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Christchurch: Die Gier auf den Bürgerkrieg

geschrieben von: Lucas Schoppe

Der Massenmord an muslimischen Moscheebesuchern in Christchurch zeigt auch: Der Terror kalkuliert seine mediale und politische Verarbeitung schon mit ein – und die medialen Debatten über den Terror werden womöglich auf eine Weise geführt, die ihm zuarbeiten. Der Massenmord ist dabei nicht nur Selbstzweck, sondern auch ein Instrument, um politische Spaltungen zu vertiefen.

 

Chelsea Clinton, Greta Thunberg und der Massenmord

Möglicherweise machen soziale Medien Menschen nicht verrückt, sie stellen aber bestehende Verrücktheiten deutlicher und ungefilterter heraus. Wäre der Anlass des Massenmordes an muslimischen Moscheebesuchern in Christchurch nicht so furchtbar, denn wäre es einfach bloß bekloppt und lächerlich, welche Menschen hinterher sofort und öffentlich als Mitschuldige identifiziert wurden.

Chelsea Clinton zum Beispiel, weil sie die demokratische Kongressabgeordnete Ilhan Omar beschuldigt hatte, antisemitische Klischees zu benutzen.  Muslimische Immigranten waren nach Meinung des australischen Senators Fraser Anning schuld – ein Statement, für das er wenigstens ein Ei auf den Kopf gedrückt bekam.  Hamed Abdel-Samad wäre schuld, weil der nicht kritisch gegenüber dem Islam, sondern islamophob wäre. Die Linke wäre schuld, weil sich der Massenmörder als „Ökofaschist“ bezeichnet hatte. Greta Thunberg wäre mitverantwortlich, weil … das habe ich, um ehrlich zu sein, auch nicht verstanden, aber Harald Laatsch, für die AfD im Berliner Abgeordnetenhaus, kann das sicher irgendwie erklären.  Natürlich sind aber auch die Männer schuld, das darf an dieser Stelle auf gar keinen Fall fehlen. 

So absurd sie sein mag, ist diese Liste gewiss noch viel zu kurz. Sie zeigt aber erstens schon, dass Menschen auch ein so radikal überforderndes Verbrechen wie das von Christchurch schlicht als Bestätigung dessen nutzen, was sie ohnehin immer schon geglaubt haben.

Sie zeigt zweitens, dass der Mörder offenbar richtig kalkuliert hat: Sein wesentliches Ziel ist nach eigenen Angaben, die westlichen Gesellschaften weiter in eine Polarisierung zu treiben. Mit dem direkten Bezug auf die USA wünscht er sich eine „Balkanisierung“, die in einer Rassentrennung münden würde.

Ich beziehe mich dabei auf das „Manifest“, das der Massenmörder veröffentlicht hat. Es gibt längst, mit guten Gründen, eine Debatte darüber, ob es zugänglich sein sollte. Ich finde den direkten Bezug darauf wichtig, weil das der einzige Weg ist, sich über die politische Begründung des Verbrechens zu äußern, ohne dabei jeweils das in die Tat zu projizieren, wovon wir auch vorher schon überzeugt waren. Zumindest müssen wir so unsere Vorannahmen, ohne die wir eine solche Tat nicht einordnen können, an neuen Informationen überprüfen.

Der Titel des Manifests, The Great Replacement, spielt wohl auf das Buch Le Grand Replacement von Renaud Camus an. Aufgrund ihrer niedrigen Geburtenrate, der Migration aus afrikanischen bzw. muslimischen Staaten und einer hohen Geburtenrate der Migranten würden die westlichen Bevölkerungen gleichsam umgetauscht. Für den Mörder sind Migranten daher „Invasoren“, während die Motive der politisch Verantwortlichen diffus bleiben: Offensichtlich wollen Erdogan, Merkel und der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan, die er namentlich nennt, in seinen Augen schlicht Böses.

 

Ethnopluralismus ist nicht pluralistisch

Wichtig ist dabei vor allem das, was in dem Manifest keine Rolle spielt. Dort existiert die Möglichkeit schlicht nicht, dass Migranten sich an das Einwanderungsland anpassen und Gutes beitragen können. Das amerikanische Ideal einer Melting Pot wird ausdrücklich bekämpft – es soll im Bürgerkrieg verschwinden.

Der Mörder kommt zudem gar nicht auf die Idee, sein Heimatland Australien und Neuseeland, wo er sein Verbrechen verübte, einmal mit den Augen der ursprünglichen Bewohner zu betrachten. Aus deren Perspektive nämlich müssen natürlich eher die Weißen als Invasoren erscheinen, nicht als Menschen, die sich vor einer Invasion zu schützen haben.

Er nimmt zudem außer den ethnischen keine weiteren Unterschiede wahr. Nach seinen Angaben hat ihn insbesondere eine Reise nach Frankreich zu seinen Verbrechen bewegt, wo angeblich Muslime längst die europäischen Franzosen ersetzen würden – was sich statistisch nicht bestätigen lässt.  Er verübt sein Verbrechen aber in Neuseeland, wo der Anteil der Muslime noch einmal deutlich kleiner ist.  Zudem wird Neuseeland gerade, geduldet durch die Grünen, von einer Koalition der Sozialdemokraten mit der nationalistischen, migrationsfeindlichen Partei New Zealand First regiert.

Es wäre also ein Irrtum, eine eher migrationsfreundliche Politik für Gewalt wie die von Christchurch verantwortlich zu machen, zumal auch das Heimatland des Massenmörders schon lange eine strikte Politik der Verhinderung von Immigration pflegt. Tatsächlich schlägt bei ihm offenkundig ein rassistisches Reinheitsdenken durch, das sich um reale politische Unterscheidungen nicht schert: Wird die Fiktion ethnischer Reinheit zerstört, dann ist es ihm gleichgültig, ob das durch eine offene oder durch eine sehr restriktive Migrationspolitik geschieht. Entscheidend ist allein, dass es überhaupt Migration gibt.

An mehreren Stellen argumentiert der Mörder im Sinne eines Ethnopluralismus, einem zentralen Konzept heutiger rechter Bewegungen. Allgemein formuliert: Dabei wird nicht unbedingt eine Hierarchie der Völker oder Ethnien behauptet, alle können durchaus als gleichwertig betrachtet werden – aber jeweils nur an ihrem Platz.

Tatsächlich ist der Begriff „Ethnopluralismus“ trügerisch. Er hat mit einem Pluralismus nichts zu tun, denn dafür wäre ein zumindest basaler universeller Rahmen nötig, der verschiedene Elemente überhaupt zueinander in Beziehung setzen kann. Einen solchen Rahmen aber leugnen Ethnopluralisten – für sie ist die Perspektive der jeweiligen Ethnie an ihrem jeweiligen Platz entscheidend, ohne dass es eine wünschenswerte Möglichkeit gäbe, diese Perspektiven zueinander in Beziehung zu setzen. So sind denn die Ethnien sehr wohl hierarchisch geordnet – die jeweils eigene Ethnie ist Maßstab für alle anderen.

Der Massenmörder von Christchurch verwendet den Begriff „Ethnopluralismus“ nicht, aber sein Begriff des „Ethnonationalismus“ – mit dem er Nationen jeweils homogener Völker anstrebt – ist ohnehin ehrlicher. Türken beispielsweise würde, so schreibt er, niemand ein Leid zufügen, wenn sie nur östlich des Bosporus blieben. Wenn er über Juden schreibt, verneint er, Antisemit zu sein – und argumentiert im gleichen Satz direkt antisemitisch. Mit Juden nämlich habe er kein Problem, solange sie nur in Israel blieben und sein eigenes Volk nicht unterminieren („subvert“) würden.

Nun leben Juden allerdings bekanntlich seit Jahrtausenden in der Diaspora, und der Staat Israel ist erst einige Jahrzehnte alt, aber viele jüdische Gemeinden in der Welt sind um ein Vielfaches älter als, beispielsweise, die Nationen Australien oder Neuseeland. Wer so schreibt wie dieser Mörder, erklärt tatsächlich Juden überall auf der Welt den Krieg – und behauptet im selben Atemzug, kein Antisemit zu sein.

Mit seinem Ethnonationalismus, der weiter nichts ist als ein Ethnopluralismus ohne Schleier, lassen sich die drei oben erwähnten Unfähigkeiten erklären: die Unfähigkeit, positive Seiten der Migration wahrzunehmen, die Unfähigkeit zum Perspektivwechsel und die Unfähigkeit, andere Unterschiede wahrzunehmen als die zwischen Ethnien. Damit ist aber noch nicht klar, warum diese Weltsicht im Massenmord münden kann.

 

Politik aus Ego-Shooter-Perspektive

Die Bereitschaft zum Massenmord wird erklärlich im Blick auf den unlösbaren Widerspruch zwischen einer modernen Demokratie und einer Identitätspolitik, wie das Manifest sie skizziert. Eine solche Identitätspolitik ordnet erstens Individuen radikal Gruppen unter und bewertet sie nach ihrer Gruppenzugehörigkeit. Sie beschreibt zweitens Gruppen nicht in einer möglichen Kooperation, sondern baut auf klare, beständig moralisierend grundierte Freund-Feind-Bilder.

Ein dritter Unterschied zwischen dieser Politik und der einer aufgeklärten Demokratie ist etwas weniger augenfällig. Ein zentraler Konflikt in der Ethik seit der Aufklärungszeit zeigt sich in der Frage, ob die Konsequenzen einer Handlung moralisch bewertet werden sollen oder eher die Intentionen dabei. Wir müssen uns hier gar nicht weiter darum kümmern, wie dieser Konflikt geklärt werden könnte, wichtig ist: Beide Positionen richten sich gegen eine ständische, voraufklärerische Moral.

