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Abgründe. Die Vaterentbehrung und ihre politische Produktion

geschrieben von: Lucas Schoppe

Hans Hopfs Buch „Abgründe“ beschreibt Beispiele für die Bedeutung von Vätern – und für die Dramatik der Vaterentbehrung

Das gerade erschienene Buch „Abgründe“ von Hans Hopf ist eine Sammlung von Fällen „aus dem Leben eines Psychotherapeuten“. Es belegt wie nebenbei die große Bedeutung, die Väter für Kinder haben – und die dramatischen Folgen der Vaterentbehrung.
 
 

Am Abgrund. Folgen der Vaterentbehrung

Leseempfehlung für jede/n, die/der verstehen will, was Vaterentbehrung und damit oft einhergehende toxische Mutterverbindungen mit Kinderseelen anrichten. Hans Hopf hat sich als Psychiater zur Ruhe gesetzt und Fälle aufgeschrieben, die ihn tief bewegt haben.

Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es lässt wirklich in Abgründe blicken – allerdings in Abgründe, die wir selbst schaffen.

So empfiehlt Jeannette Hagen, selbst Autorin eines Buches über die Folgen der Vaterentbehrung, die Fallsammlung Abgründe des Psychotherapeuten Hans Hopf (via Genderama).

Wie das bei Twitter, zumal zu politisch aufladbaren Themen, zu erwarten ist, fragt eine Kommentatorin sie daraufhin sogleich:

wenn Männer sich aus einer Beziehung schleichen sind dann die Frauen schuld, wenn die Kinder schlecht erzogen sind?

– und kanzelt einen Mann, der ihr eine einseitige Anklage vorwirft, dafür als „Creep und Stalker“ ab.  Jemand anderes schreibt schnell von „toxischen Vätern“. 

Solche Reaktionen sind durchaus exemplarisch für Erwachsene, die in ihrer eigenen Perspektive befangen bleiben und die sich nicht vorstellen wollen, was eine Konstellation aus der Perspektive von Kindern bedeutet.

Denn natürlich ist die Entbehrung eines Elternteils für Kinder ein existentielles Problem – und das ändert sich nicht, wenn Erwachsene sich dieses Problem dadurch ruhigstellen, dass sie Möglichkeiten eindeutiger Schuldzuweisungen finden.

Und natürlich ist die Vaterentbehrung angesichts der politischen Rahmenbedingungen in Deutschland ein deutlich größeres Problem als die Mutterentbehrung. Wiederum ändert es daran kaum etwas, ob im Einzelfall die wesentliche Verantwortung beim Vater, bei der Mutter oder bei beiden liegt.

Eine große Stärke von Abgründe. Spektakuläre Fälle aus dem Leben eines Psychotherapeuten ist es, dass Hopf Fälle zwar aus seiner eigenen Perspektive als analytischer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut beschreibt, dass er dabei aber die Perspektive der Kinder und Jugendlichen jeweils nachvollzieht und nachvollziehbar macht.

Sein Fokus liegt  – wie auch Hagen schon schreibt – keineswegs nur bei fehlenden Vätern oder gar toxischen Müttern. Die Vaterentbehrung und die fehlende Lösung aus einer autonomieverhindernden Mutterbindung sind aber ein beständig wiederkehrendes Thema des Buches.

 

Ist „toxische Männlichkeit“ tatsächlich fehlende Männlichkeit?

Es entwickelte sich ein Bild, wie ich es von vielen Jungen kannte, die vaterlos aufgewachsen waren. Harry versuchte sich während des Gesprächs übertrieben großartig darzustellen: Er musste seine Männlichkeit immerzu, wahrscheinlich nicht nur mit Worten, sondern auch in Taten überbetonen, fachlich wird das „hyperphallisch“ genannt. Er beschrieb eine Jugend zwischen überheblicher Grandiosität und Orientierungslosigkeit. (S. 128f.)

Dem achtzehnjährigen Harry, der sich hier so grandios darstellt, der als „Schrank von einem Mann, gekleidet wie ein Rocker“ (128) beschrieben wird und der im Verlauf der Sitzung sogar eine Pistole zieht – diesem Harry hat zuvor die Mutter fürsorglich einen Termin beim Psychotherapeuten besorgt, weil er in der Psychiatrie war und „doch so große Angst habe, nochmals in die Klapse zu kommen“ (130).

Schon im vorhergehenden Kapitel erläutert Hopf an einem anderen Fall eine der wesentlichen Funktionen von Vätern:

Ein Vater in der Familie verhindert beim Sohn irreale Vorstellungen von männlicher Größe und Überlegenheit. Er begrenzt die aggressiven Tendenzen und Fantasien, ein Gewissen bildet sich, das künftig Regeln und Gesetze beachtet. (125)

Im Harry-Kapitel wiederholt der diese Passage fast wörtlich (131) – so bedeutungsvoll ist die hier beschriebene väterliche Funktion für ganz unterschiedliche Situationen.

