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Identitätspolitik und Hass

geschrieben von: Lucas Schoppe

Von der Absurdität und den Schrecken politischer Reinheitsrituale

Von der Aufregung über eine pubertäre Smoothie-Werbung bis zu Attacken in sozialen Netzen: Eine linke Identitätspolitik etabliert konsequent eine ungleiche Kommunikation, die zivile Strukturen ausnutzt und sie zugleich angreift – in der über andere geredet wird und nicht mit ihnen – und in der die Fähigkeit zur Selbstreflexion verloren geht.

So sehr ihre Vertreter auch auf den Unterschieden zur rechten Identitätspolitik beharren, sind die Gemeinsamkeiten doch unverkennbar.

 

Vom Bedrohungspotenzial einer Fruchtsaftwerbung

Ich fand die True Fruits-Werbung der letzten Woche nicht witzig. Die Firma kalkuliert damit, das gewohnte und eingeübte Empörungstheater in sozialen und sonstigen Medien anzufachen und damit Aufmerksamkeit zu bekommen, und das wollte ich mir lieber von außen ansehen, als es zu kommentieren.

Da sieht also ein True-Fruits-Smoothie wie Sonnenmilch aus, und der ganze Gag der Werbung ist es, dass auf einen Frauenrücken damit ein kleiner stilisierter ejakulierender Penis gemalt wird.  Diese Werbung sei ein Beispiel für „menschenverachtende Produktgestaltungen“, erregt sich der Sprecher des österreichischen Frauenvolkbegehrens,  und bei Neon, das zum stern-Magazin gehört, ist die Geschlechterforscherin Beatrice Frasl über das „perfide Marketing“ so erbost, dass sie ihren Text mit einem detaillierten Boykottaufruf  beendet.

Mittlerweile ist der Boykottaufruf aus dem Text entfernt worden, etwas später mit dem substanzlosen Hinweis versehen, dass der Text „am 27. August redaktionell geändert“ worden wäre. Vielleicht hatte die Redaktion schlicht Angst vor einer Klage. 

True Fruits wiederum schreibt in einer Stellungnahme über die Aufregung:

Sie haben unsere Firmenzentrale beschmiert, unsere Handelskunden mit hunderten E-Mails bombardiert, Influencer, die mit uns zusammenarbeiten beschimpft und bedroht.

Es sei nicht die Absicht des Unternehmens, Menschen zu verletzen.

Aber wir haben immer stärker das Gefühl, dass alles und jede noch so harmlose Bemerkung, die nicht völlig politisch korrekt formuliert ist, gleich mit der schlimmsten Absicht verbunden wird.

Was genau an dem Motiv „sexistisch“ ist, erklären die Aufgeregten denn auch tatsächlich nicht. Pinkstinks zum Beispiel zieht, ähnlich wie Frasl, sogleich andere Werbemotive von True Fruits als Beispiele heran, um der Firma insgesamt eine sexistische und rassistische Tendenz zu unterstellen. Die Werbung stellt Frauen allerdings weder als inkompetent noch als gewalttätig noch als eklig dar, präsentiert sie also keineswegs so, wie die berüchtigten und tatsächlich sexistischen Gilette- und Edeka-Werbungen Männer präsentiert hatten. Warum also die Aufregung?

Ich finde die pubertäre Werbung auch deswegen nicht witzig, weil ich nun einmal Lehrer und daher öfter einmal mit seltsamen Bildern von stilisierten Penissen konfrontiert bin. Beim letzten Mal hatten zwei Schülerinnen einer achten Klasse Tische einer fünften Klasse mit diversen Penismotiven bemalt, was die Kleinen natürlich nachdrücklich empörte.

Die Schülerinnen stammen – und das ist wohl kein Zufall – jeweils aus einer stark religiösen Familie. Die Fallhöhe wiederum, die durch sehr strikte religiöse oder politische Moralvorstellungen aufgebaut wird, lässt sich nun einmal am besten nutzen, wenn diese Vorstellungen möglichst krass unterboten werden – und dafür sind drastisch pubertäre, sexualisierte, bewusst primitive Motive besonders gut geeignet.

Das gesteht keine der Kritikerinnen True Fruits zu: Dass die pubertäre Krassheit des Motivs schon auf eben die forcierten Moralvorstellungen bezogen ist, die dann gegen die Firma ins Feld geführt werden. Die Werbung kalkuliert nicht mit dem Beifall von Sexisten, sondern zielt auf die Erleichterung von Menschen über einen gezielten, bescheuerten, aber sachlich eigentlich harmlosen Tabubruch.

Es ist irritierend, wie vollständig Menschen, die sich heute für links halten, vergessen haben, dass solche Tabubrüche noch vor kurzer Zeit als aufklärerisch und links galten. Das Satiremagazin Titanic war einmal Meister der bescheuerten und erleichternden Grenzüberschreitung – etwa als im Jahr 2003 angesichts der Kandidatur Gesine Schwans gegen Horst Köhler darüber debattiert wurde, ob wir nicht einmal eine Frau im Bundespräsidialamt bräuchten.

Ein Jahr zuvor hatte das Magazin anlässlich der WM rassistische Klischees verwurstet.

Und noch im Jahr 2007 hätte ein Titelblatt Fat-Acceptance-Aktivisten auf die Palme getrieben .

Immer noch grandios ist ein Titelbild, mit dem das Magazin 2002 die damaligen Angriffe des FDP-Politikers Jürgen Möllemann gegen Michel Friedmann kommentierte.

Heute aber wirken die Titelblätter brav, angepasst, und zugleich hat ihre Aggressivität etwas Bösartiges bekommen, weil sie sich konsequent gegen opportune Feindbilder richtet.

Titanic-Titel aus dem Jahr 2019 (März, Juni, Juli)

Scheuer kokst (Feinstaub, hähähä), Kurz ist irgendwie Nazi (hihihi), und Habeck ist natürlich nicht nur Kanzlerkandidat, sondern auch ein ganz toller Hecht, der selbst im Kanzleramt Sex hat: Der Versuch, eine verlorene Provokationslust wiederzufinden und zugleich gängige Tabus einer hoch reizbaren Linken zu beachten, mündet in Angriffen auf dankbare Ziele, die nicht einmal mehr pubertär sind.

 

Voldemort und Negerkuss

Der chinesische Künstler Ai Weiwei, der seit 2015 in Berlin im Exil lebte, verlässt gerade Deutschland und zieht nach Cambridge in England um, weil er Deutschland als sehr „selbstzentriert“ erlebt, als Land, in  dem es „kaum Raum für offene Debatten, kaum Respekt für abweichende Stimmen“ gibt.

Martin Beninghoff wirft Ai Weiwei in der FAZ sogleich „schwache Argumente“ vor:

Jedenfalls gibt es kein Debattenverbot in Deutschland, wo seit Jahren und Jahrzehnten Identitätsdebatten geführt werden, in den vergangenen Jahren sogar besonders ausgeprägt. 

