Film Väter Zivilgesellschaft

Edeka investiert in Feindschaft

geschrieben von: Lucas Schoppe

Auf den Edeka-Werbespot, der Väter als unfähige, hässliche und gefährliche Versager präsentiert, haben viele Männer und auch einige Frauen mit wütenden Protesten reagiert. Tatsächlich würdigt er nicht nur Männer herab, sondern auch Frauen und Kinder.

Warum aber versprechen sich ein Unternehmen und seine Werbefirma Erfolg davon, Verachtung gegenüber Menschen aus der gesamten Kundschaft zu signalisieren? Der Fall ist ein interessantes Beispiel dafür, nach welchen Regeln öffentliche Kommunikation funktioniert – vor allem in den sozialen Netzwerken.

 

Danke für den Shitstorm

Aufregungen über Werbespots verlaufen in den sozialen Medien so berechenbar, als folgten sie einem festgelegten Ritual. Viele ärgern sich, posten wütende Kommentare und verbreiten den Spot damit – und sogar Menschen und Gruppen, die sonst sehr zurückhaltend agieren, sind dabei.

Andere machen mit Kennergestus darauf aufmerksam, dass die Werbestrategie voll aufgehe, die Werbung und die Marke bekannter würden – und dass jede Art der Aufmerksamkeit wichtig wäre, auch die, die durch offene Ablehnung entstehe.

Andere wiederum zeigen, dass sie über all der Aufregung stehen und dass sie, ganz gelassen und leise den Kopf über all die Erregten schüttelnd, den Spot eigentlich ganz gelungen und witzig fänden.

Irgendwann später, wenn sich alle Aufregung längst gelegt hat oder, was wahrscheinlicher ist, zu anderen Erregungsanlässen weiter gezogen ist, werden dann kurze Nachrichten veröffentlicht, nach denen je nach Perspektive und politischem Interesse der Werbespot sich für die Firma sehr gelohnt oder ihr sehr geschadet habe.

Obwohl ich also schon längst an Aufregungen über Werbungen gewöhnt bin und mich gelegentlich sogar selbst daran beteiligt habe, hat mich der Werbespot sehr erstaunt, den Jung von Matt für die Supermarktriesen Edeka produziert hat. Er ist in seiner Aggressivität nämlich nicht nur außergewöhnlich krass, sondern er würdigt, ohne dabei jemals wirklich humorvoll zu werden, sämtliche Beteiligten auf unterschiedliche Weise herab.

Das ist umso erstaunlicher, als der Auftraggeber ja nicht nur Sparteninteressen bedient und sich also in der Pose des Zynikers in einer kleinen Nische einrichten könnte – sondern einen Massenmarkt bedient und bedienen muss.

Der Spot beginnt mit der Großaufnahme des Gesichts eines irgendwie überfordert wirkenden Mannes, begleitet von sanfter Streicher- und Klaviermusik. Schließlich wird das Wort „Danke.“ über das Gesicht geblendet und kurz darauf auch aus dem Off von einer Kinderstimme gesprochen. Wir können also annehmen, dass das überforderte Männergesicht einem Vater gehört und dass ein Kind sich bei ihm bedanken will.

Wir sehen dann, dass der Vater angestrengt seine kleine Tochter in den Armen hält und offenbar auf den Boden pinkeln lässt – in der Nähe anderer spielender Kinder und misstrauisch beäugt von einer Frau, die nicht weit entfernt bei einem Kinderwagen sitzt. „Danke, dass du immer für mich da bist“, sagt eine Mädchenstimme – offenbar die der Tochter – aus dem Off.

Hier können die Zuschauer noch erwarten, dass die Werbung die Klischees, die sie aufruft, schließlich konterkariert. Schließlich scheint es hier so, als wären Kinder Frauensache und als würden Väter sich bestenfalls wie Trottel benehmen, im schlimmeren Fall den Kindern aber Gewalt antun. Tatsächlich aber wird die Spannung zwischen Kinderstimme aus dem Off und den im Folgenden gezeigten verschiedenen Vätern konsequent vergrößert.

„Du kümmerst dich um mich“, sagt ein Kind angesichts eines Vaters, der in seiner Überforderung mit der Küchenarbeit gar nicht auf das Kind achten kann. „Ich kann dir immer alles erzählen“, sagt ein Mädchen aus dem Off angesichts eines Vaters, der das Mädchen anschreit. „Und du hörst mir immer zu“, sagt ein kleiner Junge angesichts eines Vaters, der selbstvergessen eingeschlafen ist. „Du bist mein Vorbild und förderst mich, wo immer du kannst,“ sagt ein Mädchen aus dem Off, während der Vater ihr beim Basketball den Ball an den Kopf wirft und das Mädchen im Bild vor Schmerzen schreit.

Dann schließlich bedankt sich eine Mädchenstimme gar: „Danke, dass du so schön bist,“ sagt das Kind, während der Vater hinter ihm im Badezimmer mit viel zu knapper Unterhose, behaartem Rücken und übergewichtigem Körper mit seiner Morgenwäsche beschäftigt ist.

Hier nun könnte die ironische Spannung zwischen Off-Kommentar und Bildern aufgelöst werden – etwa, indem ein Kind sich beim Vater dafür bedankt, dass er da ist, auch wenn ihm öfter einmal etwas danebengeht. Tatsächlich aber sieht am Ende ein Kind auf einer Couch sitzend seinem Vater mit offensichtlichem Ekel dabei zu, wie der beim Fernsehen essend Chips über sein Hemd krümelt.

Das Mädchen blickt dann in die andere Richtung – und mit seinem Blick wendet sich der ganze Werbespot von den Vätern hin zur Mutter. Auf der anderen Seite der Couch nämlich sitzt die Mutter des Mädchens, und das Kind sagt ihr: „Mama – danke, dass du nicht Papa bist.“ Der Satz „Danke Mama, dass du nicht Papa bist“ wird dann auch über das Bild der kleinen Familie auf der Couch geblendet.

Die Pointe klärt so das Eingangsbild auf und löst auch die Widersprüche zwischen Bildern und Texten: Die Kinder hatten in der ganzen Zeit offensichtlich gar nicht zu ihren Vätern, sondern zu den Müttern gesprochen.

Natürlich kalkuliert der Spot darauf, dass er als ironisch wahrgenommen wird – dass wir ihm zugestehen, hier würden Väter schlicht ein wenig veräppelt, aber doch bloß zu dem guten Zweck, zum Muttertag auf eine lustige Weise die Mütter herauszustellen. Die Ironie aber funktioniert deswegen nicht, weil die Ressentiments, die hier aufgegriffen werden, ganz real sind, weil sie für viele Menschen sehr ernsthafte Folgen haben – und weil sie im Spot tatsächlich überhaupt nicht ironisiert, sondern bestätigt werden.

 

Erbärmliche Väter, boshafte Mütter und masturbierende Kinder: Edeka betreibt Kundenpflege

Wer sich den ganzen Text des kurzen Spots durchliest, kann schnell verstehen, warum sich Menschen darüber aufregen: „Danke. / Danke, dass du immer für mich da bist. / Du – du kümmerst dich um mich. / Du hast ein Gefühl für den richtigen Moment. / Ich kann dir immer alles erzählen. / Und du hörst mir immer zu. / Du bist mein Vorbild und förderst mich, wo immer du kannst. / Danke, dass du so schön bist. / Und dass du so ein Feingefühl hast. / Mama, danke, dass du nicht Papa bist.“

Der zum Muttertag passende Dank an die Mütter wird hier also, so die Marketing-Seite Horizont, formuliert „auf Kosten der Väter, die als total unfähig dargestellt werden.“ Das ist tatsächlich keine Interpretationsfrage, sondern ergibt sich angesichts der Pointe zwingend aus dem Text: In der Darstellung durch Edeka sind Väter für ihre Kinder nicht da, kümmern sich nicht um sie, haben kein Feingefühl und kein Gefühl für den richtigen Moment, hören nicht zu, sind hässlich – und die Mutter ist schließlich das strahlende Gegenbeispiel gegen diese dunklen, lächerlichen Gestalten.

Natürlich ist das, in passendem Schwarz-Weiß gefilmt, hoffnungslos klischeehaft und voller Ressentiments. Es ist aber auch ungeniert reaktionär: Der Spot greift die Entwicklung auf, dass Väter heute selbstverständlicher direkt für ihre Kinder sorgen als vor Jahrzehnten und dass Väter für ihr Sorgerecht einstehen – aber er präsentiert das als Unglück für die Kinder, die froh wären, wenn sie wieder ganz bei der Mutter sein könnten.

In der überraschend offenen Verachtung für Väter, die Edeka damit vorführt, lässt sich leicht übersehen, dass das Bild, das der Spot von Frauen entwirft, eher noch schlimmer ist.

Denn offenkundig richtet sich diese Muttertagswerbung vorwiegend an Frauen, die ja schließlich auch den größten Teil der Kaufentscheidungen treffen  – so wie sich die Kinder im Off an die Mütter, nicht an die Väter richten. Aus der Art und Weise, wie wir jemanden ansprechen, lässt sich wiederum auf das Bild schließen, das wir von diesem Menschen haben.

Edeka/Jung v. Matt kalkulieren offenbar damit, dass ein Dank an Mütter bei ihnen besser ankommt, wenn zugleich Väter lächerlich gemacht und abgewertet werden. Der Werbespot zielt so offen auf tiefe Ressentiments und rechnet so ungeniert mit ihnen, dass er darin gewagt und fast schon wieder reizvoll ist.

Seine Macher müssen, wenn sie sich Erfolg erhoffen, davon ausgehen, dass einem Großteil der Mütter die Abwertung der Väter wichtiger ist als die eigene Aufwertung: denn mit Ausnahme der wenigen letzten Sekunden kreist dieser ganze Muttertags-Spot schließlich ausschließlich um Väter.

Edeka und Jung von Matt produzieren damit ein vernichtendes Frauenbild: ein Bild unziviler, gehässiger Menschen, denen die Herabwürdigung anderer wichtiger ist als der eigene Erfolg – oder die sich gar nur dann wirklich erfolgreich fühlen können, wenn andere zugleich lächerlich gemacht werden.

Schlimmer noch: Die Väter im Film sind Rollenbilder, inszeniert durch Schauspieler, und jeder Mann kann sich von diesen Darstellungen distanzieren. Die Frauen aber, die Edeka und Jung von Matt meinen, sind real: Es sind ihre Kundinnen.

Dass ich dieses Werbeplakat von Edeka leicht manipuliert habe, diente ausschließlich dem guten Zweck, es mit der Botschaft des Jung v. Matt-Werbespots zu versöhnen.

Natürlich wertet dieser Spot Kinder ebenso ab, wie er, auf ganz unterschiedliche Weise, auch Väter und Mütter degradiert. Die Verachtung für ein Elternteil eines Kindes trifft schließlich immer auch das Kind selbst.

Die Kinder, denen hier Wörter in den Mund gelegt werden, dienen zudem bloß als Sprachrohre der Geschlechterklischees und Ressentiments Erwachsener. Von den Spannungen, in die sie durch diese Klischees versetzt werden müssen, ist nichts zu spüren.

Ihre Perspektive ist den Machern völlig gleichgültig. Dass hier eine scheinhafte Kinderperspektive eingenommen wird, erfüllt lediglich die Funktion, Legitimationsfragen ausweichen zu können – denn wenn Erwachsene so massive Ressentiments formulieren würden, wie es hier scheinbar Kinder tun, dann würden wir zwingend erwarten, dass sie sich dafür rechtfertigen.

Wie unwichtig den Machern die Kinderperspektive tatsächlich ist, zeigt sich spätestens in einer Szene, in der ein Vater ein Zimmer betritt, während dort sein jugendlicher Sohn mit heruntergezogener Hose und mit dem Laptop auf dem Schoß auf dem Bett sitzt und masturbiert. „Du hast ein Gefühl für den richtigen Moment.“ Lächerlich wirkt hier nicht der Vater, sondern der Sohn – aber die Macher fanden diese abermals klischeebeladene Szene wohl so witzig, dass sie nicht auf sie verzichten wollten.

Wie aber ist es möglich, dass sich ein großes Unternehmen offenbar Profite davon verspricht, wenn es rundweg seine gesamte Kundschaft verachtungsvoll präsentiert?

 

Menschenfeindlichkeit als Investition

Und: Was würde wohl geschehen, wenn in einem Nachfolgespot der letzte Satz wäre: „Danke, Mama, dass du keine Türkin bist“? Oder „Danke, Papa, dass du kein Schwuler bist“?

Es hat sich unter Akteuren, die sich für links halten, eingebürgert, solche Fragen mit einem entschlossenen „Das wäre etwas ganz anderes“ abzuwehren. Migranten oder Homosexuelle nämlich wären marginalisiert, Männer aber privilegiert – und es sei nun einmal etwas ganz anderes, ob jemand nach unten trete, als wenn er nach oben schlage.

Ein Problem dieser Sicht ist, dass traditionell sämtliche gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit mit der Fantasie operiert, die angefeindete Gruppe wäre „privilegiert“. Das legitimiert die Feindschaft und mobilisiert zugleich die eigene Seite gegen die vermeintlich mächtigen Gegner.

Rassisten haben das Gefühl, Schwarze würden allüberall den Weißen vorgezogen. Antisemiten brauchten immer schon die Vorstellung einer verschlagenen jüdischen Weltherrschaft. Feinde von Migranten beklagen, dass der Staat Flüchtlingen Leistungen zukommen lasse, die er seinen eigenen Bürgern verweigere. Usw usw.

Gründe für diese Kultivierung von Feindseligkeit sind nicht schwer zu finden. Es ist eine gewöhnliche Erfahrung des Lebens in einer modernen Massengesellschaft, dass Menschen sich überfordert, hilflos, orientierungslos und ausgeliefert fühlen. Es fällt dann leicht, sich vorzustellen, dass es anderen Menschen deutlich besser ginge – und dass gar diese anderen Menschen für die eigene Überforderung verantwortlich sind.

Der Gedanke, dass sie ebenso hilflos sein könnten, ist in der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit nicht vorgesehen.

Da es hier nie um eine realistische Einschätzung von Wirklichkeit, sondern um das Management von Erfahrungen der Überforderung geht, ist diese Haltung bemerkenswert resistent gegenüber sachlichen Einwänden. Mehr noch: Wer die Menschenfeindlichkeit mit störenden Informationen irritiert, gefährdet dieses Management und kann daher als Aggressor wahrgenommen und abgewehrt werden.

Das steht da so – dieses Bild vom Ende des Spots ist unbearbeitet.

Dieser kurze Exkurs zur gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit ist wichtig, weil ohne solche Haltungen nicht zu erklären ist, wie die Macher des Werbespots auf die Idee kommen konnten, solch ein Film würde gewinnbringend sein.

Sie produzieren ihre Werbung offenbar nicht mehr allein, oder gar nicht mehr, für das klassische Fernsehen, sondern vor allem für soziale Netzwerke. In der Atmosphäre der Daueraufgeregtheit aber, die zum Beispiel Twitter prägt, stechen Feindseligkeit, Aggressionen, Krassheit und Herabwürdigungen sehr viel stärker heraus als ruhige Signale des Respekts und des Danks.

Während also Aggression und Feindseligkeit einen hohen Werbewert haben, weil sie Aufmerksamkeit generieren und von überraschend vielen als attraktiv wahrgenommen werden, sind sie jedoch zugleich für die Werber auch gefährlich. Schließlich kann die angefeindete Gruppe zu den Kunden des Unternehmens gehören – oder andere Akteure können verstimmt reagieren, wenn ein Spot allzu offenkundig auf ihre Ressentiments setzt.

Dass die Werber sich vieles davon versprechen, diese Feindseligkeit ausgerechnet gegen Väter zu richten, ist daher kein Zufall. Einerseits sind Väter tatsächlich keineswegs in einer starken Position. Noch vor wenigen Jahren konnte die deutsche Gesetzgebung, die Vätern fast keine eigenständigen Rechte zubilligte, erst auf Intervention des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte leicht verbessert werden. Institutionell und rechtlich sind Väter noch immer weit von gleichen Rechten entfernt.

In den Klischees politischer Diskurse aber sind Väter mächtig, rücksichtslos, egoistisch – und das gilt ausgerechnet besonders stark für Diskurse von Menschen, die sich selbst für progressiv, informiert und emanzipiert halten. Während Väter einerseits also nicht die Position haben, um eine ernsthafte Gegenwehr organisieren oder auf politischen Beistand hoffen zu können, erscheinen sie andererseits als so mächtig, dass auch offen gehässige Angriffe auf sie als harmlos dastehen.

Schon beim ähnlich operierenden Gillette-Werbespot war es überraschend zu sehen, wie viele Menschen, die sich selbst für irgendwie links und irgendwie aufgeklärt halten, ausgerechnet einen Werbespot als geeignetes Medium für eine progressive politische Agenda ansahen. Das ist ebenso naiv wie blind. In seinem berühmten Werk „Postdemokratie“ beschreibt Colin Crouch es sogar als einen zentralen Fehler demokratischer Parteien, dass sie ihre Öffentlichkeitsarbeit an den Maßstäben der Produktwerbung orientiert hätten.

