Bürgerrechte Fake News Väter

Der Rechtsausschuss spricht nicht mit jedem

geschrieben von: Lucas Schoppe

Schon gar nicht mit Vätern: Väterverbände werden im Rechtsausschuss des Bundesttages nicht angehört

Ich arbeite gerade noch an einem neuen Text zu der plötzlich wieder aktuell gewordenen Debatte um die Abtreibung – habe aber heute etwas erfahren, was mich als Vater ebenfalls persönlich sehr berührt.

Der Rechtsausschuss des Bundestages beschäftigt sich am Mittwoch, dem 13. Februar mit einer möglichen Reform des Familienrechts, die von der FDP angestoßen wurde. Die Anhörung findet ohne Vertreter von Vätern statt, als ob es der Ausschuss gar nicht nötig hätte, eine seriöse Arbeit wenigstens zu simulieren.

Faktisch haben wir seit Jahrzehnten nach Trennungen der Eltern ein Mütter-Residenzmodell etabliert. Auch dann, wenn  ein Vater offenkundig besser für die Betreuung von Kindern geeignet sind die Mutter, bleiben Kinder fast zwangsläufig bei ihr. Auf Initiative der FDP soll dieses Modell nun durch ein anderes Leitbild ersetzt werden – durch das der Doppelresidenz, bei der die Kinder einen guten Kontakt zu beiden Eltern behalten können.

Natürlich wird dagegen Stimmung gemacht, zum Beispiel durch Ralf Schuler von der Bild-Zeitung, der distanzlos ein irreführendes Argument von Mütterlobbyistinnen wiederholt: Die Politik wolle sich durch dieses neue Leitbild in das Leben der Menschen einmischen.

Würden die Positionen, mit denen die Doppelresidenz vertreten wird, ernsthaft wahrgenommen – dann würden solche Vorwürfe verpuffen. Ich dokumentiere daher hier sowohl die Pressemitteilung der Interessengemeinschaft Jungen, Männer, Väter zum Desinteresse des Rechtsausschusses an Vätern als auch die Stellungnahme, die sie vor dem Rechtsausschuss abgeben würde, wenn sie denn die Gelegenheit dazu hätte.

Natürlich gebe ich das nicht objektiv und wertfrei wieder, sondern teile die Positionen. Ich weiß, dass ich hier in letzter Zeit vieles in dieser Weise einfach dokumentiert habe – das ist mir aber wichtig, um deutlich zu machen, dass die Diskussionen, die wir hier im Netz führen, durchaus auch außerhalb des Netzes von politischen Aktivitäten begleitet sind, die Unterstützung verdienen. Lucas Schoppe

Rechtsausschuss sperrt Väterverbände aus
Anhörung über „Wechselmodell“ findet ohne Vätervertreter statt

Berlin. Zur Anhörung des Rechtsausschusses des Bundestages am 13. Februar über die Reform des deutschen Familienrechts sind Väterverbände nicht geladen. Frauen- und Mütterverbände bekommen Rederecht. „Die Einladungspraxis des Rechtsausschusses ist skandalös“ kritisiert Gerd Riedmeier, Sprecher der Interessengemeinschaft Jungen, Männer und Väter (IG-JMV) und stellt fest:

„Es sind hauptsächlich getrennt erziehende Väter, die durch das veraltete deutsche Familienrecht diskriminiert werden.“

Nicht zielführend sei, so die IG-JMV, die Ausrichtung der Anhörung durch den Ausschuss an den Sekundärinteressen der gerichtsnahen Professionen. Es seien vor allem deren Vertreter geladen: Anwaltsverbände und die Beraterindustrie. Die primären Bedürfnisse der Betroffenen – vor allem von getrennt erziehenden Vätern – werden ignoriert. Väterverbänden wird der Vortrag verwehrt.

Anlass der Anhörung ist der Antrag der FDP, für Nachtrennungsfamilien das gleichberechtigte Betreuen der Kinder als Regelfall festzuschreiben. Dagegen laufen manche Mütterverbände Sturm. Für sie stellte Die Linke einen Gegenantrag mit einer skurrilen Argumentation über das „Kindeswohl“. Gleichberechtigtes Betreuen der Kinder entspreche dem Kindeswohl nicht. Im wissenschaftlichen Diskurs herrscht jedoch Konsens darüber, dass es Kindern im gleichberechtigten Betreuen nach Trennung und Scheidung am besten geht.

