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Omnibusse für die AfD

geschrieben von: Lucas Schoppe

Wie die ehemaligen Volksparteien den Erfolg der AfD befördern

Die Erfolge der AfD bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen drücken nicht nur Ressentiments aus, sondern wurden auch ihrerseits mit Ressentiments beantwortet: mit den üblichen Vorbehalten von Westdeutschen gegenüber Ostdeutschen, aber auch mit Ressentiments gegen Männer, die zu einem größeren Anteil als Frauen die AfD wählten.

Wer aber tatsächlich ein Interesse daran hat, weitere politische Erfolge der AfD zu verhindern, muss etwas ganz anderes tun, als auf solche Ressentiments zu setzen.

  1. Von Omnibussen, AfD-Wählern und einem grünen Lachanfall
  2. Von der seltsamen Problemgruppe der arbeitenden Menschen
  3. Von kleineren und größeren Übeln
 

Von Omnibussen, AfD-Wählern und einem grünen Lachanfall

Diese Überlegung Jakob Augsteins nach den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg war so naheliegend und vernünftig, dass sie natürlich nicht einfach ohne höhnischen Widerspruch stehen bleiben durfte. Gleich mehrere Kommentare propagierten beispielsweise die Idee, dass Männern doch stattdessen einfach das Wahlrecht entzogen werden sollte – als ob das praktikabler und rationaler wäre, als einfach einmal die eigene Politik zu überdenken.

Dass Männer AfD wählen würden, ist allerdings etwas irreführend. Zwar ist die AfD sowohl in Sachsen als auch, mit Abstand, in Brandenburg die stärkste Partei bei männlichen Wählern, aber auch dort war es mit etwa einem Drittel der Stimmen eine deutliche Minderheit aller. Zudem sind die Stimmenanteile bei Frauen (22 bzw. 19 %) auch nicht schlecht.

Trotzdem wirkt Augsteins einfacher Gedanke so ungewöhnlich vernünftig, dass er auffällt in einem von Ressentiments geprägten Geschlechterdiskurs. Meike Lobo beispielsweise nahm die Wahlergebnisse sogleich zum Anlass, über das „männliche Ich“ zu räsonnieren, das „auf den Säulen Besitz, Ausbeutung von Land und (Unter)Mensch und Inbesitznahme weiblicher Sexualität“ beruhe, weshalb dann eben lauter männlichen Iche AfD wählen würden. Logisch.

Wir amüsieren uns schon längst darüber, wenn Männer des viktorianischen Zeitalters mit einer ähnlich putzigen Mischung aus Bescheidwissertum und Ahnungslosigkeit über Frauen dozierten – aber wenn Lobo und andere dieselbe Mixtur mit dem Blick auf Männer anrühren,  geht das noch heute glatt als wichtiger Beitrag zum politischen Diskurs durch.

Dabei gibt es durchaus gute Gründe, die Männerpolitik von Parteien zu überdenken – oder überhaupt einmal zu fragen, ob Parteien Männer eigentlich noch ansprechen wollen. Die Interessengemeinschaft Jungen Männer Väter hat beispielsweise gerade eine Pressemitteilung veröffentlicht,  in der sie über die Vergabepraxis öffentlicher Mittel im Familienministerium berichtet. In der Geschlechterpolitik fördert das Ministerium ausschließlich Frauenverbände, und dies insgesamt mit Millionensummen, und es vergibt Hunderttausende aus öffentlichen Mitteln gar an den Deutschen Frauenrat und an den Deutschen Juristinnenbund, in dem Männer nicht einmal Mitglied werden können.

Auch der Verband der alleinerziehenden Mütter und Väter, der seit Jahren eine Politik der Ausgrenzung von Vätern aus der Beziehung zu ihren Kindern betreibt, wird mit Hunderttausenden aus öffentlichen Mitteln unterstützt – und dies gilt allein für die Bundesgeschäftsstelle, die Förderung von Landesverbänden ist noch nicht eingerechnet.

Für Gruppen aber, die sich für die Belange von Vätern, Männern oder männlichen Kindern und Jugendlichen einsetzen, gibt es – nichts. Das Ministerium begründet das mit dem Omibusprinzip„In einen vollen Bus könnten nur Fahrgäste zusteigen, wenn andere ausstiegen.“

Dieses Prinzip, das eigentlich beliebige Ausweitungen öffentlicher Forderungen verhindern soll, wird hier zynisch eingesetzt: Als wäre es irgendwie immer auch schon eine sinnvolle Väterpolitik, wenn die Ausgrenzung von Vätern zementiert werde, so dass dann für Väter auch schon alles Nötige getan und eine darüber hinaus gehende Förderung von Väterverbänden gar nicht mehr nötig wäre.

Tatsächlich ist das grundsätzlich durchaus sinnvolle Omnibus-Prinzip nur dann legitim, wenn überhaupt eine faire Verteilung von Mitteln gewährleistet ist und die Zuwendung öffentlicher Mittel nicht schlicht durch Besitzstände legitimiert wird – was allerdings das SPD-geführte Ministerium demonstrativ nicht interessiert. Regelrecht höhnisch ist der bürokratische Zynismus, mit dem eben dieses Ministerium der Interessengemeinschaft Jungen Männer Väter, die keinen Cent öffentlicher Mittel erhält, eine Rechnung von 240 Euro für die Auskunft über die finanzielle Förderung von Frauen- und Männerverbänden ausstellte. 

Bei den Grünen können Männer nicht mehr erwarten als bei den Sozialdemokraten. Gerd Riedmeier, Sprecher der Interessengemeinschaft, berichtet von einem Anruf der familienpolitischen Sprecherin der Grünen im Bundestag, Katja Dörner: Allein der Gedanke, sie könne zu einem Gespräch mit Vertretern eines jungen- und männerpolitischen Verbandes bereit sein, habe bei den Mitarbeiterinnen im Büro einen nachhaltigen Lachanfall ausgelöst.

Angesichts der realen Verhältnisse in der deutschen Geschlechterpolitik wirkt Lobos Gerede vom weiblichen „(Unter)Mensch“ umso eitler, selbstgerechter – und projektiver. Mit der SPD hatte ich wiederum schon vor Jahren eine skurrile Begegnung, die das Verhältnis der Partei zu Männern amüsant illustriert.

Am letzten Samstag vor der vorletzten Bundestagswahl war der sozialdemokratische Stand in der Fußgängerzone nicht im klassischen Rot, sondern im feministischen Lila sowie ausschließlich mit frauenpolitischen Plakaten ausgeschmückt. Eine Frau kam vom Stand aus direkt auf mich und meine damalige Partnerin zu, sprach aber betont nur sie an und würdigte mich keines Blickes – und fragte sie, ob sie über den Gender Pay Gap informiert wäre. Als meine Partnerin sagte, dass sie die Rede vom Gender Pay Gap für blödsinnig halte, wusste die sozialdemokratische Wahlkämpferin nicht weiter und zog sich hilfesuchend zum Stand zurück.

Witzig war nicht nur die Substanzlosigkeit, mit der die wackere Wahlkämpferin schon nach dem ersten Widerspruch hilflos den Rückzug antrat, sondern auch die Unwirklichkeit der Szenerie. Ich war nicht beleidigt, überlegte aber ernsthaft, ob Sozialdemokraten wohl aus irgendeinem Grunde glaubten, dass Männerstimmen weniger zählen würden als Frauenstimmen. Oder dass Männer sie ohnehin wählen würden, ganz gleich, wie sie behandelt werden.

Dabei wird auch heute noch die Politik aller Parteien, auch die der Grünen, vorwiegend von Männern getragen. In der SPD ist nicht einmal ein Drittel der Mitglieder weiblich: Eine Politik, die Männer zynisch auflaufen lässt, wird also in den Institutionen von Männern selbst überhaupt erst ermöglicht.

Die männlichen Wähler allerdings wenden sich ab – stillschweigend und ohne offen zu protestieren.

 

Von der seltsamen Problemgruppe der arbeitenden Menschen

Dabei ist die Geschlechterpolitik nur ein Teil der irritierend konsequenten Abschreckung männlicher Wähler durch die meisten der etablierten Parteien. Thomas Krüger, Sozialdemokrat und Präsident der Bundesanstalt für politische Bildung, hat gerade eine seltsame neue Problemgruppe der Gesellschaft beschrieben, als er die Anfälligkeit von Menschen für rechtsextreme Einstellungen erklärte: 

Die Problemgruppe Nummer eins sind die berufsaktiven Menschen.

Die ungebräuchliche Formulierung „berufsaktiv“ – als gäbe es auch berufspassive Menschen – erweckt den Eindruck, es wäre irgendwie eine Verhaltensauffälligkeit einer skurrilen Randgruppe der Gesellschaft, den Lebensunterhalt durch eigene Berufstätigkeit zu verdienen. Die Menschen dieser Problemgruppe seien, so Krüger, „nicht in formalen Infrastrukturen politischer Bildung eingebunden“ und hätten  „neben Job und Familie ein relativ geringes Zeitbudget zur Verfügung.“ Daher wären sie für politische Bildung schwer zu erreichen.

Auch dieser Angehörige einer Problemgruppe entzieht sich der politischen Bildung durch berufsaktive Ablenkungen

Anstatt arbeitende Menschen zu einer Problemgruppe zu erklären, könnte Krüger natürlich auch schlicht einmal überlegen, warum sich diese Menschen offenbar von vielen etablierten Parteien nicht, oder nicht  mehr, vertreten fühlen. Auch das betrifft jenseits aller direkten Geschlechterpolitik vorwiegend Männer.

Laut aktueller Statistik der Arbeitsagentur  sind auch weiterhin deutlich mehr Männer als Frauen erwerbstätig, gar zwei Drittel der Selbständigen sind Männer, und Männer arbeiten zudem deutlich häufiger als Frauen auf Vollzeitarbeitstellen (S. 5): Unter den sozialversichungspflichtig Beschäftigten arbeiten 15,6 Millionen Männer, aber nur 7,9 Millionen Frauen Vollzeit (S.10). Anders formuliert: Von allen sozialversichungspflichtig Beschäftigen machen in Vollzeit tätige Männer 48%, in Vollzeit tätige Frauen jedoch nur 24% aus (S. 12).

Frauen wiederum arbeiten vorwiegend im tertiären Sektor – also in Bereichen, die darauf angewiesen sind, dass anderswo ein Mehrwert produziert wird. (S. 5)

Natürlich sind solche Verhältnisse in der Erwerbsarbeit auch das Resultat einer Politik, die für die Förderung von Das-Kind-gehört-zur-Mutter-Modellen jährlich Millionen öffentlicher Mittel ausgibt. Möglicherweise noch wichtiger ist: Männer sind also deutlich stärker, zumindest aber deutlich direkter als Frauen von einer Politik betroffen, von der Menschen in der Erwerbsarbeit sich nicht mehr vertreten sehen.

