Bürgerrechte Feminismus Gleichberechtigung

Warum gibt es eigentlich keine linke Geschlechterpolitik?

geschrieben von: Lucas Schoppe

Über Autonomiefeminismus, Versorgungsfeminismus und die Frage, warum Linke heute so alt aussehen

Nicht alle Kritik an feministischen Positionen ist rechts, so wie auch nicht alle feministischen Positionen mit einer linken Politik vereinbar sind. 

„Antifeminismus als Demokratiegefährdung?! Gleichstellung in Zeiten von Rechtspopulismus“: Der Titel einer Broschüre  der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG), gefördert vom Bundesfamilienministerium, wird von der grünen Heinrich Böll Stiftung bestätigt: „Warum Rechtspopulismus und Antifeminismus so gut zusammenpassen“.  Dort erweckt Rolf Pohl im Interview den Eindruck, Kritik an feministischen Positionen basiere auf einer Idealisierung der bürgerlichen Kleinfamilie, und er vergleicht diesen „Sexismus“ umstandslos mit Antisemitismus.

Jeweils scheint es fraglos zu sein, dass Feminismus links und fortschrittlich ist, während eine Kritik daran – die vom „Antifeminismus“ in keinem Fall unterschieden wird – irgendwie von ganz weit rechts käme. Der selbstverständliche Gedanke, dass feministische Positionen politische Positionen sind und daher natürlich aus allen politischen Lagern kritisiert werden können, geht bei diesem Rechts-Links-Gleichschritt von Ministerium, Bundesarbeitsgemeinschaft, Parteistiftung und Soziologen mit seltsamer Selbstverständlichkeit verloren.

Tatsächlich wird Kritik an feministischen Positionen heute zu einem guten Teil von Linken und Liberalen formuliert. Doch während diese Kritik im Netz  und außerhalb davon längst Alltag ist, kommt sie in den Institutionen, die sich diffus als links verstehen, nicht an. Ein wesentlicher Grund dafür ist eine Uneinigkeit darüber, über welchen Feminismus eigentlich geredet wird.

Dabei sind die klassischen Einteilungen kaum hilfreich, etwa die zwischen Differenz- und Gleichheitsfeminismus. Differenzfeministinnen betonen – in der Regel mit Bezug auf die weibliche Möglichkeit einer Schwangerschaft – Unterschiede zwischen den Erfahrungen von Männern und Frauen und können auf diese Basis auch unterschiedliches staatliches Agieren fordern.

Doch auch Gleichheitsfeministinnen legitimieren oft unterschiedliche Rechte von Männern und Frauen: Zwar wären die Geschlechter in rechtlicher Hinsicht gleich, da aber zwischen Männern und Frauen ein radikales Machtgefälle bestünde, bräuchten Frauen im Interesse der Gleichberechtigung rechtliche (Elternschaft, Quoten etc.) und institutionelle Vorteile (Gewaltschutz, Gleichstellungsbeauftragte, Frauenministerien etc.).

Die radikalfeministische Vorstellung einer Männerherrschaft wurde in der dritten Welle des Feminismus fortgeführt. Nun wurden Geschlechter zwar insgesamt als soziale Konstruktionen angesehen, aber da die „als Mann Gelesenen“ Machtpositionen innehätten, hätten sie auch ein besonderes Interesse daran, diese scheinhaften Konstruktionen aufrechtzuerhalten. So wurde es möglich, einerseits „Frau“ und „Mann“ routiniert als soziale Konstruktionen zu entlarven und zugleich rechtliche Vorteile für biologische Frauen zu fordern.

Der intersektionale Feminismus schließlich ergänzte zwar die Kategorie Geschlecht mit anderen Kategorien, wenn auch meist lediglich und ausgerechnet mit der der „Rasse“ – aber auch hier sind es dann eben die weißen Männer, die eine Macht ausüben, gegen die alle anderen unterstützt werden müssen.

Es hat also durchaus gute Gründe, wenn viele Männer nicht viel mit dem Hinweis anfangen können, dass es ganz unterschiedliche Spielarten des Feminismus gäbe: In pragmatischer Hinsicht haben sie aus männlicher Perspektive alle dieselben Konsequenzen, die zudem in einer seltsamen Spannung zur offiziellen Ziel der Gleichberechtigung stehen. Diese Spannung kann erst mit einer ganz anderen Unterscheidung erklärt werden: der zwischen Autonomiefeminismus und Versorgungsfeminismus.

 

Autonomiefeminismus: Die eigene Freiheit braucht die Freiheit anderer

Ziel des Autonomiefeminismus ist es, dass Frauen ihr Leben ohne unnötige Einschränkungen nach ihren eigenen Vorstellungen leben können. Dazu gehört es, dass sie eigenständig leben können und nicht prinzipiell auf Männer angewiesen sind – und dazu gehört es auch, dass Erwartungen an Geschlechter ihre Starrheit verlieren.

Wer Debatten über Feminismus und Geschlechterpolitik nur am Rande erlebt, würde vermutlich verwundert fragen, ob es denn überhaupt noch einen anderen Feminismus gäbe und ob denn nicht alle Feministinnen Autonomiefeministinnen wären. In diesem Punkt aber unterscheidet sich das feministische Selbstbild von der politischen Praxis: Wären tatsächlich alle, oder fast alle Feministinnen Autonomiefeministinnen, dann hätte es vermutlich niemals eine liberale oder linke Kritik am Feminismus gegeben.

Warum Männer gut mit dem Autonomiefeminismus leben und von ihm profitieren können, lässt sich leicht und sogar mit einem kleinen Seitenblick auf den Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel erklären. Der hatte sich eingehend mit dem Verhältnis von Herrschaft und Knechtschaft beschäftigt und festgestellt, dass der Herr vom Knecht abhängig ist, weil er nur durch den Knecht und dessen Unterordnung Herr sein könne.

Übertragen bedeutet das: Wer nur auf Kosten anderer autonom ist, der ist nicht autonom, sondern abhängig von der Unterordnung und Ausbeutung anderer. Wer für die eigene Autonomie eintritt, muss auch ein vernünftiges Interesse an der Autonomie anderer haben. Ganz in diesem Sinne beschreibt die anarchistische Feministin Wendy McElroy in Arne Hoffmanns Essayband „Gleichberechtigung beginnt zu zweit“ eine „feministische Verteidigung von Männerrechten“ (S. 199ff).

Wenn McElroy sich als „Individual-Feministin“ bezeichnet (201) oder die liberale Feministin Christine Hoff Sommers im selben Band für einen „Freiheitsfeminismus“ eintritt, der „für die moralische, soziale und rechtliche Gleichheit der Geschlechter“ stehe (362), dann formulieren damit beide autonomiefeministische Positionen.

Die beliebte Frage, warum die Autorinnen denn überhaupt noch von einem „Feminismus“ reden und nicht gleich von einem „Humanismus“, ist beim Autonomiefeminismus unnötig. Denn es ist ja durchaus möglich, dass jemand die Autonomie aller Menschen zu verteidigt, sich dabei aber auf bestimmte Gruppen besonders konzentriert – sei es aufgrund einschneidender und prägender Erfahrungen oder sei es, weil er bzw. sie selbst dieser Gruppe angehört.