Bereits heute teilen sich 15 % der Trennungsfamilien die Betreuung ihrer Kinder – im sogenannten „Wechselmodell“. Die Tendenz ist stark steigend. Die Hälfte der Trennungseltern kann sich nach den Ergebnissen der Allensbach-Studie von 2017 diese Betreuungsform vorstellen; dabei ist vielen Eltern das Wechselmodell noch gar nicht bekannt.

„Wechselmodell“ bedeutet nach Interpretation der IG-JMV nicht verpflichtend die exakt hälftige Übernahme der Betreuungsverantwortung für Mütter und Väter. Im Gegenteil: Wichtig sei der Blick auf die Ressourcen der getrennt lebenden Eltern und das Verhandeln auf Augenhöhe – mittels vorgerichtlicher verpflichtender Mediation.

Die IG-JMV fordert eine Neuansetzung der Veranstaltung mit prominenter Einbindung der Väterverbände.

 

Soweit die Pressemitteilung. Es folgt die Stellungnahme der Interessengemeinschaft Jungen, Männer, Väter, die der Rechtsausschuss nicht berücksichtigen möchte:

 

Getrennte Mütter und Väter wollen ihre Kinder partnerschaftlich betreuen
Politik behindert zeitgemäße Regelungen für Trennungsfamilien

Viele junge Mütter und Väter teilen sich heute partnerschaftlich die Betreuungsverantwortung für ihre Kinder. Der Staat hält sich dabei zu Recht aus den Angelegenheiten der Familien heraus. Anders bei Trennung und Scheidung. Da mischt sich der Staat massiv in die Lebensumstände der Nachtrennungsfamilien ein und zwingt ihnen eine Betreuungsform auf: das „Residenzmodell“ mit „Einer betreut – der andere bezahlt.“

Dieser Ansatz spiegelt die Erwartungen aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wider und ist überholt. Bereits jetzt teilen sich in Deutschland 15% der Trennungsfamilien gleichberechtigt die Betreuung ihrer Kinder – im sogenannten „Wechselmodell“. Die Tendenz ist stark steigend. Die Hälfte der heutigen Trennungseltern kann sich nach den Ergebnissen der Allensbach Studie von 2017 diese Betreuungsform vorstellen; dabei ist vielen Eltern das Wechselmodell noch gar nicht bekannt.

Kritisch sehen Väterorganisationen den Antrag von Die Linke und bewerten ihn als Kapitulation vor der einseitig geführten Argumentation einer falsch verstandenen Mütterlobby. Es sind vor allem getrennt erziehende Mütter, die von einem gleichberechtigten Betreuen der Kinder – dem „Wechselmodell“ – profitieren. Sie bekommen größere Freiheiten für ihre autonome Lebensführung, ihr berufliches Fortkommen, für neue Partnerschaften usf.

Im „Wechselmodell“ können Kinder endlich den Alltag mit ihren beiden Eltern verbringen, wenn auch nicht notwendiger weise mit gleichem Betreuungsanteil. Diesen Kindern geht es nachweislich besser als Kindern im Residenzmodell (Nielsen-Studie).

Das veraltete Konzept des Vaters als „Besuchs-“ oder „Umgangs-“ Onkels muss auf den Müllhaufen der Geschichte. Väter wollen Verantwortung übernehmen und gleichberechtigt behandelt werden – auch durch das deutsche Familienrecht.

Nachtrennungseltern brauchen keine starren Regelungen wie das „Residenzmodell“, sondern individuelle und dynamische Lösungen. Die zeitgemäße Vorgabe muss lauten: „Beide betreuen – beide bezahlen“ – mit Blick auf die jeweilige finanzielle Bedürftigkeit und Leistungsfähigkeit. Dabei können Eltern auf Augenhöhe das Betreuungsverhältnis für ihre Kinder aushandeln: Betreuungsanteile von 50:50 %, 60:40 %, 70:30 % usf. Der Gesetzgeber muss dazu verpflichtende Mediation vor Beginn des Familienverfahrens setzen.

Der Gesetzgeber ist gehalten, zeitgemäße Regelungen im Familienrecht, im Steuerrecht, im Melderecht, im Sozialrecht, im Jugendhilferecht zu erarbeiten. Dazu bedarf es der Einsetzung einer Enquete-Kommission unter Beteiligung der Betroffenen: Mütter- und Väterverbände unter Hinzuziehung von Experten aus Justiz, Steuerrecht, Sozialrecht, Sozialarbeit, Mediation, Psychologie und Psychotherapie.

