hat die Wirtschaftswissenschaften in einem Skeptiker-Artikel von 2009 immerhin als Pseudowissenschaft eingestuft).

        Die hohe Staatsquote ist insofern kein Indiz gegen eine Hegemonie neoliberaler Ideologie, auch wenn sie nicht unmittelbar aus einer solchen heraus erklärt werden kann. Diese Ideologie ist in meinen Augen die verbindende Klammer zwischen Marktsektor und Staatssektor.

        • „Die hohe Staatsquote ist insofern kein Indiz gegen eine Hegemonie neoliberaler Ideologie“

          Haha, djad, willst eine Quadratur des Kreises machen 🙂

          Im Neoliberalismus ging es vor allem um einen schlanken, optimierten und reduzierten Staat und Begrenzung seiner Tätigkeiten und Ausgaben.

        • @djadmoros Die Privatisierungen öffentlicher Güter sind tatsächlich ausdrücklich mit einer neoliberalen Argumentation begründet worden. Ich habe mit dem Begriff „neoliberal“ trotzdem Probleme, aus zwei Gründen.

          Erstens vollzieht er, wenn auch meist in kritischer Absicht, eine Verengung nach, die nicht selbstverständlich ist und die liberale Tarditionen nur zum Teil weiter führt. Der Liberalismus war ja der wesentliche gedankliche Rahmen des sich emanzipierenden Bürgertums, sei es über naturrechtliche Ideen oder über gesellschaftsvertragliche begründet. Grundidee ist jeweils, dass staatliche Gewalt von Volk ausgeht und nur durch das Volk legitimiert werden kann. Natürlich war das auch ein ideologischer Rahmen für die ökonomische Eigenständigkeit, und wachsende Macht, des Bürgertums.

          Der heutige Neoliberalismus ignoriert weitgehend die demokratische, bürgerrechtliche Tradition (dazu auch die nationalliberalen Traditionen, aber die kann er meinetwegen auch gern ignorieren) und ist auf ökonomische Kategorien fixiert. Er entwickelt auch in meinen Augen eine ökonomische Mystik, die von dem Glauben geprägt ist, alles ginge irgendwie gut, wenn man dem Markt nur möglichst wenig dazwischenfunkt.

          Wenn aber die Kritik des „Neoliberalismus“ diese Verengung einfach mitmacht, dann ignoriert auch diese Kritik – ebenso, wie die „Neoliberalen“ es tun – die bürgerrechtliche Tradition des Liberalismus, ohne die es die modernen europäischen Demokratien wohl nie gegeben hätte.

          Zweitens glaube ich, dass der Begriff „Neoliberalismus“ unsere Gegenwart irreführend beschreibt. Es fehlt den politischen Debatten ja gerade, und zunehmend, an Liberalität.

          Vor allem ist der Liberalismus, auch in seinen Einseitigkeiten, ein Teil der Moderne, die gegenwärtigen Bewegungen, die als „neoliberal“ bezeichnet werden, sind aber anti-modern. Daher auch der Begriff „neofeudal“, der für mich nicht nur metaphorisch, sondern vor allem anachronistisch ist.

          Dieser Anachronismus passt aber, weil wir Entwicklungen erleben, die in meinen Augen besser in lange vergangene Epochen passen würden als in eine moderne Gesellschaft: Ein gezielter Abbau öffentlicher Institutionen – ein Zurückfahren gesellschaftlicher Vermittlung – eine Ausbildung einer quasi-höfischen, nämlich einerseits abgekoppelten, anderseits intensiv versorgten Oberschicht – Ideologien von rechts und links, die Grundprinzipien der Moderne (Menschenrechte, Reziprozität von Rechten, Vorrang der Komunikation vor Gewalt, funktionale Differenzierungen statt rassischer, völkischer oder geschlechtlicher, Ausbau von Kooperationsketten) frontal angreifen.

          De Begriff „neofeudal“ passt also für mich gerade wegen seines anachronistischen Charakters gut zur Beschreibung gegenwärtiger Prozesse.

        • @djad
          „diese »Neoliberalismus«-Vokabel aufzudröseln“

          Warum steht da dieses „Neo“? Das bezieht sich auf GB als Mutterland des Liberalismus, welches wegen sozialistischer Regulierungswut in eine totale Starre fiel und auch nach dem 2. WK auch nur so dahin siechte, dass der Kurswechsel dann so einschneidend erschien, als dass er die Vorsilbe Neo vor dem Liberalismus verdiente! Der Begriff ist also voll auf GB zurechtgeschnitten.

          Seine negative Prägung erhielt der Begriff vor allem mit Blick auf den US Präsidenten Reagan, der damals ähnlich (aber viel weniger allgemein) dämonisiert wurde wie heute Trump (Nazi-Gleichsetzung und all das).

    • @ Fiete „Tja, und danach waren da nicht ca. 800 „typisch dumme Sachsennazis“ unterwegs, plus ein paar normale Bürger, die sich ihnen anschlossen, sondern umgekehrt.“ Danke für die Arbeit, die Du Dir da machst. Ich hatte lediglich den Eindruck, verschiedene Ausschnitte der Demonstrationen gesehen zu haben, die nicht ganz zueinander passen.

      Es bleibt aber für mich dabei: Jedes auch noch so legitime Anliegen verliert an Legitimität, wenn man es gemeinsam mit Nazis vorträgt. Die Chemnitzer, die möglicherweise an diesem Tag auf die Straße gegangen sind, ohne von der Nazi-Beteiligung zu wissen, wissen es immerhin jetzt.

      Es ist auch deutlich, dass Neonazis die Situation nutzen wollen, um ihre Positionen anschlussfähig zu machen. Wer den Eindruck hat, dass die öffentliche Sicherheit verloren geht, und wer dagegen protestiert – der wird sich zugleich auch gegen Nazis abgrenzen müssen. So ist nun einmal die Gemengelage.

      Schön wäre es halt, wenn auch die andere Seite ähnlich denken würde. Sicher, die Autonome Antifa ist nicht einfach eine linke Version von Nazi-Gruppen, und die Hufeisen-Theorie ist wenig überzeugend. Gemeinsam haben viele Autonome und Neonazis aber die Bereitschaft zur politischen Gewalt, und das allein muss eigentlich Grund genug sein, klare Grenzen zu ziehen. Sonst ist man eben auch auf der Linken unglaubwürdig.

      Ich finde es daher fast albern, mit welcher Vehemenz der Rücktritt Maaßens gefordert wurde, sowohl von Politikern (z.B. Habeck) wie auch von Journalisten (z.B. Restle – Maaßen müsse Beweise vorlegen oder gehen). Nun ist dem Verfassungsschutz ja vieles vorzuwerfen, beim NSU wie beim vermasselten NPD-Verbot – aber den Rücktritt des Präsidenten zu fordern, nur weil die die „Antifa Zeckenbiss“ nicht als seriöse Quelle akzeptiert, ist ziemlich albern. Natürlich haben Antifa-Aktivisten ihre eigene Agenda – Maaßen müsste eher gehen, wenn er das NICHT mit einberechnen würde.

      Eher müsste die Tagesschau mal etwas dazu sagen, wie es kommt, dass sie solche Quellen akzeptiert, als wären sie Nachrichtenagenturen. Das wird nämlich zum Problem, wenn Tagesschau etc. nur noch in bestimmten politischen Lagern Vertrauen genießen: Irgendwelche Institutionen brauchen wir schon noch, die für verschiedene Seiten und lagerübergreifend glaubwürdig sind.

      Sachsen liegt übrigens in Schulvergleichstests weit vorn. Ganz hinten liegen, was zum Heulen ist, Bremen (aussichtslos) und Berlin.

      • @Lucas:
        „Es bleibt aber für mich dabei: Jedes auch noch so legitime Anliegen verliert an Legitimität, wenn man es gemeinsam mit Nazis vorträgt. Die Chemnitzer, die möglicherweise an diesem Tag auf die Straße gegangen sind, ohne von der Nazi-Beteiligung zu wissen, wissen es immerhin jetzt. “
        Sicherlich, gar keine Frage. Nur ist es m.E. wichtig, sich dabei bewußt zu sein, daß viele gar nicht „auf die Strasse gegangen“ sind, sondern schon da waren, sie wurden vom unangekündigten Abbruch des Stadtfestes überrascht. Und das waren vermutlich auch nicht nur etablierte Chemnitzer.
        Und die Mobilmachung von Rechten und Rechtendarstellern, wahrscheinlich via WhatsApp u.ä. dürfte dort vor Ort wohl die schnellste und flexibelste Möglichkeit sein, Masse mit Label zu schaffen.
        Nächste Stufe der repräsentativen Aufschaukelung ist dann die 60000-Dumpfbackenparade ( #wirsindmehr im Sinne des Wortes, unter Vernachlässigung der Tatsache, das Chemnitz ein Ort in D. ist, wodurch das Zahlenspiel völlig absurd wird ).

        „Wer den Eindruck hat, dass die öffentliche Sicherheit verloren geht, und wer dagegen protestiert – der wird sich zugleich auch gegen Nazis abgrenzen müssen.“

        Selbstverständlich! Deswegen erwähnte ich auch diese Gruppe mit dem Großtransparent „Wir wollen keine Faschisten… auch nicht von links“.
        Von Anfeindungen denen ggü. habe ich nichts sehen können. Und das ist für mich einer der Hauptgründe, warum ich diese Verallgemeinerungen, daß Chemnitz und Nazis innig verbunden wären, nicht mitmache. Derartige pauschale Ausgrenzungen provozieren noch mehr Verhärtungen.

        „Ich finde es daher fast albern, mit welcher Vehemenz der Rücktritt Maaßens gefordert wurde“

        Ich finde es infam, zumal dann noch auf den Kopf stellend argumentiert wird, er wäre ja gar zuständig für Äußerungen zur aktuellen Lage gewesen.
        Tatsache ist, daß gerade diese Möchtegernantifaschisten immer mehr und offener nach dem Überwachungsstaat – und damit nach dem VS – kreischen und, daß eben dadurch Maaßen unter Druck gesetzt wurde, seine Absage, resp. sein Nichtaktivwerden dazu zu begründen.
        Und mehr als: „Da war nix, was die Initialschwelle überschreitet und selbst der Scheinbeleg taugt überhaupt nix“, gab es objektiv nicht zu sagen. Auch das war vorher absehbar.
        Man wirft ihm letztendlich vor, sich nicht mit auf das Trittbrett geschwungen zu haben, verlangt, er müsse Beweise bringen, die „legitimieren“, warum er sich nicht blind, aktionistisch und völlig kritiklos den Parolenbrüllern unterworfen habe.
        Also in letzter Konsequenz, daß er mal alles richtig, nämlich nichts gemacht hat.

        Ich denke, das sagt schon einiges mehr über das jetzige Mainstreampolitsystem aus, als über Leute wie Maaßen.

  • Aus meiner Sicht war ein bleibender Eindruck der letzten Wochen, daß sich die Presse und die ÖR Medien wieder mal blamiert haben. Sie haben voreingenommen berichtet, selber mit eskalierenden Begriffen gearbeitet (altbekannte Propagandatechnik), berichten aus 2. Hand oder auf Basis von Verdächtigungen usw.

    Der Knüller war die Behandlung des Hitlergüßers mit dem RAF-Logo, der sich vor die Kameras drängte (und der wohl das Auflösungsvermögen der Kameras unterschätzt hat): das ist ein klarer Fall, wo man in Betracht ziehen muß, daß es sich um einen Provokateur handelt. Das führt nun bei Watson und t-online zu einer kognitiven Dissonanz, die dahingehend aufgelöst wurde, daß es sich hier um eine Fotomontage handeln müsse, und mit dieser Wahrheitsfindung ging man auch online. Die Fotos waren aber keineswegs gefälscht, und Watson und t-online haben inzwischen ausführliche Gegendarstellungen veröffentlicht (t-online, watson.de). Der RAF-Hitlergrüßer ist offenbar sogar schon identifiziert worden, ob er ganz zurechnungsfähig ist, scheint nicht klar zu sein, jedenfalls verkehrt er im rechtsextremen Umfeld.

    Die politischen Überzeugungen des RAF-Hitlergrüßers spielen hier aber keine Rolle und sind separat beurteilen. Entscheidend ist, daß einzelne Medien hier Nachrichten erfunden haben, die zu ihrer politischen Agenda passen. Der Fall ist besonders kraß, ist mMn aber nur die Spitze des Eisbergs. Genau die unseriöse Berichterstattung, die (zu Recht) den Breitbarts und Co. vorgeworfen wird, betreiben unsere sich seriös gebenden Medien analog mit umgekehrtem ideologischen Vorzeichen.

  • Für Jan Böhmermännchen war es auch schwer scheiße (seine Wortwahl, nicht meine), als Campino seine Sangesbübleinskunst der Hilfe in Afrika vor Ort zur Verfügung stellte.
    Schon komisch, oder?
    Wer’s auf YT anschauen will
    „Eier aus Stahl: Campino & Band Aid 30 – Do they know it’s Scheiße?“

    • Für den obsoleten Dauerlutscher habe ich gar kein Verständnis mehr, der ist unten durch:
      Soweit ich sein Interview vor der 60000-Dumpfbackenparty richtig verstanden habe, wurde er gefragt, ob er sich mit den Zuständen und Demontranten in Chemnitz aktiv auseinandersetzen, oder sonstwie reden wolle.
      Seine Antwort war about:
      „Nee, das sind alles Nazis, mit denen rede ich nicht!“.
      Das ist m.E. noch deutlich unter Gesterkampniveau, da ohne irgendeinen Anlass oder Begründungsversuch. Stumpfes Herunterbeten von Kampffloskeln, nach erwartet Vorgabe ( und vermutlich für satt Bezüge ).

