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Ist Kevin Kühnert ein toxischer Mann?

geschrieben von: Lucas Schoppe

Von der Hohlheit des Geredes über „toxische Männlichkeit“

Meryl Streep hat ganz Recht: Der Begriff der „toxischen Männlichkeit“ gehört nicht in seriöse Diskussionen, er schadet Menschen, insbesondere Jungen – und überdies hindert er Linke daran, glaubwürdige Alternativen zu rechter Politik zu entwickeln.

 

Jungs, warum wollt Ihr nichts von ‚Toxic Masculinity‘ hören? Wir haben nämlich das Gefühl, dass ihr bei dem Begriff sofort in eine Abwehrhaltung geht.

Das fragt bei jetzt, dem Jugendmagazin der Süddeutschen Zeitung, im Namen aller „Mädchen“ die dreißigjährige Journalistin Sina Pousset.

Ich bin mir sicher, dass das „wir“ hier nicht korrekt ist, weil die meisten Mädchen nach meiner Erfahrung mit dem Begriff der „Toxic Masculinity“ gar nichts anfangen können und weil dieser Begriff eher im Feuilleton oder in manchen Spielarten akademischer Felder verbreitet ist als auf Schulhöfen. Die meisten Mädchen würden sich nach meiner Erfahrung auch keinesfalls darüber wundern, dass Menschen sich ärgern („Abwehrhaltung“), wenn sie als eine Vergiftung der Gesellschaft hingestellt werden.

Also schreibe ich meine Antwort auf Poussets Frage nicht an die Mädchen und auch nicht stellvertretend für die „Jungs“.

 

Das Klischee vom „stereotypen Mannsein“

Hallo, Frau Pousset,

Ich setze einfach einmal voraus, dass der Mädchen-Teil des oben verlinkten Artikels wesentlich von Ihnen stammt. Ich spreche Sie aber lieber als erwachsene Frau an, nicht als Mädchen, und ich antworte auch als Erwachsener. Denn Erwachsene können ja durchaus die Verantwortung für Begriffe wie „toxisch masculinity“ selbst übernehmen, anstatt Kinder und Jugendliche als Bande zu verwenden, über die sie sich dann gegenseitig Bälle zuspielen. Toxische Männlichkeit ist ein Begriff Erwachsener, der im Vokabular von Kindern und Jugendlichen faktisch keine Rolle spielt – so sehr jetzt auch versuchen mag, ihn Jugendlichen nahezubringen.

Sie schreiben allgemein über die „negativen Auswirkungen von stereotypem Mannsein (Mann gleich hetero, hart, alpha)“, aber Sie kommen nicht auf die Idee, dass Sie hier vielleicht eher über Ihre eigenen Klischees schreiben als über Männlichkeitsklischees anderer.

Mit dem Ideal einer soldatischen Männlichkeit hat sich, um einmal ein weit zurückliegende Beispiel herauszusuchen, schon die Popkultur der 50er Jahre intensiv auseinandergesetzt, hat in Filmen, Songs und auch literarischen Texten ganz andere Formen von Männlichkeit angeboten: die nervös-verletzliche Männlichkeit James Deans, die Inszenierung als Sex-Symbol bei Elvis Presley, die scheue Fragilität Montgomery Clifts, die schüchtern-selbstbewusste Nerdigkeit Buddy Hollys (und das, bevor es den Begriff „Nerd“ überhaupt gab), die selbstironische Vitalität Chuck Berrys, das Spiel mit Geschlechterzuordnungen bei Little Richard – das ließe sich lange fortsetzen.

Ein typisches Beispiel toxischer Männlichkeit aus den 50er Jahren.

Erstens ist also die Auseinandersetzung mit Klischees der harten Alphamänner nicht neu, sondern begann spätestens in den heute als reaktionär verschrienen 50er Jahren – zweitens waren Männer schon lange sehr erfolgreich damit, ihre Distanz zu solchen Männlichkeitsklischees zu demonstrieren – und drittens hat für all dies niemand feministische Begriffe wie den der „toxischen Männlichkeit“ gebraucht. Der Kern von Männlichkeit ist schon lange nicht hart und alpha, sondern wurzelt in dem Bemühen, Männlichkeit zu variieren – auch schon ohne die Impulse „queerer“ Männlichkeiten oder feministischer Ideen, obwohl auch die natürlich reizvoll sein können.

Wie steht es demgegenüber eigentlich um Ihre Auseinandersetzung mit Weiblichkeitsklischees? Wenn Sie kurz das Stichwort „toxische Weiblichkeit“ erwähnen, fällt Ihnen dazu jedenfalls weiter nichts ein als ein Hinweis auf eine irgendwie typische weibliche „Fürsorge“.

 

Jesus war kein wütender weißer Mann!

Wenn Jagoda Marinić in der Süddeutschen Zeitung Männern gleichwohl pauschal vorhält, sich „gegen ein moderneres Rollenbild“ zu sperren, sagt das mehr über ihre eigene Bereitschaft zu Projektionen aus als über reale Männer. Denen wird, als imaginäre Männlichkeit, allen Ernstes Jesus als Gegenbeispiel vorgehalten. Der nämlich habe, so Marinić ganz im Sinne eines Franz Alt-Buches aus den 80ern („Jesus, der erste neue Mann“), eine „neue Männlichkeit“ entwickelt und sei gekommen, um „die rauen Botschaften des Alten Testaments durch eine Liebesbotschaft zu ersetzen.“

Spätestens hier hätte eigentlich mal irgendjemand merken müssen, wie sehr die Autorin ihrerseits mit Projektionen arbeitet. Die Gegenüberstellung des angeblich verhärteten Judentums mit dem angeblich liebevollen Christentum gehört zu den uralten Klischees eines selbstgerecht-judenfeindlichen Christentums, das sich überhaupt nicht dafür interessiert, dass das Gebot der Nächstenliebe natürlich aus der jüdischen Bibel stammt (Drittes Buch Mose, 19,18) und vom Juden Jesus dort aufgegriffen wurde.