Hier prägt sich dann beispielsweise eine Verkürzung des Begriffs der sozialen Gerechtigkeit aus, die sozialdemokratische Politik seit Jahren prägt, ohne dort offen kritisiert und diskutiert zu werden. „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will“: In diesem selbstbewussten Slogan der Arbeiterbewegung war soziale Gerechtigkeit eben nicht darauf beschränkt, Almosen an Bedürftige zu verteilen – sondern lief auf die Forderung hinaus, dass diejenigen, die den gesellschaftlichen Wohlstand überhaupt erst erarbeiten, auch von ihm profitieren sollten.

Wer soziale Gerechtigkeit allein über staatliche Transferleistungen bestimmt, aber nicht danach fragt, wie und durch wen überhaupt die Güter erarbeitet werden, die da transferiert werden – der verkürzt den Begriff der sozialen Gerechtigkeit bis in die offene Ungerechtigkeit hinein.

Dass der allgemeine Wohlstand weiterhin vorwiegend von Männern erarbeitet wird, interpretiert die ehemalige Arbeiterpartei SPD gar als Ausdruck einer „männlichen Gesellschaft“, die im Interesse einer wahrhaft menschlichen Gesellschaft überwunden werden müsse.

Die fehlende Wertschätzung für eben die menschliche Arbeit, die doch den allgemeinen Wohlstand überhaupt erst ermöglicht, spiegelt sich auch in den Parteistrukturen der SPD wieder. Die Partei, die lange von ihrer Basis gelebt hat und deren Führung sich durch eine aktive Basis zuverlässig informieren ließ, hat sich zu einer Partei der Funktionäre und Karrieristen entwickelt, die kaum noch etwas mit demokratischen Prozessen anfangen kann, wenn sie von unten nach oben – und nicht nur in die umgekehrte Richtung – wirken.

 

Von kleineren und größeren Übeln

Doch auch die CDU hat preisgegeben, was einmal ihre Bedeutung wesentlich ausgemacht hat (die wesentlichen Elemente konservativer, liberaler und linker Politik waren hier im Blog schon einmal Thema). Der berüchtigte Adenauer-Slogan Keine Experimente war nicht nur konservativ, sondern drückte auch aus, dass etwas, das funktioniert, nicht unnötig geändert werden solle. Von dieser Konzentration auf die Bewahrung – ökonomischer, sozialer, außenpolitischer – Funktionalität ist nicht viel geblieben.

Die Funktionsfähigkeit der großen Institutionen – Gerichte, Polizei, Schulen, Bahn, Universitäten, Straßennetz, Militär, Straßennetz – ist heute trotz jahrelang übervoller öffentlicher Kassen durch konsequente Einsparungen und durch politische Kurzsichtigkeit erheblich beschädigt. Der für die Zukunftsfähigkeit des Landes so wichtige Ausbau einer digitalen Infrastruktur wurde seit mehr als einem Jahrzehnt unter einer CDU-Kanzlerin nonchalant verschlampt.

Sinnbildlich für das Desinteresse an ökonomischer und politischer Funktionalität ist Merkels „Energiewende“. Diese Politik bedient die illusionäre Fantasie, dass es möglich wäre, den Energiebedarf einer hochindustrialisierten 80-Millionen-Gesellschaft ohne ökologische Kosten durch „regenerative Energien“ zu decken – hat aber bis heute, und als ob das so schon ganz in Ordnung wäre, nicht geklärt, wie das überhaupt technisch möglich sein sollte.

Dass aber dann die Migration zu einem Schlüsselthema der AfD werden konnte, liegt eben auch daran, dass hier die Preisgabe sozialer Gerechtigkeit durch die Sozialdemokraten auf die Preisgabe gesellschaftlicher Funktionalität durch die Christdemokraten traf.

Wer erlebt hatte, wie an Schulen, bei der Polizei und anderen Institutionen gespart wurde, weil angeblich kein Geld dafür vorhanden wäre – wer voll arbeitete und dennoch, unter anderem wegen einer außergewöhnlich hohen Steuerquote, kaum genügend Geld für die Familie hatte – wer möglicherweise dann auch noch mitverfolgt hat, welche Verheerungen die deutsche Austeritätspolitik in Griechenland anrichtete – der konnte es sehr wohl als ungerecht und fragwürdig empfinden, dass nun plötzlich und unerwartet Milliardensummen bereitstanden.

Darauf, dass im Jahr 2015 und danach Hunderttausende ins Land kamen, reagierte ein Großteil der Bevölkerung ruhig und oft auch mit bewundernswertem Engagement und großer Hilfsbereitschaft. Schockierend aber war und ist, dass die Bundesregierung seltsamerweise ganz unvorbereitet schien, dass die staatlichen Institutionen über viele Monate hinweg völlig überfordert waren und dass das wiederum von der CDU-geführten Regierung wie selbstverständlich nie als dringliches Problem benannt wurde. Selbst die Merkel eigentlich gewogene Zeit schrieb schon 2016, dass auf ihren Satz „Wir schaffen das“ eigentlich gar nichts folgte. 

Der Erfolg der AfD zeigt nicht, dass nun plötzlich viele Deutsche wieder zu Nazis geworden wären – in ihm drückt sich aber ein verhängnisvolles Desinteresse der ehemaligen Volksparteien aus.

Das Bedürfnis nach sozialer Gerechtigkeit, das die SPD ignoriert oder nur grob verkürzt beantwortet, kehrt ins Destruktive gewandelt im Ressentiment wieder, dass Migranten nichts zur Gesellschaft beitrügen, aber auf Kosten der Leistung anderer lebten.

Das Bedürfnis nach gesellschaftlicher Funktionalität, das die CDU ignoriert, kehrt wieder in ebenfalls ressentimenthaften Überflutungsängsten, bei denen Migranten nicht einmal mehr versuchsweise als hilfesuchende Menschen, sondern als Invasoren wahrgenommen werden, die bestehende Strukturen unweigerlich zerstören würden.

Bei der AfD begegnen die ehemaligen Volksparteien auch ihren eigenen Versäumnissen, ins Destruktive und Ressentimenthafte verwandelt

Nun aber ausgerechnet die Grünen als Gegengewicht gegen die AfD aufzubauen, wird wohl nicht einmal mittelfristig helfen. Bei allen offensichtlichen Unterschieden haben Grüne und AfD sogar Gemeinsamkeiten, und das nicht nur in den Überflutungängsten, die von den Grünen natürlich klimapolitisch und nicht ausländerfeindlich ausbuchstabiert werden.

Beide Parteien leben von der Fantasie, eine Alternative zur etablierten Politik anbieten zu können, und den Anhängern ist diese Fantasie einer irgendwie anderen Politik jeweils wichtiger als die reale Politik, die durch ihre Parteien vertreten wird. Dass prominente Grüne wie Baerbock („Das Netz als Speicher“, Kobolde), Kühnast (Fukushima als Folge des Klimawandels) oder Habeck (wir müssten darüber debattieren, ob wir in einer Demokratie oder nicht doch lieber in einer Diktatur leben wollen) immer wieder erheblichen Blödsinn erzählen, interessiert ihre Anhänger kaum und wird von einer gewogenen Presse sogar manchmal stillschweigend korrigiert.

Ebenso uninteressant ist es für AfD-Anhänger, dass ihre Partei es kaum schafft, nach einem Einzug in ein Parlament auch nur ein paar Wochen zu überstehen, ohne sich als Fraktion komplett zu zerlegen.

Was gegen die AfD aber helfen würde, wäre, dass die ehemaligen Volksparteien wieder das ernst nehmen, was sie einmal stark gemacht hat: eine Vorstellung von sozialer Gerechtigkeit, die nicht auf die Verteilung von Almosen fixiert ist, sondern auch die Leistung von Menschen wertschätzt – und eine Vorstellung von gesellschaftlicher Funktionalität, die Menschen das Gefühl vermitteln kann, dass ihre Anstrengungen nicht aussichtslos sind, sondern dass sie in einem halbwegs rationalen gesellschaftlichen Ganzen agieren können.

Dazu gehörte es dann auch, die Menschen ernst zu nehmen, die ganz besonders oder ganz besonders direkt darunter leiden, wenn soziale Gerechtigkeit und gesellschaftliche Funktionalität vernachlässigt werden. Das aber sind nun einmal auch die Menschen, die von ihrer eigenen Arbeit leben müssen – und darunter sind nun einmal ganz besonders viele Männer.

So schwer es einer etablierten, satten, gut institutionalisierten Geschlechterpolitik auch fallen mag, das zuzugeben – ihre Vertreter*innen werden sich entscheiden müssen, was ihnen wichtiger ist: Ihre Ressentiments gegen Männer weiterhin zu pflegen oder sich der AfD effektiv in den Weg zu stellen. Beides gleichzeitig wird nicht funktionieren.

Ich fürchte aber, dass für die etablierte institutionalisierte Geschlechterpolitik die AfD im Vergleich zu Männern das kleinere Übel ist.

 

Anmerkung zum Text: Ich habe schon mehrfach die Rückmeldung bekommen, dass Texte hier zu lang wären, oder dass sie zu viele unterschiedliche Aspekte enthalten würden. Ich verstehe das gut. Allerdings versuche ich oft, wenn ich über einen Text nachdenke, zwischen verschiedenen Ereignissen oder Zuständen Zusammenhänge zu finden, mir also so etwas wie ein Gesamtbild machen zu können. Dabei kommen dann sicher immer wieder verschiedene Aspekte zusammen, von denen für viele Leser nicht alle gleich interessant sind. Ich habe daher einfach einmal, angeregt von einem Blogtext von Claudia, bei einzelnen Teilen des Textes Anker gesetzt. Das macht es vielleicht leichter, den Text nicht gleich als Ganzes lesen zu müssen oder auch einzelne Teile verlinken zu können. 

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52 Comments

  • Ich frage mich, warum man bei Bedenken am Beitrag der Flüchtlinge bzw. Migraten für die Gesellschaft sofort den Sprung zur Rede von „Ressentiments“ machen muss. Sehen wir doch, wie es ist. Die geschehene Flüchtlingspolitik stellt eine massive Belastung für den Finanzhaushalt des deutschen Staates dar, der in dem Maße nie durch die wirtschaftliche Leistungskraft der Asylbewerber ausgeglichen werden wird. Cui bono? Deutschland sicher nicht. Die deutsche Regierung hat bewusst einen Nachteil für den Staat und die Bevölkerung aus Gründen der „Humanität“ in Kauf genommen. Unterdessen hat sie nach außen hin eine Fassade aufgebaut mit der Rede von „Fachkräften“ oder gar, dass die Migraten die Rentenkassen füllen werden.

