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Mündigkeit in Zeiten von Corona

geschrieben von: Lucas Schoppe

Streifzüge durch den alltäglichen Irrsinn. Teil 2

Wie sind wir eigentlich in die Situation geraten, in der wir uns gerade befinden?

  1. Mundschutz und Mündigkeit
  2. Kitsch ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Mündigkeit
  3. Die Durchhörbarkeit von Politik und ein Rassismus mit gutem Gewissen
  4. Bots, Narrative und ein Postulat der kommunikativen Vernunft
 

Immerhin ist unser Kind seit mehr als einer Woche bei mir, weil die Schulen geschlossen sind und ich den Unterricht von der Einzimmerwohnung aus erledigen kann, die ich für den Umgang gemietet habe.

Das habe ich hier zu Beginn des letzten Textes aus der Coronazeit geschrieben, und so ist es auch geblieben. Unser Kind ist meistens bei mir, es geht auch meistens gut, obwohl die Wohnung für zwei Stubenhocker ganz schön klein ist.

Wir spielen unsere Spielesammlung durch, aber ich habe auch gemerkt, dass Computer und Internet für uns beide manchmal sehr hilfreich sind, weil sie eine Möglichkeit schaffen, sich auch mal für eine Weile zu distanzieren. Das merk ich mir, wenn ich das nächste Mal über die Computenutzung von Kindern und Jugendlichen rede.

Ich werde aber trotzdem kein beschaulich-innerliches Journal der Krise schreiben, wie es beispielsweise Carolin Emcke gerade in der Süddeutschen Zeitung macht. 

„Das ist das Versöhnliche an dieser Zeit: dass sie einen die guten Leute deutlicher erkennen lässt (…)“

Versöhnlich finde ich an dieser Zeit nun eigentlich gar nichts, schon gar nicht das alte und irgendwie auch einzige Emcke-Thema, dass es gute und schlechte Menschen gibt, die man klar voneinander unterscheiden kann. Naja, man vielleicht nicht, aber sie halt.

Es gibt Texte, nach deren Lektüre mich das seltsame Gefühl nicht loslässt, mit dem Hirn in einen Hundehaufen getreten zu sein. Was viel wichtiger ist als solche apolitischen Ressentiments: Einflussreiche Akteure wie der Finanzmanager Alexander Dibelius oder der Weltwoche-Herausgeber Roger Köppel machen Druck und fragen, ob das weitflächige Stilllegen der Wirtschaft zum Schutz eines sehr begrenzten Teils der Bevölkerung eigentlich verhältnismäßig ist.

Doch weit durch ganz unterschiedliche Bevölkerungsschichten und politische Milieus hindurch bleibt es Konsens, dass nicht einfach bestimmte Gruppen zum Vorteil der anderen geopfert werden können. Das ist eine wirklich positive Erkenntnis dieser Zeit, die weit über das Ressentiment hinausgeht, das gute von schlechten Menschen scheidet.

 

Mundschutz und Mündigkeit

Aber daneben bleibt vieles eher verwirrend. Die Nachricht zum Beispiel, dass das Robert-Koch-Institut nun plötzlich allen, und nicht nur medizinischem Personal, das Tragen von Schutzmasken empfiehlt, nachdem es das zuvor wochenlang für unnötig erklärt  hatte.

Aus dem Pandemieplan, der 2005 vom selben Robert-Koch-Institut entwickelt wurde, geht laut Heike Schmoll in der Frankfurter Allgemeinen „klar hervor, dass intensive Handhygiene, also häufiges Waschen mit Seife und warmem Wasser, deutlich weniger wirksam ist als das Maskentragen.“ Ideal wäre eine Kombination aus Masketragen, Abstandhalten und Händewaschen.

Dass uns Masken trotzdem, und ganz offenkundig wider besseres Wissen, lange als nutzlos präsentiert wurden, hat wohl einen ganz einfachen Grund: Die vorhandene Schutzkleidung reicht nicht einmal für das medizinische Personal, so dass die Verantwortlichen in Politik und Institut befürchteten, eine größere Nachfrage von Privatpersonen würde den Mangel noch schlimmer machen. Schmoll:

Die eigentlich im Nationalen Pandemieplan vorgesehene Bevorratung und Lagerung medizinischer Ausrüstung ist offenbar unterblieben. Obwohl Hersteller von Hygieneprodukten das Gesundheitsministerium mehrmals dazu aufgefordert haben, nahm dieses die Beschaffung nicht rechtzeitig vor Ausbruch der Pandemie in Angriff.

Der Spiegel hatte schon am 19. März darüber berichtet, dass ein wichtiger Lieferant das Gesundheitsministerium bereits seit dem 5. Februar dringend vor dem Mangel gewarnt habe – ohne eine Reaktion erhalten zu haben. Seit Ende Januar habe es eine „Flut von Bestellungen von Mundschutz, Atemschutz und Hygienebekleidung“ gegeben, offenbar oft im Rahmen der chinesischen Regierung.

Dass China ohnehin schon 97% der Weltmarktproduktion erledigt, hat also dort nicht gereicht – die Regierung hat auch darüber hinaus alle verfügbaren Bestände aufgekauft, wohlwissend, dass andere Länder sie bald brauchen würden.

Der skrupellos, aber wohl auch panisch agierenden chinesischen Regierung standen dabei in Europa und den USA fahrlässige, desinteressierte oder überforderte Verantwortliche gegenüber. Auch das deutsche Gesundheitsministerium hat so naiv agiert, als wäre alles, was wir brauchen, irgendwie schon immer vorhanden – als ob Lebensgrundlagen unserer modernen Gesellschaften nicht unter der Benutzeroberfläche beständig neu produziert und wiederhergestellt werden müssten.

Das ist ein sehr ernstes Versäumnis, weil es ausgerechnet die Menschen massenhaft in vermeidbare Lebensgefahren bringt, auf die wir nun besonders angewiesen sind – das medizinische Personal in Krankenhäusern. Zudem wäre ein obligatorisches Tragen von Masken in der Öffentlichkeit ein wichtiger Beitrag zur Eindämmung der Krankheit gewesen.

Was hatte noch im März, beispielsweise, die Tagesschau dazu zu sagen?

Hier musste selbst medizinischen Laien auffallen, dass über die falsche Schreibweise von „Vlies“ hinaus etwas nicht stimmte. Wenn die FFP-Maske vor Ansteckung schützt – warum sollte sie dann nur für medizinisches Personal sinnvoll sein? Und wenn die Maske aus Vlies davor schützt, dass wir andere anstecken – warum sollten wir dann glauben, dass wir sie allgemein nicht brauchen und dass sie nur bei Infizierten sinnvoll wären?

Schließlich wissen wir doch, dass die Corona-Infektion eine lange Inkubationszeit hat, dass die Viren sich im Rachenraum sammeln und dass viele Infizierte keine Symptome entwickeln, aber andere anstecken können. All dies legt nahe, dass wir in der Öffentlichkeit alle vorsichtshalber Masken tragen sollten.

Desinformationen wie die der Tagesschau können das Vertrauen in Medien ausgerechnet in einer Zeit stören, in der wir auf vertrauenswürdige Informationen angewiesen sind. Statt des unabhängigen Journalismus, für den wir den öffentlich-rechtlichen Sendern jedes Jahr Milliarden überweisen, liefert die Tagesschau hier Öffentlichkeitsarbeit für ein Ministerium, die dessen Versäumnisse verschleiert.

Es mag ja sein, dass die Verantwortlichen dabei sicher waren, mit guten Absichten zu handeln und die ohnehin viel zu geringen Bestände für das medizinische Personal zu schützen. Dann aber wäre es besser gewesen, uns als mündige Menschen zu behandeln und uns die Wahrheit zuzumuten, anstatt uns mit opportunen Falschinformationen in die richtige Richtung zu stupsen.

 

Kitsch ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Mündigkeit

Ein passendes Gegenstück zu der Unmündigkeit, die hier von einer Vorzeigesendung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks produziert wurde, sind Lobeshymnen auf die Regierung, die nun immer wieder in sozialen Medien angestimmt werden.

Die Tagesspiegel-Kolumnistin Hatice Akyün beispielsweise beschreibt, wie sie in der Nacht wach liege und an die Menschen denke, die als „PolitikerIn“ schwere Aufgaben erfüllen und dafür nur „Hohn, Spott und Undankbarkeit ernten“. Die feministische Schriftstellerin und Journalistin Jagoda Marinic schreibt über Angela Merkel: 

Sie berührt mich wahnsinnig, wenn sie so redet. In dieser Monotonie, dieser Selbstkontrolle und Konzentration. Sie will geben, Sicherheit und Zuversicht. Ziel ist nicht, sich als Krisenmamagerin inszenieren. Was bin ich froh, keinen Kurz, Trump oder Johnson zu haben.

Ich verstehe das Bedürfnis sehr gut, jetzt der Regierung ganz vertrauen zu können. Dieses Bedürfnis ist international verbreitet,  und so steigen selbst die Zustimmungsraten für Trump, trotz oder gerade wegen der katastrophalen Entwicklung in seinem Land.

Ich finde auch wie Akyün, dass jetzt nicht die Zeit für politische Abrechnungen ist. Zudem gehört zur Kritik auch, Positives anzuerkennen: Der Guardian beispielsweise lobt gerade den deutschen Föderalismus, und die New York Times staunt über die relativ geringe Corona-Letalität in Deutschland.

Doch in der Verkitschung von Politik begeben sich Menschen in die Position kleiner hilfloser Kinder, die von wissenden souveränen und fürsorglichen Erwachsenen durch die Krise geführt werden. Eine selbstgewählte Unmündigkeit.

