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Kälte für Kinder, Verachtung für Väter

geschrieben von: Lucas Schoppe

Machtbesoffene Spermageber? Von familienpolitischer Inhumanität und ihrer langen Geschichte

Väter, deren Anwesenheit bei den Müttern unerwünscht ist, sollten gehen, Mutter und Kind in Ruhe lassen und einfach mit einer anderen Frau ein Kind zeugen – Väter wären ohnehin lediglich „Spermageber“: Das sind keine Positionen von verhetzten Außenseitern, sondern von medial gut etablierten und institutionell vernetzten Akteuren. Die Kälte dieser Positionen ignoriert reale Erfahrungen realer Kinder, Väter und Mütter und speist sich ganz aus bloßen Fantasien über Vaterschaft und Mutterschaft.

Fantasien, die schon eine lange und durchaus düstere Tradition haben.

  1. Rechte Omas im Hühnerstall und der Blick der anderen
  2. Der Cyborg und die Gleichgültigkeit des Kindes
  3. Schwangerwerdenkönner, Spermageber und die Verfügbarkeit des Menschen
  4. Faschismus recyceln?
 

„Es ist mir und wahrscheinlich auch Ihnen oft durch den Kopf gegangen, wohin der Virus Verbrechen gegangen ist – er kann doch nicht vor zwanzig Jahren plötzlich aus unserer Welt verschwunden sein, bloß weil hier Mord nicht mehr ausgezeichnet, verlangt, mit Orden bedacht und unterstützt wird.“ Ingeborg Bachmann (Der Fall Franza, 1966)

 

Rechte Omas im Hühnerstall und der Blick der anderen

Als vor einigen Wochen ein Kinderlied über eine als „Umweltsau“ betitelte Oma für Aufregung sorgte, versuchten Verteidiger des Liedes, diese Aufregung als eine rechte Kampagne hinzustellen. Inhaltlich wurde diese Behauptung leider niemals begründet. Denn natürlich kann es übertrieben oder überempfindlich sein, sich über eine witzig gemeinte klimapolitische Umdichtung eines alten Kinderliedes aufzuregen – aber „rechts“?

Beleg für eine rechte Kampagne war einfach nur, dass auf Twitter einige User von anderen Usern retweetet wurden, die wiederum von Accounts retweetet wurden, die als „rechts“ eingeordnet wurden. Abgesehen davon, dass dabei der Inhalt einzelner Äußerungen gar keine Rolle mehr spielt, können sich Teilnehmer sozialer Netze dann nur noch auf eine Art gegen die Gefahr absichern, als rechts eingeordnet zu werden: Sie müssen umfangreiche Blocklisten einsetzen, um zu verhindern, dass irgendwann einmal die Falschen sie retweeten.

Das ist gefährlich, weil echten Rechtsradikalen dadurch eine große Anhängerschaft zugesprochen wird, die sie gar nicht haben. Zugleich hat es für Akteure, die sich – wie ich – als links verstehen, einen doppelten Nachteil: Erstens analysieren sie Inhalte von Äußerungen nicht, sondern achten lediglich darauf, von wem diese Äußerung stammt und wer seine Kontakte sind.

Zweitens fehlt ihnen der Blick von außen.

Der amerikanische Sozialphilosoph George Herbert Mead, der in Deutschland insbesondere durch Jürgen Habermas bekannt wurde, hat schon vor etwa hundert Jahren überzeugend argumentiert, dass wir den Blick der anderen auf uns brauchen, um über uns selbst reflektieren zu können. Wer sich hingegen weiträumig abschottet und nur noch von Menschen gespiegelt wird, die das eigene Selbstbild bestätigen – der verliert diese Fähigkeit zur Selbstreflexion.

So verlieren wir als Linke dann die Möglichkeit, uns am Blick der anderen selbst zu überprüfen – und wir verlieren das Interesse an der Analyse von Inhalten, weil wir das Gefühl haben, irgendwie sowieso immer schon auf der richtigen Seite zu stehen.

Wie fatal das ist – und welche inhumanen Positionen auf diese Weise ungestört als irgendwie „links“ und „aufgeklärt“ durchgehen, haben gerade Enno Park und Antje Schrupp an einem Thema vorgeführt, mit dem ich mich als Trennungsvater besonders gut auskenne.

 

Der Cyborg und die Gleichgültigkeit des Kindes

Der Wirtschaftsinformatiker Enno Park betrachtet sich selbst aufgrund eines Cochlea-Implantats medienwirksam als „Cyborg“: Das Implantat würde ihm nicht nur seinen Hörsinn zurückgeben, sondern ihn auch mit Möglichkeiten ausstatten, die andere Menschen nicht haben. Der dergestalt technisch optimierte Herr Park erklärte nun auf Twitter:

Zeug ein anderes: Das ist kalt und empathiefrei und gehört gleichwohl zur Folklore in Nachtrennungsgeschichten. Ich wurde als Trennungsvater von einer Beraterin der Diakonie auch schon vorwurfsvoll gefragt, warum ich mich denn überhaupt noch um unseren kleinen Sohn kümmere und warum ich nicht einfach mit einer anderen Frau ein anderes Kind zeuge.

