Gewalt Hate Speech Medien

Schrecklicher Verdacht: Ist Böhmermann gar nicht witzig?

geschrieben von: Lucas Schoppe

Für das deutsche Feuilleton war Jan Böhmermann lange unverwundbar, bis er nun für eine judenfeindliche Witzelei gleich in mehreren Medien sehr scharf kritisiert wurde – für wenige Tage. Die Situation zeigt aber, warum Böhmermanns ironische Als-Ob-Pose tatsächlich nur scheinbar ironisch ist, und warum sich darin soziale Spaltungen ausdrücken, die weitaus bedeutender sind als der Moderator.

 

Das schicke Kleid der Uneigentlichkeit

Eine bitter-aggressive Ironie von der Art, für die Jan Böhmermann bekannt ist: Der Komiker Oliver Polak, der ein seinen Auftritten sein Leben als Jude und seine Begegnungen mit Judenfeindlichkeit zum Thema macht, wird von drei anderen Komikern von der Bühne gejagt. Zwei, Klaas Heufer-Umlauf und Serdar Somuncu, wischen sich danach demonstrativ angeekelt ihre Hände an ihrer Kleidung ab – bis ein Dritter demonstrativ hilfsbereit ein Desinfektionsmittel herbeiholt, mit dem sich die beiden anderen die Hände abwischen können. Es ist Jan Böhmermann.

Eine Szene aus dem Jahr 2010, zum 25. Bühnenjubiläum Somuncus – aber sie wird erst jetzt weithin bekannt, weil Oliver Polak über sie in seinem Buch „Gegen Judenhass“ berichtet, ohne Namensnennungen.

Stefan Niggemeier ordnet in einem Artikel im Freitag die Personen zu: Ein Gag, der keiner war. Arno Frank schreibt im Spiegel von dem Verdacht, Böhmermann inszeniere einen „Antisemitismus (…), der sich im schicken Kleid der Uneigentlichkeit mal so richtig austoben darf“, für Jens-Christian Rabe scheint Böhmermann in der Süddeutschen „unrettbar an die Selbstgerechtigkeit und den Zynismus verloren“, und Harry Nutt attestiert Böhmermann in der Berliner Zeitung, er sie kläglich „zu weit gegangen bei der grenzenlosen Gier nach Lachern auf Kosten von anderen.“  

Warum jetzt plötzlich diese deutliche Kritik?

Vermutlich werden einige, und nicht nur Böhmermann-Fans, als Antwort etwas davon erzählen, dass die öffentliche Rede über Juden in Deutschland nun einmal noch immer tabuisiert sei – so wie ja auch Ressentiments gegen Israel gern damit verteidigt werden, dass dieses Land in Deutschland ja wohl immer noch nicht kritisiert werden dürfe. Tatsächlich aber ist die Kritik an Böhmermann schlicht völlig treffend, auch wenn es gar nicht nötig ist, ihm irgendeinen Antisemitismus zu unterstellen.

Es reicht, zu zeigen, dass seine Ironie nicht als Ironie funktioniert.

 

Kitsch, Kritik, KZ

Auch erhebliche ironische Grenzverletzungen sind im Alltag nicht ungewöhnlich. Freunde können sich mit „alter Verbrecher“ begrüßen oder als „Arschloch“ betiteln, ohne sich verletzt zu fühlen. Gerade die Drastik der verbalen Verletzung macht hier deutlich, wie groß das Vertrauen zueinander ist. Beide wissen, dass sie einander nicht verletzen wollen, vertrauen einander und darauf, dass der jeweils andere dieses Vertrauen seinerseits hat.

Die geschilderte Situation aber ist völlig anders. Sie lebt davon, dass Somuncu, Heufer-Umlauf und Böhmermann gemeinsam ein Verhalten gegenüber einem Vierten witzig finden, das für diesen selbst überhaupt nicht witzig ist. Natürlich können wir dabei aus der Distanz überhaupt nicht beurteilen, was zwischen ihnen persönlich geschehen ist – aber der Auftritt hat ohnehin eine öffentliche Bedeutung, die auf alle vorangegangene persönliche Interaktion hinausweist.

Das setzt überhaupt nicht voraus, nun einen der Beteiligten als Antisemiten zu enttarnen. Zumal Somuncu ist hier unverdächtig – es gibt z.B. ein Video, in dem er Ken Jebsen sehr effektiv auflaufen lässt, als der glaubt, ihn mit seinen „türkischen Wurzeln“ gegen Israel in Stellung bringen zu können.

Selbst wenn die drei keine Antisemiten sind: Ganz sicher ist die Situation geprägt von Empathielosigkeit und einer seltsamen Melange aus Distanz zur deutschen Geschichte und ihrer unmittelbaren Re-Inszenierung.

Zur Desinfektion stand an einigen Gaskammern der Vernichtungslager. In der Brutalität nationalsozialistischer Logik sollte natürlich kein Jude desinfiziert werden, sondern der deutsche Volkskörper von den Juden. Es mag sein, dass Böhmermann daran nicht mit bewusster Absicht anknüpft, aber antisemitische Stereotypien wirken eben auch, wenn sie nicht mit bewusster Absicht produziert werden.

In jedem Fall zeigt der Moderator nicht nur, dass er ungehemmt an die Bildlichkeit des Massenmordes anschließen kann. Er zelebriert zudem gemeinsam mit Somuncu und Heufer-Umlauf öffentlich, dass er eine Distanz zu diesen Verbrechen haben kann, die Polak nicht hat.

Ein Gag für die Wir-haben-damit-nichts-mehr-zu-tun-Generation – die übrigens, das beschreibt zumindest Ralph Giordano in seinem Werk Die zweite Schuld, schon bis in das Jahr 1945 zurückreicht.

Die Ironie funktioniert nicht als Ironie, weil der Holocaust als Gegenstand eines beiläufigen ironischen Spiels ein deutlich zu großes Eigengewicht hat. Aber das ist zugleich durchaus auch Absicht und auch sonst ein Strukturprinzip von Böhmermanns Selbstdarstellungen: Er ironisiert, aber er ironisiert auch diese Ironie selbst wieder.

Er sagt etwas, das skandalös und furchtbar wäre, wenn es nicht in irgendeiner ironisch-kritischen Absicht gesagt würde – aber er verbaut zugleich die Möglichkeit, sich völlig mit dem Gedanken zu beruhigen, dass alles ganz gewiss nichts anderes als Ironie sein könne, weil eben das nämlich in der Schwebe bleibt.

Worauf auch sollte die ironische Kritik in dieser Szene eigentlich zielen? Auf die immer noch bewahrte Erinnerung an den Holocaust? Auf die Menschen, die mit dieser Erinnerung empathielos umgehen? Auf einen irgendwie noch immer verkrampften Umgang der deutschen Gojim mit Juden? Auf das Fernsehen, das die ganze Welt unterschiedslos medial vermittelt, so dass hier das Entsetzliche direkt neben dem Banalen, das Bodenlose direkt neben dem simplen Klischee steht und alles gleich gültig, gleichgültig erscheint?