Denn natürlich geht es dort nicht um Beiträge zum demokratischen Diskurs und auch nicht um Dienst am Gemeinwohl, sondern um Kalküle, wie Mittel effizient eingesetzt werden können, um einen persönlichen Nutzen zu steigern.

Die Verantwortlichen von Edeka und Jung von Matt sind nicht notwendigerweise Menschenfeinde – sie kalkulieren lediglich durchaus zynisch damit, dass aus Menschenfeindlichkeit Kapital zu schlagen ist. Das ist auch deswegen beunruhigend, weil dieses Kalkül nicht irre und abwegig ist und weil wir davon ausgehen können, dass die Verantwortlichen nicht aus Wut handeln, sondern ruhig gerechnet haben und zu der Überzeugung gekommen sind, dass der Einsatz von Menschenfeindlichkeit sich rentieren wird.

Es ist wichtig, dass dieses Kalkül sich als falsch erweist. Ich werde daher tatsächlich in aller Ruhe, auch wenn ich mir dabei vermutlich blöd vorkommen werde, dem Geschäftsführer des kleinen Edeka bei mir um die Ecke erklären, warum ich bei ihm nichts mehr einkaufen will.

Denn wenn das Kalkül von Edeka und Jung von Matt Erfolg hat, dann wird es auch für andere ein Signal sein, dass es sich lohnt, Feindseligkeit gegen einzelne Menschen und Menschengruppen zu kultivieren und zu bewerben.

PS. (6.5., 22:12 Uhr) Einen schönen Vorschlag habe ich auch in der Diskussion zum Spot bei „Alles Evolution“ gefunden: „Kleine Kampagnenidee: Schreibt Euren lokalen Edeka-Markt an und fragt, was man dort von der Werbung hält. Habe das gerade erledigt und natürlich auch angefragt, ob man sich nicht als lokaler Markt (sind ja meist inhabergeführte Märkte) von der Werbung (öffentlichkeitswirksam, z.B. per Aushang im Markt) distanzieren möchte.“ 

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102 Comments

  • Eine erstklassige Darstellung dieses Spots. Ganz toll.

    Wäre mir erst gar nicht derart aufgefallen, das mit der Menschenfeindlichkeit: mir kommt es eher so vor, als versuche er tollpatischig Kischees zu verwursten.
    Werbeirre…. Madison Ave 😀

  • Gillette war vor allem rassistisch gegenüber allem was kaukasisch daher kommt.

    Zum Kalkül gelten vermutlich zwei Dinge. Der Gender Spending Gap sowie das kleine aber feine Detail, das weibliche Social Media Freunde einfach ein Vielfaches der männlichen wert sind.
    Vermutlich ein 83/17el.

    https://bit.ly/2V7AxFD

  • Ich hab kürzliche ne spannende These gelesen, Die würde auch erklären wieso alte weiße Männer oder Väter in den heutigen Zeiten so unbeliebt sind! Ich zitiere mal:
    „Vereinfacht ausgedrückt ist politische Korrektheit ein Ergebnis einer kulturellen Entwicklung, die von Personen geprägt ist, die eine grundlegend wichtige Entwicklungsaufgabe nicht bewältigt haben. Diese nicht bewältigte Entwicklungsaufgabe ist die Integration des sogenannten Väterlichen in die Persönlichkeitsstruktur wie sie Sigmund Freud (und nach ihm viele andere Autoren – in vielen Varianten) im Zusammenhang mit dem ödipalen Grundkonflikt beschrieben hat: Während die (prototypische) Mutter für den Säugling und das Kleinkind die Quelle bedingungsloser Akzeptanz und Liebe sowie ständiger Aufmerksamkeit ist, die uns das Gefühl gibt, im Mittelpunkt der Welt zu stehen, d.h. unseren Narzissmus befriedigt, erscheint der Vater als Außenstehender, als Eindringling in die naturwüchsige Einheit der Mutter-Kind-Dyade. In seiner Beziehung zur Mutter erscheint er dem Kind als Konkurrent um die mütterliche Aufmerksamkeit und Liebe, die das Kind (weiterhin) als natürlicherweise ihm zustehend zu monopolisieren versucht, weshalb er bekämpft und möglichst ausgeschlossen werden muss. Die Entwicklungsaufgabe besteht für das Kind nun darin zu begreifen, dass der Vater es ebenfalls liebt, aber auf eine andere Weise als die Mutter, denn der Vater repräsentiert die über die Mutter-Kind-Beziehung hinausreichende Welt, dem Kind vorgegebene und insofern objektive Welt, in der das Kind keine besondere Rolle spielt, sondern bloß ein Lebewesen unter vielen ist, zeigt dem Kind aber auch einen Weg, wie es in dieser indifferenten Welt eine Platz für sich selbst, Anerkennung, Respekt oder eine andere Liebe als die mütterliche finden kann, und dieser Weg führt über Leistung bzw. über die Aneignung von Ressourcen, die anderen Menschen einen Grund dafür geben, warum sie sich für einen selbst interessieren sollten, Anteil an einem nehmen sollten. Folgt das Kind dem Weg, den der (prototypische) Vater vorgibt, oder anders gesagt: internalisiert das Kind die Vaterfigur, akzeptiert es die Ansprüche der Außenwelt als legitim, eignet es sich solche Ressourcen an, erzielt kleine oder große Erfolge, die sowohl dem Vater gefallen als auch der Mutter, die dem Kind mit dessen zunehmendem Alter für erzielte Erfolge dieselbe Wertschätzung oder Zuneigung zeigt wie dem Vater.

    Folgt das Kind diesem Weg nicht, verbleibt es im Stadium der narzisstischen Persönlichkeit, die von der Wiederverschmelzung mit der bedingungslos akzeptierenden und liebenden Mutterfigur träumt, die sie zum Mittelpunkt der Welt gemacht hat, und die Ansprüche der Außenwelt als illegitim, als Zumutung, abzuwehren“

    Hier der Link zu dem Artikel:
    https://sciencefiles.org/2019/04/03/howard-s-schwartz-politische-korrektheit-als-entwicklungsstorung-rezension/

    • Die verkürzte Version dieser These lautet, es sei Aufgabe des Vaters, die Jungen aus dem Nest zu werfen. Mir gefällt Ihre differenzierte Darstellung aber besser.

      Wie auch immer – Judith Butler wäre sehr traurig, so etwas zu lesen. Aber auch Antje Schrupp (radikale Differenzfeministin ) wird den Gedanken von sich weisen, Väter hätten irgendeine „Aufgabe“.

    • @ Stephan K.

      Danke für Deinen Hinweis!

      Damit bekommt die Häufung alleinerziehender Mütter in unserer Gesellschaft eine weitere Bedeutung.

  • So und nun kann man sich ja ausrechnen in welcher psychischen Konstitution sich viele von der jüngeren Zielgruppe von dieser Edeka-Werbekampagne befinden ganz besonders wenn man bedenkt dass Eheschließung rückläufig sind,Familien durch die Situation auf dem heutigen Arbeitsmarkt nicht gerade begünstigt werden und auch Väter in der Rechtsprechung ziemlich benachteiligt sind.Deswegen rechnet sich Edeka wahrscheinlich einen Erfolg mit dieser Kampagne aus….die kennen einfach ihre Kundschaft…

  • Leute, bitte! Der erste Artikel von dir Schoppe, den ich nicht gelesen habe. Zieht den Stock ausm Arsch. Ich weiß, es gibt genug Probleme da draußen, aber das haben wir nicht nötig.
    Ich bin als Vater oft ziemlich trottelig. Genau das zeichnet uns doch auch aus, dass wir auf unserer Ebene den Kindern näher sein können. Und auf einer anderen Ebene sind die Mütter näher. Männliches und weibliches Prinzip. Kann sich gut ergänzen.

    • „Ich bin als Vater oft ziemlich trottelig. Genau das zeichnet uns doch aus, …“

      Arbeite an deinem Selbstbild.

    • @Karsten:
      »Genau das zeichnet uns doch auch aus, dass wir auf unserer Ebene den Kindern näher sein können.«

      Auf unserer Ebene? Das ist nicht meine Ebene! Warum nicht ein Werbespot, der die vernachlässigende und emotional mißbrauchende Mutter mit häßlichen Bildern in einem Werbespot auswalzt, mit der Botschaft: »Danke Papa, dass Du nicht Mama bist?«

      Der Spot hat die Qualität von Kindesentfremdung, gerade in der Schlußszene, die die Zuwendung des Kindes zur Mutter nur als Abwendung vom Vater zu inszenieren weiß!

      Wenn das alles so unbedeutend ist, will ich endlich mal einen gehässigen Spot über Banker mit geldgierigen, hakennasigen Juden als Hauptdarstellern sehen! Traut euch doch, ihr »Tabubrecher«!

    • Zum einen: mag ja sein, daß dich besonders deine Trotteligkeit auszeichnet, aber deshalb solltest du doch bitte nicht von dir auf andere schließen. Ich zeichne mich als Vater dadurch aus, daß ich versuche meine Kinder zu unterstützen, wo ich es kann und wo sie es zulassen (Teenager sind …speziell). Die Bemerkung erinnert mich an männliche „Feministen“, die in Diskussionen gerne mal sagen: „Aber es stimmt doch, daß Männer $beliebige_abwertende_Eigenschaft sind…“. Auch da ist die Antwort: „Nein, nicht Männer sind so, *Du* bist so“

      Zum zweiten: natürlich braucht es solche Artikel. Wie anders ist es denn möglich, daß bspw. im Kindschaftsrecht Männer trotz Grundgesetz so eklatant diskriminiert werden? Das kann man nur aufrechterhalten, indem man durch ständige mediale Beeinflussung das Bild des unfähigen, „toxischen“ Volltrottels implementiert, der zu Recht kein automatisches Sorgerecht für seine Kinder bekommt. Anders läßt sich das ja nicht begründen. Auch die Nazis haben sehr genau gewußt, welches Bild sie von der jüdischen Bevölkerung zeichnen mußten, um ihre Politik den Gleichgültigen schmackhaft zu machen.

      Deshalb von mir auch mal eine Dankeschön an Meister Schoppe, der sich diesen Mist jedesmal zu Gemüte führt, um ihn dann analytisch zu zerlegen. Einer muß es machen.

    • Kann ich so nicht nachvollziehen. Ich würde auch nicht sagen, dass Väter „trottelig“ sind, zumindest nicht trotteliger als Mütter. Mütter haben ebenfalls nicht die Kindererziehung in die Wiege gelegt bekommen, auch wenn das gesellschaftlich gerne so suggeriert wird und einige Mütter entsprechend durchaus schon so etwas glauben. Dieser sozial geförderte Glaube an die mütterliche Unfehlbarkeit führt dann dazu, dass jegliches von mütterlichen Methoden abweichende Verhalten nicht als nur subjektiv ungut empfunden erachtet wird, sondern als objektiv falsch.

      Der Spot greift genau dieses gesellschaftliche Zerrbild auf, ironisiert es aber nicht, wie – unter offensichtlich völliger Unkenntnis der Bedeutung von Ironie – von den Verantwortlichen behauptet wird, sondern stellt sie einfach nur möglichst plakativ dar. Ironie hätte daraus werden können, wenn final eine Pointe käme, die das alles irgendwie wieder gerade rückt. Aber die Schlusspointe setzt für mein Empfinden sogar noch mächtig eins drauf, indem genau das Gegenteil von dem ausgesagt wird, was du über die Beziehung von Kindern zu ihren Vätern schreibst. Die Verbindung zwischen dem Kind und seinem Vater wird durch den Schlusssatz faktisch geradezu aufgekündigt. Väter sind in dem Spot durchweg nicht nur „trottelig“ sondern schier nutzlos und final bedankt sich eine Kinderstimme bei Mama dafür, dass sie nicht Papa ist.

      Ich bin ebenfalls Vater eines dreijährigen Jungen und empfinde eine solche Darstellung nicht nur als nicht mehr komisch – und ich bin jemand, der sehr gerne selbst noch über recht grobe, mit Klischees spielende Gags lacht – sondern als in allerhöchstem Maße respektlos, entwürdigend und empathielos gegenüber Vätern. Mal ganz davon ab, dass diese Darstellung nicht im Geringsten mit den Kenntnissen der Entwicklungsforschung zusammenpasst. Meines Wissens gewinnt die Rolle des Vaters spätestens ab dem vierten Lebensjahr zunehmend an Bedeutung für ein Kind. Und mich würde es nicht überraschen, könnte man den schon teils pathologisch anmutenden Narzissmus heutiger Netzfeministinnen vom Schlage einer Wizorek oder Stokowski psychoanalytisch auf einen Mangel an steten männlichen Bezugspersonen in ihrer Kindheit und Jugend zurückbeziehen.

      Also kurzum: Lucas, ich und scheinbar auch viele andere empfinden diesen Spot als schlicht und ergreifend respektlos und ich würde es nicht als „Stock im Arsch“ bezeichnen, einfach nur so basale Dinge wie Respekt einzufordern.

    • ..dass wir auf unserer Ebene den Kindern näher sein können.

      Das ist nicht die dargestellte Perspektive des Kindes. Es ist regelrecht angewidert vom Vater. „Papa gibt mir _nichts_, wenigstens habe ich eine Mutter!“. Das ist ziemlich bitter, und daran scheitert scheitert die Ironie.

      Eine bösartige Überspitzung kann ja durchaus witzig sein, aber wenn gleichzeitig Bitterkeit rüberkommt, schlägt sie in Ressentiment („heimlicher Groll“) um. Es ist wie bei einem sehr schlechten „Witz“ über Minderheiten.

      Da bleibt einem das Lachen im Halse stecken.

    • @Karsten: Du bist ein gutes Beispiel dafür, was sich Jungen, Männer, Väter gefallen lassen und Herabwürdigungen mit aller Kraft umdeuten. Früher gab es mal ein Volkslied mit folgenden Text:

      „Die Männer sind alle Verbrecher… ABER LIEB SIND SIE DOCH, ABER LIEB SIND SIE DOCH!!

      Sowas lasse ich mir gefallen, er klagt nicht wirklich alle Männer an.

      Dieser Werbespot aber pflegt keinen liebenswürdigen, augenzwinkernden Blick auf Väter, die ein bisschen „trottelig“ sind. Er ist schlicht bösartig. Und das ist ein Problem, transportiert er doch die Botschaft, dass Väter nicht nur nutzlos ja sogar schädlich seien. Und dann kommt die nächste Mutter des Jahres, die den Vater aus dem Leben ihrer Kinder auslöscht mit Hilfe aller Institutionen und vollkommen vorbei an der eigentlichen Realität, in der Väter für Kinder gut sind.

      • Danke für den Hinweis auf die alleinerziehenden Väter in Ihrem verlinkten Artikel. Da habe ich viel Bestätigung für mich rausgezogen in dem Sinne, dass damals mein Kampf ums Wechselmodell richtig war.

    • Tut mir leid für die drastischen Worte Leute, aber ich musste mal Luft ablassen. Dazu gleich mehr unter Pkt. 3.

      1. „Trottelig“ war vielleicht nicht die beste Wortwahl. Ich meinte eher Ungezwungenheit, nicht immer Nachdenken über alle Konseqenzen & was das Umfeld denkt, sich einfach so auf den Boden werfen, die Kidz mal in die Pfütze schubsen usw. Das unterscheidet mich von der Mutter meiner Kinder. Und ich habe das auch schon oft bei anderen Eltern so gesehen. Das liegt IMHO daran, dass wir Männer schneller auf unseren inneren Kindermodus schalten können.

      2. Ich fühle zutiefst, dass hier unverhältnismäßig überreagiert wird. Ich finde nicht, dass die Werbung uns Männer schlecht dastehen lassen will oder Mütter als was Besseres präsentiert. Das finale „Schön, dass du nicht Papa bist.“ ist für mich kein Ausdruck der Abwertung vom Vater, sondern ein Plädoyer für die Unterschiedlichkeit der Geschlechter. Also quasi klassischer Antifeminismus ;-). Ehrlich gesagt empfinde ich die Werbung als ziemlich warmherzig. Viele von uns Männern sind verletzt, aber gebt der Werbung bitte nicht so viel Macht über euch. Da stehen wir doch drüber.