Der Autonomiefeminismus muss trotzdem die Erfahrungen und Rechte von Männern nicht negieren, sondern gerät mit sich selbst in Widerspruch, wenn er sie nicht berücksichtigt.

 

Versorgungsfeminismus: Vom Reiz und vom Nutzen des Patriarchats

Das ist beim Gegenstück, dem Versorgungsfeminismus, ganz anders. Der Versorgungsfeminismus schließt an tradierte Geschlechtererwartungen an, die auch schon das gehobene Bürgertum des 19. Jahrhunderts teilte. Hier haben Männer eine besondere Verantwortung gegenüber Frauen, die Frauen umgekehrt gegenüber Männern nicht tragen müssen und sollen.

Männer dürften sich nämlich nicht aus der Verantwortung dafür stehlen, die Konsequenzen der noch immer fortdauernden Männerherrschaft gegenüber Frauen aufzufangen, Ungleichheiten auszugleichen und den Frauen, die im Patriarchat besonders bedroht wären, auch einen besonderen Schutz zu organisieren.

Das traditionelle Modell der großbürgerlichen Ehe, das in dieser männlichen Verantwortung für Versorgung und Schutz der Frau unverkennbar ist, erfüllt in einer modernen hochindustrialisierten Massengesellschaft längst keine sinnvolle Funktion mehr – es spricht aber tief verwurzelte Erwartungen an die Geschlechter an und kann daher unterschwellig plausibel und natürlich erscheinen. Die Idee einer „Männerherrschaft“ dient gleichsam als Transmissionsriemen, um dieses Modell aus viktorianischen oder kaiserlichen  Zeiten in die Gegenwart übertragen und dort legitimieren zu können.

Daher ist es in versorgungsfeministischen Kontexten auch faktisch ausgeschlossen, die Idee eines „Patriarchats“ oder einer umfassenden „Männerherrschaft“ anzuzweifeln, etwa durch historische Einordnungen – wie Ingbert Jüdt das in Hoffmanns Sammelband tut (S. 167ff) – oder durch den Hinweis auf männliche Opfererfahrungen (dazu z. B. Sandra Hermanns Beitrag, S. 139ff) oder auf den Ausschluss von spezifischen männlichen Interessen aus wichtigen Institutionen (dazu z.B. Gerd Riedmeiers Beitrag, S. 1231ff).

Solch ein Zweifel ist deshalb nicht möglich, weil der Versorgungsfeminismus funktional dringend auf die Idee des Patriarchats angewiesen ist: Würde er sie fallen lassen, bliebe von ihm nichts übrig als die bloße Reproduktion längst überlebter Geschlechtermuster.

Das ist bei Pixabay seltsamerweise das erste Bild, das unter dem Stichwort „Feminismus“ angezeigt wird: Die Frau als Opfer, die damit auch nicht in der Lage ist, für sich selbst zu sprechen.

Kennzeichnend für versorgungsfemininistische Positionen ist es, die Frage nach der Handlungsmacht von Frauen – die für Autonomiefeministinnen natürlich zentral ist – als eine Form des „Victim Blaming“ abzutun. Wer beispielweise auf die Vorstellung eines Gender Pay Gaps damit antwortet, dass sich in der unterschiedlichen Bezahlung von Männern und Frauen eigenständige  Berufswahl-Entscheidungen von Frauen spiegeln, der wird mit dem Vorwurf rechnen müssen, dass er hier den Opfern auch noch die Schuld an ihrer eigenen Diskriminierung zuschiebt.

Automiefeministinnen hingegen würden hier eher einwenden, dass Berufswahl-Entscheidungen, auch schon in der Ausbildung, ungünstig sind, wenn Frauen stillschweigend damit rechnen, vom Einkommen eines Mannes mitfinanziert zu werden und daher keinen vorrangigen Wert darauf legen zu müssen, mit der eigenen Berufstätigkeit womöglich selbst eine Familie ernähren zu können.

Ein weiteres Kennzeichen versorgungsfeministischer Positionen ist es, gesellschaftliche Unwuchten zwischen den Geschlechtern nur dann als Problem wahrzunehmen, wenn damit eine Versorgung von Frauen durch Männer gefährdet wird.

Die durchaus massive rechtliche Benachteiligung von Vätern beispielsweise, die auch Autonomiefeministinnen als Skandal und als Einengung von Frauen auf die Mutterrolle empfinden müssen, ist für Versorgungsfeministinnen wünschenswert und wird von ihnen in Parteien wie der SPD oder den Grünen entsprechend nachdrücklich verteidigt. Wären Männer und Frauen in dieser Hinsicht gleichberechtigt, müssten sie auch gleichermaßen die Verantwortung für die finanzielle Reproduktion der Familie übernehmen, statt dass dem Vater die Funktion der finanziellen Versorgung zugespielt würde.

Dass überhaupt öffentliche Institutionen weiterhin vorwiegend von Männern finanziert werden, dass aber geschlechtsspezifische Ausgaben fast ausschließlich für Frauenorganisationen getätigt werden, spiegelt die Versorgungsleistung des solventen bürgerlichen Ehemannes für seine Frau auf der Ebene der Institutionen wieder.

Dasselbe gilt für die Frauenquote. Auch autonomiefeministisch, sogar maskulistisch, ist es wünschenswert, das politische Engagement von Frauen zu vergrößern – denn warum sollte es vorwiegend eine Aufgabe von Männern sein, politische Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen? Es müsste aber zumindest – so wie das in Hoffmanns Sammelband Maike Wolf (367ff) vorschlägt – ernsthaft überprüft werden, ob eine Frauenquote dafür das richtige Mittel ist.

Denn wenn Männer, wie das selbst bei den Grünen weiterhin der Fall ist, die große Mehrheit der Mitglieder stellen und den größten Teil der Basisarbeit erledigen, Frauen qua Quote und Geschlecht aber weit über ihren Anteil an den Mitgliedern hinaus ein Anrecht auf Posten und Parteifunktionen haben – dann bedeutet die Quote schlicht, dass einige Frauen durch die Arbeit von Männern mit prestigeträchtigen Positionen versorgt werden.

Wie selbstverständlich die männliche Versorgungsleistung im Versorgungsfeminismus ist, hat vor einer Weile Antje Schrupp bei Twitter demonstriert.

Aus Schrupps Tweet wird kaum klar, worum es hier eigentlich geht: nämlich darum, dass eine Frau ihr eigenes Kind und einen Mann, der sich für dessen Vater hielt, und womöglich auch noch den realen biologischen Vater des Kindes in existenziellen Fragen ihres Lebens betrogen hat, während sie selbst einen finanziellen Vorteil aus diesem Betrug ziehen konnte.

Das deutsche Recht gibt ihr nun die Möglichkeit, den finanziellen Schaden für den Kuckucksvater nicht selbst wieder gutmachen zu müssen, sondern die finanzielle Verantwortung an den realen biologischen Vater weiterzureichen – der womöglich gar nichts von seiner Vaterschaft wusste. Sie muss dafür eben nur diesen Vater benennen.