Tatsächlich kritisiert Böhmermann eben das nicht, sondern inszeniert und re-inszeniert es wieder und wieder. Sein Zaubertrick besteht eben darin, die ganze Welt unterschiedslos in einer Ware verwandeln zu können, die fernsehtauglich und versendfertig ist. Die Brutalität des türkischen Präsidenten inspiriert mal eben ein Ziegenficker-Gedicht, der Holocaust ist gerade gut für einen schnellen Gag.

Tatsächlich liefert Böhmermann seinem Publikum so eben das, was auch die Autoren von Kitschromanen ihren Lesern – oder meist: Leserinnen – liefern: Die Versicherung, dass sich alles, auch das Unerwartete und Schreckliche, im Rahmen des Immer-schon-Vertrauten und Längst-Kontrollierten wiederzugeben ist. Dass die Simplizität dieses Musters angesichts einer Holocaust-Witzelei nicht mehr übersehen werden kann, ist erklärlich: Der Holocaust und die Erinnerung an ihn übersteigen eben überdeutlich den Rahmen des Vertrauten und kontrolliert Erklärbaren. Ein Lore-Roman im KZ würde ebenso nicht funktionieren.

 

Ich bin Deutscher, ich muss das

Es liegt jedoch in der Logik von Böhmermanns scheinbaren Ironisierungen, dass er solche extremen Gebiete betritt. Erstens führt er damit seinen Zaubertrick der Verwandlung von Welt in Ware auch an einem historischen Thema durch, bei dem es zunächst unvorstellbar scheint, dass er gelingen kann. Die Beruhigung, dass die gesamte Welt in das immer schon Vertraute zurückgeführt werden könnte, verlöre schließlich ihre Überzeugungskraft, wenn große Bereiche der Welt dabei ausgelassen werden.

Ironie als Zaubertrick (Quelle)

Zudem ist der Zaubertrick aber auch so simpel und bei aller scheinbaren Komplexität so leicht zu verstehen, dass er langweilig würde, wenn er nicht mit Gewichtigem gefüttert würde. Das Spiel der Distanzierungen und Uneigentlichkeiten kann selbst nichts von Bedeutung hervorbringen und ist darauf angewiesen, Bedeutsames von außen zu importieren, um es dann auf immer dieselbe Weise verarbeiten zu können.

Für Böhmermann selbst ist es dann gar nicht vorstellbar, dass es jemandem tatsächlich um anderes gehen könnte. Dass Polak ihn überhaupt, wenn auch ohne Namensnennung, im Buch erwähnt, kommentiert er enorm schroff:

Das ist nicht einmal „krampfig-witzelnd“, wie Rabe in der Süddeutschen diagnostiziert, sondern eine zwanghaft anmutende aggressive Fortführung des Verfahrens, alles Irritierende auf das immergleiche ökonomische Prinzip zurückzuführen.

Schon vorher, so Polak, habe Böhmermann ihm erzählt, sein Judentum sei doch sein „unique selling point“. Das ist nicht einmal hergeholt – tatsächlich hat Polak seine Karriere ja Programmen wie „Ich bin Jude, ich darf das“ zu verdanken. Nur lässt Böhmermann keinen Platz für den Gedanken, dass es Polak daneben noch um irgendetwas anderes gehen könnte als darum, ein Alleinstellungsmerkmal im Kampf um mediale Marktanteile zu haben.

Böhmermann spricht so Menschen an, die in der privilegierten Situation leben, dass ihnen unangenehme Realitäten weitgehend medial vermittelt begegnen. Sein Spiel mit Ironie und Ironisierung von Ironie hat daher auch eine unverkennbar distinktive Funktion: Es trennt die Menschen, die diese Ironie zu verstehen glauben, von denen, die sich darüber aufregen, weil sie die Ironie nicht verstanden haben.

Dass er daneben eine ernstgemeinte Aktion gegen Rechte im Netz gestartet hat, bedient die abermals kitischig-klischeehafte Vorstellung, der Allround-Zyniker habe doch insgeheim ein empfindlich-humanes Herz und sei ja vielleicht gar deshalb auch so zynisch. Die Rundum-Gestus der allgemeinen Distanzierung in einer zwanghaften Uneigentlichkeit der Rede muss eben irgendwann einmal beglaubigt werden, um sich glaubhaft als kritisch ausgeben zu können.

Allerdings greift Böhmermann dafür auf eben ein Muster zurück, das er ohnehin schon beständig bedient: das der Distinktion. Seine Blockliste ist weiter nichts als eine lange Liste mit Menschen, die keinen Zugang zu Medien haben sollten, auch nicht zu sozialen Medien. DIE sind anders als WIR, DIE gehören nicht zu UNS.

 

Von politisch korrektem Frauenhass

Dass der Gestus einer scheinbaren Ironisierung tatsächlich der sozialen Distinktion – also: der Spaltung – dient und nicht Böhmermanns private kleine Deformation ist, lässt sich an einem Parallelbeispiel zeigen. Beim Wir-sind-mehr-Konzert in Chemnitz war auch die Gruppe K.I.Z. aufgetreten, deren Texte enorm gewaltvoll sind – so dass einige Kritiker, besonders prominent von der Bild-Zeitung, der Veranstaltung eine Doppelmoral unterstellten.

Verteidigt wurde K.I.Z., etwa im BildBlog, mit dem klassischen Hinweis, dass die Kritiker die Ironie der Texte nicht verstanden hätten.

Eine Passsage des Liedes „Ein Affe und ein Pferd“, das nach der Pipi-Langstrumpf-Melodie die bandtypische Mischung aus Infantilität und extremen Gewaltphantasien zuspitzt, richtet sich gegen Eva Herman. Die hatte 2006 ihre Position beim NDR verloren, weil ihr unterstellt wurde, sie hätte die Familienpolitik des Nationalsozialismus verteidigt. Das lässt sich angesichts ihrer Zitate so nicht aufrechterhalten, auch wenn die auf seltsame Weise verschwurbelt sind, und auch wenn Herman zumindest nach ihrer Entlassung, so mein Eindruck, tatsächlich deutlich nach rechts gewandert ist.

Vorher aber hatte sie vor allem dadurch provoziert, dass sie dem Feminismus vorgeworfen hatte, Frauen unglücklich zu machen, indem er sie von einem Leben als Mutter hin in das Berufsleben bugsiere. Das ist simpel, aber im Alltag keineswegs eine skandalöse Auffassung: Die Arbeitszeitstatistiken zeigen schließlich, dass viele Frauen bei ihren Kindern bleiben, anstatt voll erwerbstätig zu sein – was viele von ihnen ganz freiwillig tun werden. In der politischen Debatte aber waren die Thesen Hermans eine erhebliche Provokation.

K.I.Z. reimt:

Eva Herman sieht mich, denkt sich, was’n Deutscher / Und ich gebe ihr von hinten, wie ein Staffelläufer / Ich fick sie grün und blau, wie mein kunterbuntes Haus / Nich alles was man oben reinsteckt kommt unten wieder raus

Wer das für Ironie hält, kann sich ja einmal vorstellen, wie er auf das Lied reagieren würde, wenn nicht Eva Herman Gegenstand dieser sexuellen Gewaltphantasien wäre – sondern, zum Beispiel, Annalena Baerbock, oder Claudia Roth, oder Katharina Schulze, oder Angela Merkel. Würde das Lied dann auch noch von einer rechten Gruppe gesungen, würde wohl kein Linker fordern, dass seine Ironie erkannt und respektiert werden müsste.