Nicht nachvollziehbar sind Argumentationsgänge über das „Kindeswohl“. Der Begriff „Kindeswohl“ ist weder juristisch noch wissenschaftlich-medizinisch definiert. Ein derartiges Argumentieren soll unlautere Motive verschleiern: Vielen Mütterverbänden geht es dabei nicht um das Wohl der Kinder – sondern um finanzielle Transferleistungen.

Heute präsentiert sich das deutsche Familienrecht in vielen Fällen als grundgesetzwidrig. Verweigert ein Elternteil vor dem Familiengericht die Kooperation, so wird er mit seiner Strategie der Strittigkeit belohnt: Dieser Elternteil erhält das Kind, die Unterhaltszahlungen, die Autonomie über die Lebensführung. Der zweite Elternteil geht leer aus und wird zum Zahl- und Besuchs- Elternteil degradiert. Dabei haben laut GG Art. 6 beide Eltern gleiche Rechte.

Kritisch sehen Väterverbände die Auswahl der geladenen „Experten“ zur Anhörung vor dem Ausschuss. Authentische Männer- und Väterverbände fehlen. Dafür sind polarisierende und Familien-spaltende Organisationen geladen: Verband Alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) sowie Deutscher Juristinnenbund (djb). Beide stehen nicht für inklusive Ansätze, sondern für Klientelpolitik und Partikularinteressen. Diese Ansätze haben da, wenn es um Familien geht, nichts zu suchen.

Echte Alleinerziehende sind höchst selten: Bei dieser Familienform ist der zweite Elternteil verstorben. Nachtrennungsfamilien bestehen aus zwei getrennt erziehenden Eltern. Sie betreuen beide ihre Kinder, wenn auch meist mit unterschiedlichen Betreuungsanteilen.

Ein zeitgemäßes Familienrecht hat dem Rechnung zu tragen.

Lucas Schoppe: Soweit die Stellungnahme der Interessengemeinschaft Jungen, Männer, Väter. Mit dem genannten Alleinerziehendenverband, für den Kinder grundsätzlich zur Mutter gehören, habe ich mich hier im Blog schon mehrfach auseinandergesetzt, zum Beispiel hier. Der alte Satz, dass jemand „vom Bock zum Gärtner“ gemacht werde, ist in diesem Fall zu harmlos. Wer Vertreterinnen des VAMV ohne Gegenpositionen als Expertinnen zum guten Umgang mit Kindern nach Trennungen einlädt, verhält sich wie jemand, der einen Wolf zum Schafhirten erklärt.

 

PS. Am 12.2. um 19 Uhr. Auch wenn das gegenüber denen, die hier schon kommentiert haben, ein wenig unfair ist, schiebe ich noch ein PS nach. Ich habe mir nämlich die Liste der zur Anhörung geladenen „Sachverständigen“ angeschaut und glaube, dass es wichtig ist, sie noch zu kommentieren.

Miriam Hoheisel kommt vom Alleinerziehendenverband VAMV. Prinzipiell wäre es ja denkbar, dass ein solcher Verband im Sinne der Kinder und der „Alleinerziehenden“ ein sehr großes Interesse daran hat, das fehlende Elternteil – fast immer der Vater – einzubinden. Der VAMV bemüht sich um das Gegenteil. Als bei Nichtverheirateten endlich auch ohne die ausdrückliche Zustimmung der Mutter das gemeinsame Sorgerecht möglich wurde, lancierte der Verband z.B. in seinen Broschüren, dass eine fehlende Kommunikation zwischen den Eltern ein gutes Argument gegen eine gemeinsame Sorge wäre. Das war natürlich als Hinweis an Mütter zu verstehen, die Kommunikation mit dem Vater zu vermeiden. Wie jetzt, Kindeswohl?

Nun erzählt Hoheisel schon lange, das Wechselmodell wäre nur möglich, wenn die Eltern gut kommunizieren, wenn sie viel Geld hätten etc. Ich könnte ihr ja mal vorrechnen, wieviel das Mutterresidenzmodell im Monat kostet, mit den Zugfahrten, den Kosten für eine weitere Wohnung etc. – aber das wäre ihr recht egal, weil das ja Kosten sind, die ich als Vater allein aufbringe.