    Und Sie reden davon, dass die SPD wieder echte soziale Gerechtigkeit und die CDU die gesellschaftliche Funktionalität in Angriff nehmen müsse. Aber das funktioniert nicht – nicht nach den geschehenden Vertrauensbrüchen; nicht nach der Übernahme oder Weichspülung feministischer Ideologie (bei der SPD ganz, bei der CDU in Teilen), die dadurch in die Mitte der Gesellschaft gefunden hat. Das ganze Gesellschaftbild der Funktionäre dieser Parteien ist doch betroffen. Das ändert sich nicht einfach wieder. Diese Parteien haben fertig.
    Die AfD ist zurzeit die einzige Partei, die sich offen zu antifeministischen Positionen bekennt und für ein bürgerliches Familienbild eintritt.

    Ich habe in einem Kommentar einmal gelesen, dieser Blog hier sei „links“. Da interessiert mich doch, was das linke Element hier auszeichnet. Ich bringe das in meinem Kopf nämlich mittlerweile schwer zusammen, nach allem was in den letzten Jahren sich selbst als „links“ ausgewiesen hat (SPD, Grüne, Linke) oder was uns von den Medien derzeit als links präsentiert wird.

    Mein Artikel zu AfD und Bürgerlichkeit/Konservatismus: https://dekadenzkritik.wordpress.com/2019/09/05/skandal-afd-als-burgerlich-bezeichnet/

    • Ja. [Anmerkung von Lucas Schoppe: Von hier ab habe ich den Kommentar gekürzt, lösche ihn aber nicht rundweg, sondern nutze die Möglichkeit der Editierung, um etwas deutlich zu machen. Hier ging es dann in dem Kommentar damit weiter, dass „wir“ weniger Muslime bräuchten etc. Ich glaube, dass die meisten, die hier lesen, das sehr gut einordnen können. Ich lasse es trotzdem nicht stehen, weil es sich gegen Menschen richtet, nur weil sie einer bestimmten Gruppe angehören. Es ist sogar möglich, den Kommentar als Legitimation von Gewalt zu verstehen, und das geht nicht.

      Denn abgesehen von der Strafbarkeit: Auch wenn viele das gut einordnen können, zerstört so etwas ein Diskussionsklima. Das nämlich setzt voraus, dass alle, die an einer sachbezogenen Auseinandersetzung teilnehmen wollen, das auch tun können, ohne ihre bloße Präsenz in Frage gestellt zu sehen. Das gilt selbstverständlich auch für Muslime, für Feministinnen und andere.

      Dieses Blog ist ein privat betriebenes Blog. Ich gehöre zu den im Text erwähnten Männern, die auf einer Vollzeitstelle arbeiten und nur ein begrenztes Zeitbudget haben. Am Wochenende bin ich oft unterwegs, aus Gründen, die ich oft skizziert habe (gerade allerdings nicht bei meinem Sohn, sondern bei meiner Mutter, die kurz vor ihrem 80. Geburtstag steht). Es dauert manchmal, bis ich alle Kommentare gelesen habe, und diesen hier hatte ich, als ich gestern Abend noch die Kommentare durchschaut habe, übersehen.

      Mir ist es aber wichtig, einen offenen Kommentarbereich zu haben, anstatt sämtliche Kommentare grundsätzlich zu sichten und nur handverlesen zuzulassen. Das setzt voraus, dass alle, die mitkommentieren, so kommentieren, dass ALLE anderen darauf in einer sachlichen Debatte einsteigen könnten. Das schließt es aus, einzelnen Menschen oder ganzen Gruppen zu erklären, dass sie besser gar nicht da wären.]

      • Macht mehr Religion eine Gesellschaft besser oder schlechter? Als Atheist kann ich ganz klar für mich sagen: Schlechter! Ergo: Wir brauchen weniger Religion.

        Machen Kommentatoren, die Quatsch absondern einen Blog besser oder schlechter?
        Ich würde sagen schlechter.
        Lucas, bitte lösche diesen Quatsch!

        • Schön, dass du es ansprichst.
          Die Diskussion gab es ja bereits bei AllesEvo.
          Wer Meinungsfreiheit nicht zulassen will, weil ihm die Meinung nicht gefällt, handelt nicht besser als die „Nazis“!

          Insofern spricht deine Aufforderung zur Zensur – äääh sorry – Löschung nicht für dich.

          • Das Problem der Identität von Meinung und Arschloch ist dir bekannt? Jeder hat eins.

            Was er absondert entstammt definitiv letzterem. Muss man sich jede Gülle ins Forum verklappen lassen?
            Meine Meinung: definitiv nicht.

          • Das Problem der Identität von Meinung und Arschloch ist dir bekannt? Jeder hat eins.

            Ganz konkretes Beispiel:
            Jungen sollen also weiterhin beschnitten werden (dürfen), weil die AfD sich dagegen ausspricht?

          • Wieso kriege ich auf so eine einfache Frage keine Antwort? Und wieso wundert mich das nicht?

            Weil es eine rhetorische Frage ist, die sich von selbst beantwortet?

      • „Ihre one-trick-pony Strategie, uns mit Fragen der Migration etc. pp. voll zu spammen, soll m.E. überdecken, dass Sie zum eigentlichen Thema des Blogs nichts beizutragen haben.“

        Ich denke, man kann es noch stärker formulieren: dass Karl nämlich der Ausrichtung dieses Blogs geradezu entgegensteht. Crumar hat es oben ja gesagt:

        „Ihre Männer- und Frauenbilder sind in der Regel reaktionär, und diese Vorstellungen verfehlen den Punkt, warum es die Männerbewegung überhaupt gibt.“

        Dieses Entgegenstehen Karls liegt noch in einer anderen wichtigen Hinsicht vor. Schoppe geht es in diesem Blog immer wieder darum, eine Verständigung zwischen entgegengesetzten Gruppen einzufordern und selbst zu fördern: Gruppen, zwischen denen Spannungen, Konflikte od. dgl. bestehen. Einen einschlägigen Fall hat Karl oben angesprochen: Deutsche einerseits, Einwanderer muslimischen Glaubens andererseits.

        Allerdings zielen Karls Ausführungen eben gerade nicht darauf, Brücken, Verständnis, gemeinsame Lösungen zwischen diesen Gruppen zu fördern oder zu entwickeln — sondern vielmehr darauf, die Gegensätze und Brüche dieser Gruppen zueinander zu vergrößern und zu verfestigen. Eine solche Vorgehensweise muß abgelehnt werden und hat in diesem Blog nur den Platz eines schlechten Beispiels.

    • AfDler wie Sie es sind haben sporadisch versucht, in maskulistischen Blogs ihre Thesen zu verbreiten – wie bereits auf Alles Evolution geschehen.

      Dabei fällt in kürzester Zeit auf, dass bei diesen Afdlern keinerlei Interesse an Themen wie Evolutionsbiologie oder -psychologie besteht, keine Kenntnisse über Feminismus oder Genderismus existieren, demzufolge auch keine theoretische Auseinandersetzung stattfinden kann

      Das Interesse an Männerpolitik ist rein opportunistisch, Forderungen, die über die Propagierung eines rein ideologischen „bürgerlichen Familienbilds“ hinausgehen gibt es nicht.
      Warum dieses Bild durch steigende Trennungs- und Scheidungsraten fragil geworden ist, interessiert sie auch nicht weiter.
      Ihre Männer- und Frauenbilder sind in der Regel reaktionär und diese Vorstellungen verfehlen den Punkt, warum es die Männerbewegung überhaupt gibt.

      Die Väter haben sich gemäß eines fortschrittlichen Verständnisses ihrer Rolle an der Erziehung ihrer Kinder beteiligt und sind im Trennungsfall nicht nur entsorgt worden, sondern auf die konservative Rolle des Ernährers und Versorgers festgenagelt worden.

      Die gaaanz große politische Koalition in dieser Frage beruft sich faktisch auf ein Frauen- und Mutterbild, dessen Abstammung direkt aus dem Faschismus nachzuweisen es auf diesem Blog zahlreiche Artikel gibt.
      Die herrschende Meinung im Familienrecht ist bereits konservativ und der Kampf bspw. um das paritätische Wechselmodell ist der Kampf um ein fortschrittlicheres Modell.

      Was diese Väter und Männer also einfordern, ist die praktische, man könnte fast sagen tatsächliche Umsetzung der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, Vater und Mutter.

      Ihre one-trick-pony Strategie, uns mit Fragen der Migration etc. pp. voll zu spammen soll m.E. überdecken, dass Sie zum eigentlichen Thema des Blogs nichts beizutragen haben.

      • Ich sehe richtig, dass Sie gerade mir und nicht Karl anworten?
        Wenn das so ist, scheint mir aber einiges an Bildung an cholerische Hitzköpfigkeit verloren gegangen zu sein, wenn Sie hier in autoritaristischer Manier nur eine Meinung zu gewissen Themen für legitim halten. So ein Jammer.

        (Zitat) „Das Interesse an Männerpolitik ist rein opportunistisch […]“

        In einen solchen Sack lumpen Sie mich bitte nicht ein. Jeder, der meinen Blog lesen kann, sieht, dass das betreffend meiner Person nachweislich bodenlos ist.
        Wogegen ich mich dort aber hauptsächlich wende, sind engstirnige Haltungen wie Ihre, die mit ad hominems und Kurzschlussreaktionen den politischen Diskurs vergiften.
        (Vgl. Jochen: „[…] nicht darauf, Brücken, Verständnis, gemeinsame Lösungen zwischen diesen Gruppen zu fördern oder zu entwickeln — sondern vielmehr darauf, die Gegensätze und Brüche dieser Gruppen zueinander zu vergrößern und zu verfestigen.“)

        (Zitat) „Ihre one-trick-pony Strategie, uns mit Fragen der Migration etc. pp. voll zu spammen soll m.E. überdecken, dass Sie zum eigentlichen Thema des Blogs nichts beizutragen haben.“

        Sie kennen mich und meine Ansichten doch gar nicht und wollen anhand eines Absatzes eines Kommentars, der sich auf einen Absatz* aus dem Artikel bezog (was Sie „vollspammen“ nennen), sich erlauben, darüber zu urteilen, ob ich etwas zum Thema dieses Blogs beizutragen habe oder nicht?! Was tragen Sie denn gerade bei? Liefern Sie Ihr diffamierendes Geschmiers bitte woanders ab.

        Oder hat Sie die Hegel-Diskussion narzisstisch verletzt?

        *(„Das Bedürfnis nach sozialer Gerechtigkeit, das die SPD ignoriert oder nur grob verkürzt beantwortet, kehrt ins Destruktive gewandelt im Ressentiment wieder, dass Migranten nichts zur Gesellschaft beitrügen, aber auf Kosten der Leistung anderer lebten.“)

        • „Das Bedürfnis nach sozialer Gerechtigkeit, das die SPD ignoriert oder nur grob verkürzt beantwortet, kehrt ins Destruktive gewandelt im Ressentiment wieder…“ Damit meinte ich eben auch, dass es keinen Sinn ergibt, Fragen nach sozialer Gerechtigkeit nationalistisch gewandelt wieder hochzuspülen. Eben diesen Aspekt reizt die AfD bis ins Absurde aus – jegliche politische Frage als Frage der Migration zu verstehen und so zu tun, als ob alles besser wäre, wenn nur diese Einwanderung nicht wäre, schon gar nicht die von Muslimen.