B: (weihevoll) „Deutschland ist eine offene Gesellschaft, in der jeder sagen kann, was er möchte.“

A: (ermutigt) „Das seh ich nicht so. Ich finde zum Beispiel, dass…“

B: (schroff) „Kannst ja gehen, wenn es dir nicht passt!“

Wie die „Identitätsdebatten“, die Beninghoff so rühmt, an der Basis sozialer Netzwerke so aussehen, hat gerade eine Frau erfahren, die bei Twitter unter dem Namen @Hoellenaufsicht schreibt. Sie zog sich für eine Weile von Twitter zurück, weil sie nach folgenden Tweets mit heftigen Rassismus-Vorwürfen überzogen wurde:

Die Podcasterin Anna Dushime teilt die Tweets mit ihren über 8000 Followern per Screenshot, beschimpft die Hoellenaufsicht als „rassistische abgelaufene leberwurst“  und blockt sie daraufhin. Demonstrativ redet sie aggressiv über sie, nicht mit ihr.

Hoellenaufsicht, die sich selbst als links-liberal bezeichnet, wird daraufhin als „Fake account aus #afd-Land“ beschimpft, wird beleidigt, bei Twitter gemeldet, aber sie erhält nach eigenen Angaben auch hilfesuchende Direktnachrichten von Menschen aus linken Kreisen:

Auch hier zählt allein die Perspektive AUF die Gegnerin, ihre eigene Perspektive ist ohne weitere Erklärung nicht relevant. Hoellenaufsicht hatte den Begriff „Negerkuss“, und zwar offensichtlich, wie ein Zitat verwendet, um die Verlagerung von der Bewertung der Taten von Menschen hin zu ihrer Aburteilung wegen einer falschen Wortwahl zu kritisieren. Dieser Kontext aber ist für die Angreifer ebenso gleichgültig wie ihre Aussageabsicht – wichtig ist hier lediglich, dass sie den Begriff überhaupt verwendet.

Damit aber schreiben die linksidentitären Empörten dem Begriff „Negerkuss“ einen magischen Charakter zu – ähnlich, wie ihn der Begriff „Voldemort“ in den ersten Harry Potter-Bänden hat: Als würde die bloße Verwendung des Begriffes, und sei es in noch so kritischer Absicht, Dämonen beschwören.

Aus ganz ähnlichen Gründen wurde vor einigen Jahren der antirassistische Klassiker „To Kill a Mockingbird“ aus Schulen in den USA entfernt, weil der „das N-Wort“ verwendet wird. Dass der tatsächlich rassistische Begriff „Nigger“ in dem Buch deshalb wichtig ist, weil er den alltäglichen, ganz normal wirkenden Rassismus einer kleinen Stadt in den amerikanischen Südstaaten der 30er Jahre illustriert, spielte dabei keine Rolle.

Natürlich können Menschen gern sprachmagische Vorstellungen pflegen – aber sie werden zu einem politischen und sozialen Problem, wenn sie andere Menschen beschimpfen, bedrohen und einschüchtern, die ihre sprachmagischen Überzeugungen nicht teilen.

 

Vom Biologismus der identitären Linken

Dabei ist ein Kernwiderspruch der identitären Linken so offensichtlich, dass es sie eigentlich große Anstrengungen kosten muss, ihn nicht wahrzunehmen: Während antirassistische, antisexistische und antifaschistische Positionen mittlerweile bis weit in klassische konservative Milieus selbstverständlich sind – während also nur noch Außenseiter die Kategorien „Rasse“ und „Geschlecht“ für die Bewertung oder gar moralische Aburteilung von Menschen heranziehen – haben ausgerechnet Akteure, die sich für links halten, diese Kategorien wiederbelebt.

Alter weißer Mann mit typischem Dominanzgestus

Das Lieblingsfeindbild der identitären Linken, der „alte weiße Mann“, bestimmt sich gleich über drei biologistische Kriterien, und über weiter nichts. Natürlich würden sich Linksidentitäre beeilen zu versichern, dass der Begriff „alte weiße Männer“ doch gewiss nicht alte weiße Männer bezeichne (wer käme denn auf so absurde Gedanken?), sondern für eine hochprivilegierte, mächtige Schicht stehe, die emanzipatorische Veränderungen der Gesellschaft aus Eigennutz blockiere.

Diese Entgegnung gegen den Vorwurf des Biologismus aber ist gleich aus mehreren Gründen Quatsch, unter anderem deshalb, weil sie selbst biologistisch ist. Denn „biologistisch“ ist es ja nicht, einfach auf biologische Kategorien zu verweisen – sondern, wie das Gerede von den „alten weißen Männern“, diese Kategorien moralisch und politisch aufzuladen.

Warum aber rutschen ausgerechnet Menschen, die sich für links halten, in rassistische und sexistische Positionen – und ausgerechnet in einer Zeit, in der es normal geworden ist, Rassismus und Sexismus zu verurteilen?

 

Ich Caro, du Hass: Von der Bedeutung des Blicks der anderen

„Gegen den Hass“ nennt eine Friedenspreisträgerin des deutschen Buchhandels, Carolin Emcke, ihr gefeiertes Buch aus dem Jahr 2016, mit dem sie laut Klappentext „eine humanistische Haltung und eine offene Gesellschaft zu verteidigen“ versucht.

Manchmal frage ich mich, ob ich sie beneiden sollte. Manchmal frage ich mich, wie sie das können: so zu hassen.

Wer das ist, über den Emcke hier gleich in den ersten Zeilen schreibt, wissen wir nicht genau, wir können es uns aber denken. Klar ist hier jedenfalls schonmal gleich zu Beginn des Textes, dass diese Leute hassen und dass sie daher anders sind als Carolin Emcke.

Allerdings gibt es nun einmal nur wenige Menschen, die sich tatsächlich selbst Hass zuschreiben: Ich habe von der autonomen Antifa öfter mal den Satz „Wir haben euch was mitgebracht HASS HASS HASS“ skandieren gehört, dazu kommen vielleicht noch ein paar Satanisten und vermutlich auch einige Rechtsradikale.

Abgesehen von wenigen Angehörigen weniger winziger Gruppen sehen Menschen sich jedoch allgemein nicht als Zeitgenossen, deren Handeln durch Hass bestimmt ist. Wer gegen andere aufstachelt, andere beschimpft, sie bedroht, sie abwertend, gehässig oder demonstrativ empathielos präsentiert, der – oder die – ist im Allgemeinen davon überzeugt, dabei gute, soziale, gar mitmenschliche Motive zu haben und lediglich gegen Menschen auszutreten, die anderen schaden.

Wenn Emcke sich also gleich im Titel „gegen den Hass“ positioniert und gleich in den ersten Sätzen klarstellt, dass „sie“ Träger dieses Hasses sind, dann bedeutet das auch: Die Selbstsicht dieser Menschen – die sich eben nicht als Hassende, sondern als besorgte Bürger oder als irgendwie marginalisierte Gruppen wahrnehmen – spielt für Emcke keine Rolle. Schon der Titel ihres Textes macht also implizit deutlich, dass es hier um unsere Sicht auf die anderen geht – und dass neben diesem unseren Fremdbild deren Selbstbild irrelevant ist.