Grundsätzlich gilt natürlich: Je schlechter Eltern kooperieren, desto wahrscheinlicher wird es, dass die Kosten steigen. Der VAMV hatte schon immer ein objektives Interesse an einer schlechten Kooperation, weil so die mütterliche Alleinsorge zu verteidigen war.

Mit Heinz Kindler und Sabine Walper kommen gleich zwei „Sachverständige“ vom Deutschen Jugendinstitut in München. Es ist nicht auszuschließen, dass sie seriöse Positionen beziehen – ihr Institut aber ist familienpolitisch so diskreditiert wie nur möglich. Sagenhafte 33 Jahre arbeitete dort Anita Heiliger, deren Anti-Väter-Aktivismus in dieser Zeit enorm folgenreich war. Für Heiliger kann ein Vater, der den Kontakt zu seinem Kind behalten möchte, dafür überhaupt nur zwei Gründe dafür haben: Entweder missbraucht er sein Kind, um Macht über die Mutter auszuüben – oder er missbraucht sein Kind sexuell. Dass Väter sich für ihr Kind verantwortlich fühlen könnten, dass sie ihr Kind lieben könnten, und das gar ganz ohne sexuelle Interessen – das ist für heiliger patriarchale Propaganda. Wer glaubt, dass ich übertreibe, kann sich auf ihrer Homepage ja mal eine Texte durchlesen.

Heiliger hat in ihrer Dissertation „Alleinerziehen als Befreiung“, die sie in ihrer Zeit am Jugendistitut schrieb, auch die Legende in die Welt gesetzt, der Vaterentzug wäre gut für Kinder. Quelle: Undokumentierte Interviews mit etwas mehr als 90 Trennungsmüttern, die ihre Kinder ohne Vater aufziehen und aufziehen wollten. Die hat sie gefragt, ob das, was sie – die Mütter – tun, wohl ihrer – der Mütter – Meinung nach gut für das Kind ist. Überraschenderweise hat ein Großteil dieser Mütter das bejaht, wer hätte das gedacht.

Obwohl der projektive Charakter von Heiligers Hass auf Väter (und hier passt das harte Wort „Hass“ tatsächlich einmal) eigentlich offensichtlich ist, und obwohl selbst bei flüchtigem Lesen klar wird, wie radikal destruktiv dieser Hass in einer Elternbeziehung wirken muss, gibt es bis heute meines Wissens keine klare Auseinandersetzung des Deutschen Jugendinstituts mit ihrer jahrzehntelangen Mitarbeiterin. Das wäre aber nötig, wenn diese Institution seriös agieren wollte.

Brigitte Meyer-Wehage kommt vom Deutschen Juristinnenbund, der ebenfalls darum bemüht ist, irgendwie Argumente gegen das Wechselmodell zu sammeln, obwohl es in allen relevanten Studien deutlich besser abschneidet als das Einzelresidenzmodell. Dazu gehört natürlich auch die beliebte Unterstellung, dass Väter keinen Unterhalt zahlen. Der Juristinnenbund ist eher eine Lobbyvereinigung zur Förderung der Interessen einer relativ kleinen Gruppe von Frauen als ein Bund, der sich um seriöse juristische Expertisen bemüht.

Immerhin ist wenigstens die Professorin Hildegund Sündehauf-Kravets dabei, ausnahmsweise mal tatsächlich eine Expertin auf dem Gebiet, die sich auch in der internationalen Literatur gut auskennt. Das ist wichtig, weil viele andere Länder, was Nachtrennungsfamilien angeht, Deutschland längst weit voraus sind und oft das Wechselmodell als Leitlinie auch installiert haben.

Im Rechtsausschuss sitzen dann auch noch Leute wie die grüne Katja Keul, die schon im Bundestag mit simplen Ressentiments gegen das Wechselmodell polemisiert hat.

Bei manch einem besonders engagierten Vertreter des Wechselmodells werde ich den Verdacht nicht los, dass die Empörung über den als ungerecht empfundenen Kindesunterhalt größer ist als die laut vorgetragene Sorge um das Kindeswohl.

Es ist Akteuren wie ihr zu verdanken, dass Deutschland über den alten Grundsatz nie herausgekommen ist, das Kind gehöre zum Ersten, zum zweiten und zum Dritten zur Mutter. Und zur Mutter allein.