Neue Männlichkeit, garantiert untoxisch (Symbolbild)

An Klischees klebt auch Frederik Müller im Missy-Magazin, wenn er schreibt,

Männer sollen keine Schwäche zeigen, höchstens Wut, sie sollen hart sein, aggressiv und nicht zärtlich oder liebevoll, schon gar nicht miteinander.

Das reproduziert die ressentimenthafte Rede vom wütenden weißen Mann, die Michael Kimmel und andere gewinnbringend verarbeitet haben, ist aber eher ahnungslos, was Verhalten von Jungen und Männern untereinander angeht.

Wer nämlich seine Wut nicht unter Kontrolle hat, in einer Auseinandersetzung womöglich wild losschlägt, verliert an Status. Ebenso wie jemand, der bloß gegen Schwächere austeilt, oder der aus jeder Meinungsverschiedenheit einen erbitterten Kampf macht. Wer glaubt, Männer würden allgemein solche Verhaltensweisen akzeptieren und gar, wie Cornell behauptet, als „hegemonial“ reproduzieren – der konzentriert sich so sehr auf seine Männlichkeitsklischees, dass er Männer darüber gar nicht mehr wahrnimmt.

 

Der toxische Prolet und der feine Herr Kühnert

Wieso übrigens fällt Ihnen ebenso wenig wie anderen auf, dass diese Klischees stark von sozialen Differenzen geprägt sind? Wer über „toxische Männlichkeit“ redet, der sammelt dabei in aller Regel angstbesetzte bürgerliche Fantasien über proletarische Männer zusammen: laut, ungeschlacht, auf primitive Weise dominant, sprachlich unterentwickelt, mit einem winzigen, auf Geilheit und gelegentliche Signale der Wut reduzierten Spektrum an Gefühlen. Die Cartoon-Figuren der Bauarbeiter, die Passantinnen nachpfeifen, als Default-Modell der Männlichkeit.

Ein sehr gutes Beispiel dafür, wie wenig solche Klischees tatsächlich zur Analyse des Verhaltens von Männern taugen, ist der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert. Kühnert grätschte der SPD-Spitzenkandidatin Katarina Barley und der Parteivorsitzenden Andrea Nahles publikumswirksam in den Europawahlkampf hinein, indem er eine Verstaatlichung von BMW und ein Verbot, mehr als eine Wohnung zu besitzen, ins Gespräch brachte und so tat, als wäre das demokratischer Sozialismus“. 

Wäre die SPD noch eine stabile Partei, dann wären Kühnerts Ausführungen ebenso gleichgültig gewesen wie die Forderungen der 70er-Jahre-Jusos, die parlamentarische Demokratie abzuschaffen und das Wirtschaftssystem der DDR (Stichwort „Stamokap“) einzuführen. Kühnert aber hat seine enorm starke mediale Position auch der Tatsache zu verdanken, dass seine Partei lebensgefährlich geschwächt ist.

Selbst wenn er tatsächlich davon überzeugt gewesen wäre, dass seine gut platzierten Äußerungen der SPD im Wahlkampf helfen könnten, hätte er doch zumindest akzeptieren müssen, dass Spitzenkandidatin und Parteichefin eine ganz andere Strategie hatten. Doch die Störung des Wahlkampfes war ihm ebenso explizit gleichgültig wie die Frage danach, ob der Misserfolg die Position von Andrea Nahles gefährde – das interessiere ihn „einen Scheiß“.

Kühnert hat so agiert, als wolle er die Merkmale eines prototypischen destruktiven Macho-Verhaltens sorgfältig abhaken. Seine Ausführungen waren sachlich substanzlos, von den Konzepten des demokratischen Sozialismus hat er demonstrativ keine Ahnung – aber er hat sich damit enorm effektiv selbst ins Gespräch gebracht. Gegenüber den weiblichen Funktionsträgerinnen seiner Partei, die sich im Unterschied zu ihm für das Ergebnis verantworten müssen, war er  offen respektlos und illoyal.

Nach der Wahlkatastrophe und Nahles’ Abgang brachte er sich dann auch noch mit auf eine Weise für höhere Funktionen selbst ins Spiel, die außerhalb des politischen Feldes jederzeit als atemberaubende Heuchelei erschienen wäre. Wenn das Gerede von der „toxischen Männlichkeit“ mal einen Sinn ergibt, dann hier.

Beim ganz unproletarischen Berliner Beamtensohn Kühnert aber, der die Erwartungen einer urbanen Bourgeoisie geübt bedient, fällt den routinierten Anprangerern der „toxischen Männlichkeit“ ein destruktives, illoyales und egofixiertes Alphamännchen-Verhalten nicht einmal dann auf, wenn es ihnen direkt ins Gesicht springt. Keine der vielen Kritikerinnen, die routiniert Nahles‘ Scheitern als Wirken diffuser patriarchaler Strukturen präsentierten, erwähnten Kühnert auch nur – scharf und klar kritisiert wurde er lediglich vom eher konservativen Kolumnisten Jan Fleischhauer.

Buzzwörter wie „Patriarchat“ oder „toxische Männlichkeit“ sind also offensichtlich völlig ungeeignet, um Aufmerksamkeit sinnvoll zu lenken oder um soziales Verhalten zu analysieren. Geeignet sind sie lediglich zur Artikulation tiefer Ressentiments.