Hände in Unschuld (Symbolbild)

Die Gewaltphantasie legitimiert sich eben nicht dadurch, dass sie ironisch wäre – sondern dadurch, dass sie sich gegen eine Frau richtet, die es in den Augen der Gruppe und ihres Publikums irgendwie verdient hätte, dass so über sie gesungen wird.

Sie erfüllt damit die Funktion eines erleichternden Tabubruchs. Alle politischen oder religiösen Systeme, die auf der Fantasie einer universellen Schuld aufbauen, haben miteinander gemein, dass sie eben das Verhalten ungeheuer reizvoll erscheinen lassen, dass sie doch eigentlich als schuldhaft tabuisieren.

Das gilt natürlich auch für die in der politischen Linken selbstverständliche Vorstellung, Herrschaft und die zu ihrer Durchsetzung nötige Gewalt sei irgendwie männlich – wer die menschliche Gesellschaft wolle, müsse die männliche überwinden, Männer wären potenzielle Vergewaltiger, und alle Männer bezögen eine Dividende des Patriarchats. Die sexuelle Gewalt ist Herzstück dieser Fantasie männlicher Herrschaft, entsprechend tabuisiert – aber eben damit offenbar auch von gewaltiger Anziehungskraft.

Eva Herman bietet eine Möglichkeit, dem Reiz nachzugehen – auf eine sozial akzeptierte Weise, weil sie als Antifeministin nicht dazugehört, keine von uns ist.

Selbst extreme Frauenfeindlichkeit ist hier ganz okay, solange sie nur die richtige Frau trifft.

 

Sphinx ohne Geheimnis, Schale ohne Kern

Eben das ist wohl die wesentliche Funktion dieser scheinbaren Ironie, die von Böhmermann oder K.I.Z. gepflegt wird: Sie dient der sozialen Distinktion und reproduziert damit soziale Spaltungen. Was als kritische Distanz des uneigentlichen Redens erscheint, ist tatsächlich die Distanz privilegierter Akteure zu denen, die ihnen den Kontakt mit ökonomischen, sozialen und politischen Realitäten weitgehend abnehmen.

In einer klassischen linken Perspektive wäre eine solche Ironie nicht als kritisch, sondern als „affirmativ“ bewertet worden, als Bestätigung und Verschleierung bestehender Verhältnisse.

Böhmermanns eigentlicher Zaubertrick findet in den Köpfen des Publikums statt. Bild von der re:publica 18 (Quelle)

Der eigentliche Zaubertrick wird dabei nicht einmal von Böhmermann selbst, sondern von seinem Publikum durchgeführt. Er liefert eben das, wonach es aussieht, demonstrativ empathielose, oft auch plumpe Witzeleien, die ihren Reiz aus der Bedenkenlosigkeit ziehen, mit der er sie vorträgt. Erst in den Köpfen seines Publikums verwandeln sie sich, getragen von der Überzeugung, dass sich unter der harten Schale ein weicher Kern verstecken muss, oder dass sich im Zynismus ein empfindsamer, aber auch gewitzter Moralist ausdrücke, der an der Härte diese Welt bitter geworden ist. Oder so.

Tatsächlich steckt unter der harten Schale – gar nichts. Böhmermann ist eine Sphinx ohne Geheimnis. Wohl auch deshalb aber, weil er damit Interessen bedient und soziale Spaltungen massenmedial orchestriert, wird er protegiert.

Der eigentlich seriöse Verlag Kiepenheuer & Witsch weigerte sich, so berichtet Niggemeier, Polaks Buch zu verlegen, solange die Passage über Böhmermann enthalten war – obwohl dieser gar nicht direkt erwähnt wurde. Als das Buch dann bei Suhrkamp erschienen war, ordnete kein Journalist die beschriebene Szene Böhmernann zu, obwohl er leicht zu erkennen ist und es die Szene sogar auf Video gibt. Erst Stefan Niggemeier schrieb offen darüber – aber nach wenigen Tagen Aufregung kehrte schnell wieder Ruhe ein.

Vom ZDF ist Böhmermann sogar für eine Weihnachtssendung vorgesehen. Vielleicht präsentiert der Sender damit ja zum Fest die beliebtesten Judenwitze der letzten siebzig Jahre. Wer sich dann darüber aufregt, hat eben die Ironie nicht verstanden.

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27 Comments

  • Das linke Verständnis von Ironie finde ich schon seit Jahren höchst bemerkenswert.

    Ein wesentlicher Punkt, wie auch im Artikel angesprochen, ist das hemmungslose Zelebrieren von rassistischen, sexistischen, antisemitischen usw. Vorurteilen. Keine Erwähnung der Franzosen in der Heute-Show, ohne sie „Froschfresser“ zu nennen, Polen werden hemmungslos als Diebe dargestellt, Männern wird bei jeder Gelegenheit unterstellt, ihre Handlungen basierten ausschließlich auf mangelnder Potenz.

    Der Gipfel ist natürlich Böhmermanns Erdogan-Gedicht, wo ganz ironisch mal ordentlich die ekligsten Vorurteile und Beleidigungen gegen Türken aneinandergereiht werden. Ebenso ironisch wird seitdem Erdogan regelmäßig mit Ziegen in Verbindung gebracht. Und das Publikum lacht befreit, weil endlich mal wieder jemand Türkenwitze macht.

    Das einzige, was diese „Ironie“ von Judenwitzen der Nazis unterscheidet, ist das Gießkannenprinzip. Die heutigen Komiker picken sich nicht eine Gruppe heraus, sondern beleidigen einfach alle. Der Effekt allerdings ist derselbe wie bei den Nazis: Die Vorurteile werden am Leben gehalten und setzen sich in den Köpfen fest.

    Damit bin ich beim zweiten interessanten Aspekt linker Ironie: Sie ist absolut von der Rolle des Sprechers abhängig. Wenn Böhmermann Judenwitze macht oder Welke antifeministische Klischees verbreitet, dann lacht das Publikum. Je derber, desto besser. Dieselben „Witze“ von den Falschen: Skandal.

    Dieser spezielle Auswuchs linker Identitätspolitik gilt auch für den dritten Aspekt linker Ironie: Selbst vollkommen ironiefreie Äußerungen von Linken werden bei Bedarf mit dem Ironie-Stempel validiert. Eine Feministin wird wegen Mordphantasien angegriffen? Das war doch nur Ironie! Eine Band wird wegen sexistischer Gewaltverherrlichung angegriffen? Das war doch nur Ironie!

    Den Gegnern hingegen wird die Ausrede der Ironie prinzipiell verwehrt. Bei Aussagen, die vielleicht geschmacklos, aber offensichtlich Metaphern sind, unterstellt man ganz unironisch Standpunkte, die weit über das Gesagte hinausgehen. Jemand sollte in Anatolien entsorgt werden? Da bereiten eindeutig die Rechten schon die Deportation und Vernichtung von Andersdenkenden vor. Der politische Gegner soll gejagt werden? Da wollen die Rechten eindeutig die Demokratie abschaffen.