Vorsitzender des Rechtsausschusses ist übrigens Stephan Brandner von der AfD. Soviel zu der Hoffnung einiger Männer, mit der AfD gäbe es ein Gegengewicht gegen die Männerfeindlichkeit einer rot-grünen Politik. Diese Hoffnung war immer schon verfehlt: Dass Väter aus den Familien herausgehalten wurden, ist traditionell einer stillschweigenden Zusammenarbeit zwischen einer konservativen Familienpolitik rechts und einer feministisch inspirierten Politik, nun ja, links bzw. bei Rotgrün zu verdanken.

Arne Hoffmann berichtet etwas, worauf auch Billy Coen und Fiete in den Kommentaren schon hinweisen: dass die Anhörung des Rechtsausschusses nicht übertragen wird, obwohl sie öffentlich ist. Es ist den Mitgliedern des Rechtsausschusses also offenbar sehr wohl bewusst, dass sie mit ihrer verrückten Einladungspolitik nicht seriös arbeiten können – hier ist vermutlich nur die FDP auszunehmen, die den Antrag für das Wechselmodell eingebracht hat und die ein Interesse an einer transparenten Debatte haben müsste.

Anstatt dass die Mitglieder des Rechtsausschusses daraus aber den Schluss ziehen, ihre Einladungspolitik zu ändern und seriöser zu agieren – sorgen sie einfach dafür, dass die Anhörung nicht öffentlich ist.

Der Ausschuss demonstriert damit den Unwillen, in einer für viele Menschen, und insbesondere für viele Kinder, existenziellen Frage die Arbeit zu erledigen, für die seine Mitglieder sehr gut bezahlt werden.

 

Bei alledem finde ich es übrigens unendlich traurig, dass die Petition für das Wechselmodell weit davon entfernt ist, ihr Ziel zu erreichen. Sie ist wichtig und kann hier unterzeichnet werden. Danke an David Friedrich für den Hinweis in den Kommentaren.

RSS
Follow by Email
Twitter
Google+
LINKEDIN
Whatsapp
Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann verpassen Sie keine Artikel mehr! Drücken sie auf den folgenden Link/Button und geben Sie Ihre Email-Adresse an, um über neue Artikel informiert zu werden.

16 Comments

  • Von mir als staatlich geprüfter Rechtschreibnazi ein kleiner Hinweis: „Auch dann, wenn ein Vater offenkundig besser für die Betreuung von Kindern geeignet sind die Mutter…“ (dritter Absatz)

    Ich halte ein solches Vorgehen für einen Skandal. Es ist doch ein demokratischer Minimalanspruch, dass Direktbetroffene zumindest angehört werden, wenn Gesetzesänderungen vorgenommen werden. Es gehört schon eine unglaubliche Kaltschnäuzigkeit dazu, so offensichtlich und einseitig parteiisch zu agieren und diese Einseitigkeit als dem Kindeswohl dienend anzupreisen. Es sind die sogenannten linken Parteien, die sich gegen jeden Fortschritt stemmen und in diesem Sinne reaktionär agieren. Ein Trauerspiel.

    • @ Pjotr Ich habe, unfairerweise, heute Abend um kurz nach 19 Uhr noch ein PS nachgeschoben, weil ich mir etwas genauer angeschaut habe, wer denn nun eigentlich bei der Anhörung dabei ist. Einige kenne ich nicht, zu einigen kann ich aber etwas kommentieren.

      Und der Vorsitzende des Rechtsausschusses ist, das schreibe ich da auch, ein AfD-Mann. Das macht allerdings den Skandal nicht kleiner, dass diejenigen, die zuallererst für eine gleichberechtigte, moderne Familienpolitik eintreten müssten, reaktionär agieren. (Ich hoffe aber tatsächlich, dass sich außer in der FDP auch in der SPD ein paar Leute finden werden, die für das Wechselmodell eintreten.)

  • „Ich weiß, dass ich hier in letzter Zeit vieles in dieser Weise einfach dokumentiert habe…“

    Und das ist auch absolut OK so, denn dein genanntes Anliegen ist begründet. Hierbei handelt es sich um eines der derzeit wichtigsten „geschlechterpolitischen“ Themen und die Nonchalance mit der ein Ausschuss eines vom ganzen Volk gewählten Parlamentes hier massive Parteilichkeit für nur einen Teil dieses Volkes betreibt ist ohne Frage skandalös. Man kann ja noch nicht einmal entschuldigend anführen, dass evtl. den Damen und Herren dort nicht bekannt wäre, dass es neben sehr klar mütterlobbyistisch ausgerichteten Verbänden noch andere Interessenvertretungen gibt, denn deren Anfragen an den Ausschuss liegen vor, wie wir dank Veröffentlichungen und Replizierungen derselben wie hier von dir wissen. Väterliches Interesse an einer möglichen Neugestaltung unseres Sorgerechtssystems wird also wissentlich und absichtsvoll ignoriert.