Die Perspektive des Kindes war ihr dabei ebenso gleichgültig, wie sie es Herrn Park ist: Beide setzen schon selbstverständlich und unerklärt voraus, dass die Bindung zum Vater für das Kind ohnehin nicht wichtig wäre.

Das lässt sich durch Studien nicht bestätigen – die zeigen regelmäßig, wie wichtig ein guter Kontakt zum Vater für Kinder grundsätzlich ist, und nicht allein für Jungen, sondern auch für Mädchen. Park aber, der meines Wissens keine Kinder hat, interessiert sich nicht für die realen Erfahrungen von Kindern und Vätern und nicht für die Bedeutung ihrer Bindung zueinander, sondern räsonniert auf der Ebene von bloßen Fantasien über Vater- und Mutterschaft – ohne dies recht zu merken.

Weil der Vater im gemeinsamen Sorgerecht mit darüber entscheiden darf, ob die Mutter mit dem Kind einfach fortziehen kann, ist für ihn dann immer schon schon bewiesen, dass es dem Vater „um die Ausübung von Macht“ ginge.

Dass Väter ein Interesse daran haben könnten, die Bindung zu ihren Kindern nicht durch eine große geografische Entfernung zu verlieren – und dass dieses Interesse besonders bedeutend ist für Väter mit geringeren finanziellen Mitteln, die sich nicht einfach (wie ich) Zweitwohnung und beständige Reisen leisten können: Das sind pragmatische Erwägungen, die in Parks Väterfantasien irrelevant sind. In denen nämlich geht es Vätern einfach nur um „Kontrolle, Eigentum, Anspruchsdenken und Blutabstammung“, was  selbstverständlich „scheiße“ wäre.

Hier erscheint es als unerträgliche Beeinträchtigung der mütterlichen Autonomie, wenn der Vater mitreden darf und wenn sie dann notfalls einen Konflikt vor Gericht klären lassen muss – es ist aber ganz unwichtig, dass die Autonomie des Vater eingeschränkt wird, wenn er von existentiellen Entscheidungen über sein Leben und das seines Kindes ausgeschlossen wird. Auf Parks Ebene der Geschlechterfantasien, auf der pragmatische Überlegungen unwichtig sind, fallen diese Widersprüche gar nicht auf.

Der Hintergrund einer solchen radikalen Positionsnahme sind zwei eigentlich längst überfällige Entwicklungen des Kindschaftsrechts. Einerseits bereitet das Bundesjustizministerium eine Reform vor, nach der auch nichtverheiratete Eltern grundsätzlich gemeinsam das Sorgerecht hat haben sollen, auch nach Trennungen.  Zudem fordern Väterverbände, als Vater nicht mehr schlicht den Mann anzusehen, der mit der Mutter verheiratet ist, sondern grundsätzlich die biologischen Eltern als Mutter und Vater anzuerkennen. 

Das Sorgerecht beider Eltern kann eigentlich niemand ablehnen, der die Bedeutung beider Eltern für Kinder kennt und der eine gleichberechtigte Elternbeziehung wünscht. Bestätigt aber nicht die Forderung, den biologischen Vater als Vater anzuerkennen, dass es hier tatsächlich um eine Ideologie der „Blutabstammung“ geht?

Tatsächlich kann die genetische Abstammung natürlich aus medizinischen Gründen sehr wichtig sein, so dass Menschen unbedingt ein Recht auf die Kenntnis ihrer leiblichen Eltern haben müssen. Aber ein anderer Aspekt ist womöglich noch entscheidender.

Aus der Erfahrung mit Adoptivkindern wissen wir schon lange, dass auch für diese Kinder die leiblichen Eltern eine besondere Bedeutung haben – und liebevolle Adoptiveltern erkennen diese Bedeutung auch an.  Mehr noch: Selbst Kinder von Samenspendern kämpfen darum, ihre leiblichen Väter kennen zu lernen, auch wenn sie genau wissen, dass die keineswegs aus Liebe, sondern aus finanziellen Interessen gehandelt haben. Warum?

Es sind eben die leiblichen Eltern, die für die bloße Existenz eines Menschen verantwortlich sind – dafür, dass dieser Mensch überhaupt da ist. Ganz gleich, aus welchen Gründen unsere Eltern uns auch immer gezeugt haben – unsere Beziehung zu ihnen ist existentiell, nicht hintergehbar und niemals vollständig objektivierbar. Vielleicht wäre es sinnvoll, statt von leiblicher von existentieller Elternschaft zu sprechen, um deutlich zu machen, wie deplatziert biologistische Interpretationen wie die von Park sind.

Die existentielle Beziehung zu den Eltern ist nicht austauschbar, und sie ist selbst durch sehr liebevolle Adoptiveltern niemals ganz ersetzbar. Es ist eine Beziehung, die schlicht nicht zu Disposition steht, nicht einmal für die Kinder selbst. Natürlich können Eltern den existentiellen Wert dieser Beziehung leugnen – aber dann fügen sie damit ihren Kindern und womöglich auch sich selbst Schaden zu.

Wie aber kann es überhaupt rhetorisch verkauft werden, diese unhintergehbare Beziehung beliebig verfügbar zu machen? Auftritt Antje Schrupp, Autorin, Bloggerin und Chefredakteurin einer evangelischen Kirchenzeitung.