Das ist ein kommunikativer Herrschaftsgestus, der sich im Text dann durchgehend als Entlarvungsarbeit im Dienste der Aufklärung präsentiert. Was die Hassenden sagen, wird dort nicht als irgendwie sinnvolle Aussage über eine gemeinsame Welt interpretiert, sondern fraglos als bloße Selbstauskunft gedeutet. Die Hassenden haben hier nichts über soziale Verhältnisse oder politische Bedingungen zu sagen, und sei es auch noch so bescheuert, sondern sie verraten konsequent lediglich ihren Hass.

Der Autorin geht hier die Einsicht verloren, dass jemand, der destruktiv agiert, damit tatsächlich beste Absichten verfolgen kann – ebenso wie umgekehrt die Einsicht, dass eine gemeinsame, auch soziale Welt widerständig gegenüber allerbesten Absichten sein und sie sogar ins Gegenteil verkehren kann. Der Weltverlust, der Emcke den Hassenden unterstellt, ist tatsächlich ihr eigener.

Gerade für eine demokratische, antiautoritäre Linke ist das seit vielen Jahrzehnten eine selbstverständliche Debatte: Wie es möglich ist, das selbst beste Absichten katastrophale Folgen haben können. Der demokratische Sozialist John Dewey hat sich mit dieser Frage schon vor hundert Jahren beschäftigt, und spätestens seit den Verbrechen Stalins und den Auseinandersetzungen demokratischer Linker wie Orwell oder Camus damit kann sich eigentlich niemand mehr auf ernstzunehmende Weise als links und demokratisch bezeichnen, der diese Auseinandersetzungen nicht nachvollzieht.

Diese Ignoranz gegenüber langen linken Traditionen ist einer linken Identitätspolitik besonders gravierend. Was ein Mensch ist – welcher Gruppe er angehörtwas er fühlt – was er denkt – was er will – was er sagt – was er tut – welche Konsequenzen sein Handeln hat: Das ist ihr jeweils ein widerspruchsfreies Ganzes, in schlechter wie in guter Hinsicht. Als ob eine junge schwarze Frau keine faschistoiden, autoritären Positionen vertreten könnte, und als ob ein alter weißer Mann nicht ein Opfer sozialer Verhältnisse sein könnte, die er mit gutem Grund kritisiert.

Es ist also kein Zufall, dass linksidentitäre Positionen im Biologismus münden: Wer glaubt, Menschen gültig und komplett nach ihrer Gruppenzugehörigkeit bewerten zu können, braucht eben auch einfache, leicht fassbare Kriterien, diese Gruppenzugehörigkeit festzulegen.

Diese illiberale „Unfähigkeit, Ambivalenz auszuhalten“ (Svenja Flaßpöhler im taz-Interview zu gegenwärtigen Debatten),  wird durch eine Überzeugung verdeckt, die auch für Emcke fraglos ist: durch den Glauben nämlich, irgendwie immer schon für die offene Gesellschaft und für Diversität zu stehen, irgendwie immer schon verstanden zu haben, was für die Demokratie gut ist, irgendwie immer schon fraglos human zu sein.

Wenn Emcke damit schließt, das Aufbegehren gegen den Hass bedeute, „sich in einem Wir zusammenzufinden, um miteinander zu sprechen und zu handeln“ (218), dann ist dieses „Wir“ ausschließend, nicht inklusiv.

Das Paradox, im Namen einer offenen Gesellschaft nur noch über andere (alte weiße Männer, Verräterinnen der guten Sache, Menschen, die falsche Wörter benutzen, etc.) zu reden, aber nicht mit ihnen, schließt das zivile Wechselspiel der Perspektiven aus. Wir sehen die anderen, aber wie sie sich selbst sehen, ist irrelevant. Mehr noch: An die Frage, wie die anderen uns sehen, wird nicht einmal ein Gedanke verschwendet.

Die Blicke der anderen können beunruhigend sein – wir brauchen sie aber.

Da wir aber tatsächlich den Blick der anderen brauchen, um über uns selbst reflektieren zu können, erstarrt dieser kommunikative Herrschaftsgestus in einem Fehlen aller Selbstreflexion. Wenn Emcke schließlich den „Kult des Reinen“ (183) kritisiert, tut sie das am Beispiel des IS und setzt dann „(p)seudoreligiöse Fanatiker und völkische Nationalisten“ (193) gleich. Dass aber Unschuldsgier und Reinigungsrituale, exerziert bis hin zur absurden Austreibung unerwünschter Wörter, auch für die linke Identitätspolitik prägend sind, nimmt sie nicht wahr.

Eben das hat Emcke mit dem Rechten Götz Kubitschek gemein: Beide beschreiben passagenweise ihre Gegner durchaus nachvollziehbar, aber kommen ums Verrecken nicht auf die Idee, dass diese Beschreibungen auch auf sie selbst zutreffen könnten.

Beiden fehlt der Blick der anderen.

 

Das Trittbrettfahrerproblem der Identitätspolitik

In der Ethik wird schon seit Langem das Trittbrettfahrerproblem diskutiert. Wenn erst einmal zivile, kooperative Strukturen etabliert sind, dann kann es für Einzelne gewinnbringend sein, diese die Regeln dieser Strukturen gezielt zu verletzen und zugleich von ihnen zu leben.

Die identitäre Linke ist eine Trittbrettfahrerin ziviler Diskurse. Sie profitiert von dem allgemeinen antirassistischen, antisexistischen und antifaschistischen Konsens, den sie zugleich höhnisch verneint – und sie unterhöhlt diesen Konsens aggressiv.

Da unterstellen dann Akteure auf der einen Seite völlig beliebig anderen, „Rassist“, „Sexist“ oder „Nazi“ zu sein – und diese anderen versuchen geduldig zu erklären, warum es nicht gut ist, andere beliebig als Rassist, Sexist oder Nazi zu beschimpfen. Da unterstellen die einen den anderen blind, von „Hass“ geleitet zu sein – und diese anderen versuchen zu erklären, welche realen Sorgen sie tatsächlich haben und warum es nicht gut ist, Hass zu einer politischen Kategorie zu erklären.

Die Dynamik, die bei diesen aggressiven Angriffen und der vorsichtigen Gegenwehr entsteht, zieht den Diskurs unmerklich immer weiter ins Antidemokratische und vertreibt zivile Akteure.

Identitäre Linke sind keine etwas verirrten, aber immerhin engagierten Kämpfer für soziale Gerechtigkeit, keine Social Jusice Warriors, die mit etwas Geduld in den Konsens einer demokratischen Linken zurückgeführt werden können. Sie haben mit ihrem Gegenstück auf der Rechten mehr gemein als mit jedem linken oder liberalen Demokraten.

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28 Comments

  • Neulich auf twitter gelesen. Da amüsierte sich jemand darüber, dass mittlerweile Nazis als „actual nazi“ bezeichnet werden.
    Wenn man alle missliebigen Stimmen als Nazis bezeichnet fehlt halt irgendwann die sprachliche Unterscheidung zu „echten Nazis“.