    Wahrscheinlich zeigen sich hier in der Geisteshaltung auch tatsächlich Parallelen zur „Abtreibungsdebatte“, denn auch dort scheint die Überzeugung, dass es sich bei alledem um ein Thema handelt, das absolut ausschließlich nur Frauen betrifft und etwas angeht, dass es oft schon als Affront betrachtet wird, wenn sich dazu überhaupt mal ein Mann zu Wort meldet und es spätestens dann zum Skandal wird, wenn der dann auch noch eine Meinung vertritt, die nicht zu mindestens 100 % deckungsgleich mit der feministischer Lobbyistinnen ist.

    Was sich an dieser politischen Inszenierung zeigt, ist auf jeden Fall, dass der übliche feministische Standardsatz „bis zur Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen ist es noch ein langer Weg“ durchaus stimmt, nur verkehrt das, was besagte Lobbyistinnen damit meinen, die Lebenswirklichkeiten zum größten Teil in ihr vollkommenes Gegenteil.

    • @ Billy „massive Parteilichkeit für nur einen Teil dieses Volkes“ Und das sind nicht einmal „die Frauen“. Ich kenne Frauen, die ein großes Interesse daran haben, dass die Väter sich nach einer Trennung mehr, oder überhaupt mal, um die Kinder kümmern. Bei Ämtern und Gerichten laufen solche Frauen ebenso auf wie ausgegrenzte Väter.

      Das heißt: Dies ist nicht etwa eine Politik für Frauen und gegen Männer. Es ist eine Politik FÜR Mütter UND Väter, die ihrer Verantwortung ihren Kindern gegenüber nicht gerecht werden wollen – und GEGEN Mütter und Väter, die ihre Verantwortung akzeptieren.

      Und, in jedem Fall, GEGEN die Kinder.

      • Absolute Zustimmung! Dass da eine sich in der Realität widerspiegelnde Mann-Frau-Oppositionslinie vorläge, war auch nicht meine Intention in dem Post. Und ähnlich wie Feministinnen nicht für „die Frauen“ sprechen, so sprechen auch „Mütterlobbys“ nicht für „die Mütter“.

        Sehr entlarvend finde ich dabei auch immer, dass Väterverbände konsequent von väterlicher Sorge reden, Verteidigern des Status Quo aber nichts anderes einfällt, als immer sofort den Vorwurf in den Raum zu werfen, den Vätern ginge es nur darum, sich des Unterhaltes entziehen zu können. Warum sind es denn gerade die Verteidiger des Residenzmodells, denen als erstes monetäre Interessen einfallen, um diese dann den Gegner vorzuwerfen? Ich denke es wäre zur Erklärung dieses Verhaltens sehr hilfreich, mal den Begriff „Projektion“ zu googeln.

        Was du ansprichst, habe ich sogar in meinem Bekanntenkreis erlebt. Eine ehemalige Kollegin von mir hat sich kurz nach der Geburt der zweiten Tochter von ihrem Mann getrennt. Auch das erstgeborene Kind war zu dem Zeitpunkt noch in einem Alter, dass es, hätte sie alle Möglichkeiten ausgenutzt, die unsere Institutionen durch einseitige Parteinahme bzw. Hilfeverweigerung Vätern gegenüber bösartig eingestellten Müttern zur Verfügung stellen, nicht einmal mehr die kleinsten Erinnerungen an den Vater gehabt hätte. Sie hätte ihn quasi vollends aus dem Leben der gemeinsamen Töchter ausradieren können. Mich hat es aber in Gesprächen, die ich mit ihr hatte und auch nach dem, was ich noch im Nachgang darüber gehört habe, regelrecht gerührt, wie gut die beiden das hinbekommen haben. Sie teilen sich die Kinder gleichmäßig auf und haben auch nicht einfach nur stur ein paar Wochentage für jeden festgelegt, sondern auch darauf geachtet, dass die Wochenenden gerecht verteilt sind. Genau so sollte das doch laufen. Geradezu tragisch, dass unser Rechtssystem eigentlich nichts anderes zu so etwas beizusteuern weiß, als dass selbst solche Eltern bei jeder kleinen Zwistigkeit nur von Staatsseite aus in Opposition um die Ressource Kind gestellt werden, aber keinerlei Anreiz erhalten, selbst aus einer schwierigen Lage heraus am Ende zu einer so beiden Seiten – und vor allen Dingen den Kindern – gerecht werdenden Lösung zu kommen.