  • „Für einen Montatsrückblick finde ich es besonders reizvoll, sich zu beschränken und entscheiden zu müssen – was war denn besonders? Daher möchte ich zusätzlich zu den Blog-Texten auch noch einen Text oder zwei weitere Texte vorstellen, die ich selbst besonders wichtig fand. “

    Ich denke auch, dies ist richtig und wichtig.
    Was die Medien spielen ist eine Variante von „security through obscurity“.

    Die Selbermachtage fallen im Grunde in genau die Falle.
    Ein rauschartiger Rauschzustand.

    Spaß macht’s trotzdem. 😉

  • Riding the Dark Horse

    „Am Lied von Rundle gefällt mir die Spannung zwischen der düsteren Grundstimmung und der Kraft, die es gleichwohl ausdrückt.“

    Eine fantastische Sängerin, super! Es gibt sie noch, neue tolle Musik.

    Ich versteh das Lied aber radikal anders. Rundles Neo-Gothik-Stück beschreibt den Ritt auf dem Pferd der Apokalyse, welches hier ausdrücklich schwarz ist. Ich denke das soll einen bewussten Gegensatz schaffen zum „bleichen Pferd“ der Offenbarung. Vermutlich ist das Pferd auch als Symbol für die USA oder genauer gesagt für die Besiedlung des Westens anzusehen, die ja ein allgegenwärtiger Mythos ist, symbolisiert durch das Pferd.

    Das ist also eine Begleitmusik zum bevorstehenen Untergang, eine weitere Trompete im anschwellenden Gesang des US amerikanischen „Widerstands“.

    Toll gemacht, aber nicht wirklich das, was mich jetzt aufbaut 🙂

    (Ich habe mir nur das Lied selbst angesehen, die Künstlerin und was sie sonst machte aber nicht)

  • Chemnitz war retrospektiv vielleicht der grosse Durchbruch für ein schon seit Jahrzehnten in der Entstehung gewesenes Narrativ, dass „die Deutschen“ im Grunde „alles Nazis“ sind und ersthaft dagegen vorgehen muss. Das gipfelte in mehr oder minder deutlich ausgedrückten Verdächtigungen von prominenten Politikern der Linken, Grünen und SPD, der Verfassungsschutz seien ein Agent des Neonazitums. Dieser in linken Kreisen seit RAF-Zeiten gezüchteten Verschwörungsheorie widersprach eigentlich niemand Bedeutendes. Damit scheint das Feld frei für einen hemmungsloseren Wettbewerb der linken Parteien, alle Probleme auf „Rechte“ abzuwälzen, auf die ungreifbare, dunkle und allmächtige Verschwörung im Hintergrund. Die Linke hat das Feld optimal und lange mit den irrational aufgeladenen Begrifflichkeiten „Neoliberalismus“, „Globalismus“, „Patriarchat“ und jetzt „Weisse“ zB aufgeladen, so dass eine massive Ausweitung dieser bislang ja auch erfolgreichen Strategie zu erwarten ist, mit der „Mehrheit“ als störrischem, reaktionären Sündenbock.

    Die AfD wird sicher davon nicht profitieren, weil viel zu vielen Leuten, die von „der Politik“ abgestossen sind, hier nichts anderes sehen als eine weitere Aufheizung der Lage. Aber egal wie klein die AfD ist, sie ist auch gar nicht wichtig — die Vorstellung der grossen rechts-reaktionären Verschwörung wird die gesamte Politik weit über die Linke hinaus einnehmen, als Selbstläufer. Deutschland hat auch viel nachzuholen, viele andere Länder sind viele Jahre in der „links-progressiven“ Politik voraus. Man liegt bestimmt falsch, wenn man jetzt britische Zustände 1:1 übertragen erwartet, sicher wird die Ausgestaltung der links-progressiven Bewegung ein deutsches Lokalkolorit haben. Einen wichtigen Unterschied kann man jetzt schon erkennen – während unter den progressiven Linken ungehemmter Antisemitismus sich breit macht, scheint man in Deutschland peinlichst bemüht, das unter den Tisch zu kehren. Sicherlich auch deshalb, weil man das für den Kampf gegen Rechts weiterhin gebrauchen möchte.

    Noch übler als die innenpolitische Lage scheint mir die internatonale Situation. Der Aussenminister hat klar gemacht, dass Deutschland sich voll auf Länder wie Türkei und Iran ausrichtet und die USA als zukunftsunfähig ansieht. Diese Neuausrichtung ist auch ursächlich in der Weltanschauung der Progressiven begründet und führt Deutschland schnell auf einen antiwestlichen Kurs.

    • Mittlerweile kann man wohl behaupten, dass die auffälligste „Hetzjagd“ von „Chemnitz“ gegen den VS-Chef Maassen ging. Oberhetzer Augstein:

      „Für den Chef einer auf Unauffälligkeit bedachten Behörde ist Maaßen ein ganz schön bunter – um nicht zu sagen: brauner – Hund.“

      http://www.spiegel.de/politik/deutschland/rechtsruck-in-deutschland-angela-merkels-regierung-tut-nichts-dagegen-a-1227366.html

      Ich kann mir gut vorstellen, dass Augstein die Abwertung „Hund“ benutzt hat, weil sie ein alter antisemitischer Hassbegriff der Araber gegen die Juden ist.
      Mit der „lahmen Ente Merkel“ will Augstein ausdrücken, dass das halbe Parlament schon aus Nazis besteht und Merkel daher so machtlos ist wie der US Präsident, der keinen Rückhalt im Parlament mehr hat und daher keine politische Gestaltungskraft mehr hat.

  • Ich sehe dieses Forum als ein riesige Bereicherung an, es nimmt mich intellektuell und emotional meist sehr mit, weil ich mich hier „mitgenommen“ fühle, anders als in unserer politischen und Zeitgeistlandschaft.
    Meinen herzlichen Dank an Lucas und alle Mitstreiter.
    Meine Betroffenheit rührt halt daher, weil ich, wie Lucas auch und andere, Don Alphonso glaube ich auch, traditionell SPD-nah war, aber diese Partei ist eher zum Fremdschämen („Dumpfbacken-Ralle“). Es ist bitter, den Niedergang einer fast hundertjährigen SPD-Familientradition zu erleben und damit quasi politisch „heimatlos“ zu werden. Für mich erscheint die momentane politische Entwicklung also auch eher als eine Linksflucht, verbunden mit absolut unterdurchschnittlichem Personal und Verlust des gesunden Menschenverstands, besonders was feministische Positionen bedeutet.
    Ich verstehe die Ossis (viel Verwandschaft, bin der einzige im Westen) und ich verstehe die Osteuropäer : Die sind noch empfindlich, totalitäre Strukturen wahrzunehmen, die können zwischen den Zeilen lesen und gehen bei empfundenen Ungerechtigkeiten und offensichtlichen Politikfehlern deutlich eher auf die Straße, als dass dies ein Westdeutscher tun würde. Und ich wäre wahrscheinlich spontan in Chemnitz mitgelaufen, als einer von vielen in diesem Video, die normal gekleidet und entspannt daran teilgenommen haben: alter weißer Mann. Über die Teilnahme von Neonazis wurde oben schon genug gesagt.
    Ich sehe hier in Medien und Politik zunehmend repressive Strukturen, auch von A. Merkel selbst, wenn sie eigenmächtig Diskurse beendet. Augstein scheint genauso zu denken, beide hätten auch gute Politkommissare abgegeben ….
    Da ich auch unterrichte, erschüttert mich die menschenfeindliche Art der Linken und der Regierung: Kommunikation zulassen und zuhören ist eine absolute Voraussetzung für jeden menschlichen Umgang. Die Ausgrenzung durch Feministinnen ist ja hier Dauerthema, das ist Verachtung des Mitmenschen und ganz viel Angst vor dessen Argumenten, wohlwissend, dass die eigenen Begründungen ziemlich schmalbrüstig daherkommen…
    Und Doppelstandards, ich als besorgter und verängstigter Bürger darf ständig getriggert werden, wo sind meine „safe spaces“? Analogieschlüsse können Schneeflocken und Linke nicht, sonst würde ihnen auffallen, dass auch Rechte Menschen sind…
    äh, bin ich denn wirklich rechts? Trau mich ja schon gar nicht mehr, das Wort zu verwenden, da es doch eigentlich rechtsextrem bedeutet, oder???? Aber wenn ich so weit rechts bin, bin ich dann nicht schon wieder fast links und könnte die Linke wählen. Dann wäre mit Frau Wagenknecht ja wieder alles in Ordnung. Aber ich habe gehört, die sei auch schon fast Nazi. Und das will ja im Westen keiner sein…
    das überlassen wir dann laut Presse doch lieber den Ostdeutschen…

    • Ein schöner Kommentar, danke dafür @Richard Dörmer

      @Lucas: Nichts für ungut – aber gibt es denn inzwischen Beweise, dass es Neonazis waren, die auf das jüdische Restaurant losgingen? Solche Probleme hatten wir bis 2015 eigentlich nicht, außer vielleicht bei Arabern, die die Juden ja hassen wie einen Pickel am Popo.

      Irgendwie macht das auf mich den Eindruck einer False-Flag-Aktion bzw. Zuschreibung durch die Medien, welche sich mal wieder bis auf die Knochen blamiert haben. Von Merkel und ihrem Megaphon Seibert will ich erst gar nicht anfangen …

      • Ok, jetzt wird es wohl politisch (und Alex wird mich weniger mögen!) 😉

        85%-90% aller antisemitischen Gewalttaten werden laut PKS noch immer von Rechtsextremen begangen.
        Das ist aber nicht das, was aus dem Staate Israel und verbündeter Pro-Israelis gerne gehört werden möchte.
        Die hätten nämlich gerne einen modernen Antisemitismus und damit meinen sie moderne Antisemiten, die idealerweise Linke und Araber sind.

        Linke, weil diese eine eher Israel kritische Haltung haben und Araber – nun, die wohnen rundum Israel.
        Es wäre politisch angebracht, wenn es gar keine politischen Gründe gäbe die Politik Israels zu hassen, sondern alles auf Judenhass zurückzuführen wäre.

        Die sehr, sehr gemeine Realität in Deutschland tut ihnen aber nicht diesen Gefallen. Deshalb müssen Einzelfälle, die das Gegenteil zeigen, auch besonders „medial gewürdigt“ werden.

        Ich kenne noch Schriften zum Antisemitismus bei Jugendlichen, wo mit der Lupe nach arabischen und türkischen Jugendlichen gesucht worden ist, nur um den real existierenden bei russisch stämmigen zu „übersehen“…
        Fast überflüssig zu erwähnen, wenn sich politische Jugendarbeit auf der Basis solcher „Studien“ entwickelt hat, adressiert es leider die falsche Zielgruppe.

        Das ist auch die Crux der feministischen Gewalt“forschung“; sie ist so durch die feministische Ideologie korrumpiert, dass alle daraus entstehenden Strategien notwendig wenig bis nichts bringen können.

        Wo wir bestimmt alle einer Meinung sein werden, die Chiffre „alter weißer Mann“ ist geradezu wie für Antisemiten geschrieben worden.

        • @crumar
          Richtig brutaler Antisemitismus ist in Frankreich, da gab es letztens wieder ein paar sehr grausame Fälle. Diese extremen Formen gehen von nordafrikanischen radikalen Moslems aus.
          In Europa gibt es ausserdem viel zu wenig Juden, als dass der moslemische Judenhass so auffällt, der ja eh mehr abstrahiert sich auf Israel bezieht und dann auch nicht zu konkreten körperlichen Angriffen führt! Noch weniger wird linker Antisemitismus dazu führen, denen fehlt einfach die Motivation konkrete Juden zu hauen oder Schlimmeres, die werden „nur“ beschimpft, aus Parteien gedrängt oder mit absurden Ideen belästigt, dass Hitler der beste Freund der Zionisten gewesen wäre und ähnlich.

          • @Alex

            Die Morde in Frankreich will ich gar nicht in Abrede stellen – aber sie geschahen im Kontext von Terroranschlägen, der mehr Nicht-Juden zum Opfer fielen als Juden.

            Zudem möchte ich darauf hinweisen, es gibt in den USA wesentlich mehr Juden, aber keine vergleichbaren Anschläge mit islamistischem Hintergrund (seit 2001).

            Zum politischen Debakel, das jetzt gerade abläuft kann man nur folgendes sagen: die israelische Regierung macht eine Zwei-Staaten-Lösung unmöglich.
            Hat aber keine Alternative anzubieten, denn die Ein-Staaten-Lösung würden faktisch Juden zur Minderheit in Israel werden lassen.

            Nach der Verabschiedung des „Nationalitätengesetzes“, das Israel als „den Nationalstaat für jüdische Menschen“ definiert, kann man sich doch an zwei Fingern einer Hand abzählen, worauf es hinausläuft.
            Wer 20% seiner eigenen Staatsbürger per Gesetz davon ausschließt Staatsbürger zu sein, hat – sehr höflich ausgedrückt – keinerlei demokratische Ambitionen.
            In welchem politischen Spektrum würde wohl in D eine Politik verortet werden, die formuliert, Deutschland sei das Land der per Abstammung deutschen Menschen?

            Es ist also naheliegend, dass der ganz, ganz, ganz neue Antisemitismus eine Reaktion auf diese skandalöse Politik und den daraus hervorgehenden Imageschaden für Israel ist.

            Der Antisemitismus-Vorwurf ist inzwischen hauptsächlich ein Instrument, sich gegenüber gerechtfertigter Kritik zu immunisieren.
            Zudem sieht man bei ähnlich gelagerten Vorwürfen, die inflationär und ohne Belege verwendet werden – wie „Rassist“ oder „Nazi“ – dass diese verschleißen und immer weniger Wirkung zeigen.