      3. Ja, der zeitgenössische Feminismus hat üble Auswüchse produziert, wo wir Männer & Väter nicht gut dabei wegkommen. Aber ich finde, es ist Zeit für einen Strategiewechsel. An diesem Beispiel hier kann man gut sehen, dass viele Männer und Männerrechtler mittlerweile genauso verbissen (re)agieren wie viele Feministinnen. Wir haben viele Gründe für unseren Frust & Zorn – was auch die heftigen Reaktionen auf die Werbung erklärt – aber was bewirken wir wirklich, wenn wir auch nicht mehr in die Herzen der „Gegenseite“ zu Blicken vermögen? Irgendwie hat mittlerweile oftmals die – an sich berechtigte – Kritik am zeitgenössischen Feminismus den Beigeschmack von nach unten Treten, weil die Stupidität so offensichtlich geworden ist. Das spüren doch auch viele Feministinnen, und sei es unterbewusst. Dieses nach unten Treten ist letztendlich unehrenhaft.
      Der Schlüssel für mich ist das Erwärmen der Herzen. Dazu braucht es ne Prise Humor und eine gewisse Leichtigkeit des Seins. Nur so haben wir ne Chance, dass unser reales Leid auch wahrgenommen und bedacht wird.

      • Werter Karsten,
        es wird Sie nicht wundern, dass ich widerspreche. Ich habe meine kleinen Kinder (Junge, Mädchen) vor über 25 Jahren auch mit runtergelassenen Hosen bzw. Röckchen pinkeln lassen (sicher diskreter) und mir sind schon damals die kritischen (um es nett auszudrücken) Blicke der versammelten Mütter aufgefallen.
        Ich habe meine Kinder durchaus auch „robuster“ behandelt, als ihre Mutter. Kinder können was und das habe ich ihnen zugetraut – in dem Sinne robust! Wie sollen sie lernen, wie man auf einen Baum kommt, wenn sie nicht auch mal fallen? Die keinen Wehwehs pustet Papa dann weg. Das wirkt Wunder.
        Und diese Werbung reiht sich eben nahtlos ein in eine zunehmend aggressiver gegen Männer werdende Werbung, die Männer als Volltrottel, androgyne Zwitterwesen oder verschwitzte Dumpfbacken darstellt, die von Testosteron angetrieben werden.
        Ausnahmen gibt es nur, wenn der HERR der DAME aber bitte schön mal ’nen Diamantring an den Finger stecken soll. Da kommt dann männliche Eleganz in’s Spiel.
        Die Wirklichkeit liegt wie immer irgendwo dazwischen. Aber fast alle Kerle, die ich kenne, haben einen Affen an ihrem Nachwuchs und meist an ihrer Frau gefressen.

      • @Karsten: Ich kann durchaus über ziemlich bösartige Männerwitze lachen. Für mich hat aber _der Clip_ keinen Humor. Und wo kein Humor ist, muss ich nicht lachen.

        Wenn der Vater in der Schlußszene zum blutrünstigen Monster mutiert, und Mutti mit dem Kind schreiend davon gelaufen wäre, hätte es ja funktioniert..

        Was solche „Witze“ über Bevölkerungsgruppen regelmäßig befremdlich bis abstoßend macht ist genau ein gewisser bierernst _des Erzählers_.

      • So, ich habe den Clip jetzt nochmal nüchtern geschaut und musste immer noch an ein paar Stellen lachen (im Gegensatz zu dem SJW Gillette Spot, der wirklich sexistisch war).
        Ja, es wird mit dem Klischee des im Haushalt und bei der Erziehung unfähigen Vaters gepielt, aber IMHO mit nem Augenzwinkern. Auch wenn ich und sicherlich die Meisten von euch hier nicht darunter fallen – es gibt noch mehr als genug Väter, auf die das voll und ganz zutrifft. Meiner Erfahrung nach habe ich übrigens indirekt sogar davon profitiert, deshalb unter Frauen nicht ganz für voll genommen zu werden (z.B. im Elternrat von Kita & Grundschule). Da kommt das Aufschlagen auf die Realität für einige Muttis & Pädagoginnen dann ganz heftig…
        Wie bereits gesagt: Ich verstehe euren Zorn und teile und artikuliere wo ich nur kann die bitter notwendige Feminismuskritik. Aber ich finde, ihr projeziert hier. Mal ehrlich – hätte so eine Werbung vor 10 Jahren solche Reaktionen ausgelöst? Ich finde es gefährlich, dass anscheinend der (berechtigte) Frust so tief sitzt, dass so ne Popelwerbung so überinterpretiert & -analysiert wird. Wie soll noch eine Versöhnung der verschiedenen Lager möglich sein? Ganz bestimmt nicht durch das Herumreiten auf Verletztheiten, sondern durch Aufrichtigkeit, offene Herzen und auch (männliche) Stärke.

        • „aber IMHO mit nem Augenzwinkern.“

          Das existiert aber nur in deiner Imagination. Oder kann man das nachvollziehbar erklären? (ich habe mich auch zuerst irreführen lassen)

          „es gibt noch mehr als genug Väter, auf die das voll und ganz zutrifft“

          Das mag ja sein, aber inwieweit spielt irgendeine beliebige Realität eine Rolle für einen Werbespot? Warum gerade und exklusiv diese?

          „Meiner Erfahrung nach habe ich übrigens indirekt sogar davon profitiert, deshalb unter Frauen nicht ganz für voll genommen zu werden …“

          Ja, so kann man diese Vorurteile zu seinem Vorteil wenden. Man sollte das auch konsequent zur Sabotage und Lächerlichmachung nutzen, btw

          „hätte so eine Werbung vor 10 Jahren solche Reaktionen ausgelöst?“

          Na, super, dass wir weiter sind!

          „Wie soll noch eine Versöhnung der verschiedenen Lager möglich sein?“

          Warum soll es eine Versöhnung mit dem menschenfeindlichen Feminismus geben, der vom Männerhass lebt bzw der den als seine Schattenseite hat? Den brauch kein Mensch.

          • Menschenfeindlicher Feminismus & Männerhass war in der Gillette-Werbung sichtbar, aber doch nicht hier. Welche Szene meinst du, wo das rüberkommt?
            Und wenn wir aufhören, in erster Linie an uns zu arbeiten und für Vergeben & Vergessen offen zu sein, dann können wir den Laden hier gleich dichtmachen.

          • Dieser Mann wird in jeder Szene rundum als verächtlich und hassenwert dargestellt, zB allein diese Grimasse in der Schlussszene…

            „Und wenn wir aufhören, in erster Linie an uns zu arbeiten und für Vergeben & Vergessen offen zu sein“

            Naja, mit einer menschenverachtenden Ideologie, die auf dem Vormarsch ist, darf man nicht zimperlich sein. Die wird nicht durch eine pazifistische Haltung eingedämmt oder zurückgedrängt.

        • Karsten, ich verstehe dein Problem nicht. Von welchen „Lagern“ redest du?

          Ich sehe hier (grob) zwei Lager: Die Einen finden den Clip irgendwas zwischen schlecht gemacht und widerlich, und die anderen finden es offenbar irgendwas zwischen intolerant, kleinkariert und widerlich, wenn man den Clip gar nicht lustig findet.
          Das hat wenig mit Feminismus vs. Maskulismus oder Männer vs. Frauen zu tun. Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch so einige Feministinnen etwas an dem Clip auszusetzen haben. Es war auch mit Sicherheit keine Frau, die den Clip kreiert hat.

          Ich mag diese Art klemm-bierernsten „Humor“ nicht, die Identitätsstiftung aus Abwertung gewinnt. Egal, welche Gruppe da aufs Korn genommen wird.

          Es sei dir ja zugestanden, dass du den Clip aus anderen Gründen lustig findest. Ich sehe aber keine solche andere Intention.

        • @ Karsten:
          „Auch wenn ich und sicherlich die Meisten von euch hier nicht darunter fallen – es gibt noch mehr als genug Väter, auf die das voll und ganz zutrifft.“
          Zunächst einmal sorry, @Lucas, aber was Karsten da ablässt, was er „Luft ablassen“ nennt, scheint wirklich kaum etwas anderes zu sein, als „Luft abzulassen“, zwischen den Kopfhörern nämlich.

          Und nein, normalerweise halte ich Man-Tau keineswegs für die geeignete Basis, sich selbst als ersten Esel zu nennen und dem Rest die tribalistische Feindbildrolle aufzunötigen ( alle einen Stock im Arsch und so ….).
          Aber diese Aufforderung zum Tanz ist m.E. einfach erstens zu dumm, um sich umständlich und en Detail daran abzuarbeiten und zweitens zu aggressiv, um sie abzulehnen.
          ( Daran ändern auch nachträgliche halbherzige Verschwurbelungen nicht das geringste ).

          Ich zitiere also einfach mal mich selbst, genauer einen flott dahingeranteten Kommentar, den ich vorhin auf Anne’s Auschfrei zum Diskussionsgegenstand verfasst habe:
          https://auschfrei.wordpress.com/2019/05/07/danke-dass-a-b/#comment-7618

          „Ich beobachte ja nun seit locker einem dutzend Jahren die Steigerungsraten des deutschen Kinder- u. Sorgehandels. Bis ungefähr 2012-13 waren es um die 5 – 8% p.A.. Seitdem gab es einen Riesenausreißer ( über 12% ) und die Durchschnittsrate erhöhte sich auf about 8-10% p.A..
          Wobei der Umsatz dieser größten, aggressivsten, reichsten und am schnellsten expandierenden Dienstleistungsbranche stets in etwa gleich mit der Zahl der gewaltsam entelterten Kinder parallel läuft.
          Mittlerweile hat offenbar die Zahl der darob schwerstgestörten Menschen dermaßen stark zugenommen, daß sie sich als relevante Bevölkerungsgruppe offen outen und ihre krankhaft pervertierten Weltbilder in den Massenmedien glatt zu „gut&richtig“ erklären und als „mediale Volkserziehung“ vermarkten.

          Sie sitzen nicht mehr nur heimlich in Jugendämtern und Familiengerichten herum und vernichten einzelne Kinder- u. Elternexistenzen. Sie treten ganz ungehemmt mit ihren ekelhaften Wahnbildern als Vertreter von Werbeagenturen und PR-Abteilungen auf.
          Deutschland ist voll mit diesen zur absoluten Dissozialität mitttels Gehirnwäsche vergewaltigten Charakterzombies.
          Der EDEKA-Spot ist ein unzweifelhafter Beleg dafür.
          Ein sehr exakt zusammengefasstes Analogon der durchschnittlichen Hassbilder, die den Kindern von ihren Verschleppern und Vergewaltigern eingeprügelt werden!“

          … und so etwas empfindet Karsten als „warmherzig“.
          Über 2 Millionen permanent zombifizierte Menschen, plus noch einmal ungefähr die gleiche Zahl an dadurch vernichteten Eltern/Familienangehörigen als Opfer dieser „Warmherzigkeit“, kann ich weder als Ausdruck „sozialer Wärme“, noch als sonstige „Witzfiguren“ empfinden!

          Danke, Karsten, daß Du nicht im geringsten ernstzunehmen bist!

          Übrigens, Tom Todd hat gerade zu einem namentlichen Boykott der Menschenhasskette EDEKA aufgerufen. Selbstverständlich habe ich sofort mitgezeichnet, obwohl es hier gar keinen dieser Läden gibt.
          Leid tun mir nur die Filialbesitzer, die ( wie üblich, als Bauernopfer ) durch die diktatorische Maßnahme des widerlichen Konzerns u.U. erheblich an Vermögen und Reputation beschädigt werden. Ich kann jenen nur dringend raten, sich ein für alle mal einem anderen Geschäft zuzuwenden.

          http://trennungskinder.info/edeka-boykottieren/?fbclid=IwAR25wzFn0JnWQeixer6uLyxkPB_qB9-T9wbNPOHuMpG6kS7LumBV_80-b_4

        • „habe den Clip jetzt nochmal nüchtern geschaut und musste immer noch an ein paar Stellen lachen (im Gegensatz zu dem SJW Gillette Spot, der wirklich sexistisch war).“

          Im Ernst?

          Ich finde, der EDEKA Spot läuft in jeder Hinsicht in einer anderen Liga als der Gilette-Spot.

          So fragwürdig die Rechtfertigung „aber wir haben doch gar nichts gegen Männer – wir glauben ja, dass sie sich bessern können“ auch ist – bei Gilette glaubt man zumindest noch, dass sowas prinzipiell denkbar ist (auch wenn das „bessern“ nie genug sein wird…).

          Eine solche Möglichkeit ist für die hirnlosen Zombies des Edeka-Spots gar nicht mehr vorgesehen.

          „hätte so eine Werbung vor 10 Jahren solche Reaktionen ausgelöst?“

          Ich weiß nicht, ob der Spot vor 10 Jahren schon denkbar war.
          Seit Jahren findet Männerabwertung und Männerentsorgung als Gag in der Werbung statt, in der sich Männer bei „irgendwas“ blöd anstellen.
          Eine derart umfassend anekelnde Abwertung ist eine neue Eskalationsstufe, die ich so bisher noch nicht gesehen habe.

          Augenzwinkernd?
          Hab ich nicht gesehen.

          • Übrigens: Lob an die hiesige Kommentatorenschaft!

            Niemand hat die Gelegenheit genutzt, das

            „„habe den Clip jetzt nochmal nüchtern geschaut “

            genüßlich zu zerfetzen ( und ich gestehe, der naheliegende Gedanke schoß mir innerhalb von Sekunden durch den Kopf ).
            🙂

        • @Karsten Ich finde es sehr wichtig, darauf zu bestehen, dass in der Diskussion die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleibt. Ich hab mir auch schon mehrmals überlegt, dass es hier immerhin nur um einen Werbespot geht und dass es dann vielleicht schon albern war, überhaupt einen drei DIN-A4-Seiten langen Text dazu zu schreiben.

          Außerdem ist es wichtig, grundsätzlich wohlwollend zu interpretieren, was andere tun. Also Edeka nicht gleich Väterverachtung vorzuhalten, sondern zu überprüfen, ob hier nicht einfach Männer als harmlose, aber nette, manchmal eben etwas vertrottelte Wesen dargestellt werden. Das wäre auch klischeehaft und nicht sehr freundlich, aber keiner großen Aufregung wert.

          Ich finde die Schärfe der Proteste aus zwei Gründen gut, einem weniger wichtigen und einem entscheidenden.

          Weniger wichtig in der konkreten Situation ist eine allgemeine Erwägung. Mir ist, gerade in Diskussionen mit identitätspolitisch agierenden Menschen von rechts und links, schon oft eine sehr unangenehme Doppelmoral aufgefallen. Feministinnen beispielsweise kommen ggfs. drei Wochen nicht aus dem Empörungsmodus heraus, weil sie einen breitbeinig in der U-Bahn sitzenden Mann gesehen haben – tönen dann aber höhnisch was von „Male Tears“ oder „Male Fragility“, wenn sich ein Mann über Slogans wie „Männer sind Müll“ oder „Kill all men“ beschwert.

          Solche Doppelstandards sind nicht auf einige isolierte seltsame Gestalten mit niedlichen kleinen Defekten beschränkt, sondern gehören zu einer politischen Kultur und werden institutionell, auch aus Parteien, gefüttert.

          Wer darauf nur achselzuckend reagiert und gelassen keine große Sache aus eigenen unangenehmen Erfahrungen machen möchte – der verhält sich nach zivilen Maßstäben völlig vernünftig und angemessen, wird aber in der Auseinandersetzung mit den zitierten Doppelstandards trotzdem untergehen.

          Deshalb ist es für Männer m.E. wichtig zu lernen, es deutlich zu formulieren, wenn sie sich angegriffen sehen – und sich nicht durch die Befürchtung einschüchtern zu lassen, sie würden als Reaktion gewiss nur den Rat erhalten, doch einfach mal den Stock ausm Arsch und die Sache mit Humor zu nehmen.

          Der zweite Grund ist für mich wichtiger: Ich finde den Spot tatsächlich überhaupt nicht harmlos. Das, was Du in ihm wahrnimmst, hätte er leicht sein können – er ist es aber eindeutig nicht.

          Ich hatte beim ersten Zuschauen erwartet, dass die sehr negativen Vaterdarstellungen sich ironisch auflösen werden – aber das tun sie nicht, sie werden eher noch verschärft auf den Punkt gebracht.

          Wir sehen in zwei verschiedenen Situationen Väter, die ihren Töchtern echte und ganz unironische Schmerzen zufügen – in einem Fall so, dass die Tochter nicht mehr aufhören kann zu schreien. Wir sehen in zwei weiteren Situationen Väter, vor denen ihre Töchter sich offensichtlich ekeln. Wir sehen einen Vater, der aus Blödheit seine Tochter mitten auf eine Spielfläche strullern lässt – natürlich argwöhnisch beäugt von einer Frau, neben der ein Kinderwagen steht, ohne dass es mit dem Kind irgendwelche Probleme gäbe. Ein Vater schreit seine Tochter an, als die offensichtlich Hilfe braucht. Ein Vater ist so überfordert, dass er für sein Kind nicht sorgen könnte, falls dem was passieren würde.

          Das sind keine harmlosen Trotteleien, sondern es ist jeweils ein ernstzunehmendes Versagen, z.T. auch mit Schäden für die Kinder.

          Eigentlich kommt nur ein Vater halbwegs gut weg – nämlich der, der bei seinem masturbierenden Sohn ins Zimmer stolziert und such sofort entschuldigt. Aber in dem Fall wird der Sohn lächerlich gemacht. Was wäre wohl gewesen, wenn Edeka hier stattdessen ein minderjähriges masturbierendes Mädchen gezeigt hätte, um es für einen Werbeeffekt auszuschlachten? Alles nur ein harmloser Spaß?