 

Tote Männer, tote Jungen, selber Schuld

Das wird auch deutlich an einem der scham-und empathielosesten Aspekte des Geredes von der „toxic masculinity“, der sich auch in Ihrem Artikel findet. Fast zwanghaft wird in diesem Zusammenhang immer wieder darauf hingewiesen, dass die Selbstmordquote bei Männern, auch schon unter Jugendlichen, deutlich höher wäre als bei Frauen. Yasmina Banszczuk schreibt in „Gehirn&Geist“ aus dem Spektrum-Verlag, der eigentlich für populäre, aber seriöse Wissenschaft stehen soll:

In Deutschland nehmen sich fast dreimal mehr Männer als Frauen das Leben, obwohl Frauen häufiger Suizidversuche begehen.

Ein tatsächlich wissenschaftlicher Umgang mit einer solchen Feststellung wäre es nun, erklärende Hypothesen aufzustellen und sie dann zu überprüfen. Eine sehr nahe liegende Erklärung wäre es zum Beispiel, dass Selbstmordversuche von Frauen und Männern im Schnitt einen unterschiedlichen Charakter haben – dass sie bei Frauen oft Hilferufe sind, während Männer tatsächlich nicht mehr leben wollen.

Ein Ausriss aus dem „Gehirn&Geist“-Artikel. Die deutlich erhöhte Selbstmordrate von Männern wird hier mit „toxischer Männlichkeit“ erklärt, die toxische Männlichkeit wiederum mit einer deutlich erhöhten Selbstmordrate.

Das wiederum ließe sich leicht dadurch erklären, dass es für Männer deutlich weniger Hilfsangebote gibt als für Frauen. Es gibt extrem viel weniger Anlaufstellen für Männer, die häusliche Gewalt erleben – und wer solche Anlaufstellen einrichten möchte, trifft in der politischen landschaft auf Gleichgültigkeit und Widerstände.

Trennungsväter, die den Kontakt zu ihren Kindern zu halten versuchen, sind völlig auf sich allein gestellt und finden in offiziellen Beratungsstellen oft eher Gegnerinnen als Unterstützerinnen.

Selbst männlichen Kindern wird Hilfe verweigert: Dass männliche Schüler seit Jahrzehnten in der Schule abrutschen, wird in weiten Bereichen der universitären Schulpädagogik als das eigene, selbstverschuldete Problem der Kinder und Jugendlichen betrachtet – und es gibt sogar eine Hilfsorganisiation, die in Deutschland erfolgreich damit wirbt, unter den notleidenden Kindern der Welt allein den weiblichen Kindern zu helfen.

Anstatt aber zu überprüfen, ob die ausbleibende Hilfe für Männer mit der vielfach erhöhten Selbstmordrate korreliert, gibt sich Banaszczuk damit zufrieden, den Begriff „toxische Männlichkeit“ in die Diskussion zu werfen wie ein Zauberwort, nach dessen Nennung sich jede weitere Reflexion erübrige: Männer würden eben weniger über Gefühle reden und seien daher gefährdeter. Selbst Schuld.

 

Fantasien von Macht und Unmoral

So hilft der Begriff „toxische Männlichkeit“, eben die Geschlechterklischees aufrechtzuerhalten, die er abzubauen vorgibt. Während weibliches Verhalten – etwa in der endlosen Debatte über den vorgeblichen Gender Pay Gap – konsequent auf soziale Machtverhältnisse zurückgeführt wird, wird damit die Illusion gewahrt, Männer könnten jederzeit unbeeinflusst tun, was sie wollten. Wenn Männern dann etwas Furchtbares geschieht, sind Männer definitionsgemäß irgendwie immer selbst schuld.

Christoph Kucklick hat in seinem Werk „Das unmoralische Geschlecht“, ohne dessen Kenntnis sich Geschlechterdebatten heute nicht mehr sinnvoll führen lassen, gezeigt, wie „Männlichkeit“ seit Jahrhunderten als Projektionsfläche genutzt wurde, um Verantwortung für die Überforderungen, Widersprüche und Härten moderner Gesellschaften zuweisen zu können. Dass Männer und nicht Frauen als „unmoralisches“ Geschlecht inszeniert wurden und werden, hat einen einfachen Grund: In der bürgerlichen Geschlechterordnung waren es eben die Männer, die sich mit den Zumutungen moderner Systeme direkt auseinandersetzen mussten, während der bürgerliche Haushalt Frauen und Kinder vor der direkten Konfrontation damit bewahren sollte.

Während Männer so in vieler Hinsicht oft wohl eher noch machtloser waren als ihre Frauen, noch verstrickter als sie in unübersichtliche, kaum zu steuernde Systeme moderner Massengesellschaften, mussten sie aus der Perspektive ihrer Frauen mächtig erscheinen – als selbstbestimmte Akteure in einer Welt, die den Männern vorbehalten war.

Manche Frauen haben von Männern etwas verzerrte Bilder.

Anstatt diesen verzerrenden Blick auf männliches Leben zu analysieren, beschränkt sich eine feministisch inspirierte Geschlechterpolitik darauf, ihn zu reproduzieren. Die unüberschaubaren, beängstigenden abstrakten Strukturen moderner Massengesellschaften werden damit in einem einfachen lebensweltlichen Muster gespiegelt, mit dem wir alle von Kindheit an vertraut sind – wir fantasieren uns uneingestanden in die Kindheit zurück, als uns die ganze Welt durch Mama und Papa gespiegelt wurde.

So passt es überraschend gut, dass Sie in Ihrem jetzt-Text als dreißigjährige Autorin in der Rolle von Mädchen schreiben. Die regressive Bewegung, die dem Gerede von einer „toxischen Männlichkeit“ unheilbar zu Grunde liegt, kann allerdings nicht in demokratisch informierten, wissenschaftlich haltbaren und humanen Analysen sozialen Verhaltens münden. Tatsächlich dockt der Begriff an einen faschistischen Sprachgebrauch an: Einer Gruppe von Menschen wird schlankweg unterstellt, die ganze Gesellschaft zu vergiften.