            Dass der antideutsche BAK Shalom in der Linken nicht so gut ankam, hängt mit dessen possierlichen Ansichten zusammen.
            So was wie „Sauerkraut, Kartoffelbrei – Bomber Harris, Feuer frei!“ (Julia Schramm) ist antideutsches Denken in Höchstform.

            Auch die absurde Idee, dass man Banken nicht kritisieren dürfe, weil das eine verkürzte Kapitalismuskritik sei und an rechte Ideologie andocke, die Juden eine beherrschende Stellung in dieser Branche andichtete.
            Absurd, weil man damit nicht nur den Rechten recht gibt, sondern selbst Begriffen wie „Finanzkapital“ unterstellt antisemitisch zu sein.

            Dass man solche Spinner nicht unbedingt in einer linken Partei haben will, halte ich für nachvollziehbar.

          • @ Crumar:
            „Der Antisemitismus-Vorwurf ist inzwischen hauptsächlich ein Instrument, sich gegenüber gerechtfertigter Kritik zu immunisieren.“

            Mein „Lieblings“-Beispiel:
            2012 verbreiteten jüdisch-rechtsradikale Oberspinner ( die z.T. extra dafür aus Israel herangekarrt wurden ) das Mantra ( sinngemäß zusammengefasst, OHNE Übersptzung, das haben die wirklich so gesagt ):
            Wer die UNkrk in D. in der Praxis umsetzen wolle, wäre aktiver Antisemit, der alle Juden aus D. vertreiben, resp. sogar einen ( ganz realen ) neuen Holocaust inszenieren wolle ( und damit quasi auch schon würde ).

            Und das GWI der HBS der Grünlichen stellte dafür untertänigst seinen Blog zur Verfügung und deaktivierte die Kommentarfunktion ….

            Was mich daran heute noch irritiert ist, daß hier lebende und als relativ vernünftig geltende jüdische Leute – sagen wir mal bspw. Ilja Richter ) dazu nicht einen Ton gesagt haben ( was nicht unbedingt an diesen Leuten gelegen haben muß, aber ) ….

          • @crumar
            „Die Morde in Frankreich will ich gar nicht in Abrede stellen – aber sie geschahen im Kontext von Terroranschlägen“

            Daran hatte ich gar nicht gedacht, sondern an zwei gewisse Einzelfälle, über deren Bestialität man sich hier ein Bild machen kann:

            http://www.matthiaskuentzel.de/contents/in-deutschland-ignoriert-das-franzoesische-manifest-gegen-islamischen-antisemitismus

            „… neue Antisemitismus eine Reaktion auf diese skandalöse Politik und den daraus hervorgehenden Imageschaden für Israel ist.“

            Die historisch-ideologische Herleitung aus Kommunismus, Antiimperialismus, dem Postkolonialismus von Said, dem Geschichtsrevisionismus mancher israelischer Historiker, scheint mir da aus- und hinreichend. Zumal dein Argument regelmässig zur Deckung des kommunistischen Antisemitismus benutzt wird.

            „So was wie „Sauerkraut, Kartoffelbrei – Bomber Harris, Feuer frei!“ (Julia Schramm) ist antideutsches Denken in Höchstform.“

            Mir kommt es eher wie eine Zersetzung dieser Strömung vor, ganz nach dem bewährten SJW-Rezept. Mal so als Aussenstehender gemeint.

            „Auch die absurde Idee, dass man Banken nicht kritisieren dürfe, weil das eine verkürzte Kapitalismuskritik sei und an rechte Ideologie andocke …“

            So einen bullshit gibt es natürlich auch und gar nicht so selten. Sollte man sich auch nicht von beeindrucken lassen. Für mich ist das die übliche Demagogie der Grabenkämpfe, die ganz gerne unter Kommis wütet.

            „selbst Begriffen wie „Finanzkapital“ unterstellt antisemitisch zu sein“

            Sie sind es (in Abhängigkeit der Verwendung), aber ob es auch so gemeint ist, ist nochmal ein anderes Problem.

            Wenn man sich erst mal mit dem Phänomen Antisemitismus beschäftigt, dann stellt man irgendwann mal fest, dass es eine ausgefuchste Gegenpropaganda gegen die Antisemitismus-Bekämpfer gibt und sogar eine Art Rüstungsspirale. Manchmal ist es gar nicht leicht zu verstehen, wie etwas wirklich gemeint ist.

          • @Alex

            Aus dem Text von Küntzel die Passage, die er zitiert, der ich ausdrücklich zustimme:

            „Als Konsequenz fordern wir, dass die Verse des Koran, die zur Ermordung und zur Bestrafung der Juden, der Christen und der Ungläubigen aufrufen, von den theologischen Autoritäten für obsolet erklärt werden – so wie die Widersprüche der Bibel und des katholischen Antisemitismus durch das Zweite Vatikanische Konzil aufgehoben wurden – damit sich kein Gläubiger auf einen heiligen Text berufen kann, um ein Verbrechen zu begehen.“

            Was klammheimlich heißt, kein religiöser Text steht über oder lässt sich rechtfertigen gegen die universellen Menschenrechte.

            „Zumal dein Argument regelmässig zur Deckung des kommunistischen Antisemitismus benutzt wird.“

            Das ist aber genau der Punkt, Alex.
            Der Vorwurf des „kommunistischen Antisemitismus“ und damit meinst du natürlich den stalinistischen Antisemitismus war „Kosmopolitismus“.
            Damit wurde aber bereits gesetzt die Vermutung, für den Stalinschen russischen Nationalismus nicht zur Verfügung zu stehen.

            Und – stell dir meine Überraschung vor! – das neue Kosmopolitismus der Rechten heißt heute Globalismus und die Hauptschuldigen heißen bspw. Soros.
            Der natürlich rein zufällig ein Jude ist.

            Und jetzt rate mal, in welches politische Spektrum ich Stalin und Orban sortiere.

          • @ crumar, Fiete „Der Antisemitismus-Vorwurf ist inzwischen hauptsächlich ein Instrument, sich gegenüber gerechtfertigter Kritik zu immunisieren.“ Da liegt Ihr daneben.

            Natürlich kann der Vorwurf des Antisemitismus als Immunisierung benutzt werden, z.B. gegenüber Menschen, die auch bei Jungen die Beschneidung kritisieren. Dass aber etwas instrumentalisiert werden kann, bedeutet doch nicht, dass es nicht da ist. (Auf der ganz anderen Seite instrumentalisieren Nazis die Toten von Chemnitz und Köthen – aber nur, weil sie instrumentalisiert werden, sind diese Menschen doch nicht weniger tot.)

            Die Antideutschen haben – wie viele Bewegungen, die schließlich ins Sektenhafte und Spinnerte abgleiten – grundsätzlich einen guten und wichtigen Punkt gehabt: Sie haben nämlich konsequent dem alten Zwerenz-Dekret widersprochen, dass es einen linken Antisemitismus nicht gäbe. Wie falsch dieses Dekret war, merkt jeder, der die Fixierung mancher „Linker“ auf „Israelkritik“ bemerkt, oder der mitbekommt, wie viel Unterstützung die BDS-Nazis von Linken bekommen.

            Andersherum wird es richtig: Die Behauptung, Antisemitismus sei nichts als ein Totschlagargument im Diskurs, ist selbst ein Instrument der Immunisierung. Kaum sagt man mal, dass Israel kein Existenzrecht habe, schön werde man als Antisemit verleumdet…Keule!!11!

            Während dieses Instrument lange dazu diente, den Anteil linker am Judenhass zu verbergen, wird es heute auch dazu benutzt, einige Probleme der muslimischen Zuwanderung kleinzureden. Der Präsident der deutschen Makkabi-Vereine sagt z.B. gerade, „dass die Judenfeindlichkeit schon lange nicht mehr von rechtsgerichteten Gruppierungen komme, sondern verstärkt von Gegnern mit muslimisch-arabischem Hintergrund“.
            http://www.spiegel.de/sport/fussball/makkabi-vereine-beklagen-antisemitismus-von-arabischen-migranten-a-1226658.html

            Wenn Statistiken hauptsächlich „Rechte“ für antisemitische Übergriffe verantwortlich machen, dann auch deswegen, weil solche Übergriffe traditionell als „rechts“ eingeordnet werden.

            Der muslimische Judenhass kann aber natürlich keine Entschuldigung sein, den traditionellen europäischen Antisemitismus oder den Israelhass der Linken kleinzureden. Deshalb hat die AfD ja auch unrecht, wenn sie sich als Schutzmacht der Juden darstellen will – der Feind eines Feindes ist eben immer noch kein Freund.

            Gerade weil es aber auch einen deutschen und europäischen Judenhass gibt, hat es der muslimische leichter. Die Schnittmenge ist meist die Aggression gegen Israel. Genau in dieser Schnittmenge agieren z.B. Kollegah, konvertierter Moslem, oder Bushido, in Deutschland geborener Moslem.

            Kollegah erzählt in seinem Lied „Apokalypse“ von einem Endkampf des Guten gegen das Böse, der natürlich in Jerusalem ausgetragen wird (die Guten kommen natürlich aus dem Osten, dem palästinensichen Teil) und in dem der Endgegner ein Banker ist, der die Fäden zieht. Am Ende ist die Welt friedlich, alle Religionen arbeiten in Harmonie zusammen – die Juden fehlen.

            Bushido hatte als Bild auf seinem Twitter-Account lange eine Karte von „Palästina“, von der Israel verschwunden war – was nur mit einem Genozid zu bewerkstelligen wäre.

            Das verbindet muslimische Israel- und Judenfeindlichkeit z.B. mit dem Antisemitismus der BDS-Gruppen, die selbst ja überhaupt nicht muslimisch sind (ihre Mitstreiter sehen eher aus wie Besucher evangelischer Kirchentage).

            Besonders auffällig ist in der Linken, weit über direkten Antisemitismus hinaus, die Bereitschaft zum Doppeldenk, sobald es um Israel geht. Wer Israel als „Apartheid“-Staat hinstellt, sieht i.d.R. zugleich völlig selbstverständlich darüber hinweg, dass die arabischen Staaten sich in den vergangenen Jahrzehnten durch organisierte Vertreibungen judenfrei gemacht haben – dabei sind jahrtausendealte jüdische Gemeinden verschwunden.

            Netanjahus Nationalstaatgesetz, @ crumar, wird immerhin in Israel und von Juden weltweit scharf kritisiert. Ich kann mich nicht erinnern, aus den arabischen Staaten oder von Muslimen weltweit jemals irgendeine Kritik an den ethnischen Säuberungen gegen Juden vernommen zu haben.

            Im Unterschied zu den umgebenden Staaten ist Israel eben, bei allen Korruptionsvorwürfen an die Regierung, grundsätzlich eine Demokratie. Seltsamerweise spielt das für linke Freunde des arabischen Widerstands meist überhaupt keine Rolle.

            Die Zweistaatenlösung hätten Palästinenser zudem längst haben können, wenn sie es denn nur gewollt hätten. Wollten die palästinensischen Führer aber nie – weil das ja die Anerkennung Israels bedeuten würde. Werden sie auch nie wollen.

            Es gibt einen heftigen Antisemitismus in Deutschland, und in Frankreich einen so massiven, dass immer mehr Juden das Land verlassen und nach Israel ziehen.

            Diesen Antisemitismus aber gibt es natürlich nicht bei allen Muslimen, auch nicht bei allen nichtjüdischen Deutschen – aber doch so akut, dass es kaum jüdische Einrichtungen gibt, die nicht polizeilich geschützt werden müssen. Das gilt auch für jüdische Schulen, von denen meines Wissens überhaupt keine in Deutschland ohne Polizeischutz auskommt.

            Das wiederum ist nicht nur eine Staffage, um den Eindruck des Antisemitismus frisch zu halten, damit die Menschen nicht vergessen, was das war – das ist unglücklicherweise heutiger Alltag.

          • „Die Antideutschen haben – wie viele Bewegungen, die schließlich ins Sektenhafte und Spinnerte abgleiten – grundsätzlich einen guten und wichtigen Punkt gehabt: Sie haben nämlich konsequent dem alten Zwerenz-Dekret widersprochen, dass es einen linken Antisemitismus nicht gäbe. Wie falsch dieses Dekret war, merkt jeder, der die Fixierung mancher „Linker“ auf „Israelkritik“ bemerkt, oder der mitbekommt, wie viel Unterstützung die BDS-Nazis von Linken bekommen.“

            Und an dem Punkt sind wir bei DIR.
            Welches RECHT nimmst du dir heraus zu behaupten es gäbe „BDS-Nazis„?
            Es ist eine Sache zu sagen – getreu Norman Finkelstein (!) – BDS wäre ein „cult“, eine andere hingegen, diese wären „Nazi“.
            DU eröffnest diesen Vergleich und WARUM soll ich eigentlich nicht alle anderen als SOZIALFASCHISTEN titulieren dürfen?

            Ich habe – mehrfach – die Theorie des Genossen Schleifstein in die Runde gepostet, der meinte, die Theorie deS Sozialfaschismus sei falsch.
            Ich habe nie eine Antwort erhalten.

          • @Lucas

            Ich merke einfach, ich bin schon viel zu lange dabei, also mit dem Israel-Palästina Konflikt beschäftigt.
            Du kannst mein Brast auf bestimmte Reizworte bestimmt nicht nachvollziehen.