          In diesem Aspekt finde ich den Unterschied zu Gender-Aktivistinnen gar nicht so groß, die so tun, als ließe sich jegliches politisches Problem als Genderproblem formulieren und lösen, indem männliche Herrschaft o.ä. abgebaut würde.

          Ich finde darüber hinaus überhaupt nicht, dass „Antifeminismus“ irgendwie an sich schon etwas Gutes wäre. Feminismus ist schon längst so widersprüchlich, so uneinheitlich, dass es schon wichtig wäre zu sagen, gegen welche Aspekte des Feminismus sich jemand denn richtet. Und dann muss es nicht „antifeministisch“ sein, dann ist es eine ganz normale politische Kritik.

          Wenn Feminismus verstanden wird als Einsatz für eine Gleichberechtigung der Geschlechter und als Versuch, Erwartungen an die Geschlechter weniger strikt zu machen, dann bin ich ganz dafür. Tatsächlich argumentieren gerade Väter, die sich gegen die Ausgrenzung von ihren Kindern wehren, im oben beschriebenen Sinne ja in der Regel ganz feministisch.

          Das ist m.E. einer der Gründe, warum es eine LINKE Männerbewegung gibt: Die Erfahrung, dass Feministinnen feministische Ziele sofort fallenlassen oder sogar massiv bekämpfen, sobald sie selbst davon nicht profitieren oder gar selbst auf etwas verzichten müssten – hier: auf die mütterlichen Privilegien.

          Wer also ist hier „antifeministisch“? Das lässt sich überhaupt nicht entscheiden bzw. kommt ganz auf die Perspektive an, die man gerade einnimmt. Daher ist der Begriff „antifeministisch“ auch nicht vernünftig zu gebrauchen.

          Was ich von der AfD kenne, ist allerdings eher eine Restaurierung der Geschlechterrollen, die Vätern überhaupt nicht wesentlich helfen würde.

          • Sie dürfen nicht vergessen, dass es sich auch um Reaktionen auf massive Verharmlosungen der gebrachten Probleme und z.T. Glorifizierungen (Martin Schulz: „Was die Flüchtlinge zu uns bringen, ist wertvoller als Gold“) vonseiten beinahe der ganzen übrigen Parteienlandschaft handelt. Die Frage, wie nationales Sozialsystem und bis zum Ende ausgereiztes Asylrecht zusammenstimmen können, halte ich ganz und gar nicht für sinnlos.

            Ansonsten haben wir nur eine Differenz in der Begrifflichkeit. Ich meinte mit Antifeminismus natürlich nicht eine Wendung gegen das, was Sie jetzt als Feminismus bestimmen. („Gleichberechtigung der Geschlechter und als Versuch, Erwartungen an die Geschlechter weniger strikt zu machen.“) In diesem Sinne wäre ich auch Feminist. Ich lehne diese Begrifflichkeit aber ab. Erstens weil der Begriff selbst schon dem Inhalt widerspricht, indem er sich auf eine Seite stellt, bloß eines der beiden Geschlechter mit -Ismus hypostasiert. Der richtige Begriff ist daher Egalitarismus. Und zweitens, weil sich selbst so nennende Feministen und Feministinnen heutzutage in den aller allermeisten Fällen nicht das von Ihnen Beschriebene repräsentieren, sondern eben dieses, dass „Feministinnen feministische Ziele sofort fallenlassen oder sogar massiv bekämpfen, sobald sie selbst davon nicht profitieren oder gar selbst auf etwas verzichten müssten“. Ihre Definition wird dann allenfalls nach außen vorgeschoben zur Bauernfängerei, um sich auf der „guten“ Seite zu wähnen und sich harmlos zu geben. Darauf baut doch deren ganzes gesellschaftliche Ansehen! Nur durch diesen Trick kann dann ein „Antifeminist“ von jenen ins böse Eck gestellt werden.
            Egalitarismus bei Geschlechtern ist vernünftig und gehört verteidigt, sehe ich aber nicht unbedingt als links.
            Ihre Einschätzung der AfD teile ich da nicht. Gerade wenn es um so etwas geht wie die feministisch-rosinengepickte Forderung nach Parität im Bundestag oder Quotierungen etc., setzt sich die AfD leider als einzige Partei klar für fairen Wettbewerb ein.

        • Ich habe lediglich Ihre politische Orientierung für alle sichtbar gemacht und Ihre Strategie ist weiterhin, sich zu Sachfragen nicht zu äußern und ad hominem zu argumentieren.

          Sie äußern steile Thesen, die Sie nicht belegen können und weist man Ihnen nach, dass Sie sie nicht belegen können, kommt der nächste Unsinn.

          Aus Ihrem Blog: „So sagt z.B. Gauland (im Artikel zitiert): „Wir lieben nicht die Verfassung. Wir lieben unser Volk.“ Das scheint mir bewusst oder unbewusst eine Reminiszenz an Gustav Heinemanns „ich liebe keine Staaten, ich liebe meine Frau“, zu sein. Aber das führt an diese Stelle vielleicht zu weit.“

          Während die meisten – außer Ihnen – sich an einen völkischen Nationalismus erinnert sehen, der nicht umsonst die Verfassung, speziell den Artikel 3 des GG nicht „liebt“:

          „(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

          Ihre Idee im Blog: „Mir scheint, die eine Richtung versteht Volksgemeinschaft (‚römisch‘) (…) (d)ie andere Richtung versteht Volksgemeinschaft hingegen (‚griechisch‘)“ übersieht in dieser „Abwägung“, es ist das GG der Bundesrepublik Deutschland und diese hat eine ganz eigene Vorstellung davon, was eine „Volksgemeinschaft“ ist und wer Staatsbürger sind:
          Deutscher im Sinne des § 1 Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) ist, „wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt“
          Punkt.

          Dass Sie sich in der Theorie nicht, aber in der Sprachwahl wenigstens ein bisschen unterscheiden wollen, deuten Sie hier an (kursiv von mir): „Einmal angenommen, die Kanzlerin hätte wirklich eine Agenda zur Umformung der Gesellschaft und handle nicht nur fahrlässig, dürfte ein Konservativer in diesem Falle nicht die Wahrheit sagen, da er „niemals“ so etwas unterstellen würde?“

          Also nicht „Umvolkung“ – bitte sehr! – nennen wir es „Umformung“.

          Aus Ihrem Kommentar hier (kursiv von mir): „Die deutsche Regierung hat bewusst einen Nachteil für den Staat und die Bevölkerung aus Gründen der „Humanität“ in Kauf genommen.“

          Womit humanitäre Erwägungen zu „so genannten“ werden, die als Motiv nicht zählen (warum?), wohingegen es in der damaligen Situation der Flüchtlingskrise scheinbar eine vorteilhafte politische Alternative gegeben hat, die jedoch bewusst nicht genutzt worden ist.
          Welche wäre das denn gewesen und um sie zu zitieren: „Cui bono?“
          Das ist der gleiche Sound, ein verschwörungstheoretisches Geraune.

          Dass Sie auf Ihrem Blog die AfD gegen den im Focus (nicht unbedingt links) geäußerten Vorwurf verteidigen, die „AfD will so gerne „bürgerlich“ sein – doch eher ist sie rechtsradikal“ und hier loben: „Die AfD ist zurzeit die einzige Partei, die sich offen zu antifeministischen Positionen bekennt und für ein bürgerliches Familienbild eintritt.“ zeigt Ihre politische Positionierung.

          Diese Einordnung ist betreffend Ihrer Person eben nicht „nachweislich bodenlos“, sondern schlicht zutreffend.

          • Aha „lediglich“, neben Opportunismusvorwürfen und der Diffamierung, auf diesem Blog nichts beizutragen und zu spammen. Sie Unschuldslamm, gell? Haben Sie gelesen, was Lucas Schoppe zu Karl geschrieben hat?
            „Das setzt voraus, dass alle, die mitkommentieren, so kommentieren, dass ALLE anderen darauf in einer sachlichen Debatte einsteigen könnten. Das schließt es aus, einzelnen Menschen oder ganzen Gruppen zu erklären, dass sie besser gar nicht da wären.“
            Trifft auf Ihre Angriffe genauso zu.

            Ich finde es äußerst wichtig, dass Väter sich an der Erziehung ihrer Kinder beteiligen und im Trennungsfall nicht nur auf Versorger reduziert werden.
            Nun zufrieden mit der Äußerung zur Sachfrage? Finden Sie auch in meinem Blog.

            Das ist ja ein Ding, dass das Volksverständnis des deutschen GG, das Sie mir hier im Gegenzug präsentieren, Flüchtlinge einfach ausschließt. Muss wohl noch mehr räächts sein als ich.

            Und schön, dass Sie das Zitat mit der „Umformung“ einfach aus dem Kontext reißen. Dabei ist Ihnen Kontext doch sonst so lieb 😉

            Wenn Sie wirklich an einer sachlichen Debatte zu meinem Artikel interessiert sind, und nicht nur intendieren mich hier als bösen AfD-Versteher zu „entlaven“, schreiben Sie in meiner Kommentarsektion. Das wird hier sonst zu unübersichtlich.

            „Humanität“ habe hier in Anführungszeichen gesetzt, weil so etwas natürlich immer zwei Seiten der Medaille hat. Man muss auch die Humanität gegen die eigene Bevölkerung bedenken. Und zweitens ist durch Gegenbeispiele wie Australien nachgewiesen, dass durch die Befeuerung der deutschen Politik (der sog. „Willkommenskultur) mit ihrer Sogwirkung wesentlich mehr Menschen in Meeren ertrunken sind. Gar nicht mal so human.

            Weil ich AfD-Positionen etwas abgewinnen kann, folgt dann Ihr Kurzschluss auf: „Das Interesse an Männerpolitik ist rein opportunistisch“. DAS habe ich als „nachweislich bodenlos“ bezeichnet, während Sie das am Ende so aussehen lassen wollen, als wäre es auf eine politische Einordnung bezogen gewesen.
            Schämen Sie sich für Ihren Sophismus nicht?

          • Jan, ich habe keine Lust mich mit dir auseinanderzusetzen.
            Auch nicht in deiner neuesten Erscheinung als Jan der Dritte.
            In der du den schmerzensgeplagten Konservativen spielst, der leider der Afd zugeneigt ist.
            Soll ich dir deine eigenen Blogposts auseinander nehmen, JAN?
            Mach eine Therapie.