Menschen werden so nämlich nach dem bewertet, was sie tun, was sie damit beabsichtigen oder was sie damit erreichen – nicht nach dem, was sie sind. Identitätspolitik, und das wird in ihrer Rechtsaußen-Variante besonders deutlich, fällt hinter diese aufklärerische Unterscheidung wieder zurück und bewertet Menschen zuerst und zuletzt danach, was sie sind, und das heißt hier immer: zu welcher Gruppe sie gehören.

Damit aber gibt es keine Möglichkeit, Konflikte zu klären oder Situationen dadurch zu moderieren, dass Menschen ihr Handeln anpassen. Konflikte lassen sich so nur lösen, indem die störenden Individuen und Gruppen verschwinden.

Nun ist natürlich nicht jeder Mensch ein Identitätspolitiker, der mit der Migrationspolitik der Bundesregierung nicht einverstanden ist – dafür kann es auch ganz pragmatische Gründe geben, die nichts mit der Idee ethnischer Reinheit zu tun haben. Es ist auch nicht jeder Mensch ein Identitätspolitiker, der es als Verlust von Identität wahrnimmt, wenn etwa in einem Stadtviertel, in dem er von Kindheit an gelebt hat, nun eine Mehrheit der Bevölkerung aus Migranten besteht. Solche Empfindungen des Heimatverlustes wurzeln eher in dem Gefühl, das Vertraute zu verlieren, als in dem Bestreben, irgendeine ethnische Reinheit herzustellen.

Entscheidend für Identitätspolitik ist es, dass ihrer Vertreter gleichsam festgetackert in der eigenen Perspektive agieren. Mörderisch kann ihre Politik werden, wenn sie den Perspektivwechsel ganz verweigern – wenn sie nicht bereit sind, die Welt und sich selbst zumindest probeweise auch aus der Perspektive ihrer vermeintlichen Feinde wahrzunehmen.

So ist die Selbstdarstellung des Täters als realer Ego-Shooter, der seinen Massenmord per Helmkamera ins Netz direkt überträgt, ebenso krank wie konsequent: Die Perspektiven der anderen, ihre Blicke erscheinen nur noch als etwas, das ausgelöscht werden muss, immer wieder von neuem, bis nur noch die eine, die eigene Perspektive übrig bleibt.

 

Der gemeinsame Feind der feindlichen Stämme

Es ist daher in meinen Augen richtig, dass die neuseeländische Regierung die Verbreitung dieses Videos unter Strafe stellt. Sie zeigt damit, dass sie die Gestaltung öffentlicher Diskurse nicht einem Massenmörder überlässt – und sie verhindert, soweit es eben geht, dass sich Zuschauer in die Identifikation mit dem Täter hineinziehen lassen.

Die Logik des Videos nämlich  ist nicht allein mörderisch, sondern steht auch im schroffen Widerspruch zu einer modernen, demokratischen, funktional differenzierten Massengesellschaft, in der sich nicht einmal ein einfacher Handel bewerkstelligen lässt, wenn die Beteiligten nicht zum gegenseitigen Perspektivwechsel in der Lage sind.

Diese Identitätspolitik muss also in einer modernen Massengesellschaft beständig auf Feinde treffen – auf Positionen, die ihre eigene Position relativieren – auf Unterschiede und Durchmischungen – auf gegenseitige Spiegelungen und Rückspiegelungen. Daher macht es aus dieser Sicht auch gar keinen prinzipiellen Unterschied, ob diese Gesellschaft nun eine strikt-rigide oder eine offene Einwanderungspolitik betreibt. Der Feind ist nicht eine bestimmte Politik, sondern die moderne Demokratie selbst.

Der Massenmörder beschreibt Demokratie dementsprechend auch als „mob rule“ – etwa: Mafiaherrschaft – und als Feindesherrschaft. Er behauptet, durch Terroranschläge von Muslimen in Europa zu seinem eigenen Terrorakt motiviert worden zu sein, dafür Rache nehmen zu wollen – und hofft zugleich auf Vergeltungsakte, die Europa weiter in den Bürgerkrieg treiben würden.

So sehr sich die Massenmörder von Nizza, Manchester, Paris oder Berlin und der Massenmörder von Christchurch auch als Krieger feindlicher Stämme ansehen mögen – tatsächlich haben sie ein gemeinsames Ziel und einen gemeinsamen Feind. Sie greifen Plätze des öffentlichen Lebens an, verbreiten gezielt Angst und wählen symbolische Orte, die mit friedlicher Zivilität konnotiert sind. Zugleich spalten sie auch den öffentlichen Diskurs, weil sie Misstrauen stiften, Freund-Feind-Strukturen herbeizwingen und Menschen, die moderater agieren, dazu drängen, sich einem der Lager zuzuordnen.

Es ist daher wohl auch kalkuliert, dass sich der Massenmörder von Christchurch ausdrücklich auf den Youtuber Pewdiepie und die afro-amerikanische Trump-Unterstützerin Candace Owens beruft.  Es ist schließlich sein ausdrückliches Ziel, die gesellschaftlichen Spaltungen in den USA und insgesamt in den westlichen Gesellschaften zu vertiefen, dem bestehenden Hunger nach Freund-Feind-Strukturen Futter zu geben. Tatsächlich tun ihm viele den Gefallen, den Terror für sich nutzen zu wollen und politische Gegner umgehend und mehr oder weniger beliebig mit dem Täter in Verbindung zu bringen.

Der New York Times Kolumnist David Brooks hat gerade aus einer Arbeit zitiert, nach der in den USA mittlerweile 42% der jeweiligen politischen Lager die Angehörigen des gegnerischen Lagers für „ganz und gar böse“ („downright evil“) halten und sogar jeweils 20% ihnen die Menschlichkeit absprechen. Das ist eine Gemengelage, die günstig ist für Terror und Massenmorde.

Wer die Logik des Terrors brechen möchte, der darf nicht in jedem politischen Gegner einen Feind und Unterstützer des Bösen sehen, sondern muss die Menschen auf allen Seiten stärken, die sich für zivile Strukturen einsetzen. Angesichts der eingangs zitierten Bereitschaft, ganz beliebige Menschen für die Morde verantwortlich zu machen, ist aber leider deutlich: Diejenigen, die an solchen zivilen Strukturen nicht interessiert sind, sind vielleicht nicht in der Mehrheit – sie sind aber deutlich lauter und offensiver.

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40 Comments

  • Es gibt keinen »Melting Pot«. Dieser ist eine fixe Idee, wir sehr man auch »Aber China Town!!« murmelt. Dieser lustige »Mischmasch«, von dem auch meine Mutter labert, ist ein falsch verstandener Fiebertraum und nichts mehr als eine nie versiegende Quelle ethnischer Konflikte an dessen Ende eben der große Austausch steht.

    Herr Shoppe: es ist ein ganz banales Nummernspiel. Die haben eine große Reproduktionsrate, wir eine niedrige. Füge den Faktor Zeit hinzu und sie sind in der Mehrheit. Ich kann das ganz konkret hier in Berlin beobachten. Wer immer das verleugnet ist entweder dumm, naiv oder führt etwas im Schilde.

    Ich kann nur jedem empfehlen, das Manifest zu lesen und sich näher mit der Austausch-Theorie zu beschäftigen. An diesem kann es übrigens nicht den geringsten Zweifel geben, ob er nun gesteuert ist oder nicht. Es ist eine Invasion.

    All das hätte nicht sein müssen und wer jetzt noch doof in der Mitte herum steht und von »Liebe wird siegen« faselt, dem ist nicht mehr zu helfen und der soll sich eben austauschen lassen.

    • @ m Ich glaube, eines der größten Probleme der Linken ist es, nicht anzuerkennen, dass Migration mit Ängsten, aber auch mit realen Problemen verbunden ist. Und zwar gerade für die klassische linke Klientel, für Menschen, die nicht viel haben. Wer diese Ängste, vielleicht auch Wut, vielleicht auch schlicht ganz rationale Bedenken schlicht als „rechts“ markiert, schafft eine Gemeinsamkeit, die kein vernünftiger Mensch haben will: nämlich eine Gemeinsamkeit zwischen Rechtsradikalen und Menschen, die schlicht konkrete Sorgen haben, seien sie nun begründet oder nicht. Entsprechend hat es sich ja auch gerade bei Linken eingebürgert, höhnisch über „besorgte Bürger“ zu sprechen.

      Ich finde es allerdings eine Sauerei, hier im Blog, und sei es nur in den Kommentaren, ein Manifest zu empfehlen, mit dem zum Massenmord aufgerufen und der Bürgerkrieg herbeigesehnt wird. Ich hab solche Texte immer deutlich abgelehnt, ganz egal, aus welcher Richtung sie kommen (ich hab mich hier z.B. auch intensiv mit Solanas‘ SCUM auseinandergesetzt).

      Die Gier auf den Bürgerkrieg geht über konkrete politische Sorgen hinaus, mehr noch, sie interessiert sich überhaupt nicht für die konkrete politische Situation, sondern sucht sich aus ihr nur heraus, was sie als Futter braucht.

      Die Rede vom „großen Austausch“ wiederum überträgt Ängste unmittelbar in politische Konzepte. Sie schließt an Science Fiction-Filme wie etwa „Invasion der Körperfresser“ an: Die Angst davor, gleichsam ausgehöhlt und ersetzt zu werden und nur noch oberflächlich das zu bleiben, was man einmal war. Es wäre interessant, diese Angst und ihre Ursachen zu analysieren – aber als unmittelbares politisches Konzept ist sie nicht zu gebrauchen.