            Noch einmal – vielleicht besser in mehreren Teilen:

            „Natürlich kann der Vorwurf des Antisemitismus als Immunisierung benutzt werden, z.B. gegenüber Menschen, die auch bei Jungen die Beschneidung kritisieren. Dass aber etwas instrumentalisiert werden kann, bedeutet doch nicht, dass es nicht da ist.“
            Die Frage ist, ob man die Realität anerkennt oder einen „modernen Antisemitismus“ erfinden möchte, in dem bspw. in jedem Menschenrechtler der sich gegen Beschneidung ausspricht ein Antisemit verbirgt.
            „Die Antideutschen haben – wie viele Bewegungen, die schließlich ins Sektenhafte und Spinnerte abgleiten – grundsätzlich einen guten und wichtigen Punkt gehabt: Sie haben nämlich konsequent dem alten Zwerenz-Dekret widersprochen, dass es einen linken Antisemitismus nicht gäbe. Wie falsch dieses Dekret war, merkt jeder, der die Fixierung mancher „Linker“ auf „Israelkritik“ bemerkt, oder der mitbekommt, wie viel Unterstützung die BDS-Nazis von Linken bekommen.“
            Wenn wir die antideutsche Bewegung auf die 90er Jahre datieren, ist unverkennbar, sie hat jede Produktivität zum Ende des letzten Jahrtausends verloren. Die Abrechnung in Gestalt der Kurzschen „Die Antideutsche Ideologie: Vom Antifaschismus zum Krisenimperialismus: Kritik des neuesten linksdeutschen Sektenwesens in seinen theoretischen Propheten“ erschien 2003.
            Schauen wir doch mal auf das Jahr 2003: 1344 antisemitische Straftaten, davon PMK Links 6 , antisemitische Gewalttaten 46, PMK Links 0. Wo genau hat sich der Antisemitismus der Linken in den antisemitischen Straf- und Gewalttaten denn gespiegelt?
            Zu den Anfeindungen gegen BDS hat Susann Witt-Stahl bereits 2011 geschrieben: „In einer demagogischen Überdehnung des Antisemitismusbegriffs übten sich vor einigen Monaten auch rund 170 Realos von der Linkspartei, die gegen die internationale Kampagne „Boykott, Divestment and Sanctions“ (BDS) vorgingen. BDS fordert von der israelischen Regierung die Anerkennung und Exekutierung Internationalen Rechts und universeller Menschenrechte für die Palästinenser. Der Aufruf zum wirtschaftlichen Boykott Israels schüre „antisemitische Vorurteile“ und „knüpft an die NS-Parole ,Kauft nicht bei Juden’ an“ – so werden in einem Begleittext einer von „antideutschen“ und anderen Mitgliedern des rechten Flügels der Linken initiierten Unterschriftenaktion gegen BDS gleichzeitig Nazi-Verbrechen verharmlost und Judentum mit Israel gleichgesetzt.
            Signifikant für die größtenteils objektiv entstandene, teils aktiv geschmiedete „neue Front“ ist nicht allein eine antiaufklärerische, die politische Realität vernebelnde Vergleichs- und Gleichsetzungspraxis (der sich ab und zu auch linke Israelkritiker bedienen). Ihr ideologischer Kitt sind auch Begriffsassoziationen, deren Quintessenz ein manichäisches Gleichungspaar bilden: Judentum = Israel = westliche Zivilisation = Kapitalismus = War on Terror = das Gute und Islam = arabische Welt = Barbarei = Antikapitalismus = linke Friedensbewegung = das Böse.
            Seine Anwender stehen in ständigem Wettstreit, wenn es um die originellste Wort- und Phrasenschöpfung geht, durch die Nazis mit Linken oder Linke mit Muslimen oder Nazis mit Muslimen identifiziert – oder alle drei in einen Topf geworfen werden.“ https://www.hintergrund.de/feuilleton/zeitfragen/sieg-oder-holocaust/

          • Teil 2

            „Andersherum wird es richtig: Die Behauptung, Antisemitismus sei nichts als ein Totschlagargument im Diskurs, ist selbst ein Instrument der Immunisierung. Kaum sagt man mal, dass Israel kein Existenzrecht habe, schön werde man als Antisemit verleumdet…Keule!!11!“
            Da liegst du falsch. Die Frage „right to exist“ wurde bereits seitens der israelischen Regierung so umgedeutet, dass dieses Recht sich auf alle besetzten (!) Gebiete bezieht. Wenn in den basic laws steht „The complete and united Jerusalem is the capital of Israel.“, dann ist das „Existenzrecht“, widerspricht aber dem internationalen Recht, wonach es sich bei Ost-Jerusalem um „occupied palestinian territory“ handelt.
            D.h. die Frage des „Existenzrechts“ ist kein Totschlagargument, sondern Waffe in der Propaganda.
            „Während dieses Instrument lange dazu diente, den Anteil linker am Judenhass zu verbergen, wird es heute auch dazu benutzt, einige Probleme der muslimischen Zuwanderung kleinzureden. Der Präsident der deutschen Makkabi-Vereine sagt z.B. gerade, „dass die Judenfeindlichkeit schon lange nicht mehr von rechtsgerichteten Gruppierungen komme, sondern verstärkt von Gegnern mit muslimisch-arabischem Hintergrund“.
            http://www.spiegel.de/sport/fussball/makkabi-vereine-beklagen-antisemitismus-von-arabischen-migranten-a-1226658.html
            Wenn Statistiken hauptsächlich „Rechte“ für antisemitische Übergriffe verantwortlich machen, dann auch deswegen, weil solche Übergriffe traditionell als „rechts“ eingeordnet werden.“
            Das ließe sich nur klären, wenn es eine „PMK Muslime“ gäbe, die gibt es aber nicht, sondern eine PMK AUSLÄNDER.
            Die SPON-Formulierung natürlich Sahne: „Meyer sagt weiter, dass die Judenfeindlichkeit schon lange nicht mehr von rechtsgerichteten Gruppierungen komme, sondern verstärkt von Gegnern mit muslimisch-arabischem Hintergrund, „die uns im Sport anfeinden“.
            „Schon lange nicht mehr“, aber „sondern verstärkt“ – da ist ihm dann doch ein wenig mulmig geworden.
            „Der muslimische Judenhass kann aber natürlich keine Entschuldigung sein, den traditionellen europäischen Antisemitismus oder den Israelhass der Linken kleinzureden. Deshalb hat die AfD ja auch unrecht, wenn sie sich als Schutzmacht der Juden darstellen will – der Feind eines Feindes ist eben immer noch kein Freund.“
            Schau an, es gibt nur noch „traditionellen“, den „Israelhass der Linken“ und den „muslimischen Judenhass“. Wo sind die Nazis bloß geblieben? Zum Glück wissen wir, „die Judenfeindlichkeit (kommt) schon lange nicht mehr von rechtsgerichteten Gruppierungen.“
            „Gerade weil es aber auch einen deutschen und europäischen Judenhass gibt, hat es der muslimische leichter.“
            Diesen Vorwurf finde ich unangemessen, weil darin mitschwingt, es hätte es in der arabischen Welt Konzentrationslager gegeben. Es wurden die europäischen Juden vernichtet, nicht die in arabischen Ländern lebenden.

          • Teil 3

            „Die Schnittmenge ist meist die Aggression gegen Israel. Genau in dieser Schnittmenge agieren z.B. Kollegah, konvertierter Moslem, oder Bushido, in Deutschland geborener Moslem.
            Kollegah erzählt in seinem Lied „Apokalypse“ von einem Endkampf des Guten gegen das Böse, der natürlich in Jerusalem ausgetragen wird (die Guten kommen natürlich aus dem Osten, dem palästinensichen Teil) und in dem der Endgegner ein Banker ist, der die Fäden zieht. Am Ende ist die Welt friedlich, alle Religionen arbeiten in Harmonie zusammen – die Juden fehlen.
            Bushido hatte als Bild auf seinem Twitter-Account lange eine Karte von „Palästina“, von der Israel verschwunden war – was nur mit einem Genozid zu bewerkstelligen wäre.“
            Ist dir klar, dass er damit 1 zu 1 das Weltbild der evangelikalen Christen in den USA schildert? Inklusive Armageddon. Haaretz dazu: „The U.S. evangelical community is in raptures over Trump’s decision to declare Jerusalem the capital of Israel, believing it moves the world closer to Armageddon.“ Juhu!
            Die übrigens der bei weitem größte Kooperationspartner von AIPAC sind. Weil die Leitung von AIPAC konservativ ist, für die konservative Politik aber leider nicht mit den Juden in den USA rechnen kann, die mehrheitlich liberal sind. Also besorgt man sich eben konservative Verbündete unter Nicht-Juden. So einfach geht Machtpolitik.
            „Besonders auffällig ist in der Linken, weit über direkten Antisemitismus hinaus, die Bereitschaft zum Doppeldenk, sobald es um Israel geht. Wer Israel als „Apartheid“-Staat hinstellt, sieht i.d.R. zugleich völlig selbstverständlich darüber hinweg, dass die arabischen Staaten sich in den vergangenen Jahrzehnten durch organisierte Vertreibungen judenfrei gemacht haben – dabei sind jahrtausendealte jüdische Gemeinden verschwunden.“
            Die Vertreibungen setzte ein nach – oh warte mal – dem israelisch-arabischen Krieg von 1947-49. Und wo wurde nicht vertrieben? Im Iran. Hat es dem israelischen Doppeldenk geschadet? Nicht wirklich.
            Angesichts der Tatsache, dass sich die Süd-Afrikaner sehr beeindruckt zeigten vom israelischen checkpoint system, das die Bewegungsfreiheit der Palästinenser einschränkte und das diese daher kopierten. Lieferten die „israelischen Freunde“ Abermilliarden an Waffenexporten und trugen dazu bei, eben dieses Regime der Apartheid zu stützen.
            Kann man alles nachlesen: Sasha Polakow-Suransky – Brothers in Arms.
            „Im Unterschied zu den umgebenden Staaten ist Israel eben, bei allen Korruptionsvorwürfen an die Regierung, grundsätzlich eine Demokratie. Seltsamerweise spielt das für linke Freunde des arabischen Widerstands meist überhaupt keine Rolle.“
            Man kann von einer Demokratie nicht reden, wenn 20% der eigenen Bevölkerung mal eben klar gemacht wird, das sie nicht zum Staatsvolk gehören-
            „Die Zweistaatenlösung hätten Palästinenser zudem längst haben können, wenn sie es denn nur gewollt hätten. Wollten die palästinensischen Führer aber nie – weil das ja die Anerkennung Israels bedeuten würde. Werden sie auch nie wollen.“
            „The PLO recognizes the right of the State of Israel to exist in peace and security.“ Yasser Arafat September 9, 1993. https://en.wikipedia.org/wiki/Israel–Palestine_Liberation_Organization_letters_of_recognition
            Lucas, du wiederholst Propaganda.

          • Teil 4

            „Es gibt einen heftigen Antisemitismus in Deutschland, und in Frankreich einen so massiven, dass immer mehr Juden das Land verlassen und nach Israel ziehen.“
            „In 2015, a total of 7,835 French Jews moved to Israel. This dropped to about 5,200 in 2016 and 3,500 in 2017.“ – von geschätzt 200.000. „Over 10% of the French Jewish community has emigrated to Israel between 2000 and 2017.“ Klingt nach Massenflucht.
            https://en.wikipedia.org/wiki/French_Jews_in_Israel
            „Diesen Antisemitismus aber gibt es natürlich nicht bei allen Muslimen, auch nicht bei allen nichtjüdischen Deutschen – aber doch so akut, dass es kaum jüdische Einrichtungen gibt, die nicht polizeilich geschützt werden müssen. Das gilt auch für jüdische Schulen, von denen meines Wissens überhaupt keine in Deutschland ohne Polizeischutz auskommt.“
            Aber dominant nicht geschützt vor radikalen Linken oder fanatischen Muslimen, sondern vor den ganz normalen Nazis, die es – wir erinnern uns – eigentlich gar nicht mehr gibt.

            Das ist der Geburtsfehler des „modernen Antisemitismus“. Wo kommen bloß die vielen Nazis her???

          • @ crumar

            Ich habe – mehrfach – die Theorie des Genossen Schleifstein in die Runde gepostet, der meinte, die Theorie deS Sozialfaschismus sei falsch.

            Die Sozialfaschismustheorie verfolgte den Zweck, die Kollektivierung der sowjetischen Landwirtschaft ideologisch zu untermauern und damit voran zu treiben. Es gab damals ziemlich grossen Widerstand der Bauern gegen die Kollektivierung. Mit der Sozialfaschismustheorie wurde der Widerstand als faschistischer Widerstand qualifiziert. Ich weiss aber nicht wirklich, was Du, Crumar, mit dem Verweis auf die SFT sagen willst. Ich kann in ihr nichts weiter als stalinistische Propaganda gegen den Widerstand der Kollektivierung der Landwirtschaft in der Sowjetunion der späten 20-er Jahre erkennen.

            @ Lucas

            Natürlich kann der Vorwurf des Antisemitismus als Immunisierung benutzt werden, z.B. gegenüber Menschen, die auch bei Jungen die Beschneidung kritisieren.

            Genau dieser Vorwurf wurde gegen mich erhoben, weil ich mich gegen die Beschneidung auch von Jungen aussprach.

            Ich finde den Vorwurf des Antisemitismus, eigentlich Judenhass, immer wieder erstaunlich, weil ich als Europäer den Juden kulturell näher stehe als den Arabern, insbesondere den Palästinensern, wenn ich mal die streng orthodoxen Juden ausklammere. Wenn ich denn einen bias habe, dann doch eher zu Gunsten der Juden in Israel.
            Schauen wir uns doch mal die besetzten Gebiete, insbesondere das Westjordanland an. Ist es israelisches Staatsgebiet? Offiziell ist es das nicht, aber es werden Siedlungen errichtet, die israelischem Recht unterstellt sind. Wenn es aber israelisches Staatsgebiet sein soll, welchen Status haben dann diejenigen Araber, die dort leben und deren Eltern und Grosseltern u.s.w. auch schon auf dem Gebiet des Westjordanlandes lebten? Es kann doch kein Zweifel daran bestehen, dass diese Menschen ein Recht haben dort zu leben, egal, ob es mal britisches Mandatsgebiet oder Teil des osmanischen Reiches war. Die Konsequenz wäre somit, dass diesen Arabern das israelische Bürgerrecht verliehen würde. Das aber geschieht nicht und das lässt sich bei aller Sympathie für Israel nicht rechtfertigen.