Das heißt: Was Schrupp hier als skandalöse patriarchale Anmaßung beschreibt, ist die simple Erwartung, dass die Frau für einen Versorgungsanspruch an einen Mann überhaupt irgendeinen nachvollziehbaren Grund anführen muss. Dass es hier im Kern um eine erhebliche finanzielle Versorgungsleistung geht, wird von Schrupp nicht einmal erwähnt – so selbstverständlich gesetzt ist diese Leistung für sie.

Eben weil sie diese Leistung nicht einmal erwähnt, kann sie denn auch sie ihre versorgungsfeministische Position mit einer autonomiefeministischen Rhetorik verkaufen und den Eindruck erwecken, hier würde eine Frau aus heiterem Himmel und aus patriarchaler Anmaßung zur Offenlegung ihrer Sexualkontakte gezwungen.

Da der Versorgungsfeminismus  im Widerspruch zu basalen Werten moderner Gesellschaften steht, wird er regelmäßig in dieser Form mit einer scheinhaft autonomiefeministischen Rhetorik präsentiert: Die rechtliche Benachteiligung von Vätern wäre nötig, um Kinder und Mütter vor männlichen Herrschaftsansprüchen zu schützen – die schulischen Nachteile von Jungen wären kein bildungspolitisches Problem, weil sie auf das Verhalten der Jungen selbst, nämlich auf typisch männliches Herrschaftsverhalten zurückzuführen wären – Institutionen zum Gewaltschutz sollten sich auf Frauen konzentrieren, da Frauen sonst in der Abhängigkeit von gewalttätigen Männer gehalten würden – Gleichstellungspolitik müsse nur eingreifen, wenn Frauen unterrepräsentiert wären, weil eine Unterrepräsentation von Männern nicht auf Benachteiligungen beruhen könnte (dazu finden sich mehrere erbnüchternde Beispiele in Hoffmanns Interview mit der ehemaligen Gleichstellungsbeauftragten Monika Ebeling, 309ff) – etc.pp.

Auch wenn eine Versorgungsfeministin ehrlich davon überzeugt ist, persönlich gar nichts gegen Männer zu haben, sind versorgungsfeministische Positionen gleichwohl zwangläufig mit einem enorm negativen Männerbild verbunden. Ein Beispiel liefert die Mütterlobbyistin, Bloggerin und Autorin Christine Finke.

Hier geht es nicht allein um eine sachliche Information, die gegebenenfalls sehr hilfreich sein kann. Ausdrücklich der „Lieblingstipp“ der Autorin ist der Hinweis, dass eine Frau finanziell profitieren kann, wenn der Mann rechtzeitig stirbt. Dass die Kinder damit auch ihren Vater verlieren, ist gleichgültig – sie sind bei Finke ebenso funktionalisiert wie bei Schrupp. Der Mann wiederum verschwindet ganz als eigenständiges Wesen, und zurück bleibt allein sein finanzieller Nutzen für die Frau.

Wer Menschen so vollständig auf ihre Funktion für andere reduziert, muss ihnen Empathie entziehen. So münden versorgungsfeministische Positionen im Extremfall, aber ganz schlüssig in Texten wie dem jahrzehntelangen Kultbuch SCUM von Valerie Solanas, in dem die Autorin den nationalsozialistischen Massenmord an den europäischen Juden imaginativ sorgfältig nachbildet und als systematische Ermordung aller Männer neu beschreibt – oder in einem aktuellen Text, dessen Titel schon eine zentrale versorgungsfeministische Frage formuliert: In „What Do We Need Men For? changiert die Autorin E. Jean Carroll, vordergründig satirisch, zwischen der Überlegung, alle Männer zu ermorden, und der, sie alle in Umerziehungslager zu deportieren.

Natürlich sollen solche Massenmordfantasien nicht tatsächlich in die Tat umgesetzt werden, schon allein, weil Männer dann kaum noch Versorgungsleistungen erbringen könnten. Wichtig ist aber, dass Männer damit als Menschen präsentiert werden, denen im öffentlichen Diskurs keine Empathie zusteht: Über die darf man so reden.

 

Warum Linke heute alt aussehen

Es ist nicht verwunderlich, dass der reaktionäre Versorgungsfeminismus auch offen für faschistoide Positionen ist. Verwunderlich aber ist, dass Linke sich nicht deutlich von ihm distanzieren. Denn so, wie Linke und Liberale autonomiefeministische Positionen verteidigen müssen, wenn sie nicht mit sich selbst in Widerspruch geraten wollen, müssen sie sich auch klar von versorgungsfeministischen Positionen abgrenzen.

Vor allem in Institutionen –  Parteien, Ministerien, Universitäten, Medien, Ämtern und anderen staatlichen Einrichtungen – sind versorgungsfeministische Positionen allerdings längst dominant. Doch auch das ist leicht zu erklären.

Für Autonomiefeministinnen ist es eine selbstverständliche Einsicht, dass jemand sich in Abhängigkeiten begibt, wenn er sich durch andere versorgen lässt. Ihr Ziel ist es demgegenüber, dass Frauen weitgehend unabhängig von Männern und von staatlichen Institutionen leben können.

Versorgungsfeministinnen aber sind auf staatliche Institutionen weitflächig angewiesen: zum Schutz der vorgeblich Schutzlosen vor den vorgeblich Skrupellosen, zur Verteilung von Gütern und Positionen. Sie produzieren also zuverlässig Legitimationen zur Beibehaltung und Ausweitung institutioneller Machtstrukturen: Der Versorgungsfeminismus ist immer auch ein Institutionenfeminismus.

Dass Linke und Linksliberale solche Positionen für sich übernehmen, ist nicht nur ein Verrat an Männern, Jungen und eigenständigen Frauen, sondern auch einer an den eigenen Idealen. Historisch wurde diese linke Konfusion vermutlich unter anderem dadurch möglich, dass sich zwar die bürgerliche, kaum aber die proletarische Frauenbewegung im neueren Feminismus fortsetzte. Im traditionellen linken Denken nämlich wäre es schlicht als Spaltung der Arbeiterklasse erschienen, wenn jemand prinzipiell Frauen gegen Männer ausgespielt hätte.

Und heute?

Dass Linke und Linksliberale „alt aussehen“, während Frauen der CDU sich höchste Ämter sichern, ist nicht verwunderlich angesichts einer Geschlechterpolitik, die seit Jahrzehnten einen tief reaktionären Einschlag hat, ohne dass Parteien mit linkem Selbstverständnis glaubhafte Gegenpositionen dagegen entwickeln würden. Linke verteidigen stattdessen entschlossen eine Politik, die ihre eigenen Ideale untergräbt – soweit sie denn für eine demokratische linke Politik stehen.

Die Kritik am Feminismus, die außerhalb der Institutionen mittlerweile zum Alltag gehört, richtet sich nicht gegen Autonomiefeministinnen – sondern gegen die Widersprüche, die der institutionalisierte Versorgungsfeminismus zwangsläufig und regelmäßig produziert.

Natürlich gibt es auch eine seriöse konservative, aber auch eine ihrerseits reaktionäre Kritik am Feminismus. Aber die Kritik, die auf die Widersprüche des Versorgungsfeminismus zielt, ist links und linksliberal. Wer sie als rechtspopulistisch oder als sexistisch diskreditiert, der weiß entweder nicht, wovon er redet – oder er will betrügen.