 

Schwangerwerdenkönner, Spermageber und die Verfügbarkeit des Menschen

Park bezieht sich direkt auf diesen Tweet. Welchen Sinn hat Schrupps gezielte De-Humanisierung durch den Begriff „Spermageber“, der die Beziehung zwischen Vater und Kind nicht als menschliche Beziehung akzeptiert, sondern sie zur einmaligen Weitergabe von Körperflüssigkeiten reduziert?

Und wieso verharmlost Schrupp, die sich selbst immerhin als Feministin ansieht, in ihrer ungenauen Betrachtung die Zwangsehen, die ja oft zwischen Mädchen und erwachsenen Männern geschlossen werden – indem sie diese Gewalt mit der simplen Erwartung an zwei erwachsene Menschen gleichsetzt, sich im Sinne ihrer Kinder miteinander zu verständigen?

Schon 2011 hatte Schrupp gefordert, das „Väter-Recht“ abzuschaffen und Kindererziehung über Steuern zu finanzieren.  Keine Väterrechte mehr, dafür auch keine Unterhaltspflichten: Das Angebot, das Schrupp Männern macht, um Müttern die Väter vom Hals zu halten, lässt die Perspektive der Kinder vollständig aus. In der Konsequenz werden dann beide existentiellen Elternbeziehungen verfügbar und  disponibel – die eine durch eine komplette Entrechtung, die andere durch ihre komplette Abhängigkeit von staatlichen Institutionen.

Kurz zuvor hatte Schrupp sich über die „Unvereinbarkeit zwischen Frauen und dem Prinzip des Rechtsstaats“ geäußert – und das war keineswegs frauenfeindlich, sondern feministisch gemeint. Der Rechtsstaat regele lediglich Konflikte unter Männern, und würde es nur Frauen geben, dann bräuchten wir überhaupt keine Justiz.

Die moderne Gesellschaft erscheint bei Schrupp so als eine grundsätzlich falsche Welt, irgendwie grundsätzlich männlich und von unendlichen Konflikten geprägt. Weiblichkeit hingegen steht hier für eine Humanität, die auf keine Regelungen angewiesen ist, für etwas ganz Anderes, das in der falschen modernen Gesellschaft noch verschüttet ist.

Wie aber kann Schrupp diese radikale Unterscheidung zwischen Weiblichkeit und Männlichkeit rhetorisch gestalten? Noch Jahre später, in einem Blogbeitrag aus dem Jahr 2015, arbeitet sie sich an diesem Thema ab.

Die soziale Konstruktion von Vaterschaft bedeutet: Jemand muss sagen „Dieser Mann ist der Vater meines Kindes“ oder „Ich bin der Vater dieses Kindes“ – wenn das nicht geschieht, gibt es keinen Vater. Im Fall von Mutterschaft aber muss niemand etwas sagen. Eine Mutter gibt es immer, denn andernfalls wird gar kein Kind geboren.

Vaterschaft wäre sozial konstruiert, Mutterschaft hingegen wäre einfach da: Aus der einfachen Tatsache, dass bis zur Entwicklung von Vaterschaftstests die Vaterschaft immer unsicher, die Mutterschaft aber immer sicher war, wird bei Schrupp ein essentieller Unterschied zwischen dem Bloß-Konstruierten und dem Ursprünglich-Gegebenen.

Natürlich räumt sie im selben Text ein, dass dieser Unterschied nur bis zur Geburt aufrecht erhalten werden kann. Ist das Kind erst einmal geboren, dann kann jede Sorge durch die Mutter schließlich auch durch andere Menschen geleistet werden. Zudem kann die Mutter, anders als die Schwangere, auch einfach weggehen und das Kind allein lassen.

Nicht einmal die Fähigkeit, Leben zu gebären, unterscheidet hier also Frauen von Männern – sondern das Schwangerwerdenkönnen. Damit trifft Schrupp ihre wesentliche Unterscheidung ausgerechnet anhand einer Situation, in der das Kind ganz in der Mutter aufgehoben ist.

Dass es sich dann aber weiter entwickeln muss, dass es zu dieser Weiterentwicklung gehört, andere Beziehungen aufzubauen als die zur Mutter und andere Bindungen einzugehen – das wird dann wie nebenbei verbucht. Jede Sorge für das Kind bleibt für Schrupp eine Sorge durcheine Mutter. Es können auch gerne zwei oder drei sein, welchen Geschlechts auch immer.“ 

Damit werden aber nicht etwa Männer großzügig als Mütter mitakzeptiert, denn ihnen fehlt ja das Potenzial einer Schwangerschaft. Jegliche Sorge für das Kind ist bei Schrupp mütterliche Sorge – der Vater ist durch ein simples sprachliches Manöver verschwunden.

Das ist deswegen fatal, weil der Vater neben der Mutter die zweite existentielle, unhintergehbare Bindung des Kindes ist und in dieser Hinsicht das einzige Gegengewicht zur Mutter-Kind-Beziehung – so wie die Mutter das Gegengewicht zur Vater-Kind-Beziehung ist. Wer den Vater verschwinden und das Kind ganz in der Mutterbeziehung aufgehen lässt, der versucht, eine Situation beizubehalten, in der das Kind noch gar nicht zur Welt gekommen und ganz von der Mutter umschlossen ist.