          • @Pjotr
            „lässt sich bei aller Sympathie für Israel nicht rechtfertigen“

            Das Westjordanland ist kein israelisches Staatsgebiet und daher hat Israel auch kein Recht, noch die Pflicht, Menschen die da leben die Staatsangehörigkeit zu verleihen.
            Wenn Israel das täte, würde die halbe Welt mit dem Vorwurf der Annexion durchdrehen.
            Die gleichen Leute dann aber werfen Israel vor, diese Menschen als „Menschen 2. Klasse“ anzusehen, weil sie keine Staatsbürgerschaft bekommen würden, was ja ein Beweis für Apartheit, Rassismus blahblah, wäre.
            Diese kasse Bigotterie ist regelmässig in allen Angelegenheiten anzutreffen, die Israel und „Palästina“ betreffen und werden weithin geglaubt, da sie seit Ewigkeiten von den „Qualitätsmedien“ verbreitet wurden, als diese noch als solche allgemein anerkannt waren.

            Ein zweites solches Beispiel hat @crumar oben erwähnt:

            „Die Frage „right to exist“ wurde bereits seitens der israelischen Regierung so umgedeutet, dass dieses Recht sich auf alle besetzten (!) Gebiete bezieht. Wenn in den basic laws steht „The complete and united Jerusalem is the capital of Israel.“, dann ist das „Existenzrecht“, widerspricht aber dem internationalen Recht, wonach es sich bei Ost-Jerusalem um „occupied palestinian territory“ handelt.“

            „palestinian“ bezieht sich hier auf „Palästina“ im Sinne des britischen Mandatsgebiets, auf nichts weiter. Das bedeutet nicht, dass es den Palästinensern von heute gehört hätte. Der Status von Jerusalem ist durch Krieg entstanden und die Israelis sehen Jerusalem als ihre Hauptstadt, schlicht, weil das bis zu den Römern so war. Es handelt sich also um einen Territorialanspruch – und nicht um eine Frage des „Existenzrechts“, zu der du das hier machen willst.
            Und wenn das mit dem jüdischen Anspruch auf Israel überhaupt Sinn machen soll, dann nur mit Jerusalem als Hauptstadt, das ist doch so wie das Amen in der Kirche, nein noch viel mehr so. Es steht auch absolut gar nichts gegen diesen Anspruch.

            Und, @crumar, noch zu dem hier, wegen meinen posts um „das schwarze Pferd“. Bezieht sich auf die Schilderungen @Lukas mit Kollegah (wusste ich nicht, übrigens!):

            „Ist dir klar, dass er damit 1 zu 1 das Weltbild der evangelikalen Christen in den USA schildert? Inklusive Armageddon. Haaretz dazu: „The U.S. evangelical community is in raptures over Trump’s decision to declare Jerusalem the capital of Israel, believing it moves the world closer to Armageddon.“ Juhu!“

            Der entscheidene Unterschied ist der, dass Bushido dieses Resultat einfach nur will, weil er Israel hasst. Die anderen erwarten das als Teil einer irren Eschatologie, in der sie aber eine rein passive Rolle spielen. Man kann das also nicht so gegeneinander aufrechnen, aber das macht die ober-anti-Israel Zeitung Haaretz natürlich mit Gusto.

          • Das Westjordanland ist kein israelisches Staatsgebiet und daher hat Israel auch kein Recht, noch die Pflicht, Menschen die da leben die Staatsangehörigkeit zu verleihen.

            Entweder ist es israelisches Staatsgebiet oder eben nicht. Wenn es aber kein israelisches Staatsgebiet ist, was offiziell Stand der Dinge ist, dann sind die Siedlungen, die israelischem Recht unterstellt sind, illegale Landnahmen.
            Was also soll mit der Besiedelung des Westjordanlandes erreicht werden? Eine Verdrängung der arabischen Bevölkerung?

            „palestinian“ bezieht sich hier auf „Palästina“ im Sinne des britischen Mandatsgebiets, auf nichts weiter. Das bedeutet nicht, dass es den Palästinensern von heute gehört hätte.

            Wie ich bereits festgestellt hatte, kann den Arabern, die dort leben und deren Eltern und Grosseltern bereits dort lebten ja wohl kaum ihr Recht abgesprochen werden, auch dort zu leben. Das ist entscheidend.

          • @Pjotr
            „dann sind die Siedlungen, die israelischem Recht unterstellt sind, illegale Landnahmen.“

            Genausowenig wie die Siedlungen der Araber dort.

            „Wie ich bereits festgestellt hatte, kann den Arabern, die dort leben und deren Eltern und Grosseltern bereits dort lebten ja wohl kaum ihr Recht abgesprochen werden, auch dort zu leben. Das ist entscheidend.“

            Übrigens gibt es die „zwei-Staaten-Lösung“ längst, das arabische Palästina heisst Jordanien.
            Palästina sollte in einen arabischen und in einen jüdischen Teil geteilt werden, dies geschah auch. Doch weil die Araber gar kein Israel anerkennen wollten kam es zu Krieg, als Folge dessen Israel nunmehr die Kontrolle über die „umstrittenen Gebiete“ hat, die no-mans-Land sind.

            Doch die Antisemiten der Welt lassen nicht locker, Israel zu bekämpfen, mit den „Palästinensern“.

            Die story ist unglaublich einfach. Die Leute wollen das bloss nicht sehen, weil es so ungeheuerlich schrecklich ist.

            Und es ist diese Verleugnug, die die Ursache für die ganze Krise des Westens seit 9/11 mit dem aus dem Ruder laufenden Progressivismus ist und der sich auf den Islam als der neuen Erlösungsreligion der säkularen Progressiven fokussiert.

          • Genausowenig wie die Siedlungen der Araber dort.

            Also bist du, konsequent und konsistent in deinen Argumentationen, einverstanden, wenn sich arabische Clans hier ganze Landstriche unter den Nagel reissen und sie den etwas länger hier Lebenden den Zugang verweigern? Für den Teilungsplan sollte man noch einen Namen finden, aber das sollte kein Problem sein. Es kann ja gemäss deiner Argumentation kein Recht auf irgendwas abgeleitet werden, nur weil deine Vorfahren seit hunderten Jahren hier ansässig sind.
            🙂

          • @Alex

            „Das Westjordanland ist kein israelisches Staatsgebiet und daher hat Israel auch kein Recht, noch die Pflicht, Menschen die da leben die Staatsangehörigkeit zu verleihen.“

            Über 20% der Bevölkerung Israels, die gleichwohl israelische Staatsbürger sind, sind keine Juden

            Damit hat sich „jüdisch und demokratisch“ dazu entschieden auf demokratisch zu verzichten.

            So einfach ist das.

            Wer die Ereignisse im Kontext betrachtet, kann unmöglich zu einem anderen Schluss gelangen.

          • @Alex

            Ich verstehe deine Sympathien für Israel durchaus, weil ich sie teile, nur macht deine Argumentation in weiten Teilen keinen Sinn:

            „palestinian“ bezieht sich hier auf „Palästina“ im Sinne des britischen Mandatsgebiets, auf nichts weiter. Das bedeutet nicht, dass es den Palästinensern von heute gehört hätte.“

            Den Juden von heute aber auch nicht. Das heutige Israel basiert auf einem UN-Teilungsplan des britischen Mandatsgebiets. Davor gehörte Israel – erworben – ein winzige Menge des so verteilten Landes.

            „Der Status von Jerusalem ist durch Krieg entstanden und die Israelis sehen Jerusalem als ihre Hauptstadt, schlicht, weil das bis zu den Römern so war.“

            Und nach dem Jahr 70 unserer Zeitrechnung nicht mehr. Oder anders herum zwischen 70 und 1948 konnten Juden prima damit leben, keine Hauptstadt Jerusalem zu haben.

            „Es handelt sich also um einen Territorialanspruch – und nicht um eine Frage des „Existenzrechts“, zu der du das hier machen willst.“

            Es gibt nicht nur keine rechtliche Begründung für diesen Territorialanspruch, sondern die Staatengemeinschaft sieht es ein wenig anders als die israelische Regierung: „Die (UN-)Resolution 478 wurde am 20. August 1980 vom UN-Sicherheitsrat verabschiedet. In ihr wurde das Jerusalemgesetz, das unter anderem die Annexion Ost-Jerusalems durch Israel festhält, für nichtig erklärt. Die Resolution wurde mit 14:0 Stimmen angenommen, wobei die USA sich der Stimme enthielten. Bis zum Abzug Israels aus Ost-Jerusalem wurden die UN-Mitgliedstaaten aufgefordert, ihre diplomatischen Vertretungen aus Jerusalem abzuziehen.
            Der englische Text ist noch ein wenig genauer: „nil and void“ = Null und nichtig.

            „Und wenn das mit dem jüdischen Anspruch auf Israel überhaupt Sinn machen soll, dann nur mit Jerusalem als Hauptstadt, das ist doch so wie das Amen in der Kirche, nein noch viel mehr so. Es steht auch absolut gar nichts gegen diesen Anspruch.“

            Oh doch, der Anspruch der Palästinenser auf Ost-Jerusalem. In dem sich der Sitz der palästinensischen Regierung im Rahmen einer 2-Staaten-Lösung befinden sollte. Was wiederum auf die aktuelle Machtpolitik von Trump verweist, die Palästinenser an den Verhandlungstisch zu zwingen, mir der Voraussetzung die Siedlungen und den Verlust von Jerusalem zu akzeptieren. Damit wäre die 2-Staaten-Lösung, die sich breiter Unterstützung der Staatengemeinschaft erfreut hat, vom Tisch.
            Ich warte immer noch einen Alternativvorschlag.

            „Übrigens gibt es die „zwei-Staaten-Lösung“ längst, das arabische Palästina heisst Jordanien.“

            Was nicht nur falsch ist, denn Jordanien heißt Jordanien und nicht Palästina, sondern faktisch auf eine ethnische Säuberung hinauslaufen würde.
            Du, Alex, müsstest die Siedlungsgebiete von Arabern säubern und diese nach Jordanien vertreiben.
            Es ist letztlich eine Lieberman-Lösung.

            „Palästina sollte in einen arabischen und in einen jüdischen Teil geteilt werden, dies geschah auch. Doch weil die Araber gar kein Israel anerkennen wollten kam es zu Krieg, als Folge dessen Israel nunmehr die Kontrolle über die „umstrittenen Gebiete“ hat, die no-mans-Land sind.“

            Weil, wenn du einmal die Perspektive wechselst, die Araber und (!) Christen in Palästina nicht sonderlich erfreut waren, dass – schon wieder einmal – ein paar Kolonialmächte über ihre Köpfe hinweg entschieden, wie das Land zu verteilen sei, welches ihnen gar nicht gehörte.
            Zudem noch konträr zu den tatsächlichen Mehrheitsverhältnissen im Land.
            Faktisch wollten die europäischen Länder nach dem 2 WW einfach nur die „displaced persons“ loswerden.
            Nach internationalem Recht ist übrigens ganz eindeutig, die „besetzten palästinensischen Gebiete“ sind im Besitz der Palästinenser.

            Hier sind wir übrigens im fließenden Übergang zum Feminismus, weil die Propaganda ganz ähnlich aufgebaut ist: auch wenn du es subjektiv so empfindest, „umstritten“ wird eine Tatsache nicht dadurch, dass man sie einfach bestreitet.
            Deine „Definitionsmacht“, das „umstrittene Land“ zu einem „no-mans-land“ zu machen sieht die Staatengemeinschaft eben anders, die dadurch jedoch weder zu Frauenfeinden werden, noch zu Antisemiten.

            „Doch die Antisemiten der Welt lassen nicht locker, Israel zu bekämpfen, mit den „Palästinensern“.

            Alex, die Palästinenser waren schon in Palästina, bevor es überhaupt einen Antisemitismus gab; weil noch nicht einmal das Christentum als Staatsreligion etabliert worden ist.
            Noch einmal: es muss eine konsensuelle, friedliche Lösung her.
            Was Trump und Netanjahu betreiben ist das genaue Gegenteil davon.

          • Nur zwei kurze Anmerkungen:
            Ich denke nicht, daß Crumar und ich mit der Instrumentalisierung von angeblichem Antisemitismus als Immunisierungsstrategie danebenliegen.
            Auch Piotr bestätigt, daß er diese taktische Einsortierung schon ganz direkt erleben durfte, wie ich auch.
            Und was BDS-Nazis sind, weiß ich nicht.
            Ich kenne dazu nur ein paar Parolen, die ich nicht ernst nehme und das, was man so von Dirk Pohlmann &Co liest. Und das ist recht eindeutig und besagt, daß BDS sich, neben den von Crumar schon aufgezählten Programmpunkten, auf den Boykott mehr oder weniger illegal von rechtsextremen Siedlern im besetzten Gebiet produzierter Waren bezieht. Das erscheint mir durchaus nachvollziehbar.

            Und den akuten „linken“ Antisemitismus kenne ich auch nicht, da ich schon seit einigen Jahrzehnten zu linken extremen Politaktivisten praktisch keinen Kontakt mehr habe.
            Sehr wohl habe ich die Zunahme rechten Antisemitismus‘ spätestens seit ungefähr 2010 bemerkt. Seitdem sind nämlich viele Kinder- u. Elternrechtsaktive ( besonders übrigens Mütter ) in Richtung Reichsbürgerszene abgerutscht und posten seither auch jede Menge „Rothschild-Bilderberger-böse-Juden-Banker-Kram“.
            Aber auch letztere sind ein Randgrüppchen, welches weit von der Mitte der Gesellschaft entfernt ist, eine obskure Politsekte halt.
            Gerade zu Zeiten, da der gesellschaftliche Mainstream durch Politik und Medien immer mehr in solche Sektensystematiken getrieben wird, kann ich daran allerdings nix besonders auffälliges entdecken.