  • Ich glaube, dass das alles aber kein Missverständnis ist. Der Kommunismus ist gescheitert, die Kommunisten aber nicht. Diese völlige sprachliche Maasslosigkeit der Linken, wo dann alles toxisch, phobisch, hasserfüllt, faschistisch etc. ist, was nicht genau dem aktuell angesagten entspricht (oft wird das dann unmerklich ausgetauscht, penismalende Unterschichtsjungen waren noch vor wenigen Jahren widerständig, jetzt sind sie durch pferdemalende Mittelschichtsmädchen als Widerständler ersetzt …) – das alles wird bewusst eingesetzt, um Menschen einzuschüchtern, Unsichere weiter zu verunsichern und auf die eigene Seite zu ziehen, wo dann nur noch Wortkitsch zelebriert wird, Demokratie echt gelebt, Akzeptanz befürwortet, VErantwortung übernommen und Differenz bejaht wird etc. Man sollte die Linke nicht unterschätzen, die sind wirklich viel gefährlicher, als es einem liberalen Zeitgenossen wie Lucas erscheinen mag, dieser Wahnsinn hat Methode und er hat den politischen Diskurs in Deutschland verseucht und seitdem fest im Griff.

    • „… das alles wird bewusst eingesetzt, um Menschen einzuschüchtern, Unsichere weiter zu verunsichern … Man sollte die Linke nicht unterschätzen, die sind wirklich viel gefährlicher, … dieser Wahnsinn hat Methode …“

      „[…] wokeness is a competitive status game played in the institutions that serve as gatekeepers of the meritocracy. The flanking maneuvers of institutional actors against one another, and the competition among victim groups for relative standing on the intersectional to­tem pole, make the bounds of acceptable opinion highly unstable. This very unsettledness, quite apart from the specific content of the norm of the month, makes for pliable subjects of power: one is not allowed to develop confidence in the rightness of one’s own judg­ments.

      To be always off-balance in this way is to be more administratable. […] there is a symbiotic relationship between administration and political correctness, […] The bloated and ever-growing layer of administrators — the deans of inclusion, providers of workshops for student orientation, diversity officers, and what­not — feeds on conflict, using episodes of trouble to start new initia­tives.

      […] the institutional workings of political correctness need to be shrouded in peremptory and opaque administrative mechanisms be­cause its power lies precisely in the gap between what people actu­ally think and what one is expected to say. It is in this gap that one has the experience of humiliation, of staying silent, and that is how power is exercised.

      […] what we are really saying is not that PC needs administrative enforcement but rather the reverse: the expand­ing empire of bureaucrats needs PC. The conflicts created by identi­ty politics become occasions to extend administrative authority into previously autonomous domains of activity. This would be to take a more Marxian line, treating PC as “superstructure” that serves main­ly to grease the wheels for the interests of a distinct class—not of capitalists, but of managers.“

      https://americanaffairsjournal.org/2019/05/algorithmic-governance-and-political-legitimacy/

      https://sacredcowchips.net/tag/algorithmic-governance/

    • „Das halte ich für den besten Kommentar.“

      Tja, ich hingegen halte ihn für den schlechtesten Kommentar hier. 🙂

      Wenn Anhänger irrationaler rechter Verschwörungstheorien versuchen auf linken männerrechtlichen Blogs ihre Propaganda zu betreiben, sollte man ihnen m.E. widersprechen, daher sage ich an dieser Stelle mal:

      Für den libertären Kommunismus!

      Und verlinke meine beiden Gastartikel zur Kritik an irrationalen rechten Verschwörungstheorien:

      Über Postmodernismus, Ethnopluralismus, Differenzphilosophie und Identitätspolitik

      https://man-tau.com/2018/04/10/postmodernismus-ethnopluralismus-differenzphilosophie-identitaetspolitik/

      Kritik an Jordan Petersion

      https://man-tau.com/2018/05/30/kritik-an-jordan-peterson-antwort-von-leszek-auf-genderama-leserbrief-zu-jordan-peterson-vom-16-mai-2018-eine-kleine-artikelserie-1-teil/

      • Für den libertären Kommunismus!

        Yepp! Aber bitte probiere es zuerst mit 100+ Freiwilligen irgendwo in Südamerika aus. Und erst wenn es da über 15 Jahre hinweg funktioniert hat, kommst Du wieder und wirbst für die Idee. Habe heute einen Artikel die Geschichte des Begriffs "Utopie" im Spektrum der Wissenschaften gelesen. Das Projekt „Kommunismus“ ist nicht nur im Großen bisher immer wieder grandios gescheitert, sondern auch im Kleinen (was Deiner Vorstellung von autonomer Räteverwaltung entsprechen könnte).

    • Uff.

      Das Problem an denjenigen, die zu viel Sargon of Akkad auf Youtube schauen und mit religiöser Inbrunst Twitter-„Debatten“ initiieren ist m.E., es wird deren Relevanz nie ins Verhältnis zur Realität gesetzt.

      Twitter stagniert seit 2013 bei 2,4 Millionen Usern in D und es beteiligen sich täglich ungefähr 0,6 Millionen an der „Diskussion“.
      Das ist die tatsächliche Relevanz von Twitter – würde sich die mediale Meute dort nicht tummeln, niemand würde 5 Cent auf die dort veröffentliche Meinung geben.

      Diese wiederum ist erkennbar davon geprägt, den US-„Diskurs“ zu kopieren – das gilt übrigens für beide Seiten des politischen Spektrums.
      Es wird nie gefragt, ob Begrifflichkeiten im heimischen Kontext überhaupt einen Sinn machen. Es wird stumpf abgeschrieben.

      Ausgehend von der Tatsache, dass für eine durchgeschallerte Pseudo-Linke in den USA und in GB nunmehr alles Nazi ist, hatten Sargon et. al. die „geniale“ Idee genauso beknackt zu agieren und allen die nicht ihre Meinung sind zu unterstellen, sie wären Kommunisten.

      Dabei haben angelsächsische Rechte auch vorher bereits jeden ausgewiesenen Sozialdemokraten als „Sozialisten“ bezeichnet, der nicht einmal den geheiligten Kapitalismus in Frage stellte, sondern lediglich eine Krankenkasse für alle und kostenlose Bildung forderte.

      Von daher ist nicht verwunderlich, wenn andererseits: „Democratic Socialists have presented Denmark as the elusive nation where socialism has been successful, and thus a model for the policies they would implement in the United States.“ – und erst einmal daran erinnert werden mussten, dass Dänemark gar kein sozialistisches Land ist.
      Facepalm.
      Sie sind quer durch alle politischen Lager zur politischen Differenzierung nicht gerade befähigt (höflich gesagt).

      Es handelt sich also um die klassische „Strategie“ der Selbstradikalisierung ins Nirwana, die nur gelingt, wenn man die Realität flächendeckend ausblendet.
      Ich habe keine Lust, mich an diesem Blödsinn zu beteiligen.