    Mein Eindruck ist, dass Ironie für Linke eigentlich gar kein Stilmittel ist, sondern nur ein weiterer Kampfbegriff politischer Rhetorik: Die Guten sind im Zweifelsfall immer ironisch, die Schlechten sind es niemals.

    Man könnte auch sagen: Linke haben gar nicht verstanden, was Ironie ist.

    • @ pehar Ich halte das, was Du ansprichst, für einen der wichtigsten Gründe, warum Medien, Parteien und andere Institutionen, die sich diffus als „links“ präsentieren, so sehr an Vertrauen verlieren. Es ist allzu offensichtlich, wie sehr sie mit doppelten Standards operieren.

      Zudem sind sie immer bereit, das zur Not und ad hoc mit simplen Herrschaftstheorien zu überspielen: Es wären gar keine doppelten Standards, weil die eine Gruppe ja privilegiert, die andere marginalisiert wäre, daher wäre Ironie in die eine Richtung auch Beteiligung an einer Oppression, in die andere Richtung Gegenwehr gegen Oppression, etc. pp.

      Also darf Böhmermann, der zwar weiß und männlich, aber irgendwie als Linker ja doch Vertreter der Marginalisierten ist, dann auch Witze über die Desinfizierung der Deutschen von den Juden machen.

      Es hat aber nicht nur etwas mit der Person, sondern auch mit dem ZIEL dieser irgendwie kranken Witzeleien zu tun. Wäre Polak eine „Person of Color“, und hätten sich die Weißen die Hände nach Begegnung mit einem „Neger“ desinfiziert, den sie vorher von der Bühne gejagt hätten – dann hätte die heutige identitäre Linke das Böhmermann m.E. nicht so einfach durchgehen lassen. Ebenso nicht, wenn die drei eine Komikerin von der Bühne gejagt und ihr ein paar Sexualmord-Phantasien hinterhergerufen hätten.

      Juden aber sind bei Linksidentitären – mit Ausnahme der Antideutschen – irgendwie bei den alten weißen Männern mitrubriziert. Zumal Israel ja auch die Palästinenser unterdrücke, etc pp.

      Es ist ein Vorurteil zu glauben, der Antisemitismus-Vorwurf wäre heute der schlimmste Vorwurf, der jemandem gemacht werden könnte. Das stimmt schlicht nicht. Für jeden Vorwurf steht schon eine Klage über die „Antisemitismus-Keule“ bereit, die dann den Vorwurf zwar nicht widerlegt, aber genervt zur Seite räumt.

      Böhmermann wiederum gibt sich anarchisch, ist aber eigentlich ein primitiver Spießer mit einem gutes Gespür dafür, gegen wen er austreten darf und gegen wen nicht.

      Ich hatte gerade bei Twitter eine ähnliche Erfahrung mit doppelten Standards. Dort hatte die Staatssekretärin Sawsan Chebli gegen Michael Wolffsohn ausgeteilt, der würde „Hass“ (gegen Flüchtlinge) „verbreiten, wo er kann“.

      Dafür, dass sie ihn so nebenbei als Nazi präsentierte, hatte sie null Belege – nur ein Interview mit Wolffsohn, das sie offensichtlich überhaupt nicht gelesen hatte und aus dem sich etwa das Gegenteil dessen ergab, was sie behauptete. Belege für ihre politische Verleumdung gab es nur in ihrer Fantasie.

      Nun ist Chebli als Staatssekretärin auch noch Beamtin und daher zur Mäßigung in öffentlichen Äußerungen verpflichtet. Ich fand es aber ohnehin unmöglich, dass jemand einfach mal eben so gegen einen anderen Menschen so hetzen kann – also hab ich Cheblis Tweet bei Twitter gemeldet, nach den Regeln gegen „Hate Speech“.

      Antwort von Twitter: Danke für die Meldung, der gemeldete Account habe tatsächlich gegen die Regeln von Twitter verstoßen. Und nu?

      Da ist also eine Staatssekretätin, der attestiert wird, gegen die mit großem moralischem Tamtam eingeführten Hate-Speech-Regeln zu verstoßen – aber es hat überhaupt keine Konsequenzen. Sie soll ja meinetwegen sehr gerne ihren Job behalten, ihren Account und auch gern ihre Rolex, über die ich mich eh nicht aufrege – aber es kommt nicht einmal eine Entschuldigung, oder ein Wort des Bedauerns. Oder auch nur leise Kritik aus ihrer SPD.

      Was dabei rüberkommt: Es gibt keine gemeinsamen Regeln. Es gibt ein Establishment, dessen Angehörige eigentlich machen können, was sie wollen – und es gibt die anderen, für die die Regeln eigentlich gelten und die erstmal beweisen müssen, dass sie nicht nur Hass verbreiten, wenn sie denn den Mund aufmachen wollen.

      Sicher, das ist eine Überzeichnung, aber es ist eben das Signal, das mit der Narrenfreiheit von Leuten wie Böhmermann oder Chebli gegeben wird. Dass dieselben Leute sich dann auch noch als Vertreter der „Marginalisierten“ aufspielen, macht es endgültig zu einem absurden Spiel.

      Und dass die SPD mit solchen Figuren keine glaubwürdige sozialdemokratische Politik mehr machen kann, versteht eigentlich jeder. Jeder außerhalb der SPD.

  • Hat eigentlich schon untersucht, ob Polak witzig ist?

    War das vielleicht nicht mehr, als eine spontane Reaktion von Leuten, die von einem Dauer-Nöhl-Opfer genervt sind?

    Den Blickwinkel habe ich bisher noch nicht gesehen.

    Polak wirkt wie ein unsympatischer *rsch und falls der Eindruck stimmt, dann hätte ich zumindest Verständnis für eine spontane Reaktion, auch wenn die sich im Ton vergreift.

    Das Thema „Juden, Opfer“ jedenfalls wurde von Polak auf die Bühne gezerrt und lag da rum zum drüber-stolpern.

    • ps. Diese Perspektive würde übrigens auch die unsinnige „Ironie“ Entschuldigen.
      Denn
      „Der Polak ist uns so auf den Sack gegangen, da haben wir halt drauf reagiert und sind übers Ziel hinausgeschossen. Dumm gelaufen. Kann passieren, in einer improvisierten Comedy Situation. Da ist nicht immer sofort klar, welche Grenzüberschreitungen die Leute OK finden, und welche nicht. For fucks sake. Den gescripteten Ziegenficker fandet ihr alle in Ordnung, aber das improvisierte selbstmidleidige Judenopfer nicht. Wer soll das ahnen?“
      wäre – selbst wenn wahr- als Stellungnahme in unser Zeit ja komplett verboten.
      Also labert man halt was von Ironie.

      • Sehe ich anders.

        Nur weil mich jemand stört kann ich also Witze machen, die absolute No-Gos „lustig“ verwursten?

        Mein persönliches Humorprofil lässt ja viel zu; aber Witze über Juden + Desinfektion sind selbst nach meinem Dafürhalten ein absolutes No-Go.