            @Alex:
            „Und wenn das mit dem jüdischen Anspruch auf Israel überhaupt Sinn machen soll, dann nur mit Jerusalem als Hauptstadt, das ist doch so wie das Amen in der Kirche, nein noch viel mehr so. Es steht auch absolut gar nichts gegen diesen Anspruch.“

            Äh, … wie bitte?
            Ein religiöser Anspruch auf einen Staat? Heilige Hauptstadt? Nicht wirklich, oder?
            Es gibt überhaupt gar nichts, was FÜR einen solchen Anspruch spräche.
            Die alten Römer? Die Bibel, die Thora? Lächerlich!
            Die Gemeinschaft der Bürger, welche dort leben, hat ein unverbrüchliches Existenzrecht, welches die Geographie notwendigerweise mit einschließt.
            Dazu reicht es, daß diese Gemeinschaft dort seit über 7 Jahrzehnten existiert.

            Mythen aus irgendwelchen zusammengeschusterten Gebrauchsanleitungen für die planetare Evolution, nach Art einer profitorientierten Machtelite, begründen gar keinen Anspruch auf was auch immer. Sondern sind letztendlich vorbereitende Kriegsmanuale, Hetzpamphlete, Einschüchterungsversuche oder einfach verschlüsselte Geschäftsunterlagen.
            Mit einem Stück Land, oder dessen Bewohnern, haben sie unmittelbar erstmal gar nix zu tun.

          • @Fiete

            Das Problem von BDS ist, es beschränkt sich eben nicht „auf den Boykott mehr oder weniger illegal von rechtsextremen Siedlern im besetzten Gebiet produzierter Waren bezieht.“

            Sondern bspw. soll es keine Kooperation mehr mit israelischen Wissenschaftlern, keine Auftritte von Musikern in Israel, umgekehrt keine von israelischen Musikern in europäischen Ländern usw. geben.
            Das trifft nicht nur die falschen Menschen, sondern untergräbt durch den Ansatz der Kollektivbestrafung jede Solidarität mit dem Anliegen in Israel selbst.

            Ich finde diesen Ansatz falsch, das macht ihn aber nicht zu „Nazi“.

            „Sehr wohl habe ich die Zunahme rechten Antisemitismus‘ spätestens seit ungefähr 2010 bemerkt.“
            Genau das macht die politische Position des „modernen Antisemitismus“ auch zu einem Problem. Weil die Zunahme des rechten Antisemitismus geradezu störend ist für die Theorie, denn das ist ja der „alte Antisemitismus“ und der existiert eigentlich gar nicht mehr.
            Wie will man gegen einen Antisemitismus vorgehen, die durch die eigene Theorie schon als überwunden angesehen wird?
            Schaut man sich hingegen auf youtube um, ist das ganze Arsenal des alten Antisemitismus vertreten: Holocaustleugnung, cultural marxism, the jewish question, globalism – alles noch da und quicklebendig.

            „Äh, … wie bitte?
            Ein religiöser Anspruch auf einen Staat? Heilige Hauptstadt? Nicht wirklich, oder?
            Es gibt überhaupt gar nichts, was FÜR einen solchen Anspruch spräche.
            Die alten Römer? Die Bibel, die Thora? Lächerlich!“

            Leider nein.
            Ein Gott, an den nur ich glaube, hat in einer heiligen Schrift, die mich selbst als auserwähltes Volk bezeichnet (was mir sehr schmeichelt), die übrigens nur mir>/i> heilig ist, jedenfalls steht in dieser Schrift – mit Buch und Siegel! – das Land X wäre zweifellos meins.
            Diese Idee ist unausrottbar.
            Ich habe daher meinen eigenen heiligen Text verfasst, in der mir zweifellos Pilion gehört – und ich dulde ebenfalls keine anderen Götter neben mir.
            Du darfst mich gerne besuchen kommen, Fiete, aber vorher: in den Staub!.

            Subcomandante crumar

        • Crumar, du verharmlost aber feministische Gewaltforschung ganz schön heftig.
          Die ist doch in der Realität darauf ausgelegt Gewalt erst so richtig zu eskalieren.
          Egal ob in UK Erin Pizzey oder hier Prof. Ahrend? das ist immer das was die festgestellt haben.

          • Mir liegt es fern die zu verharmlosen.
            Mit einem feministischen Kampfbegriff, wie dem der „sexualisierten Gewalt“ befinden wir uns jedoch bei der Frage, wie feministische Propaganda funktioniert.

            Für mich ist der Mann, der tatsächlich wissenschaftliche Forschung zu dem Thema betrieben hat, der im Jahr 2016 verstorbene Murray A. Straus und sein Team.

            Weil ich hoffe, Wikimannia wird irgendwann tatsächlich eine seriöse Quelle zitiere ich sie hier:

            „Die Aufdeckung der weiblichen Täterschaft im Bereich häuslicher Gewalt begann 1980. Damals veröffentlichten in den USA Murray Straus, Richard Gelles und Suzanne Steinmetz eine vergleichende Untersuchung zu diesem Thema. Alle drei galten bis dato, vor allem in feministischen Kreisen, als Experten auf dem Gebiet „Gewalt in der Ehe“. In all ihren bisherigen Untersuchungen waren Straus und seine Kollegen davon ausgegangen, dass verprügelte Ehemänner eher selten vorkämen und wenn, dann nicht sonderlich schwer verletzt würden. 1980 unterzog das Forscherteam noch einmal alle Studien, die es finden konnte – zu diesem Zeitpunkt etwa dreißig – einer gründlicheren Untersuchung. Sie kamen zu dem überraschenden Ergebnis, dass insgesamt 11,6 Prozent der Frauen, aber 12 Prozent der Männer angegeben hatten, geschlagen, geohrfeigt, getreten, gebissen, mit Gegenständen beworfen oder anderweitig angegriffen worden zu sein. (Manche Untersuchungen, die den Begriff „körperliche Gewalt“ weiter fassten, kamen sogar auf 25 Prozent attackierter Männer gegenüber 16,5 Prozent Frauen.)

            Auf 1,8 Millionen weiblicher Opfer kamen also zwei Millionen männliche Opfer. Wenn alle 17,5 Sekunden eine Frau angegriffen wurde, dann alle 15,7 Sekunden ein Mann. Dieses Verbergen von relevanten Informationen, so Murray Straus, „fördert einige ärgerliche Fragen bezüglich wissenschaftlicher Ethik zutage“. Nach erneuter, noch gründlicherer Prüfung des Datenmaterials präzisierten Straus und seine Kollegen ihr Ergebnis: In einem Viertel der Fälle ging Gewalt allein vom Manne aus, in einem Viertel ausschließlich von der Frau, in der Hälfte aller Fälle fetzte man sich gegenseitig ohne festgelegte Reihenfolge.

            Die Vertreter der Frauenbewegung waren urplötzlich gar nicht mehr so glücklich mit ihren früheren Idolen. Die feministische Grundannahme drohte ins Wanken zu geraten. “
            http://de.wikimannia.org/Murray_A._Straus

            Was dann für die Beteiligten folgte, ist unappetitlich.
            Es gibt jedoch eine Sammlung von Studien, die ihre Befunde stützen – inzwischen sind es über 1000.

            Perfide ist, die von Straus entwickelte Conflict Tactics Scale wird durchaus anerkannt, der Punkt ist jedoch ihre Verwendung.
            Wie auch in der EU-Studie werden Männer gar nicht erst nach Gewalterfahrungen gefragt, damit wird die Gewaltdynamik in Partnerschaften jedoch negiert, denn in der feministischen Dogmatik kann Frau immer nur Opfer sein.
            Damit wird jedoch jeder Ansatz, Gewalt in Beziehungen zu beenden zwangsläufig scheitern, weil der Appell ausschließlich und kontrafaktisch an Männer ergeht.

            Die eindimensionale feministische Ideologie hat jeden erfolgversprechenden Ansatz verhindert und das seit beinahe 40 Jahren.
            So viel Zeit hat uns dieser Feminismus als Gesellschaft>/b> gekostet.

            Es sind nicht nur die neoliberalen Effekte der Wirklichkeitsverdrängung, die die politische Elite jetzt exekutiert.
            Sondern Wirklichkeitsverdrängung als (erfolgreich durchgesetztes) Programm ist m.E. die Erklärung, was Feminismus als Propagandainstrument so attraktiv macht.

    • @ Richard Dörmer Danke für den Kommentar zum Blog! Ich merke, dass ich auch das Gefühl habe, die Ossis eigentlich ganz gut verstehen zu können. Jedenfalls haben viele offenbar das Gefühl, ähnlich wie am Ende der DDR-Zeit eine mediale Wirklichkeit präsentiert zu bekommen, die mit ihrer täglichen Erfahrung nichts zu tun hat.

      Es ist noch ein anderes Thema, dass im Osten vielen Menschen Erfahrungen mit Migranten fehlen. Das ist schon ein wichtig, kann aber kaum vernünftig von jemandem angesprochen werden, der lediglich im Modus des Moralisierens agiert.

      @ Emannzer Ich merke tatsächlich auch, dass ich schon unwillkürlich damit begonnen habe, mir manche Nachrichten zu übersetzen. In Köthen gab es eine Hinweise auf „tödliche Verletzungen“? Da kommt mir sofort der Gedanke, dass offensichtlich Verletzungen zu sehen waren, die aber nicht als tödlich eingestuft wurden. Und Formulierungen wie die, dass das Opfer ein „versagensbereites Herz“ hatte, kommen mir unvermittelt zynisch vor, auch wenn sie offenbar beruhigen sollen.

      Ein Klassiker ist mittlerweile die Reaktion auf die neutral gehaltene Nachricht, dass sich irgendwo mal wieder zwei Großfamilien geprügelt hätten. Den ironischen Satz „Das waren doch bestimmt wieder die Meiers und die Schulzes“ höre ich mittlerweile auch von Kollegen, die ganz bestimmt nichts mit Rechten zu tun haben wollen.

      Ich finde, dass das ein großes Problem wird. Offenbar haben Journalisten Angst, Öl ins Feuer zu gießen, und das verstehe ich gut. Sie müssen aber eben auch aufpassen, ihre – lagerübergreifende -Glaubwürdigkeit nicht zu verspielen. Denn es geht nicht gut, wenn wir keine Instanzen mehr haben, die bei verschiedenen Seiten ein Mindestmaß Vertrauen genießen.

      Bei der Berichterstattung über Chemnitz und Köthen ist ja unverkennbar, dass ausländerfeindliche Angriffe in Chemnitz mit möglichst drastischer Wortwahl (Hetzjagd, Menschenjagden durch die Stadt, Pogrome) dargestellt wurden, der Tod in Köthen aber möglichst beschwichtigend (die Erleichterung vieler, über einen Herzinfarkt berichten zu können, war unverkennbar – als ob der nicht mit der Gewalt im Zusammenhang stehen könnte). Es geht beides, aber nicht beides gleichzeitig, jedenfalls nicht, wenn man vertrauenswürdig bleiben will.

      Zum Überfall auf das Restaurant: Die Zeugenaussage des Wirts war, es sei ihm „Judensau, verschwinde aus Deutschland“ zugerufen worden. Natürlich liegt da ein Angriff von Rechten nahe. https://www.tagesspiegel.de/politik/sachsen-wirt-zeigt-attacke-auf-juedisches-restaurant-in-chemnitz-an/23012188.html

      Ich hoffe, dass es bald klare Ermittlungsergebnisse gibt – von einer False Flag-Aktion würde ich jedenfalls nur ausgehen, wenn es dafür irgendwelche Hinweise gibt. Dass Dir solch ein Gedanke kommt, ist aber ein Zeichen dafür, wie sehr das Vertrauen gesunken ist, den medialen Informationen einigermaßen trauen zu können. Das geht ja nicht nur Dir so (als ich die Berichte jetzt nochmal auf den False-Flag-Verdacht durchgelesen habe, dachte ich – „Ja, das könnte irgendwie auch sein“ – aber von dieser Möglichkeit würde ich, wie erwähnt, trotzdem nur dann ausgehen, wenn es irgendwelche Belege FÜR sie gibt, und die gibt es offensichtlich nicht).

      • Ich finde, dass das ein großes Problem wird. Offenbar haben Journalisten Angst, Öl ins Feuer zu gießen, und das verstehe ich gut.

        Das glaube ich nicht. Die Massenmedien leben sehr gut von der Polarisierung. Emotionen, die mit der maximalen Polarisierung einhergehen, lassen sich besser an ein Massenpublikum verkaufen als differenziertes Abwägen. Die Polarisierung, zu der sie wesentlich beitragen hat aber zur Folge, dass sie die einte oder andere Seite bevorzugen müssen. Man positioniert sich eindeutig und ist dann eben Partei. Nachrichten, die die „feindliche Seite“ und deren Ansichten eher bestätigen werden dann zwangsläufig relativiert und als Nachricht von geringer Bedeutung dargestellt.