Natürlich ist das, wenn solche Kritik tatsächlich einmal geäußert wird, immer ein Missverständnis, was auch sonst: Der Begriff „toxische Männlichkeit“ würde sich doch gar nicht auf Männer beziehen, sondern auf Männlichkeitskonzepte, und dort auch nicht auf alle, sondern auf ein paar bestimmte, an denen sich schließlich sogar die Männer selbst vergiften würden.

Meryl Streep wurde das nun vorgeworfen, als sie forderte, im Interesse von Jungen den Begriff „toxische Männlichkeit“ nicht mehr zu verwenden. Die Abwehrreaktionen darauf unterstellten ihr entweder, von dem Begriff überhaupt keine Ahnung zu haben, oder sie machten sich über Streep lustig („Seriously?“).

Tatsächlich ist das eine alte Diskurs-Taktik, die unter dem Namen „Feld und Festung“ („Motte and Bailey“) bekannt ist und besonders häufig von extremen Gruppen, zum Beispiel extremen Rechten, genutzt wird. Kurz: Ich verwende einen  Begriff sehr weit und umfassend, rede beispielsweise so, als wäre alle Männlichkeit vergiftend – und wenn ich für diese pauschalisierende Rede Kritik erhalte, räume ich das weite Feld schnell und ziehe mich auf eine kleine uneinnehmbare Festung zurück, nämlich auf eine Interpretation des Begriffs, die so eng ist, dass sich niemand ernsthaft daran stören kann.

Wer aber wenigstens ab und zu in sozialen Netzwerken unterwegs ist und dort auf Geschlechterdebatten achtet, der wird schnell merken, wie selbstverständlich auch von „toxischen Männern“ geredet wird. Wer Kimmel oder Cornell liest, der weiß, dass dort Männlichkeit bei allen vordergründigen Differenzierungen beständig unter dem Verdacht der Destruktivität steht und dass dort eine positive Männlichkeit nur in Abgrenzung von Männlichkeit beschreiben wird. Der Begriff wird allgemein ganz so verwendet, wie Streep ihn verstanden hat.

 

Auf Wiedervorlage: Mit autoritärer Pädagogik für eine bessere Zukunft

Legitimiert wird diese projektive Rede über Männlichkeit UND über Männer durch einen pädagogischen Gestus, dessen Hohlheit spätestens beim zweiten Blick auffällt: Männer sollten zu positiverem Verhalten bewegt werden, nicht zuletzt in ihrem eigenen Interesse. Nach diesem Muster funktionierte zum Beispiel die Gillette-Werbung, die vor einigen Monaten mit einer langen Reihung extrem negativer Männlichkeitsdarstellungen bekannt wurde. Dass Edeka mit einer ähnlichen, auf Väter konzentrierten Aufreihung weniger erfolgreich war, lag auch daran, dass diese scheinbar pädagogische Legitimation fehlte.

Also, Frau Pousset, wenn Sie nur zehn Minuten im Netz recherchieren, können Sie merken, dass diese Art der Pädagogik nutzlos und autoritär ist. Sie spiegelt das Muster der Bootcamps: Menschen deutlich zu machen, dass sie so, wie sie sind, nichts wert wären – und ihnen zu erklären, dass sie erst dann nützliche Mitglieder der Gesellschaft sein könnten, wenn sie sich ganz geändert hätten. Tatsächlich produziert diese Art der Pädagogik entweder – bei gesunden Menschen – Abwehr oder – bei bereits geschädigten Menschen – eine kritiklose Gefolgschaft, die aber in sich zusammenbricht, sobald sich irgendwo stärkere Autoritäten anbieten.

Tatsächlich dient der Begriff zu nichts anderem als dazu, die Gesellschaft in Schuldige und Unschuldige aufzuteilen, in Vergifter und Vergiftete. Wer den Begriff „toxische Männlichkeit“ benutzt, der fixiert sich auf eine kleine, überschaubare, vermeintlich heile Lebenswelt, die von bösartigen, übermächtigen Strukturen bedroht wäre.

In diesem Sinne ist der Begriff „toxische Männlichkeit“ bei Menschen, die sich für links halten, das Äquivalent zum Begriff des „großen Austauschs“ auf der rechten Seite des Spektrums.

Ernst Bloch hat einmal für eine Politik der Hoffnung (im Vorwurf zu seinem großen Werk „Das Prinzip Hoffnung“) in Anspruch genommen, dass sie ins Gelingen verliebt sei und nicht ins Scheitern. Wer hingegen von „toxischer Männlichkeit“ redet, spielt eine schwache, passive, scheiternde, aber darin eben immer unschuldige und reine Weiblichkeit gegen eine vergiftende, zerstörerische, aber darin eben immer mächtigere Männlichkeit aus.

Wer so redet, ist Teil einer Politik, die ins Scheitern verliebt ist, weil sie immer schon Schuldige für das Scheitern zur Verfügung hat. Ich möchte das niemandem empfehlen, weder Jugendlichen noch Erwachsenen – und ich finde, Sie sollten das auch nicht tun.

Mit freundlichen Grüßen

Lucas Schoppe

 

PS. Dieser Text setzt sich mit dem Thema auf eine ganz andere Weise auseinander: Die Legende vom Ende der toxischen Männlichkeit.

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21 Comments

  • Die ganze Chose mit der „toxischen Männlichkeit“ ist auch, selbst wenn man sie auf ihre angeblichen allgemein akzeptablen Komponenten runterbricht, einfach nur hochgradig zynisch.

    Nehmen wir mal die Sache mit dem Krieg als Beispiel: in archaischen Gesellschaften war Krieg oft tatsächlich der unmittelbare Schutz der eigenen Gruppe, vor allem der Frauen und Kinder. Diesen Schutz übernahmen schon immer selbstverständlich die Männer. Obwohl in Massengesellschaften der Sinn von Kriegen dann eher schon auf größere Zusammenhänge runtergebrochen wurde („Für Führer und Vaterland“), war es doch oft nach wie vor die wesentliche Motivation jedes einzelnen Soldaten im gesellschaftlichen Zwangsdienst, mit dem Einsatz seines eigenen Lebens zumindest das seiner ihm nächsten Stehenden zu schützen. Nicht umsonst wurden Feinde zu jeder Zeit rituell als monströse Barbaren skizziert, die Frauen vergewaltigen und Kinder fressen.