Dabei verschwindet jeder Gedanke daran, wie wir denn eigentlich in die Situation geraten konnten, die wir gerade erleben. Die Philosophieprofessorin Sabine Döring fragt dagegen in der Neuen Zürcher Zeitung:

Warum stolpert die gesamte westliche Welt so in diese Katastrophe hinein, wenn doch prominente Risikoforscher wie Nassim Nicholas Taleb eine Pandemie als ‚weissen Schwan‘, also erwartbare Katastrophe, klassifizieren und bereits Ende Januar ein frühes und hartes Vorgehen gefordert haben? Schon da hätte man Einreisen aus den besonders betroffenen Regionen untersagen und sich intensiv mit Ländern austauschen müssen, die mit Epidemien Erfahrung haben. Von Taiwan hätte man lernen können, dass der Aufenthaltsort und die Kontakte von Infizierten lückenlos verfolgt werden müssen.

Schon am 19. März hat Tomas Pueyo in dem Blog Medium mit dem Text „The Hammer and the Dance“ (hier die deutsche Version) einen möglichen Verlauf der folgenden Monate skizziert. Nachdem die Zahl der Erkrankungen durch harte Maßnahmen reduziert wurde („Hammer“), könne die Krankheit durch Maßnahmen kontrolliert werden, mit denen asiatische Staaten wie Südkorea oder Taiwan nun schon länger erfolgreich sind („Dance“):

effizientes Testen, effizientes Nachverfolgen, Reiseverbote, effizientes Isolieren und effiziente Quarantäne.

Das bedeutet aber eben auch, dass die jetzigen harten Hammer-Maßnahmen uns nicht einfach nur Zeit erkaufen – sie haben vor allem den Zweck, die Zeit gleichsam zurückzudrehen und eine Situation wiederherzustellen, in der die Krankheit wieder so kontrollierbar ist, wie sie es im Januar oder Februar noch war.

Deshalb geht die immer beliebtere Unterstellung, die deutsche Regierung nutze nun die Pandemie gezielt zur autoritären Abschaffung einfacher Freiheitsrechte, völlig am eigentlichen Kritikpunkt vorbei. Diese Regierung hat, so wie andere westliche Regierungen auch, ganz im Gegenteil zu zögerlich und zu spät reagiert. Der eskalativen Logik einer Pandemie mit exponentiellem Wachstum entsprechend müssen Maßnahmen dann aber umso härter sein, je später sie erfolgen.

Der Focus-Kolumnist Jan Fleischhauer hat schon vor zwei Wochen gegen die Widersprüche polemisiert, die sich aus dem langen Zuwarten zwangsläufig ergeben haben:

Man ist in der Politik bereit, den Einzelhandel zu zerstören, indem man Geschäften für Wochen die Existenzgrundlage entzieht. […] Aber gleichzeitig sind die Verantwortlichen nicht willens, hustende Urlauber für 14 Tage in Quarantäne zu nehmen, weil das die Laune der Urlauber beeinträchtigen würde? Das verstehe, wer will. Ich verstehe es nicht.

In ihrer hochgelobten ersten Ansprache, in der sie uns alle auf den Ernst der Lage einstimmte, ging die Bundeskanzlerin auf solche Fragen nicht ein. Sie hatte für die, die „für uns in diesem Kampf in der vordersten Linie“ in den Krankenhäusern stehen, zwar einen allgemeinen Dank dabei – aber kein Wort der Erklärung für die fehlende Schutzkleidung und keine Versicherung, dass der Mangel so schnell wie möglich beseitigt werde.

Auch Merkel ging es darum, das Verhalten der Bevölkerung zu modellieren, und mit guten Gründen. Aber sie klärte keine politische Verantwortung, und so hat sie  zu uns gesprochen wie zu einsichtigen Kindern, die von einer guten Mutter geführt werden – und nicht zum demokratischen Souverän, dem die politischen Akteure Rechenschaft schuldig sind.

Da sie auf diese Weise wichtige Konflikte und Fragen gar nicht erst ansprach, störte nichts die Gemeinsamkeit zwischen Kanzlerin und Volk. Eben diese Windstille aber hat uns möglicherweise überhaupt erst in die Situation treiben lassen, die wir nun erleben.

 

Die Durchhörbarkeit von Politik und ein Rassismus mit gutem Gewissen

Im Formatradio gibt es schon seit Jahrzehnten die Richtlinie der „Durchhörbarkeit“. Es geht gar nicht darum, gute, ungewöhnliche Musik zu spielen – sondern darum, dass nichts gespielt wird, das stört und so Zuhörer zum Ab- oder Umschalten motivieren könnte.

Eben in einer solchen Durchhörbarkeit hatte sich auch unsere Politik eingerichtet, als die Corona-Erkrankungen trotz aller Warnungen als geringes Risiko eingeschätzt wurden. Erst die furchtbaren Bilder und Berichte aus der Lombardei änderten das.

Auch medial wurde die politische Durchhörbarkeit zuvor unterstützt. Die öffentlich-rechtliche heute-Show machte sich beispielsweise noch im Februar über einen besorgten Bericht des SAT1-Frühstücksfernsehens lustig:

Drei Minuten Sat1-Frühstücksfernsehen töten mehr Gehirnzellen, als ein durchschnittlicher Sat1-Frügstücksfernsehzuschauer hat.

Einmal ganz abgesehen von der Arroganz eines gebührenfinanzierten Senders gegenüber denjenigen ihrer Finanziers, die einen Privatkanal schauen: Anstatt sich für die anmaßende Desinformation zu entschuldigen, versteiften sich die Verantwortlichen hinterher darauf, dass sie nach der damaligen Faktenlage völlig im Recht gewesen wären.

Das stimmt natürlich nicht. Zum Zeitpunkt der Sendung waren in China schon Tausende erkrankt und viele gestorben, Berichte aus dem Land waren schon seit dem Januar weit über die offiziellen Zahlen hinaus enorm besorgniserregend.

Ohne dass das den Verantwortlichen bewusst oder wichtig wäre, ist die Darstellung der heute-Show so gleich doppelt rassistisch. Erstens fehlt es ihrer Witzelei ganz an Empathie für die Menschen in China – und zweitens agieren sie so, als ob uns so etwas ganz gewiss nicht passieren könnte, als wären wir  irgendwie unverwundbare Herrenmenschen.

Ein Rassismus mit gutem Gewissen.

Auch andere Sendungen zeichneten ein ähnliches Bild. Die Monitor-Sendung vom 30. Januar vermittelte den Eindruck, das Corona-Risiko werde zum Vergleich mit Erkrankungen in ärmeren Ländern weit übertrieben. Es spreche einiges dafür, dass wir sie in einem Jahr schon wieder vergessen hätten.

Die Sendung quer vom Bayerischen Rundfunk witzelte am selben Tag über ein Virus, das alle Vernunft zerstöre – es scheine zwar nicht allzu gefährlich zu sein, aber bei Verschwörungstheoretikern und Populisten steige die Fieberkurve rasch an. Die Forderung nach der Schließung von Grenzen, so ein zusätzlicher Kommentar, würde ein rechtes Spektrum bedienen.

Auch hier berufen sich die Verantwortlichen hinterher irreführend darauf, dass sie zum damaligen Zeitpunkt mit ihrer Darstellung im Recht gewesen wären.

Den Sendungen fehlte, beispielsweise, jede Abwägung, dass Grenzkontrollen und obligatorische Quarantänemaßnahmen – die mittlerweile von der Bundesregierung vorgeschlagen werden – angesichts einer Pandemie aus ganz pragmatischen Gründen sehr sinnvoll sind und nicht einfach nur nationalistische Bedürfnisse bedienen. Schlimmer noch:

Gleich reihenweise stellten Journalisten hier das Virus nicht nur als harmlos dar – sondern sie machten auch diejenigen lächerlich, die angesichts der Entwicklung besorgt waren. Anstatt zum offenen Diskurs beizutragen, behinderten sie ihn.

 

Bots, Narrative und ein Postulat der kommunikativen Vernunft

In solchen Darstellungen wurden besorgte Beiträge nicht als Aussagen über eine gemeinsame Wirklichkeit wahrgenommen, die wahr oder falsch sein können. Sie wurden lediglich als unfreiwillige Selbstauskünfte interpretiert: als Ausdruck irrationaler Ängste oder gar als Feindseligkeit gegenüber Mitmenschen.

Ein Schluss aus diesem unserem Diskursversagen wäre nun nicht, mehr auf „Rechte“ zu hören – denn was daran eigentlich rechts sein sollte, sich über eine mögliche Pandemie Sorgen zu machen, ist bis heute unklar. Wichtig wäre es aber, gleichsam als ein Postulat der kommunikativen Vernunft, anderen zuzugestehen, dass sie Aussagen über eine gemeinsam geteilte Wirklichkeit machen, die zumindest aus ihrer Sicht vernünftig und wichtig sind.

Widerspruch ist dabei natürlich jederzeit möglich, aber eben im Bezug auf diese Wirklichkeit, nicht über einfache persönliche Zuschreibungen. Nach meiner Beobachtung waren keineswegs „Rechte“ oder „Verschwörungstheoretiker“ zuerst über Corona besorgt, sondern Menschen, die mit mathematischen Modellen umgehen können und die eine Vorstellung von exponentiellem Wachstum haben. Menschen, die – wie die zitierten Akteure der Sender – dagegen ganz auf den lebensweltlichen Augenschein setzen, könnten von solchen Abstrahierungen durchaus etwas lernen.