        Das ganze zeigt aber die intelektuelle Flachheit (o.k., Dummheit) etlicher dieser „Comedians“. Noch übler, wenn diese sich den „guten“ oder „progressiven“ Kräften zuordnen. Es erweist sich, dass wirklich gute Comedy auf Dauer nur von Leuten mit einem Mindestmaß an Bildung erbracht werden kann.

        Selbst die lauesten Folgen eines Scheibenwischers waren dagegen intelektuelle Mondraketen.

        Jedenfalls wird mir immer klarer, warum Fr. Roche sich aus der Talkshow mit Böhmermann verabschiedet hat – wg. „Meinungsdifferenzen“.

        • Intelligente Kabarettisten sind im Fernsehen unerwünscht, sonst könnte sich das Volk auf einmal Gedanken über ein anderes gerechteres poltiisches udn soziales System. Und das ist ein No Go.
          Ich fand früher beispielsweise Volker Pispers Witze sehr gelungen. Aber da dort sehr viel Regierungskritik und Wahrheit steckte, wurde er schnell aus dem Fernsehen verbannt. Er machte danach nur noch in kleinen Dörfern seine Kabaret-Shows.
          Seine Witze sind jetzt aber auch nicht merh das, was sie mal waren. Auch einen Georg Schramm fand ich manchmal nicht schlecht.
          Die Heute Show ist nun wahrlich zu einer Satireveranstaltung für Idioten verkommen. Sorry, aber noch vor 5-6 Jahren war die Heute Show wikrlich besser als heute.

          • @ only-me, motu Ich würde das auch so sehen: Jemand kann ja von Polak genervt sein, aber Juden-Desinfektions-Witze sind eben weit mehr als nur eine Reaktion auf ein Genervtsein, zumal vor einer unüberschaubar weiten Öffentlichkeit. Dazu ist das politische Eigengewicht dieses Motivs einfach viel zu groß.

            @ Klartext Maschine Dass sich Satiriker und solche, die es werden wollen, über die AfD lustig machen, finde ich selbstverständlich. Das hätte auch Hildebrand gemacht, und die AfD lädt oft genug dazu ein.

            Was mir aber auch auffällt: Ich habe das Gefühl, dass die Regierungspolitik, wenn überhaupt, nur sehr brav mal ein bisschen veräppelt wird. Ich bin kein guter Gewährsmann, weil ich kaum noch fernsehe (nicht einmal mit bewusstem Entschluss – ich hab einfach irgendwann meinen Fernseher in den Keller gebracht, als mir aufgefallen war, dass ich ihn zwei Jahre nicht mehr eingeschaltet hatte).

            Es steht für mich aber ganz außer Frage, dass z.B. Kohl deutlich härter, verachtungsvoller, höhnischer angegangen ist als Merkel. Und zwar von Linken.

            Und das finde ich auch wichtig. Demokratie muss beinhalten, die eigenen Herrscher nicht nur abwählen, sondern auch persiflieren oder schlicht verarschen zu können. Die Zurückhaltung Linker gegenüber einer CDU-Kanzlerin ist da ziemlich rätselhaft.

    • Danke! 🙂

      Ich hatte tatsächlich erst „Schrecklicher Verdacht: Ist Böhmermann ein Antisemit?“ titeln wollen, aber dann war mir das zu plakativ. Außerdem glaube ich, dass die Frage, ob Böhmermann nun ein Antisemit ist oder nicht, hier gar nichts bringt (Hitler war natürlich einer, aber das ist eben auch ein anderes Thema). Er benutzt antisemitische Logik – aber ob das ein Zeichen dafür ist, dass er Juden hasst, lässt sich aus der ferne ja überhaupt nicht beurteilen.

  • Nun kann ich Jan Böhmermann ja auch immer weniger leiden, je länger er aktiv ist – sehe mich aber an dieser Stelle doch gezwungen, ihn zumindest teilweise zu verteidigen.
    Speziell zum Begriff der Ironie:
    „Dabei behauptet der Sprecher etwas, das seiner wahren Einstellung oder Überzeugung nicht entspricht, diese jedoch für ein bestimmtes Publikum ganz oder teilweise durchscheinen lässt. Sie kann dazu dienen, sich von den zitierten Haltungen zu distanzieren oder sie in polemischer Absicht gegen angesprochene Personen zu wenden.“
    (wikipedia)

    In welchem Sinne das angeekelte abwischen und desinfizieren ironisch sein kann, lässt sich mMn leicht beantworten: Wenn es für sich in Anspruch nimmt, ironisch zu sein, kann es sich nur um eine distanzierung vom (übertrieben ?!?) dargestelllten Antisemitismus der dargestellten Personen handeln. Es ist also eine Darstellung von: Seht mal, so blöd sind die doofen antisemiten drauf.

    Das ist mMn erkennbar das, was hier impliziert ist. So sehr, dass ich mich wirklich frage, wie man das anders sehen kann. Glaubt wirklich jemand, dass hier ekel vor Juden legitimiert werden soll?
    Der Ausschnitt ist so antisemitisch wie das Lied „An allem sind die Juden schuld“
    https://www.youtube.com/watch?v=vEkwLkqFZ8U

    Ich finde es erst mal völlig legitim, bei einer solchen Satiresendung davon auszugehen, dass das dargestellte einvernehmlich zwischen Beteiligten geschieht, die Vertreibung von der Bühne und die nachfolgende selbstentblödende karikatur antisemitischen handelns also in Einklang mit Polak geschieht. Die Situation lebt eben gerade NICHT „davon, dass Somuncu, Heufer-Umlauf und Böhmermann gemeinsam ein Verhalten gegenüber einem Vierten witzig finden, das für diesen selbst überhaupt nicht witzig ist“.
    Das liegt daran, dass, unter der voraussetzung, dass es sich hier um ironie handelt, der Ziel des Spottes nicht Polak sein kann, sondern das dargestellte antisemititsche verhalten.
    Daher wird JETZT als Problem wahrgenommen, wenn Polak im nachhinein äußert, dass es einen solchen Konsens nicht gab und er es als „auf seine Kosten“ erlebt hat. Das Problem dabei ist, dass der vom Publikum angenommene Konsens gebrochen wurde. Womit das ganze unversehens zu einem definitionsmacht-spektakel wird.

    In dem Zusammenhang verweise ich mal auf die „Anstalt“-Sendung „Tod des Feminismus“ von 2015, deren Link bei Youtube leider nimmer funktioniert. z.B. Danisch hat das kommentiert (den hab ich jetzt schneller gefunden, kann sogar sein, dass das hier bei Man Tau auch war)
    http://www.danisch.de/blog/2015/04/29/schlechtes-aus-der-anstalt-propagandasender-zdf/
    Die männlichen Protagonisten äußern sich hier praktisch durchgängig abfällig über Frauen und Feminismus.
    Dennoch ist das ganze völlig durchsichtig eine einzige feministische Propaganda-Schleuder, die dargestellten Männer sind waschlappen, weicheier und ewig gestrige.
    Vordergründig ätzen die Männer über Feminismus, die erkennbare ironische Botschaft richtet sich aber nicht gegen den Feminismus, sondern gegen die dargestellten Männer.
    Dass das ganze dennoch als ätzende propaganda auf mich wirkt, liegt nicht daran, dass es keine Ironie wäre, sondern daran, dass es einfach schlecht, falsch und nicht witzig ist.