  • Ich möchte mich heute auf einen kleinen Hinweis beschränken:
    Falls wer, warum auch immer, solche Art von Kunst ( 🙂 ) gut findet, sie vielleicht ein wenig konservieren möchte ( ich hab’s gerade gemacht ), so sollte er das vielleicht besser jetzt tun. Es ist nicht sonderlich unwahrscheinlich, daß Fa. Alphabet/google/youtube ( sicherlich nicht als einzige, Wikipedia fährt bereits Uploadfilter der nächsten Stufe ) in absehbarer Zeit einen ganz unpersönlichen Algorithmus startet, der „sowas“ in’s digitale Nirwana schickt.
    Übrigens: Früher, Ende des letzten Jahrtausends, galt „sowas“ als „linksprogressiv“:
    https://www.youtube.com/watch?v=IjHronDnG9c

  • Ich glaube, die Identitätspolitik, so wie sie in Deutschland praktiziert wird, ist von den US-Demokraten abgekupfert. Deren Strategie, sich eine Mehrheit zu sichern ist es, die ethnischen Minderheiten plus die Mehrheit der Frauen für sich zu gewinnen, um die Präsidentschaft zu stellen. An die Stelle der Schwarzen werden in Deutschland einfach die Migranten und deren Nachkommen gesetzt. Besonders deutlich wird das Plagiat erkennbar, wenn von den „alten, weissen Männern“ die Rede ist, was im Kontext der US-amerikanischen Geschichte völlig andere Assoziationen weckt als in Deutschland, einen völlig anderen historischen Bezug hat als in der BRD. Hier wird ohne Sinn und Verstand einfach abgekupfert und eins zu eins übertragen.

    • WORD! 100% einverstanden.

      Und noch dümmer, wenn man sich die Geschichte der USA anschaut.

      Es handelt sich um die arithmetische „rainbow coalition“ von Robert Kennedy, der 1968 ermordet worden ist.
      Basierend auf der damals existierenden Grundüberzeugung:
      1. Rasse = Klasse
      2. Geschlecht = Klasse
      Die Differenzierungen, die in diesen „Klassen“ nachfolgend stattgefunden haben wurden schlicht nicht zur Kenntnis genommen.
      Weil der Klassenbegriff bereits vorher klammheimlich biologistisch aufgeladen worden ist.

      „Woman Is the Nigger of the World“ ist kein zufällig entstandener Song von John Lennon aus dem Jahr 1972, sondern die Zuspitzung dieser Ideen in einer gewonnenen Opferkonkurrenz.
      Die Sklavenhalterin ist auf jeden Fall doppelt (!) betroffenes Co-Opfer der Sklaverei. Keine Täterin, sondern selber Opfer. /sarcasm off
      Revisionismus vom feinsten…

      Besonders ironisch: „An die Stelle der Schwarzen werden in Deutschland einfach die Migranten und deren Nachkommen gesetzt.“
      Dann wird erstens „ausgespart“, es gab nie eine Geschichte der Sklaverei in Deutschland.

      Zweitens sind nicht alle „im Ausland geborene“ gleich, denn die DDR zählt rückwirkend nicht als Ausland, sonst wären alle DDR-Bürger und ihr Nachwuchs „Migranten“ gewesen.
      Was ich saukomisch finden würde. 🙂

      Drittens finde ich es putzig, der „Migrationsstatus“ wird vererbt.
      Christian hat ja die legendäre „Südländerin“ geehelicht und ein Kind mit ihr. Er lebt also in einem Haushalt mit „Migrationshintergrund“.
      Er ist verheiratet mit einer Frau mit Migrationshintergund und „mit eigener Migrationserfahrung“ und sie haben ein Kind gezeugt mit Migrationshintergrund, aber „ohne eigene Migrationserfahrung“.
      Sein Haushalt ist also zu 66% migrantisch geprägt und damit völlig überfremdet! 🙁 #Passdeutsche

      Jedes weitere Kind steigert diese und die Kinder der Kinder wiederum – mit Migrationshintergrund, aber „ohne eigene Migrationserfahrung“ – sorgen für eine Vervielfältigung von solchen – da liegt einem der „Halb- und Vierteljude“ fast auf der Zunge.

      Und ich habe nicht gegen diese Türkinnen bspw. – sie sollen einfach aufhören, die armen Armenier und die Kurden umzubringen. 🙁
      Es wäre auch toll, wenn es nicht drei mal mehr Nazi-Türken in Deutschland geben würde, als die NPD Mitglieder hat.

      Wenn Ferda Ataman von SPON z.B. endlich ihrer biologisch angelegten Vorliebe für Erdogan, Genozid und Faschismus entsagen würde, könnte ich mir durchaus vorstellen, eine Friedenskartoffel mit ihr zu rauchen. 🙂

  • Wie man es auch anders machen kann als Carolin Emcke, hat Arlie Hochschild sehr schön in ihrem Buch „Fremd in ihrem Land. Eine Reise ins Herz der amerikanischen Rechten“ gezeigt.

    https://www.campus.de/buecher-campus-verlag/wirtschaft-gesellschaft/politik/fremd_in_ihrem_land-14252.html

    Aus dem Klappentext: „In vielen westlichen Ländern sind rechte, nationalistische Bewegungen auf dem Vormarsch. Wie ist es dazu gekommen? Arlie Russell Hochschild reiste ins Herz der amerikanischen Rechten, nach Louisiana, und suchte fünf Jahre lang das Gespräch mit ihren Landsleuten. Sie traf auf frustrierte Menschen, deren „Amerikanischer Traum“ geplatzt ist; Menschen, die sich abgehängt fühlen, den Staat hassen und sich der rechtspopulistischen Tea-Party-Bewegung angeschlossen haben. Hochschild zeigt eine beunruhigende Entwicklung auf, die auch in Europa längst begonnen hat. Hochschilds Reportage ist nicht nur eine erhellende Deutung einer gespaltenen Gesellschaft, sondern auch ein bewegendes Stück Literatur.“

    Und Auszug aus einer Rezension:

    „Was das Buch auszeichnet, ist der Ton: neugierig, beobachtend, unmittelbar und mitfühlend, aber niemals herablassend. Vor allem kommt das Buch ganz ohne strenge Belehrungen aus. Auch das macht es so lesenswert, besonders in Deutschland.“

    • Das ist ein guter Lesetipp und eine wohltuende Alternative zur Relotius GmbH aka. SPON, der nur gängige, alberne Klischees seiner Leserschaft bediente. Zumindest lässt dein Text vermuten, dass wirklich versucht wurde, diese politische Strömung zu ergründen.

  • Ein sehr schöner Rundumschlag bzgl. identitäre Linke. 2 Ergänzungen:
    Ich würde deren Abbild eher in der Identitären Bewegung als in der AFD sehen. Nämlich wegen der 2. Ergänzung – Identitäre Linke blicken nicht über den Tellerand und sind sozusagen blind für andere wichtigere linke / linksliberale Themen.
    Und man muss es leider so sagen: Identitäre labern und agieren meistens ziemlich hohl. Deren Argumente sind einfach nur billig. Deswegen können die ja so leicht von anderen Gruppen auseinandergenommen werden. Die haben so auch gar keine andere Möglichkeit als bissig ad hominem zu reagieren wenn sie denn irgendwie am Drücker bleiben wollen.

  • Bravo bravo bravo und vielen Dank für diesen exzellenten Text Lucas!