Die Durchhörbarkeit der Politik, die unsere Aufmerksamkeit niemals einrasten lässt, baut im Gegensatz dazu darauf, dass wir das Postulat der kommunikativen Vernunft ignorieren, alle Diskusteilnehmer würden sich – prinzipiell sinnvoll – auf eine gemeinsame Wirklichkeit beziehen. Auf diese Weise nämlich kommt uns unseren eigenen Fantasien über die Welt niemals ein fremder Wirklichkeitsbezug in die Quere, den wir nicht kurzerhand abwehren könnten.

Wir unterstellen stattdessen anderen „Narrative“, als würden sie bloße Erzählungen produzieren, die mit unserer Wirklichkeit wenig zu tun haben. Oder, wenn wir weniger hermeneutisch und dafür eher mit Technik-Ressentiments agieren, wir ziehen uns auf die Fantasie zurück, störende Teilnehmer in sozialen Netzwerken wären ohnehin bloß „Bots“, Maschinen ohne Wirklichkeitsbezug.

Natürlich gibt es Bots, und natürlich gibt es auch Akteure, die große Erzählungen vom großen Austausch oder von der Allmacht des Patriarchats spinnen. Wer aber nicht einmal mehr in der Lage ist, Informationen über lebensgefährliche Risiken als Informationen über die Wirklichkeit wahrzunehmen, weil er sie schnell als Verschwörungstheorien oder als rechte Paranoia abtut – der ist nicht in der Lage, realitätsgerecht zu agieren.

Wir merken das in absurder Weise gerade auch in der Geschlechterpolitik, die ja regelmäßig Thema dieses Blogs ist. Obwohl deutlich mehr Männer als Frauen an Corona sterben, und obwohl entgegen anderslautender Befürchtungen und Unterstellungen die Zahlen häuslicher Gewalt bislang nicht angewachsen sind, konzentriert sich die offizielle Geschlechterpolitik auf den Schutz von Frauen vor männlicher Gewalt.

Gegenüber den eigenen Geschlechterfantasien, die überhaupt nicht mehr grundsätzlich bezweifelt werden können, sind störende Informationen aus der sozialen Wirklichkeit chancenlos.

Wer von „Narrativen“ redet, macht das eben regelmäßig mit einem Entlarvungsgestus gegenüber anderen und hält dabei die eigenen Fantasien jederzeit für angemessene Beschreibungen der Wirklichkeit. Er merkt nicht einmal, dass die Unmündigkeit, die er anderen projektiv unterstellt, eben die Unmündigkeit ist, die er sich selbst gewählt hat.

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43 Comments

    • @mark

      Zu dem ioannidis Artikel hat der oben angesprochene N. N. Taleb bereits alles gesagt was es zu sagen gibt: https://mobile.twitter.com/nntaleb/status/1239967206579908609

      Eine längere Kritik hat Prof. Harry Crane: https://www.researchers.one/article/2020-03-10

      Zu dem Thesenpapier schreib ich morgen vielleicht noch was, erstmal genügt es festzuhalten dass sie gleich in der ersten These denselben Fehler machen wie ioannidis, was Taleb in dem verlinkten Tweet oben völlig zurecht als Unsinn klassifiziert. Auch die längere Kritik von crane trifft sinngemäß auf die erste These zu.

      • @pingpong

        Du darfst Dich gerne mit John Ioannidis, Klaus Püschel und mit den Damen und Herren Matthias Schrappe et al. in Verbindung setzen und mit Ihnen diskutieren, weshalb Sie falsch liegen. Ich verzichte hier auf jede weitere Diskussion.

        • Mark, was soll das? Diesen Stunt hast du bereits in der Corona-Diskussion beim vorigen Artikel von Lucas abgezogen: Zuerst inhaltlich fragwürdige bis gefährliche „wissenschaftliche“ Thesen verlinken, um dann, wenn eine begründete Gegenmeinung kommt, dich auf den Standpunkt „Dann rede das doch mit diesen Herren aus, ich diskutiere hier nicht“ zurückzuziehen.

          Wozu machst du dir dann überhaupt die Mühe einen Kommentar zu schreiben und solche Thesen zu verlinken?

          • Es gibt viele Menschen, die sammeln Links. Und sie posten sie, nachdem sie sich ein Bild gemacht haben, welche der vertretenen Positionen ihnen mehr zusagt. Um sachliche Erörterungen gehts dabei nicht.

    • Zur Durchseuchung und zu unerkannter Infektion: Es wird bei solchen Pandemien im Extremfall von einer zehnfachen Dunkelziffer der Durchseuchung ausgegangen. Das ist – wohlverstanden – der Extremfall. Selbst in diesem Fall wäre zum jetzigen Zeitpunkt nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung infiziert und möglicherweise immun.

  • „Doch weit durch ganz unterschiedliche Bevölkerungsschichten und politische Milieus hindurch bleibt es Konsens, dass nicht einfach bestimmte Gruppen zum Vorteil der anderen geopfert werden können.“

    Ich halte diese Ansicht für Selbstbetrug. Der Konsens beschränkt sich doch in Wirklichkeit nur darauf, dass man keine Alten oder Vorerkrankten opfern mag. Wie lange dieser Konsens halten wird, wenn wirklich mal Entscheidungen getroffen werden müssen, wird man sehen.

    Man hat freilich kein Problem, junge (ehemals) Gesunde zum Vorteil der Alten zu opfern, als ob für die schweren Verläufe bei jungen Patienten die Intensivmedizin irgendwie optional wäre.

    Teil des Selbstbetruges ist auch die implizierte Logik, dass wir alle retten können, wenn wir sie nur alle schnell genug an Maschinen anschließen können. Auch das ist reine Romantisierung: Die Risikogruppen werden auch aus der Beatmung weit häufiger nicht lebend zurückkehren als die anderen.

    Wir bekommen womöglich auch hier eine Situation, in der man es nicht für alle gerecht entscheiden können wird.

    Einige werden sterben müssen, damit andere leben können.

    Ein Kriterienkatalog macht diese Entscheidung wenigstens nachvollziehbar, aber eben nicht gerecht für alle.

    Es ist kein Sieg der Menschlichkeit, wenn man statt des Alters andere Kriterien heranzieht. Es ist einfach ein Sieg der Vertreter einer letztlich willkürlichen Entscheidungsbasis über die Vertreter einer anderen, ebenso willkürlichen.

    • Und noch ein Nachtrag: Nicht nur bei der Konkurrenz um Intensivplätze wird es darauf hinauslaufen, von manchen Gruppen Opfer zu verlangen, damit andere leben können. Schon jetzt zwingt man einen Großteil der Bevölkerung dazu, sein Leben praktisch einzustellen, damit Angehörige der Risikogruppen später sterben.

      Ich möchte das hier ausdrücklich nicht moralisch bewerten, weder kritisieren noch unterstützen.

      Man sollte aber ehrlich sein und zugeben, dass den geretteten Risikogruppen eben andere Gruppen gegenüberstehen, die diese Rettung mittel- und langfristig (teilweise auch mit ihrem Leben) bezahlen werden.

      Nach der Argumentation, die zum aktuellen Scheinkonsens führt, bedeutet das dann wohl, dass diese Opfer weniger wert sein müssen als unsere „Alten und Schwachen“.

  • Asyl per Postkarte: Keine Anhörung, keine Corona-Tests

    Corona-Maßnahmen an den deutschen Grenzen gelten nicht für Asylsuchende. Stattdessen herrscht nun ein noch absurderes Prozedere als bislang schon: Eine schriftliche Antragstellung, die kein schriftlicher Asylantrag sei.

    Gerade bei Tichys Einblick gelesen: https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/alexander-wallasch-heute/asyl-per-postkarte-keine-anhoerung-keine-corona-tests/

    Ich weiß nicht, ob die Angaben im Artikel stimmen. Aber sollten sie es, dann ist das eine gröbste Fahrlässigkeit den zwischenzeitlich eingesperrten Deutschen hierzulande gegenüber!

    Denn bei diesen Migranten/Asylanten wird nicht mal auf Corona getestet und zum BAMF müssen sie erst mal auch nicht. Ich fasse diese Stümpereien in diesem Land nicht mehr und befürchte, obwohl kein Aluhutträger, hier langsam wirklich den Versuch einer Umvolkung.

    Diese Melange, zusammen mit den, in Lucas‘ sehr gutem Artikel dargestelltem Dilletantismus ist mehr, als nur eine grobe Fahrlässigkeit. Es ist ein Belügen der indigenen Einwohner und unterlassene Hilfeleistung durch ÖR-Fake-News!

  • DU plädierst jetzt für schnelle und frühe Grenzschliessungen? Ich staune…

    Es lässt sich doch nicht einmal belegen, dass nicht bereits Millionen chinesen den cov2 haben oder wenigstens hatten. Die haben halt irgendwann hauptsächlich die Testanzahl auf ein gleichbleibendes Niveau gebracht, um einen gleichbleibendeen Eindruck zu bekommen. D.h. wenn da ein Positiver gefunden wird, repräsentiert der gleich mehrere mio Chinesen aber ob deswegen die Durchseuchung auch dem entspricht, ist doch gar nicht klar. Es müsste sich aber kurzfristig im Gesundheitswesen bemerkbar machen, sonst ist es eben nur ein Einzelfall…diese Hochrechnung der Einzelfälle funktioniert aber doch auch bei uns nicht, denn bezieht man die ebenfalls exponentiell gewachsenen Negativen mit ein, gibt es eine Zunahne von 5.9% auf 8.7% positiv Getesteter am gesamten Testvolumen – uber drei Wochen -, was einer Zunahme von 3% der Bevölkerung entspräche…immerhin, denn auch diese drei Prozent wären ja 2.400.000, die bestimmt nur wegen des social distancing nicht im Gesundheitswesen auftauchen /zyn off

    Bei einer Grippewelle gibt es teilweise fast 1 mio zusätzliche Arztbesuche…wo sind die Coronas? Und komm mir jetzt bitte keiner mit Italien.