        Politstrategisch ist der „Kampf gegen rechts“, was konkret vor allem „Kampf gegen die AfD“ heisst, eine sehr dumme Strategie. Wenn sich alle Parteien, mit Abstrichen auch die CSU, als Front gegen die AfD stellen oder zumindest diesen Eindruck vermitteln, dann passt das haargenau auf die AfD und deren eigene Politstrategie. Alternative für Deutschland heisst doch: Die „Systemparteien“ gegen uns. Damit wird die AfD in der Wahrnehmung zur einzigen Alternative, zur wahren Opposition gegen den Rest. Das wertet die AfD ungemein auf und spielt ihnen in die Hände.
        Ich frage mich, ob die linken Parteien so dumm sind, so dass sie diese Politstrategie nicht erkennen können. Die SVP (Schweizerische Volkspartei) ist das eigentliche Vorbild der AfD. Sie fahren die gleiche Strategie und ihre politischen Konkurrenten spielten jahrelang dieses Spiel mit ohne zu realisieren, dass sie damit die SVP als die „einzige und wahre Opposition“ zeichneten. Das funktionierte sogar, obwohl die SVP im Rahmen des Konkordanzsystems der Schweiz in der Regierung sass. Die SVP ist mit 28% Stimmanteil zur stärksten Kraft geworden und ihr Aufstieg begann mit der Emotionalisierung der Migrationsfrage. Die Parallelen sind erstaunlich.

        • @Pjotr Du hast recht – wenn es denn eine Angst von Journalisten geben sollte, Öl ins Feuer zu gießen, dann ist sie zumindest recht einseitig ausgebildet. Tatsächlich legt die ökonomische Situation der meisten Medien zudem tatsächlich nahe, Sensationelles zu bieten, einfach, um im Gespräch zu bleiben und etwas verkaufen zu können.

          Für die AfD ist das sehr günstig – aber das erklärt immer noch nicht, warum die politischen Gegner der AfD so zuarbeiten. „Damit wird die AfD in der Wahrnehmung zur einzigen Alternative, zur wahren Opposition gegen den Rest. Das wertet die AfD ungemein auf und spielt ihnen in die Hände.“ Die AfD muss fast gar nichts bieten – es reicht, dass die anderen aufgeregt gegen sie sind.

          Mich zumindest nervt an der Regierung, dass sie – und keineswegs nur bei der Migration – überhaupt nichts aus der selbstgerechten Ruhe zu bringen scheint. Schulen verfallen? Lehrer fehlen massenweise? Die Polizei kann ihren Aufgaben nicht mehr nachkommen? Bei Gerichten bleiben Verfahren monatelang wegen Überforderung liegen? Bei Behörden muss man z.T. Monate auf Termine warten? Die Bahn lässt ihre Infrastruktur vergammeln? Große Bauprojekte taugen nur noch als Lachnummern? In der Digitalisierung hat Deutschland völlig den Anschluss verloren? Alles gut, wir leben doch gut und gerne in diesem Land.

          Da ist es dann sehr reizvoll zu sehen, wenn Politiker durch irgendetwas dann doch einmal aus ihrer Seelenruhe gerissen werden. So ein inszenierter Ausraster wie der von Schulz im Bundestag signalisiert allen Unzufriedenen: Wenn Ihr mit irgendetwas die in sich ruhenden und um sich selbst kreisenden Regierungsparteien aufschrecken wollt, dann müsst Ihr AfD wählen.

          Meine Güte, was ist das deppert – sowas müsste doch selbst Schulz merken.

          Bei Twitter schreibt SPD-Mann Lauterbach, dass Gauland eine Hetzrede wie nie gehalten und über Migranten geredet habe wie die Nazis über die Juden. Normalerweise würde ich ja nie nach einer Gauland-Rede suchen, aber jetzt hab ich sie mir bei Youtube rausgekramt und von vorne bis hinten angeschaut – ich hab ja immer gedacht, sein Goebbels-Lookalike komme noch.

          Tatsächlich war die Rede viel sachlicher, und erwartbarer, als Lauterbach sie angekündigt hatte. Ressentimentgeladen, manchmal süffisant – aber Lauterbach bekommt es glatt hin, dass man Gauland gar nicht so schlimm findet. Er muss dafür nur nicht ganz so brutal loshetzen, wie Goebbels und Hitler das getan haben.

          Dasselbe bei Schulz. Voller empörter Inbrunst erklärt der, Gauland habe Hitlergrüße als „unappetitlich“ bezeichnet – und erklärt unter lautem Applaus, Hitlergrüße seien nicht einfach unappetitlich, sondern „ein Straftatbestand“. Tatsächlich hatte Gauland die Hitlergrüße von Chemnitz als „widerlich“ bezeichnet und bei der von Schulz zitierten Stelle gesagt, Hitlergrüße seien „unappetitlich UND STRAFBAR“. Tja…

          Diese hohle, inszenierte Aufregung bringt dem fast schon vergessenen Schulz mal wieder etwas Aufmerksamkeit, aber gegen die AfD wird es gar nichts nützen. Das finde ich schlimm, denn tatsächlich bin ich mir sicher, dass die AfD keineswegs so harmlos ist, wie sie im Vergleich zu den hohlen Überspitzungen dasteht.

          • Den Zustand Deutschland sehe ich auch mit Erstaunen. Ich bin ja gelegentlich in Südamerika unterwegs und immer wieder überrascht, welch großes Ansehen Deutschland dort genießt. Bester Fußball und beste Autos der Welt, das bekommt man zu hören. Es gibt auch Fernsehwerbung für „Tecnología alemana“, deutsche Technologie usw.

            Wenn man in Deutschland lebt, weiß man natürlich, dass das alles nicht mehr so ist, dass weder der deutsche Fußball noch die deutschen Autobauer heute das sind, was sie mal waren, nur die Politiker scheinen es nicht mitzubekommen.

            Es hat sich da in Politik und Wirtschaft eine Bewusstsein durchgesetzt, dass wir eben von Natur aus die Größten sind und besser als die anderen, und deshalb nichts tun müssen, um es auch zu bleiben. Ganz wie die Adligen vor 1789; da ensteht schon ein neuer Fedualismus, wie es ja hier auch beschrieben wurde.

  • Das interessanteste vom letzten Monat:

    HEXENJAGD ODER
    SUCHE NACH GERECHTIGKEIT?
    Die Causa Avital Ronell aus einer Innenperspektive

    https://static1.squarespace.com/static/530b8d53e4b091b1a79671f2/t/5b8e5a9288251b17eb44e279/1536055956172/TUMULT_Herbst18_Hueppauf.pdf

    Ein sehr erhellender Einblick in die Wirklichkeit der schönen neuen Wissenschaftswelt im postmodernen Zeitalter. Alles ist genauso, wie ich mir es in meinen Alpträumen vorgestellt habe. Unbedingt lesen!

  • Das freut mich sehr, dass mein Vorschlag hier sofort produktiv aufgegriffen worden ist.
    Ich finde, dass sich die Vorzüge dieses Formats im obigen Text und im offenen Thread darunter bereits abzeichnen. Welche Vorzüge das auf Dauer sein könnten möchte ich kurz explizit reflektieren:
    Ein Thema dieses Blogs und seiner Kommentare ist Medienkritik und damit die Art und Weise, wie Medien berichten. Wenn wir beobachten und kommentieren, was die Leit- und Mainstreammedien berichten, besteht die Gefahr, dass wir uns von deren kalkulierten Empörungswellen beherrschen lassen und darin einen Großteil unserer Kraft vergeuden. Für Sophie Passmann und ihre Protegés ist es leicht, eine Hassrede wie auf dem Z2X-Festival in die Welt zu setzen und auf verschiedenen Kanälen zu verbreiten. Viel aufwändiger ist es dann aber, so eine Hassrede zu widerlegen, weil man nicht nur auf deren Argumente eingehen muss, sondern auch die Voraussetzungen ihrer Argumentation erklären muss. Wenn man diese Aufgabe geleistet hat, erscheint an anderer Stelle bereits der nächste Propaganda-Artikel und man kann wieder von vorne anfangen — ein Kampf gegen Windmühlen. Im vergangenen Monat haben einige dieses Problem in den Kommentaren diskutiert: Was könnte eigentlich der Gewinn davon sein, sich an derartiger strunzdummer Propaganda abzuarbeiten? (@mitm: „Ob wir nicht unsere Energie damit verschwenden, Stöckchen hinterherzulaufen, die ZON und Co. herumwerfen.“ https://man-tau.com/2018/09/03/passmann-zeit-z2x/#comment-17518, hierunter noch weiter Beiträge von anderen)
    Der eigentliche Gewinn besteht m.E. auf Dauer nicht darin, bestimmte Argumente zu widerlegen, das müsste man ja jeden Tag machen, der Gewinn wäre ein besseres Verständnis der Situation, in der man sich selbst befindet. Zu verstehen, was vor den eigenen Augen passiert, ist ja schonmal nicht wenig. Wir können hier vielleicht eine Einsicht darüber gewinnen, wie mediale Prozesse funktionieren, wie sie eine eigene Wirklichkeit erschaffen und zum kollektiven Bewusstsein beitragen. Diese Art der Betrachtung würde in längeren Zeiträumen stattfinden, was uns eben von den kurzfristigen Events, Hypes und Empörungswellen ein Stück weit befreien würde.
    Zum Verfall der Medien, zu ihrer Reduktion auf Propagandawerkzeuge, erschien gerade ein sehr lesenswerter, wütender Artikel bei Telepolis. Wolf Reiser: Two Riders were approaching: Der Anfang vom Ende der deutschen Medien
    https://www.heise.de/tp/features/Two-Riders-were-approaching-Der-Anfang-vom-Ende-der-deutschen-Medien-4158735.html

    Lucas hat oben ja freundlicherweise noch einmal meinen Hinweis auf den faschistischen Intellektuellen Carl Schmitt und dessen Theorien hervorgehoben. Ich hatte überlegt, ob seine Schriften aus den 1930er Jahren vielleicht eine erklärende Begrifflichkeit für die seit einigen Jahren vorherrerschende identitäre Politik liefern können, womit man bei Feministen und Rechtsnationalisten ein gemeinsames Moment erfassen könnte. Ich habe bewusst einmal auf diesen düsteren Klassiker politischer Theorie hingewiesen, da wir vielleicht im Allgemeinen mehr Klassiker und auch neue ernstzunehmende Bücher lesen sollten und weniger von dem Schrott auf zeit.de usw. Daher könnte man vielleicht öfter alte und neue Bücher rezensieren und diskutieren; das passiert hier ja auch schon. Im Zusammenhang mit der Schmittschen Feindschaftserklärung ist mir „Die Austreibung des Anderen. Gesellschaft, Wahrnehmung und Kommunikation heute“ (2016) von Byung-Chul Han aufgefallen (habe ich aber noch nicht gelesen).

    Ich denke hier auch aus folgenden Grund über die langsame Lektüre ‚richtiger Texte‘ nach: Mir scheint, wenn man zu oft und zu schnell verschlingt, was die Netzfeministen und Identitären publizieren, lässt man sich ja im Grunde ein Stück weit von deren Ideen beherrschen und man verfällt in einen passiven und rein rezeptiven Gemütszustand. Wie Genderama zeigt, kann man jeden Tag im Internet etwas neues finden, das einem gegen den Strich geht, aber warum sollte man auch noch danach suchen? So baut man sich ja selbst ein Feindbild und eine Obsession auf, was ja nicht gesund sein kann, wie man bei Sibel Schick usw. sehen kann. Ich mäandere hier etwas herum, weil das für mich essentiell um die Frage geht, wo man überhaupt selbst noch etwas machen und gestalten kann, wo man als Mensch überhaupt noch gefragt ist, anstatt nur auf stumpfe Hass- und Feindschaftserklärungen zu reagieren.
    Daher finde ich super, dass Lucas dazu eingeladen hat, sich auch mit künstlerischen Gegenständen auseinanderzusetzen, was ja eine Tür zu kreativer Beschäftigung öffnet.

    • Ja, den Verdacht, daß wir mit gezielt gehypten Nebenfronten zugeschissen werden, wärend die richtig dicken Klopper im stillen Kämmerlein ( Eu-Schwatzbude, oder im BuTa nachts um eins, wenn kaum wer anwesend ist ) durchgewunken werden ( natürlich kaum jemals eine mediale Erwähnung wert ), habe ich auch schon lange.

      Und nochmal ja, daß stinkt geradezu danach, jede normalbürgerliche politische Beteiligung abzuwürgen.

      „weil das für mich essentiell um die Frage geht, wo man überhaupt selbst noch etwas machen und gestalten kann“

      Verdammt gute Frage! Noch können wir immerhin z.B. hier ein wenig herumlamentieren….

      Ansonsten bleibt vermutlich kaum anderes, als zu versuchen, sich unabhängig von irgendwelchen immer mehr eskalierenden Gruppenzwängen Nachbarn, Verwandschaft, sonstigem unmittelbaren Umfeld ggü. einigermaßen offen und gesprächsbereit zu verhalten.

    • @Martin
      „ein sehr lesenswerter, wütender Artikel bei Telepolis. Wolf Reiser: Two Riders were approaching“

      Uh, diese Zeile aus „All along the Watchtower“ erinnert mich daran, dass ich bezüglich „Riding the Dark Horse“ dieses Lied von Dylan als sehr nahestehend erwähnen wollte, das dann aber nicht gemacht hab. Warum es zwei Reiter sind, bleibt wohl das Geheimnis Dylans, aber dass Reiser Dylan zitiert liegt sicher in den zwei Türmen vom WTC begründet.

      Wenn Herr Reiser bedauert, dass die Linke „die Sache mit der Lügenpresse von den Dumpfbacken der Pegida aus der Hand nehmen ließ“, dann kann ich das nicht nachvollziehen. Bei denen war es immer ein oberster Grundsatz, dass die „Systempresse“ systematisch und systemisch nichts als Lügen und Propaganda verbreitet und man hat das auch unablässig rausposaunt. Meiner Meinung nach haben sich „die Linken“ da absolut nicht die Butter vom Brot nehmen lassen.