      Ich würde auf gar keinen Fall dieses Manifest empfehlen – es sei denn, um die Pathologien des Mörders zu verstehen. Was ich zum Thema sehr wichtig finde, sind völlig andere Texte, die aber leider in der Diskussion keine große Rolle spielen. Zum Beispiel Nida-Rümelins „Über Grenzen denken: Eine Ethik der Migration“ – ein Text, der sorgfältig die ethischen Probleme der Migrationspolitik analysiert, der dabei aber so ruhig, umsichtig und abwägend argumentiert, dass er offenbar weder für linke noch für rechte Frontstellungen brauchbar ist.

      • @Lucas: Ich finde es mutig dass du den Kommentar von m stehenlässt. Für mich persönlich wäre der über der Grenze. Wer in dieser Art von „wir“ und „die“ redet und eine „Invasion“ herbeifantasiert, der will nicht verstehen was du in deinem – wie immer ausgezeichneten – Artikel präzise auf den Punkt gebracht hast

        Identitätspolitik, und das wird in ihrer Rechtsaußen-Variante besonders deutlich, fällt hinter diese aufklärerische Unterscheidung wieder zurück und bewertet Menschen zuerst und zuletzt danach, was sie sind, und das heißt hier immer: zu welcher Gruppe sie gehören.

        Das heißt nun nicht, dass Gruppenzugehörigkeit unwichtig wäre. Aber es ist eben nur ein Merkmal unter vielen, auch wenn man verstehen kann dass gerade die Gruppenzugehörigkeit viele durchaus reale Ängste und Sorgen erzeugen kann (was ist meine Identität? was ist deren Identität? wie kann beides zusammenkommen?). M.E. gibt es da eine ganze Menge anderer Merkmale, die wesentlicher wichtiger dafür sind wie sich das gesellschaftliche Zusammenleben gestaltet.

        Dabei führt m mit „Füge den Faktor Zeit hinzu und sie sind in der Mehrheit.“ einen interessante Punkt an, sieht aber nur die Konsequenz die er sehen will. Zeit bedeutet nämlich immer auch Ungewissheit. Wir wissen einfach nicht wie sich die Zukunft entwickelt, und auf diese monothematische Art und Weise in die Zukunft zu projizieren ist m.E. nicht hilfreich. Denn wenn es eine historische Konstante gibt, dann die dass sich die Geschichte zumeist anders entwickelt hat als zu einem bestimmten Zeitpunkt vorhergesagt/befürchtet/gewünscht.

        • @ pingpong Ich lösche hier tatsächlich so wenig wie nur möglich, auch aus einem ganz einfachen Grund, der gar nicht direkt mit diesem Thema zu tun hat.

          Ich finde die Diskussionen hier im Blog, auch wenn unterschiedliche Positionen aufeinanderstoßen und wenn es um sehr belastete Themen geht, fast immer sehr zivil und sachorientiert. Das ist das glatte Gegenteil dessen, was als Klischee über das Internet verbreitet wird (und oft ja auch nicht falsch ist), und besonders, was als böswilliges Klischee über angeblich beständig wütende Männer gepflegt wird.

          Mir ist es nun wichtig, dass jeder wissen kann: So, wie die Diskussionen hier ablaufen, ist das nicht durch mich und durch sorgfältige Streichung beständiger Grenzverletzungen hergestellt – sondern es ist ein Originalbild, das durch die verschiedenen Beiträger und nicht durch mich entsteht. Ich finde das sehr gut so.

          Es ist aber natürlich schade, wenn dieses Bild für Grenzverletzungen genutzt wird. Grundsätzlich reagiere ich erst einmal darauf und lösche (bzw. „moderiere“) dann, wenn es im selben Stil weiter geht. Bislang ging das ganz gut so.

    • @m

      „Ich kann das ganz konkret hier in Berlin beobachten. Wer immer das verleugnet ist entweder dumm, naiv oder führt etwas im Schilde.“

      Holy shit, kannst du keine Statistiken lesen?

      1. Der Anteil von Ausländern ist proportional zur Größe einer Stadt.
      Über die Hälfte aller Ausländer wohnt in Städten mit mehr als 100.000 Einwohner, aber nur 30% der Gesamtbevölkerung. 28% aller Ausländer leben in Städten mit mindestens 500.000 Einwohnern – aber nur 15% der Gesamtbevölkerung.

      Logisch daher, dass eine solche Entwicklung in Berlin (ich wohne auch da) anders wahrgenommen wird als bspw. in Gießen.

      2. Die Fertilitätsrate ausländischer Frauen in Deutschland hat sich der der deutschen Frauen bis 2011 angenähert (1,82 zu 1,36). Was man aktuell (seit 2016) an der Geburtenrate beobachten kann ist der Anteil derjenigen Frauen aus den Flüchtlingsgruppen (bspw. Syrien, Afghanistan), die die sichere Lage zur Geburt eines Kindes nutzen.
      Diesen Effekt sieht man in allen anderen europäischen Ländern ebenso.

      3. Die größte Gruppe mit „Migrationshintergrund“ in Deutschland sind auch nicht Türken, sondern die Gruppe der Spätaussiedler.

      Man hat sie zwar als Deutsche bezeichnet, die wieder nach Deutschland kommen dürfen (s. Bundesvertriebenengesetz (BVFG) von 1953) – aber wenn es politisch nützlich ist, dann werden aus Deutschen eben Migranten.

      Wenn sich zwei Spätaussiedler ganz doll lieb haben, dann entstehen übrigens Personen mit Migrationshintergrund „im weiteren Sinn“.

      „Diese umfasst auch in Deutschland geborene Personen mit Migrationshintergrund, die die deutsche Staatsangehörigkeit seit Geburt haben, aber nicht mehr mit ihren Eltern in einem Haushalt leben.“
      https://www.bpb.de/wissen/NY3SWU,0,0,Bev%F6lkerung_mit_Migrationshintergrund_I.html

      Früher hieß es „Kinder“ heute, „Deutsche mit Migrationshintergrund ohne eigene Migrationserfahrung“.
      Ich finde es saukomisch, dass ein Rechtsidentitärer Propaganda der Linksidentitären nachplappert.

      4. Die „Austausch-Theorie“ ist unwissenschaftlicher Dreck und die Benutzung des Begriffs „Invasion“ auch kein sprachlicher Unfall.

      Der Begriff per Definition: „Eine Invasion (von lat. invadere – dt. hineingehen, eindringen) steht für das feindliche Einrücken von Militär in fremdes Gebiet bzw. Staatsgebiet. Dementsprechend wird eine angreifende Kriegspartei als Invasor bezeichnet.“

      Weder sind Flüchtlinge eine Armee, noch kommen diese armen Schweine nach Deutschland, um hier geschlossen einzurücken. Wir haben auch keinen Krieg mit ihnen, sondern sie sind vor dem Krieg in ihren Heimatländern geflohen.

      Es fällt nicht sonderlich schwer, den Krieg in Syrien als gescheiterten „regime change“ seitens der USA zu betrachten, in dem diverse Fraktionen alles daran setzten, eine Bürgerkrieg zu initiieren und aufrecht zu erhalten.
      Mit Geld und mit Waffenlieferungen.

      Dass von den eigentlichen Fluchtursachen keiner mehr reden will und insbesondere die USA für ihre unnachgiebige Haltung gegenüber Flüchtlingen seitens der Rechten gelobt werden, halte ich für einen Treppenwitz der Weltgeschichte.
      Aber keinen gelungenen.

      • @ crumar Es ist sowieso idiotisch, und das hast Du hier im Blog ja auch schon einmal angesprochen, dass sich ausgerechnet die Länder, die – zumal durch den völlig irren Irakkrieg – die Region wesentlich destabilisiert haben, völlig raushalten, wenn es dann um das Auffangen der produzierten Flucht und Migration geht.

        Ausgerechnet Deutschland hat in großem Maße eine Verantwortung übernommen, die eigentlich zuerst bei den USA, bei Großbritannien, Spanien, Polen, Ungarn etc. gelegen hätte. Wer Gegner sucht, auf die er wütend sein kann, wird da fündig – aber ausgerechnet diese Länder sind (GB wegen Brexit, USA wegen Trump, Polen und Ungarn wegen der Blockade von Migration) Lieblinge rechter Positionen.

      • @Lucas

        „Ausgerechnet Deutschland hat in großem Maße eine Verantwortung übernommen, die eigentlich zuerst bei den USA, bei Großbritannien, Spanien, Polen, Ungarn etc. gelegen hätte.“

        Exakt. Und ich möchte das größte Verdienst von Ex-Bundeskanzler Schröder nennen: Sich NICHT an der „Koalition der Willigen“ zu beteiligen.

        Dessen ungeachtet finden sich unter den „Willigen“ mit Polen und Ungarn nun gerade die EU-Staaten, die sich an der Koalition beteiligten, die Verantwortung und die Kosten für die Folgeschäden elegant auf alle anderen EU-Mitglieder abwälzen.
        Und dafür von den Rechten gefeiert werden.
        Das Narrativ ist so absurd, ich bin erstaunt, dass sie damit noch immer hausieren gehen können, ohne Hohngelächter zu ernten.