Damit fehlen dem Kind dann jedoch gleich zwei sichere Bindungen. Die zum Vater wird radikal disponibel, und die Präsenz des Vaters erscheint gar als Gefahr der friedlichen Einheit von Mutter und Kind. Die Bindung zur Mutter aber ist immer unsicher, weil sie beständig bedroht ist und immer wieder neu geschützt werden muss gegen eine Welt, die Schrupp sich als patriarchale Ordnung vorstellt, die aber schlicht die Welt außerhalb der Gebärmutter ist.

Wir wissen aus der Bindungsforschung, dass unsicher gebundene Kinder gerade nicht die Freiheit erleben, die Schrupp sich von der Entfernung des Vaters verspricht – sondern dass diese Kinder eben nicht autonom werden können, weil sie die Welt um sich herum als Bedrohung erleben und weil sie beständig nach der Bindung Ausschau halten, die ihnen verwehrt blieb.

 

Faschismus recyceln?

In der Schnelligkeit und Aufgeregtheit unserer heutigen Debatten übersehen wir leicht, dass die meisten Positionen nicht erst heute entwickelt wurden, sondern dass sie historische Vorläufer haben. Auch die Fixierung des Kindes auf die Mutterbeziehung und die radikale Disponibilität des Vaters, der in dieser Beziehung lediglich störe, hat historische Vorbilder.

Besonders radikale Versionen davon rekonstruiert Barbara Vinken in ihrem Werk Die deutsche Mutter. Der lange Schatten eines Mythos. Das Ideal der nationalsozialistischen Familienpolitik sei nicht einmal mehr die Kleinfamilie gewesen, sondern die „Beziehung zwischen Mutter und Sohn“ (S. 212), die religiös überhöht worden sei.

Ina Seidels 1930 erschienen Roman „Das Wunschkind“ stellt Vinken als „Programm“ (S. 198) der deutschen Mutter vor: Das Mutter-Sohn-Verhältnis habe in diesem Roman einen deutlich inzestuösen Charakter, und wenn der Sohn schließlich – als Muster totaler männlicher Verfügbarkeit – auf dem Schlachtfeld stirbt, werde das dort als „Rückkehr in den mütterlichen Schoß einer weiblich identifizierten Heimat“ (199) präsentiert.

Claudia Koonz wiederum beschreibt in ihrem schon 1991 erschienenen Werk Mütter im Vaterland. Frauen im Dritten Reich die Promiskuität des nationalsozialistischen Lebensborn-Programms, die bei Männern das Ziel gehabt hätte, „die Entstehung tieferer Gefühlsbindungen an Frauen und Kinder zu verhindern.“ (Koonz, S. 437) Der arische Mann sollte halt immer noch ein anderes Kind zeugen.

Daran wird Enno Park vermutlich nicht gedacht haben, als er Vätern die Distanzierung von ihren Kindern anempfahl, die Ähnlichkeiten sind trotzdem kein bloßer Zufall. Die Idee der beliebigen Gestaltbarkeit des Menschen, sei es als Übermensch oder als Cyborg, darf sich nicht stören lassen durch unhintergehbare menschliche Bindungen.

Noch radikaler wurde die menschliche Verfügbarkeit natürlich am anderen Ende des nationalsozialistischen Gewaltsystems exekutiert. „Oberstes Ziel der Geschlechtertrennung war es, die Familienbande zu durchtrennen“ (K, 443), schreibt Koonz über das „Ritual der Geschlechtertrennung“ (442) in den Konzentrationslagern.

Doch auch für die Massenmörder selbst erfüllte die Geschlechtertrennung eine wesentliche Funktion.

Indem (die) Ehefrauen an ihrem ‚natürlichen‘ Platz blieben, hielten sie die Welt der Familie von der männlichen Welt der Brutalität, Gewalt, Korruption und Macht sorgsam getrennt. (K, 456)

Die vorwiegend männlichen Aufseher konnte Unzählige ermorden und gleichzeitig in dem Gefühl leben, gerechtfertigt zu sein, weil sie sich diese Taten als notwendige Akte zum Schutz eines weiblichen Reiches der Unschuld fantasierten. In diesem Reich wiederum waren ihre Morde nicht mehr von Bedeutung. Die Frauen hätten den Männern „einen sicheren Ort zur Verfügung“ gestellt, „an dem das, was sie taten, ausgeklammert wurde.“ (K, 456)

Mitscherlichs Fantasie der „friedfertigen Frau“ oder Theweleits Männerphantasien liegen also genau falsch, wenn sie Faschismus diffus mit Männlichkeit assoziieren und in der Weiblichkeit ein Gegengift entdecken. Nicht Männlichkeit repräsentiert das nationalsozialistische Gewaltsystem, sondern eine Geschlechterordnung, in der Männlichkeit mit Gewalt verknüpft wird und Männer zugleich radikal disponibel sind, während Weiblichkeit für einen inneren, aber beständig bedrohten Kern unschuldigen und irgendwie eigentlichen Lebens steht.

Anstatt die Geschlechterordnung des Faschismus zu analysieren, haben Mitscherlich und Theweleit sie in dieser Hinsicht bloß reproduziert.