      Was das Thema „Lügenpresse“ betrifft, ist es mir noch weniger verständlich, dass sich Reiser nicht mit der höchst zweifelhaften Rolle seiner Plattform, auf der er schreibt, für die Popularisierung der infamen und zutiefst verlogenen Verschwörungstheorie von der geheimen Urheberschaft der Amerikaner auseinandersetzt. Statt dessen setzt er noch einen drauf und raunt betont beiläufig: „Jeder Besitzer eines Resthirns kann heute die Namen der drei bis vier beteiligten Geheimdienste nennen.“

      Sowas *ist* Lügenpresse, wenn denn dieser Begriff überhaupt Sinn machen soll. Reises Erzeugnis kann gleich als Paradebeispiel für diese Kategorie dienen, Verschwörungstheorien im maniert-eklektizistischen interstellar overdrive:

      „die finstere und ferngesteuerte USA scheint zum inneren wie externen Armageddon entschlossen“

      Wie mE „Dark Horses“ zB, im Gegensatz zu „Watchtower“, welches versucht eine prophetische Sicht zu entwickeln. Ganz ähnlich und viel deutlicher ist dieses Lied von Queen:
      http://www.youtube.com/watch?v=HzdjMLKKdgk

      • Reiser hat halt seinen Simpeln im Forum nach dem Maul geschrieben.
        Gesagt hat er im Grunde genau null.
        Vielleicht noch zwischen den Zeilen ein „kauft doch bitte ein Buch von Gerhard Wisnewski“.

    • @Martin
      „hatte überlegt, ob seine Schriften aus den 1930er Jahren vielleicht eine erklärende Begrifflichkeit für die seit einigen Jahren vorherrerschende identitäre Politik liefern können“

      Nur das Grundschema der Freund-Feind wirst du wiederfinden. Weil das eben universal ist, nicht weil Schmitt das erfunden hätte. Begrifflichkeiten sind vermutlich nicht übertragbar, wohl aber ist die Art des Denkens von Schmitt als sehr subjektiv geradezu als postmodern anzusehen. Interessanter für dich könnte sein, dass man sich insbesondere bei der „Zeit“ um 9/11 ganz gerne mit Schmitt und anderen Rechten, Heidegger und Jünger, beschäftigte. Unter alternativen Linken war das hip damals und ich denke, das hat ganz gut zur Transformation des Linksliberalismus zur progressiven und jetzt illliberalen Linken beigetragen.

      • Ist nicht nach wie vor Michel Foucault wesentlich wichtiger? Mir erscheint jedenfalls die ganze aktuelle linke Politik wie eine Umsetzung Foucualt´scher Ideen in die Praxis: Die ständige Rede von Machtverhältnissen, die Relativierung objektiver Wahrheit (Macht/Wissen-Komplex), die demoralisierung der politischen Praxis bei gleichzeitiger moralisierung des politischen Diskurses…

        • @El Mocho
          Foucault ist sicher nicht bedeutsam, als dass er als ideologische Vorlage dienen würde, seine Werke sind wenig mehr als ein geistiger Amoklauf. Da ist nur diese absolut vage Idee von der Macht, die alles bestimmen würde und dies erscheint tatsächlich als das zentrale Dogma der Progressiven.
          Viel wichtiger, vom Methodologischen her, ist die Begründung des radikalen Subjektivismus in der Textinterpretation, die auf Derrida zurückgeht. Einfach gesagt geht das so: denke dir immer das Gegenteil, das Ungesagte zu allem dazu, das ist am meisten unterdrückt und verdient es aus moralischen Gründen ganz hoch gestellt zu werden. Mit dieser Methode kann man das Opfer der übelsten Untat zum eigentlich Schuldigen machen, wie zB die USA für 9/11 verantwortlich. Ganz sicher kein Zufall, dass Derrida und die anderen postmodernen Irrationalisten 9/11 in einem Ausbruch an Schadenfreude bejubelten:

          http://www.theaugeanstables.com/2016/09/11/excerpts-from-9-11-chapter-of-theyre-so-smart/

          weiter unten:

          • weiter Baudrillard zu 9/11:

            „No need for a death wish or desire for self-destruction, not even for perverse effects. It is very logically, and inexorably, that the rise to power of power exacerbates a will to destroy it. And power is complicit with its own destruction. When the two towers collapsed, one could feel that they answered the suicide of the kamikazes [sic] by their own suicide. It has been said: “God cannot declare war on Itself”. Well, It can. The West, in its God-like position (of divine power, and absolute moral legitimacy) becomes suicidal, and declares war on itself.“

            Baudrillard feiert hier die Notwendigkeit der Selbstvernichtung als oberstes Ziel der absoluten Macht des Westens.

            Landes, der Autor von „Augiasställe“, analysiert in aller Schärfe ein französisch-europäisches Ressentiment, welches sich aus der vermeintlichen Zurückgesetztheit schöpft, das wahrscheinlich die Ursache für diesen bemerkenswert verschrobenen Rechtfertigung *allen* Handelns gegen den Westen ist. Dieses wirkt heute um so zutreffender, als dass die selbstzerstörerische Politik um „Chemnitz“ mit einer aussenpolitischen Neuausrichtung Europas *gegen* die USA und *für* Iran, Türkei, also Feinden des Westens, verbunden ist…. Aussenminister Maas höchstdaselbst hat das ja neulich klargemacht. Maas wirkt ohnehin nicht wie ein rationaler Politiker, sondern wie ferngesteuert von „höheren Zielen“.

            Es sieht für mich so aus, als würde Europa die dritte Konfrontation mit dem Rest der Welt und sich selbst suchen, zerfressen von Neid und Hass.
            Diese fatale Entwicklung muss unbedingt aufgehalten werden und Einsicht ist der erste Schritt. Kurz nach 9/11 hätte man nie denken können, dass so ein widerwärtiger, abartiger Text wie der von Baudrillard die Stimme Europas werden könnte. Dies ist aber geschehen und Realität.

        • und:

          „Some showed a near-messianic will to self-criticize: “Aren’t we guilty of terrorism when we let people starve to death?” opined Derrida. Others delighted in moral inversion: Chomsky “reminded” us that the USA is the world’s worst terrorist. After all, those alleged civilians were really little Eichmanns, cogs in the wheel of a genocide of “people of color.”“

          http://www.theaugeanstables.com/2011/09/11/3175/

          Und last not least:
          Baudrillard on 9-11: American Derangement Syndrome and the Ideology of Resentment

          http://www.theaugeanstables.com/2006/05/30/baudrillard-on-9-11-american-derangement-syndrome-and-the-ideology-of-resentment/

          „That we have dreamed of this event, that everybody without exception has dreamt of it, because everybody must dream of the destruction of any power hegemonic to that degree, — this is unacceptable for Western moral conscience, but it is still a fact, and one which is justly measured by the pathetic violence of all those discourses which attempt to erase it.

          In the end, they did it, but we wanted it.“

          Das ist die Methode Derrida, sie feiert hier ihre absolute Sternstunde.

          Das ist die Bejahung des Terrorismus. WIR wollten ihn doch eigentlich und sehnten ihn herbei. Endlich werden unsere Träume erfüllt. Das schreibt einer der führenden französischen „Intellektuellen“ kurz nach 9/11 in der „Le Monde“.

          Dieses Denken hat nach 9/11 einen Siegeszug hingelegt und bestimmt mittlerweile den mainstream, in ganz Europa und die halben USA.

          Instrumental für die Progressiven ist der neue „postkoloniale Antirassismus“, exakter anti-weisser und vor allem antisemitischer Rassismus, der kurz vor 9/11 einen grossen Moment bei der UN feiern konnte:

          „It is worth noting here that the reference to the terrorists knowing they can count on this complicity recoups a remarkable chronological relationship between 9-11 and the delirious hate-fest directed against both the USA and Israel at Durban which had just finished four days earlier on September 7, 2001.“

          Wichtig ist hier zu verstehen, dass dieser „Antirassismus“ in D jetzt auch und immer stärker massenmedial verbreitet wird. Vor wenigen Jahren fingen die „Zeit“ (die Giftküche des progressiven Denkens), DLF und die „Bundesstelle für politische Bildung“ als erste an, das zu propagieren. Heute findet man das überall, in der „Welt“ und „Faz“. Ganz klar eine Reaktion auf den Immigrationsschub von vor ein paar Jahren.

          Wie sehr das Gift des antisweissen Rassismus die USA schon längst durchtränkt hat, wird symbolisch durch die Bilder von Farrakhan mit Bill Clinton, Eric Holder, Barrak Obama bei Anlässen wie der Trauerfeier für A. Franklin klar…..

          • Um zum Anfang des Ganzen zurückzukehren, zu Reiser und seinem Telepolis-Stück:

            Die verschwörungstheoretische Giftmischerei von Reiser und seinem TP-Vorgänger Bröckers heizen genau dieses Ressentiment a la Baudrillard gegen den Westen in perfekter Weise an. Sie reiten auch dieses „dunke Pferd“.

        • nochmal nachgehakt @El Mocho
          „Ist nicht nach wie vor Michel Foucault wesentlich wichtiger?“

          Die genannten, Heidegger, Jünger und auch Schmitt bieten den Komfort eines abgehobenen Dandytums, eines „heroischen Nihilismus“ oder Fatalismus, was man gut brauchen kann um den Moralismus der Progressiven auszuhalten. Das wird wohl der Grund sein, warum die so beliebt sind. Oder die ganze Spiritualität, besonders fernöstlicher Provenienz — eine Säule des Postmodernismus, die von der Breitenwirkung sicherlich viel wichtiger ist als die elitären und schrecklich banalen Ideen der „Denker“ um Foucault, Derrida und Baudrillard.

          Wenn jemand wie Julia Schramm von der Bombardierung Deutschlands, des bösen Deutschlands ihrer Einbildung, träumt, dann ist das der gleiche Ästhetizismus, allerdings auf Prol-Niveau, den ein Ernst Jünger abfeiert, wenn er während der Besetzung Frankreichs die nächtliche Feuersbrunst eines Bombardements als tödliche „Befruchtung“ feiert, sein Sektglas erhebend.

          • Alles ganz plausibel, aber Foucault wird schon häufig zitiert, während ich diesen Baudrillard überhaupt nicht kenne. Kann natürlich auch eine Bildungslücke sein.

  • Also von den Leuten die ich bislang getroffen habe, die AfD nach eigener Aussage gewählt haben sind mehr als die Hälfte Ausländer.

    • Natürlich; was glaubst du, wie sauer Migranten (die nicht über Asyl gekommen sind) auf die deutsche Politik sind? Meine südamerikanische Frau ist ständig am Schimpfen, dass die muslimischen Flüchtlinge alles gratis bekommen, wofür sie bezahlen muss. Wenn im Deutschkurs z.B. die Muslime frei haben am ersten Tag des Ramadan, aber die katholischen Latinos und Kroaten nicht an Fronleichnam, dann gibt das keine gute Stimmung.

      • Und wenn deine Frau in SA einen Führerschein gemacht hat, dann dürfte es auch für viel Freude sorgen zu sehen, wie die hier mittlerweile rausgehauen werden.
        Kenne ich so zumindest von einer brasilianischen Ex-Bekannten.
        Mich ärgert’s auch, ich musste für meinen noch ganze Sommerferien opfern um den selber zu bezahlen.

        • Meines Wissens darfst du mit einem Nicht-EU-Führerschein ein halbes Jahr fahren. Danach musst du die Prüfung nachholen, brauchst allerdings keine Fahrstunden zu nehmen.

  • Und die Begründung war so gut wie immer, wir nutzen euch doofe Kartoffeln ja schon über alle Gebühr aus, so das die Heimat über euch lacht, aber das was da jetzt kommen wird, macht uns den dummen und fruchtbaren Acker kaputt.

    Das die natürlich ihren kartoffeligen Sozialarbeitern und Lehrern das nicht so ehrlich und direkt ins Gesicht sagen, ja, wer hätte das gedacht.

  • Eine Ergänzung zu Schoppes Bemerkungen oben über die Inklusion von körperlich oder geistig behinderten Schülern in den normalen Unterricht an Schulen für normal veranlagte Schüler.

    „Eher machen wir die Erfahrung, dass die Inklusion von Förderschülern in den ganz normalen Unterricht institutionell nicht einmal ansatzweise ausreichend gestützt wird.“

    Es handelt sich hierbei um eine Konsequenz der sogen. Inklusiven Pädagogik. Das Ziel dieser Pädagogig besteht darin, die Privatisierung des öffentlichen Schulwesens zu begünstigen oder gar durchzusetzen. Diese Privatisierung wird z. B. von der Bertelsmann-Stiftung massiv vorangetrieben.

    Idealerweise stören die behinderten Schüler den normalen Unterricht an normalen Schulen. In jedem Fall sollen sie eine Absenkung des Lehr- und Leistungs-Niveaus des Unterrichts herbeiführen. Dies ist so beabsichtigt.

    Siehe hierzu diverse Texte von Clemens Knobloch, z. B.

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=24597

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=27488

    Interessant auch:

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=27514

    Allgemein zur Inklusiven Pädagogik siehe etwa:

    Kluge, Sven / Liesner, Andrea / Weiß, Edgar (Red.): Jahrbuch für Pädagogik 2015. Inklusion als Ideologie. Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2015, ISBN 978-3-631-67059-0.

    Einer der ersten Publizisten, die hier Alarm geschlagen haben, war übrigens Gerhard Wisnewski. Er hat auch die fatale Rolle der UNESCO in dieser Entwicklung beleuchtet.

    • Ich denke, es sollte für jeden leicht erkennbar sein, daß es bestenfalls vollkommen unsinnig ist, Jungs und Mädchen in manchen Fächern strikt trennen zu wollen ( wie das ja von vielen Inklusionsheiligen vehement angestrebt wird ), weil sie vielleicht einmal leicht unterschiedliche Empfindungen dazu ( z.B. Mathe ) haben könnten, aber andererseits zu verlangen, daß schwerst Lernbehinderte und Hochbegabte, dem gleichen „08/15“-Standardunterricht in der gleichen Zeit folgen und gleiche Ergebnisse erreichen sollen.

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