Auf diesen Zusammenhang wird auch von Vätergruppen schon seit Jahren hingewiesen: Wenn der Vater nicht anwesend, wenn also der reale Vater kein Gegenüber in einer realen Interaktion ist – dann bildet sich ein Kind Vorstellungen von Männlichkeit, die durch Alltagserfahrungen nicht geerdet werden.

Ich nahm aber vor allem einen schwachen Jungen wahr, der sich mit keiner „normalen“ Männlichkeit hatte identifizieren können, sondern fantastische Vorstellungen davon hatte, was männlich ist. (129)

So Hopf über Harry. Das Fehlen des Vaters treibt die Inszenierung einer grandiosen, allzeit überlegenen und dominanten Männlichkeit an, die ein Gegenstück ist zu der Hilflosigkeit und Machtlosigkeit des verlassenen Kindes. Zugleich kann dieses Männlichkeitsbild auch die „schreckliche Wut“ (121) ausdrücken, die ein verlassenes Kind empfindet.

Das, was in einer hochproblematischen Formulierung als „toxische Männlichkeit“ medial zur Abwertung realer Männer genutzt wird, ist also womöglich etwas ganz anderes – nämlich ein Symptom des FEHLENS realer Erfahrungen mit realen, zugewandten Männern.

Das gilt dann ebenso für Väter, die ganz abwesend sind, wie auch für Väter, die sehr schwach und wenig präsent wirken – oder in einem Fall auch für einen Vater, der sich so brutal verhält, dass er als halbwegs empathisches Gegenüber ausfällt. In einem Kapitel über ein Mitglied in einer sehr gewalttätigen Rockergruppe, Matthias, schreibt Hopf:

Die forcierte Männlichkeit und das übertriebene Machogehabe verrieten letztlich eine unsichere männliche Identität und die Abwehr homosexueller Wünsche – Homosexuelle wurden in diesen Gruppen extrem verachtet und regelrecht verfolgt. (167)

Die Gruppenmitglieder hätten zwischen „Ohmachtsgefühlen“ und „Allmachtsvorstellungen“ agiert. (169)

Das ist, ohne dass es Hopf ausdrücklich darum ginge, auch politisch wichtig und brisant. Eine vorgeblich moderne Familienpolitik, die Modelle mütterlicher „Alleinerziehung“ fördert, muss die Bedeutung von Vätern für Kinder kaschieren.

Anstatt deutlich zu machen, dass fehlende Väter ihre Funktion für Kinder ebenso wenig erfüllen wie harte, emotional unerreichbare Väter, wird dabei das Bild des brutalen Vaters als typisches Modell von Väterlichkeit verkauft – und genutzt, um die Entfernung von Vätern aus ihren Familien zu legitimieren.

Dabei gibt es, neben der Erfahrung realer Existenz von Männern, noch eine andere wesentliche Funktion von Vätern.

 

Vom Erschüttern erstickender Zweisamkeit

„Denn nur mithilfe des Vaters kann sich eine Tochter aus einer zu großen Nähe zur Mutter befreien.“ (97) So begründet Hopf die Folgen fehlender väterlicher Präsenz für die 14jährige Regina, die unter Magersucht leidet. Der Vater ist nicht gegangen, wirkt aber „klein und schwach, neben seiner Frau verschwand er beinahe“ (92).

Die Tochter nimmt der Therapeut als „von der Mutter vollkommen beherrscht und kontrolliert“ wahr: „Sie war eins mit ihr, in meiner Vorstellung hatten sie nahezu einen gemeinsamen Körper.“ (93) Und später, wenn sie sich in einer grotesk wirkenden Abhängigkeit von der Mutter waschen lässt und ihr nicht mehr von der Seite weicht: „Sie ist keine psychisch autonome Persönlichkeit mehr, sondern mit der Mutter verschmolzen.“ (95)

In einem anderen Fall – bei der neunjährigen Petra, die nicht spricht – hat der gewalttätige Vater die Familie verlassen, als Petra drei Jahre alt war. Das Mädchen versucht gleichsam, „wieder eins zu sein mit ihrer Mutter“, um sich so vor einer als bedrohlich erlebten Männlichkeit zu schützen. Die Therapie aber hilft ihr:

Was hatte heilend gewirkt? Ich vermute, dass ich als väterlicher Dritter die enge Zweisamkeit mit der Mutter erschüttert habe. (42)

Das lässt sich verallgemeinern. Wir haben zu beiden leiblichen Eltern eine existentielle, unhintergehbare Beziehung: Sie sind diejenigen Menschen, der wir unsere bloße Existenz verdanken. Wenn wir aber Autonomie gewinnen und uns in der niemals völlig objektivierbaren Beziehung zu einem Elternteil eine Manövrierfläche schaffen wollen – dann brauchen wir ein Gegengewicht dazu.