Wie können sicher sein, dass das nicht ihre Absicht war – so wie es auch heute gewiss auch nicht Schrupps und Parks Absicht ist, die nationalsozialistische Geschlechterordnung zu recyceln. Schrupp geht es, wenn ich es richtig verstehe, schlicht darum, einen Kernwiderspruch heutiger feministischer Positionen rhetorisch zu kaschieren: Den Widerspruch zwischen dem Bestehen auf einer radikalen rechtlichen Ungleichwertigkeit von Müttern und Vätern und der Orientierung an einer Gleichberechtigung der Geschlechter.

Auch wenn Park und Schrupp also natürlich keine Faschisten sind: Warum beunruhigt sie die Fülle an Parallelen zwischen ihren Standpunkten und reaktionären Positionen nicht, die im deutschen Faschismus ihren furchtbarste Ausprägung hatten? Diese Parallelen nämlich:

die radikale Trennung zwischen Väterlichkeit und Mütterlichkeit, die den Vater als bloße Konstruktion hinstellt und allein Mütterlichkeit als schlechthin gegeben begreift –

das diffuse, aber umso unerschütterliche Gefühl der beständigen Bedrohtheit des Weiblichen, des heimlichen Kerns der Gesellschaft, durch ein abstraktes Machtsystem –

die Fixierung auf die Mutter-Kind-Bindung und die Ablehnung der Vater-Kind-Bindung –

die radikale Disponibilität der Männer und die Feier ihres Verschwindens –

die gezielte Zerstörung existentieller menschlicher Bindungen –

die gezielte De-Humanisierung derjenigen, die als Feinde der eigentlich wichtigen Menschen identifiziert werden.

Und auch das ähnelt sich: Wenn die Mutter bei Schrupp vom Vater befreit wird, dann überantwortet sie das ganz staatlichen Institutionen. In der Beziehung zum Vater aber hätte sie durchaus die Möglichkeit, über die Bedingungen ihres Lebens und des Lebens ihres gemeinsamen Kindes auf einer gemeinsamen Ebene zu verhandeln. Gegenüber den staatlichen Institutionen jedoch wird sie immerhin hoffnungslos unterlegen sein: Bei Schrupp ruht die Mutter so im Staat, wie das ungeborene Kind in der Schwangeren ruht.

Und auch das ähnelt den faschistischen Geschlechterfantasien, für die das Leben realer Kinder, Männer und Frauen gleichgültig war: Wenn die kinderlose Schrupp in ihrem Buch zum „Schwangerwerdenkönnen“ über die „Konstruktion des Vaters“ räsonniert, dann greift sie dabei nicht etwas auf Erfahrungen von Vätern und Kindern zurück, sondern auf Texte von Theoretikerinnen wie Simone de Beauvoir oder Luce Irigaray.

Sie registriert nicht einmal, dass sie nicht auf der Ebene realer Erfahrungen von Kindern und Vätern argumentiert, sondern auf der Ebene von Fantasien.

Auch diese Fixierung auf Fantasien betoniert eine Machtposition. Wer sich an menschlichen Erfahrungen orientiert, und zumal an Erfahrungen anderer, muss die Perspektiven anderer Menschen berücksichtigen. Wer auf der Ebene von Fantasien bleibt, kann jedoch ganz in seiner eigenen Perspektive verharren.

Leider haben diese Fantasien gleichwohl Konsequenzen für reale Väter, Kinder und auch Mütter. Es ist daher nachvollziehbar, dass Väter- oder Männerblogs Parks und Schrupps Positionen scharf kritisieren. Im Lagerdenken aber, im dem sich viele Linke eingerichtet haben, können solche Positionen dann leicht als Masku-Gerede abgetan werden, dass ohnehin immer irgendwie „rechts“ wäre.

Dabei aber dürfen Linke nicht stehen bleiben, wenn sie den Anspruch haben, für eine humane Politik zu stehen: Dass wir allüberall „rechte Diskurse“ entdecken, selbst in der Aufregung über ein etwas dümmliches Liedchen oder in dem Wunsch von Vätern, für ihre Kinder zu sorgen – dass wir zugleich Faschismus aber nicht einmal mehr dann erkennen, wenn er uns direkt aus dem Spiegel anglotzt.

 

Claudia Koonz: Mütter im Vaterland. Frauen im Dritten Reich, Freiburg 1991

Barbara Vinken: Die deutsche Mutter. Der lange Schatten eines Mythos, Frankfurt am Main 2011 (1: 2007)

Offenlegung: Ich bin selbst Mitglied im Forum Soziale Inklusion, der im Text verlinkten Institution, die fordert, grundsätzlich die biologischen Eltern als Vater und Mutter anzusehen und Vaterschaft nicht mehr allein über die Beziehung zur Mutter zu bestimmen. Ich unterstütze diese Forderung aus den erläuterten Gründen. Sie steht den Möglichkeiten von Adoptiveltern nicht im Wege – verantwortungsvolle Adoptiveltern erkennen die besondere Bedeutung von leiblichen Eltern ohnehin auch jetzt schon an.

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15 Comments

  • Bestechende Analyse! Mich erstaunt immer wieder diese unendliche Geduld von Schoppe, wenn er solche inhumanen Äußerungen und Positionen sachlich analysiert und in historische Zusammenhänge einbettet.

    Leute wie Antje Schrupp und Enno Park machen mir Angst: Was werden Leute, die derart inhuman agieren, erst alles tun, wenn später einmal politisch Dinge beschließen und bewegen können?