          • Peinlich. „Ihre Strategie ist weiterhin, sich zu Sachfragen nicht zu äußern und ad hominem zu argumentieren.“
            Jetzt auch noch Wahnvorstellungen, ein gewisser Jan soll ich also sein. Was politischer Fanatismus für schräge Blüten treibt…

    • „Die geschehene Flüchtlingspolitik stellt eine massive Belastung für den Finanzhaushalt des deutschen Staates dar, der in dem Maße nie durch die wirtschaftliche Leistungskraft der Asylbewerber ausgeglichen werden wird.“

      Das ist korrekt, aber es ist noch viel perfider; Deutschland hat in voller Absicht Millionen von zusätzliche Arbeitskräften (demografisch wird es noch etwas dauern, bevor sich die Reproduktionsrate der Neuankömmlinge nach unten korrigiert) genau in die Bevölkerungsschichten importiert, die sowieso schon ein riesiges Problem haben (werden), überhaupt in einer postindustrialisierten Gesellschaft, selbstbestimmt und mit einem Restabfall an Würde zu überleben. Ich meine verdammt nochmal, es wäre Aufgabe der Sozialdemokratie gewesen, diesen Leuten im Minimum die Hand zu reichen, ihnen zu versichern, dass sie nicht gerade in ein riesiges Haifischbecken geworfen wurden. Diese Schichten sind kurzfristig sowieso schon am meisten durch die Automatisierung bedroht; jetzt überschwemmen wir den Markt zusätzlich auch noch mit einem Überangebot an Arbeitskräften.(Diese Thematik findet sich auch in Andrew Yangs Buch „The war normal People“). Es scheint, als wollten wir mit aller Gewalt versuchen auszugrenzen.

      Sogar Gabriel hat das schlussendlich begriffen, als er die berühmten Sätze aneinandergereiht hat, man dürfe nicht den Eindruck erwecken, man habe einen Teil der eigene Bevölkerung vergessen. Gabriel wusste, dass ein Konsens zwischen allen Parteien ausser der AFD bestand, er wusste, dass die Eliten Deutschlands bereit waren für internationales Virtue Signalling (und natürlich billige Arbeitskräfte, als auch zahlende Körper, um den parasitären Charakter von Gabriels eigener Rentengeneration zu verdecken) Teile der Deutschen Bevölkerung und deren wirtschaftliche Perspektiven zu opfern. Und er wusste auch, dass sie den roten Knopf bereits gedrückt hatten; erst ganz am Ende hat er wirklich begriffen und dann war es bereits zu spät.

      In diesem Zusammenhang muss man aber eben auch fragen, ob rein politisch überhaupt noch Platz für eine linke Partei hat, die sozial und wirtschaftlich benachteiligte Positionen vertritt. Und genau da muss einem das Lachen über diese Absurdität im Hals stecken bleiben, denn es ist unbestreitbar, ob das nun die Grünen in Deutschland oder die Demokraten in Amerika betrifft, dass eine Konsolidierungsbewegung in der linken Politik gibt, die genau diese Positionen ausschliessen und zwar mit voller Absicht, selbst wenn dieser Prozess zum Verlust von Wählerstimmen führt. Das heisst der Konsens innerhalb der Partei ist für linke Parteien wichtiger geworden als die Gültigkeit oder Universalität dieses Konsens mit der gesamtgesellschaftlichen Situation. Sind denn das wirklich noch politische Parteien im ursprünglichen Sinn?

      Oder um polemisch zu werden; was schadet den Grünen aus Sicht der Grünen mehr, wenn ein linker Männerrechtler (ergo weisser alter Mann, Nationalsozialist etc. pp.) wie Lucas Schoppe für die Grünen stimmt, oder wenn er für die AFD stimmt?

      • @ toxicvaguard Ich stimme weder für die Grünen noch für die AfD, glaube allerdings, dass einer linken identitären Politik beides helfen würde. Ich bin mir sicher, dass viele, die sich für „links“ halten und verkaufen, gar kein echtes Interesse daran haben, die Erfolge der AfD zu begrenzen.

        Die Aggressionen gegen Ostdeutsche beispielweise hat Böhmermann gerade wieder genüsslich angeheizt, als er auf die Bombardierung Dresdens anspielte und mit Hinweis auf die Wahrlergebnisse meinte, Sachsen könne nur noch durch eine Koalition aus RAF und Royal Air Force gerettet werden. Jeder Depp kann sich denken, dass solche Sprüche vielleicht in einer kleinen Bubble bejubelt werden, aber ansonsten eher Solidarisierungen mit der AfD bewirken, als die Partei zu schwächen.

        „Links“ definiert sich bei solchen Txpen lediglich durch den kampf gegen „Rechts“, hat aber keine eigene Substanz – so dass diese Linken unbedingt auf Rechte angwiesen sind, die einigermaßen erfolgreich sind und daher glaubhaft als Gefahr präsentiert werden können.

        „Deutschland hat in voller Absicht Millionen von zusätzliche Arbeitskräften […] genau in die Bevölkerungsschichten importiert“ Dass das volle Absicht gewesen wäre, ist nicht belegt. Gerade die verschiedenen Merkel-Regierungen eint eine typische Mischung aus Desinteresse, Schlamperei und Wurstigkeit, in vielen Bereichen.

        Damit lässt sich dann auch schon das Verhalten während der großen Migrationsbewegungen in den Jahren 2015/16 weitgehend gut erklären. Warum sollte eine Politik, die zu blöd zum Bau eines Flughafens ist, ausgerechnet bei der Migration plötzlich in einen perfide berechnenden Superschurken verwandelt haben, der über Jahre hinweg politische und soziale Großereignisse durchkalkuliert?

        • Meine perfide Idee (linkerrrrr Superrrschurrrke) ist noch immer: „Eine Person hat dann eine eigene Migrationserfahrung, wenn sie im Ausland geboren ist. Sie ist damit ein Zuwanderer. Eine Person hat keine eigene Migrationserfahrung, wenn sie in Deutschland geboren ist.“

          „Deutscher im Sinne dieses Grundgesetzes ist vorbehaltlich anderweitiger gesetzlicher Regelung, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder als Flüchtling oder Vertriebener deutscher Volkszugehörigkeit oder als dessen Ehegatte oder Abkömmling in dem Gebiete des Deutschen Reiches nach dem Stande vom 31. Dezember 1937 Aufnahme gefunden hat.“

          Da die Gründung der BRD am 24. Mai 1949 getätigt worden ist, die der DDR erst am 7.Oktober 1949, schlage ich vor, die BRD zum Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches nach dem Stande vom 31. Dezember 1937 zu machen.

          Am 3.10.2019 erfolgte der Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland, womit ca. 17 Millionen Zuwanderer in den Grenzen des Deutschen Reiches nach dem Stande vom 31. Dezember 1937 Zuflucht fanden.

          Es ist nun leider so, dass diese Migranten per Definition des Statistischen Bundesamtes einen Migrationshintergrund haben, „wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt besitzt.“

          D.h. es kann durchaus sein, dass solche Wirtschaftsmigranten einen Migrationshintergrund „im weiteren Sinn“ haben.
          Es handelt sich nämlich um eine Person, die „keine eigene Migrationserfahrung (hat), wenn sie in Deutschland geboren ist.“
          „Diese umfasst (aber) auch in Deutschland geborene Personen mit Migrationshintergrund, die die deutsche Staatsangehörigkeit seit Geburt haben, aber nicht mehr mit ihren Eltern in einem Haushalt leben.“

          Nämlich um solche Personen mit Migrationshintergrund, aber ohne eigene Migrationserfahrung (aka Kinder).

          Und so wäre meine Idee, diesen Migranten einfach das aktive und passive Wahlrecht zu entziehen! 🙂
          Problem gelöst, real Deutschness gerettet!
          Man muss – wie Böhmermann – keine Bomben mehr auf Dresden werfen, sondern alle Dresdner nur zu undeutschen Migranten erklären.
          Was einem westdeutschen Bremer erkennbar keine Schwierigkeiten bereitet.
          Das wahre Deutschtum ist und verbreitet die BRD – Kiesinger und Böhmermann sind endlich wiedervereinigt. 🙂

          Vielen Dank an die Bundeszentrale für politische Bildung, die mich auf diese Idee gebracht hat.
          Wer hätte gedacht, dass Deutsche Migranten sein können oder Migranten Deutsche – ganz so, wie es die Diskussion und der politische Bedarf erfordert.
          Wer hätte gedacht, dass wenn „mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt besitzt“ der Migrationsstatus einfach vererbt werden kann.
          Lauter Halbjuden und Vierteljuden sehe ich da durch die Geschichte wabern; es muss eine unglaublich progressive Zentrale sein, da bin ich mir ganz sicher /sarcasm off.

          • „… real Deutschness gerettet!“

            Endlich mal eine gute Nachricht in diesem Bord! Real gut!

            Das Warten hat sich also doch gelohnt. Ja, es war und ist nicht alles schlecht 😉

        • „Links“ definiert sich bei solchen Txpen lediglich durch den kampf gegen „Rechts“, hat aber keine eigene Substanz – so dass diese Linken unbedingt auf Rechte angwiesen sind, die einigermaßen erfolgreich sind und daher glaubhaft als Gefahr präsentiert werden können.

          Politstrategisch ist diese Herangehensweise eine einzige Katastrophe. Da wird ein „alle gegen die AfD“ beschworen, was den Eindruck eines Einheitsbreis von Altparteien gegen die AfD, die Alternative, vermittelt. Selbstverständlich wertet das die AfD auf und entspricht exakt ihrem Selbstverständnis als einzige wahre Opposition.

          Deutschland hat in voller Absicht Millionen von zusätzliche Arbeitskräften […] genau in die Bevölkerungsschichten importiert“

          Ich kann da keine Absicht erkennen, aber es drängt sich der Verdacht auf, dass der Staat nicht oder nur beschränkt handlungsfähig ist. Es ist seit Jahrzehnten bekannt, dass abgewiesene Asylgesuche keineswegs bedeuten, dass die Gesuchsteller das Land verlassen, weil die Herkunftsstaaten nicht kooperieren. Oft ist es gar nicht möglich, die Identität festzustellen, womit eine Ausweisung nicht möglich ist.

          Es ist mit ein Grund für die Erfolge der AfD, dass viele Leute den Staat im Bereich der Migrationspolitik (und nicht nur da) als handlungsunfähig oder handlungsunwillig wahrnehmen. Andrerseits wird jeder augenblicklich zur Kasse gebeten, der GEZ-Gebühren nicht zahlt. Solche Diskrepanzen sorgen regelmässig für Verärgerung, eine Verärgerung, die von der AfD bewirtschaftet wird.