 

 

Alle Quellenangaben beziehen sich auf:

Arne Hoffmann (Hrsg.): Gleichberechtigung beginnt zu zweit. Können Feminismus und Maskulismus für eine ganzheitliche geschlechterpolitik zusammenwirken?, Baden Baden 2019

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18 Comments

  • »Wichtig ist aber, dass Männer damit als Menschen präsentiert werden, denen im öffentlichen Diskurs keine Empathie zusteht: *Über die darf man so reden*.«

    Und über die darf man auch so denken, nämlich wie Antje Schrupp, deren Denken schon dermaßen pervertiert ist, dass sie nicht das Verweigern von Frauenrechten, sondern das Zugeständnis von Männerrechten für »Patriarchat« hält: »Patriarchat=Männern Rechte geben«. Natürlich passt dazu, dass sie eine Position der vollständigen Verantwortungsbefreiung von Frauen einnimmt: »Und Frauen zu Dingen verpflichten«. Das ist nicht zufällig so unspezifisch formuliert, denn wie Lucas schon anmerkt, »wird kaum klar, worum es hier eigentlich geht«, nämlich um einen spezifischen Kontext, während Schrupp faktisch eine allgemeine, kontextfreie, jeden Kontext ignorierende Unveranwortlichkeit von Frauen verteidigt.

    Komplementär dazu sind Männer in dieser Perspektive eine anonyme Verfügungsmasse, der Inbegriff von Farrells disposable male, denen »Rechte geben« eben diese generalisierte, anonyme Verfügbarkeit einschränken würde.

    Antje Schrupp ist die fleischgewordene Essenz des »Versorgungsfeminismus«.

    • @ djadmoros „während Schrupp faktisch eine allgemeine, kontextfreie, jeden Kontext ignorierende Unveranwortlichkeit von Frauen verteidigt.“ Nur ist es, frei vom Kontext, eben keine Unverantwortlichkeit, sondern ein Einstehen für Rechte, die so selbstverständlich sind, dass überhaupt nicht zu verstehen ist, warum überhaupt jemand dafür einstehen muss.

      Ich glaube, dass das ein wichtiger Punkt ist, und ich kenne ihn aus einem ganz anderen Kontext, nämlich dem der (universitären) Pädagogik. Wer auf einer allgemeinen Ebene bleibt, kann bequem über alle möglichen Konflikte und Widersprüche hinwegschweben, die in konkreten Kontexten unübersehbar sind.

      Daher ist es auch in dem Fach (das ungeheuer interessant sein kann und überhaupt kein Laberfach sein muss, auch wenn es das leider oft ist) wichtig, konkret zu werden, Kontexte zu berücksichtigen, auf Details zu achten. Wer dagegen im Allgemeinen bleibt, hat irgendwie immer recht – aber um den Preis, dass er überhaupt nichts aussagt, also auch nichts, womit er falsch liegen könnte.

      Was Schrupp macht, ist eigentlich nicht kontextfrei – es hat nur immer denselben, leicht verständlichen und sorgfältig im Allgemeinen gehaltenen Kontext. Ich hab hier mal die österreichische Feministin Erica Fischer mit einer Passage aus ihrem neuen Buch „Feminismus Revisited“ zitiert, und ich glaube, die passt sehr gut:

      „Die großen Analysen sind geleistet. Das Grundsätzliche wird nicht mehr in Frage gestellt. Nicht einmal Männer sind heute mehr so verwegen, die Herrschaft ihres Geschlechts auf Kosten der Frauen zu leugnen.“ (S. 312)
      https://man-tau.com/2019/04/16/wie-der-linken-die-welt-abhanden-kam/

      Der Glaube, dass alle großen Analysen schon geleistet wären (und nun Andersdenkende nur noch ihre Richtigkeit einsehen müssten), macht es völlig unnötig, auf konkrete Kontexte zu achten. Alles, was sinnvoll über die ausgesagt werden könnte, ist ja irgendwie immer schon gesagt. Sich davon ablenken zu lassen, würde sogar abbringen von dem zweifelsfrei als wahr Erkannten.

      Auch damit lässt sich der Eindruck (den zumindest ich selbst habe) erklären, dass im (Versorgungs-)Feminismus zwar eine Welle auf die nächste folgt, sich aber im Prinzip gar nichts bewegt. Es ist eine statische Ideologie, weil die Irritation des Immer-schon-als-Wahr-Erkannten schlicht nicht vorgesehen ist.

      Es ist aber ein wichtiger Hinweis, hier und in anderen Fällen, auf den konkreten Kontext zu achten, der dabei durchaus systematisch ausgeblendet bleibt.

      Was Schrupp selbst angeht: In meinen Augen ist sie so offensichtlich eine tief reaktionäre Autorin, dass ich überhaupt nicht verstehe, wie irgendjemand sie, und sei es auch noch so diffus, als links wahrnehmen kann.

      Sie darf natürlich gern reaktionär sein und von dort aus zu Diskursen beitragen – aber von Linken und Linksliberalen muss es dann doch kritisiert werden, anstatt dazu zu applaudieren. Das ist völlig absurd.

  • Danke für diese systematisch klare und damit hilfreiche Einordnung und Bewertung der verschiedenen Strömungen des Feminismus und für die neue (eigeschöpferische?) Einteilung in Versorgungs- und Autonomiefeministinnen! Es wird u.a. deutlich, dass die gerne von Feministinnen kolportierte Behauptung, dass Feminismus auch Männern nütze, unzutreffend ist. Allenfalls der „Autonomiefeminismus“ mag auch Männnern nützen oder ihnen zumindest nicht schaden. Aber den gibt es meines Wissens in Deutschland so gut wie nicht, in den Leitmedien und in der Politik ist er jedenfalls meines Wissens nicht vertreten bzw. nicht sichtbar. Nicht ohne Grund stammen die beiden genannten autonomiefeminstischen Autorinnen nicht aus Deutschland.

    • … und selbst in ihrer Heimat spielen sie keine wirkliche Rolle. Gäbe es keine frei verfügbaren Internetmedien, wäre ein Hoff-Sommers weitgehend unbekannt. Vielen ist sie gewiss erst durch Youtube-Projekte wie „The Factual Feminist“ bekannt geworden. Politisch und medial geben auch dort die durchgeschallerten Opferjammerfeministinnen mit ihrem beständigen Draufhauen auf Männer den Ton an. Auch wenn in den USA der mediale Ton langsam umschlägt. Durch die vor allem über den intersektionalen Feminismus transportierte „Political Correctness“ haben sich inzwischen an den Universitäten Zustände entwickelt, auf die man in einem Land, in dem Meinungsfreiheit wesentlich radikaler und uneingeschränkter interpretiert wird, als bei uns, sehr empfindlich reagiert.

      Während das auch hier inzwischen zum Alltag gehörende Niederbrüllen und bei Bedarf auch gewaltsame Verhindern von Auftritten von Personen mit irgendwelchen „nicht genehmen“ Meinungen von unseren Medien geradezu ohrenbetäubend totgeschwiegen wird, wird es in den US-Medien, auch längst nicht mehr nur von FOX, inzwischen teils sehr kritisch thematisiert. Man macht sich dort Sorgen, was aus einer Demokratie werden könnte, wenn Leute mit solch einem Mindset irgendwann aus ihrem Studium teils in gesellschaftlich einflussreiche Positionen gelangen. Eine Sorge, die mich auch in Bezug auf unser Land immer mehr umtreibt.