    Also sorry, aber beim stand letzte Woche von 80000 „Fälle“ sind es – unter Einbeziehung der Negativen – knapp zehn prozent. Der Durchseuchung kann das nicht entsprechen, denn das wären viel zu viele wirklich Betroffene, die beim Doktor sitzen…. hätte man aber wirklich alle gefunden, wären es grad 0.01%…nur Bayern kommt auf 0.1%…phatt! D.h. die Quote muss irgendwo zwischen 0.1 und 10 Prozent liegen…bei 10% liegt sie garantiert nicht.

    Von Verdoppelungsrate zu sprechen ist gelinde gesagt irreführend…hast du dir schon mal das Interview mit Statistikprofessor Gert Bosbach bei den nachdenkseiten angehört? Dieser anerkannte Fachmann ist stinksauer, redet von undemokratisch und faktenfrei…lohnt sich!

    Also echt, Whow…Grenzen schließen, die afd wird sich freuen

    • @matthias schleif:

      „Dieser anerkannte Fachmann ist stinksauer, redet von undemokratisch und faktenfrei“

      Schreiner-Trugschluss.

      Der anerkannte Fachmann sollte lieber bei seinen theoretisch-statistischen betrachtungen bleiben, und Entscheidungen in der tatsächlichen Realität anderen Leuten überlassen. Vermutlich hätte er im Jänner behauptet dass die damaligen Zahlen nur statistisches Rauschen sind und wir zuwenig Informationen haben um irgend etwas zu sagen.
      Was er nicht versteht: In der echten Welt ist die Ausbreitung eines Virus mit unbekannten Eigenschaften ein systematisches Risiko und der Ruf nach mehr Daten kontraproduktiv. Das kann der Professor in seinen akademischen Forschungen so machen. In der wirklichen Welt ist in solchen Situationen Zeit und schnelles handeln die wichtigste Ressource, nicht Daten oder Fakten.

      Hätten wir im Jänner reagiert, wäre der ganze Spuk jetzt bereits vorbei und die Kosten wären überschaubar geblieben. Im Februar reagieren kostet Millionen, im März reagieren Milliarden und Anfang April reagieren kostet Billionen.
      Ist ja nicht so, als wäre im Jänner nicht bereits auf dieses Problem hingewiesen worden:
      https://twitter.com/nntaleb/status/1220064979795181573?lang=en
      Aber wie es aussieht sind mache im April noch immer nicht schlauer geworden…

    • In der Tat, djad. Das ist noch eine Nummer härter, als das, was uns hier schon zugemutet wird. Das Bittere daran ist ja, dass man im Januar/Februar noch zu vertretbareren Kosten das Ganze hätte einschränken können und mittlerweile eponentielle Ausgaben stemmen muss, die mit der entsprechenden Steigerung von Erkrankten und Toten relativ korreliert.

      Dass die EU nun auch noch in Person von UvdL einen gemeinsamen Plan vorlegt und Deutschland nahezu darum bettelt, kommt für mich eher einer Drohung gleich, als einer Erlösung.

      Aber warten wir mal ab, was der König der Maskerade, Arnim Laschet in seiner Konfusion noch dazu vermelden hat – im Doppelpack mit unserem Bankkaufmann an der Spitze beim Gesundheitsministerium.

      Ich will solche Leute wie Helmut Schmidt zurück!
      Und nicht solche Schnullerpuppen wie aktuell!

      KPs Auftrag und Merkels Beitrag …

    • Das halte ich für falsch. Wenn unsere Politikergarde erst mit zwei Monaten Verspätung reagiert, dann kann man nicht die KP Chinas verantwortlich machen.
      Wie ist es möglich, dass so billige Produkte wie Mundschutzmasken nicht annähernd in genügender Zahl vorhanden sind, obwohl doch seit langem die Gefahr einer Pandemie bekannt ist? Sodann wird behauptet, der Mundschutz schütze kaum oder nicht, um die Leute davon abzuhalten, massenhaft Masken zu kaufen, die man dringend für das medizinische Personal benötigte.
      Das alles stinkt zum Himmel. Hier wird sehr billig von eigenem Versagen abgelenkt.

      • 1. In einer fahrlässigen Form von Globalisierung ist die Maskenproduktion zu über 90% nach China gewandert und man hat sich naiv einfach darauf verlassen, dass die globalen Lieferketten in einer Pandemie trotzdem funktionieren werden.
        Der Markt wird es schon richten! /sarcasm off

        2. Als der chinesischen Regierung klar wurde, in welchem Umfang China betroffen sein werden, haben sie gleichzeitig a. die Ausfuhr verboten und b. begonnen, massiv auf dem Weltmarkt für den Eigenbedarf einzukaufen.
        Den Grund dafür haben sie jedoch nicht mitgeteilt, so wie sie auch am Anfang versucht haben, alles unter den Tisch zu kehren – das war das identische Muster wie bei SARS 2003.
        Offiziell gab es die ersten 27 Fälle am 1.12., mitgeteilt wurden sie der WHO am 31.12.
        Sehr auffällig ist, in China existiert immer noch kein offizieller Patient 0 und gemutmaßt wird, es gab die ersten Fälle Mitte November.

        3. Die hiesige und europäische Politik hat sich an der Einschätzung der WHO orientiert, dessen Direktor sich noch am 3.2. gegen Reisebeschränkungen aussprach, weil diese unnötig seien, denn das Virus verbreite sich nur langsam.

        Hier der komplett dagegen sprechende Bericht der WHO vom 1. Februar laut Wikipedia:
        WHO Situation Report 12:

        Australia reported another three cases, including the first two cases in South Australia, bringing their total to 12.
        Japan reported three more cases, increasing their total to 20.
        Singapore confirms two more cases, bringing the total to 18.
        South Korea confirmed the twelfth case of the coronavirus: a 49-year-old Chinese man who works as a Japanese tour guide in western Seoul.
        Spain confirmed its first case of the virus on La Gomera in the Canaries.
        The United States of America reported its eighth case, a man from Boston who recently returned to college after traveling to Wuhan.
        Vietnam confirmed its sixth case in Khánh Hòa Province, another domestic transmission in direct contact.

        Die Abschottung von Wuhan erfolgte erst am 23.1. – vorher:

        „Since Chinese officials disclosed the outbreak of a mysterious pneumonialike illness to international health officials on New Year’s Eve, at least 430,000 people have arrived in the United States on direct flights from China, including nearly 40,000 in the two months after President Trump imposed restrictions on such travel, according to an analysis of data collected in both countries.

        The bulk of the passengers, who were of multiple nationalities, arrived in January, at airports in Los Angeles, San Francisco, New York, Chicago, Seattle, Newark and Detroit. Thousands of them flew directly from Wuhan, the center of the coronavirus outbreak, as American public health officials were only beginning to assess the risks to the United States.

        Flights continued this past week, the data show, with passengers traveling from Beijing to Los Angeles, San Francisco and New York, under rules that exempt Americans and some others from the clampdown that took effect on Feb. 2. In all, 279 flights from China have arrived in the United States since then, and screening procedures have been uneven, interviews show.“
        https://www.nytimes.com/2020/04/04/us/coronavirus-china-travel-restrictions.html

        D.h. der internationale Flugverkehr lief den ganzen Januar über fröhlich weiter.

        4. Offiziell wurde seitens der WHO das Vorliegen einer Pandemie erst am 12.3. erklärt. Am 12.3. gab es in Europa schon 24.000 Fälle und knapp 1000 Tote und knapp 50.000 Fälle außerhalb von China auf alle n Kontinenten.
        Bereits am 1. März gab es 9000 Fälle außerhalb von China in über 50 Ländern. Das war also mindestens 14 Tage zu spät.

        • @ crumar

          Das sind alles Dinge, die man der KP Chinas vorwerfen kann. Es entschuldigt aber in keiner Weise die eigenen Versäumnisse.

          Wenn schon fast die gesamte Produktion von Schutzmasken nach China ausgelagert wird, warum gibt es dann keine Notlager, keine „strategischen Reserven“. Das betrifft nicht nur Schutzmasken, sondern auch Desinfektionsmittel und Grundstoffe zur Herstellung wichtiger Medikamente.
          Du suggerierst, dass wenn die Chinesen offener und rechtzeitig kommuniziert hätten, dass dann hier umgehend reagiert und die nötigen Massnahmen ergriffen worden wären. Dem ist nachweislich nicht so. Auch als klar war, um was es sich handelt und welche gefahren drohen wurde nur zögerlich reagiert und erst, als die Infektionszahlen exponentiell anstiegen wurden die harten Massnahmen ergriffen.

          • Nein, will die politischen Versäumnisse der hiesigen Politik nicht entschuldigen, zumal eine Risikoanalyse bereits seit 2012 vorlag und ein erneuerter Pandemieplan seit 2017.
            Die Risikoanalyse ging übrigens von einem Virus mit weitaus erheblicheren Effekten für Bevölkerung und Gesundheitssystem aus.

            Es hat sich aber offensichtlich um Bevorratung niemand gekümmert, weil bekanntlich auf dem Weltmarkt Angebote in beliebigen Mengen und zeitnah zur Verfügung stehen.
            Man muss nichts vorrätig halten, es ist alles nur eine Frage der Beschaffung – ich glaube, so ungefähr kann man diese Denkweise beschreiben.
            Diese „neoliberal-globalistische“ Denkweise ist ihnen auf die Füße gefallen.