  • Danke.

    Ich bin immer noch etwas fassungslos darüber, dass man so über Kinder und Väter reden kann. Ein Zeichen, dass Antje-Ich-schließ-mich-in-meine-Filterbubble-ein-und-ihr-solltet-das-auch-tun-Schrupp jeden Bezug zur Realität verloren hat. Dass sie die Chefredakteurin einer großen Zeitschrift ist zeigt weiterhin, dass das für den ganzen Feminismus im Feminat gilt.

  • Schon alleine ihre Bezeichnung von Männern. Kopfschüttelnd! Dadurch hebt sie die Männer von einer fühlenden Person, in eine sachliche Ecke und kann dann in die Zerlegung gehen.

    Nur als Anmerkung, dies hat meine Mutter auch mit einer uns Verwandten gemacht. Sie hat der Person einen eigenen verachtende neue Bezeichnung gegeben, vor uns Kinder. Ich habe zwar zugehört und nichts gesagt. Aber ihre Anschauung niemals akzeptiert. War eine schlimme Zeit!

    Sie erinnert mich an meine Mutter, und meine Mutter leidet an einer schweren Psychose. Naja, Ähnlichkeiten können auch Zufall sein (hmmm..)

    • Dadurch hebt sie die Männer von einer fühlenden Person, in eine sachliche Ecke und kann dann in die Zerlegung gehen.

      Du meinst vermutlich das Richtige, umschreibst es aber missverständlich. Denn nein, sie versachlicht nicht (im Sinne von weniger emotional), sie degradiert (Kinder und) Männer zu einem Gegenstand – sie entmenschlicht.

      Das hat übrigensfrüher schon einmal mit Juden bestens funktioniert…

  • Es sind nicht nur Leute wie Schrupp oder dieser Cyborg, die so eine Einstellung haben.

    https://twitter.com/mateo_tao/status/1220992907953541120

    Gerade die evangelische Kirche sehr viel Empathie bei dem Thema zu zeigen /ironieoff

    Es scheint die Leute mit negativen Männerbild gerade zu in diesen Bereich zu ziehen oder aber die werden dort auch diese Meinung geeicht. Beidem sollte entgegen getreten werden. Die haben dort nix zu suchen.

  • „Mutter Erde“ ist das optimale und tatsächliche Komplement des faschistischen „Vaterlands“ – na klar, aber auf diese Erkenntnis war ich absolut nicht gekommen, obwohl sie absolut nahe lag, wenn man sich damit gedanklich beschäftigt. So wird dann auch verständlich, wieso diese Gedanken weiterexistieren können. Es ist einfach mangelhafte Reflexion. Wohl genau deshalb meinen die Pessimisten man könne aus der Geschichte nichts lernen. Jeder kleine Fortschritt wie hier ist aber ein hoffungsvolles Zeichen!

  • Vorab mal so halb OT: ich frage mich, welche zusätzlichen Fähigkeiten der selbstbezeichnende Cyborg durch sein Cochlea-Implantat zu haben meint, mal von der Möglichkeit, bei Bedarf sein Gehör abschalte zu können, abgesehen.

    Diese Implantate bestehen, neben schallverarbeitender Technik im am Kopf getragenen Mikro, aus einer Diode, die in die Cochlea eingeführt wird und dort von Elektroden abgegebene Impulse die Stimuli simulieren sollen, die normalerweise, in einer funktionierenden Cochlea, die dortigen Härchen, von Schallwellen in Schwingung versetzt, ausgelöst hätten. Das dadurch entstehende Hörergebnis ist für gehörlose Menschen, für die diese Implantate vorgesehen sind, gewiss eine Revolution, aber sie können gewiss nicht qualitativ auf einem Level oder gar darüber betrachtet werden, verglichen mit dem, was man so unter „normal hörend“ versteht.

    Naja und der Rest… Es ist eben nur ein weiteres Beispiel dafür, wie man sowohl über Männer als auch Väter konsequenzlos herziehen kann und das in weitreichenstarken, ihre Publikationen durch Redaktionen prüfende Medienprodukte. Ich kann mir zumindest schwerlich vorstellen, dass man in denselben Häusern ebenso wenige Probleme damit hätte, einen Mann kritiklos und unhinterfragt über Mütter als „Brutkästen“ sinnieren zu lassen. Hier zeigt sich neben der völligen Blindheit für die eigene hochprivilegierte Position jener, die diese privilegierte Position nutzen, um über ihren Status als „Unterdrückte“ zu jammern, auch noch die völlige Blindheit für die soziale Realität und vor allem der eigene Anteil daran, dass derartige Misandrie so salonfähig geworden ist, dass sie problemlos sämtliche Redaktionsstuben dieses Landes passieren kann.