      • Von den USA wird ja vieles – zeitverzögert – übernommen, sei es nun Halloween, MacDonald oder Intersektionalität und Political Correctness. D- daher versuche ich es mit Optimismus und hoffe, dass auch die kritischen Positionen zu Feminismus, PC und Internsektionalität hier stärker werden.

    • @ Klaus „Aber den (Autonomiefeminismus) gibt es meines Wissens in Deutschland so gut wie nicht, in den Leitmedien und in der Politik ist er jedenfalls meines Wissens nicht vertreten bzw. nicht sichtbar. “

      Ich habe den Eindruck, dass es in dieser Hinsicht einen erheblichen Unterschied zwischen Institutionen und Alltagserfahrung gibt. Wenn ich mit Menschen meines Bekanntenkreises spreche, dann gehen viele davon aus, dass Frauen natürlich eigenständig und nicht grundlegend von Männern abhängig sein sollten. Die Erwartung eines Mannes ist keineswegs mehr selbstverständlich, dass die Partnerin nicht arbeiten müsse und von ihm finanziert werden könne – und wenn jemand diese Erwartung äußert, wirkt es komisch, wie aus der Zeit gefallen.

      Ein Unterschied aber sind die Entscheidungen, die unterschwellig getroffen werden, ohne dass viel darüber geredet würde. Ich habe schon mehrfach erlebt, bei mir selbst und bei anderen, wie die Frau sich beruflich so platziert hatte, dass sie die Finanzierung der Familie gar nicht hätte übernehmen können. Dass der männliche Partner arbeitet und die Frau die Kinder versorgt, ist dann kein Ergebnis einer gemeinsamen Willensbildung, sondern es wird de facto von ihr gesetzt, ohne dass sie für diese Setzung eine Verantwortung tragen müsste.

      Andererseits kenne ich Paare, in denen der Mann zu hause blieb, sich um Kinder und Haushalt kümmerte, während die Frau arbeitete. Der mann geriet dabei – nicht durch die Frau, aber durch Bekannte oder Familienmitglieder – unter Druck, weil ihm vorgeworfen wurde, auf Kosten seiner Frau zu leben.

      Das heißt: Im Alltag sind autonomiefeministische Vorstellungen sehr weit verbreitet, sie würden in Gesprächen auch von vielen Frauen und Männern vertreten würden – aber parallel dazu wird weitgehend ungestört eine Lebenspraxis fortgeführt, in der selbstverständlich der Mann die Frau finanziell versorgt.

      Allerdings haben sich hier Spielräume entwickelt, die es ermöglichen, anders zu leben – allerdings wohl immer nur dann, wenn beide es wollen.

      Dass sich nur noch wenige menschen als „feministisch“ bezeichnen, jedenfalls nach meiner Erfahrung, hängt dann aber auch mit dem Bild zusammen, dass Feministinnen medial und über die Parteien vermitteln. Das Bild in den Institutionen ist eindeutiger als das widersprüchliche Bild der alltäglichen Lebenswelt (zumindest, soweit ich sie kenne). Hier sind es seltsamerweise fast ausschließlich Frauen aus der CDU (Kristina Schröder z.B.) oder der FDP, die auch mal autonomiefeministische Positionen vertreten – während im rot-grünen Spektrum schon die Kritik an versorgungsfeministischen Positionen verpönt ist.

      Ich vermute, das hängt damit zusammen, dass die rot-grünen Parteien von einer starken Institutionengläubigkeit geprägt sind – was nur möglich wurde, weil wichtige linke Traditionen, etwa die anarchistische oder auch die des demokratischen Sozialismus, in den Parteien keine Rolle mehr spielen.

      Dazu kommt: Wenn eine politische Richtung sich vorwiegend darauf konzentriert, die eigene Versorgung durch andere zu legitimieren und zu organisieren, und wenn sie damit durchkommt – dann ist das natürlich ein erheblicher Wettbewerbsvorteil. Lobbyismus für Männeranliegen leidet z.B. auch darunter, dass viele Interessierte schlicht sehr stark eingebunden sind, in Beruf und Familie – während auf der anderen Seite längst Hunderte oder Tausende mit mehrstelligen Millionenbeträgen aus staatlichen Mitteln finanziert werden, um ihre eigene Lobbyarbeit zu erledigen.

      Ich glaube also, dass erstens die Situation im Alltag der meisten Menschen wesentlich widersprüchlicher ist, als es in der mediale Darstellung deutlich wird, und dass hier autonomiefeministische Positionen durchaus eine wichtige Rolle spielen – und dass es zweitens einen großen Unterschied zwischen der Logik öffentlicher Institutionen und den Handlungszwängen und -möglichkeiten des Alltagslebens gibt.

      Autonomiefeminismus spielt eine größere Rolle, als es medial und parteipolitisch scheint.

      • Wobei meines Erachtens im Kontext deines Alltagsbeispiels, in dem der Autonomiefeminismus quasi allgemeiner Konsens ist, genau der Begriff als solcher gar keinen Sinn mehr ergibt.

        Wenn sich Männer und Frauen darüber einig sind, dass eine möglichst große Unabhängigkeit von Frauen anzustreben ist, dann liegt diese gemeinsame Haltung ja auch darin begründet, dass Männer ebenso wenig ein Interesse daran haben, ein Leben lang die Last tragen zu müssen, dass quasi permanent das Schicksal ihrer Frau und ihrer Kinder von ihnen abhängt.

        Auf Alle Evolution gab es kürzlich eine Diskussion genau darüber, in der Semikolon wie auch Lightyear2000 die Position vertraten, dass Frauen – exklusiv – durch ihre Position in Unabhängigkeit stünden und – wie soll es anders sein – natürlich von den Männern bewusst da gehalten werden.

        Eine solche nur auf die weiblichen Nachteile im „Geschlechtervertrag“ fixierte Haltung kann man eigentlich nur entwickeln, wenn man, wie es Lightyear2000 ununterbrochen tat, die männliche Rolle nur auf „Karriere“ herunterbricht. Aber die mit Abstand wenigsten Männer machen tatsächlich Karriere. Die meisten Männer gehen zur Arbeit – nicht selten nur – um Geld zu verdienen, um die Familie zu versorgen, weil das nun einmal so von ihnen erwartet wird. Und selbst Karrieristen verfolgen ihre Karriere nicht selten aus demselben Grund. Denn, wie die Empirie zeigt, ist die Gefahr für einen Mann, der, warum auch immer, der Ernährerrolle gar nicht oder nicht mehr im gewohnten Maße nachkommen kann, sehr real, daraufhin alles zu verlieren: seine Frau und damit oft einhergehend auch den Kontakt zu seinen Kindern.

        Es ist somit also auch geradezu ein originär männerrechtliches Interesse, dass Frauen finanziell selbständig sind. Denn der Abhängigkeit der Frau steht ein erheblicher Performancedruck auf Seiten des Mannes gegenüber, den doch eigentlich auch kein Mann ernsthaft sein ganzes Leben lang haben möchte, oder?