        Der nächste Punkt:
        – Der Krieg und die Invasion Afghanistans währt seit 2001.
        – Der Irakkrieg und die nachfolgende Invasion begann im Jahr 2003.
        – Der letzte Libanonkrieg fand 2006 statt.
        – Die Zerschlagung von Libyen erfolgte ab dem Jahr 2011.
        – Der Bürgerkrieg in Syrien währt ebenfalls seit 2011, der in Jemen seit 2015.

        In allen Fällen war „der Westen“ Partei oder Akteur in diesen kriegerischen Auseinandersetzungen und das Feld, das „Grand Chessboard“ bildeten die genannten Staaten mit überwiegend muslimischer Bevölkerung.

        Die taktische Vorgehensweise war in allen Fällen, vom Westen UND der Isis, die Konflikte zu „ethnisieren“, die Gesamtbevölkerung entlang ethnischer Gruppierungen zu spalten und diese gegeneinander aufzuhetzen. Wenn dabei „failed states“ entstanden, war es entweder egal – oder man könnte meinen gewünschtes Resultat.

        In ihren Träumen vom reinen „Ethno-Staat“ sind sich Nazis und ISIS genauso einig, wie auch in den (barbarischen) Mitteln, um zu diesem zu gelangen.

        Was mich an der Debatte am meisten wurmt ist die Tatsache, dass die vorher genannten Kriege und kriegerischen Auseinandersetzungen direkt oder in ihrer Folge hunderttausende Tote gekostet haben, die jedoch komplett untergegangen sind.

        • „Die taktische Vorgehensweise war in allen Fällen, vom Westen UND der Isis, die Konflikte zu „ethnisieren“, die Gesamtbevölkerung entlang ethnischer Gruppierungen zu spalten und diese gegeneinander aufzuhetzen. Wenn dabei „failed states“ entstanden, war es entweder egal – oder man könnte meinen gewünschtes Resultat.“

          Sicherlich – jede gute Einführung zur Geschichte der Region wird einem natürlich jene Episode nahebringen, in dem der Wunsch nach einem kurdischen Staat ihren Ursprung in Woodrow Wilsons unveröffentlichter Rede „Free Kurdistan“ hatte, der schiitisch-sunnitische Konflikt von Präsident Monroe im Rahmen seiner ersten Rede zur Lage der Nation 1823 kreiert wurde oder der Konflikt zwischen Christen und Muslimen im Libanon auf Präsident Lincoln zurückging – weshalb hätte es auch sonst genau *1860* bürgerkriegsähnliche Zustände (mit Massakern an der christlichen Minderheit) dort geben können?

          „Der nächste Punkt:
          – Der Krieg und die Invasion Afghanistans währt seit 2001“

          Wie wahr – die vom roten Mekka initiierte zehnjährige Befriedungsmission zur Unterstützung der afghanischen Arbeiter- und Bauernklasse war ja ab 1992 vom goldenen Zeitalter Afghanistans abgelöst worden (mit ihrem Höhepunkt ab´96 mit Talibanherrschaft), welches bis zur Invasion der IBM- und Colabarbaren 2001 währte.

          „– Der Irakkrieg und die nachfolgende Invasion begann im Jahr 2003.“

          Auch hier wieder eine messerscharfe historische Analyse. Nachdem ja der irakische Friedensfürst Saddam Hussein mit seinen kurzen Exkursionen in den Iran und Kuweit Schiffbruch erlitten hatte, war er die 1990er Jahre über damit beschäftigt, sich gegen das Zentrum des Bösen zu rüsten; wahrscheinlich lagen deswegen die Rüstungsausgaben des Irak 2002 bei knapp einem Viertel der Wirtschaftsleistung des Landes und nicht etwa, weil Saddam eine auf militärische Macht gegründete regionalen Hegemonie etablieren wollte und diese Politik bis zum Ende seines politischen Schaffens verfolgt hat.

          Immerhin – das wissen Linke meiner Erfahrung nach immer zu schätzen – hat er ja im Zuge von Desert Storm ein paar SCUD-Raketchen auf Israel abgeschossen; was natürlich „(…) die logische, fast zwingende Konsequenz der israelischen Politik den Palästinensern und den arabischen Staaten gegenüber“ war (so damals der grüne Chefintellektuelle Ströbele). Weshalb natürlich auch „der letzte Libanonkrieg“ in der Auflistung westlicher Missetaten nicht fehlen darf: Besonders schändlich an diesem Konflikt war natürlich, dass die zionistischen Aggressoren einfach so, aus heiterem Himmel, die karikative iranische Feuerwerksraketengesellschaft Hisbollah attackiert haben. Denn alle Gründe für diesen Konflikt – z.B. der regelmäßige Granatbeschuss israelischer Siedlungen oder die Entführung zweier israelischer Soldaten – waren in Wirklichkeit, für den objektiven Beobachter natürlich klar erkennbar, nur zionistische Gräulpropaganda; those shifty jews.

          Man kann also festhalten: Die Vereinigten Staaten und ihr „zionistic minion“ Israel sind Verursacher aller aktuellen Problemen des Nahen Ostens. Erst die westliche Politik – beginnend mit dem britisch-französischen Kolonialismus (unter Aussparung des osmanischen) – hat den einst friedlichen Garten Eden in ein „shithole“ verwandelt, aus dem die Menschen lieber in andere Regionen, wie z.B. Europa, fliehen. In Sachen ‚monokausale Erklärungen leicht gemacht‘ lernt man eben halt doch nie aus.

          • Wie wahr – die vom roten Mekka initiierte zehnjährige Befriedungsmission zur Unterstützung der afghanischen Arbeiter- und Bauernklasse war ja ab 1992 vom goldenen Zeitalter Afghanistans abgelöst worden (mit ihrem Höhepunkt ab´96 mit Talibanherrschaft),

            Wenn ich mich recht erinnere waren es die USA, die die afghanischen Mujahedin massiv aufrüsteten, um den Sowjets zu schaden und um ihnen ein „Vietnam“ zu bescheren. Am Ende dieses Prozesses stand der Abzug der sowjetischen Truppen und die Herrschaft der Taliban. Damit wurde Afghanistan zu einem sicheren Stützpunkt für radikale Islamisten. Nach 9/11 sahen sich die USA gezwungen, gegen diese Fundamentalisten in Afghanistan vorzugehen, die gleichen Fundamentalisten, die sie jahrelang aufgerüstet hatten.

            Der Schlächter Saddam Hussein war lange Zeit ein guter Freund der USA und wurde in seinem Angriffskrieg gegen den Iran von ihnen unterstützt. Zum Feind wurde er erst, als er Kuwait überfiel. Da erst sahen die USA ihre Interessen bedroht.

            Es gibt eine lange, sehr lange Liste von US-amerikanischen Interventionen mit dem Ziel, einen regime change zu initiieren oder ein genehmes Regime zu stützen, insbesondere in Südamerika und im Nahen Osten. Menschenrechte spielten dabei nie eine Rolle, ausser in der Propaganda. So ist Saudi-Arabien mit seiner katastrophalen Menschenrechtslage seit Jahrzehnten ein treuer Freund der USA.

            Jetzt liessen sich noch die ungeheuerlichen Kriegsverbrechen der USA in Vietnam anführen, die zwei oder drei Millionen Toten Vietnamesen, aber das würde hier ausufern.

          • Festhalten sollte man aber vielleicht doch, dass der Versuch der Muslime, die Welt zu erobern, schon im 7. Jahrhundert begann, sprich: dass es einen islamischen Imperialismus gibt, der nicht von den USA oder den Engländern erfunden wurde.

          • @Pjotr
            Ich würde die Rolle der USA sowohl im Irak als auch in Afghanistan tatsächlich anders bewerten. Die sowjetische Intervention begann 1979 und endete (größtenteils) 1988. Der sowjetische Klientelautorkat Najibullah wurde 1992 gestürzt, Kabul wurde 1996 von den Taliban eingenommen. Eines der zentralen Unterstützungs- und Rekrutierungsgebiete der Taliban waren ja die pakistanischen Stammesgebiete; womit auch einer der zentralen Akteure im Aufstieg der Taliban in den Fokus rückt: Der pakistanische Militärgeheimdienst Inter Services Intelligence (ISI), dessen Agieren man vor allem vor dem Hintergrund klassischer militärstrategischer Überlegungen verstehen kann (Gewinn von strategischer Tiefe gegenüber Indien). Natürlich sind die Mujahedin auch durch die CIA und Saudi-Arabien auf- und ausgerüstet worden. Aber es wäre meines Erachtens eindeutig verkürzt, die politische Entwicklung Afghanistans nur aus dem Handeln der Großmacht USA heraus erklären zu wollen, und dabei innerafghanische oder regionale Akteure (Iran, Pakistan) zu ignorieren.
            Washingtons Haltung gegenüber den Taliban vor dem 11. September scheint mir in der Gesamtschau durch Inkohärenz und Opportunismus geprägt zu sein. Tatsächlich haben die Vereinigten Staaten zuerst, aus einem Anti-Iran-Affekt heraus, die Taliban unterstützt, um dann ab 1997/98 (genaue Datum müsste ich nachschlagen) eine kritisch-distanzierte Haltung einzunehmen. Interessanterweise war dieser Politikwechsel vornehmlich durch die Kritik feministischer Gruppen evoziert worden, welche die Frauenrechtslage in Afghanistan problematisierten.