    Während solche Feministinnen ohne Unterlass und ohne jedes noch so latente Gefühl für Verhältnis immerzu neue Nichtigkeiten als patriarchale, frauenfeindliche Unterdrückung „enttarnen“ und sich wochenlang nicht einkriegen, wenn mal wieder irgendwo irgendeine Frau von Twitter-Troll 08/15 eine wenig nette Nachricht bekommen hat und in diesem Zuge Männern erzählen, dass die sich gar nicht vorstellen können, wie es so ist, in unserer Gesellschaft ein Leben als Frau führen zu müssen, dürfen sich die angesprochenen Männer, nicht selten von exakt denselben Personen, mit permanent steigender Frequenz und gleichzeitig sinkender Zurückhaltung über alle großen Medien, inklusive Öffentlich Rechtlicher, anhören, was sie für defizitäre Schweine sind, denen man all ihre Verfehlungen – was gleichbedeutend ist mit: „alles was sie tun“ – in wildem Tugendfuror vorhalten muss und die ja ohnehin schon lange fertig haben, dies aber nur noch nicht wahrhaben wollen. Was ist wohl die schärfere Form der Diskriminierung: wenn man alle Jubeljahre mal von irgendeinem unbekannten Depp auf der Straße wegen seines Geschlechts, seiner Hautfarbe oder was auch immer blöd angemacht wird, oder wenn man dieselbe blöde Anmache tagtäglich in Zeitungen, im Radio oder im Fernsehen reingedrückt bekommt? Wie eben schon angedeutet: sehr viele Feministinnen – und so ziemlich alle, die irgendwie eine gewisse Reichweite und Einfluss haben – haben keinerlei Gefühl für Verhältnismäßigkeiten und sind leider auch – mir fällt leider keine wohlwollendere Interpretation ein – zu dumm, einfach mal den von ihnen selbst so gern vorgebrachten Satz „Ein Privilegierter ist für seine eigenen Privilegien blind“ kritisch auf sich selbst anzuwenden.

    Dass bei all der narzisstischen Nabelschau selbst Kinder als Lebewesen unbemerkt bleiben und nie als mehr wahrgenommen werden, als ein beglückendes Accessoire der Mutter, das ist dabei nur logisch konsequent. Wer sich so blind für eigene Privilegien, aus einer selbst imaginierten Opferstellung heraus, derartig in immer absurdere, hemmungs- und maßlosere Forderungen nach mehr und immer mehr Privilegien hineinsteigert, der lebt irgendwann in einer Welt, in der es quasi nur noch ihn gibt. Ausnahmslos alle anderen Menschen sind entweder Faktoren, die einem nützen können oder Faktoren die einem im Wege stehen. Die möglichen Interessen dieser Menschen, die sie für einen so egomanen Menschen zu dem einen oder anderen Faktor in dessen Leben werden lassen, spielen keine Rolle. Sie werden eh nur als Gebrauchsobjekte wahrgenommen, deren Wert lediglich von ihrer aktuellen, temporären Nutzbarkeit abhängt. Kommt im Fernsehen was tolles, ist der Fernseher toll, kommt im Fernseher was doofes, ist der Fernseher doof und kann ausgeschaltet werden. Auf diesem Level bewegt sich das empathische Vermögen von Menschen wie Schrupp.

    Dass sie mit ihren Haltungen eins zu eins auf den Spuren totalitärer, faschistischer Ideologien wandeln, wird dabei natürlich nicht erkannt, bzw. es wird höchst vehement ignoriert. Vor kurzem meinte ich schon bei einem anderen Thema auf Alles Evolution, dass es auch nichts bringt, mit solchen, von ihrer eigenen Güte restlos überzeugten Menschen diesbezüglich zu diskutieren. Ich habe schon diese Erfahrungen gemacht, dass solche Diskussionen immer gleich ablaufen. Zunächst wird geleugnet und wenn die dargelegten Parallelen zu offensichtlich werden, kommt der vermeintliche Joker: „Ja, das waren aber doch die Bösen. Wir sind hingegen die Guten.“. Wenn man dann noch einmal nachsetzt mit dem Hinweis darauf, dass sich beständig alle „Bösen“ selbst für die „Guten“ gehalten haben, ist in der Regel in dem Moment das Gespräche beendet. Denn in dem Moment ist klar, dass man selbst zu den „Bösen“ zählt, mit denen die „Guten“ natürlich nicht reden.

    • 1+++

      So depprimierend, dass die Menschheit aus der Geschichte nichts lernt.

      „Geschichte wiederholt sich.“ „Dann sind wir doch als „Linke“ auf der sicheren Seite!“

      Solche Menschen können glaube ich nicht verstehen, dass Geschichte eher einer Spirale ähnelt als einem Kreis, wenn man schon Metaphern bemühen muss…

  • Zu Schrupp fällt mir kaum noch was ein…

    Männer sollten bei Abtreibung nicht mitreden können, weil sie nicht schwanger werden können. Doch Schrupp, selbst kinderlos, sabelt so wie ihr die Schnauze gewachsen ist. Das obwohl sie selber zu Männern unfreundlich ist, weil sie ja real Angst hat vergewaltigst zu werden. Sie kennt sich somit anscheinend nicht mal mit einer Partnerschaft aus, will diese aber mit definieren.