Wir brauchen den Vater, um Distanz zur Mutter zu schaffen – und auch die Mutter, um Distanz zum Vater gewinnen zu können. „Die Beziehung eines Vaters zu seinem Sohn sollte so nah sein wie dessen Beziehung zur Mutter.“ (176)

Hopf konnte in der Therapie Petras erfolgreich sein, weil er diese Funktion zeitweise ersetzen konnte.

In seinem Buch skizziert er mehrere Fälle, in denen sich Kinder eben deshalb nicht aus der Mutterbeziehung lösen können, weil der Vater fehlt. Bei  dem vierzehnjährigen Sascha, den Hopf als „profeminin“ (174) beschreibt, ist der Vater an Krebs gestorben, als er zehn  Jahre alt war. Mit seiner Mutter, die der Therapeut als „extrem übergriffig und eindringend“ erlebt (177), ist Sascha in eine unerträgliche Dynamik aus Annäherung und extremen gegenseitigen Beschimpfungen verstrickt. Im Verlauf der Therapie erzählt der Junge, dass er oft heimlich die Kleidung der Mutter trage und dadurch sehr erregt werde.

Bei allem stand im Vordergrund, wie eng Mutter und Sohn in inzestuöser Weise miteinander verklammert waren, und wie sie gleichzeitig versuchten, sich mit ihren Auseinandersetzungen gewaltsam voneinander zu befreien. (177)

In einem anderen Fall erzählt ein Mann, der wegen Hochstapeleien eine Gefängnisstrafe absitzt, von sexueller Ausbeutung durch die Mutter, die er als Vierzehnjähriger erlebt habe:

Die Mutter habe ihn eines Abends überredet, dass er mit ihr im Bett schlafen sollte. Beide hätten sich ausgekleidet. Die Mutter habe mit ihm sexuelle Spielereien begonnen, ihn schließlich masturbiert und später auch sich selbst. Danach habe sie abrupt verlangt, dass er sofort aus dem Bett verschwinde. Den nächsten Tag habe die Mutter weinend, sichtlich voller Schuld verbracht. (70)

Hier ist die Mutter gleich nach dem massiven sexuellen Übergriff radikal abweisend, und dann verwandelt sie sich in eine hilflose Frau, die dem Geschehen ausgeliefert scheint. Der Junge hat keine Chance, das Erlebnis einzuordnen oder gar eigene Hilflosigkeit wahrzunehmen – zumal er später dem Vater „triumphierend im Zorn“ erzählt, mit der Mutter geschlafen zu haben, und dafür „von ihm fast bewusstlos geschlagen“ wird (70).

Die kriminelle Hochstapelei interpretiert Hopf als grandiose, aber eben hohle und irreale Selbstinszenierung, in der sich der Triumph über den Vater spiegle. Das aber ist eben ein Triumph, der die Erfahrung von Hilflosigkeit und Verwirrung überdeckt. Völlig unfähig zur Auseinandersetzung damit, wiederholt der Mann später das Erlebte und fügt seiner eigenen Tochter sexuelle Gewalt zu.

Für diese Gewalt trägt er selbst die Verantwortung, er ist jetzt gegenüber der Tochter schlicht ein Täter und kein bedauernswertes Opfer, das unglücklich zum Täter wurde: Denn von erwachsenen Menschen müssen wir erwarten können, dass sie über ihre Erfahrungen und über ihr Verhalten reflektieren. Dafür aber ist es in einem Fall wie diesem wichtig, dass über inzestuöse Gewalt offen gesprochen und geschrieben werden kann, auch über die von Frauen.

Eine sexuelle Vereinnahmung durch eine Mutterfigur beschreibt Hopf auf einer anderen Ebene am Beispiel eines 36-jährigen Mannes, der „eine sexuelle Beziehung mit seiner 64-jährigen ärztlichen Therapeutin“ (72) hat. Die Therapeutin nutzt die projektive Sehnsucht des Mannes nach einer zärtlichen Mutter (73) für „eigene Sehnsüchte und Wünsche“ (77) aus und schadet ihm damit so erheblich, dass er einen Selbstmordversuch unternimmt.

Zu Hopf kommt er auf Empfehlung von Ethikrat und Psychotherapiegutachter, die unbedingt eine Therapie „bei einem Mann“ (72) nahelegten: Auch hier übernimmt der Therapeut gleichsam eine Vaterrolle, um jemandem die Distanzierung aus einer tief destruktiven mütterlichen Verstrickung zu ermöglichen.