            Ich möchte aber darauf verweisen, die WHO hat ein gehörigen Anteil Mitschuld an der Situation, da sie bis zum Schluss die Lage verharmlost hat und das RKI hat nicht kritisch hinterfragt.
            Während die Schuld ganz klar bei der chinesischen Regierung liegt, die aus dem Fehlverhalten von 2003 exakt 0 gelernt hat.
            Die gleichen Täuschungs- und Vertuschungsversuche, die identische Verzögerung der Weitergabe von Informationen und ein Eingeständnis erst, als nichts mehr unter den Teppich zu kehren war.

            Andere asiatische Staaten, wie Süd-Korea und Taiwan haben auch deshalb so schnell reagiert, weil sie damals betroffen waren und ihnen der Ernst der Lage klar war.
            Während hier wohl gehofft wurde, das damalige Szenario würde sich wiederholen – also Europa sei so gut wie gar nicht betroffen.

          • Zum Thema China: Ich fände es fantastisch, wenn es nach der Pandemie eine gemeinsame Feststellung aller betroffenen Staaten gäbe, die der chinesischen Regierung vorrechnet, wie gigantisch der Schaden ist, den sie der Welt zugefügt hat.

            Denn natürlich: Wenn jemand eine Häuserzeile in Brand setzt, dann wird es Betroffene und Opfer geben, die sich idiotisch, sorglos, rücksichtslos oder irrational verhalten, die viel zu spät ihre Wohnungen verlassen oder die Löschmaßnahmen behindern. Aber die Hauptschuld liegt beim Brandstifter.

            Ich fürchte aber, dass es dazu nicht kommen wird, auch wenn sich die chinesische Führung schwerstkriminell verhalten hat und verhält, etwa angesichts der Ärzte und Journalisten, die einfach verschwunden sind, nachdem sie über Corona berichtet haben. Die ökonomische Bedeutung Chinas ist einfach zu groß und die Abhängigkeiten sind zu vielfältig, als dass eine gemeinsame Stellungnahme gegen dieses Regime wahrscheinlich wäre.

            Ich finde aber auch, dass die Schuld der chinesischen Regierung die Schuld deutscher und anderer europäischer Akteure nicht verkleinert, im Gegenteil. Gerade weil alle wissen können und müssen, dass sie es im chinesischen Regime mit schwerstkriminellen und ganz skrupellosen Akteuren zu tun haben, hat keiner das Recht, sich naiv und unvorsichtig zu verhalten.

            Das betrifft dann eben auch die WHO, die ein unglaublich schlechtes Bild abgibt, unter anderem (aber nicht nur) in diesem Punkt: Welche Abhängigkeiten führen eigentlich dazu, dass aus dieser Organisation noch kein Wort der Kritik an einem Regime geäußert wurde, das durch seine Vertuschungspolitik die Grundlage für die größte weltweite Gesundheitskrise seit vielen Jahrzehnten geschaffen hat?

            Und in diesem Punkt, @crumar, war die deutsche Regierung ja nicht einfach nur allgemein dem Weltmarkt oder der Globalisierung gegenüber naiv. Es war auch eine durchaus konkrete Naivität gegenüber der Politik Chinas, dem Land eben, das den Weltmarkt an Schutzmasken spielend beherrscht. Dass Länder wie Taiwan oder Südkorea heute deutlich besser dastehen als Europa oder die USA, liegt sicher auch daran, dass diese Länder – besonders nach den Erfahrungen mit SARS – davon ausgingen, dass dieser chinesischen Politik nicht zu trauen ist, weder im Hinblick auf veröffentlichte Daten noch auf Fairness im internationalen Handel.

          • @Lucas

            „Das betrifft dann eben auch die WHO, die ein unglaublich schlechtes Bild abgibt, unter anderem (aber nicht nur) in diesem Punkt: Welche Abhängigkeiten führen eigentlich dazu, dass aus dieser Organisation noch kein Wort der Kritik an einem Regime geäußert wurde, das durch seine Vertuschungspolitik die Grundlage für die größte weltweite Gesundheitskrise seit vielen Jahrzehnten geschaffen hat?“

            Der WHO Director-General heißt Tedros Adhanom und stammt aus Äthiopien, wo er nicht nur Gesundheitsminister von 2005-2012, sondern auch Außenminister 2012-2016 war. In einer Regierung der Ethiopian People’s Revolutionary Democratic Front.

            Zur Rolle Chinas in Äthiopien: „China is building this city from the ground up,” said Welibuw, a local food seller in the area around the stadium. Without China, not much would happen around here.”The roughly $160 million construction project is one of many highly visible, Beijing-backed mega-projects — from hydropower dams to skyscrapers — that have helped make China Ethiopia’s largest trading partner.
            (…)
            Over the course of the last decade, Ethiopia has become increasingly dependent on Chinese investment.

            The Export-Import Bank of China put up $2.9 billion of the $3.4 billion railway project connecting Ethiopia to Djibouti, providing the landlocked country access to ports. Chinese funds were also instrumental in the construction of Ethiopia’s first six-lane highway — an $800 million project — the metro system, and several skyscrapers dotting Addis Ababa’s skyline.

            Beijing also accounts for nearly half of Ethiopia’s external debt and has lent at least $13.7 billion to Ethiopia between 2000 and 2018, data compiled by John Hopkins University School of Advanced International Studies shows.“

            Die Ausfälle Adhanoms gegenüber der Presse nach deren Kritik, speziell gegen Taiwan, das – auf wessen Wunsch hin wohl? – NICHT Mitglied der WHO ist, ließen an Eindeutigkeit doch nichts zu wünschen übrig.
            Sowohl, was politische Sympathien, als auch ökonomische Abhängigkeit (s.o.) betrifft.

            „Und in diesem Punkt, @crumar, war die deutsche Regierung ja nicht einfach nur allgemein dem Weltmarkt oder der Globalisierung gegenüber naiv. Es war auch eine durchaus konkrete Naivität gegenüber der Politik Chinas, dem Land eben, das den Weltmarkt an Schutzmasken spielend beherrscht. Dass Länder wie Taiwan oder Südkorea heute deutlich besser dastehen als Europa oder die USA, liegt sicher auch daran, dass diese Länder – besonders nach den Erfahrungen mit SARS – davon ausgingen, dass dieser chinesischen Politik nicht zu trauen ist, weder im Hinblick auf veröffentlichte Daten noch auf Fairness im internationalen Handel.“

            Wer mehr und mehr seiner eigenen Produktion verlagert, verlässt sich im Grunde darauf, dass es a. einen funktionierenden Handel gibt, b. dessen Konditionen er diktieren kann.
            Wer den Einkaufspreis des Produkts diktieren kann, diktiert damit auch die dortigen Arbeitskosten und den Profit. Was aber nur funktioniert, so lange es eine Konkurrenz gibt.
            Wenn nicht, dann dreht sich der Spieß um – was wir gerade erleben. Falsch globalisiert Teil 123456

            Ja, der chinesischen Politik ist nicht zu trauen.
            Und eigentlich müsste Merkel aus eigener Erfahrung wissen, wie die real-sozialistischen Länder ticken.

          • Ooooopsi: „Wuhan korrigiert Zahl der Todesfälle um 50 Prozent nach oben
            Die chinesische Stadt Wuhan hat überraschend 1290 mehr Tote durch das Coronavirus gemeldet, als bisher berichtet wurde.“
            https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/corona-opfer-wuhan-korrigiert-zahl-der-todesfaelle-um-50-prozent-nach-oben-a-3f0cc417-0ab0-4a10-9733-9e47ccca8d05

            Nachdem ein LKW-Fahrer gefunden und befragt worden ist, der angab, allein in ein Krematorium (von sieben oder acht in Wuhan) 5000 Urnen gefahren zu haben, müssen sie jetzt so langsam Tote „entdecken“.

            Ich nehme an, wenn sie sich ganz doll Mühe geben, werden auch noch ein paar Infizierte auftauchen – so im 6-7-stelligen Bereich.

          • Denn natürlich: Wenn jemand eine Häuserzeile in Brand setzt, dann wird es Betroffene und Opfer geben, die sich idiotisch, sorglos, rücksichtslos oder irrational verhalten, die viel zu spät ihre Wohnungen verlassen oder die Löschmaßnahmen behindern. Aber die Hauptschuld liegt beim Brandstifter.

            @ Lucas

            Wenn ich mal bei diesem Bild bleibe, dann war es doch etwa so:

            Die Chinesen verursachen fahrlässig einen Brand und rufen die Feuerwehr erst spät. Die Anwohner einen Häuserblock weiter – das sind wir – sehen das Feuer, aber sagen sich, das geht uns nichts an, ist noch einen Häuserblock entfernt. Als es bei uns zu brennen beginnt, weil sich das Feuer bis zu uns durchgefressen hat, rufen wir dann doch die Feuerwehr und sagen: Hätten die Chinesen uns erklärt, dass das Feuer, das wir seit einiger Zeit sahen, auch zu uns gelangen könnte, dann hätten wir die Feuerwehr rechtzeitig gerufen. Also sind die Chinesen an allem schuld. Die Kritik an den Chinesen, obwohl berechtigt, hat vor allem den Zweck, von eigenen Versäumnissen abzulenken.

          • @Pjotr

            Das sagte der WHO Director General am 3. Februar mit meiner Hervorhebung:
            „WHO has made several recommendations for all countries to prevent and limit the further spread of the virus.

            First, there is no reason for measures that unnecessarily interfere with international travel and trade.