    Dieses Herunterbrechen des Krieges auch in Massengesellschaften auf diese archaischen Ursprünge wurde (und wird) auch von Frauen so betrieben. Männer, die sich in Kriegszeiten dem Dienst an der Waffe verweigern, werden nicht wahrgenommen als Menschen, die einfach an ihrem eigenen Leben hängen, sondern als Feiglinge, die den Frauen einfach nicht den ihnen zustehenden Schutz bieten wollen. Diese Männer mussten schon immer – auch und vor allem – von Frauen ausgehenden Erniedrigungen klarkommen. Grundtenor: „Wenn alle Männer solche Schlappschwänze wären, könnten hier problemlos die wildesten Barbaren reinmarschieren und ungestört uns Frauen vergewaltigen und unsere Kinder fressen“.

    Dieses Denken steckte schon immer so tief drin, dass bekanntlich selbst die angeblich ach so sehr an Gleichberechtigung interessierten Suffragetten keinen Widerspruch zu ihren Phrasen sahen, wenn sie sich gleichzeitig an der inszenierten, öffentlichen Beschämung von Männern beteiligten, die doch tatsächlich keine Lust hatten, sich an der Front des ersten Weltkrieges mit sehr großer Wahrscheinlichkeit abschlachten oder zumindest verstümmeln zu lassen.

    Männer, die ihrer gesellschaftlichen Pflicht der völligen Selbstaufgabe nachkamen, wurden hingegen öffentlich – auch und vor allem – von Frauen dafür bejubelt.

    Nun aber in Zeiten, in denen es Gott sei Dank schon viele Jahrzehnte her ist, dass sich Menschen in unseren westlichen Gesellschaften mit der realen Bedrohung eines Krieges direkt vor der eigenen Haustür auseinanderzusetzen hatten, wird auf einmal so getan, als sei Krieg etwas absolut ureigen Männliches, mit dem Frauen, das friedfertige Geschlecht eben, nie auch nur das Geringste zu tun gehabt hätten. Da wird es unter „toxisch männlichem“ Verhalten subsummiert, so als hätten Männer einfach nur irgendeine Art perverse Affinität dafür, sich abschlachten zu lassen. Über Jahrtausende hinweg wurden Milliarden von Männern in kriegerische Himmelfahrtskommandos geschickt und Frauen standen immer voll und ganz dahinter, vor dem Hintergrund des seinerzeitigen durchaus realen Gefühls, von Feinden umringt zu sein, aber kaum ist eben dieses Bedrohungsszenario weg, führt feministischer Gruppennarzissmus dazu, dass sich Menschen, nur aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit, die Hände in Unschuld waschen und jede Verantwortung für geschichtliche Greul auf die Mitglieder des anderen Geschlechts schieben. Und wie schnell sich da auch wieder eine Kehrtwende vollziehen würde, würde auch für uns die Bedrohung durch einen Krieg wieder realer, das zeigten unter anderem die Reaktionen auf die Vorkommnisse der Kölner Silvesternacht damals. Auch dort wurde ja den „guten Männern“ vorgeworfen, die „bösen Männer“ nicht aufgehalten und die Frauen nicht geschützt zu haben. Dahinter steckte nichts anderes, als die immer noch vollumfängliche Anspruchshaltung den Männern gegenüber, dass diese sich völlig selbstverständlich in Gefahr begeben müssten, sich notfalls gar opfern müssten, um nicht nur ihre eigene sondern gegebenenfalls irgendeine Frau zu beschützen.

    Es wären fraglos exakt dieselben Damen, die sich jetzt über „toxische Männlichkeit“ das Maul zerreißen, die in veränderter politischer Gefahrenlage umgehend eben diese von allen Männern vehement einfordern würden, denn schließlich ginge es dann ja wieder darum, die schützenswertesten Wesen überhaupt, also sie selbst, vor Heerscharen barbarischer Feinde zu bewahren. Und hinterher hatte man das alles natürlich gar nicht gewollt und setzt die Dauerbeschämung der „toxischen, kriegerischen“ Männer ungebrochen fort.

    So finde ich es im Übrigen nachvollziehbar, wenn experimentelle Studien zu Ergebnissen kommen, dass Frauen dazu neigen, eine als Feinde qualifizierte Gruppe weit unversöhnlicher und auch grausamer zu behandeln. Frauen waren schon immer in der Situation, Feinde immer nur als reine Bedrohung für ihr eigenes „Nest“ wahrnehmen zu müssen. Der Umgang mit dieser Bedrohung wurde wiederum schon immer an die Männer delegiert. Das heißt, Frauen haben Feinde immer eher abstrakt, nur in Form der von ihnen ausgehenden Gefahr gesehen, während für Männer der Feind etwas war, mit dem sie sich permanent, Auge in Auge, konfrontiert sahen. Sie waren diejenigen, die die Sache regeln mussten und das auch gegebenenfalls unter Einsatz ihres eigenen Lebens. Es ist somit im Sinne des Selbsterhaltungsinteresses nachvollziehbar, dass Männer eher gewillt sind, auch mit Feinden Kompromisse zu finden, um es entweder gar nicht erst zu kriegerischen Handlungen kommen zu lassen oder zumindest durch fairen Umgang mit dem Feind nach Beendigung von Kriegshandlungen eine bessere Basis für eventuellen künftigen Frieden zu schaffen. Die weibliche Position ging hingegen eher davon aus: wird der Feind, der mich bedroht, komplett vernichtet, so ist auch die Bedrohung dahin. Wer aber mit der Erreichung dieses Zieles nichts zu tun haben muss, sich durch seine soziale Rolle nie dafür die Hände schmutzig zu machen braucht, dem fällt es auch leichter, sich über mögliche Konsequenzen dessen keinerlei Gedanken zu machen. Mögliche Rachehandlungen des gedemütigten Feindes? Egal! Denn auch darum werden sich ja dann die Männer kümmern… Ja, ich weiß, alles stark überspitzt und vereinfacht, aber ich denke, da zumindest eine Facette dran nicht völlig unzutreffend beschrieben zu haben.