    Welch eine Ironie: In den Medien hört man ständig welche fatalen Entwicklungen sich doch im Internet und in den sozialen Netzen abspielen (neuerdings gehen die Moderatoren im Radio dazu über von den „sogenannten sozialen Netzen“ zu sprechen), wie sich Filterblasen bilden und wie in diesen Filterblasen – natürlich – gehasst wird.
    Und doch komme ich hierher, auf ein kleines Blog mitten in die „Filterblase“, wenn ich den Einheitsbrei der etablierten Medien satt habe und mal wirklich etwas gehaltvolles und reflektiertes lesen will das zum Nachdenken anregt. Danke für die unermüdliche Arbeit Lucas!

  • Um auch mal eine Ideen zum Aufstieg der identitären Linken in den Ring zu werfen.
    Die Linke (ganz allgemein) ist ja der politische Pol, der sich als Fürsprecher der Schwachen, Benachteiligten und Ausgegrenzten sieht. Dem liegt durchaus auch ein evolutionärer/biologischer Mechanismus zu Grunde. Eine soziale Spezies wie der Mensch hat ja Überlebensvorteile, weil durch das Teilen von Ressourcen, dem gegenseitigen Helfen etc. das Überleben der Spezies (bzw. Sippe) als ganzes gesichert wird. Die Natur stellt das dadurch sicher, dass „anderen Helfen“ ein gutes Gefühl macht. Jemanden helfen macht glücklich. Am besten persönlich, funktioniert aber auch abstrakt (über Spenden zB.) – jedenfalls so lange wie man positives Feedback (ein Lächeln, ein Danke) bekommt.

    Worauf wir als Menschen aber schlecht eingestellt sind: Wenn Leute Hilfe einfordern, wo objektiv eigentlich keine derartige Hilfe notwendig wäre. (von der Frauenquote in vielen Bereichen über das Verstecken von erotischer Kunst bis hin zur Abschaffung der „Luxussteuer“ auf Tampons).
    Es ist verdammt schwierig als Linker hier zu sagen: „Nein, da ist eigentlich keine Hilfe nötig. Wir kümmern uns um wichtigere Sachen.“
    Ich glaube das hat damals auch die Piraten pulverisiert (als die „Klarmachen zum Gendern“-Fraktion übernommen hatte).

    Die Kategorien (alt, weiß, Mann) der Identitären machen es eben einfach zu erkennen, wem (keine) Unterstützung zu Teil werden sollte – und wem man (nicht) helfen sollte. Dass diese Kategorien aus den USA kommen ist kein Zufall. Die USA sind nicht nur ein kultureller und technologischer Melting Pot. Auch Kommunikationsstartegien oder Denkweisen werden dort oft zuerst ausprobiert, und bei Erfolg verbreiten sie sich dann weltweit. Die identitären Kategorien setzen sich durch, weil sie gut (im Sinne von Effektiv) sind.

    Und hier schließt sich der Teufelskreis – das Internet mit den „sozialen“ Medien. Man Kommuniziert nicht nur mit anderen, sondern das Geschriebene ist auch immer für andere einsehbar und damit überwachbar und bewertbar. Kürzlich kam ein interessanter Beitrag im TV über Mobbing unter Schüler (ich glaube Tagesthemen?):
    „Wie viel Prozent ist der Anteil der Cybermobbingtäter, der zuvor selbst von Mobbing betroffen war?“ Antwort: „80%“

    Daher würde ich zusammenfassend sagen:
    – die Linke ist relativ hilflos denen ausgesetzt, die ihre Hilflosigkeit nur vorspielen bzw. gezielt zum eigenen Vorteil einsetzen
    – identitäre Kategorien (made in USA) funktionieren auch hier (wenn auch vielleicht nicht ganz so gut wie in den USA, aber besser als vieles andere)
    – durch virtue Signalling oder das aggressive Angreifen (nix Dialog) von Kritikern zeigt man in sozialen Medien, dass man „zu den Guten“ gehört. Das ist auch ein Schutz davor selbst angegriffen zu werden. Dadurch wird der Korridor des Sag- und Denkbaren immer schmaler.

    hier noch der Link zum Mobbing-Beitrag in der ARD:
    https://www.tagesschau.de/inland/loesungsfinder-mobbing-101.html

    • @Claudia, das ist schon eben gerade nicht passend!
      Der Sänger darf ja erst darüber singen, dass „schwarze behinderte Lesben“ auch schlecht „sein können“, nachdem er politisch korrekt dahergebetet hat, dass (alle) weisse Männer Schurken seien und für alles schlechte verantwortlich.
      Nein, nein. So sieht ein Dialog jenseits biologischer Vorurteile und Kategorien nicht aus.

      • Du solltest erstens in Betracht ziehen, das Lied von Fanny van Dannen ist mit dem Album „Uruguay“ 1999 veröffentlicht worden.

        Zweitens ist gerade der Clou, dass vor dem Refrain in der ersten Strophe „politisch korrekt dahergebetet“ wird – nämlich das, was das linke Publikum ohnehin schon „weiß“: An allem Umglück in der Welt sind die weißen Machos schuld, die zuviel Macht haben.
        Er watet hier knietief in gängigen linken Stereotypen.

        Die Basis des Refrains wird durch intersektionales Denken gebildet, wonach sich in Dichotomien wie Frau-Mann, schwarz-weiß, heterosexuell-homosexuell, behindert-nicht-behindert Unterdrückte und Unterdrücker, Täter und Opfer befinden.

        Die Addition der so konstruierten Unterdrückungs-/Opfer-Erfahrungen im Refrain bildet das komplette Gegenteil des weißen Macho-Mannes (heterosexuell, nicht-behindert) – ergo weiblich, lesbisch, schwarz, behindert.

        Trotzdem befindet Funny im Refrain: „Doch auch lesbische, schwarze Behinderte können ätzend sein.“
        Womit er das implizite Heilsversprechen einer bloßen Umkehrung der Verhältnisse im Rahmen des intersektionalen Denkens ausreizt (maximale Unterdrückungspunktzahl) und sich darüber lustig macht.

        Er bildet folgend auf der Ebene der Alltagserfahrung im Baumarkt einerseits ab, wie diese Frau ihre Situation schamlos ausnutzt, um sich an der Kasse vorzudrängeln; zieht jedoch andererseits der Empörung den selbstgerechten Zahn, indem er kritisiert, dies „würde sich doch ein normaler Deutscher nicht erlauben“ und damit das Normalitätsraster skizziert, durch das diese Frau eben gefallen ist.

        Funny van Dannen hat einen verwickelten und verschrobenen Humor und war (nicht nur) in diesem Fall seiner Zeit weit voraus.

  • Die postmoderne Pseudo-Linke, die sich vorwiegend um die Identitätspolitik dreht ist tatsächlich die neue Rechte, im Sinne von: “ der neue Faschismus sagt er ist der Antifaschismus“. Es scheint eine kleinbürgerliche Dekadenzerscheinung der Konsumgesellschaften zu sein, in der sich wie durch ein geschwächtes Immunsystem ein Virus (meme) verbreitet, der eine epidemische Gutmenschenneurose hervorbringt. Diese Neurose äußert sich im Hass auf alle, die nicht davon befallen sind. Der eigene überhöhte, aber unerfüllbare Anspruch immer ein guter Mensch zu sein, keinen Rassismus, Sexismus, Xenophobie etc., usw. bei sich und anderen zu dulden wird mit totalitären Mitteln durchgesetzt. Das ist der Beginn des neuen Faschismus (Stalinismus).