            (Was ausschließlich im chinesischen Interesse war – Motivation siehe oben)

            „We call on all countries to implement decisions that are evidence-based and consistent. WHO stands ready to provide advice to any country that is considering which measures to take.
            (…)
            Fourth, combat the spread of rumours and misinformation.

            To that end, we have worked with Google to make sure people searching for information about coronavirus see WHO information at the top of their search results. Social media platforms including Twitter, Facebook, Tencent and Tiktok have also taken steps to limit the spread of misinformation.“

            Was konnte jetzt noch schief laufen? /sarcasm
            Wohlbemerkt war Wuhan für den innerchinesischen Verhehr bereits am 23.1. abgeriegelt.

            „Fifth, review preparedness plans, identify gaps and evaluate the resources needed to identify, isolate and care for cases, and prevent transmission.
            (…)
            And seventh, the only way we will defeat this outbreak is for all countries to work together in a spirit of solidarity and cooperation. We are all in this together, and we can only stop it together.

            The rule of the game is solidarity, solidarity, solidarity. But we see this missing in many corners, and that has to be addressed.“

            https://www.who.int/dg/speeches/detail/report-of-the-director-general-146th-meeting-of-the-executive-board

            Und so lief solidarity, solidarity, solidarity in Australien:

            „Greenland Group told Chinese language media in Australia the company collected three million protective masks, 700,000 hazmat suits and 500,000 pairs of medical gloves during the global effort.
            It is unclear how many of those were sourced in Australia.“

            Das waren 90 Tonnen, die nach China geflogen worden sind:
            „Meanwhile, the Federal Government is scrambling to produce enough medical supplies as confirmed local coronavirus cases surge to more than 2,400 – and doubling about every three days.“
            https://www.dailymail.co.uk/news/article-8151873/Coronavirus-Australias-face-masks-hand-sanitisers-vital-medical-items-shipped-CHINA.html

            Dann noch einmal 82 Tonnen hinterher:
            „“The chartered plane with 90 tons (82 tonnes) of medical supplies, including 100,000 most needed protective coveralls and 900,000 pairs of medical gloves, has successfully departed from Sydney and arrived in Wuhan on 24 Feb,“ Risland Australia posted on its LinkedIn page.“
            https://www.smh.com.au/national/second-developer-flies-82-tonnes-of-medical-supplies-to-china-20200326-p54e8n.html

            Mit dem Effekt für Australien:
            „As the surge of coronavirus infections increases, healthcare workers are becoming desperate. „The shortage of personal protective equipment in NSW hospitals is scandalous,“ one healthcare worker told the Herald. „Doctors and nurses on the front line feel inadequately protected, exposed and vulnerable.“

            In one major Sydney hospital „junior doctors are being told there are only 30 N95 masks available for all operating theatres“. The healthcare worker said this was forcing people to source masks from the „black market,“ the quality of which is dubious.“ (gleiche Quelle)

            All das geschah zwischen Mitte Januar und Mitte Februar – die haben den gesamten Weltmarkt leer gekauft, während der WHO Director noch verkündete:

            If we invest in fighting at the epicenter, at the source, then the spread to other countries is minimal and also slow. If it’s minimal and slow, what is going outside can also be controlled easily. So the number of cases we have now, 151, it’s actually small, and it’s coming only slow.

            So it can be managed – when I say this, don’t make a mistake, it can get even worse. But if we give it our best, the outcome could be even better.“

            Als er das von sich gab, existierten bereits Fälle in über 50 Ländern. Es war erkennbar weder minimal, noch war es slow.

            Taiwans Maßnahmen – auf Betreiben eines gewissen Landes – NICHT-Mitglied der WHO:
            31.12. 2019 Officials board and inspect passengers for fever or pneumonia symptoms on direct flights from Wuhan
            21. Januar 2020 für Wuhan: Level 3 travel alert.
            22. Januar Entry permits canceled for 459 tourists from Wuhan set to arrive later in January
            23. Januar Wuhan residents banned, Travelers from China required to make health declaration before entering
            22. Januar Government allocates masks to retailers and sets price limit of 50 masks at NT$300 (USD $10)
            – Ministries of Health and Welfare promote quarantine efforts and setup notification mechanism through travel agents and tour guides
            – Ministry of Economic Affairs lists daily local mask manufacturing capability at 2.44 million units which surpasses the local demand of 1.3 million per day
            – Export ban on disposable surgical masks until Feb 23
            – Outbound travelers can only take up to 250 masks
            – Violation of the ban results in confiscation and a fine of 3 times the masks’ value“

            Die gesamte Liste (6 DIN-A4-Seiten) hier:
            Wang CJ, Ng CY, Brook RH. Response to COVID-19 in Taiwan: big data analytics, new technology, and proactive testing. JAMA. doi:10.1001/jama.2020.3151

            Es wurde schnell, entschieden und drastisch reagiert.
            Sie kannten ihren Pappenheimer schließlich „Dank“ SARS bereits.

          • @crumar: Was möchtest du mit dieser Auflistung von rücksichtslosen Verhalten seitens China sowie der Darstellung des Totalversagens seitens der WHO sagen?

          • Ich glaube nicht, dass es sich in der Kombination um glückliche Zufälle handelt.
            Schau dir diese – medial allerdings nicht ausgiebig ausgeschlachteten – Hilfslieferungen an:

            EU 1.2.:
            Coronavirus: EU schickt Schutzkleidung nach China
            1. Februar 2020, 21.29 Uhr
            Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus liefert die Europäische Union zwölf Tonnen Schutzkleidung an China. Wie die EU-Kommission gestern mitteilte, hatte die Volksrepublik um die Hilfsmittel gebeten.

            Das EU-Notfall-Koordinierungszentrum habe Kontakt mit den EU-Staaten aufgenommen. Diese hätten die zwölf Tonnen Schutzkleidung zusammengetragen, die bereits unterwegs nach China seien.
            https://orf.at/stories/3152923/

            Deutschland 1.2.:
            Deutschland hat zwei Hilfslieferungen an China geliefert, bestätigt das Auswärtige Amt. Erstmals am 1. Februar im Zuge einer Rückholung deutscher Staatsangehöriger mit einem Flugzeug der Luftwaffe aus Wuhan. Hier handelte es sich um insgesamt 5,4 Tonnen Verbrauchsmaterial. Die Lieferung umfasste Schutzanzüge, Gummistiefel, Handschuhe, Masken, Schutzbrillen, OP-Hauben und Handschuhe.

            Am 18. Februar fand die zweite Hilfslieferung statt, die vom Auswärtigen Amt selbst organisiert und auch finanziert wurde. Laut Angaben des Auswärtigen Amts wurden hier 8,7 Tonnen Material im Wert von mehr als 150.000 Euro geliefert. Diese Lieferung umfasste Sprühgeräte für Desinfektionsmittel sowie Schutzausrüstung.
            https://www.mimikama.at/allgemein/coronavirus-deutschland-hat-schutzausruestung-nach-china-geschickt-faktencheck/

            Frankreich 19.2.2020:
            Wie am Dienstag vom französischen Präsidenten bei seinem Telefongespräch mit Staatspräsident Xi Jinping angekündigt, hat Frankreich beschlossen, seine Solidarität mit dem von der Coronavirus-Epidemie betroffenen chinesischen Volk zu bekunden.

            Ein von Frankreich gecharterter Airbus A 380 ist heute Abend vom Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle aus in Richtung Wuhan gestartet. Die Maschine transportiert medizinische Ausrüstung für das Pflegepersonal, das vor Ort gegen die Coronavirus-Epidemie kämpft.

            Diese 17 Tonnen schwere solidarische Fracht beinhaltet insbesondere medizinische Schutzanzüge, Masken, Handschuhe und Desinfektionsmittel.
            https://www.diplomatie.gouv.fr/de/aussenpolitik-frankreichs/landerinformationen-erklarungen/asien-ozeanien/china/article/china-im-geiste-der-solidaritat-mit-china-sendet-frankreich-medizinische

            Ich habe keine Ahnung, welche Staaten sonst noch gespendet haben.
            Hätten alle anderen Staaten hingegen wie Taiwan reagiert, mit Exportverbot ab dem 22. Januar, dann hätte die chinesische Regierung ihr Gesicht vollständig verloren.
            Denn sie hatte ebenso wenig wie alle anderen vorgesorgt. Belege für Materialmangel in chinesischen Kliniken gibt es im Dutzend.

            Nicht „China hat uns Zeit gekauft“, sondern sie haben sich die Zeit gekauft mit ihren klandestinen Aktionen und ihrer Vertuschung.
            Ab dieser sagenhaften Vorstellung der WHO am 3. Februar dauerte es noch weitere 5 Wochen, bis man eine Pandemie feststellte. Korrumpels (=korrupte Kumpels).

            Sie agierten nicht nur rücksichtslos, sondern skrupellos.
            Es war und ist ihnen scheißegal, wie es allen anderen geht.

          • @crumar:

            Tut mir leid, ich stehe wohl auf der Leitung und verstehe es nicht. Was ist kein Zufall? Das skrupellose Verhalten Chinas und das Versagen der WHO?
            Du meinst China ist skrupellos WEIL die WHO unfähig ist? Oder umgekehrt (die WHO ist unfähig weil China skrupellos ist)?

            Und inwiefern ist das überhaupt von Belang? Welcher Vorteil im Hinblick auf die Bekämpfung der Pandemie ergibt sich aus dem Wissen dass es zwischen der Skrupellosigkeit Chinas und dem Versagen der WHO einen Zusammenhang gibt? Oder auch keinen Zusammenhang gibt?

            China ist skupellos und die WHO ist unfähig. Ersteres ist seit Jahrzehnten bekannt, letzteres musste jedem aufmerksamen Beobachter spätestens Mitte/Ende Februar klar sein.