    Die im Artikel zitierte aggressive K.I.Z -Lyrik ist da im Vergleich vollkommen anders:
    Wie soll ich diese Zeilen verstehen, wenn jemand behauptet, das sei „ironisch“?

    Wenn ich annehmen soll, dass die ironische Spitze gegen Eva Herman gerichtet sein soll – wo ist da „ironie“ im Spiel? (wir erinnern uns: „Dabei behauptet der Sprecher etwas, das seiner wahren Einstellung oder Überzeugung nicht entspricht, diese jedoch für ein bestimmtes Publikum ganz oder teilweise durchscheinen lässt.“)
    Ich könnte noch annehmen, dass eine ironische Spitze sich gegen die gewaltverherrlichende aggression richtet, der Eva Herman ausgesetzt war. Wenn dem so wäre, dann, ja dann wäre es immerhin tatsächlich ironie (die Qualität dieser Ironie steht dann immer noch auf einem anderen Blatt, aber vom Prinzip her ist ironie eben genau das). Alle Begleitumstände und Kenntnis der Haltungen von K.I.Z belegen jedoch ziemlich eindeutig, dass dies nicht gemeint sein kann, und keiner kann mir erzählen, dass im Publikum irgend wer das so herum verstanden hätte.

    Der vergleich des Böhmermann-auftritts mit der K.I.Z. Lyrik ist daher völlig unangebracht, der Vergleich mit der Anstalt-Sendung trifft mMn sehr viel besser.

    Eine ganz andere Frage ist natürlich die der Qualität der Ironie. Also die Frage: Ist das witzig?
    Der gezeigte Ausschnitt ohne das vorausgegangene ist da wenig hilfreich.
    Wenn man die Frage allerdings schon stellt, ist die mindestens ebeneso gerechtfertigte Frage, ob denn Polak davor witzig gewesen ist…

    Und jetzt zum Schluss die große Preisfrage:

    Welche Reaktion würde es auslösen, wenn heute Carolin Kebekus oder Lisa Pollit sich hinstellen und über die dumpfbackig frauenfeindlichen Kommentare der Männer aus der Anstalt-Sendung beschweren würden, als hätten die das ernst gemeint, und als hätte sie das in der Sendung ernsthaft verletzt?
    #MeeToo, believe Women! Das muss auf jeden Fall ernst genommen werden!

    Und in zwei Jahren dient die besagte Anstalt-Sendung als exemplarischer Beleg, wie sexistisch und frauenfeindlich die Anstalt 2015 gewesen ist.

    • „Welche Reaktion würde es auslösen, wenn heute Carolin Kebekus oder Lisa Pollit sich hinstellen und über die dumpfbackig frauenfeindlichen Kommentare der Männer aus der Anstalt-Sendung beschweren würden, als hätten die das ernst gemeint, und als hätte sie das in der Sendung ernsthaft verletzt?“

      DAS wäre in der Tat eine gelungene Satire. 🙂

      Aber ich glaube auch, egal wie berechenbar Böhmermann ist, gemeint war die damalige Sendung ganz offensichtlich als Entlarvung von Antisemiten.
      Nur ist die Entlarvung halt gar zu grob geraten und zu offensichtlich – nur die radikalsten Nazis fühlten sich durch den körperlichen Kontakt mit einem Juden beschmutzt und bekunden das öffentlich.

      Das war also der bekannte Humor mit dem Holzhammer.
      Aber kein Antisemitismus; der Vorwurf ist genauso plump.

      Lucas hat aber trotzdem recht, die klassisch Pseudo-Linke Abwehrhaltung ist immer, es handle sich um Ironie, es sei doch alles nicht wirklich ernst gemeint.
      Um auf die Band zurück zu kommen ist eine gesungen vollstreckte Vergewaltigungsfantasie nicht witzig, egal gegen welchen Menschen sie sich richtet.
      Dass durch Lucas ernsthaft darauf hingewiesen werden muss, jede andere Frau als Opfer dieser Fantasie wäre völlig inakzeptabel, zeigt die Verlogenheit dieser Pseudo-Linken auf.

      Böhmermann verteilt in seinen Liedern fragwürdige Botschaften:
      „Lutsch am Tonfa, du Opfer! Jetzt siehst du Sterne
      Widerstand zwecklos – Polizei haut gerne
      Mund auf, Augen zu, da fliegen deine Goofies
      Liegst schneller flach als Gina-Lisa auf Roofies
      Polizei hat Kommissare, Uniform und Martinshorn
      Polizei hat nie Aua, denn Polizei hat Protektor’n
      Pfefferspray in Auge, Arm verdreht, Polizei hat Spaß
      Und das Allerbeste ist: Polizei darf das“

      Nicht wirklich – zumindest nicht im Rahmen des Rechtsstaats.

      Und auch Böhmermann hat in diesem Lied einen netten Vergewaltigungswunsch parat, der sich gegen Männer richtet:

      „Hast du große Fresse? Zack, gehst du Knast, nicht mehr frei
      Heb mal bitte Seife auf, der Boss im Knast heißt Polizei!“
      https://genius.com/Jan-bohmermann-ich-hab-polizei-lyrics

      D.h. Böhmermann hat eine gruselige Menge an reaktionärer Ideologie in seinem Hirn, die seine „progressiv“ gemeinten Botschaften unterminieren.
      Ich glaube aber nicht, dass ihm das wirklich bewusst ist.

      • Dieses Problem mit der richtigen Deutung des Begriffes „Ironie“ findet man tatsächlich sehr häufig. Und ja: auffallend oft in eben dem von dir genannten Dunstkreis. In meinem Artikel hier hatte ich ja auch auf einen Artikel von Maggy Stokowski verlinkt, in dem sie von Anfang bis Ende, gegen Männer gerichtet, Argumentationsmustern frönt, die man so gegen Ausländer gerichtet auch immer wieder vom rechten Rand der Gesellschaft kennt. Dabei endet sie sogar mit der Empfehlung an Männer, doch mal die Straßenseite zu wechseln, wenn abends eine Frau auf einem einsamen Gehweg vor ihnen herläuft oder ihnen entgegenkommt. Solche Äußerungen gegen Ausländer gerichtet findet man tatsächlich nur unter den Extremsten der Rechtsextremen.

        Aber auch Maggy gehört bekanntlich zu den Dumpfbacken, die meinen, alles sei vom Tisch, sobald man hinterher, wenn sich mal vermehrt Leute über solche Ausfälle beklagen, einfach nur nachschiebt: „Ist doch nur alles voll ironisch und so, ey!“.