            Nachdem die irakischen Offensiven im Ersten Golfkrieg gescheitert waren, fand sich ab 1982 schnelle eine breite internationale Allianz zusammen, um eine Niederlage des Irak und somit einen iranischen Revolutionsexport zu verhindern. Die mechanisierten Bodentruppen des Irak sind durch die Sowjetunion ausgerüstet worden; die größten Erfolge im Luftkrieg erreichte der Irak mit Super-Etendard-Bombern und Mirage-Flugzeugen – französischer Militärtechnologie. Finanziert wurde diese irakische Aufrüstung durch großzügige Kredite der Golfstaaten. Die USA haben den Irak erst nach den iranischen Erfolgen 1986 indirekt (durch Satellitenaufklärung) unterstützt; größere US-Marineverbände sind dann erst ab ’87 in den Golf verlegt worden. Der Zweite Golfkrieg war der Versuch des Irak, seine im Zuge des Ersten Golfkrieges akkumulierte Auslandsverschuldung durch Annexionen zu kompensieren. Ein Scheitern der USA wird man gewiss in ihrer Unfähigkeit sehen können, eine dauerhafte Friedensordnung (unter Einbeziehung Saddams) zu etablieren. Nur – und das ist auch Teil der Wahrheit – war Saddam bis zum Schluss erkennbar nicht gewillt, auf eine Expansionspolitik zu verzichten. Er hat weiterhin massiv in das Militär investiert, die Arbeit der UN-Waffeninspekteure Mitte der 90er Jahre mehrfach behindert und sich niemals wirklich auf Kompromisse im Rahmen des Food-for-Oil-Programmes eingelassen. Am Ende sind den USA dann die Optionen ausgegangen. Ihre Reputation hatte in der arabischen Welt (ja nicht ganz zu Unrecht) durch die dem Irak auferlegten Sanktionen und dem damit verbundenen Leid massiven Schaden genommen, Religiöse fühlten sich durch die Anwesenheit amerikanischer Truppen in Saudi-Arabien düpiert etc. Also mussten dann WMDs und erfundene Terrorverbindungen Joe Average überzeugen, US-Truppen ins Zweistromland zu entsenden, um den Irak „save for democracy“ zu machen.

            Wenn man die von Fulbright beklagte „arrogance of power“ in Aktion sehen möchte, sollte man m.E. eher in den sog. Hinterhof der USA blicken; dort wird man in der Tat schnell fündig: von den filibuster oder dem Ostende-Manifest im 19. Jhd., über den Roosevelt-Corollary zu Kennedys Invasion in der Schweinebucht. Die Rolle der USA in der MENA-Region scheint mir eine grundlegend andere zu sein: wenig Konzept, geringe Beständigkeit, viel Reagieren. Wer in der US-Außenpolitik, unabhängig von Ort und Zeit, immer nur exakt ein Muster erkennt, betreibt eine gute Feindbildpflege – mehr aber auch nicht.

        • @MR

          Oh, ein weiterer, pathologischer Lügner! 🙂

          „weil Saddam eine auf militärische Macht gegründete regionalen Hegemonie etablieren wollte und diese Politik bis zum Ende seines politischen Schaffens verfolgt hat.“

          Mit den weapons of mass destruction vermutlich, die niemals existiert haben, nicht?! 🙂

          „Weshalb natürlich auch „der letzte Libanonkrieg“ in der Auflistung westlicher Missetaten nicht fehlen darf: Besonders schändlich an diesem Konflikt war natürlich, dass die zionistischen Aggressoren einfach so“

          Du kleiner Lügner, selbst ein mittelmäßiger deutscher Wikipedia-Artikel zum Vorgeschehen des Kriegs lautet so (mit der Hervorhebung von mit): „Nach dem Abzug der israelischen Truppen aus dem Libanon im Jahre 2000 gab es in fast regelmäßigen Abständen von zwei bis drei Monaten im israelisch-libanesischen Grenzgebiet bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen der Hisbollah und der israelischen Armee. Am 26. Mai fielen Mahmoud Majzoub, Führer des Islamischen Dschihad, und dessen Bruder Nadir einem Attentat zum Opfer. Die Hisbollah machte Israel für diesen Anschlag verantwortlich und vergalt ihn ab 28. Mai mit Raketenangriffen auf Militärfahrzeuge und eine Militärbasis in Israel. Israel reagierte mit Luftangriffen auf ein palästinensisches Flüchtlingslager im Libanon.“

          Da sieht Ursache und Wirkung doch gleich ein wenig anders aus, nicht?! 🙂

          „In Sachen ‚monokausale Erklärungen leicht gemacht‘ lernt man eben halt doch nie aus.“

          Gerne!
          Seit wann gibt es übrigens die Hisbollah?

          „Sie entstand als eine aus dem Untergrund operierende paramilitärische Organisation ab 1982 durch den Zusammenschluss verschiedener schiitischer Gruppen beim Widerstand gegen die damalige israelische Invasion. 1985 fand die offizielle Gründung statt.“

          Donnerlüttchen.
          Wie war das noch einmal mit dem Anlass, nämlich der Invasion?

          „Der Libanonkrieg 1982 war eine militärische Auseinandersetzung im Libanon zwischen der israelischen Armee und verbündeten Milizen auf der einen sowie Kämpfern der PLO und syrischen Truppen auf der anderen Seite. Es war der erste größere Arabisch-Israelische Konflikt, den Israel begann, ohne dass seine Existenz unmittelbar bedroht war. Israel nannte die Operation „Frieden für Galiläa“. Die israelische Offensive wurde jedoch, auch von vielen Israelis, als Angriffskrieg gewertet.“

          Es ist erstaunlich, dass selbst eine Pro-Israel Wikipedia nicht umhin kann, dein verlogenes Narrativ gerade zu rücken.
          Es gab gar keine Hisbollah vor der Besetzung des Libanon.

          Lass uns doch mal bei der Hamas nachschauen: „Sie wurde 1987 als Zweig der Muslimbruderschaft unter anderem von Ahmad Yasin gegründet.“

          Lass uns nach den Begleitumständen schauen: „Nach Beginn der Ersten Intifada trafen sich die palästinensischen Muslimbrüder am 9. Dezember 1987 in Gaza-Stadt und beschlossen eine Abkehr von der bisherigen politischen Enthaltsamkeit und die Teilnahme an der Intifada.“

          Es gab vor der ersten Intifada keine Hamas.

          Ihr Rechten seid nichts als der übliche Anteil von Heuchlern+Lügnern+Scharlatanen an der Gesamtbevölkerung.
          Das jedoch überproportional. 🙂

      • @crumar
        „Es fällt nicht sonderlich schwer, den Krieg in Syrien als gescheiterten „regime change“ seitens der USA zu betrachten“

        Das ist rein der Iran schuld, die USA haben es nur ermöglicht. Big difference.

      • @crumar: Genau diese linken Verharmlosungen sind das was Rechte (auch extreme wie evtl „m“ u/o „MK“) zurecht als saubloed bezeichnen.

        Den meisten sogenannten Rechten geht es darum so etwas wie im ehemaligen Jugoslawien zu verhindern, schon im Keim zu ersticken. Genozide haben schon zig mal stattgefunden und werden auch immer wieder stattfinden, wenn wir sie nicht in weiser Voraussicht unmoeglich machen. Wer im Einzelfall mit dem Schiessen angefangen hat ist irrelevant; die langsame Eskalation zuvor muss man analysieren und verarbeiten.

        Da haben verschiedene Voelker meist friedlich Jahrzehnte und Jahrhunderte neben einander her gelebt und ganz ploetzlich ist „rechte Identitaetspolitik“ der Grund fuer die Eskalation? Was fuer ein Unsinn. Die extreme Linke pusht ihre Identitaetspolitik seit einigen Jahrzehnten im Westen, ohne wirkliche Gegenwehr der Konservativen. Der Islam pusht seine Identitaetspolitik seitdem er existiert. Seit wenigen Jahren pushen ganz ganz wenige Rechte ihre Identitaetspolitik, weil sie meinen sich anders nicht wehren zu koennen. Ein einzelner Psychopath ist in Christchurch dann durchgeknallt. Die Unzahl der vor allem moslemischen Gewaltakte und auch der Linken (wie Antifa) werden medial unter dem Tisch gehalten. Was erwartet Ihr denn? Dass die Konservativen und Rechten sich ohne Gegenwehr ewig in den A**** f***** lassen, bis sie nicht mehr existieren? Logisch wird es da immer mal wieder einen geben, der total ausflippt.

        Deine Argumentation mit „ist doch gar nicht so schlimm“ und „ihr habt unbegruendete Aengste“ ist aus konservativer Sicht voellig verlogen und unwahr. Seid lieber froh, dass es eine PEGIDA und AfD gibt, die eine politische, gewaltlose Loesung favorisieren. Wenn es die nicht mehr gibt werden wir jugoslawische Verhaeltnisse in ganz Europa haben. Und keiner kann vorhersagen wer das gewinnt.

    • Ich setz das von Lukas noch mal in fett:

      Ich finde es allerdings eine Sauerei, hier im Blog, und sei es nur in den Kommentaren, ein Manifest zu empfehlen, mit dem zum Massenmord aufgerufen und der Bürgerkrieg herbeigesehnt wird.

  • Was wir erleben ist die „Ausweitung der Kampfzone“, im Fall des Attentäters von Christchurch wortwörtlich zu verstehen. Diese Ausweitung der Kampfzone registriere ich generell, insbesondere, wenn ich mir den politischen Kampf in den USA vergegenwärtige. Die Erfahrung zeigt, dass solche Tendenzen mit etwas Verzögerung auch in Europa Einzug halten , das „copy and paste-Verfahren“, dessen sich so manche Politisierenden hier bedienen.
    Mit „Ausweitung der Kampfzone“ meine ich, dass gesellschaftliche Räume politisiert werden, die bis anhin davon kaum berührt waren. Das Massaker von Christchurch ist dabei nur die extremste Form eines kompromisslosen Kampfes, der ausgetragen wird, um kulturelle Hegemonie zu erlangen. Identitätspolitik – von links wie rechts – befeuert diesen Kampf.