          Ich finde es wirklich gut, mit welcher Zivilität Du auf diesen Spot reagierst. Aber ich glaube, dass Du auf diese Weise auch in den Spot selbst eine Zivilität hineindenkst, die er einfach nicht besitzt.

          Seine Botschaft ist nicht, dass Mütter und Väter komplementär sind oder sich ergänzen. In der ganzen Logik dieses Films wäre es besser, wenn der Mann gar nicht da wäre und die Mutter alles allein machen könnte.

          Und das ist eben auch deswegen nicht lustig, weil es eine Erfahrung von Hunderttausenden ist – von Vätern wie von Kindern.

          Was mich an dem Spot vor allem beunruhigt, ist gar nicht einmal nur die Väterfeindlichkeit – sondern die Tatsache, dass hier ein großes Unternehmen offenbar damit kalkuliert, dass sich durch Feindschaft gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen Aufmerksamkeit und damit am Ende Profit generieren lässt. Das darf kein Beispiel für andere werden.

          Obwohl ich regelmäßig im Blog schreibe, bin ich immer nur zwischendurch im Netz, weil ich ein ziemlich reichhaltiges und forderndes Offline-Leben habe. Dabei ist meine Erfahrung, dass zivile Strukturen und Verhaltensweisen – Wohlwollen, Kollegialität, Hilfsbereitschaft, Höflichkeit, Bereitschaft zum Perspektivenwechsel – sehr stabil weit verbreitet sind.

          Das ist in der medialen Welt, die ich erlebe, anders, auch in der Welt der Politik, gerade auch der Netzpolitik. Für mich ist der Edeka-Spot ein Beispiel dafür, dass ein großes Unternehmen mit beträchtlichen finanziellen und infrastrukturellen Möglichkeiten aus egoistischem Kalkül antisozial agiert – und dass durch sowas, wenn es Schule macht, die durchaus stabil vorhandene Alltagszivilität erodieren kann.

          • Ich versuche das mal noch ein wenig auszuweiten.

            „Ich hatte beim ersten Zuschauen erwartet, dass die sehr negativen Vaterdarstellungen sich ironisch auflösen werden – aber das tun sie nicht, sie werden eher noch verschärft auf den Punkt gebracht.

            Ich finde es wirklich gut, mit welcher Zivilität Du auf diesen Spot reagierst. Aber ich glaube, dass Du auf diese Weise auch in den Spot selbst eine Zivilität hineindenkst, die er einfach nicht besitzt.“

            Ja, das sehe ich ähnlich und merke an, daß es sich so gesehen um einen irrationalen, fatalistischen Fehlschluss handelt.
            Dazu setze ich das Prinzip Hoffnung in einen krassen Vergleich. Denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und zwar erst, wenn man selbst unweigerlich und völlig chancenlos von etwas betroffen ist.

            Wie wohl fast alle hier zunächst lachen wollten, dann sich verzweifelt an irgendwelche Relativierungen geklammert haben, um zuletzt doch gnadenlos über die Reling getreten zu werden, so habe ich ( rein prinzipiell, in der Praxis lief das natürlich extrem brutaler, da ich der Vernichtung meines Kindes bei vollem Bewußtsein zusehen mußte ) während meiner Entsorgung als Vater den in ( nicht nur ) meiner Vorstellung existierenden 6-Punkte-Staat auch mir selbst ggü. immer vehementer verteidigt. Natürlich war mir klar, daß der „Ecken und Kanten“ hat, leicht in’s Eiern geraten kann und auf unerreichbaren Idealismen aufbaut.
            Und doch meinte ich meine soziale Umwelt so gut zu kennen, daß ich hoffte, die ganze Angelegenheit würde, ja müßte geradezu zwangsläufig irgendwann einigermaßen ausreichend erkannt, geklärt und so gut wie möglich gelöst werden. Es waren ja meine, resp. unsere Angestellte, die sich in klarem Auftrag damit befassten – dachte ich so.
            Nun, daß diese Leute sich aber als Regierende betrachteten, welche meinten, sie hätten verdienterweise das Privileg uns Bürger nach Gutdünken als formbare Masse zu bearbeiten und dabei maximal Vorteile für sich selbst abzuschöpfen, war für mich unvorstellbar, da es so etwas im meinem gewachsenen Umfeld so nicht gab, jedenfalls nicht in solchen irren Ausmaßen.
            Erst als meinem Kind der Vater, die Wohnung und das gesamte Umfeld inkl. dazugehöriges Lebensmodell ein für alle mal verboten wurde, vermochte ich einzusehen, daß es sich keineswegs um „eine unglückliche Verkettung dramatischer Irrtümer“ handelte, sondern um gezielte Routinen, die genau zu diesem Zweck so entwickelt und durchgezogen wurden.
            Und selbst dann blieben irgendwelche unspezifischen Reste des Drangs, die Hoffnung aufrecht zu erhalten, obwohl mir die groben objektiven Eckdaten dazu genauest bekannt waren und zig-fach bestätigt wurden.
            Sogar jetzt noch geistern Überreste davon irgendwo im emotionalen Unterbewußtsein herum und ärgern mich gelegentlich gewaltig.

            Tatsache ist aber, daß Menschen, in ihrer Eigenschaft als Angehörige irgendwelcher Gruppen, im Schnitt deutlich eher irgendwelchen Gruppenzwängen folgen, als den besten dafür/dagegen aufgestellten Regeln. Vollkommen egal wie alt, vernüftig, logikbasiert und evtl. sogar selbst (mit) entwickelt diese Regeln sind. Die Regeln sind reine Theorie, die Praxis ist „da draußen.“

            Und um diese Verhaltensweisen zu relativieren, werden sie schöngeschwurbelt, notfalls mit den absurdesten Blödsinnigkeiten.
            Da verlässt ein Mensch, der eigentlich strengste, felsenfeste Prinzipien hat, schon mal das Gebiet zwischen den Eckdaten, wie ein besoffener Torfstecher das Moor und fängt an sich selbst zuzulügeln, weil ihm das erträglicher vorkommt. Immer nach der Methode: „Ausnahmen sind möglich, also bin ich eine“.

            Nein, die Ausnahmen sind genau die, in die man seine Hoffnung setzt!
            Und die sind nur Ausnahmen vom eigenen Umfeld, aus der Sicht dieser Leute und deren Umfeld, ist man selbst jedenfalls keine Ausnahme, sondern regelmäßig zu bearbeitende Ressource, im Zweifel auch einfach nur ein Stück unerwünschter Ausschuß. Die Distanz zwischen den Erlebniswelten macht das möglich.
            Man wird von diesen vermeintlichen Angestellten als tribalistischer Fremdgruppenangehöriger ( also eben Ressource und Feind gleichzeitig ) betrachtet.
            Es gibt dazwischen überhaupt kein verbindendes Dienstleistungsverhältnis mit Auftraggeber und Auftragnehmer!
            Der einzige akzeptierte und umzusetzende Auftrag heißt: Abschöpfen! Ob dadurch jemand beschädigt, gefoltert, getötet wird, ist völlig egal, da die entsprechende Rückmeldung nicht eingeholt, sondern eher sogar abgeblockt wird.

            Es ist ja ( vermeintlich ) nicht der eigene Stamm, den es betrifft.

        • „Menschenfeindlicher Feminismus & Männerhass war in der Gillette-Werbung sichtbar, aber doch nicht hier. Welche Szene meinst du, wo das rüberkommt?“

          Finde ich eine ganz erstaunliche Aussage.

          Es kommt im gesamten Clip so rüber.
          Falls man beim ersten sehen die Vorstellung hat, die vertrottelte Darstellung der Männer würde vermutlich irgendwann ironisch (!) gebrochen, so wird diese Erwartung enttäuscht und mit der gegenteiligen Botschaft sogar noch übertroffen: An diesen Männern ist nichts positives zu finden, ist die explizite Botschaft, Papas braucht kein Mensch, und im Grunde wäre alles einfacher und besser ohne sie, nur mit Mama und Kind, die zum Glück ganz anders ist als der unnütze, ekelige, unsensible Papa.

          Die Rückfrage an dich wäre die Frage, wo, in welcher Szene, du eigentlich glaubst dass eine ironische Brechung der Botschaft stattfinden solle, dass Männer/Väter vollkommen nutzlose Idioten sind, ohne die im Leben nichts, aber wirklich gar nichts fehlen würde. Du findest nichts? Ich auch nicht.

          Das ganze gibt sich „irgendwie“ ironisch, verzichtet dann aber ganz bewusst auf das, was eine „ironie“ eigentlich ausmachen würde, nämlich die ironische Brechung der Botschaft. Etwas wie ein andeutungsweises „aber wir lieben euch trotzdem“, bzw. eben „ihr seid trotzdem liebenswert“.
          Stattdessen überhöht man die doch angeblich „ironische“ Botschaft mit dem „Danke, dass du nicht Papa bist“. Denn offenkundig braucht kein Mensch solche Papas.

          Wäre „danke, dass du nicht Papa bist“ irgendwie ironisch gemeint, dann wäre das ganze kein Muttertags-spot mehr, und Frauen würden sich ver@r$(#t fühlen.
          Genau das ist es aber nicht, was die Frauen kritisieren, denen der Spot ebenfalls nicht gefällt.

          • Das ganze gibt sich „irgendwie“ ironisch, verzichtet dann aber ganz bewusst auf das, was eine „ironie“ eigentlich ausmachen würde, nämlich die ironische Brechung der Botschaft. Etwas wie ein andeutungsweises „aber wir lieben euch trotzdem“, bzw. eben „ihr seid trotzdem liebenswert“.

            Selbst das würde ich nach wie vor als eine Botschaft verstehen, die Männer (Väter) herabwürdigt. Schon allein, weil wir – und vermutlich auch Feministinnen – wissen, dass es eben nicht einfacher wäre, ohne Männer zu leben (Wer finanziert wohl den Unterhaltsvorschuss einer alleinerziehenden Mutter?) – und Männer eben nicht per se vollkommen untaugliche, unnütze Trottel sind.

            Dazu kommt dann die Doppelmoral in unserer Gesellschaft, die sich zumindest bei den Schreihälsinnen, den Feministinnen und den genderideologisch geprägten Medien manifestiert.

            Ein derart männerfeindlicher Clip mit umgekehrten Vorzeichen zum Vatertag, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von Unternehmen noch nicht mal ansatzweise in Erwägung gezogen. Von der betreffenden Werbeagentur wohl ohnehin nicht, denn dort sitzen ja recht viele Feministinnen in leitenden Positionen.

            Und letztendlich hätte auch so ein jämmerlicher Versuch der Versöhnung mit Sprüchen wie „Wir lieben euch trotzdem… “ oder ähnlich, mich bestenfalls gequält lächeln lassen. Denn letztendlich wird trotzdem ein Klischee über Männer (Väter) etabliert, das einfach nicht gerechtfertigt ist. Der Tiefschlag wäre nur etwas weniger schmerzhaft gewesen.

          • „Selbst das würde ich nach wie vor als eine Botschaft verstehen, die Männer (Väter) herabwürdigt.“

            Ja, sicher, auf jeden Fall.
            In meinem weiter oben stehenden Kommentar habe ich das mit der Formulierung „So fragwürdig die Rechtfertigung „aber wir haben doch gar nichts gegen Männer – wir glauben ja, dass sie sich bessern können“ auch ist“ auch bereits angesprochen.

            Das ist insofern eher die Rückfrage an Karsten, der Männerfeindlichkeit im Gilette-Spot findet, aber nicht bei Edeka, wieso eigentlich irgendwas besser an der Darstellung sein soll, wenn man einfach noch die letzte verbliebene Schwelle des Gilette-Spots hinter ich lässt und Männer nicht mehr als zwar verbesserungswürdige, aber immerhin noch verbesserungsfähige Wesen beschreibt, sondern nur noch als hoffnungslose Totalausfälle?

      • „ein Plädoyer für die Unterschiedlichkeit der Geschlechter. Also quasi klassischer Antifeminismus ;-).“

        Der Feminismus heute beruht ganz auf einer angeblichen Unterschiedlichkeit der Geschlechter. Du lässt dich wahrscheinlich von der Versicherung in die Irre führen, sie wollten nur „Gleichheit“.

        Wenn es dir noch nicht aufgefallen ist: Frauen werden im Feminismus als die wahren Menschen verherrlicht, Männer als Unmenschen dämonisiert.

        Zu viele Leute blenden das einfach aus und der Feminismus setzt auch gezielt auf allerlei Vernebelungstatiken.

        Ein wenig Beschäftigung damit und eine faszinierende und unerwartete Welt öffnet sich, von der man nie geglaubt hätte, dass sie existiert, ja existieren kann.

        „An diesem Beispiel hier kann man gut sehen, dass viele Männer und Männerrechtler mittlerweile genauso verbissen (re)agieren wie viele Feministinnen.“

        Da gibt es nun gar keine Äquivalenz in diesem Fall. Absolut keine.

        „Irgendwie hat mittlerweile oftmals die – an sich berechtigte – Kritik am zeitgenössischen Feminismus den Beigeschmack von nach unten Treten, weil die Stupidität so offensichtlich geworden ist. Das spüren doch auch viele Feministinnen, und sei es unterbewusst. Dieses nach unten Treten ist letztendlich unehrenhaft.“

        Ideologisch hasserfüllte Menschen sind in der Regel stupide. Ist Kritik an denen „unehrenhaft“. Ich würde sagen, sie ist nötig. Um so mehr, wenn solche Menschen die Öffentlichkeit dominieren. Kritik an der Obrigkeit gilt in der Regel aber nicht als „nach unten treten“. Oder ist es glaubwürdig, dass diese Obrigkeit sich als die reine verfolgte Unschuld inszeniert?

        • Ich meinte den Genderfeminismus, der Gleichheit in allen Bereichen in den Vordergrund stellt (als wäre das biologische Geschlecht irrelevant). Komischerweise holen sie die Ungleichheit dann aus dem Sack, wenn es passt (zum Beispiel beim Wechselmodell; hat Schoppe hier im Blog schon oft super rausgearbeitet). Ich persönlich unterscheide da Gleichartigkeit (nein) und Gleichwertigkeit (ja) zwischen den beiden Geschlechtern. Das große Problem mit dem modernen Feminismus ist doch, dass Frauen hier zu Männern gemacht werden, und dabei ihre wahre Weiblichkeit vernachlässigen (Herzlichkeit, Empathie, familiärer Zusammenhalt nach innen usw.).

          Ich bin voll bei dir, wenn es um Kritik an Obrigkeit und institutionalisiertem Feminismus geht. Aber irgendwie ist mittlerweile Feminismuskritik und auch die Kritik am (pseudo)linken SJW-Milieu oft einfache Beute. Mir fehlt da der nächste Schritt, das Aufzeigen einer Perspektive mit Kompromissen, mit denen die Mehrheit leben kann.
          Ja, ich weiß, Wunschdenken. Ich hab auch so viel satt. Ich kann seit Jahren nicht mehr über solche Themen mit meiner feministisch verdrehten Schwester reden. Oder ich bin auf der einen Seite froh, dass ich das Wechselmodell leben kann, aber es ist auch krass belastend.

          Haha – ich schwanke zwischen „Alles wird gut“ und „wir sind komplett im Arsch“ ;-).

          • „Ich meinte den Genderfeminismus, der Gleichheit in allen Bereichen in den Vordergrund stellt (als wäre das biologische Geschlecht irrelevant).“

            Der Genderfem ist in seiner Annahme der Verschiedenheit besonders extrem: er nimmt ja sogar an, dass die Naturwissenschaften nur ein tool zur Unterdrückung der Frau ist. Im Genderfem sind die Geschlechter völlig verschiedene Lebensformen, nur in der Biologie soll alles gleich sein! Letzteres ist wohl kaum mehr als ein propagandistisches Aushängeschild. Ihre Antiwissenschaftlichkeit verstecken und verleugnen sie ganz konsequent und ihre heiligen Schriften sind fast unverständlich, sicher bewusst kryptisch.

            „Das große Problem mit dem modernen Feminismus ist doch, dass Frauen hier zu Männern gemacht werden“

            Das ist gar kein Problem, schon da irgendwelche männliche Eigenschaften rundum abgelehnt werden. Das Problem mit dem mod Feminismus ist, dass er sich mittelst der „Gleichstellung“ wie ein Virus in den gesellschaftlichen Institutionen ausbreiten will und dabei eine antidemokratisch-toxische Agenda hat.

            „das Aufzeigen einer Perspektive mit Kompromissen, mit denen die Mehrheit leben kann“

            Im Grossteil der Welt wäre ein Feminismus (der, wie er immer gemeint wird) fortschrittlich, doch unsere Feministen wollen den gar nicht – weil sie alles Westliche als „Kolonialismus“ und prinzipiell böse (ganz analog „Mann“) ablehnen.