        Wie Maddes hier sehr gut ausgeführt hat, greift das halt eben nicht. Was soll denn in solchen Hasstraktaten ironisiert werden? Es gäbe nur eine logische Antwort: der Feminismus und seine Misandrie. Da aber Maggy eine stramme Feministin ist – eine intersektionale gar – und denen bekanntlich jegliche Form von Selbstreflexion, welche für Selbstironie zwingende Voraussetzung ist, vollends wesensfremd ist, scheidet diese einzig mögliche Deutung aus. Ironie ist hier also nichts weiter als ein affektiv, aber auch eben völlig unpassend und gar unlogisch, weil sich selbst lächerlich machend, gewählter Selbstimmunisierungsreflex. „Waaaaas?! Ihr findet das nicht gut?! Damit zeigt ihr nur, dass euch die Intelligenz fehlt, meine feinsinnige Ironie zu verstehen!!!!!!!!!“

        DAFÜR ist auch der Text von K.I.Z. wirklich als Beispiel gut geeignet. Sicherlich sind die Gewaltphantasien, die dort geäußert werden, Überspitzungen. Allerdings eine Überspitzung alleine macht noch lange keine Ironie. Den eigenen Hass textlich zu überspitzen, um die Überspitzung als Ventil zu nutzen, hat mit Ironie Null Komma gar nix zu tun. Denn die Überspitzung der Ironie soll ja eben das tatsächlich Vorhandene, das eben gerade Ironisierte, ins Lächerliche ziehen, dessen Blödsinnigkeit aufzeigen. Betrachtet man, bei welchem Klientel sich K.I.Z. mit ihrem Lied erfolgreich anbiedern, scheidet auch dort die einzig mögliche Deutung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus, man würde dort, ganz im Sinne von Ironie, auf die Abgedrehtheit des öffentlichen Umganges mit Eva Hermann hinweisen und dies kritisieren.

        Als Gleichnis für den hier im Text thematisierten „Sketch“, da teile ich Maddes‘ Ansicht, eignet sich der Liedtext aber wirklich überhaupt nicht. Denn schon die Art des Sketch-Vortrages zeigt, dass hier nicht eigene, tief verwurzelte Vorurteile gegen Juden präsentiert werden sollen. Hier wird eben gerade absurde Abneigung gegen Juden sehr offensichtlich parodiert. Problematisch daran ist lediglich die sehr plumpe, nur auf schnelle, billige Lacher abzielende Holzhammermethode, sich einem durchaus heiklen Thema zu nähern. Und sollte die Aktion nicht mit Polak vorher abgeklärt gewesen sein – seine Reaktion nun darauf legt das nahe – war es zudem noch gedankenlos und unsensibel. Obwohl ich andererseits von einem Komiker, der nicht nur ein Selbsternannter ist, durchaus erwarte, dass er dennoch in der Lage ist, echten Antisemitismus und eine Parodie darauf auseinanderzuhalten.

        Beim Thema Antisemitismus zeigst du (@ Lucas) meines Erachtens bisweilen eine leichte Überempfindlichkeit und neigst zu Deutungen, die du z. B. bei Deutungen auf Basis feministischer Überempfindlichkeiten in sozialen Debatten kritisierst.

        Für mich ist die ganze Aktion tatsächlich, abseits von den eben genannten Problemen, einfach eben nur darum wertlos, weil sie sich „ironisch“ an Strohmännern abarbeitet. Auch hier muss ich Maddes‘ Kommentar hervorheben, der mit der Anstalt-Sendung zum Thema Antifeminismus geradezu ein Musterbeispiel gefunden hat. Da wurde sich an Argumentationen abgearbeitet, die, abseits von einer Minderheit geistig einfach gestrickter Proleten, so von keinem Vertreter der feminismuskritischen „Szene“ auch nur annähernd vertreten werden. Das war nur ein endloses sich selbst Feiern für die eigene „gute Haltung“, indem man die „Feinde“ so übel und minderwertig wie nur möglich skizzierte.

        Damit will ich nun nicht sagen, dass Antisemiten in Wahrheit ganz feine Leute sind. Aber es bringt wenig, sich über sie mit Statements lustig zu machen, die diese gar nicht von sich geben. Selbst das von dir gebrachte Beispiel, dass die Nazis die Juden als Verunreinigung des deutschen Volkskörpers betrachteten, war ja nur eine „Metapher“. Tatsächlich betrachteten wohl selbst Hitler und seine nächsten Anvertrauten Juden nicht als körperlich unsauber und unhygienisch. Sie betrachteten sie „nur“ in ihrer Gesamtheit als Bedrohung für jede sie beherbergende Gesellschaft, ganz besonders natürlich die deutsche. Sie sahen sie im Sinne von Schädlingen also eher als Heuschrecken und weniger als auf Hundehaufen sitzende Fliegen.

        Die Inszenierung von Antisemitismus im Sketch zielt also treffsicher meterweit am eigentlichen Inhalt klassischer antisemitischer Verschwörungstheorien vorbei. Da ist die parodistische Darstellung eines klassischen Antisemiten durch die Figur des Eric Cartman in der Serie „South Park“ erheblich treffender.

        • @Billy

          Meine Zustimmung: „Die Inszenierung von Antisemitismus im Sketch zielt also treffsicher meterweit am eigentlichen Inhalt klassischer antisemitischer Verschwörungstheorien vorbei.“

          Wie djadmoros zu strukturellen Ähnlichkeit von Feminismus und Antisemitismus schrieb:

          „Allen diesen Ansätzen ist meines Erachtens gemeinsam, dass sie eine schiefe, unzureichende, psychologisch reduktionistische und damit nicht kritische, sondern selbst mythenbildende Form der Analyse gesellschaftlicher Probleme darstellen, die sich primär dafür eignen, Schuldzuweisungen zu symbolisieren.

          Sie liefern einer politischen Agitation damit Scheinlösungen gesellschaftlicher Probleme, die im Kern darauf beruhen, nicht Kausalzusammenhänge zu analysieren, sondern Schuldige zu identifizieren, und auf diese Weise politische Ersatzhandlungen zu legitimieren.

          Auf diese Weise sind die misandrischen Formen des zeitgenössischen Feminismus einer historisch genau angebbaren Form von Antisemitismus strukturell wesensverwandt. Dass wir hier den deutschen Antisemitismus als Beispiel gewählt haben, steht dem nicht entgegen, dass die genannte feministische Vorurteilsstruktur sich heute über die ganze westliche Welt erstreckt.“

          https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2015/12/20/maennerverachtung-und-antisemitismus-als-kultureller-code/

    • @ Maddes:
      Ich verkürze mal ein wenig:
      Das Problem ist nicht die vordergründig vorgeschobene, sondern die implizite angebliche, welche als unscharfes, aber eindeutiges Postulat gesetzt wird.
      Also bspw.: „Die da SIND aber wirklich Antisemiten und Eva Herman IST Nazi und gehört auch dazu“.

    • @maddes8cht, Crumar, Billy Tatsächlich würde ich die Situation anders einschätzen, wenn Polak vorher informiert gewesen wäre und den Gag mit getragen, vielleicht gar entwickelt hätte. Dann allerdings wäre sein Vorwurf an Böhmermann – den er ohne Namensnennung, formuliert, aber Böhmermann ist ja leicht erkennbar – sehr unehrlich.

      Allerdings spricht überhaupt nichts dafür. Vor diesem Hintergrund ist die Interpretation, Böhmermann hätte satirisch überspitzt ein Statement gegen Antisemitismus im Sinn gehabt, nicht plausibel. Da möchten sich drei Satiriker klar gegen Antisemitismus positionieren, greifen auf eine denkbar vorbelastete Bildlichkeit zurück, bringen die ganz beiläufig in ihre Show ein, benutzen für die ganze Wirkung der Szene einen jüdischen Kollegen – denken aber gar nicht daran, die Szene vorher mit ihm abzusprechen? Das glaube ich nicht.