    • @ Pjotr Diese Ausweitung der Kampfzone liegt m.E. in der Logik der Identitätspolitik, wie ich sie im Text darzustellen versucht habe. Sie akzeptiert nämlich keine neutralen Räume – Räume, die von den (beständig dringlichen und natürlich immer existenziellen) identitären Kämpfen unberührt blieben. Eben das aber ist ja gerade der Sinn einer zivilen Öffentlichkeit: dass sich hier verschiedene Seiten begegnen können, ohne dass eine von ihnen den Sieg davon tragen müsste – in einem Raum, in dem bestenfalls alle einen Platz haben.

      Das heißt: Die Ausweitung der Kampfzone ist einerseits totalitär, weil keine weiße Fläche übrig bleiben soll, die nicht von den Kämpfen berührt ist – und sie ist andererseits auch sehr gezielt, weil sie auf öffentliche Räume gerichtet ist. Es geht nicht – was widerlich genug ist – um die Tötung Einzelner, die für irgendetwas verantwortlich gemacht werden, so wie das die RAF getan hat. Es geht um die Zerstörung öffentlicher Räume, nämlich der Räume, die nicht von einer Logik des Krieges geprägt sind und in denen gleichwohl Menschen aus ganz unterschiedlichen Hintergründen aufeinandertreffen.

      Das Copy&Paste-Verfahren gehört übrigens zur identitären Logik. Diese Logik kreist um sich und reagiert auf jeden Einwand immer nur mit einer Wiederholung des Immergleichen.

    • @ Dr. Günter Buchholz Die „einschlägige Fachliteratur“ ist durchweg politische Stellungnahme, zudem mit sehr reißerischem Ansatz: „Selbstmord des Abendlandes“, „Islamisierung Europas“, „Grund- und Menschenrechtswidrigkeit des Islam“ etc.

      Politische Kampfschriften haben ALS politische Kampfschriften eine gewissen Legitimation, sind dabei aber auch an die gesetzlichen Rahmen gebunden. Wenn eine ganze Gruppe von Menschen als Waffe für den angeblichen Tod des Abendlandes hingestellt wird, kann das sehr wohl Volksverhetzung sein.

      Das heißt: Erstens habe auch politische Kampfschriften Grenzen, und ich weiß nicht, ob die hier überschritten sind, weil ich die Texte im Einzelnen nicht kenne – die Titel legen den Gedanken aber nah. Zweitens wird, von unterschiedlichen Seiten, die Untugend regelrecht kultiviert, zwischen wissenschaftlicher und politischer Literatur nicht zu unterscheiden, bzw. die Unterschiede gar gezielt einzuebnen. Ich weiß, dass der Hintergrund-Verlag sich irgendwie als „links“ versteht, aber das hängt auch damit zusammen, dass heute überhaupt keiner mehr orientiert ist, was mit „links“ eigentlich gemeint ist.

    • Anmerkung: Der Kommentar von Arne bezieht sich auf eine ganze Batterie von Kommentaren durch „m“, die hier nochmal gelandet waren und die ich nicht umgehend gelöscht hatte. Ich habe sie dann aber in der Zwischenzeit zurückgezogen.

      Es ist nun einmal ein privater Blog, ich arbeite auf einer Vollzeitstelle, und ich kann auch dann, wenn ich schon mit problematischen Kommentaren rechne, nicht beständig hereinschauen. Deshalb ist es auch Mist, hier reihenweise Kommentare zu platzieren, von denen klar ist, dass ich nicht nur anderer Meinung bin – sondern dass sie auch Grenzen überschreiten, die mir wichtig sind.

      Alternative wäre dann, alle Kommentare erstmal in eine Moderationsschleife zu schicken – aber das fänd ich schade.

      • „Der Kommentar von Arne bezieht sich auf eine ganze Batterie von Kommentaren durch „m“, die hier nochmal gelandet waren und die ich nicht umgehend gelöscht hatte.“

        Ich denke, dass der Kommentar von „m“ als Beleg dafür stehen bleiben sollte, dass Lucas hier keine intellektuellen Fingerübungen betreibt, sondern dass es solches Denken tatsächlich gibt – so absurd es dem unbeleckten Leser auch vorkommen mag.
        Nach dem x-ten Kommentar mit immer demselben Inhalt allerdings wird es anstrengend – und es fängt an, den beiläufigen Leser das Gefühl zu vermitteln, hier in einer rechten Community zu stöbern. Damit wird am Ende auch dem eigentlichen Ziel dieses (und anderer) Blogs geschadet, zum Denken auch über andere Meinungen anzuregen.
        Ich verstehe, dass es immer eine Gratwanderung ist, eine offene Diskussion zuzulassen und sich trotzdem nicht von Ideologen missbrauchen zu lassen.
        Daher, weiter so!

  • Zur Soziologie des westlichen Terrorismus erweist sich Christchurch wieder mal als Bestätigung eines extremen und mörderischen Individualismus, der im Amoklauf endet. In anderen Ländern wird das eher religiös, hier ideologisch und individuell verspinnert angerührt. Die durchgeknallten „Manifeste“ sind schwache Rechtfertigungen, die gar nicht beachtenswert sind und daher auch gebannt werden, wie das „Egoshooter“-Video. Das ist natürlich Verherrlichung eines hyperüblen Verbrechens, wenn das zustimmend geteilt wird.

    Der Täter von Christchurch hat auch das abgelegene Neuseeland zur Terrorzone machen wollen. Jetzt ist der Irrsinn überall angekommen. Zeit dass er endgültig verschwindet. Der Beitrag hier auf Man-Tau hilft sicher bei der Klärung 🙂 Wie immer hervorragend geschrieben.

  • Ich habe mal eine Frage: Warum gibt es erst jetzt solch einen Artikel, wo doch genug andere Irre zuhauf vorher schon Massaker verrichtet haben; allerdings an Einheimischen und nicht Eingewanderten?

    Und kommt dieses typische Rechtsgebashe nun, weil der Typ sich nun hervorragend eignet, eine bestimmte Gruppe gleich in einem Aufwasch mit an die Wand zu stellen?

    Gerade bei Männerrechtlern verwundert mich das ziemlich stark, da gerade sie selbst doch am besten wissen müssten, wie es sich anfühlt in eine bestimmte Ecke geschoben zu werden aka „Väter sind Täter“; z.B.

    Mich lässt das einigermaßen ratlos zurück – nicht nur wegen dieses durchgeknallten Täters mit seinem Online-Ego-Shooter.

    Aber Hauptsache mal „Bürgerkrieg“ geschrieben, obwohl dieser imho eher von einer ganz anderen Seite betrieben wird (No-Go-Areas, Clans, etc., Amokläufe und -fahrten in europäischen Städten). Wie auch immer, keine gute Entwicklung, zeigt sie doch den Druck auf dem Kessel. Prof. Buchholz hat ja weiter oben schon indirekt das Thema Expansionsdrang angeführt.

    Oh halt, diese Typen gehören ja eher (wie auch Frauen), generell zur anerkannten Opfergruppen-Schicht.

    Zum Thema ‚Civil War‘ habe ich meine Ansichten mal in einem etwas älteren Beitrag geschrieben: „Deutschland bald im Bürgerkrieg

    Ich habe diesen um deinen Artikel ergänzt

    • Tatsächlich ist auch hier leider eine gewisse Tendenz nicht von der Hand zu weisen.
      Insofern finde ich es aber auch gut, dass zumindest ein Kommentar von „m“ stehen geblieben ist.
      Menschen einfach in die rechte Ecke zu stellen und abzukanzeln, damit macht man es sich zu einfach. Grundsätzlich sollten Motivation und Argumente hinterfragt werden. Wer einfach nur löscht, Rechten (Nazis?) jegliches Recht und Mitspracherecht abspricht, handelt auf dem selben Niveau wie die kritisierten Rechten. Oder bspw. auch Feministinnen, die uns toxischen Männern ja jedes Recht absprechen wollen.
      Eine demokratische, starke Gemeinschaft muss sich solchen Diskussionen stellen – und auch politisch inkorrekte Meinungen aushalten können.

    • @emmanzer:

      »Und kommt dieses typische Rechtsgebashe nun, weil der Typ sich nun hervorragend eignet, eine bestimmte Gruppe gleich in einem Aufwasch mit an die Wand zu stellen? (…) Aber Hauptsache mal „Bürgerkrieg“ geschrieben, obwohl dieser imho eher von einer ganz anderen Seite betrieben wird (No-Go-Areas, Clans, etc., Amokläufe und -fahrten in europäischen Städten).«

      Das verstehe ich jetzt nicht. Erstens: es war doch der Attentäter selbst, der verkündet hat, dass er dazu beitragen will, einen Bürgerkrieg auszulösen, insofern greift Lucas schlicht den Kern der intendierten ideologischen Botschaft auf. Und zweitens macht der Blogpost zum Thema, wie sich identitäres Denken von links und von rechts gegenseitig hochschaukelt, dazwischen keine Verständigung mehr möglich ist. Das ist bei man tau ein durchgängiges Thema und schon fast so etwas wie Lucas‘ Markenzeichen. Und drittens verstehe ich nicht, wieso es »Rechtsgebashe« sein soll, wenn man einen zum Massenmord bereiten Rassisten (Selbstbezeichnung des Attentäters!) einen Nazi nennt. Lucas knöpft sich hier regelmäßig die Linke vor, und wenn es mal die Rechte trifft, soll es »Rechtsgebashe« sein? Kann ich nicht nachvollziehen.