    Was ich mit diesem sehr ausführlich geschilderten Beispiel sagen will: für mich ist diese ganze Quakerei von „toxischer Männlichkeit“ nicht nur absurd unterkomplexer Kokolores, es ist verlogen, heuchlerisch und zynisch vor dem Hintergrund realer Bedingungen, damals wie heute. Kurzum: einfach nur widerlich!

    • In diesem Zusammenhang möchte ich auf dieses Buch hinweisen: https://www.amazon.de/kleine-Frieden-Gro%C3%9Fen-Krieg-Weihnachten/dp/3570007456

      Jürgs beschreibt, wie deutsche und englische Soldaten Weihnachten 1914 massiv fraternisierten, zusammen Weihnachten feierten, Geschenke austauschten und zwischen den Schützengräben Fußball spielten. Geduldet von den Offizieren, ein paar Tage.

      Die wussten ganz genau, dass man von ihnen erwartete, sich gegenseitig tot zu schießen, obwohl sie eigentlich garnichts gegeneinander hatten.

    • @Lucas: Großartig! Danke!

      @Billy: Großartig, Danke!

      Einer meiner Lieblingssätze zu Männer und Krieg ist übrigens:

      „Männer führen keine Kriege, sie werden geführt.“

    • @Billy Coen: Deinen nicht ganz unpolemischen Kommentar habe ich aufmerksam gelesen. Über das Thema Weiblichkeit und Krieg habe ich nachgedacht, als vor ca. einem Jahr über die Wiedereinführung der Wehrpflicht nachgedacht wurde, die insbesondere von der damaligen CDU-Generalsekretärin AKK lanciert worden ist (https://www.tagesspiegel.de/politik/debatte-in-der-cdu-ruf-nach-der-rueckkehr-der-wehrpflicht-wird-lauter/22880496.html). Intuitiv fühlt es sich für mich unbehaglich an, wenn jemand einen Krieg beginnt, der selbst aufgrund seines Geschlechtes nie zum Dienst mit der Waffe verpflichtet werden konnte. Ich denke hier an Margaret Thatcher und Hillary Clinton, die sich ja das Verdienst zurechnet, die Obama-Regierung zum Krieg gegen Libyen geführt zu haben (https://www.foreignpolicyjournal.com/2016/10/24/hillarys-war-crime/). Ob jetzt allerdings die deutsche Verteidigungsministerin von der Leyen besonders aggressiv agiert, vermag ich nicht zu sagen, zumindest völkerrechtlich ist das deutsche Engagement gegen Syrien („Operation Inherent Resolve“, seit 2015) ja nicht zu halten. Die generelle Frage ist vielleicht, inwiefern diejenige Person, die das militärische Oberkommando innehat, sich auch eine Vorstellung davon machen kann, was für eine Gewalt ihre Befehle entfesseln können.

      Eine Nachfrage — Du schreibst: „dass bekanntlich selbst die angeblich ach so sehr an Gleichberechtigung interessierten Suffragetten keinen Widerspruch zu ihren Phrasen sahen, wenn sie sich gleichzeitig an der inszenierten, öffentlichen Beschämung von Männern beteiligten, die doch tatsächlich keine Lust hatten, sich an der Front des ersten Weltkrieges mit sehr großer Wahrscheinlichkeit abschlachten oder zumindest verstümmeln zu lassen.“ — hättest Du zu diesem Thema eine lesenswerte Quelle?

  • @ Billy Coen. Volle Zustimmung.
    Hinzu kommt, dass diese aggressive Hetze durchaus kriegerischer und gleichzeitig feiger, sexistisch-chauvinistischer Grundhaltung entspricht.

  • Danke für diesen gute und ausführlichen Text.
    Begriffe wie „Toxische Männlichkeit“ und „alter weißer Mann“ sind nichts anders als rassistische Begriffe bzw. Rassistische Abgrenzungen gegenüber anderen Menschen.
    Rassistische Abgrenzungen werden immer wieder von Menschen verwendet um andere Menschen zu deklassieren und sich selber zu erhöhen. Etwas mit Abstand betrachtet erleben wir mal wieder das Rassisten Hochkonjunktur haben und von Kreisen der Gesellschaft die sich zu einer Elite zählen unterstützt werden.
    So war das auch im 3. Reich bei den Nazis, so war das in allen faschistischen Staaten in Europa, so ist es in vielen Diktaturen und auch in allen früheren sozialistischen Ländern wie der DDR.
    Rassismus ist nicht an eine Ideologie gebunden, sondern ist so sehr im Menschen verwurzelt das er immer weider zum Vorschein kommt – es gibt besonders ihn in alle extremen Gruppierungen: links, rechts, feministisch oder islamistisch!

  • Das ist jetzt schon der zweite Artikel in Folge von dir, dem ich uneingeschränkt zustimme. Was ist hier los? Hm, wahrscheinlich liegt es an der Klarheit deiner Position: die Autorin stellst du als ein bourgeoises in die Jahre gekommenes Mädchen dar, das toxische Männlichkeit feige über Bande zwecks Manipulation von Kindern verwendet. Kühnert ist in deinen Augen ein gepampertes Beamtensöhnchen, das in der urbanen Bourgeoisiesuppe schwimmt, wie ein Fisch im Wasser. Von den 50er Jahren zeichnet deine spitze Feder ein ungleich progressiveres Bild hinsichtlich alternativer Männlichkeitsmodelle als die hohlen Bilder, die von einer, sich progressiv wähnenden, Autorin herbeiphantasiert werden.