        Autonomiefeminismus macht als Terminus nur so lange Sinn, so lange er sich tatsächlich nur spezifisch auf die Frauenrolle in diesem Konstrukt beruft. Dem sollte, wie beschrieben, auch ein „Autonomiemaskulismus“ gegenüberstehen, weil eine beständige Fixierung nur auf exklusive Teilaspekte selten eine Situation verbessern kann. Der quasi vermittelte soziale Konsens zu dem Thema hat letztlich aber mit beidem nichts mehr zu tun. Das sind einfach nur Vorstellungen von sehr vielen Menschen, wenn sie von ihrer eigenen Situation abstrahiert über „die Gesellschaft“ reden, denn niemand möchte abhängig sein oder unter Dauerdruck stehen, genauso wie auch kaum jemand solche Dinge seinen Mitmenschen wünscht.

        Interessant ist es tatsächlich dann, wie sehr diese liberalen Haltungen abseits der Abstraktion in den Hintergrund treten, wenn es für jeden einzelnen darum geht, sein Leben mit den Gegebenheiten des Alltags zu synchronisieren und wie schnell da doch immer wieder in genau die (evolutionär wie auch sozial) erlernten Rollenmuster in unterschiedlicher Ausprägung zurückverfallen wird.

        Ein Kollege von mir aus der F&E unserer Firma hat einen netten Spruch an der Wand hängen: In der Theorie gibt es keinen Unterschied zwischen Theorie und Praxis… 😀

        • @ Billy „dass Frauen – exklusiv – durch ihre Position in Unabhängigkeit [„Abhängigkeit“, oder? LS] stünden und – wie soll es anders sein – natürlich von den Männern bewusst da gehalten werden“

          Was so als Abhängigkeit beschrieben wird, ist oft der einfache Sachverhalt, dass Männern in den traditionellen Erwartungen die Auseinandersetzung mit den Überforderungen moderner Gesellschaften zugewiesen wird: Berufliche Tätigkeit in unendlich komplexen Handlungsfeldern, Politik, staatliche Infrastruktur. Die gutbürgerliche Frau konnte demgegenüber in einem Safe Space leben, der aber eben nur durch das Engagement ihres Mannes möglich wurde.

          Das ist auch tatsächlich eine Abhängigkeit. Aber feministische Beschreibungen übersehen meist, durchaus systematisch, die massiven Abhängigkeiten, in denen sich die Männer dabei ihrerseits bewegen müssen – und weil Männer sich intensiv mit den Anforderungen moderner Massengesellschaften auseinandersetzen müssen, tun sie schlicht so, als wären diese Gesellschaften „Männergesellschaften“, eingerichtet, damit Männer sich darin wohlfühlten.

          Klassisch (und bei AE und anderswo ja auch ausführlich diskutiert) ist dabei das Manöver, die Wahlfreiheit der Männer imaginativ ins Unendliche zu übertreiben, während die Wahlfreiheiten, die Frauen haben, ganz ausgeblendet bleiben.

          So beschreibt Dein Zitat gleichsam eine Abhängigkeit in der nächsten Potenz: Durch die Versorgung durch Männer begeben sich Frauen nicht nur in Abhängigkeiten, die Männer – und nicht die Frauen selbst – werden dann auch noch dafür verantwortlich gemacht, etwas an diesen Abhängigkeiten zu ändern.

          Dabei wird es sicher Beispiele dafür geben, dass Männer Frauen tatsächlich in massiven Abhängigkeiten halten: Sei es aus Angst, dass die Frau etwas besser kann als er, wenn er sie nicht kleinhält – sei es aus Eifersucht – sei es aus der Angst heraus, nutzlos zu sein, wenn er sie nicht komplett versorgt – sei es manchmal vielleicht auch aus ganz pathologischen Motiven, z.B. sadistischen.

          Nur: Insgesamt und bei Licht betrachtet ist es – das sehe ich ganz genau wie Du – ganz irrational, sehr viel zu arbeiten, um durch die eigene Arbeit noch einem anderen erwachsenen Menschen das Leben zu finanzieren, der nicht arbeitet, obwohl er es könnte. Und weil es so irrational ist, ist auch schlicht davon auszugehen, das solch ein Verhalten für einen großen Teil der Männer keine Funktion erfüllt und daher nicht völlig freiwillig gewählt wird.

          Es ist ja ohnehin ein (weiteres) beliebtes Manöver des Versorgungsfeminismus, EXTREMES Verhalten von Männer schlicht als besonders auffällige Ausprägungen eines ALLGEMEINEN männlichen Verhaltens zu verkaufen. Das ist im Hinblick auf Männer, die ihre Frau in Abhängigkeit halten wollen, schlicht nicht plausibel – und diese Überlegung würde ich durch den kleinen Ausschnitt meiner persönlichen Erfahrung völlig bestätigen. Ich kenne reihenweise Männer, die sich daran stören, dass Frauen eine männliche Versorgung völlig selbstverständlich finden – aber ich habe bestenfalls mal vom Hörensagen von einem Mann erfahren, der sich z.B. daran stört, dass sich seine Frau finanziell mitverantwortlich fühlt.

          „Dem sollte, wie beschrieben, auch ein „Autonomiemaskulismus“ gegenüberstehen, weil eine beständige Fixierung nur auf exklusive Teilaspekte selten eine Situation verbessern kann.“

          Das ist ziemlich genau die Position von Wendy McElroy in dem erwähnten Text aus Arnes Band. Zwei Zitate:

          „Der Feminismus der 60er Jahre war eine kulturelle Revolution. Und es ist keine Übertreibung zu sagen, dass eine weitere Revolution im Gange ist – diesmal angeführt von Männern. Sie wird nicht von Stimmen der Elite geleitet oder durch steuerfinanzierte Organisationen gefördert. Es ist eine Graswurzelbewegung […].“ (S. 200)

          Und etwas später:

          „Und als Frau und Feministin möchte ich an diesem Prozess teilhaben, weil ich denke, dass ‚Gerechtigkeit für Männer‘ der wichtigste Kampf in unserer heutigen Gesellschaft ist.“ (S. 201f.)

      • Ich finde, dass du beim Thema „berufliche Positionierung von Frauen“ etwas einäugig argumentierst. Du wirst zwar nicht konkret, aber ich nehme an, du meinst die vielen Care-Berufe, die vergleichsweise schlecht bezahlt sind, deren Gehalt also nicht reicht, „eine Familie zu ernähren“.

        Zum einen ist es lange schon nicht mehr gesellschaftliches Ideal, dass eine Einzelperson die Familie ernährt und der/die Partner/in zuhause bleibt und die Kinder versorgt. Nach der (am besten geteilten) Elternzeit sollen beide arbeiten gehen und die Familie mit ihren beiden Einkommen managen.

        Zum zweiten: Ist nicht eigentlich die schlechte Bezahlung dieser Berufe das Problem? Soviel ich immer wieder lesen, wurde etwa die solziale Reputation und Bezahlung der Grundschullehrer genau ab dann drastisch weniger, als Frauen mehrheitlich diesen Beruf ausübten.