  • Das Problem mit der Löschung – ich sage mal „extremer Meinungen“ – ist, dass sich die Extremen in den wenigen Foren sammeln, wo ihre Beiträge nicht durch die Moderation gelöscht werden. Wer nicht moderiert, der wird schnell zu einem Sammelbecken für Extreme.

    • Ja, jeder der selbst bloggt kennt das. Alle Nase lang taucht einer aus der Versenkung auf, der nicht kapieren will, dass er seine Behauptungen und Meinungen auch verifizieren und beweisen muss, um andere zu ueberzeugen. Das gilt bei weitem nicht nur fuer sog. „Rechte“.

      Ich finde die hier von Schoppe geaeusserte Einstellung, nach dem Motto „ich bin ja sonst gegen Zensur, aber in diesem Fall voll dafuer“, sehr problematisch.

      Im „Ego Shooter“ Video erkennt man z.B., wie kaltherzig und unmenschlich der Mann vorgeht, dass das eben kein normaler Mensch ist, der unter besonderen Umstaenden durchdreht, sondern eine emotionslose Killermaschine, ein echter Psychopath. Jedem moslemischen Attentaeter wird das unbesehen zugestanden, dem „boesen white supremacist“ aber nicht.

      Und was ist bitte der Unterschied zw. dem Interview eines Serienmoerders oder Mafiakillers, welches auf YouTube z.B. unzensiert verfuegbar ist und den Auslassungen eines Breivik oder des Christchurch Typen? Genauso unsinnig wie z.B. „Mein Kampf“ zu zensieren. Es fuehrt nur dazu, dass sich ausschliesslich die Extremen (links wie rechts) damit beschaeftigen, und es nur extrem polarisiert betrachten.

      • Im „Ego Shooter“ Video erkennt man z.B., wie kaltherzig und unmenschlich der Mann vorgeht, dass das eben kein normaler Mensch ist, der unter besonderen Umstaenden durchdreht, sondern eine emotionslose Killermaschine, ein echter Psychopath.

        Ich fürchte, du überschätzt ihn oder unterschätzt den Menschen im Allgemeinen. Generell halte ich den Menschen, bei allen positiven Merkmalen die er hat (besser formuliert? haben könnte) eher für schlecht.

  • He Crumar,Aufgrund deines Umgangstons würde ich gerne mal wissen wieso du die Austauschtheorie für „unwissenschaftlichen Dreck“ hälst…Achso: Übermäßiges Buzzwort-Bingo gepaart mit mäßigen Einsatz von Fachtermini wirkt immer so als wenn du auf der Youtube-Universität Geschichte studiert hättest! Von daher komm bitte gleich mit den „wissenschaftlichen“ Quellen deiner Aussagen rüber, anstatt wieder mit gefühlten 5000 Wörtern deine unheimlich große Bildung zu Markte zu tragen, nur um danach nicht wirklich weniger subtil Beleidigungen über dein Gegenüber zu platzieren!

    • War es nicht so, dass diese „Austauschtheorie“ behauptet, dass verschiedene Reproduktionsraten bei verschiedenen Gruppen dazu führt, dass eine die andere verdrängt? Modell wäre zB zwei Bakterienarten im gleichen Kolben.

      Solche Vorstellungen sind ja noch hanebüchener und naiver als die sogeannten „Klimamodelle“, nach denen alle Südseeinseln schon seit Jahrzehnten „Land unter“ sein müssten … genauso wie die Deutschen schon längst ausgestorben sein müssten, wenn man mal die schrille Penetranz der diesbezüglichen Propaganda der letzten Jahrzehnte zugrunde legt.

      Davon mal abgesehen steht hinter dem „grossen Austausch“ dann noch üblicherweise eine böse Verschwörung, zB ein Sklaventreiberkapitalismus, um politische Panik anzurühren. Für den „Klimawandel“ soll ja ganz analog der „weisse Mann“ und seine „toxische Männlichkeit“ uä verantwortlich sein und – nicht zu vergessen – der böse „Kapitalismus“.

  • Die Austausch-Theorie bezieht sich im wissenschaftlichen Bereich auf den Austausch von Investition und Erträgen in zwischenmenschlichen Beziehung. Aber was „M“ meint ist bestimmt die fragwürdige Theorie dass die angestammte Bevölkerung Europas durch geplante Einwanderung ausgetauscht werden soll….dass ist, was mich auch bei Crumar interessiert, was meint er, die Austauschtheorie die man auf der Youtube-Universität lernt oder die, die man an Universitäten unterrichtet…schlimm genug dass er bei seiner angeblich so hohen Bildung diese falsche Etikettierung unwiedersprochen übernimmt und sich dann noch auf son Schulhofkinderstreit einläst, wer denn jetzt angefangen mit dem Krieg im Nahen Osten…

  • Bemerkenswerter Artikel, wie immer.
    Es geht nicht darum, doof in der Mitte zu stehen und «Give peace a chance» zu singen. Es geht darum, den Moment vorwegzusehen, wo die Überlebenden wieder doof auf dem Schlachtfeld stehen und «Nie wieder Krieg» brabbeln. Bewegung, Entwicklung, Friedenssicherung und damit paradoxerweise Sicherheit gibt es nur auf dem riesigen, weissen, unsicheren Terrain. Wer sich auf das Feld vorwagt, geht ein Wagnis ein. Wir spüren das Unbehagen, am Hinterkopf keine Augen zu haben, und auch wenn wir sie hätten, zwingt uns jeder Ortswechsel eine Perspektivenänderung auf.

    Zensur muss Ultima Ratio bleiben. Jeder trägt die Verantwortung für sich und für sein Handeln selbst. Zensur verspricht Oasen der Erholung auf dem weissen Feld und gaukelt doch bloss Scheinsicherheit vor. Ich will das Manifest dieses Irren nicht lesen, und doch muss es mir zugänglich sein, wenn ich mich in der Auseinandersetzung informieren müsste. Ich verstehe deine Position Lucas. Du erklärst plausibel, warum du manchmal eingreifen musst. Es ist dein Blog, du willst dir das hohe Niveau nicht kaputtmachen lassen. Für diesen Hochseilakt hast du meinen Respekt.

    Was anderes und doch zum Thema: Ihr Deutschen habt einen an der Waffel. Echt jetzt. Nein, ich meine es nicht lustig, es ist mir sehr ernst. Findet endlich zu einem vernunftgeleiteten Umgang mit eurer Vergangenheit! Es ist allerhöchste Zeit. Es gibt keine Erbschuld und keine Erbsünde. Es gibt nur die Verantwortung für das Handeln im Hier und Jetzt im Wissen um die Natur des Menschen (nicht des Deutschen) und seine Schwachstellen. Die paar Kilometer Luftlinie zum deutschen Hoheitsgebiet schenken mir jede Freiheit so zu schreiben. Das Glück meiner Eltern, nicht überrannt worden zu sein, entbindet mich von jeder Mitschuld. Das ist doch verrückt. Die Nazis (die ‘Fröntler’) standen auch bei uns in den Startlöchern und hätten noch so gerne mitgemacht, wie in Frankreich, in Holland, auf dem Balkan und in anderen Ländern.
    Es gibt nur Menschen, die sich auf das weisse Feld vorwagen und Menschen, die sich in ihre Burgen verschanzen. Mit Nationalität hat das nichts zu tun. Ihr pflegt eine ganz sonderbare, verkrampfte Form von übersteigertem Nationalismus. Wie jeder Nationalismus gründet er auf Emotionen. Bei euch sind es Scham, Angst, Schuldbewusstsein und Verunsicherung. Es macht euch zu schwachen Partnern im ergebnisoffenen Gespräch, gärt unterschwellig und bildet zusehends eine explosive Mischung, die mir als Nachbar nicht egal sein kann. Ich möchte nicht erleben, wenn das ins Gegenteil kippt. Dafür seid ihr mir zu tüchtig.

    https://www.youtube.com/watch?v=jAL-5iElSrE&feature=youtu.be
    Was geht da bei euch ab? Mir ist es völlig egal, aus welcher Ecke der Film kommt. In einer echten Auseinandersetzung hat die Frage nach der Herkunft einen meist überschätzten informativen Wert. Ich weiss, dass mit geschickter Schnitttechnik eine Aussage unterstrichen werden kann. Da ist aber genug an Authentizität, dass ich mir ein Bild machen kann. Warum führt so etwas nicht zu einem Aufschrei der demokratischen Kräfte? Warum sind diese Entgleisungen nicht eine Woche lang Thema in der Berichterstattung und in den Gesprächsrunden der Medien?
    Auch hier im Blog und in den Diskussionen erlebe ich eine scharfe Ausgrenzung der AfD. Ist die Bemerkung zu offensiv, dass dies oft rein reflexhaft geschieht? Dass es eine reine Duftmarke zur primitiven Unterscheidung von Freund und Feind ist? Dass man gar nicht wissen will, was die sagen, und warum sie Zuspruch beim Wähler finden? Dass man meint, sich von der Erbsünde freikaufen zu können, wenn man das Böse isoliert und beim Gegenüber verortet?