    Ich vermute, der Niedergang der SPD zwingt dich zu dieser klaren Positionierung, weil ein gutmütiges Zureden erwiesenermaßen den kommenden Untergang nicht verhindert.

  • Danke für diesen Artikel. Wie immer engagiert und sachlich.

    Was ich gut finde, dass Du auf die autoritären Tendenzen in dieser feministischen Argumentation hinweist, und auf den faschistischen Sprachgebrauch („Einer Gruppe von Menschen wird schlankweg unterstellt, die ganze Gesellschaft zu vergiften“).

    Ich entdecke im gelebten Alltag immer mehr solcher Argumentationen. In der Zürcher Wohnbaugenossenschaft Kalbreite (ich bin selbst Nutzer dort) hat kürzlich eine Woche lang ein Plakat im Hofbereich/Spielplatzbereich gehangen: „Den Mann in sich töten“.

    https://www.nzz.ch/zuerich/plakat-bei-kalkbreite-in-zuerich-den-mann-in-sich-toeten-ld.1486649

    Die Kalkbreite ist das progressive Flagschiff der linken Genossenschaftsbewegung in Zürich. Alles was Doktortitel und Namen hat in Wissenschaft und Verwaltung, wohnt dort oder ist damit verbandelt. Man darf ohne weiteres von einer linksliberalen Elite sprechen. Und in diesem Milieu wird solche Schmäh von einem guten Teil der Bevölkerung gutgeheissen.

    Es wäre einfach, in solchen Pamphleten den Begriff Mann durch eine andere Bevölkerungsgruppe zu ersetzen: Schwarzer, Muslim, Jude. Und der Missgriff könnte nicht geleugnet noch schöngeredet werden.

    Feministin Salome Schärer vom Frauenstreikkollektiv aber relativiert: «Auch mit einer kontroversen Aussage zu provozieren kann durchaus eine Art und Weise sein, auf etwas aufmerksam zu machen». Und spätestens hier wird offensichtlich, dass sich die Argumentation dieser Feministinnen nicht mehr unterscheidet von rechtsnationalistischem Hass. Hass und Propaganda von Hass ist Instrument der feministischen Ideologie geworden.

  • Liebe Frau Pousset und andere Frauen wie sie, warum wollt ihr eigentlich nicht über euer Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom sprechen und wie ihr versucht gesunden Kindern eine Krankheit einzureden?

  • Das es nur noch Kampagnenpresse ist, sieht man doch an der BErliner Zeitung zu Nahles. Die arme wurde angegriffen weil Frau, uuuuund sie ist noch Alleinerziehend!!! Nahles trennte sich als sie Das Arbeitsministerium leitete. Vollzeit Ministerin i Berlin und Alleinerziehende im kleinen Dorf hunderte Kilometer weit weg… und die Restleser schlucken es. Übrigens hat das Andrea sich selber beschwert das viele, vor allem Männer ihr nach der Geburt vorhielten sich nicht vorwiegend ums Kind zu kümmern. Was will man bei so viel männlicher Frauenfeindlichkeit nur machen, eine Alleinerziehende angreifen.\

    • Wieso ist die eigentlich sog. „Alleinerziehende“? Ich gehe zunächst davon aus, daß sie genau das gerade nicht ist.
      Aber davon abgesehen und vermutend, daß der Vater des Kindes weder die aktive Flucht ( vor dem Kind! ) angetreten hat, noch gestorben ist, sollte man doch mal überlegen, ob man solche Erziehungsbehinderten denn als Volkserzieher in eine palavermentarische Einrichtung wählen sollte, da liegt doch mit hoher Wahrscheinlichkeit eine arges soziales Defizit vor!

      Und in der Tat scheinen ihre legendären aggressiv infantilistischen Kapriolen das ja auch ziemlich klar zu bestätigen. Noch dazu in einer Partei, die den Zusatz „Sozial“ im Titel trägt.

      • Es ging durch die Presse das Papa sich mehr um das Kindilein kümmert, zumindest bis jetzt. Somit ist er alleinerziehend und Nahles garnicht erziehend, wenn der Papa das ja nun ganz mutterseelen allein macht.

  • Am 14. Juni wird in der Schweiz ein nationaler Frauenstreik organisiert.
    Etliche Kirchenglocken werden dann geläutet, als Zeichen gegen die Gewalt an Frauen.
    Ich habe an die reformierten Kirchen der Schweiz den folgenden Text gschickt und füge vorher noch bei: In der Schweiz gilt immer noch die einseitige Männerwehrpflicht.

    „Guten Tag,
    wenn am Tag des Frauenstreiks viele Glocken läuten, werde auch ich an Opfer von körperlicher und seelischer Gewalttätigkeit denken. Dazu gehören für mich jedoch auch Knaben und Männer, selbst wenn ihre Erfahrungen als Opfer nicht „der Rede wert“ sind.
    Mich beschäftigt dabei noch etwas anderes: Gewalttätigkeit von Männern wird zurecht beklagt und verurteilt, sogar als toxisch bezeichnet. Doch gleichzeitig wird Gewalttätigkeit einseitig und pauschal an uns Männer delegiert: Als Soldaten sollten wir bei Bedarf kämpfen, entsprechend dem Männerbild vergangener Jahrhunderte.

    Ich finde das schizophren und unredlich.

    Eine öffentliche, ehrliche Diskussion auch zu diesem Aspekt von Geschlechterrollen und Gleichstellung?

    Was meinen Sie dazu?

    Mit freundlichem Gruss“

    Ich bin gespannt, was sicht tut.