            „kann seit Jahren nicht mehr über solche Themen mit meiner feministisch verdrehten Schwester reden“

            Orientier dich an Kommunikationsstrategien mit Sektenmitgliedern, da gibt es einiges zu.

    • Wenn Väter nicht als Mütter agieren, sind sie in der Regel nicht trottelig sondern setzen nur andere Schwerpunkte. Mann muss keine gute Mutter sein, um ein guter Vater zu sein. Frauen verwechseln das manchmal (die Autonomie im eigenen Handeln, die von ihnen wie selbstverständlich eingefordert wird, wird im umgekehrten Fall den Vätern nur zögerlich gewährt, wenn seine Schwerpunkte anders liegen, als sie sie setzen würde). Sollten Männer da nicht etwas selbstbewusster agieren, als die Feststellung „Ich bin halt keine gute Mutter“ zu wiederholen?

    • „Ich bin als Vater oft ziemlich trottelig. „Schliesse bitte von Dir nicht auf andere bzw. sogar alle Väter! Und als ob nur Väter trottelig sein können, Mütter aber nicht …
      Und natürlich können sich Mütter und Väter gut ergänzen. Das ist eine sehr banale Feststellung nach dem Prinzip „und nachdem er starb, war er tot“ oder „Wenn man sich anstrengt, dann kann man erfolgreich sein.“

  • Mir kann es ja eigentlich wurscht sein, ich habe mit dem ganzen Irrsinn nix mehr am Hut.
    Aber bei der Vorstellung, wie „Mama-Berlin“ ( keine Ahnung ob das der akute Künstlername von Frau Finke ist ) das breite Grinsen aus Überzeugung kriegt, schwoll mir doch schon etwas der Hals, zumal dieselbe ja „gemäßigter“ Grenzgänger ist, die meisten Mutterkultfetischisten leben permanent in der EDEKA-Welt ( und das ganz ernst und verbissen ).
    Dann der Twieht von Dag Schölper ( Martin Rosowski hätte anders formuliert ), der endlich mal eine hübsche Gelegenheit hatte auf der ganz üblen unteren Populismusschiene zu versuchen, noch ein paar zahlende Members für das BuFoMä anzulocken…..

    Einfach nur elend, schäbig, widerlich …

  • Ich rege mich wegen solcher Werbefuzzis kaum mehr auf. Bei mir ist schon ein gewisser Gewöhnungseffekt eingetreten. Ist das gut oder schlecht? Ich weiss es nicht, aber es lebt sich entspannter so. Ich verstehe den Ärger und ich verstehe, dass sich viele dagegen wehren.
    Es gibt da aber eine Sache, die mich tatsächlich sehr ärgert – die unterschiedlichen Massstäbe, die angelegt werden. Die gleichen Typen, die einen auf souverän machen und einem „habt euch doch nicht so“ hinterher werfen würden sich vor Empörung nicht mehr einkriegen, wenn ein Werbespot sich über beispielsweise Muslime auslassen und verbreitete Ressentiments aufgreifen und in einem Werbespot verwursten würde. Ein solcher Werbespot würde, da bin ich mir sicher, augenblicklich abgesetzt.
    Ich erwarte von Edeka, den grossen „Tabubrechern“ nun einen Werbespot mit folgendem Inhalt: Vater und Tochter gehen einkaufen, im Edeka-Kaufhaus selbstverständlich. Die Tochter sieht die Blutwürste in der Auslage und sagt; Pappa, kauf mir eine Blutwurst, ich mag die so. Klar, kein Problem. Sagt die Tochter: Bin ich froh, dass du kein Muslim bist. Kamera schwenkt auf eine Frau mit Kopftuch. Hahaha! Zum Totlachen.

    • „Ist das gut oder schlecht?“

      @Pjotr, für mich selbst habe ich gerade entdeckt: ganz schlecht. Der Spot ist bei mir erst mal einfach so reingelaufen, ohne grossen Widerwillen erweckt zu haben. Durch die aufgeregten Kommentare angeregt habe ich dann erschreckt zur Kenntnis vorarbeiten müssen, dass ich so einer bin, bzw zu so einem gemacht worden bin, wie von der Werbung gezeigt. Das tat ausserordentlich weh, hat alte Verletzungen aufgerissen. Mir ist jetzt klar geworden, dass ich den väterfeindlichen Inhalt deshalb von Anfang an nicht sehen wollte.
      Sonst mein ich ja einer zu sein, der fast schon reflexhaft gegen allerlei Fiesigkeiten wie diesen Werbespot opponiert. Aber das jetzt hat mich auf dem falschen Fuss erwischt. Das ist sehr peinvoll.

    • Ich rege mich wegen solcher Werbefuzzis kaum mehr auf. Bei mir ist schon ein gewisser Gewöhnungseffekt eingetreten. Ist das gut oder schlecht? Ich weiss es nicht, aber es lebt sich entspannter so. Ich verstehe den Ärger und ich verstehe, dass sich viele dagegen wehren.

      Hat was von Der Klügere gibt so lange nach, bis er der Dumme ist. 😉
      Halte ich für falsch und setze dann auch gerne mal eine Grenze.

  • Bei solchen Sachen ist die hilflose Empörung bereits eingepreist und durchaus zweckdienlich.
    Den Machern dieses Werbespots und den Verantwortlichen bei Edeka wünsche ich ihren ganz persönlichen Beate-Klarsfeld-Moment unter größter öffentlicher Anteilnahme.
    Das würde mal frischen Wind in das langsam langweilig werdende Spiel bringen.
    Man sagt, Schweinejauche sei ein besonderer Saft und schwer aus Maßanzügen zu entfernen.

  • Nun bin ich zwar selten Kunde bei EDEKA, aber ab jetzt gar nicht mehr. Und ich werde dem im PS genannten Vorschlag mal folgen und den Inhaber meines lokalen EDEKA anschreiben. Mann sollte bedenken, dass sehr viele EDEKA-Filialen Kaufleuten gehören und dass die bei persönlicher Ansprache zweifellos anders reagieren als der Konzernverbund oder die Werbeagentur. Denn die Kunden bleiben ja vor Ort weg. Ob das was bringt, ist fraglich, aber es ist der Mühe wert. Persönlich kenne ich ohnehin keine echten Männer, die in der Beziehung zu ihren Kindern derartig wenig gebacken kriegen, wie im Spot unterstellt. Eher überwiegen die fürsorglichen Väter.

    • Teil 2: Man sollte Absichten Taten folgen lassen. Ich habe Folgendes an meinen lokalen Edeka-Markt (im Besitz eines Kaufmanns) geschickt:

      EDEKA-Muttertagsspot

      Sehr geehrte Damen und Herren,

      ich nehme o.g. Werbespot zum Anlass, Ihnen mitzuteilen, dass ich meine
      gelegentlichen Einkäufe bei Ihnen künftig einstellen werde. Lebensmittel
      und andere Produkte des täglichen Bedarfs kann ich in Lxxxxx bei
      hinreichend vielen Quellen erstehen. Ich muss dann etwas weiter laufen.

      Als engagierter Vater habe ich nach Trennung und Scheidung meine Kinder
      im sog. Wechselmodell er- und aufgezogen. Sie sind zu persönlich und
      beruflich erfolgreichen Persönlichkeiten gereift, die ich auch weiterhin
      mit Rat und Tat begleite.

      Der Spot jedoch stellt eine männerverachtende und -abwertende Sicht auf
      Väter dar. Er ist nicht witzig oder hintergründig humorvoll. Er stellt
      Väter als ungepflegt, ja verwahrlost, als ungeschickt, unaufmerksam,
      unfähig, unsensibel, unbeherrscht und in gewisser Weise übergriffig dar.
      Kindern und insbesondere Jungen müssen Väter und allgemein Männer als
      abzulehnende Karikaturen eines männlichen Vorbildes erscheinen, dumme
      Trottel halt. Diese Tendenz beobachte ich in den letzten Jahren vermehrt
      im gesellschaftlichen Diskurs, der ja Rückkopplungen auch auf die
      Konsumwelt hat.

      Mein Selbstbild und das Bild, das ich meinen Kindern vermittelt habe,
      dagegen stellen Achtung, Loyalität, Zuverlässigkeit,
      Vertrauenswürdigkeit, Verantwortlichkeit, Selbstbestimmtheit, auch
      Nachsicht und Verständnisfähigkeit, sowie Umgangs- und
      Höflichkeitsformen als deren äußere Form in den Fokus eines
      vorbildlichen Mannes.

      Nichts davon findet sich in dem Spot. Aber vieles
      davon zeigt mir der Blick auf mein Umfeld, in dem die meisten Männer
      bzw. Väter sich hingebungsvoll um ihre Familien kümmern.

      Diese Gedanken wollte ich Ihnen mitteilen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Falls man mich einer Antwort würdigt, lasse ich es Euch wissen (natürlich unter Wahrung des Postgeheimnisses.

      • Teil 3: …und hier die anonymisierte Antwort „meines“ lokalen Marktes:

        Sehr geehrter Herr Reinartz,

        vielen Dank für Ihre Mail.

        Wir können Ihren Ärger verstehen und haben dies
        auch bei der EDEKA kundgetan. Auch Herr XY [der Inhaber der GmbH, Anm. FR]
        ist mit dieser Art von Werbung (er ist selber Familienvater)
        nicht einverstanden und findet diese Werbung unmöglich.

        Wir möchten uns bei Ihnen entschuldigen und hoffen
        auch weiterhin, Sie als Kunde bei uns begrüßen zu dürfen.

        Mit freundlichen Grüßen

        XY GmbH

        Ich denke, da tut sich was hinter den Kulissen. Wir werden sehen.

  • Hallo,

    mir ist bezüglich des EDEKA Werbespots gegen Väter ein Gedanke gekommen, den ich gerne teilen möchte.
    Damit könnte man vielleicht sogar mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen und auch die Systemlinge mal in Bedrängnis bringen.
    Es gibt nämlich einen Forenbetreiber, TRE Lenze, der ein Forum Namens Weiberplage betreibt.
    Das ist ein sehr kleines online Forum mit begrenzter Reichweite.
    Dort hat Er im Prinzip über Frauen Nichts anderes gemacht, als die Werbeagentur jetzt im Riesen Stil gegen Männer macht.
    Das hatte allerdings zur Folge, dass Er wegen Volksverhetzung verklagt wurde, seine Wohnung durchsucht wurde, seine Hardware beschlagnahmt wurde und Er aktuell noch im Verfahren ist, mit offenem Ausgang.
    Es wäre doch ein genialer Coup, die Werbeagentur jetzt ebenfalls wegen Volksverhetzung zu verklagen und zwar vor dem selben Gericht.
    Das bringt auf jeden Fall einen Stein ins Rollen, auch weil das Gericht in enorme Erklärungsnot geraten würde, wenn es die Klage abweisen würde.
    Das wäre dann nämlich die ultimative Entlarvung, dass hier kein Rechtsstaat mehr existiert.
    Es würde auf jeden Fall etwas bringen, das System entlarven, oder dem Feminismus mal richtig eins auf den Deckel geben, weil entweder die Werbeagentur auch vor Gericht landet, oder vielleicht TRE Lenze freigesprochen wird.
    Ich finde den Gedanken so interessant, dass ich Ihn mal frech unter jeden Beitrag poste, um Ihn maximal zu verbreiten.

    Grüße, Andreas

    • @Andi Ich habe vor Jahren mal von „Weiberplage“ etwas gelesen und fand es furchtbar, seitdem habe ich es nicht mehr verfolgt und wusste auch nichts von einer Klage. Der Unterschied zum Spot ist, wenn ich mich richtig erinnere, dass die Frauenverachtung dort explizit und unübersehbar war, mit Schimpfwörtern, Unterstellungen und mit beständig deutlicher Wut formuliert.

      Bei dem Edeka-Spot hingegen ist ja klar, dass manche ihn als Ironie verstehen. Ich finde, dass die Väterverachtung bei näherem Hinsehen eindeutig ist, ebenso wie das unterschwellig bleibende negative Frauenbild. Aber beides ist immer auch ein Produkt einer Mit-Intepretation, es entsteht im Kopf der Betrachter, und sei es auch noch so klar vom Spot gelenkt.

      Dadurch ist es nicht weniger gefährlich, es ist nur eben juristisch weniger greifbar. Eine Entlarvung des Rechtssystems wäre es nicht, wenn das eine verurteilt, aber das andere akzeptiert wird.

      Wichtiger finde ich, dass sich ein Bewusstsein dafür verbreitet, wie sehr hier für ein primitives Aufmerksamkeitskalkül Grenzen verletzt worden sind, die wir aber in einem zivilen Zusammenleben brauchen.

      Was wiederum zivile Strukturen angeht, habe ich sehr wohl den Eindruck, dass weite Bereiche unserer Gesellschaft bemerkenswert intakt und stabil sind. Da kommt es nicht darauf an, etwas zu entlarven, sondern eher darauf, die Reichweite von Diskussionen zu vergrößern, die eher in begrenzten Zirkeln geführt werden. Und dafür müssen diese Diskussionen selbst zivil sein – was die Beiträge bei „Weiberplage“ nach meiner Erinnerung absolut nicht waren, so viel persönliches Unglück vielleicht auch dahinter gesteckt haben mag.

      • Wenn man bei Thomas ( TREL ) im Kopf behält, daß er, wenn er etwas ernst nimmt und sich gleichzeitig in Hilflosigkeit gedrängt fühlt ( vielleicht so eine Art „induzierter Minderwertigkeitskomplex“ ), u.U. heftig und verbissen verkürzt und überreagiert, kann man super mit ihm klarkommen. Ein Mensch, der sich wohl fast alles selbst und schwer erarbeiten mußte ( und wollte ), dabei extrem bizarre Erlebnisse hatte und dadurch irgendwie wohl in einen Zustand permanenter Überforderung mit manchen Aspekten des Lebens geraten ist.
        Im Alltag außerhalb des Netzes ein ziemlich sympathischer, hilfsbereiter Mensch, wäre so meine küchenpsychologische Einschätzung.
        ( Ich hatte vor rund einem Jahrzehnt einige Male mit ihm zu tun und wir haben auch ein paar ganz interessante Telefonate geführt. Alleinerziehender Vater eines Sohnes übrigens. Allerdings mußte ich ihn aus zwei Foren mehrfach rausschmeißen, weshalb ich mich derzeit etwas intensiver mit ihm und seiner Geschichte beschäftigt habe )

  • Eigentlich kann man diesem Werbespot dankbar sein.
    Offenbart er doch , was man alles mit Menschen machen kann, solange sie nur männlich sind.
    Das Ganze gleichberechtigt/umgekehrt zum Vatertag wäre schlicht und einfach unmöglich.
    Ich frage mich, obwohl ich die institutionalisierte Doppelmoral der feminisierten
    Aufsichtsorgane genug kenne : Was macht eigentlich unser Werberat?
    Mehr Sexismus, Chauvinismus und Entwertung kann ein Werbespot kaum bieten.
    Wenn er jetzt nicht bald reagiert, könnten manche, die bis dahin alles unreflektiert dem Altar des Feminismus opferten, zumindest ins Grübeln geraten…

    • „Mehr Sexismus, Chauvinismus und Entwertung kann ein Werbespot kaum bieten.“

      Dafür ist ja die Allzweckabwehrwaffe „Vorurteil nicht ohne Macht“ da: Frauen hätten ja keine gesellschaftliche Macht, also können sie auch niemanden diskriminieren oder ernsthafte und bedenkliche Vorurteile haben. Das ist zwar total idiotisch, aber tatsächlich deren Schutzbehauptung, warum es keinen Sexismus von Frauen geben kann.

      Dass dies der Gipfel der Arroganz ist, dass sich Unterdrückung noch als eigentlich Unterdrückte feiern kann, fällt unseren Intellektuellen von all den hochgeistigen Zeitungen und Institutionen nicht mal auf, sie feiern alle munter mit. Daher ist dieser Werbespot tatsächlich ein Dokument unseres herrschenden Zeitgeistes.

      • @Alex Die Vorstellung, es gäbe keine Menschenfeindlichkeit gegen „Privilegierte“, mündet ja gerade deshalb in idiotischen inneren Widersprüchen. Dass gegen bestimmte Gruppen von Menschen beliebig gehetzt werden kann, oder dass Hetze gegen sie legitimiert wird, ist ja eben gerade ein Beleg dafür, dass sie NICHT privilegiert sind.

  • Ich bin viele Jahre gerne zu Edeka, fand die Werbung auch immer Lustig
    ohne den Schlußsatz könnte ich auch über diese Werbung lachen.

    Aber der Satz am Schluß zeigt das Edeka das nicht Ironisch meinen und es kein Spaß ist, sondern das die das ernst meinen.

    Tja wer mich sobeleidigt zeigt mir, dass er nicht auf mich als Kunden angewiesen ist. Die andere Supermärkte in der Nähe werden sich freuen wenn ich bei ihnen in Zukunft öfter einkaufe.