        Zum dritten: Es gibt noch immer klare und massenhafte unterschiedliche Präferenzen bei der Berufswahl. Viele Frauen wollen eher „was mit Menschen“ machen, Männer eher „was mit Dingen“. Im modernen „Macht-was-mit-Medien“ ist die Verteilung dann etwas egalitärer, aber immer noch sind Männer da technischer tätig und Frauen kommunikativer.
        Glaubst du wirklich (wie viele Feministinnen), dieser Unterschied ließe sich einfach so aufheben, negieren? Da das Thema schon seit den 70gern auf dem Tisch liegt, glaube ich da nicht wirklich dran, auch wenn es durchaus wünschenswert wäre.

        Von daher: Wer soll denn die doch unverzichtbaren, aber schlecht bezahlten Care-Jobs machen, wenn Frauen sich dem verweigern und in Berufe streben, mit denen man „eine Familie ernähren“ kann?

        Mit der alleinigen Position: „Augen auf bei der Berufswahl“ ist das Thema jedenfalls nicht ausreichend behandelt!

        • „Soviel ich immer wieder lesen, wurde etwa die solziale Reputation und Bezahlung der Grundschullehrer genau ab dann drastisch weniger, als Frauen mehrheitlich diesen Beruf ausübten.“

          Typischer feministischer „Denkfehler“
          Es ist nämlich nicht so, dass hier Männer eins zu eins durch Frauen ersetzt wurden, sondern, dass zu den Männern die Frauen dazukamen. Bei gleicher Nachfrage stieg also das Angebot. Der Preis sinkt also (wobei das Gehalt ja nicht gesunken ist, sondern nur nicht mehr so stark angestiegen ist, weil eben erhöhtes Angebot.)

          Das gleiche gilt auch für die Care-Berufe nur umgekehrt. Wenn es keiner mehr machen will, werden die Gehälter zwangsweise steigen, weil eben das angebot fällt, die Nachfrage aber konstant hoch bleiben wird.

          Schau mal in Wirtschaftsstatistiken, da wirst du dass für so ziehmlich alle Berufe finden.

          Und bevor jetzt kommt, aber wenn die Männer weggehen sinkt doch wieder das Angebot (was stimmt), ist aber zu beachten, dass die Nachfrage in etwa im gleichen Maße gesunken ist.

          Es ist sehr interessant, wenn man den Pillenknick mal über andere Statistiken drüberlegt (egal ob der Knick jetzt wirklich von der Pille kommt oder nicht!)

        • vllt noch als Ergänzung,

          das Produktivität und die Wertschöpfung einer Arbeit ebenso mit eingehen.
          ersteres ist, finde ich, am Arztberuf sehr gut aufgezeigt
          (Verweiblichung geht mit sinkenden Arbeitsstunden einher)

          zweiteres hat vor allem auf die Gehaltsentwicklung einfluss
          „“was mit Menschen““ hat üblicherweise eine deutlich geringere Wertschöpfung als „“was mit Dingen““, weswegen bei „“was mit Menschen““ Gehälter langsamer steigen.

        • @ Claudia Tatsächlich ist die Einverdiener-Ehe schon lange kein verbindliches Ideal mehr – aber das Bild prägt offenkundig weiterhin Entscheidungen. Das heißt, es gibt immer noch viele Menschen, die sich stillschweigend danach ausrichten, es gibt aber deutlich weniger soziale Sanktionen gegen Menschen, die etwas anderes tun. Das ist m.E. eine sehr gute Entwicklung, aber sie ist noch nicht an ihrem Ende.

          Sichtbar ist das z.B. daran, dass einerseits statistisch die Arbeitslosigkeit eines Mannes das Scheidungsrisiko weiterhin deutlich erhöht – dass aber andererseits dieses Risiko nicht mehr ganz so groß ist wie vor Jahrzehnten.
          https://www.budrich-journals.de/index.php/zff/article/viewFile/15229/13338

          Auch eine Studie, die von Jutta Allmendinger geleitet wurde, kam vor einigen Jahren zu dem Ergebnis, dass sowohl Frauen als auch Männern in der Partnerschaft ein guter Verdienst des Mannes wichtig ist (wichtiger als umgekehrt) – was als Fähigkeit des Mannes zur finanziellen Versorgung zu verstehen ist. Ich hatte darüber damals etwas geschrieben: https://man-tau.com/2013/10/09/was-frauen-wollen-und-manner-wollen-sollen/

          Zum zweiten Punkt: Dass die soziale Reputation des Grundschullehramtes von der Geschlechtszugehörigkeit der Lehrkräfte abhängt, lässt sich nach meiner Kenntnis nicht belegen. Schon zur Jahrhundertwende 1900, als noch deutlich mehr Männer dabei waren, war die Reputation des Gymnasiallehramtes natürlich deutlich höher als das der Volksschullehrer – mit deutlich größeren Unterscheiden als heute.

          Nach meinen Eindruck ist die Reputation von Lehrkräften insgesamt konjunkturabhängig – wenn viele gebraucht werden, steigt sie. Vor allem geht es auch um die Ausbildung. Während das Gymnasiallehramt sich lange viel auf die hohe fachliche Qualifikation zu Gute hielt (ich musste als Student für das Lehramt am Gymnasium auch in den Fächern, neben dem Pädagogik-Studium MEHR belegen als die Magister-Studenten), hatte das Grundschullehramt lange den Ruf, hier würden Kinder weitgehend anspruchslos einfach beschäftigt.

          Es hat auch nicht gut getan, dass pädagogische Moden wie das „Lesen durch Schreiben“-Programm weitflächig und unkritisch als Rechtschreib-Lernprogramm eingeführt wurde, als das es tatsächlich nie konzipiert war. Ich unterstelle dabei nicht, dass Männer in geringerem Maße solchen Moden hinterherrennen – es geht mir nur darum, dass es neben der Geschlechtszugehörigkeit Gründe für die schwächere Reputation gibt.

          Aber das ändert sich nach meinem Eindruck in dem Maße, in dem klar wird, wie bedeutsam das frühe Lernen ist, und wie schwierig die sozialen Bedingungen gerade an den Grundschulen werden. Heute sind, anders als vor 30 Jahren, tatsächlich viele Kinder bei der Einschulung noch kaum schulfähig. Je mehr durchsickert, wie viel die Kolleginnen an den Grundschulen zu leisten haben, desto stärker wird die Reputation auch steigen.

          Eine große Belastung für Grundschulen ist übrigens, dass es dort kaum Funktionsstellen (also für Fachbereiche, Jahrgänge etc.) gibt, und das sind in aller Regel auch die Beförderungsstellen. Das mag z.T. daran liegen, dass viele Grundschulen relativ klein sind, das ist aber keine ausreichende Erklärung. Es kann sehr gut sein, dass das Fehlen beruflicher Aufstiegsmöglichkeiten mit der starken Feminisierung des Berufes zusammenhängt – wenn hier vorwiegend Männer arbeiten würden, wäre der Druck darauf, solche Möglichkeiten zu schaffen, größer. (Allerdings: Wer wirklich Karriere machen und aufsteigen will, hat in der Wirtschaft eh bessere Möglichkeiten als an der Schule).