        Deine nachgeschobene Info zu dem Vorsitz des Ausschusses aus den Reihen der AfD überrascht mich im Übrigen nicht im Geringsten. Gerade die AfD steht bei diesem Thema doch tatsächlich fest an der Seite der sich selbst als Links bezeichnenden Parteien. Und obwohl letztgenannte Moralapostel bekanntlich die ersten sind, die jede ihnen nicht passende Meinung damit zu diskreditieren versuchen, mit dem Verweis, welche zweifelhaften Gestalten diese Meinung auch noch so vertreten, bereitet es ihnen offenbar keinerlei kognitive Dissonanz, dass sie, die sie sich selbst gerne als progressiv labeln, bei diesem Thema Leute auf ihrer Seite haben, die zutiefst archaische Sichtweisen vertreten. Welch Ironie!

        • „Gerade die AfD steht bei diesem Thema doch tatsächlich fest an der Seite der sich selbst als Links bezeichnenden Parteien. (.). Welch Ironie!“

          Das ist sicher richtig, legt aber auch einen anderen Grund für die Fernsehsperre nahe, als nur den Ausschluss der Väter: man will sich nicht beim Kooperieren mit dem politischen Gegner, man will sich nicht beim „kungeln“ erwischen lassen. Well, viel schöner ist das auch nicht, schon klar, aber eben ggf anders motiviert.

          Und @schoppe…das mit den Petitionen tut mir immer echt leid aber ich glaube dass man sich das auch an fünf Fingern hätte ausrechnen können…mir fallen mehrere Gründe ein, warum sowas nicht funktioniert und die sind nicht alle im männlichen Wesen begründet. Alleine, dass „Familienthemen“ zu gefühlt 90% an Frauen ausgeliefert werden, zeigt leider, dass man schon Schwierigkeiten bei der Bekanntmachung haben wird. Die Männer sind auch noch nicht so weit, aber der stete feministische Tropfen des Irrsins wird irgendwann alle dicken Bretter durchbohrt haben und dann auf der Haut der Männer ankommen. Dann fehlt nur noch ein Zündfunke wie die Gillette Werbung und die Zustimmung sackt endgültig in sich zusammen. Oder so 🤗
          Die Männerrechtler haben mittlerweile auch so gute Argumente, dass auch „Einsteiger“ gut darauf zurück greifen können und man im netz brauchbare antworten findet und nicht mehr nur mit femi-propaganda zugemüllt wird.

          Wie lange das dann dauert bis es in der Politik zu einer Umsetzung kommt, kann ich dir natürlich auch nicht sagen. Aber die FDP hatte ja schon den entsprechenden Antrag gestellt (welchen Vertreter haben die eigentlich vor den Ausschuss geladen?) so dass ich befürchten würde, ein schlechtes Petitionsergebnis könnte denen auch noch argumentativ in die Quere kommen, so ganz nach dem Motto: „die eigene Klientel hat’s nicht gezeichnet, ergo gibt’s auch kein problem“. So gesehen kommt die Petition zur Unzeit; warum macht man das? Na ja, ich will aber natürlich niemand das Engagement schlecht reden, also unterzeichnen werde ich wieder, trotzdem. Wenn sowas mal klappen soll braucht’s aber vielleicht doch mal einen Werbefachmann ^^

  • Und heute via Genderama:

    „Das Unterlaufen demokratischer Prozesse ist aber sogar noch dramatischer. Während nämlich normalerweise auch Anhörungen zu Themen geringerer Relevanz vom Bundestagsfernsehen für die Öffentlichkeit übertragen werden, bleibt ausgerechnet bei einem Thema von solcher Bedeutung, dass es beispielsweise die Titelgeschichte des aktuellen SPIEGEL ist, auf Wunsch der Fraktionen die interessierte Öffentlichkeit außen vor. Vätern wird damit nicht nur die Teilnahme an einer Anhörung, die sie stark betrifft, verweigert – sie dürfen nicht einmal Zeuge davon sein, was bei dieser Anhörung zur Sprache kommt.“

    Also auf Wunsch der Fraktionen… Wie ich eben schon geschrieben hatte, können sie gar nicht nicht wissen, dass sie da massive Parteilichkeit ausüben, sie wollen sich, während sie das tun, noch nicht einmal vom Souverän, dessen Interessen sie dabei zu vertreten hätten, auf die Finger gucken lassen. UNFASSBAR!