    • >Es scheint eine kleinbürgerliche Dekadenzerscheinung der
      >Konsumgesellschaften zu sein, in der sich wie durch ein geschwächtes
      >Immunsystem ein Virus (meme) verbreitet, der eine epidemische
      >Gutmenschenneurose hervorbringt.

      Ich hab da vor ein paar Wochen mal einen Artikel gelesen, wo zwei amerikanische Banker anonym zu Wort kamen.
      Ihre Aussage: Diese ganzen installierten Quoten etc. sind nur PR, und keiner, der in der Bank was zu sagen hat glaubt wirklich daran.
      Sobald die Wirtschaft schwächelt und Stellen abgebaut werden müssen werden die „Diversity Management“-Abteilungen (oder wie die heißen…) die ersten sein, die geschlossen werden, weil sie nichts bringen.
      Insofern würde ich dir zustimmen, dass man das als „Dekadenzerscheinung“ (im Sinne von: zu viel Geld) bezeichnen kann.

  • Bernd Stegemann schreibt in „Die Moralfalle“ über Carolin Emcke:

    „Es wird ein »Wir« konstruiert, das mit den Gedanken der Autorin harmonisiert, demgegenüber steht ein »Sie«, das all diejenigen bezeichnet, die hassen. Das »Wir« nimmt für sich in Anspruch, auf der Höhe der Moral zu sein. Die anderen gehören natürlich nicht dazu. Die Konstruktion des guten »Wir« bedient sich des bewährten Paradoxes der Dekonstruktion. Man wendet es so an, wie es einem gerade am besten passt. Für die Berichterstattung über die Täter von der Domplatte heißt das, dass eine »langsame« Berichterstattung mit genauen Fragen nach den »bedingenden oder erleichternden« Strukturen angebracht gewesen wäre. Wenn Sprache die Realität konstruiert, so sind solche Sätze ein Musterbeispiel für das, was in einem anderen Kontext als Relativismus oder Whataboutism kritisiert werden würde. Diese Methode durchzieht das ganze Buch. Immer wenn von Flüchtlingen oder Minderheiten, die auf der guten Seite des Paradoxes stehen, berichtet wird, wird diese sensible und um Verständnis heischende Sprache verwendet. Wenn hingegen von den Hassenden die Rede ist, so sind sie eine amorphe Masse, die keinerlei Verständnis erwarten darf.“

    Und weiter (unter Bezug auf ihr Buch „Gegen den Hass“):

    „Gegen den Hass ist in seiner objektiven Wirkung fatal für das Projekt der Aufklärung. Es macht aus sozialen Widersprüchen moralische Fragen. Es reduziert den Widerstand gegen die Gegenwart auf ein einziges dumpfes Gefühl, den Hass. Und es verrät den universellen Anspruch der Menschenrechte, indem es aus ihm ein paradoxes Spiel macht, wo immer derjenige einen höheren Wert hat, der am schlauesten eine bedrohte Identität für sich behaupten kann – oder besser gleich zwei. Die Autorin selbst vollführt das Meisterstück, aus der praktizierten Doppelmoral für sich selbst den meisten Gewinn zu ziehen, indem sie sich gleich mehreren bedrohten Minderheiten zurechnet. … dass die Autorin nicht wenigen als linke Denkerin gilt, ist ein Offenbarungseid. Doch wenn es keine anderen Mittel gibt, um für linke Politik zu kämpfen, als die weniger Privilegierten abzukanzeln und sich selbst trotz aller Privilegien als bedrohte Art zu stilisieren, dann ist von dieser Seite zumindest wenig für einen linken Aufbruch zu erwarten.“

    Da kann ich nur sagen: Amen, Bruder.

  • Ich bin immer wieder verblüfft, wie oberflächliche diese ganze identitätspolitische Denke ist. Da wird der weiße Mann als Verursacher alles Bösen identifizert, und damit hat es sich; man begnügt sich von da an mit Anklagen und Forderungen stellen.

    Und das sind ja nun Leute, die Philosophie oder Sozialwissenschaften studiert haben und sich viel auf ihr „Hinterfragen“ einbilden. Da müsste sich doch irgendwie mal die Frage aufdrängen, wie das denn kommt, dass alle Menschen sich lieben und in Frieden miteinander leben wollen, nur diese weißen Männer nicht?

    Kennt jemand etwas entsprechendes? Würde mich interessieren.

    Die rechte Identitätspolitik ist da wesentlich konsequenter, sie postuliert einfach eine biologische Überlegenheit der weißen Rasse über alle anderen. Und verweist auf die historische Tatsache, dass die Weißen ihre Kultur überall durchgesetzt haben; sogar die chinesischen Führer tragen europäische Anzüge mit Krawatte und fahren Mercedes.

    Das hat natürlich ganz andere Ursachen als eine genetische Überlegenheit der Weißen (S. Jared Diamond), aber es ist zunächst mal eine nicht bestreitbare Tatsache. Welchen Sinn macht, da den Weißen vorzuwerfen, sie seien böse?

    Schließlich haben die Rechten aus der postulierten Überlegenheit der Weißen und der europäischen Kultur sogar eine Verpflichtung gegenüber den anderen Rassen abgeleitet, s. etwa „The White Man´s Burden“ von Kipling.

    https://en.wikipedia.org/wiki/The_White_Man%27s_Burden#The_poem

    • Hallo,
      vielleicht ein paar Erklärungsversuche zu „Ich bin immer wieder verblüfft, wie oberflächliche diese ganze identitätspolitische Denke ist. (..) Und das sind ja nun Leute, die Philosophie oder Sozialwissenschaften studiert haben und sich viel auf ihr „Hinterfragen“ einbilden.“

      Leider hilft ein Studium auch nicht unbedingt weiter offener/hintergründiger zu sein. Mag sein das es insgesamt positiv korreliert, aber es gibt eben auch dem widerstrebende Mechanismen (also zB., warum studierte Leute eben nicht Dinge hinterfragen).

      Ich schaue öfter auf twitter bei Rolf Degen vorbei, der immer recht interessante aktuelle Studien/Papers verlinkt. Sind durchaus auch überraschende Sachen dabei. Und viele zeigen, daß in uns eben auch noch viel Prähistorisches steckt, und unser Hirn leider noch sehr oft auf evolutionären Pfaden wandelt – Bildung hin oder her.