  • Finde übrigens interessant, wie Jagoda Marinić westlich-zentralisiert über Jesus als „neuen Mann“ spricht und dabei Figuren wie Buddha vergisst, die fast 600 Jahre früher gewirkt haben.

    Auch wird von allen zitierten Autoren nicht bemerkt, wie sie bei „toxische Männlichkeit“ mit faschistoiden Begriffen arbeiten, der direkt aus der selben Ecke kommt, wie das faschistische Gerede von der „Gesundheit des Volkskörpers“, welche verteidigt werden müsse.

    • Das Buddha vermutlich bei der Frau Jagoda Marinić auf dem Index steht dürfte seiner Erkenntnis :
      ist man den Frauen,der Grundlage allen Übels ergeben,vermehrt sich das Böse
      geschuldet.
      Ob Buddha dabei nur zum Ausdruck brachte das Frauen bei der Meditation stören oder gar hier toxische Weiblichkeit definierte,passt zwar zum toxischen Religionsshowgeschaeft aber nicht zum benevolenten Feminismusverstaendnis einer Genderinquisitorin.

  • “ obwohl Frauen häufiger Suizidversuche begehen.“

    An anderen Stellen wird das meist so zitiert, dass mehr Frauen Suizidversuche unternähmen als Männer. Und zumindest wird das gerne so verstanden.
    Wann immer diese Legende strapaziert wird, fühle ich mich verpflichtet, darauf hinzuweisen, dass es eben eine Legende ist.

    Aus der zu Grunde liegenden Studie kann genau das nicht gelesen werden.
    Denn im Gegensatz zu einem (vollendeten) suizid kann ein und die selbe Person einen Suizidversuch auch mehrmals durchführen, das ist sogar ziemlich häufig der Fall. Solche Mehrfachversuche werden dort aber alle als individuelle „versuche“ gezählt, eine Aufschlüsselung in eine Anzahl tatsächlicher Personen findet nicht statt – auch aufgrund des Problems, das offenbar gar nicht zu können: Denn es besteht bei der Datengrundlage auch die reale Möglichkeit, dass ein und die selbe Person mit dem selben Suizidversuch in verschiedenen Klinikaufenthalten bei der Frage nach früheren Suizidversuchen mit „ja“ antwortet und damit mehrfach gezählt wird.

    Solche Mehrfachzählungen sind bei vollendeten Suiziden ziemlich ausgeschlossen: Es wird erfasst, wer danach tot ist. Genau einmal. Das lässt sich sehr einfach sicherstellen.

  • Es ist einfach bewundernswert, lieber Lucas, mit welcher inhaltlichen Vollständigkeit und formalen Souplesse du auch hier die Auslegeordnung vornimmst und die Sachverhalte zurechtrückst. Hab Dank für deine grossartige Arbeit!

    Eine Mehrzahl der Männer nimmt Frauen bist heute nicht ernst. Und Frauen nehmen sich selbst schon gar nicht ernst. Kaum jemand erwartet von ihnen einen gleichwertigen Beitrag an das Gemeinwohl. Kaum jemand zieht nach 50 Jahren Gleichstellungsbemühungen (*) ernüchtert Bilanz und erhebt Forderungen. Kaum jemand erwartet von Politikerinnen ein erwachsenes Rollenbewusstsein. Kaum jemand fordert Redlichkeit und Sorgfalt von weiblichen Medienschaffenden. Warum? Weil es ja bloss Frauen sind, arme dumme Frauchen. Da gibt es nun mal Unwahrheit, Unredlichkeit, Unversöhnlichkeit, Hinterhältigkeit, Tölpelhaftigkeit, Gesprächsverweigerung, bewusst gepflegte geistige Enge, Ziellosigkeit, Anfeindungen und Stänkerei. Der Welpenschutz ist wahrhaft grenzenlos.

    Jahrzehntelang habe ich Mädchen bei ihren Schulhofstreitigkeiten erlebt und mit ihnen zusammen Auswege gesucht. Sie streiten definitiv anders als Jungs. Manchmal hilft nichts als eine klare Ansage, eine klare Grenzziehung, wenn man das übergeordnete Ziel nicht aus den Augen verlieren darf. Die zelebrierte Unreife vieler Frauen im Rampenlicht erinnert mich oft an das vorpubertäre und pubertäre Verhalten von Schulmädchen.

    Männer könnten, heute noch viel leichter als früher, ohne den Beitrag von Frauen beliebig lange durchhalten, Frauen ohne Männer aber maximal ein paar Stunden oder Tage. Je einseitiger und krasser die selbst gewählte Abhängigkeit wird, desto überheblicher und absurder treten die Exponentinnen der Frauenpolitik auf. Frauen haben immer weniger zu bieten und plustern sich immer kräftiger auf.

    Mit einer bei uns nie gesehenen Propagandawalze haben linke Parteien und sich für ‘Journalisten’ haltende Frauen gestern den Frauenstreik in der Schweiz begangen. In Ermangelung von echten Missständen wurden auch noch die schrägsten Beispiele an den Haaren herangezogen. Das Land hat natürlich keine Sekunde inngehalten, ist ja klar. Kein Mann hat den Streik gefürchtet und erst recht keine Frau. Dass es politisch in Wahrheit nicht um die Beseitigung von Nachteilen sondern um das Festklammern an der einseitigen Bevorzugung von Frauen geht, das merken allerdings nur wenige.

    (*) Bitte lasst mir den in der Schweiz gebräuchlichen Begriff ‘Gleichstellung’. Wir haben nun mal seit 1981 einen sog. Gleichstellungsartikel in unserer Bundesverfassung. Gemeint ist die rechtliche Gleichstellung von Mann und Frau und nicht die Forderung, dass Männer Kinder kriegen sollen. Und ja: Wir grillieren unsere Würste und parkieren unsere Autos. 🙂

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