            Ich finde Lucas hat das weiter oben ganz gut zusammengefasst:

            „Ich finde aber auch, dass die Schuld der chinesischen Regierung die Schuld deutscher und anderer europäischer Akteure nicht verkleinert, im Gegenteil. Gerade weil alle wissen können und müssen, dass sie es im chinesischen Regime mit schwerstkriminellen und ganz skrupellosen Akteuren zu tun haben, hat keiner das Recht, sich naiv und unvorsichtig zu verhalten.“

          • @ pingpong

            Ich habe die Beiträge crumars oben nicht so verstanden, dass er damit irgendwas beweisen will. Es sind einfach wichtige Hintergrundinformationen für Leute, die sich für sowas interessieren. No need to rub it in.

            Ist das jetzt irgendwie wichtig oder relevant? Ich find’s halt interessant. Davon abgesehen machen China und WHO eh‘ was sie wollen – was immer wir davon wissen, was immer wir darüber denken mögen.

            Jeder für sich und Gott gegen alle.

          • @pingpong @Jochen

            Es sind Hintergrundinfos, aber ich möchte etwas verdeutlichen.
            Hätten alle genannten Staaten am 22. Januar – wie Taiwan (s.o.) – den Laden konsequent dicht gemacht, dann wäre das Versagen der chinesischen Regierung radikal öffentlich geworden.
            D.h. der Erfolg der Verzögerung bestand daraus, dass die anderen Länder NICHT so verfuhren.

            Alle Hilfslieferungen und die Aufkäufe im Rest der Welt liegen nach dem Datum, als Taiwan die Ausfuhr von Masken und Schutzausrüstungen bereits verboten hatte.

            Das „wir haben hier eine Krise, aber das ist doch kein Grund, den internationalen Verkehr und den Handel einzuschränken!“ der WHO war Wasser auf die Mühlen derjenigen, die den Status Quo unangetastet wünschten.
            Und das, was unsere Politiker einerseits hören wollten, aber auch, was die chinesische Regierung brauchte.

      • @Jochen Schmidt:

        Nein, das ist keine Ironie, und crumar hat die Diskussion diesbezüglich inzwischen weitergeführt. Auch ich will nicht von eigenen Versäumnissen bei uns ablenken, aber ein ursprüngliches Versagen hat sich eben der korrupte Sauhaufen namens KPCh zuschulden kommen lassen.

  • Lucas schreibt:

    „In solchen Darstellungen wurden besorgte Beiträge nicht als Aussagen über eine gemeinsame Wirklichkeit wahrgenommen, die wahr oder falsch sein können. Sie wurden lediglich als unfreiwillige Selbstauskünfte interpretiert
    […]
    Wichtig wäre es aber, gleichsam als ein Postulat der kommunikativen Vernunft, anderen zuzugestehen, dass sie Aussagen über eine gemeinsam geteilte Wirklichkeit machen, die zumindest aus ihrer Sicht vernünftig und wichtig sind.
    […]
    Nach meiner Beobachtung waren keineswegs „Rechte“ oder „Verschwörungstheoretiker“ zuerst über Corona besorgt, sondern Menschen, die mit mathematischen Modellen umgehen können und die eine Vorstellung von exponentiellem Wachstum haben.“

    Ich glaube das Problem liegt tiefer. Dass Menschen so abfällig über die Gefahren von Corona reden (und es teilweise noch immer tun), liegt m.M.n. nicht daran, dass sie die Aussagen von Experten als Selbstauskünfte interpretieren oder diese Aussagen nicht auf eine gemeinsame Wirklichkeit beziehen. Die Schwierigkeit besteht darin, dass es selbst aus Expertenkreisen unterschiedliche Meinungen gibt, und dass uns (und Journalisten offenbar ganz besonders) der grundlegende Hausverstand abhanden kommt, der es erlaubt zwischen berechtigter Gefahr und Unfug zu unterscheiden. Ich habe das schon in einigen Beiträgen hier angesprochen, das ist aus meiner Sicht eine Folge der Technokratie bzw. Expertokratie in der wir leben, und die Frage bzw der Untertitel von Lucas Artikel hängt ganz unmittelbar damit zusammen: Was ist eigentlich Mündigkeit in Zeiten von Corona und wie sind wir eigentlich in die Situation geraten, in der wir uns gerade befinden?

    Meine Antwort darauf: Durch unser (zu) großes Vertrauen in Zahlen, Daten, Statistik und die Experten die uns erklären was die Zahlen, Daten Statistiken zu bedeuten haben. Und durch unsere immer geringer werdende Fähigkeit, Zahlen, Daten, Statistiken von Experten zu hinterfragen (Mündigkeit!)

    Um auf offensichtlich problematische Punkte mancher Expertenmeinung hinzuweisen braucht es weder ein abgeschlossens Mathematikstudium, noch einen Doktor in Medizin oder Virologie. Bei dem oft gebrachten (und mittlerweile hoffentlich auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandeten) Vergleich zwischen Corona und der normalen Grippe stellt sich folgende Frage:
    Wie groß ist das Risiko, dass sich innerhalb der nächsten 4 Wochen die Zahl der Grippe Infizierten verdoppelt, verfünffacht, verzehnfacht? Und wie groß ist dieses Risiko im Fall von Corona?
    Einem Arzt, der noch im März einen solchen Vergleich im öffentlichen Rundfunk bringt und damit das Risiko von Corona falsch (!) darstellt, diese Fragen zu stellen ist keine Majestätsbeleidigung, das gebietet der Hausverstand. Und der Arzt sollte besser eine GUTE ERKLÄRUNG haben, warum die Antworten auf diese Fragen so unterschiedlich ausfallen.
    Und wenn ein John P. Ioannidis (lt. Mark Smith so etwas wie der Albert Einstein der Epidemiologie) das Risiko an Corona zu sterben mit dem Risiko bei einem Verkehrsunfall zu sterben vergleicht, dann sei der vorsichtige Hinweis erlaubt dass Verkehrsunfälle NICHT ANSTECKEND sind — und der Vergleich Verkehrsunfall-Corona geradezu lächerlich naiv. Aber bekanntlich hat ja auch Einstein Fehler gemacht.

    Das Problem sind nicht die Zahlen an sich (Infizierte mit Grippe/Corona, oder Tote bei Verkehrsunfall/Corona), diese sind wie sie nunmal sind. Das Problem ist die Interpretation der Zahlen. Das ist in gewisser Weise ähnlich wie bei der Verdienstlücke zwischen Männern und Frauen. Diese existiert, und die Zahlen sind nunmal wie sie sind. Das Problem ist die Interpretation, während Feministinnen aus dem niedrigeren Verdienst von Frauen messerscharf schließen dass das nur an sexueller Diskriminierung liegen kann, vertreten Männerrechtler eher den Standpunkt „Es ist kompliziert“. Die zugrundeliegende Wirklichkeit ist dieselbe, aber die Interpretation die daraus gezogen wird ist unterschiedlich.

    Das wäre an sich unproblematisch, solange diese unterschiedlichen Interpretationen nicht als Rechtfertigung oder Argumente für oder gegen eine politische Agenda eingesetzt werden. Im Fall von Corona kommt noch hinzu, dass an diesen politischen Entscheidungen buchstäblich Menschenleben hängen. Daher sollte an Interpretationen, welche als Grundlage für politische Entscheidungen betreffend Corona dienen, SEHR STRENGE Maßstäbe angelegt werden. Der Vergleich von Corona mit normaler Grippe, sowie fast alles was ich von Ioannidis bisher zum Them Corona gelesen habe, erfüllt diese Maßstäbe NICHT. Im Gegenteil, solche naiven Herangehensweisen führen direkt oder indirekt zu Todesfällen und sind brandgefährlich.

    Harry Crane hat einen exzellenten Artikel zu dem ganzen Thema, er nennt es „naiven Probabilismus“ bzw. „naiven Szientismus“:
    https://www.researchers.one/article/2020-03-9

    Auszug daraus:

    „Naive probabilism is the (naive) view, held by many technocrats and academics, that all rational thought boils down to probability calculations. It underlies the growing obsession with ‘data-driven methods’ that has overtaken the ard sciences, soft sciences, pseudosciences and non-sciences. It has infiltrated politics, society and business. It’s the workhorse of formal epistemology, decision theory and behavioral economics. Because it is mostly applied in low or no-stakes academic investigations and philosophical meandering, its flaws are easy to overlook. Real world applications of naive probabilism, however, pose disproportionate risks which scale exponentially with the stakes, ranging from harmless (and also helpless) in many academic contexts to destructive in the most extreme cases (war, pandemic).
    The 2019–2020 coronavirus outbreak (COVID-19) is a living example of the dire consequences of probabilistic naiveté. As I write this on March 13, 2020, we are in the midst of a 6 continent pandemic, the world economy is collapsing and our future is bound to look very different from the recent past. The major damage caused by the spread of COVID-19 is attributable to a failure to act and a refusal to acknowledge what was in plain sight. This shared negligence stems from a blind reliance on naive probabilism and the denial of basic common sense by global and local leaders, and many in the general public.

    […]

    The naive view was peddled by influential academics and scientists, even well after the global spread had become a foregone conclusion. Law professor Cass Sunstein, ex-Chicago faculty (now Harvard) and unrepentant naive probabilist, chided concerns over coronavirus as irrational in early March, long after the disease was spreading through Italy and Korea, and had already infected several in the USA

    […]

    The gamble is a simple mathematical problem, but the gambler is a complex person with a life outside of gambling, a need to maintain a bankroll, pay a mortgage, raise a family, etc. The gambler’s priorities are the reverse of the naive
    probabilist’s caricature of the ‘ideally rational agent’: first, survive (avoid ruin); second, maintain (avoid loss); third, thrive (win), time permitting.