    Dann kommt der Mist oben, wo sie nicht mal den Blickwinkel von Kindern mit reinnimmt. Ich habe nichts über ihre familiäre Beziehung gefunden, doch frage ich mich, was da so alles schief gelaufen sein muss, dass sie ihren Vater komplett negiert. Denn nichts anderes ist diese Aussage oben. Gleiches bei Heiliger, deren Vater wir kennen. Doch wenn es nur der Samengeber war, und der Samen ja nun nichts wert ist, wie wir von ihr wissen…

    Doch dann kommt von Schrupp noch so ein Tweet:
    https://twitter.com/KaiDerFuenfte/status/1220741858772553728
    Wo sie twittert:
    „Weitblick im Frankfurter Frauenreferat. Dort haben wir heute den Abend vom Equal Care Day geplant …“

    Also Väter sollen nicht, wenn Mama nicht möchte, aber wehe sie machen trotzdem nichts! Wie kann eine einzelne studierte Person nur sooooo behämmert sein, innerhalb nicht mal einer Woche zwei sich komplett wiedersprechende Tweets rauszuhauen?

    Das sie nicht mal nachdenkt, noch nachforscht wissen wir zumindest seit sie behauptet das Sklavenhalter das Recht hatten ihre Sklaven zu vergewaltigen.
    https://www.fischundfleisch.com/antje-schrupp/nein-heisst-nein-nicht-bei-sexualisierter-gewalt-da-muss-ein-hintertuerchen-offen-bleiben-17754

    Allein durch logisches nachdenken kann man das locker als Quatsch abtun. Die neumoderne Sklavenhaltergesellschaft beruhte auf ethnischen Merkmalen, bzw. der Gewissheit das schwarze Menschen nicht gleichgestellt mit weissen waren. Dies wurde z. B. mit der schwarzen Kultur in Afrika begründet. Womit sich nun die logische Frage ergibt, welchen Status hat ein Mischlingskind? Und wenn dieses noch nicht weiss genug ist, wie sieht es mit dem nächsten Kind aus?

    Und eine sehr kurze Nachforschung im Code de Noir aus Frankreich offenbart folgendes:
    „Verheiratete freie Männer, die ein Kind mit einer Sklavin haben, werden mit einem Bußgeld von 2000 Pfund Zucker belegt, ebenso der Besitzer der Sklavin. Wenn der Mann selbst Besitzer der Sklavin ist, werden ihm Sklavin und Kind weggenommen. Wenn der Mann nicht verheiratet ist, soll er die Sklavin heiraten und so Sklavin und Kind von der Sklaverei befreien.“

    Genau, die Frau und das Kind werden verheiratet und „befreit“. Ob das nun immer besser wahr bezweifele ich natürlich. Ob das immer passiert ist ebenso. Doch das will uns Schrupp als ein verbrieftes Recht verkaufen. Nach der Logik habe ich auch das verbriefte Recht Schrupp zu verprügeln. Wird ja auch nur mit ein paar Jahren Gefängnis geahndet.

  • Der einzige Kritikpunkt den ich habe ist der, dass nicht nur im Nationalsozialismus die Kinder mit dem Verweis ,dass sie für den Kampf um den „Endsieg“ zu erlangen gebraucht würden und deshalb mehr, oder weniger „verstaatlicht“ wurden.(natürlich hat die Tatsache, dass man Kindern die eigene Propaganda in die Köpfe „besser“ in die Köpfe hämmern kann auch etwas damit zu tun. Feministen drängen nicht umsonst in Kindergärten und Grundschulen…)

    Die sexuelle Revolution der 68er hat bei den Bolschewicki ihren Anfang genommen, wo die Frauen zuerst“verstaatlicht“ wurden und die Partei sich um die Aufzucht der nächsten Generation gekümmert hat, wenn der Berufsrevolutionär im Kampf für die gute Sache sein Leben gelassen hat (nehme ich an).

    Das habe ich auch bei Wilhelm Reich ,Marx und Macuse gelesen btw. Kommunismus/Sozialismus lies sich in der Vorstellung dieser „Herren“ immer nur über die Zerstörung der bourgoisen Familie erreichen. (btw ich habe als ich das gelesen hatte übrigens endgültig für mich entschieden ,dass ich für linkes Phantastahausen zu „alt“ bin.

    Es gibt ,wie ich mittlerweile glaube 2 unvereinbare Arten von „Gesellschaftsmodellen“.

    1. Die Welt wie wir sie uns wünschen, und wie sie wenn alles optimal ,perfekt und gerecht geregelt , gelöst und verteilt wäre sein sollte, aber noch niemals war und (wenn man davon absieht mit drastischen Verboten und drakonischen Strafen die Menschen dazu zu „zwingen“ nach der eigenen Vorstellung von richtig/falsch zu leben. Wobei das Ergebnis dann IMMER zu einer Mischung aus „1984“und „Brave New World“ führen wird…z.B. Gen Zen atm in China, eine krassere Blackpill fällt mir atm nicht ein…)

    2.Eine freie ziemlich schräge und teilweise „kaputte“ Welt, in der ich sicher vieles nicht verstehen und/oder ablehnen würde. Aber die trotzdem FREI wäre, weshalb ich sie auf jeden Fall vorziehen würde (wenn ich rein theoretisch die Wahl hätte und nicht hier in „Clownworld“ gestrandet wäre). Menschen waren noch nie perfekt und werden es wahrscheinlich niemals sein, jede Ideologie ,die sich weigert diese Tatsache anzuerkennen, oder noch schlimmer vorgibt zu wissen was richtig ist , ist konsequent abzulehnen…

    Schade dass wir den kalten Krieg verloren haben und die 68er/Frankfurter/Kulturmarxisten alle Institutionen unterwandert und so die Macht an sich gerissen haben…

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