    • @St. Elmo Ich finde gerade diesen Punkt erstaunlich. Mit kleinen Änderungen hätte Edeka hier einen Spot senden können, der Väter etwas veräppelt, der aber ansonsten ganz okay und keiner Aufregung wert ist. Statt dessen schließen sie in einer gehässigen Pointe, in der die negative Vaterdarstellung der Bilder des Spots nicht etwa ausbalanciert oder ironisch versöhnt, sondern sogar noch vertieft wird. Und zwar so, dass eigentlich völlig klar ist: Glaubt ja nicht, wir würden das alles gar nicht so meinen…

      Deswegen ist es auch unehrlich, wenn Edeka jetzt behauptet, sie hätten einfach nur etwas ironisch sein wollen. Der Spot setzt darauf, dass Väter verachtungsvoll dargestellt werden und dass diese unkaschierte Feindschaft Aufmerksamkeit schafft.

      Ich hab den Text hier auch geschrieben, weil ich glaube, dass es ein sehr ungünstiges Signal ist, wenn Edeka damit durchkommt und Erfolg hat. Deswegen finde ich es auch gut, wenn möglichst viele ihre Ablehnung deutlich formulieren, auch bei den Marktleitern. Die werden zwar meistens keine Ahnung davon haben, auf welche komischen Diskurse dieser Spot abzielt – aber sie müssen dann halt an ihre Zentrale melden, dass sie eigentlich anderes zu tun haben, als die Scherben einer solchen abstoßenden Werbung aufzufegen.

      • Ich finde es tatsächlich erschütternd, dass eine so profilierte und pominente Werbeagentur wie Jung von Matt anscheinend nicht versteht, was eigentlich Ironie ist und wie diese funktioniert (oder eben nicht funktioniert ). Das ist ja nicht der einzige Spot, bei dem voll ins Klo gegriffen wurde, es gab ja auch noch diesen hier:

        https://www.youtube.com/watch?v=FOpcszyYY-4

        Auch da ist die Standardfloskel, mit dem man sich gegen den Shitstorm verteidigt: Das ist doch nur ironisch gemeint, das ist doch nur geschauspielert, die Kinder hatten Spass beim Dreh…. Das ist aber natürlich nicht der Punkt, sondern, dass die meisten Menschen über das Leid (oder abgeschwächt: die Enttäuschung) von Kindern (auch wenn es „nur“ fiktiv ist) nicht lachen können. Weil Humor so nicht funktioniert. Damit Missgeschicke anderer komisch sind, ist es unbedingt erforderlich, dass ich kein Mitleid deswegen mit ihnen habe. Sei es, dass das Missgeschick nicht wirklich gravierend ist, oder es einer zutiefst unsympathischen und/oder statushohen Person widerfährt. Oder die Art der Darstellung so verspielt oder überzeichnet ist, dass ich sie nicht als Abbild der Realität interpretiere. Im Edeka-Spt und dem von mir verlinkten wirkt das Leid der Kinder aber extrem real und authentisch und daher bedrückend und niederschmetternd. Ich finde es extrem verstörend und erschreckend, dass anscheinend niemand in der Agentur oder bei den Auftraggebern auf den Gedanken gekommen ist, dass das problematisch sein könnte, sondern es a) anscheinend wirklich lustig und ironisch finden oder b) die Problematik gesehen und billigend in Kauf genommen haben, weil es ihnen ausschließlich um die dadurch zu erzielende Aufmerksamkeit ging (was wiederum zu dem kaltherzigen, zynischen „Humor“ passen würde, der beiden Spots eigen ist).

  • Liebe Männer,
    ihr habt ja Recht. Das ist ein auch aus meiner Sicht missratener Werbespot, der längst überholte Klischees bedient. Ohne Männer gäbe es keine Häuser, Straßen, Eisenbahnen, Flugzeuge, Waschmaschinen, Licht, Autos, Busse, Straßenbahnen, Geschirrspüler, Laptops, mobile Telefone, Smartphones usw.
    Ohne diese männlichen Erfindergeist würden wir Frauen tatsächlich noch immer die Wäsche am und im Fluss waschen.
    Aber der Spot beleidigt auch uns Frauen und unsere Kinder. Da stimme ich der Analyse vollumfänglich zu.
    Es ist einfach traurig, derart brachial Geschlechterrassismus zu betreiben, womöglich noch unter dem Deckmantel von Humor. Es gibt auch kranke Satire (siehe Böhmermanns Ziegenficker-„Gedicht“).
    EDEKA: Das war es! Sorry für Deine Angestellten. Kein Einkauf mehr. Denn das geht gar nicht, schon gar nicht zum Muttertag.

  • Mir kommt es doch schwer so vor, als wären da bei jung&matt ein paar besonders vorwitzige Kokser am Werk, die dazu noch drn gidlike status der immer funktionierenden spots inne haben. Die konnten mit ein bisschen Glück zwar auch mal Relotius-mässig auf die Fresse fliegen, aber noch läuft’s für die..

    Ich mein, dieser spot ist so abgehoben, so Ekel erregend und abstossend, so anmassend und spalterisch, kein Mensch mit einem Minimum an sozialem Gewissen könnte nach der Produktion eines solchen spot noch ruhig schlafen geschweige in den Spiegel schauen. Deswegen vermute ich kokain, das nimmt dem Dauerkonsumenten auch noch das letzte bisschen Empathie..

    ..wenn man nach vorne kommen will ist das eh fehl am Platz

      • Die „Droge“ dahinter heisst aber Macht und darum kanns denen doch irgendwie kaum gegangen sein. Vielleicht haben ja die werber auch nur die geheimen wunsche ihrer auftraggeber(innen) bedient -Marketing ist ja voll mit Frauen-was wiederum der angesprochenen „Magie“ entsprechen würde. Zumindest würde Macht dann eine indirekte Rolle spielen, aber – falls du noch folgen willst- das kann ja nicht alles sein.

        Zumindest fur die Werbefirma selbst kommt natürlich der Umsatz etc zum Tragen, aber diejenigen mit der entsprechenden misandrischen Energie bzw Idee müssten sich mal erklären. Und die Motivation von Auftraggebern solcher Machwerke.steht dabei natürlich ebenfalls in frage.

  • Der Spot ist an Miesheit nicht zu überbieten und pervertiert auf übelste Weise das, was Beiersdorg als Wiedergutmachung vor einigen Jahren zum unsäglichen Weihnachspot von Nivea brachte, in dem Papi überhaupt nicht vorkam, sondern durch einen dusseligen Onkel ersetzt wurde:

    https://emannzer.wordpress.com/2014/05/26/protest-hilft-danke-papa/

    Diese filmische Entschuldigund von Nivea muss die filmenden Feministinnen wohl so in Rage gebracht haben, dass sie in ihrem widerlichen Hass und blind vor Wut nur noch nach Rache sannten. Vergleicht mal das „Danke“ als Leitmotiv im obigen Spot.

    Wie auch immer: Morgen gehe ich zu Edeka um die Ecke und dann gibt es beim Marktleiter ein Frontalfeedback. Das sollten übrigens viele machen, Boykotts merken die ja gar nicht!

    Aber sie dürften Ansagen wie „kein Schritt mehr in ihren Laden, bis sich die Edeka-Zentrale entschuldigt“ wohl sicherlich ernst nehmen und weiterleiten. Ich kenne die Strukturen in dieser Branche.

    • Berichte mal, was draus geworden ist. Der Marktleiter bei mir um die Ecke hat mir auch ein Gespräch angeboten, Termin ist bisher noch nicht gefunden.

      • Hi Philipp,

        der Marktleiter hat sich tausendmal entschuldigt und ist ebenfalls empört über diesen Spot(t).

        Er verstand aber bedauernd meine aktuelle Haltung und wird diese auch an die Zentrale weiterreichen, wie er sagte.

        Mehr könne er nicht machen und bat um Verständnis. Mir hat er etwas leid getan, weil er ein wirklich netter Typ ist.

        Wie auch immer: Ich habe im freundlich schärfsten Tonfall die Edeka Deutschlandzentrale angeschrieben und Jung von Matt ebenfalls. Mit einer Reaktion rechne ich nicht aber immerhin hat der Werberat schon Initiative ergriffen:

        „Sehr geehrte/r Beschwerdeführer/in,

        hiermit bestätigen wir dankend den Eingang Ihrer Beschwerde und teilen Ihnen mit, dass wir das werbende Unternehmen bereits zur Stellungnahme aufgefordert haben.

        Über den Fortgang des Verfahrens und das weitere Vorgehen des Deutschen Werberats werden wir Sie unterrichten.

        Mit freundlichen Grüßen
        Team Deutscher Werberat“

        • Das ist konstruktives Handeln: sich genau an die richtigen Stellen wenden, wo die Beschwerde hingehört, und nicht nur einfach den kleinen Edeka „vor Ort“ abstrafen, zumal wenn wie in diesem Fall der Marktleiter ein netter und verständnisvoller Typ ist!

          • Bei mir, für meinen Teil, schlagen da eh zwei Herzen in der Brust. Einerseits bin ich Vater, andererseits bin ich aber auch in meiner Firma freigestellter Betriebsrat und Gewerkschaftsmitglied. Und bei Boykottaufrufen habe ich dann immer sofort vor Augen, dass im natürlich eher unrealistischen Falle eines großen, bis ultimo durchgezogenen Boykotts, auch eine Firmenpleite die Folge sein könnte; oder zumindest die Pleite des einen oder anderen Franchise-Nehmers. Das hieße, das eine unbestimmte Zahl an Menschen den Job verlöre, weil eine Handvoll durchgeschallerter Idioten einen völlig missratenen Werbespot gemacht haben und eine Handvoll weiterer durchgeschallerter Idioten meinten: „Toll, den nehmen wir!“.

            Das ist auch der Grund, warum ich mich schon immer mit Boykotten schwer getan habe, weil ich sie als sehr zweischneidiges Schwert erachte…

          • @Billy Boykottaufrufe haben oft etwas Hilfloses an sich, zum Beispiel in diesem Fall. Von ein paar Menschen, die eine Weile lang nicht mehr bei Edeka kaufen, wird das Unternehmen kaum etwas merken. Wenn Boykottaufrufe hingegen echten Schaden anrichten, können Sie tatsächlich abstoßend sein, beim BDS zum Beispiel.

            Es ist aber für mich etwas anderes, wenn ich einfach selbst in so einem Laden nicht mehr einkaufe. Der Spot spiegelt sehr viele entwertende Erfahrungen von entsorgten Vätern wider und nutzt sie für eine primitive Provokation, die kalkuliert Aufmerksamkeit schaffen soll. Ich kenne diese Erfahrungen nun einmal persönlich. Da dann auch noch mein Geld zu lassen, obwohl es für mich einfache Alternativen gibt, käme mir jämmerlich und sogar unanständig vor.

            Ich habe aber an die Leiter der Märkte, wo ich einkaufe, Briefe geschrieben und sehe mal, was dabei herauskommt. Ich finde den Vorschlag oben im PS sehr gut – ins Gespräch zu gehen. Natürlich können örtliche Betreiber, @Sabrina, oft nichts für diesen Spot – aber sie können sich ja mit ihrer Zentrale auseinandersetzen. DAS wäre nach meiner Einschätzung viel wirkungsvoller als irgendein Hashtag auf Twitter – wenn sicheinfach viele Marktleiter bei ihrer Zentrale beschweren würden.

          • @ Lucas

            Ich meinte im Wesentlichen damit auch öffentliche Aufrufe zum Boykott. Wenn einzelne Leute für sich selbst entscheiden, da nicht mehr einzukaufen und das dann unglücklicherweise gleich seeeehr viele gleichzeitig so tun, dann ist das was anderes. Dann wär das nur eine nicht planbare Koinzidenz, für die jeder einzelne nix könnte. So müsste sich auch keiner der einzelnen einen persönlichen Vorwurf machen, wenn er mitbekommt, dass da Leute arbeitslos geworden sind. Das kann man als Einzelperson schlicht nicht absehen. Bei der Beteiligung an organisierten Boykotten ist das was anderes, denn da, da braucht man sich nichts vormachen, ist doch nicht selten explizit die Pleite des warum auch immer verhassten Unternehmens das Maximalziel.

            Aber nochmal was ganz anderes: Was ich an dieser Sache nun doch interessant finde, ist, dass man beim EDEKA-Spot offensichtlich eine Grenze überschritten hat. Gillette hatte schon daran gekratzt, aber EDEKA ist im Vollsprint drüber gerauscht. Nicht nur, dass es, wie schon beim Gillette-Spot, wahrnehmbare Kritik von Männern wie Frauen gab, diesmal ist selbst das Echo der berichtenden Medien nicht nur, wie noch bei Gillette, ein kopfschüttelndes „hach, diese Maskus mal wieder“, sondern selbst für ihre stramm feministische Position berüchtigte Postillen berichten recht neutral über die Kritik und andere sogar – man mag es kaum glauben – selbst sehr kritisch und weitgehend gleichlautend mit der Kritik aus Reihen der Männerrechtler.

            Die pauschale Männerverachtung wurde ja schon im Fall Gillette sehr deutlich und zumindest in den sozialen Medien wurde dies recht stark kritisiert. Diesmal ging man im Fall EDEKA noch weiter und drang in ein noch wesentlich intimeres Territorium ein: die Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern. Und während sich die Männerverachtung des Gillette-Spots noch einige als geile Ironie rationalisieren konnten, scheint hier die Bereitschaft dazu weit weniger vorzuliegen. Ich glaube, das liegt eben daran, dass der Spot von EDEKA nicht nur „diffus“ Männer als Stellvertreter der „Männlichkeit“ angreift, sondern sehr gezielt Väter und das in unmittelbarer Bezugnahme auf deren Beziehung zu ihren Kindern, was gerade durch die grässliche Pointe, in der sich das Kind, betont durch den an Widerlichkeit nicht mehr zu überbietenden, aus dem Off gesäuselten Satz, ultimativ von seinem Vater ab- und der Mutter zuwendet. Diese Szene ist, in Verbindung mit der vorangegangenen Herabwürdigung von Vätern zu allseits unfähigen Erziehungsversagern, an Verrohtheit kaum noch zu überbieten.

            Jedes Elternteil, dass sich vorstellt, ähnlich wie die Familie in der Schlussszene auf dem Sofa zu sitzen und dann das Kind sich einem von beidem zuwendet und für den anderen gut hörbar sagt: „Mama / Papa, danke, dass du nicht Papa / Mama bist!“, kann sich wohl zumindest ausmalen, dass es für das so abgewiesene Elternteil in diesem Moment kaum etwas auf der Welt gibt, was einen tiefer verletzen könnte. Und ich glaube eben genau dieses Bewusstsein ist es, das dafür gesorgt hat, dass dieser Spot auch weit über männerrechtliche Kreise hinaus derart viel Prügel einstecken muss.

            Die Agentur hat hier scheinbar in voller Rüstung und Bewaffnung den Rubikon überschritten.

            Deprimierend wiederum ist es, wenn man sich anschaut, im Hinblick auf die gerade in Medien allgegenwärtige Männerdiskriminierung schaut, die permanent unter dem Radar bleibt oder sogar ausdrücklich mit Wohlwollen aufgenommen wird, WIE WEIT man nun erst gehen musste, damit sich mal so richtig was rührt und sogar unsere Medien sich kritisch mit dem Auslöser des „Shitstorms“ befassen, anstatt sich nur über dessen Kritiker zu echauffieren.

          • @ Billy „Was ich an dieser Sache nun doch interessant finde, ist, dass man beim EDEKA-Spot offensichtlich eine Grenze überschritten hat. Gillette hatte schon daran gekratzt, aber EDEKA ist im Vollsprint drüber gerauscht.“

            Diesen Punkt finde ich auch sehr interessant: Warum gab es bei Gillette noch so etwas wie eine Kontroverse, während bei Edeka die Ablehnung einhellig ist? Es gibt Menschen, die in diesem Fall die Aufregung nicht verstehen oder die in dem Spot eine comichafte Überdrehtheit entdecken, weshalb er doch offenkundig gar nicht ernst genommen werden sollte – es gibt auch Menschen, die den Spot einfach lustig finden – aber anders als bei Gillette niemanden, der findet, Edeka hätte hier irgendeinen wichtigen Beitrag zu modernen Geschlechterdebatten geleistet. Dass diese Seite völlig fehlt, macht den Spot dann für Edeka auch wirklich zum Problem.

            Deine Erklärung, dass hier in eine der zentralen menschlichen Beziehungen eingegriffen wird, finde ich sehr überzeugend. Ich möchte sie trotzdem noch um einen Punkt ergänzen.

            Der Gillette-Spot hat Männer zwar ebenfalls als erbärmlich, defizitär, primitiv, unzivil präsentiert – aber er hatte das pseudo-rationalisierend an eine legitimierende Konstruktion gehängt. Männer müssten lernen, besser zu werden, das Beste in sich entwickeln.