    […]

    Accuracy-last flows naturally from the previous section, in which we move gradually up the ladder from Possibility to Plausibility to Probability, and if possible, to Truth. The truth is the last of our concerns, and thus accuracy last. In order of priority: survive, protect, thrive, be right.
    Common sense first, accuracy last.
    The principle applies across the board, from crossing the street to running a business to protecting against pandemic.“

    • @ pingpong „Dass Menschen so abfällig über die Gefahren von Corona reden (und es teilweise noch immer tun), liegt m.M.n. nicht daran, dass sie die Aussagen von Experten als Selbstauskünfte interpretieren oder diese Aussagen nicht auf eine gemeinsame Wirklichkeit beziehen. Die Schwierigkeit besteht darin, dass es selbst aus Expertenkreisen unterschiedliche Meinungen gibt, und dass uns (und Journalisten offenbar ganz besonders) der grundlegende Hausverstand abhanden kommt, der es erlaubt zwischen berechtigter Gefahr und Unfug zu unterscheiden. “

      Das ist tatsächlich eine absolut zentrale Frage, nicht nur im Hinblick auf Corona: Wie können wir mündig bleiben angesichts einer unüberschaubaren, hochkomplexen Zersplitterung des Wissens, bei der auch Experten – die immer nur Experten für einen kleinen Bereich sein können – ganz unterschiedlicher Meinung sind?

      Es ist auch völlig richtig, dass Du schreibst, mein Punkt am Ende des Artikels würde diesem Problem nicht ganz gerecht. Da ging es mir darum, dass anderen Menschen einfach abgesprochen wurde, sie würden überhaupt etwas Sinnvolles über die Wirklichkeit aussagen – stattdessen würden sie lediglich eigene Ängste offenbaren.

      Das aber immerhin ist ein Punkt, auf den wir auch als Laien – und wir sind ja alle in den meisten Gebieten Laien – aufmerksam sein können: zu merken, wann bestimmte Positionen ohne nachvollziehbare Gründe aus dem Diskurs gedrängt werden.

      Natürlich gibt es manchmal gute Gründe, nicht jede Position als ernstzunehmenden Beitrag zum Diskurs zu akzeptieren (von antisemitischen Verschwörungstheoretikern über Chemtrailquatscher bis hin zu Deppen, die meinen, Hashtags wie #KillAllMen wären legitime Akte der Subversion). Aber wenn Sorgen, die offensichtlich eine grundsätzliche Berechtigung haben, ohne alle Relation lächerlich gemacht werden – dann müssen wir misstrauisch werden.

      Und: So wie wir darauf aufmerksam sein können, wo andere eingeschüchtert werden, dürfen wir uns auch selbst nicht einschüchtern lassen. Der im Beitrag über einen Tweet verknüpfte Beitrag der Tagesschau über die Nutzlosigkeit von Masken z.B. ist nicht stimmig, das kann auch ein medizinischer Laie merken. Auch wenn er von einer Institution kommt, die für viele Menschen immer noch sehr respektabel ist.

      Wichtig ist aber auch, sich aus verschiedenen Quellen zu informieren. Deshalb finde ich auch richtig, dass Mark hier Quellen verlinkt, deren Meinung ich überhaupt nicht bin und von denen ich manches – wenn es Corona als relativ harmlos hinstellt – sogar gefährlich finde.

      Das ist sicher noch nicht erschöpfend, aber das sind schon einmal drei Möglichkeiten, den „Hausverstand“, auf den Du Dich beziehst, zu stärken: Diskursmanöver zu erkennen, mit denen anderen argumentfrei das Maul gestopft wird – sich selbst nicht einschüchtern zu lassen – gezielt unterschiedliche Quellen suchen.

      Dazu würde dann aber sicher noch gehören, völlig abwegige Positionen (Corona als Strafe Gottes, als Zurückschlagen der Natur gegen den Menschen, als gerechtfertige Strafe für’s Patriachat….ja, alles schon gelesen…) gleich auszublenden.

      „The major damage caused by the spread of COVID-19 is attributable to a failure to act and a refusal to acknowledge what was in plain sight.“

      Das denke ich auch. Die Gefahr war nicht nur nach langen, komplexen fachwissenschaftlichen Überlegungen erkennbar, sondern schon im Januar gab es Berichte aus China, nach denen auch Laien mit guten Gründen alarmiert sein konnten. Wir können in unseren hochkomplexen Gesellschaften ganz gewiss nicht alles überblicken – aber doch immerhin so viel, dass wir nicht völlig unmündig sein müssen.

    • @Jochen Schmidt

      Ich frage mich nur, weshalb dieser Professor, der offenbar alles besser weiss, seine Erkenntnisse nicht einer renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift anbietet und ihn noch durch ein peer review-Verfahren laufen lässt?

      • @Mark:

        Was möchtest du wissen? Medizinisch-virologische Details? Das vollständige Genom des Virus publiziert am 3. Februar in nature
        https://www.nature.com/articles/s41586-020-2012-7

        Was man tut um eine Ausbreitung effektiv zu verhindern?
        Die erwießenermaßen wirksamen Gegenmaßnahmen von Taiwan publiziert am 3. März im JAMA
        https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2762689

        usw. usf., der Großteil der Erkenntnisse IST BEREITS PUBLIZIERT, und zwar in so unbedeutenden peer-reviewten Zeitschriften wie Nature, Science, Journal of American Medical Association usw.
        Wozu sollte der Professor, der zurecht darauf hinweist dass die Informationen alle vorhanden sind, das alles nochmal publizieren? Das ist ja genau der Kritikpunkt den du offenbar nicht verstanden hast: Die Informationen waren seit geraumer Zeit da, wir wussten was auf uns zukommt. Getan haben wir nichts, und jetzt haben wir den Salat.

        Naive Wissenschaftsgläubigkeit: Du bist anscheinend der Meinung systematische Probleme in der echten Welt ließen sich mit denselben Methoden lösen wie akademische Fragestellungen in kontrollierten Forschungsumgebungen. Als ob es angesichts einer Pandemie darauf ankäme wieviele Zitate ein Forscher bereits hat und in welchem Journal er veröffentlicht.
        Newsflash: When it comes to making decisions under uncertainty, being accurate is the absolute last thing one should care about.
        The truth is the last of our concerns, and thus accuracy last. In order of priority: survive, protect, thrive, be right.
        Common sense first, accuracy last.

        Das ist auch das Problem des „evidence-based“ Ansatzes von Ioannidis: Er hat sein Prioritäten genau verkehrt. Bei Entscheidungen unter Unsicherheiten ist die Genauigkeit von Daten der unwichtigste Punkt.

        „misguided comparisons to the flu and foolish lecturing to avoid stereotypes about who may or may not be sick distracts from the first two collective and individual priorities to survive and maintain. Under the ideal outcome, where everything is hedged and protected, incorrect assumptions are tolerable: they cost money, but not lives. But the situation gets out of control, these assumptions cost lives, and a lot more. In the case of COVID-19, naiveté distracted away from the major threat, not to P&L, but to the way of life, and even existence as we know it.“

        Quelle der engl. Zitate: Der Artikel von Harry Crane https://www.researchers.one/article/2020-03-9

      • Der Grund liegt 1. in der Natur des Peer-Review-Verfahrens, und 2. in der mangelnden Reichweite von Artikeln, die in spezifischen wissenschaftlichen Journalen publiziert werden.

        Welche Motive der Autor dieser Analyse für seine Publikation tatsächlich hatte, weiß ich natürlich nicht. Die Punkte 1 und 2 oben würde ich dem Autor empfehlen, wenn er seine Entscheidung rechtfertigen wollte.

        Übrigens glaube ich nicht, dass der Autor dieses Artikels „alles besser weiß“. Allerdings würde ich ihm eine gewisse Autorität in den angesprochenen Aspekten bescheinigen. Unterm Strich bleibt – wie so häufig – ein Text mit bedenkenswerten Punkten, die man Ergebnis-offen diskutieren sollte.

  • … dieser mutmassliche Rassismus, der sich im Missachten vom Mundschutz ausdrückt, ist wirklich der interessanteste Aspekt der Coronakrise.
    Zutiefst bezeichnend, dass profi-antirassistische Agitation das vollkommen ignoriert!

    sehr schöne Zusammenfassung.

    • … ob „Verminderte Zurechnungsfähigkeit in Zeiten von Corona“ eine zukünftige Folge dieser Streifzüge durch den Irrsinn genannt werden kann, ist natürlich nur spekulativ, wäre aber naheliegend! 🙂

  • Kleine Frage in die Runde. Wenn ich mich richtig erinnere, dann ist doch der „Gewaltbegriff“ vom Wohlfühlministerium ausgedehnt worden, auch auf „finanzielle Gewalt“ soll heißen: säumige Unterhaltszahler…. Wenn dem so ist, dann wette ich, es wird zu einer Zunahme der Gewalt gegen Frauen um mindestens 20% kommen. Frau Ministerin muss ja nicht sagen, dass durch Kurzarbeit einige Unterhaltszahler nichtmehr in der Lage sind, Ihren Verpflichtungen nachzukommen… hätten ja für diesen Fall Rücklagen bilden können..;o)

    • Auf diese Idee bin ich noch gar nicht gekommen. Klingt für mich plausibel.

      Aber bitte nicht weitererzählen. Vielleicht braucht das Ministerium ja noch ein paar Wochen, bis bei ihnen der Groschen fällt …

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