          Als Merkel 2015 sich für die Grenzöffnung entschied, war das in einer Situation, in der sie nur noch schlechte Optionen hatte. Die Fehler wurden schon viel früher begangen. Seit Jahren schon war offensichtlich, dass Griechenland mit der Versorgung der Migranten völlig überfordert war. Gemäss dem Dublin-Abkommen ist der Erstaufnahmestaat für die Asylgesuche zuständig. Merkel stellte sich stets auf diesen formaljuristisch zutreffenden Standpunkt, bis die Länder an der Peripherie der EU die Schnauze voll hatten und Migranten einfach nicht mehr registrierten und weiterziehen liessen. Als dann sehr viele nach Deutschland wollten und auch kamen, wollte sie plötzlich einen europäischen Verteilschlüssel einführen, um die Lasten zu verteilen, etwas, das sie jahrelang verneint hatte. Jetzt soll es die Türkei richten. Na dann …

    • „Sehen wir doch, wie es ist. Die geschehene Flüchtlingspolitik stellt eine massive Belastung für den Finanzhaushalt des deutschen Staates dar, der in dem Maße nie durch die wirtschaftliche Leistungskraft der Asylbewerber ausgeglichen werden wird. Cui bono? Deutschland sicher nicht. Die deutsche Regierung hat bewusst einen Nachteil für den Staat und die Bevölkerung aus Gründen der „Humanität“ in Kauf genommen. Unterdessen hat sie nach außen hin eine Fassade aufgebaut mit der Rede von „Fachkräften“ oder gar, dass die Migraten die Rentenkassen füllen werden.“
      Sie sehen das in einem zu engen ökonomischen Kontext. Ist es nicht bspw. merkwürdig, dass der Finanzhaushalt trotz Mehrausgaben für Flüchtlinge schwarze Zahlen schreibt? Nullzinsen gab es vorher schon. Gregor Gysi fragte (fast Zitat): „Glauben Sie, dass das Geld, was jetzt für Flüchtlinge ausgegeben wird, ansonsten für soziales ausgegeben worden wäre?“

      • @Mordred
        Die gesamten Steuern haben sich um 450 Mia vermehrt, also verdoppelt!, über die letzten 20 Jahre. Das Geld ist in zahllose „Wohltaten“ gelaufen, Infrastruktur ist vernachlässigt worden, auch Militär und Bildung. Der Mehrwert der Exportindustrie für die deutsche Bevölkerung wurde steuerlich abgeschöpft. Oder wo kamen die 450 Mia Steuersteigerung der letzten 1-2 Dekade her?

        Die grosse Ungerechtigkeit des Ganzen ist unbestreitbar, wie im Originaltext „Omnibusse“ treffend angemerkt wird.

  • Bin zwar mit dem Lesen noch längst nicht fertig, fasse aber trotzdem schon mal nach der m.E. besten Methode zusammen ( „Sir Occam, den Rasierapparat, bitte!“ ):
    Männer und besonders Malocher haben mehr, direktere und deutlich gewichtigere Gründe zur sog. „Linksflucht“ ( also zum Abwenden von Rechtsaußendenkern, die sich unberechtigterweise als irgendwie „links“ postulieren ), als Frauen.
    Die Wahlergebnisse sind also eine logische Konsequenz.

  • Meta:

    Ich mag in der Regel keine langen Texte, weil lange Texte entweder zum Großteil aus selbstgefälligem Geschwafel bestehen oder ein einfacher Sachverhalt für den dümmsten anzunehmenden Leser in selbstverdauende Mikro-Häppchen zerteilt wird.

    Das ist übrigens auch Kern meiner Abneigung gegen Videos: Sie stehlen Zeit.

    Die Texte auf dieser Seite lese ich jedoch trotz ihrer Länge sehr gern und vollständig. Ich habe auch keine Probleme damit, einen Browsertab offen zu lassen oder die Stelle wiederzufinden, an der ich aufgehört hatte zu lesen, wenn ich einen Beitrag nicht en bloc lese.

    Langer Rede kurzer Sinn (SCNR): Die Länge Deiner Texte ist für mich vollkommen in Ordnung.

  • Vielleicht mal schnell grundsätzlich, weshalb Rechtspopulisten in Europa und in Deutschland gewählt werden. Der Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel hat dies sehr gut und kurz auf den Nenner gebracht:

    Kosmopolitismus versus Kommunitarismus: Ein neuer Konflikt in der Demokratie
    „Eine neue Konfliktlinie beginnt in Europa die Parteienlandschaft zu verändern. Der Konflikt fokussiert auf die Frage: Wie stark sollen die Grenzen des Nationalstaats geöffnet oder geschlossen werden? Die „Grenzfrage“ bezieht sich dabei umfassend auf Güter, Dienstleistungen, Kapital, Arbeitskräfte, Flüchtlinge, Asylsuchende, Menschenrechte oder aber die Abgabe nationalstaatlicher Kompetenzen zugunsten supranationaler Regime und transnationaler Politik. Die neue Konfliktlinie besitzt eine ökonomische und eine kulturelle Dimension. Auf der einen Seite sammeln sich die Kosmopoliten als Grenzöffner und Vertreter universaler Menschenrechte. Kosmopoliten sind die Globalisierungsgewinner, besser gebildet und ausgestattet mit mobilen Human-, Sozial- und Kulturkapital. Auf der anderen Seite stehen als tendenzielle Globalisierungsverlierer die Kommunitaristen mit vergleichsweise niedriger Bildung, geringerem Einkommen und lokal-stationärem Human-, Sozial- wie Kulturkapital. Sie bekunden ein hohes Interesse an nationalstaatlichen Grenzen. Die ökonomische und kulturelle Konfliktdimension überlappen sich in erheblichem Maße.
    Erklären lässt sich der sich formierende cleavage mit einer Repräsentationslücke in den europäischen Parteiensystemen. Es hat sich in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten eine anwachsende Gruppe von Bürgern gebildet, die sich weder ökonomisch noch diskursiv oder kulturell von den etablierten Parteien repräsentiert fühlt. In diese Repräsentationslücke haben sich in West- wie Osteuropa die Rechtspopulisten eingenistet. Die Dynamik ihrer zunehmenden Wahlerfolge und die Tatsache, dass in der einstigen demokratischen Vormacht der Welt mit Trump ein Präsident gewählt wurde, der sich rechtspopulistischer Techniken bedient und nationalistische Inhalte vertritt, wird die neue Konfliktlinie weiter verstetigen.“
    https://link.springer.com/chapter/10.1007%2F978-3-658-17446-0_2?fbclid=IwAR0of1ij_UNUuG_6gLIWIrun1OyvXozOSrRnt1dFSXG9lDZbWkxf_GKXpg4

    Also, es geht um die Globalisierung und hier vor allem darum, ob die nationalstaatlichen Grenzen vermehrt geöffnet werden sollen oder nicht. Diejenigen, die ein Interesse für eine Öffnung haben sind die Kosmopoliten, diejenigen, die kein Interesse daran haben, sind vor allem diejenigen, die die Rechtspopulisten wählen.

    In diesem Zusammenhang schreibt die Soziologien Cornelia Koppetsch:

    „Konservative Wirtschafts- und Kultureliten sowie Gruppen aus Mittel- und Unterschicht, die auf unterschiedliche Weise durch Globalisierung deklassiert werden, bilden dabei eine klassenübergreifende Protestbewegung gegen die globale Öffnung der Gesellschaft.“
    https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-4838-6/die-gesellschaft-des-zorns/

    Hier ist also wichtig: Es ist eine klassenübergreifende Fraktion aus konservativen Eliten, Gruppen aus der traditionellen Mittelschicht und Leute, die insbesondere wenig kulturelles und ökonomisches Kapital haben, also Teile der Unterschicht.
    Wichtig ist wiederum, dass diese Milieus einer Deklassierung unterliegen, sie also was Macht-, Status- und Ressourcen anbelangt in Relation zu anderen gesellschaftlichen Gruppen Verlierer sind. Wichtig ist hier also auch eine relative Deprivation hinsichtlich Politik, Ökonomie und Kultur.

    Was nun die Männer anbelangt, die vermehrt die AfD wählen. Hier muss mal gesagt werden, dass es beispielsweise in der Schweiz keine Unterschiede gibt beim Geschlecht, was die Wähler der Rechtspopulisten anbelangt. Wenn es Unterschiede gibt, dann dürfte dies insbesondere darauf zurückzuführen sein, dass Männer mal vermehrt in der Erwerbsarbeit tätig sind und somit auch vermehrt dem globalen Wettbewerb ausgesetzt sind im Vergleich zu den Frauen. Sie ebenfalls vermehrt in Branchen tätig sind, die vermehrt dem globalen Wettbewerb ausgesetzt sind.
    Ein Faktor dürfte aber auch wichtig sein. Dass insbesondere linke Parteien Identitätspolitik betreiben und hier vor allem Frauen und andere Minderheiten ansprechen, aber sicherlich nicht die Männer und sicherlich auch nicht die Männer, die ökonomisch, kulturell und politisch deklassiert sind.

    • Die «Kommunitaristen» sind keine abgehängten Loser. Sie verstehen sich als diejenigen, welche den Karren schleppen für sich und für die anderen. Ihr Wecker ruft früh am Morgen, ihre Welt ist sehr konkret. Ohne ihre starken Arme stünden tatsächlich alle Räder still. Sie hegen ein wachsendes Misstrauen gegen die «Kosmopoliten». Früher verkauften sie ihre Arbeitskraft dem Kapitalisten, gaben den Zehnten dem Fürsten, fütterten den Pfarrer und mit der einsetzenden Produktivitätssteigerung dann auch noch den Lehrer. Heute füttern sie darüber hinaus ein wachsendes Heer von hochnäsigen, für sie im besten Fall nutzlosen, selbsternannten «Kosmopoliten». Früher nannten die Linken die Ausbeutung beim Namen, heute stecken sie als arrogante Schmarotzer mittendrin.
      Vielleicht wird man erst später das Ganze als Begleiterscheinung des immensen Rationalisierungsschubs im ausgehenden 20. Jahrhundert begreifen. Vielleicht wird man die «Teilhabe», diese wortgewordene chronisch-depressive Verstimmung, als Inbegriff einer Fehlentwicklung verstehen, weil ein gesunder Mensch zuerst einmal teilnehmen und nicht teilhaben muss und will. Wenn die «Kosmopoliten», wo sie doch so viel gebildeter und offener sind, den «Kommunitaristen» durch Wort und Tat erklären, wozu sie ihnen nützlich sind, welche Räder sie im Tausch für ihre eigenen Lebensgrundlagen am Laufen halten, dann ist schon einiges gewonnen.
      Im Spiel gegen Trump benehmen sich die «Kosmopoliten» wie eine Fussballmannschaft, die zur Pause 2:0 hinten liegt und sich nicht einkriegt vor Empörung über die Gegentore, statt die eigenen Fehler zu analysieren und die eigene Strategie anzupassen.