    Man muss schon ziemlich vernagelt sein, nicht zu merken, wie hochgradig lächerlich vor dem Hintergrund dieser Abläufe die Bezeichnung unserer Gesellschaft als „Patriarchat“ ist. Oder wurden in Monarchien auch die Monarchen aus politischen Entscheidungsprozessen ausgeschlossen und durften noch nicht einmal mitverfolgen, wie über ihre Köpfe hinwegentschieden wird? Wenn dem so gewesen sein sollte, nähme ich meine eben getätigte Aussage gerne zurück, aber ansonsten…

  • O-O, intransparenter Rechtsauschuss unter AfD-Vorsitz zur Gleichstellung nach der Ehe …

    Das muss wohl deshalb geheimgehalten werden, damit die Leute noch heiraten?

  • Das Statement der IG-JMV ist ok und richtig, man muss es aber als das verstehen, was es ist – eine politische Meinungsrede. Nüchtern betrachtet ist die Zusammensetzung der Sachverständigen zwar nicht toll, aber auch nicht so katastrophal wie dort suggeriert. Dass der VAfK oder die Projektgruppe Doppelresidenz nicht dabei sind, ist sicher unschön, aber immerhin sind mit Frau Prof Dr Sünderhauf und Herrn Linser vom ISUV zwei verlässliche und gewichtige Wechselmodellbefürworter dabei. Auf die Einladung von radikalen Mütterlobbyistinnen wurde verzichtet, und manche Wechselmodellgegner sind sehr gemässigt (z.B. Walper & Kindler).

  • „das fehlende Elternteil – fast immer der Vater –“ – bitte nicht!
    Es gibt das Teil und den Teil. Das Teil ist ein zugehöriger Gegenstand, z.B. eine Schraube am Auto. Der Teil ist ein Anteil am Ganzen. Ich würde Väter eher unter „Anteil“ als unter „Sache“ einordnen.
    Ansonsten: Wieder ein sehr guter, treffender Text – danke!

  • „Und das sind nicht einmal „die Frauen“. Ich kenne Frauen, die ein großes Interesse daran haben, dass die Väter sich nach einer Trennung mehr, oder überhaupt mal, um die Kinder kümmern. Bei Ämtern und Gerichten laufen solche Frauen ebenso auf wie ausgegrenzte Väter.

    Das heißt: Dies ist nicht etwa eine Politik für Frauen und gegen Männer. Es ist eine Politik FÜR Mütter UND Väter, die ihrer Verantwortung ihren Kindern gegenüber nicht gerecht werden wollen – und GEGEN Mütter und Väter, die ihre Verantwortung akzeptieren.“

    Und, in jedem Fall, GEGEN die Kinder.

    @Schoppe: Wie wahr, wie wahr! Meine Frau und ich versuchen nach Kräften, trotz Trennung als Paar auf der Elternebene an einem Strang zu ziehen. Da werden uns massiv Steine in den Weg gerollt. Z.B. steuerlich: Man landet schon während der Trennung in Klasse 1, obwohl ich verpflichtet bin, meiner Frau den gleichen Lebensstandard wie vorher zu ermöglichen und die Kosten durch die Decke fliegen. Es ist auch nicht möglich, die Steuerklasse 2 zu bekommen, da wir tatsächlich das Wechselmodell mit 50/50 Betreuung leben. Ebenfalls ist es nicht erlaubt, beide Kinderfreibeträge bei mir (dem Hauptverdiener) eintragen zu lassen (auch nicht auf gemeinsamen Antrag).
    Und die BGB Paragrafen mit ihren wachsweichen Bestimmungen zum nachehelichen Unterhalt wälzen erstens ALLE Risiken vom Staat auf das getrennte Paar ab und laden zweitens geradezu zum Streit ein.

Leave a Comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.