    • Einen Punkt habe ich bei Dir nicht so richtig verstanden: Wer bitte sind „Ihr Deutschen“? Ich hätte jetzt erst einmal gedacht, damit sind alle Deutschen gemeint, oder zumindest die überwältigende Mehrheit aller Deutschen. Wenn man jedoch diese Interpretation zugrunde legt, dann werden Deine folgenden Aussagen fast alle falsch: Es ist nicht der Fall, daß die überwältigende Mehrheit aller Deutschen „einen an der Waffel“ hat, es ist nicht der Fall, daß die überwältigende Mehrheit aller Deutschen „eine ganz sonderbare, verkrampfte Form von übersteigertem Nationalismus“ pflegt, usw.

      Also wer sind „Ihr Deutschen“? Soweit ich das sehe, sind die Deutschen keine homogene oder irgendwie gleichförmige Gruppe von Menschen. Sicher gibt es darunter bestimmte Gruppierungen, die recht homogen sind, sich recht gleichförmig verhalten – jedenfalls in Bezug auf bestimmte Aspekte, z. B. ihre vehemente Befürwortung der Europäischen Einheit und des damit verbundenen gesellschaftlichen Projektes.

      Aber „die“ Deutschen gibt es nicht – es sei denn, man will wirklich von Menschen sprechen allein im Hinblick auf ihre deutsche Staatsbürgerschaft. (Kann man natürlich machen, ist aber wenig aussagekräftig.) Und wenn ich Schoppe nicht völlig falsch verstanden habe, dann sieht er einen wesentlichen Irrtum der Fremdenfeindlichkeit genau darin – au weija, jetzt krieg‘ ich ’ne 6 und muß nachsitzen -, daß auf der Basis einer plakativen, aber unwesentlichen Zuschreibung – „alles Moslems“, „alles Araber“, „alles Kanaken“ – unterstellt wird, man habe es mit einer homogenen Gruppe von Menschen zu tun, die in Bezug auf die eigene (vermeintlich homogene) Gruppe ganz bestimmte Einstellungen und Verhaltensweisen an den Tag legt und diese auch konsequent beibehält.

      Aber wiederum: „die“ Kanaken gibt es nicht. Natürlich kann ich Menschen auf der Basis ihrer religiösen Zugehörigkeit (als Beispiel) klassifizieren, hiermit auch sprachlich herausgreifen. Aber dadurch habe ich die individuellen Einstellungen und Handlungsweisen dieser Menschen nicht zu einer Art von Block vereinheitlicht, und habe auch keine verborgene Homogenität dieser Menschen ans Licht gebracht, mit der meine (angeblich homogene) Gruppe nun konfrontiert wäre und zu kämpfen hätte. Und erst recht kann ich auf der Basis einer solchen Klassifizierung keine Schlüsse über individuelle Einstellungen oder Verhaltensweisen dieser Menschen ziehen. (Natürlich kann man einige eher triviale Vermutungen anstellen: Wer heute an Allah glaubt, wird vermutlich auch morgen noch an Allah glauben. Auch nicht so aufregend.)

      Mir scheint, dies ist wirklich ein gravierender Fehler der Fremdenfeindlichkeit. Man spricht von „den“ Arabern oder „den“ Moslems und glaubt, diese Menschen damit schon auf den Punkt gebracht zu haben, ihr ganzes Wesen damit schon enthüllt zu haben. Diese Leute denken oder handeln aber nicht darum so-und-so, weil sie Moslems sind (z. B.), sondern weil sie so-und-so denken oder handeln, klassifizieren wir sie als „religiös“ oder „radikal“ oder „unbedenklich“ oder „hilflos“. Primär ist also das individuelle Denken und Tun, sekundär ist die entsprechende Schublade, in die wir diese Leute packen. Die Gruppenzugehörigkeit (als Ergebnis unserer Klassifizierung) bestimmt somit nicht das Denken und Tun, sondern das Denken und Tun bestimmt, welche Klassifizierung zulässig (korrekt) ist und welche nicht.

      Eine wenig populäre Politikerin hat einmal gesagt: „There is no such thing as society.“ Wenn sie damit sagen wollte, daß die Gesellschaft kein homogenes Gebilde darstellt und keine gleichförmigen Werte und Aktivitäten aufweist, dann würde ich ihr beipflichten.

  • Danke für deine Replik, Jochen.

    Deine Einwände sind berechtigt und zwingen mich zu grösserer Präzision. Vielleicht führte meine Betroffenheit und mein Unverständnis über die Geschehnisse im verlinkten Film zu einer allzu derben Reaktion. Ich wollte ja gerade eben die Deutschen als Individuen nicht angreifen, im Gegenteil.
    Vielleicht ist es die Besonderheit der schweizerischen Demokratie, dass ich mich sehr wohl als «Schweizer» ansprechen lassen muss, wenn unser System offensichtliches Unrecht zulässt. Ich fühlte mich zum Beispiel mitverantwortlich und zuständig, solange unser Bankgeheimnis Steuerflüchtlingen aus aller Welt Unterschlupf bot, auch wenn ich es zusammen mit vielen anderen schon längst abschaffen wollte. (Mit Druck von aussen ist es dann plötzlich ganz schnell gegangen. Danke, Peer Steinbrück!) Wenn es mir nicht gelingt, demokratische Entscheidungen in meinem Sinn zu gestalten, so bin ich doch Teil des Systems und bin vielleicht bloss zu bequem oder zu gleichgültig. Das meine ich u.a. mit «Verantwortung im Hier und Jetzt».

    In Sachfragen kann man durchaus geteilter Meinung sein. Eine Korrektur ist fast immer möglich, und das geschieht ja auch laufend. Wenn es aber um die zentralen und grundlegenden Bausteine einer demokratischen Gesellschaft geht, gibt es keinen Spielraum. In jeder westlichen Demokratie ist die Vorgabe gemäss eures GG Art. 5, Abs. 1 sinngemäss festgeschrieben. Solange Menschen nicht gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung ausdrücklich und aktiv vorgehen, darf ihnen das Wort nicht verboten werden. Die Grenzen des Sagbaren sind weit zu stecken. Jeder ist selbst dafür verantwortlich, was er mit dem Gehörten macht. Staatsbürgerliche Verantwortung ist kein Pipifaz.
    Die Frauen im Film haben ihre persönlichen Wahrnehmung von Begleitumständen der Migration kundgetan. Sie haben die Meinung vertreten, dass es zwei Geschlechter gibt, Mädchen und Jungen. Sie wollten von ihrem durch die Verfassung garantierten Grundrecht Gebrauch machen, frei und ungehindert zu reden. «Die Deutschen» verantworten nicht die Handlungen dieses Pöbels, der sich groteskerweise «antifaschistisch» nennt. «Die Deutschen» verantworten aber sehr wohl, wenn frontale Angriffe auf die Grundpfeiler der Demokratie nicht mit aller Schärfe unterbunden und ans Licht gezerrt werden.

    Wie in jedem europäischen Land gibt es auch bei uns eine rechtsnationale Bewegung, die Schweizerische Volkspartei SVP. Sie stellt die grösste Fraktion im Parlament und sitzt auch in der Koalitionsregierung. Nur selten setzt sie sich mit ihren Vorstössen in Gänze durch, aber sie nimmt spürbar Einfluss auf die demokratischen Kompromisse. Die Ergebnisse regen mich oft fürchterlich auf, aber alles läuft korrekt, denn sie vertreten bis zu 30% der Wählerschaft. So geht Demokratie. Und wenn sie es mal zu bunt treiben, bleibt uns immer noch das Mittel der Volksabstimmung. (Dasselbe sagen die von der SVP übrigens auch.) Wer die direkte Demokratie fürchtet, hat sie nicht begriffen. Europa hat noch einen sehr langen Weg vor sich.

    Die SVP’ler sind keine Neonazis. Wie kann man mit diesem Begriff bloss so leichtfertig um sich werfen! Unsere wirklich braunen Gesellen treffen sich konspirativ in abgelegenen Bergtälern, gerne auch mit ihren Kumpanen aus Deutschland. Was da im Untergrund brodelt, lässt mich auf einen wirksamen Verfassungsschutz hüben und drüben hoffen. Es ist mir viel unheimlicher als der Vogelschiss eines demokratisch gewählten Parlamentariers.

    Zu meiner Kernaussage nimmst du nicht Stellung. Hat der Gauland nicht unter Preisgabe seines dürftigen Geschichtsbewusstseins eigentlich sagen wollen, dass es jetzt an der Zeit ist, die Vergangenheit ruhen zu lassen und nach vorne zu blicken? Ist es zulässig, seine (Wieder-)Wähler als Nazis zu bezeichnen, wenn sie ihm diesen dummen Vergleich trotzig durchgehen lassen, derweil Kanzlerin und Medien eine ganze Stadt der unbelegten Hetzjagden bezichtigen und den Fehler ums Verr…. nicht eingestehen können?

    Dass sich mit der Erbsünde und der Erbschuld gutes Geld und riesige Macht anhäufen lassen, hat die Kirche während Jahrhunderten gezeigt. Der neue Feminismus kopiert das 1 : 1 und versucht auch in der Schweiz, damit die sehr erklecklichen Transferleistungen von Männern zu Frauen zu wahren und weiter auszubauen.
    Die menschlichen Abgründe im Dritten Reich waren zu schrecklich. Es wäre falsch, hier den Vergleich zu gierigen Pfaffen und Emanzen zu ziehen.
    Wir alle tragen keine Schuld. Aber wir sind schon nur mit Blick auf die technologische Entwicklung zur Sicherung und zum Ausbau der Demokratie und zur ständigen Gewissensprüfung verdammt.

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