    • @Mark Smith:

      Danke für den Hinweis auf den Artikel von Wolfgang Merkel! Den finde ich sehr klug und respektabel – ich habe in meiner Heidelberger Studienzeit mal bei ihm im Seminar gesessen (Ende der 80er Jahre) und erinnere mich heute noch daran, wie er zwei radikalfeministische Referentinnen, die ihr Referat in ein feministisches Betroffenheitsseminar umbiegen wollten, mit klarer Ansage als »kleinbürgerlich« in den Senkel gestellt hat.

      »Diejenigen, die ein Interesse für eine Öffnung haben sind die Kosmopoliten, diejenigen, die kein Interesse daran haben, sind vor allem diejenigen, die die Rechtspopulisten wählen.«

      In diese Richtung gehen auch die Aussagen von Andreas Reckwitz in Die Gesellschaft der Singularitäten, wo er überzeugend darlegt, wie wir nach der »nivellierten Mittelstandsgesellschaft« der Nachkriegsjahrzehnte wieder in eine neue Form der Klassengesellschaft (und demzufolge der Klassenkämpfe) zurückgekehrt sind. So schreibt er:

      »Wir haben es in der Spätmoderne (wieder) mit einer Klassengesellschaft zu tun. Diese existiert jedoch nicht nur im engen materiellen Sinne, vielmehr handelt es sich auch und gerade um kulturelle Klassen … . Die sozialstrukturelle Transformation, welche die westlichen Gesellschaften seit den 1980er Jahren erleben, lässt sich als ein Wandel von der nivellierten Mittelstandsgesellschaft zur kulturellen Klassengesellschaft beschreiben. (…) Wir gewinnen erst jetzt allmählich ein Gespür dafür, dass die Kulturalisierung und Singularisierung des Sozialen in der Spätmoderne nicht das Ende, sondern den Anfang einer neuen Klassengesellschaft markieren.« (S. 275 f.)

      Die neue Mittelklasse beschreibt er so:

      »Das spätmoderne Subjekt in seiner avanciertesten Form … bewegt sich in einem eindeutig bestimmbaren sozialen Milieu … : der neuen Mittelklasse. Damit ist das Milieu jener gemeint, die formal gesehen über ein hohes kulturelles Kapital von meist akademischen Bildungsabschlüssen verfügen und im Feld der Wissens- und Kulturökonomie arbeiten … . Die neue Mittelklasse ist in diesem Sinne ein Milieu von Akademikern, die ist eine akademische Mittelklasse oder kurz: die Akademikerklasse.«

      Die neue Unterklasse so:

      »Die neue Unterklasse insgesamt ist eine durchaus heterogene Gruppe von einfachen Dienstleistern, semiqualifizierten Industrieberufen, prekär Beschäftigten, Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern (also auch von sozial Exkludierten im strikten Sinne), die gegenwärtig ebenfalls etwa bis zu einem Drittel der westlichen Bevölkerung ausmachen. Sie bewegt sich hinsichtlich ihres Einkommens, Vermögens und sozialen Status deutlich unterhalb des Niveaus der alten Mittelstandsgesellschaft.«

      Diese neue Unterklasse hat in einer kulturellen Klassengesellschaft in jeder Hinsicht die Arschkarte gezogen:

      »Die neue Unterklasse wird in der Kultur der Spätmoderne in allen ihren Facetten zu einem Gegenstand negativer Kulturalisierung und Entvalorisierung; sie wird als wertlos markiert, und zwar mit Blick auf sämtliche Komponenten, die wir im Zusammenhang mit dem Lebensstil der neuen Mittelklasse behandelt haben. Die neue Unterklasse wird gewissermaßen zu deren negativem Abziehbild.« (S. 355)

      Und weiter:

      »Die Unterklasse erscheint in der Spätmoderne insgesamt als Ort einer ›schlechten‹ Kultur, die nicht von Wert ist, sondern problematisch oder gar riskant: des Mangels an Bildung und kulturellen Kompetenzen, der schlechten Ernährung und Gesundheit, der schlechten Erziehung, Wohnviertel, Regionen und Schulen, dazu der schwierigen Jugendlichen, der rückständigen Versionen von Männlichkeit und Weiblichkeit und schließlich der problematischen politischen Einstellungen. (…) Dieser Lebensform scheint es an den Merkmalen eines guten Lebens zu mangeln, sie wird zu einer Ansammlung von Eigenschaften des Schlechten, von der Ernährung über die Erziehung bis zur Politik. (…) Die Wahrnehmung oder die Antizipation des Blicks von außen, der im Wesentlichen jener der (neuen) Mittelklasse und der gesellschaftlichen Institutionen ist, übersetzt sich in eine entsprechende Selbstwahrnehmung. (…) Dies kann bis zu Gefühlen der Stigmatisierung und der Scham reichen oder in Wut umschlagen.« (S. 359 f.)

      Und schließlich:

      »Es ist durchaus typisch, dass die Subjekte aus der in der Hierarchie unterlegenen Gruppe sich (schmerzhaft) als Klasse wahrnehmen, während jene aus der hierarchisch übergeordneten keinen Sinn für ihre eigene Klassenhaftigkeit haben: Der (neuen) Mittelklasse erscheint ihr Lebensstil (einschließlich ihrer politischen Haltung) als normal und von unzweifelhaftem Wert, klassenlos. Es gibt eine Klassenblindheit der Privilegierten.« (S. 360, Anm. 176)

      Es sollte somit nicht überraschen, wenn die kosmopolitischen Werte der neuen Mittelklasse außerhalb derer klassenblinden Filterblase einen feuchten Kehricht wert sind. Und das die SPD diese neue Unterklasse zugunsten der Mittelklasse verraten hat, ist sozusagen die Essenz aller kritischen Blogposts, die Lucas zu dieser Partei veröffentlicht hat. Und die AfD verbleibt als die einzige Partei, von der sich dieses Milieu noch vertreten fühlt.

      • @djadmoros

        Sebastian Müller hat auf Makroskop gerade die akademische Mittelklasse polemisch bearbeitet und er ist hier nahe an dem, was Andreas Reckwitz auch bereits beschrieben hat:

        Kosmopoliten
        „Achtung, es geht um eine Minderheit! Sie ist kulturhegemonial wirkmächtig und stellt sich selbst unter besonderen Artenschutz. Eine polemische Einordnung postmoderner Bürgerlichkeit in Zeiten des Strukturwandels von Ökonomie und Staat.“
        https://makroskop.eu/2019/09/von-bobos-hipstern-und-kosmopoliten/

      • @djad
        Dieser „neuen Unterklasse“ hat Huxley in seiner „Schönen neuen Welt“ ein literarisches Denkmal gesetzt.
        Möge der eingebildeten Oberschicht nie ihr Soma ausgehen.

      • Ich glaube allerdings, dass ein großer Teil der feministisch/multikulturalistschen Intellektuellen/Journalisten/Aktivisten keineswegs zu den Gewinnern der Globalisierung gehört. Die hangeln sich doch eher von einem Zeitvertrag zum nächsten und dürften ökonomisch in den meisten Fällen nicht zur Mittelschicht gehören.

        • Es geht dort ja nicht nur um ökonomisches Kapital, sondern auch um kulturelles, politisches und soziales Kapital bzw. symbolisches. Und vor allem kommt es auch darauf an, ob das soziale und kulturelle Kapital vermehrt transnational einsetzbar ist.

    • Also, es geht um die Globalisierung und hier vor allem darum, ob die nationalstaatlichen Grenzen vermehrt geöffnet werden sollen oder nicht. Diejenigen, die ein Interesse für eine Öffnung haben sind die Kosmopoliten, diejenigen, die kein Interesse daran haben, sind vor allem diejenigen, die die Rechtspopulisten wählen.

      Das Versprechen der hier rechtspopulistisch genannten Parteien ist: Wir machen den Staat wieder handlungsfähig. Der Erfolg der genannten Parteien ist dem weit verbreiteten Gefühl geschuldet, dass der Staat teilweise handlungsunfähig oder handlungsunwillig sei. Die Grenzöffnung von 2015 ist vielen der schlagende Beweis, dass der Staat die Gesetze nur ungenügend durchsetzt und in manchen Bereichen Gesetzlosigkeit duldet oder nicht mehr in der Lage ist, sich durchzusetzen.
      Orban ist der Prototyp dieser Art Politiker: Er sagt ganz offen, dass die Zeit des liberalen Staats zu Ende gehe und dass das gut sei. Nur der (teilweise) autoritäre und starke Staat sei in der Lage, seine Gesetze auch durchzusetzen, insbesondere die Grenzen zu schützen, während der liberale Staat dabei versage, wofür die Flüchtlingskrise genügend Anschauungsmaterial liefere und die Handlungsunfähigkeit zeige.

      • Also, es geht um die Globalisierung und hier vor allem darum, ob die nationalstaatlichen Grenzen vermehrt geöffnet werden sollen oder nicht.

        Als Ergänzung: Die Migration ist eben nicht eine geplante, denn wäre sie das, dann würden vor allem Hochqualifizierte ausgewählt. Es fände also eine Auslese statt. Das ist offensichtlich nicht der Fall. Die Theorie vom „grossen Austausch“ ist genau deshalb Quatsch – sie geht nämlich von einer gewollten und gesteuerten Migration aus.
        Die sogenannten Kosmopoliten reagieren nur auf grösstenteils ungesteuerte Entwicklungen mit dem Versprechen, nicht mehr nur zu reagieren, sondern mittels einem starken Staat zu agieren und Entwicklungen von nun an zu steuern, während die Migrationsliberalen mehr oder weniger ein „laissez-faire“ propagieren mit dem Argument, dass die Migration kein wesentliches Problem sei.

        • Die sogenannten Kosmopoliten reagieren nur auf grösstenteils ungesteuerte Entwicklungen mit dem Versprechen, nicht mehr nur zu reagieren, sondern mittels einem starken Staat zu agieren und Entwicklungen von nun an zu steuern,

          Die sogenannten Kosmopoliten reagieren nur auf grösstenteils ungesteuerte Entwicklungen WÄHREND DIE RECHTSPOPULISTEN VERSPRECHEN, nicht mehr nur zu reagieren, sondern mittels einem starken Staat zu agieren und Entwicklungen von nun an zu steuern…

          aaargh … Ich sollte mir angewöhnen, den Text vor dem Senden genau durchzulesen ….

        • Das sind auch meine Gedanken, wenn mal wieder von „Austausch“ oder „Umvolkung“ fabuliert wird.