          Dass Frauen eher Tätigkeiten mit Menschen wählen, Männer eher Technisches, kann ich angesichts der Schüler und Schülerinnen bestätigen, die ich erlebe. Ich hab aber nunmal auch etwas mit Menschen ausgewählt, auch mit Sprachen, und hab mich trotzdem schon früh damit beschäftigt, wie ich das so anstellen kann, dass ein Familienverdienst dabei herausspringen kann.

          Denn, zum Dritten, bei der Thematisierung von „Care-Arbeit“ kommt m.E. meist ein wichtiger Punkt zu kurz: Wenn es dafür überhaupt kein Geld gibt, ist es gleichsam eine subventionierte Arbeit. Wenn eine Ehefrau ihre Mutter pflegt, erspart sie den Kassen viel Geld, wird aber dann ja vom Einkommen ihres Mannes mitfinanziert.

          Prinzipiell gibt es hier nur zwei Möglichkeiten, wenn Frauen die Situation als ungerecht empfinden. Entweder muss diese Arbeit über den Markt geregelt werden – dann würde es aber auch Konkurrenz um die Pflegeleistungen geben, und Kontrollen, und Ausbildungsstandards. Oder Männer müssten selbst mehr in solch eine Arbeit hineingehen. Das aber wäre nur möglich, wenn die Frauen ihrerseits für das Familieneinkommen mitverantwortlich, oder vielleicht auch ggfs. allein verantwortlich sind.

          Selbst die Gegenwehr dagegen, dass Männer auch nur die eigenen Kinder versorgen können, ist ja aber schon sehr groß (dazu hier eine Anweisung aus einer Anwaltskanzlei, bei der ich nicht ganz weiß, ob sie nicht eine Satire ist: https://www.wendelmuth.net/aktuelles/ )

        • @ClaudiaBerlin: Zur Berufswahl der Geschlechter ganz anekdotisch: Als Akademiker in einer westdeutschen Großstadt gehöre ich zu dem klassischen Klientel der Grünen (und muss gestehen, dass ich die früher tatsächlich mal gewählt habe) und in meinem Bekanntenkreis sind feministische Positionen weit verbreitet und Konsens. Niemand würde hier nur im Träume darauf kommen, einer Tochter einzureden, dass sie etwas nicht kann oder darf, weil sie ein Mädchen ist. Eher ganz im Gegenteil. Jetzt sind die meisten Kinder mit der Schule fertig und in der Berufsausbildung/im Studium. Und jedes, wirklich jedes Mädchen strebt einen Beruf an, bei dem der Verdienst allenfalls für eine kleine Wohnung und ’ne Katze reicht. Diese Mädchen sind aber große Häuser und schöne Urlaube gewohnt und wollen vermutlich irgendwann auch mal Kinder haben. Wem wird also weiterhin stillschweigend die Rolle zugedacht, dass alles zu finanzieren?

  • Interessante Zuspitzung. Das Problem wird dadurch in eine schlüssige Theorie einbettbar, aber m.E.n. nicht lösbar, auch nicht theoretisch. Sowohl der Versorgungsfeminismus, als der Autonomiefeminismus negieren eine noch tiefliegendere Grundlage: die Reproduktion. Ich habe irgendwo gelesen, dass über die Hälfte aller Geburten z.Zt. von einem Viertel oder einem Drittel der Frauen bestritten werden. Der ganze Rest der Frauen hat entweder ein Kind oder keins und ist vermutlich zum großen Teil entweder versorgungsfeministisch (in der Mehrheit) oder autonomiefeministisch (die intelligenteren und damit die Minderheit). Frauen mit 3-4 Kindern sind i.d.R. in Familienstrukturen integriert, wo diese Kategorien irrelevant sind. In 1-2 Generationen sind die Feministen in der Breite verschwunden – man kann das jetzt schon gut beobachten, indem man den Anteil an feministisch Überzeugten in der Gesellschaft misst, der beständig sinkt. Feministen reproduzieren sich nicht. Es wird aber immer eine feministische Frauenelite geben, die in ressourcenstarken Gesellschaftsklassen hineingeboren wird, also inhärent versorgungsfeministisch ausgerichtet ist, aber, wie jetzt, mit einzelnen Ausläufern hin zur Autonomie. Diese werden auch für die 4. Feminismuswelle verantwortlich sein. Daraus folgt die Einsicht, dass die Gleichheit von Frauen und Männern niemals erreicht wird, sondern immer dann, wenn, wie jetzt, der Gipfelpunkt der Gleichstellung erreicht ist, die reproduktive Absicherung des Erreichten misslingt. Feministen tauchen aus diesem Grund immer in Wellen mit einigem zeitlichen Abstand auf. Die aktuelle und mit Abstand hässlichste feministische Welle ist von der gedanklichen Substanz her mausetot und was wir sehen, sind privilegierte Mittelschichtsweiber in den Medien, Politik, etc. die noch vom Nachglühen der beiden Varianten des Feminismus getragen werden. Die 4. feministische Welle wird wie folgt aussehen: in der Bevölkerung wird die Wertschätzung des feministischen Ansatzes einen Tiefpunkt erreichen, weil instinktiv beide Geschlechter spüren, dass es sich hier um eine Ideologie von aufstrebenden Gesellschaftsschichten handelt, welche diese Ideologie benutzen, um die eigenen materiellen oder immateriellen Ressourcen zum Nachteil des Pöbels zu mehren. Die Propagierung der Auflösung der Familie, der Einkind – Politik oder, wie z.Zt., der 0 – Kind Politik gefördert durch hysterische (privilegierte) Klimatussis und das ganze garniert mit der Versagung der freien räumlichen Bewegungfähigkeit des Pöbels mittels eingeführter CO2 Steuern und gleichzeitigem selbstbewusstem Vortrag, dass diese Beschränkung für die feministische Frau nicht gelte (Luisa Neubauer war mit Anfang 20 flugzeugtechnisch schon in allen Erdteilen dieser Welt, kann sich aber ein innerdeutsches Flugverbot für den Rest vorstellen) führt zu einer Aristokratisierung des feministischen Standpunktes. Die Ausformulierung einer zukünftigen feministischen Ideologie hat wahrheitsbesitzende Eliten und wohlstandsfördernde Klassenhierarchien zum theoretischen Gegenstand. Diese Ideologie wird, ähnlich wie jetzt die 3. Feministischen Welle für andere Ziele ausgenutzt wird, von der obersten Klasse verwendet werden, um den Rest der Bevölkerung in Wohnklos zu verfrachten und ihnen einen Fatalismus einzuimpfen, der ihn befähigt, sich mit diesem Schicksal zu versöhnen. Das allgemeine Glück gilt in diesem Zshg. als gesichert, wenn Luisa Neubauer stellvertretend für den Pöbelrest, die absolute Freiheit des Aristokratiefeminismus der 4. Welle auslebt.

  • „nicht alle feministischen Positionen mit einer linken Politik vereinbar sind“

    Das kann man so pauschal nicht sagen, weil das davon abhängt, was man als „linke Politik“ definiert. Ein klassischer Linke würde wohl den Feminismus, der Frauen gegen Männer aufhetzt, eine „spalterische Bewegung“ nennen.

    Die SPD vertritt aber seit mindestens 10 Jahren „Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.“ Alles, was heute als linker und grün-linker Politiker im Parlament sitzt, sieht feministische Politik im Einklang mit linker Politik.

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