      Mir geht es hier überhaupt nicht darum, Böhmermann als Antisemiten zu entlarven, ich gehe auch davon aus, dass er das nicht ist (er ist in meinen Augen ein Spießer, hab ich ja oben schon geschrieben – aber ob er ein antisemitischer Spießer ist, weiß ich nicht). Ich gehe aber auch nicht davon aus, dass er irgendeine aufklärerische Absicht hatte. Dazu kommt der Gag zu beiläufig, und die Bildlichkeit, an die er anschließt (Juden als Ungeziefer, als Vergiftung des Volkskörpers, als Infektion etc.), ist zwar gut belegt – aber ja wahrscheinlich vielen im Publikum nur noch am Rande bekannt. Das heißt: Wenn es als Aufklärung gedacht war, dann geht diese Aufklärung an vielen ganz vorbei.

      Ich gehe davon aus, dass Böhmermann weder Antisemit noch Aufklärer ist, sondern dass er einfach das große Provokationspotenzial des Themas genutzt hat. Das meinte ich im Text damit, dass er sich Gewichtiges oder Bedeutendes gewissermaßen von außen importieren muss, weil seine Spielart der potenzierten Ironie eigentlich zu simpel ist, um irgendwas Bedeutungsvolles selbst hervorbringen zu können. Böhmermann ist oft nicht besonders witzig – er ersetzt Witz durch Härte.

      Auch wenn er kein Antisemit ist, ist dieser Umgang mit dem Thema einfach daneben.

      Und die Berufung auf Ironie ist einfach ihrerseits eine simple Berufung auf Definitionsmacht: Ich entscheide, wie Du etwas gemeint hast – aber wie ICH etwas gemeint habe, entscheide auch immer noch ich selbst. Und falls ich mich in Schwierigkeiten geredet habe, war es halt uneigentliche Rede, und wer mir Ärger hat, hat mich nur nicht verstanden.

  • Böhmermann und Polak haben das gemeinsam von langer Hand geplant, um einen antisemitischen Shitstorm in den dt. Social Media zu provozieren und so auf den real existierenden Antisemitismus/Rassismus/Klassismus in der Gesellschaft aufmerksam zu machen.
    Umso erfreulicher, wenn dabei auch noch so lobenswerte Artikel zum Meta-Meta-Meta-Wesen von Humor und Ironie wie der vorliegende abfallen.

  • für Jens-Christian Rabe scheint Böhmermann in der Süddeutschen „unrettbar an die Selbstgerechtigkeit und den Zynismus verloren“

    Das finde ich treffend. Böhmermann muss man nicht Antisemitismus unterstellen, wenn Blödheit als Erklärung völlig ausreicht. Er stellt sich – im Kontrast zu extremen Judenhassern – als hochmoralischen Menschen dar, so irgendwie um drei Ecken rum. Ich bin auch kein Nazi und kein Judenhasser, aber deswegen lauf ich nicht durch die Gegend und klopfe mir andauernd auf die Schulter. Ich klaue auch alten Omas, die sich nicht wehren können, nicht die Handtaschen und bilde mir deswegen nicht ein, ein besonders moralischer Mensch zu sein.

    Angenehm finde ich, dass Lucas nicht von „Mitbürgern jüdischen Glaubens“ faselt sondern einfach Juden sagt. Das ist erstens genauer, denn ein Jude muss gar nichts glauben, er kann Atheist oder sonst was sein. Ich als Mitbürger ohne Glauben weiss das. Manche scheinen eine panische Angst vor dem Wort „Jude“ zu haben, Mitbürger katholischen Glaubens wie auch Mitbürger muslimischen Glaubens.

    • Das mit dem Angenehmen hab‘ ich nicht so richtig verstanden. Warum ist es „genauer“, wenn man „Juden“ schreibt anstelle von „Mitbürger jüdischen Glaubens“?

      Wer „Juden“ schreibt, möchte vermutlich von Juden sprechen, wer dagegen „Mitbürger jüdischen Glaubens“ schreibt, möchte vermutlich von Mitbürgern jüdischen Glaubens sprechen.

      Wenn es somit Juden gibt, die keinen jüdischen Glauben haben, dann möchte der, der „Mitbürger jüdischen Glaubens“ schreibt, vermutlich nicht von solchen Juden sprechen, die keinen jüdischen Glauben haben.

      Warum soll nun der, der „Mitbürger jüdischen Glaubens“ schreibt und auch meint, „genauer“ „Juden“ schreiben, obwohl damit auch Juden gemeint sind, die keinen jüdischen Glauben haben, also auch Menschen, von denen er gar nicht sprechen möchte? Das verstehe ich nicht.

      Es ist ja sehr schön, wenn man als „Mitbürger ohne Glauben“ weiß, daß ein Jude gar nichts glauben muß, allerdings ist dieses Wissen irrelevant, wenn es darum geht, daß jemand „Mitbürger jüdischen Glaubens“ schreibt, weil er von genau diesen Menschen sprechen möchte und nicht etwa von solchen Juden, die gar nichts glauben.

      Ich kann auch nicht sehen, was es mit „panischer Angst“ zu tun hat, wenn jemand „Mitbürger jüdischen Glaubens“ schreibt, weil er von genau diesen Menschen sprechen will und nicht etwa von solchen Juden, die gar nichts glauben.

      • Warum soll nun der, der „Mitbürger jüdischen Glaubens“ schreibt und auch meint, „genauer“ „Juden“ schreiben, obwohl damit auch Juden gemeint sind, die keinen jüdischen Glauben haben, also auch Menschen, von denen er gar nicht sprechen möchte? Das verstehe ich nicht.

        Na ganz einfach, weil Juden gemeint sind, auch derjenige Jude, der Atheist ist. Was gibt es da nicht zu verstehen? Wann immer „Mitbürger jüdischen Glaubens“ adressiert werden, sind in der Regel einfach Juden gemeint, d.h. Jude ist, wer eine jüdische Mutter hatte (so ist in etwa die Regel glaub ich). Der Ausdruck „Mitbürger jüdischen Glaubens“ wäre dann korrekt, wenn tatsächlich Gläubige angesprochen würden. Atheistische Juden sind nach meinem Verständnis zwar Juden, aber nicht jüdischen Glaubens. Als Atheist lege ich Wert auf diese Unterscheidung.

        • Woher weißt Du denn, was andere Leute so meinen, wenn sie Ausdrücke verwenden, die Du ungenau findest? Bist Du etwa Feminist?

          Mein Vorschlag wäre: Warum lassen wir andere Leute nicht einfach das sagen, was sie sagen möchten – mit genau den Worten, die sie verwenden möchten?

          • Deine letzte Reaktion scheint mir ein wenig unangemessen.

            Mein vorheriger Vorschlag lautet: „Warum lassen wir andere Leute nicht einfach das sagen, was sie sagen möchten – mit genau den Worten, die sie verwenden möchten?“

            Deine einzige Reaktion darauf: „Rede keinen Blödsinn und zick hier nicht rum.“

            Realsatire?

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