          Die berühmte Frage „cui bono?“ sollte man sich auch immer dann stellen, wenn man eine Behauptung in den Raum stellt, irgendwelche Kräfte würden irgendein Ziel verfolgen. Und man muss doch einfach mal konstatieren: von einer „Umvolkung“ hätte niemand was. Weder könnte da eine Bundesregierung erkennbares Kapital draus schlagen, noch hätte da die große, böse Wirtschaft wirklich was von, denn die meisten Menschen, die hier herkommen, sind für den ersten Arbeitsmarkt wenig bis gar nicht zu gebrauchen. Zwar freut sich ein Arbeitgeber, wenn er billige weil nach deutscher Bewertung unausgebildete Hiwis bekommt, aber das alleine bringt Unternehmen nicht wirklich voran. Zumal sie diese Hiwis auch unter den Deutschen reichlich bekämen und den Mindestlohn müssen sie letztlich allen zahlen, egal ob deutscher oder ausländischer „HONK“ (ja, es gab mal lobbyistische Vorstöße, dies zu ändern, aber da hat die Bundesregierung in einem ihrer wenigen klaren Momente rasch einen Riegel vorgeschoben).

          Meiner Meinung nach sind diese Phrasen von „Umvolkungen“ und ähnliches einfach nur Empörungsbewirtschaftungen. Man will sich halt darüber empören, dass „die da oben“ diabolisch lachend und händereibend planen, wie man die guten Deutschen noch schneller und effizienter aus dem Land züchten kann um endlich mit den „Neubürgern“ weitermachen zu können. Aber was „denen da oben“ das bringen soll, da habe ich bislang noch keine auch nur annähernd plausible, nicht lächerliche Erklärung zu gehört oder gelesen. Das wird aber niemanden, der von derlei „Plänen“ überzeugt ist, dazu bringen, seine Überzeugungen nochmal zu überdenken. Das Bedürfnis, sich über „die da oben“ zu empören, ist da zu stark – als sei es nicht auch schon empörend genug, mit welcher Inkompetenz und mit welcher Scheißegalhaltung im Hinblick auf geltende Gesetze und deren Durchsetzung Regierungen und Parlamente die letzten Jahre agiert haben. Das hat aber nichts mit irgendeinem großen Masterplan zu tun, sondern ist schlicht Folge eines tiefsitzenden Bedürfnisses, sich (gerade als deutscher Politiker) als einer von den ganz besonders Guten darzustellen, mit der fatalerweise verlässlich immer mit diesem Bestreben einhergehenden Selbstverblödung.

          Ehrlich mal! Spätestens seit dem Jahrtausendwechsel reicht eine Bundesregierung den Negativpreis „inkompetenteste Regierung seit Gründung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ im verlässlichen Vierjahresrhythmus an die Folgeregierung weiter. Und wer ernsthaft glaubt, dass diese Deppenvereine von Regierungen in diesem Kasperletheater von Parlament seit Jahren, legislaturenübergreifend einen großen, geradezu superschurkenhaften Masterplan verfolgen, der glaubt auch dass die Maus Pinky (aus „Pinky und Brain“) einen echt krassen Oberrivalen für Batman abgeben würde.

          • Und wer ernsthaft glaubt, dass diese Deppenvereine von Regierungen in diesem Kasperletheater von Parlament seit Jahren, legislaturenübergreifend einen großen, geradezu superschurkenhaften Masterplan verfolgen

            Das eine, grosse Mastermind mit dem ganz grossen Masterplan, der im Geheimen die Öffentlichkeit über die wahren Absichten täuscht – diese Art der Verschwörungstheorie halte ich in der Regel, d.h fast immer für lächerlich, wobei es durchaus Verschwörungstheorien gibt, die einigermassen plausibel erscheinen. Der Mastermind-Unsinn gehört aber in aller Regel nicht dazu.
            Die Diskussionen über die Migrationspolitik sind eine Form gestörter Kommunikation. Die „Liberalen“ behaupten Positionen, die sie tatsächlich gar nicht konsequent verfolgen. Als ein Beispiel dient hier die Aussage, dass die Verhältnisse in Libyen für Migranten unmenschlich seien und deswegen die Seenotrettung unbedingt gefördert werden sollte, wobei Seenotrettung die Überführung in die EU/Europa meint. Warum wird dann keine Luftbrücke organisiert und die Migranten ausgeflogen? Warum wird gewartet, bis sich die Leute auf ein Schlauchboot wagen, nachdem sie Schlepper bezahlt haben? Es ist offensichtlich, dass sich die hier liberal Genannten nicht eingestehen, dass auch sie die Migration begrenzen wollen. Das nenne ich heuchlerisch. Ähnlich verhält es sich mit der Delegierung der Grenzkontrollen an die Türkei mittels „Flüchtlingsdeal“.
            Die Diskussionen über die Migrationsproblematik ist die Diskussion, welche Farbe zur Fassade des Luftschlosses passt.

          • …. „dass wir hier ein historisch einzigartiges Experiment wagen, und zwar eine monoethnische und monokulturelle Demokratie in eine multiethnische zu verwandeln. Das kann klappen, das wird, glaube ich, auch klappen, dabei kommt es aber natürlich auch zu vielen Verwerfungen.“

            Experimente erfordern willentliches Handeln.

  • Der Teil des Textes unter der Überschrift „Von der seltsamen Problemgruppe der arbeitenden Menschen“ ist in meinen Augen das beste Gegenargument zu den Ressentiments gegen Männern auf Grund ihres Wahlverhaltens. Es ist halt schlichtweg so, dass sich das Wahlverhalten beider Geschlechter (für mich gibt es nur Zwei) überwiegend durch Faktoren erklärt, die mit dem Geschlecht an sich erst einmal gar nichts zu tun haben.
    Um das neben der AfD auch noch an anderen Parteien zu verdeutlichen: Die Grünen und die Union betreiben einen in vielen Punkten völlig unterschiedlichen Politikstil werden aber beide häufiger von Frauen als von Männern gewählt. Bei den Grünen sieht es halt so aus, dass sie überwiegend von Menschen aus dem öffentlichen Dienst gewählt werden. Und im öffentlichen Dienst findet sich halt der Großteil der typischen Frauenberufe. Die Union wiederum wird im großen Stil von Rentnern gewählt und damit von einer Gruppe, die bedingt durch deren höhere Lebenserwartung überwiegend aus Frauen besteht.
    Dann noch als Beispiel die FDP: Diese Partei erhält viele Stimmen von Selbstständigen und Unternehmern jungen und mittleren Alters. Und damit von einer Gruppe die überwiegend aus Männern besteht.
    Diese Geschlechterdiskurse sind letztlich eines der Merkmale einer Elite, die sich von der Lebenswirklichkeit vieler Menschen entfernt (in diesem Fall wegen falscher Kategorien). Da diese Diskurse aber Lobeshymnen und Handreichungen gegenüber Frauen beinhalten, distanzieren sich die Frauen eben etwas langsamer von der Elite als die Männerwelt. Da die Elite diesen Geschlechterunterschied dann fälschlicherweise als Bestätigung der eigenen These begreift, macht sie einfach weiter. Und so geht dann auch die Entfremdung zwischen Elite und einem Großteil vom Volk weiter. Verstehen werden das große Teile der Elite wahrscheinlich erst dann wenn es zu spät ist (und sie nicht mehr zur Elite gehören).

  • Man könnte fast sagen, dass die Identitätspolitik der Linken der Steigbügelhalter für den neuen Aufstieg einer Rechten gewesen ist. Man hat fast den Eindruck, dass es darauf hin angelegt worden ist, die Offensichtlichkeit der Übereinstimmung der identitären Ideen von „Volk“ und den progressiven Vorstellung von „Geschlecht“ und „Klassen“. Das ist wie bei einer Symbiose.
    Daher auch das ominöse „Hufeisen“.

    Im Text war die Rede von:

    „ressentimenthaften Überflutungsängsten“

    Es gibt eine Menge dieses extremen paranoiden Politstils heutzutage. Die Politik wird zusehens davon bestimmt.

  • Das war ein unglaubliches Zitat im Text „Omibusse“:

    „Die Problemgruppe Nummer eins sind die berufsaktiven Menschen.“

    Zählen die Staatsbeamten nicht dazu? Sind die nicht der Prototyp eines „berufsaktiven Menschen“ oder sollten das sein?

    Das ist so lachhaft absurd 🙂

  • „Das Ministerium begründet das mit dem Omibusprinzip: „In einen vollen Bus könnten nur Fahrgäste zusteigen, wenn andere ausstiegen.““

    Das Omnibusprinzip ist das gleiche, was in der Spieletheorie als „hartes Nullsummenspiel“ bekannt ist: entweder gewinnt Partei A oder Partei B. Ein kooperativer Effekt, dass beide Parteien gewinnen könnten, sieht dieses Prinzip nicht vor, wird vielmehr ausgeschlossen. Das harte Nullsummenspiel ist das Prinzip der sozialen Interaktion des Tribalismus mit „den Anderen“, mit einer immer als feindlich gesetzten Aussenwelt. Wir kennen das von den Links-Identitären zur Genüge: für den Feminismus ist der Mann das Böse schlechthin, für den Marxisten ist der Kapitalismus die Unterdrückung schlechthin, für den Ökologisten ist die Technik der Feind der Natur schlechthin und für den progressiven Linken ist der Andere immer und automatisch ein „Nazi“.

    Fast unnötig zu sagen, dass „hartes Nullsummenspiel“ oder „Omnibusprinzip“ mit Kooperation, Demokratie oder Pluralismus prinzipiell unvereinbar sind.

    Das müssen auch die progressiven Linken wissen oder ahnen, jedenfalls die klügeren unter ihnen. Aus diesem Grund erwächst die geradezu symbiotische, leicht ins fetischhafte gesteigerte Hassliebebeziehung zur AfD, bzw zur völkischen Identitätspolitik: von der Form her ein vergleichbarer Kollektivismus, aber eben vom speziellen Inhalt verschieden. Ein Omnibus für die AfD also! Nur den demokratischen Todfeind, den gilt es absolut totzuschweigen, denn der könnte einem wirklich gefährlich werden.

    • Ich finde die Omnibusmetapher vor allem dahingehend schon geradezu dummdreist, wenn man mal bedenkt, dass der angebliche Omnibus regelmäßig signifikant ausgebaut wird, immer mehr Innenraum bietet, man aber trotzdem demonstrativ stets nur dieselben einsteigen lässt. Statt also auch mal andere zusteigen zu lassen, erhalten lediglich die Dauergäste mehr Platz und mehr Komfort um es sich gutgehen zu lassen. Diese räudigen Nigg… äh… ich meine natürlich Männerverbände können doch schließlich genauso gut zu Fuß gehen.

      Und SO wird diese Metapher auf einmal, wie ich finde, sehr passend, stellt es doch das damit praktizierte, demonstrativ machtsignalisierende, elitaristische Feudalherrengebaren dar. Jene, die eh schon satt gefördert werden, kriegen aus immer volleren Töpfen einfach noch mehr, während jene, die noch nie einen Cent gesehen haben, gesagt bekommen, dass für sie leider immer noch nichts übrig ist.

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