            Das konnte sich dann jeder so zurechtlegen, dass Männer hier nicht abgelehnt würden, sondern dass im Gegenteil doch an sie appelliert werden sollte, die besseren Seiten in sich zu stärken und endlich zu richtigen Menschen zu werden.

            Darüber ließ sich dann leicht übersehen, wie erbärmlich klischeehaft das Männerbild von Gillette ist, und wie anmaßend der scheinbar pädagogische Anspruch ist, mal eben die Hälfte der Bevölkerung dazu anzuhalten, doch endlich mal zu akzeptablen menschlichen Wesen zu werden. Es kam ja gar nicht darauf an, dass dieses Konstrukt überzeugend ist – wichtig war nur, dass überhaupt ein Konstrukt da war, dass die feindselige Männerdarstellung des Spots legitimierte.

            Eben das aber fehlt bei Edeka seltsamerweise völlig. Bei Gillette werden die Männer noch scheinhaft mit einbezogen, sie müssten sich eben nur erstmal bessern – bei Edeka sind die Väter draußen. Kein pädagogischer Anspruch weit und breit, dass etwa Edeka Vätern beibringen wollte, zu besseren Vätern oder überhaupt erstmal zu nennenswerten Vätern zu werden.

            Auch das wäre saumäßig anmaßend gewesen, aber ich bin mir sicher, dass es neben klarer Kritik auch viel Beifall der üblichen Diskursträger gegeben hätte.

            Da Edeka aber diese scheinhafte Legitimation nicht mitgeliefert hat, sind die, die sich sonst über den Spot gefreut hätten, damit konfrontiert, worum es tatsächlich geht: um blanke Ressentiments, um Freude an den Schmerzen anderer, um gruppenbezogene Feindschaft und durchaus auch um Hass. Darum ging es auch schon bei Gillette, aber die waren halt so freundlich gewesen, diesen Mist mit einer kleinen Vergoldung zu überziehen.

            Edeka hingegen liefert den Mist pur – und da fühlen sich offenbar die, die sich sonst darüber gefreut hätten, plötzlich ertappt. Es wird einfach allzu deutlich, auf welche Ressentiments Edeka spekuliert.

          • @Lucas/Billy
            Der Edeka-Spot hat wirklich etwas bewegt. Und man meint dann, das sollte an der unerbittlichen Zelebrierung der Männerverachtung liegen, die auf jede Distanzierung, auf jedes ironische Augenzwinkern verzichtet hat, dass das rein Negative der Botschaft ungemildert durchschlagen kann. Das wird für den einfachen und arglosen Durchschnittskonsumenten der Werbung sicherlich meist zutreffen, erklärt aber die Ablehnung der Feministen nicht. Die Ablehnung dieser Fraktion liegt mE in dem zwar nur implizierten, dafür aber klaren und ganz negativen Bild der Mutter begründet, der hier die klassische Rolle der perfekt zu seienden Hausfrau zugewiesen wird. Der Feminismus der Macher des Spots ist allzu klar und deutlich gegen Familie und Kinder und die Rolle der Mutter gerichtet. Dass das so unbekümmert und wie selbstverständlich dargestellt wird, kann der Feminismus nicht hinnehmen, denn er will ja politisch als familienintegrierend dastehen und nicht als misanthroper und arroganter Individualismus.

            Der Edeka-Spot hat dem Feminismus also einen echten Bärendienst erwiesen wie man so schön sagt. Es ist dieser Eigentorcharakter, weshalb der Spot für die feministisch geprägte Öffentlichkeit peinlich ist, so dass man ihn nicht unterstützen kann und fallen lassen muss. Es liegt jedenfalls sicher nicht an der zur Schau gestellten Männerverachtung.

  • Sie können gerne boykottieren allein, das ist ohne Wirkung. Diesen Unternehmen geht es nicht mehr um Profit, sie haben mittlerweile genug Geld. Zusammen mit der Umwertung auch aller anderen Werte und der erzwungenen Masseneinwanderung ergibt sich ein vollständiges, invertiertes Bild. »Globohomo«, googlen Sie es! Hier sind kleine Gruppen am Werk, die eine messianische Politik verfolgen. Sie dürfen mal raten, wer das ist.

    • „Diesen Unternehmen geht es nicht mehr um Profit, sie haben mittlerweile genug Geld.“

      Aus Wikipedia:
      „Die Edeka-Gruppe (Eigenschreibweise: EDEKA) ist ein genossenschaftlich organisierter kooperativer Unternehmensverbund im deutschen Einzelhandel. “

      Sie ist somit in besonderer Weise den Gesellschaftern verpflichtet. Ohne vertragliche Festlegung hier auf Kosten der Gesellschafter/Einzelmärkte hier eine politische Agenda voranzutreiben wäre eine Veruntreuung.

  • Meinen Glückwunsch an Sie, Lucas Schoppe, der Sie den „Stein ins Rollen gebracht“ haben, und der in kurzer Zeit reichlich medial Widerhall gefunden hat, mit entsprechend überwältigender Empörung über diese zersetzende Väter/Männer-Darstellung.
    Wer wie im Werbespot Väter/Männer derart herabwürdigt, der greift damit aber auch die Familie an: welche Frau möchte schon gerne mit einem solchen unfähigen und unattraktiven Super-Trottel auf Dauer familiär „verbunden“ sein?!
    Welches „Licht“ wirft dies wiederum auch auf die Frau?

  • Ihr wollt Männer sein? „Oh dieser pöse pöse EDEKA Spott hat mich schwer beleidigt – da kaufe ich nie wieder!“ Ihr seid eine Ansammlung von peinlichen Abziehbildern, die gar nicht mehr weiß, was „Mann“ bedeutet. Glaubt Ihr denn ein echter Mann würde sich über so etwas aufregen? Wie weich seid Ihr denn drauf?
    Ich las einen Text zu dieser Interpretation des Spots bei ET – und falls es hier Bildung hat und nicht nur beleidigte Eitelkeiten einer tuckigen ex-Männlichkeit – es ist nur eine INTERPRETATION, denn ich verstand diesen Spot völlig anders. Wohl wahr, ich finde mich selten in Mehrheiten wieder, aber die Mehrheit hat niemals recht.

    Whenever you find yourself on the side of the majority, it is time to pause and reflect. Mark Twain

    Ihr seid Euch ja alle so einig im Draufhauen auf EDEKA. Ihr verhaltet Euch wie ein Mob. Geilt Euch daran an, daß Ihr alle höchstpersönlich beleidigt wurdet und wißt Ihr was? Ich glaube Ihr habt recht! Aber ich bin ein richtiger Mann, ein Kerl, ein Kämpfer nicht das, was Ihr hier darstellt. Und mich beleidigt dieser Spot keinesfalls sondern er zeigt mir, wie tief die Männlichkeit in Deutschland gefallen ist. Wie wenig „Mann“ in Männern steckt. Und Ihr bestätigt das in Perfektion.
    Bedenkt – falls Bildung im Raume ist – dies ist ebenfalls nur eine Interpretation. Meine Interpretation. Ich kann Euch beleidigten Leberwürsten und Euren gekränkten Eitelkeiten nicht nur nicht folgen, ich verachte sowas. Denn Männer – also richtige – kann man so nicht beleidigen und Männer – also richtige – reagieren nicht wie Ihr. Ihr merkt wie wir uns unterscheiden? Das was ich bin, nennt sich „Mann“.

    • Gut, dass Du uns mal darauf aufmerksam gemacht hast. Ich glaube, Du trittst damit genau für das moderne Männlichkeitsmodell ein, das Edeka ansprechen möchte. Edeka wird sich freuen, dass endlich mal jemand verstanden hat, wie sehr es dem Unternehmen darum geht, die gefallene deutsche Männlichkeit wieder aufzurichten.

      Aber im Ernst: Es ist natürlich absolut in Ordnung und sogar verständlich, dass Dich der Spot nicht kratzt. Aber zum Da-steh-ich-drüber-Gestus passt es schlecht, mehrere Absätze lang einen wütenden Kommentar zu schreiben, nur um klarzustellen, dass Dich das alles gar nicht interessiert.

    • „„Oh dieser pöse pöse EDEKA Spott hat mich schwer beleidigt – da kaufe ich nie wieder!““

      Es wurden früher wegen geringfügigerer Beleidigungen Kriege angefangen.

      „Und mich beleidigt dieser Spot keinesfalls sondern er zeigt mir, wie tief die Männlichkeit in Deutschland gefallen ist. Wie wenig „Mann“ in Männern steckt.“

      Ja genau, im Grunde sind natürlich die Männer daran schuld. Also die anderen Männer, also alle außer Dir.

      „Denn Männer – also richtige – kann man so nicht beleidigen und Männer – also richtige – reagieren nicht wie Ihr. Ihr merkt wie wir uns unterscheiden? Das was ich bin, nennt sich „Mann“.“

      Deine Interpretation. Als meine Interpretation halte ich dagegen, dass das Selbstschutz ist, um dich nicht zur Wehr setzen zu brauchen. In Wirklichkeit bist du kein Mann, sondern eine wachsweiche Pflaume, der man jede Beleidigung und jede Scheiße an den Kopf werfen kann, weil man sich darauf verlassen kann, dass du dich niemals zur Wehr setzen wirst – und deine Feigheit immer darauf zurückziehst, dich durch „sowas“ ja nicht beleidigen zu lassen.
      Alles Interpretationsfrage.

      Die Grenze, durch was man nicht beleidigt sein sollte, was man sich gefälligst gefallen zu lassen hat, wird dabei immer größer. Du verlierst mit der Zeit jede Selbstachtung.
      Wie der Nigger, der brav bei Niggerwitzen mitlacht, weil er ja sowas von drübersteht.

    • @Fin, „richtige Männer wie du“ kümmen sich ja auch nicht um die Erziehung von Kindern. Kein Wunder lässt dich der Spot kalt.

    • „I am a rock!“ (Simon & Garfunkel)
      Ich denke, unter gebildeten Männern, unschwer an elaboriertem Sprachcode und stringenter Argumentation erkennbar, welche hier in der Überzahl vertreten zu sein scheinen, kann MANN vorgestellten Satz quasi als Exzerpt aus der vorgestellten profunden Analyse maskulinen Habitus‘ und maskulinen Befindens eruieren. Mir ist es immer eine Wohltat, im intellektuellen Kampf auf ebenbürtig bewaffnete Gegner zu treffen. Zu selten heutigen Tags!
      Für benannte „harte Brocken“ endet o.g. Lied daher mit den Zeilen: „… and a rock feels no pain. And an island ne’er cries!“. Nett einen Vertreter dieser Auffassung kennengelernt zu haben.

      • @Reinartz, „…gebildeten Männern, unschwer an elaboriertem Sprachcode (…) erkennbar“

        Als Kind aus einer Arbeiterfamilie darf ich auf diesen Beitrag von Lucas Schoppe verweisen, welcher mir in Erinnerung geblieben ist.
        https://man-tau.com/2019/01/28/hannover-gender-sprache/

        „Der französische Soziologe Didier Eribon beschreibt in seinem wichtigen autobiographischen Buch Rückkehr nach Reims auch seine Erfahrungen als Bildungsaufsteiger aus einer Arbeiterfamilie in einem akademischen Umfeld: „Ich musste meine Sprache und meine Ausdrucksweise permanent überwachen.“ “

        Einen Sprachcode zu bemühen, um sich Andersdenkenden überlegen zu fühlen, finde ich die falsche Richtung. Da ist eine stringente Argumentation schon geeigneter.

        • Werter Klaus K.,
          im Kommentar Fins findet sich folgender Passus: „… und falls es hier Bildung hat und nicht nur beleidigte Eitelkeiten einer tuckigen ex-Männlichkeit …“, der explizit Bildung vs. beleidigte Eitelkeit beruft. Ich habe das „Statement“ bewusst so verstanden, dass hier einer wie immer gebildeten „Männlichkeit“ im Prinzip das Recht abgesprochen wird, verletzlich zu sein.
          Dazu Folgendes: Es kennzeichnet solche Ausfälle, dass sie anonym gepostet werden. Wer ist Fin? Warum bedient er sich einer Gossensprache, die nicht einmal in volltrunkenem Zustand zu benutzen ich mich bemüßigt fühle?
          Ansonsten: Ich entstamme einem sozialen Umfeld, das es mir in der zweiten Generation ermöglicht hat, die „Weihen“ – bewusst in Gänsefüßchen – akademischer „Bildung“ (dto.) mit einer Promotion zu „krönen“ (dto.). Es sind Bauern, Handwerker, Arbeiter, Angestellte – sog. kleine Leuten eben, die mir das ermöglicht haben.
          Und Sie – werter Klaus K. – mögen sich daher nicht beleidigt fühlen.
          Gruß

          • @Franz Reinartz:
            „Ansonsten: Ich entstamme einem sozialen Umfeld, das es mir in der zweiten Generation ermöglicht hat, die „Weihen“ – bewusst in Gänsefüßchen – akademischer „Bildung“ (dto.) mit einer Promotion zu „krönen“ (dto.). Es sind Bauern, Handwerker, Arbeiter, Angestellte – sog. kleine Leuten eben, die mir das ermöglicht haben.
            Und Sie – werter Klaus K. – mögen sich daher nicht beleidigt fühlen.“
            ———————-
            Das sehe ich auch so, und für mich trifft Vergleichbares zu, wenngleich mein Vater selbst noch Facharbeiter gewesen ist.
            Zustimmend begrüße ich auch Ihre Klarstellung, daß Ihre Wertschätzung für einen elaborierten und feinen Sprachstil kein Selbstzweck ist, und nichts mit einem dünkelhaften Abgrenzen von „den kleinen Leuten“ zu tun hat, sondern vielmehr im Sinne der Sache zu einer durch präzisierende Differenzierung erheblich verbesserten Kommunikations-Möglichkeit beitragen kann, die dem fatalen Dunkelfeld von Mißverständnissen entgegenwirkt.

    • Der typische „ich bin ja so souverän und stehe über allem“-Macker. Du bist der Pudel, der Männchen macht, auf Kommando und der zu beschränkt ist, um seine Abrichtung als solche zu erkennen. Wuff – wuff. Kann es sein, das Weibsvolk hier anwesend ist?

    • Leute, bitte achtet auf die Abweichungen.

      Fin oben

      https://man-tau.com/2019/05/06/edeka-werbespot-vaeter/#comment-27436

      interpretiert den Edeka-Spot so, daß er von Männern handelt (qua Männer).

      Schoppe dagegen interpretiert diesen Spot so, daß er von Vätern handelt.

      Fin interpretiert den Spot zudem so, daß er Männern vorwirft, irgendwie schlechte Männer zu sein – gemessen an einem traditionellen Ideal von Männlichkeit. („Wie wenig „Mann“ in Männern steckt. Und Ihr bestätigt das in Perfektion. […] Denn Männer – also richtige – kann man so nicht beleidigen und Männer – also richtige – reagieren nicht wie Ihr. […] Das was ich bin, nennt sich „Mann“.“)

      Schoppe dagegen interpretiert den Spot so, daß er Vätern vorwirft, schlechte Väter zu sein – gemessen am Ideal einer traditionellen Mütterlichkeit.

      Wenn man sich als Mann der Interpretation von Fin anschließt, dann hat man eigentlich nur zwei Möglichkeiten:
      a) zuschlagen und reintreten
      b) Zähne zusammenbeißen und das Unrecht mit stoischer Gleichgültigkeit über sich ergehen lassen („amor fati“).
      Kritisieren, sich beschweren oder gar Verletztheit artikulieren geht leider nicht – Mann ist nun mal Mann.

      Das Problem mit Option a) ist offenkundig, sie scheidet für den heutigen Mann aus.

      Doch auch die Option b) ist problematisch. Denn sie ist gewissermaßen unsichtbar. Wenn ein Mann nicht mit der Wimper zuckt, weiß man nie so genau: normale Bewußtlosigkeit – Sinnieren über die Entfremdung der proletarischen Massen in Bolivien – einsetzende Totenstarre – oder oder oder …?

      Also was tun? Am besten bringt man die Option b) dadurch zur Geltung, daß man anderen Männern vorwirft, unmännlich zu sein, und dann mit positivem Beispiel vorangeht: „Achtung, alle mal herschauen – ich halt‘ das aus, ich muß das nicht mal runterschlucken, ich grinse das einfach weg. Ihr dagegen: alles wimmernde Waschlappen – schämt Euch was.“

      Also ich finde, der Fin hat das richtig gut gemacht. Meine ich ganz ernst. Fin hat den Edeka-Spot nicht verstanden – aber wie heißt es so schön: Man muß nicht alles verstehen. Meine ich ganz ernst.