      Hier mal ein paar Links die zum Thema passen könnten:

      „Greater openness to experience and higher cognitive ability don’t make people less prejudiced, they just change the targets of prejudice.“
      https://twitter.com/DegenRolf/status/1166272426705137664

      „People developed false memories based on fake news they had read during a political campaign, particularly if the fake news aligned with their beliefs. “
      https://twitter.com/DegenRolf/status/1164172646818430978

      „Most of the top-rated first names on intelligence, competence, and religiousness were male, whereas all top-rated names on attractiveness and warmth were female.“
      https://twitter.com/DegenRolf/status/1164074079688830976

      Und „soziale“ Medien (die ich für einen Katalysator der heutigen Identitäspolitk halte)…

      “ ‚Likes‘ can change minds, affecting people’s personal opinions and the perception of public opinion.“
      https://twitter.com/DegenRolf/status/1163012548041543680

      „Individuals who shame others get rewarded on Twitter, reaping more retweets and new followers.“
      https://twitter.com/DegenRolf/status/1166317247280943104

      „Online political discussions appear to contain more hostility than offline discussions because the same individuals who express hostility offline have a greater audience online.“
      https://twitter.com/DegenRolf/status/1166343612143165440

    • @ El_Mocho

      „Und das sind ja nun Leute, die Philosophie oder Sozialwissenschaften studiert haben und sich viel auf ihr „Hinterfragen“ einbilden.“

      In den USA, wo die postmoderne Political Correctness entstanden ist, haben die politisch korrekten postmodernen Studies- Fächer ihre vorrangige Verankerung traditionell nicht in den klassischen US-amerikanischen Sozialwissenschaften, sondern in bestimmten Segmenten der US-amerikanischen Geisteswissenschaften – aber gerade nicht in der Philosophie.

      Sicherlich üben diese Fächer auch Einfluss auf die Sozialwissenschaften aus, aber nach meinen Kenntnissen im Schnitt geringer als in bestimmten Geisteswissenschaften.

      Der Politikwissenschaftler Mathias Hildebrandt geht in einem Kapitel seines im Jahre 2005 erschienenen, m.E. sehr lesenswerten wissenschaftlichen Standardwerkes zur Entstehung von Multikulturalismus und Political Correctness in den USA auf die zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Befunde zur Institutionalisierung und Verbreitung der postmodernen politisch korrekten Studies-Fächer an US-amerikanischen Universitäten ein. Dabei macht er in einem Abschnitt auch Aussagen darüber in welchen klassischen Disziplinen diese, seinen Befunden zufolge, stärker verankert sind.

      Die postmodernen politisch korrekten Fächer sind m.W. folgendermaßen an US-amerikanischen Universitäten institutionalisiert:

      – Sie besitzen erstens eigene Abteilungen und Studiengänge. In diesen werden vermutlich Personen sowohl mit geisteswissenschaftlicher als auch mit sozialwissenschaftlicher Ausbildung tätig sein.

      – Sie besitzen zweitens auch spezifische Kurse in anderen Disziplinen.

      Mathias Hildebrandt schreibt bezüglich seiner Befunde zum Einfluss des politisch korrekten Postmodernismus in verschiedenen traditionellen geisteswissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Disziplinen in den USA:

      „Allerdings scheint diese Entwicklung im Wesentlichen auf die English- und Literature Departments beschränkt bzw. zumindest konzentriert zu sein. Nach den mir vorliegenden Informationen sind andere Fächer, wie z.B. Politische Wissenschaft oder Soziologie vom Aufstieg des postmodernen Multikulturalismus nicht in demselben Maße wie die English und Literature Departments berührt, da sich viele der in diesen Departments tätigen Wissenschaftler zu den ehe quantitativ arbeitenden Social Sciences als zu den hermeneutisch vorgehenden Humanities rechnen. Aber behandelte Autoren wie Iris M. Young, Jung Min Choi/John W. Murphy und William E. Connolly zeigen, dass auch die Politikwissenschaft und die Psychologie von diesen Entwicklungen nicht unberührt blieben. Die Geschichtswissenschaft kann mit den New Historians (…) und die Juristen mit dem Critical Legal Studies Movement (…) einflussreiche postmoderne Strömungen in ihren Disziplinen aufweisen. Dagegen sind die Business Schools und Departments of Economics eine konservative Festung auf den amerikanischen Campuses (…). Die Natur- und Ingenieurswissenschaften sind verständlicherweise von dieser Entwicklung noch kaum berührt (…).

      (aus: Mathias Hildebrandt – Multikulturalismus und Political Correctness in den USA, VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2005, S. 370)

      Belegquellen zu den gemachten Angaben finden sich im Buch.
      Stärker von politisch korrekten postmodernistischen Einflüssen betroffen ist des Weiteren noch die US-amerikanische Kulturanthropologie/Ethnologie, die in einem anderen Kapitel des Buches ausführlicher behandelt wird.

      Diese Analyse stimmt mit dem, was ich in anderen wissenschaftlichen Quellen zum Thema bisher gelesen habe, weitgehend überein.

      Die US-amerikanische Philosophie ist wenig betroffen, in dieser dominiert traditionell die Analytische Philosophie und der politisch korrekte Postmodernismus wird dort überwiegend abgelehnt.

      (Die Befunde von Mathias Hildebrandt sind, wie gesagt, aus seinem Buch aus dem Jahre 2005.)

      • @leszek: Wie kommt es dann, dass sich der identitätspolitische Schwachsinn quer durch die ganze Gesellschaft durchgesetzt hat? Wo sind die MBAs und Ökonomen aus den „konservative Festungen“, die sich gegen Quoten wehren? Wo sind die Politikwissenschaftler oder Soziologen (lt. dir „nicht so stark betroffen“), die auf breiter Basis „der Kaiser ist nackt!“ rufen?

        Es mag schon sein, dass die Analyse von Hildebrandt dass „diese Entwicklung im Wesentlichen auf die English- und Literature Departments beschränkt bzw. zumindest konzentriert zu sei scheint“ zutreffend ist. Natürlich wird es nur eine geringe Anzahl von Leuten geben, die diese Schwachsinnstheorien aktiv entwickeln bzw. publizieren. Darum geht es ja gar nicht. Es geht darum, dass der Schwachsinn auf breiter Basis und ohne nennenswerte Gegenwehr mittlerweile quasi die gesamte westliche Welt erfasst hat und überall institutionell verankert ist.
        Bei Forschungsanträgen im Bereich Natur- und Ingenieurswissenschaften ist es Standard dass ein ganzer eigener Bereich (!) zum Thema Gendergerechtigkeit ausgefüllt werden muss (wieviele Frauen arbeiten an dem Projekt mit? Welche Rolle haben sie inne? Was sind die genderpolitischen Auswirkungen des Projekts usw usf.) Wie ist das möglich, wenn die politisch korrekten postmodernen Studies- Fächer im wesentlichen auf einige wenige Departments beschränkt bzw konzentriert sind?

        Die Analyse lässt die breite Rezeption des Schwachsinns außer Acht, und ist damit m.M.n. höchst unvollständig. Das wäre ungefähr so wie wenn man konstatiert dass höhere Mathematik immer ein Nischendasein in einigen wenigen Instituten gefristet hat (richtig), ohne die immensen Auswirkungen der Forschung auf unser aller Leben in Betracht zu ziehen – ohne höhere Mathematik kein Internet, kein Smartphone, kein Mondflug, kein Elektroauto – nichts von unseren technischen Errungenschaften.

  • „Herrschaftsgestus, der sich im Text dann durchgehend als Entlarvungsarbeit im Dienste der Aufklärung präsentiert“

    Der totalitär-paranoide Stil der autoritären Linken…..

    Extrem wichtiger Kommentar. Nicht übertrieben, den mit Zola zu vergleichen, oder anderen „Dissidenten“ und natürlich den erwähnten Orwell u, Bravo Lukas Schoppe 🙂

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