  • Ich hatte diesen Hinweis gestern schon mal abgeschickt, er scheint aber untergegangen zu sein. Ich poste ihn jetzt nochmal, weil ich die Parallele wirklich interessant finde:

    Der Spot ist ja von Jung von Matt entwickelt und produziert worden, und die haben es fast zeitgleich geschafft, mit einem Spot für die Bayerische Landesbank ebenfalls aber mal so richtig ins Klo zu greifen:

    https://www.youtube.com/watch?v=FOpcszyYY-4

    Auch der wird von der Agentur und dem Auftraggeber mit dem mantraartig wiederholten Statement verteidigt, das ganze sei ja selbstverständlich nicht ernst gemeint, sondern solle nur ironisch und witzig sein (und überhaupt hätten die Kinder total viel Spass beim Dreh gehabt). Ich finde das wirklich erschreckend, weil es eigentlich zeigt, dass eine hochprofessionelle und profilierte Werbeagentur nicht versteht, wie Humor funktioniert (von Ironie ganz zu schweigen): Damit ich über etwas lachen kann, dass anderen Menschen widerfährt, ist es wichtig, dass ich kein Mitleid mit ihnen habe – sei es, dass das was ihnen passiert nicht gravierend ist, oder dass die entsprechenden Personen so unsympathisch sind, dass man es ihnen gönnt, oder dass die Art der Darstellung so überzeichnet ist, dass ich sie nicht als Abbild der Realität wahrnehme (oder natürlich eine Mischung aus allen). Und genau aus diesem Grund funktioniert der Spot für ganz viele Menschen eben nicht (ebenso wie der Muttertagsspot für Edeka): Das Leid (oder abgemildert ausgedrückt: die Enttäuschung) der Kinder wirkt, obwohl fiktiv, so real und authentisch, dass man schon sehr zynisch drauf sein muss, um das irgendwie witzig zu finden. Dass sowohl in der Agentur wie beim Auftraggeber trotzdem alle Entscheider anscheinend der Meinug waren, dass das a) als total lustig und ironisch rezipiert wird oder b) die Problematik erkannt, aber für die zu gewinnende Aufmerksamkeit bewusst in Kauf genommen haben (was wiederum zu dem zynischen, kaltherzigen „Humor“ beider Spots passen würde), finde ich, ehrlich gesagt, hinsichtlich der Empathiefähigkeit unserer Gesellschaft etwas beunruhigend (Und last but maybe not least: Diese handwerkliche Inkompetenz (sei es aus bewusster Ignoranz oder schlichter Unfähigkeit) ist für jemanden, der selbst in der Kreativwirtschaft tätig ist, in etwa so befremdlich wie für einen Maurer, der mit ansehen muss, dass seine Kollegen anscheinend keine gerade Wand mehr zustande bringen (wollen)).

    • Danke @Calvin&Hobbes für das Verlinken dieses selten bekloppten Bayern-LB-Spots. Wie peinlich ist das denn, für eine Bank Kinder zum Sprechen zwingen zu wollen und diese mit Gummibärchen zu ’schmieren‘.

      Gute Güte, Ronja von Rönne, „Welt“, (das war die ‚Interviewende‘) hätte ich mehr zugetraut als diese Form des prostituierenden Verkaufens!

      Aber nachdem sie sich ja schon mit der Multifunktions-Prostituierte „Das Kanarienvögelchen“ nackt in die Badewanne für ein Interview gehockt hat, wundert mich bei der Tante ehrlich gesagt nichts mehr.

      War wohl ein bisschen zuviel Gegenwind für RvR, als sie sich vor einigen Jahren mal vom Feminismus distanziert hat – und anschließend wiederum von dieser Haltung sich distanzierte …

      PS: Geh‘ mal auf die Homepage von ‚Dung und Kack‘, da fühlt man sich wie in den 70ern auf einem LSD-Trip: https://www.jvm.com/de/

    • „Damit ich über etwas lachen kann, dass anderen Menschen widerfährt, ist es wichtig, dass ich kein Mitleid mit ihnen habe – sei es, dass das […], oder dass die Art der Darstellung so überzeichnet ist, dass ich sie nicht als Abbild der Realität wahrnehme“

      In diesem Sinne „sollte“ der Spot dann eigentlich doch „funktionieren“, denn als „Abbild der Realität“ nehme ich ihn ja wirklich nicht wahr.

      Die Frage ist daher eher, welches Bild es von der Weltsicht der Macher bei mir hinterlässt – oder welches Bild mir da transportiert werden soll.

      Und da sind wir bei der Auffassung von „Humor“, Ironie und „Satire“, bzw. eben nur blankem Spott.

      Es ist durchaus unbestreitbar, dass hier eine Überzeichnung von etwas stattfindet, und zwar nicht versehentlich, sondern dies tatsächlich als Überzeichnung gemeint und gedacht ist.

      Wer sagt, „ist doch bloß eine witzige Überzeichnung“, muss dennoch erklären, was denn der dahinterliegende Umstand ist, der da überzeichnet wird.
      Was also die Botschaft ist, die zwar überzeichnet, aber dennoch lesbar ist.

      Es ist mir schleierhaft, wie man zu der Auffassung gelangen kann, es sei etwas der Art „klar machen Männer manchmal Fehler, das ist menschlich, dafür machen sie anderes besser“.
      Diese Auffassung ist mMn derbe falsch, das gibt der Spot eben genau nicht her.
      Ich gestehe dem Spot ja zu, dass er in der Darstellung der Katastrophen insofern überzeichnet, dass das nicht der einzige Dauerzustand ist.
      Die Botschaften, die mich dabei ärgern, und die das ist, was offenkundig transportiert wird, sind diese beiden:
      1. Es passiert den Vätern, und nur den Vätern, den Frauen passiert das nicht, oder nicht in nennenswertem Maß, denn es ist genau das, was die Mütter von den Vätern unterscheidet. Niemand kann mir erzählen, dass das NICHT die Kernbotschaft des Clips ist. Wie fest muss man die Augen zukneifen, um das leugnen zu können? Wie verstehen die eine Aussage „danke, dass du nicht Papa bist“ ?? Wie eigentlich soll sich diese Botschaft noch nackter transportieren lassen?
      2. und meiner Meinung bislang noch kaum irgendwo thematisiert:
      Das Scheitern der Männer als Väter in dem Spot ist universal. Es gibt da eben keinen Raum für ein ein „dafür machen sie andere Sachen wieder besser“. Und um das auch wirklich eindeutig und wasserfest zu machen, hat man darauf geachtet, auch ja nicht solche Bereiche zu vergessen, in denen gemeinhin Vätern gerne mal gewisse Qualitäten zugestanden werden: Namentlich Sport und Raufen. Alles Schwindel, sagt da der Spot, das hätten die Väter vielleicht gern, aber auch da sind Väter aufgrund ihrer geschlechtsspezifischen egoismen nur rüpelhafte Trampel. Auch hier wäre wieder die Rückfrage an die Auffassung, Väter würden dafür ja „andere Sachen“ besser können: welche sollen das sein? Welche Bereiche von Vatersein sollte der Spot noch als Möglichekeit lassen, die er nicht als Platz des Versagens explizit benannt und gemeint hat? Denn genau diese „Qualität“ hat der Spot tatsächlich: gute Metaphern für alle wichtigen (häuslichen) Bereiche des Elternseins gefunden zu haben – wenn auch nur im scheitern – und darin universell zu sein.

      • @maddes8cht: Ich habe mich da etwas unpräzise ausgedrückt, mit „überzeichnete Darstellung“ hatte ich die äußere Form im Sinn und nicht den Inhalt (also nicht was dargestellt wird, sondern wie es dargestellt wird). Das ist ja eine sehr oft verwendete Strategie, um dem Zuschauer zu ermöglichen, über etwas zu lachen, was realistisch dargestellt tragisch, schockierend oder sogar unerträglich grausam wäre. Deshalb werden selbst im (scheinbar) realistischen Medium Film komödiantische Stoffe meist in einem viel stilisierteren und theatralischerem Schauspielstil gespielt, bis hin zum übersteigerten Tempo und den übertriebenen Grimassen im Slapstick, und viele klassische Zeichentrick-Gags wären wegen ihrer Brutalität in jedem anderen Medium undenkbar. Der klassische Gag mit dem Mann, der auf der Banenschale ausrutscht, funktioniert im Zeichentrick oder in einer überdrehten Slapstickkomödie wesentlich besser als in einem Film mit realistischem Setting und Darstellungsweise. Gar nicht mehr funktioniert er, wenn dann anschließend gezeigt wird, wie der Mann vor Schmerzen schreiend in einen Krankenwagen verladen wird. Wer letzteres in einem Werbespot zeigen würde mit der Erklärung, das sei als ironische Überzeichnung gemeint und solle unterhaltsam sein, würde für verrückt oder handwerklich komplett inkompetent gehalten – oder man würde davon ausgehen, dass es dem Produzenten ausschließlich darum gehe, durch die extreme Bösartigkeit des Gags zu schockieren und Aufmerksamkeit durch Provokation zu erreichen.

        Womit wir beim Edeka Spot angekommen wären, der tatsächlich einen ähnlich bösartigen „Humor“ besitzt wie das hypothetische Beispiel. Wirkliche Ironie oder komische Verfremdung ist da nirgends, weder auf der inhaltlichen noch auf der formalen Ebene. Dass er trotzdem „überzeichnet“ wirkt, liegt nicht an den dargestellten Situationen, die allesamt ja so ohne weiteres vorstellbar sind, noch der Darstellungsweise, die die Auswirkungen der väterlichen Missgeschicke so konkret und realistisch zeigen, als wäre es ein Spot gegen Kindesmissbrauch. Trotzdem werden diese Szenen von vielen Zuschauern, auch Medienfachleuten, als offensichtlich ironisch wahrgenommen, beispielsweise hier:

        „Dabei sind die gezeigten Szenen so übertrieben, dass eigentlich stets klar sein sollte, dass es sich hier um eine ironische Überspitzung handelt.“ (https://meedia.de/2019/05/09/ronja-v-roennes-bayernlb-spot-und-der-edeka-shitstorm-wenn-die-werbung-mit-dem-hass-spielt/).

        Die tatschlichen Szenen liefern für diese Interpretation keinerlei Anhaltspunkte. Inhaltliche Ironie wäre beispielsweise, wenn die Folgen der väterlichen Inkompetenz immer absurdere Ausmasse annehmen und am Schluss nicht nur das eigene Haus, sondern auch gleich noch die gesamte Stadt in Schutt und Asche legen würde. Die einzige „Überzeichnung“, die hier stattfindet, ist die auch von dir konstatierte gnadenlose Ausschließlichkeit, mit der Väter als unsympathische Totalversager dargestellt werden, und die teilweise schockierende Brutalität der ausgewählten Szenen hinsichtlich der Schmerzen und Demütigungen, die den Kindern durch ihre Väter zugefügt werden und die durch keinerlei stilistische Verfremdung entschärft, sondern so konkret und real wie möglich dargestellt werden. Und gerade diese Krassheit ist es vermutlich, die bei vielen den Gedanken auslöst: „Das können die doch unmöglich ernst meinen!“ Woraus dann die Folgerung entsteht: „Das muss ironisch gemeint sein, anders ist das doch gar nicht erklärbar“. Der Spot selbst liefert für diese Deutung jedoch keinerlei Anhaltspunkte.

        Worüber ich mir Gedanken mache ist, inwieweit den Machern selbst bewusst war, was sie da eigentlich fabrizieren – ob es tatsächlich eine bis in alle Details bewusst kalkulierte Provokation ist, inkl. dessen was bei einem als in erster Linie unterhaltsam konzipierten Werbefim unglaubliche handwerkliche Schnitzer wären, oder eigentlich eher letzteres geplant war (mit einem Schuss Provokation natürlich) und die Macher vor lauter Hybris und Empathielosigkeit evtl. am Ende selber nicht mehr richtig mitbekommen haben, welche Qualität das ganze dann schlussendlich angenommen hat.

  • Mittlerweile wurde der Spot auch in Amerika zur Kenntnis genommen, von daher ein schöner Erfolg(*) mit einer extremen, länderübergreifenden Reichweite (auch die ersten fremdsprachigen Kommentare sind bei Youtube zu lesen). (*)Wenn Edeka „bad publicity“ als Erfolgsfaktor verwendet… ;o)

  • Weil Nils Pickert meint, der Feminismus habe uns das nicht eingebrockt:

    https://alternativlos-aquarium.blogspot.com/2019/05/ein-werbefeldzug-im-geschlechterkrieg.html

    https://allesevolution.wordpress.com/2019/05/10/feminismus-hat-euch-nicht-diesen-unsaeglichen-edeka-muttertagsspot-eingebrockt/

    Die Verantwortliche fürs „Geschichtenerzählen“ bei JungvonMatt identifiziert sich also als Feministin.

    Zielgruppe des Werbeclips sollten offenbar Mütter sein, die ein schlechtes Gewissen haben, weil sie sich zu wenig Zeit für ihre Kinder nehmen.

  • “ fast schon wieder reizvoll “ ?!?

    Den Spruch kennt man. Und er ist, sag‘ ich mal höflich: nicht gut.

    Wie beim Tritt in die Hundekacke und dann: „Der Gestank hat was. Ist fast schon wieder reizvoll“.

  • Was mir ausserdem an diesem Spot auffällt ist die völlige Abwesenheit von Vielfalt. Seltsamerweise werden hier keine Schwarze, Moslems oder andere Minderheiten gebraucht. Ist das Feigheit? Oder steckt etwas anderes dahinter? Ein Schelm…

  • Ein Kommentar von mir auf der Facebook-Seite dieses in grauenhafter Weise im feministischen Sumpf eingetauchten Lebensmittelhändlers:

    Ergänzend zu:
    https://man-tau.com/2019/05/06/edeka-werbespot-vaeter/
    Die entscheidende Szene ist jene, welche ich unten angefügt habe.
    Das ganz außerordentlich warme, warmherzige, „sonnige“ ( Mutter = die Sonne — => Vater = …), strahlende, wohlmeinende und einfühlsame Lächeln der – sehr gutaussehenden! – Mutter ist ein gezielt und bewusst harter Kontrast zu allem Vorangegangenen.
    Hier wird mit tiefenpsychologischen Mitteln (Tricks) gearbeitet.
    ( Und dann noch mit Musik gekrönt, welche an Assoziation hinsichtlich „unschuldig-gutherzig“, „gut- und vor allem sanftmütig“ nur schwerlich zu überbieten wäre …! )
    Beweis für die filmisch-tiefenpsychologische Manipulation [des Zuschauers]:
    der unheimlich schnelle [Film-]Schnitt direkt, nur eine Zehntel-Sekunde nach diesem „Bild“:
    Schnitt auf eine wesentlich weniger „eindeutige“ Mimik in einer schwerer wahrnehmbaren Totalen …(!)
    Dies kann man bereits beim ersten(!) Sehen des Spots so realisieren – m.M.n. ein zusätzliches Indiz für die Absicht dahinter.
    Diese Analyse mag all jenen überzogen erscheinen, welche sich nicht mit Analyse von z.B. Texten beschäfftigt haben. Dennoch ist Analyse wichtig – selbstverständlich jede, gleich mit welchem Ergebnis!

  • „Ergänzend zu“, Teil 2:

    https://man-tau.com/2019/05/06/edeka-werbespot-vaeter/

    Siehe auch:
    https://alternativlos-aquarium.blogspot.com/…/ein…
    Auch die Text-Analyse sollte noch stärker herausgestrichen werden ( – auch hier zusätzlich (tiefen-)psychologisch!).

    Die „Text-Analyse“ ist jedoch so einfach, dass man den Text einfach unkommentiert stehen und für sich selbst und seine Verfasserinnen sprechen lassen kann:

    Zitat ‚man-tau‘:
    „Wer sich den ganzen Text des kurzen Spots durchliest, kann schnell verstehen, warum sich Menschen darüber aufregen:
    „Danke. / Danke, dass du immer für mich da bist. / Du – du kümmerst dich um mich. / Du hast ein Gefühl für den richtigen Moment. / Ich kann dir immer alles erzählen. / Und du hörst mir immer zu. / Du bist mein Vorbild und förderst mich, wo immer du kannst. / Danke, dass du so schön bist. / Und dass du so ein Feingefühl hast. / Mama, danke, dass du nicht Papa bist.“
    Der letzte Satz ist dann nicht nur ‚conclusio‘, sondern auch Höhepunkt(!): durch den Kontrast der gewählten Formulierung („Mama, danke, dass du nicht Papa bist“) zur alltäglichen und umgangssprachlichen Formulierung:
    „Mama, danke, dass du nicht *wie* Papa bist“,
    bricht die kindliche Sprechweise auf, und betont damit noch mehr den inszenierten Leidensdruck:
    der Leidensdruck von Frau und Kind(ern) …

    man-tau, danke, dass du nicht Jung von Matt bist.
    Ländliches Deutschland, „Provinz“, danke, dass du nicht Hamburg oder Berlin bist.
    ( Nein – dies ist kein Pauschalurteil!! Im Gegenteil …
    Nur die Bezeichneten sind gemeint. Und solche gibt es natürlich überall … Auch in der Provinz! )

    P.S. … Hat sich EDEKA etwa gar aufs Kreuz legen lassen durch die Jung-von-Mättinnen … Hmm, eine (sehr) geringe Wahrscheinlichkeit hierfür könnte es evtl. geben.

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