 

Abgründe. Die politische Produktion der Vaterentbehrung

Sicherlich ist dieses Szenario auch mit umgekehrten Geschlechterrollen denkbar. Politisch brisant sind Hopfs Falldarstellungen, aus denen er selbst keine politischen Schlüsse zieht, aber auch deshalb, weil unter den deutschen Bedingungen die Entfernung des Vaters vom Kind ein Normalfall im Familienrecht ist.

Im Wunsch eines Elternteils, ein Kind ganz für sich allein zu haben, drückt sich jedoch eine eigene Bedürftigkeit aus, die der erwachsenen Funktion einer Mutter oder eines Vaters nicht gerecht wird und die deutlich inzestuös gefärbt ist. Durch die Entfernung des anderen Elternteils wird dem Kind dann ausgerechnet derjenige Mensch genommen, der ihm die Chance bieten könnte, sich aus inzestuösen Vereinnahmungen zu befreien.

Vor diesem Hintergrund ist es auffällig, wie stark sich die politische Lobby, die sich politisch seit Jahrzehnten erfolgreich für die Entfernung von Vätern aus der Beziehung zu ihren Kinder stark macht, auf die Unterstellung sexueller Gewalt von Vätern stützt.

Natürlich gibt es diese Gewalt, und Hopf präsentiert dafür auch Beispiele. Aber bei einer Anti-Väter-Aktivistin wie, beispielhaft, Anita Heiliger, die mit ihrem Buch „Alleinerziehen als Befreiung“ eine Grundlage der politischen Väterentfremdung geschaffen hat und die sich intensiv auf sexuelle Gewalt durch Väter konzentriert, ist der projektive Charakter der Inzestunterstellung unverkennbar.

Die schroffe Einteilung der Geschlechter in sexuell gewalttätige Väter und unschuldige, aber hilflose Mütter – die Blindheit für die Problematik der eigenen Position und die hohe Unterstellungsbereitschaft gegen Männer- und Väterrechtler, denen Heiliger schlankweg Verquickung mit der „Täterlobby zum Schutz sexueller Missbraucher“ (In Nomine Patris – Die Interessen und Praxen der Vaterrechtsbewegung, Heiliger 2008) unterstellt:

Das ist keine Auseinandersetzung mit sexueller Gewalt gegen Kinder. Es ist eine projektive Inszenierung, mit der Aktivistinnen die eigene Position von ihren inzestuösen Anteilen reinigen, indem sie diese Anteile denjenigen unterstellen, die sie als Feinde wahrnehmen.

In ganz anderem Zusammenhang, nämlich in der Darstellung der erwähnten Rockergruppe, beschreibt Hopf „etwas Typisches für dissoziale Charaktere: Sie inszenieren ihre inneren Konflikte in der Außenwelt.“ (166)

Was Hopf hier für die meist unbewussten inneren Konflikte von Menschen in ihrer Lebensgeschichte erläutert, gilt möglicherweise auf einer anderen Ebene auch für die uneingestandenen Widersprüche politischer Positionen.

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9 Comments

  • Noch ein kleiner aktueller, aber zufälligerweise sehr passender Hinweis. Gerade hat Justizministerin Christine Lambrecht die „Entwürfe für Reformen des Abstammungs- und des Sexualstrafrechts“ vorgestellt. Demnach „soll etwa bei lesbischen Paaren künftig neben der Geburtsmutter eine weitere Frau Mutter sein können, ohne dass hierzu ein aufwendiges Adoptionsverfahren geführt werden muss. Es bleibt aber dabei, dass ein Kind immer nur zwei Eltern haben kann.“

    Das heißt: der leibliche Vater ist damit dann ganz draußen. Was passiert denn aber, wenn der auch einen Partner hat und dasselbe machen will? Dazu die Justizministerin:

    „Wir wollen daran festhalten, dass die erste Elternstelle der leiblichen Mutter, die das Kind geboren hat, vorbehalten bleibt.“

    Also Regelungen für lesbische Paare, aber nicht für homosexuelle Männer.

    Auf der Ebene der Definitionen werden hier leibliche Väter einfach wegbestimmt, so dass für Lambrecht selbst überhaupt kein Problem mehr besteht: Wieso, sind doch zwei Eltern da, ist doch alles wie immer?

    Dass sie dem Erleben von Kindern mit solchen opportunen und bequemen Definitionsmanövern nicht ansatzweise gerecht wird, interessiert sie gar nicht. Die Kinderperspektive kommt bei ihr gar nicht vor, sie ist sogar so vollständig ausgeschlossen, dass Lambrecht (und ich bin sicher, ohne rot zu werden) behauptet:

    „Dabei geht es mir besonders um die Interessen des Kindes und das Kindeswohl.“

    Denn nur dann, wenn man die Interessen von jemandem ganz restlos und überhaupt nicht mehr wahrnimmt, kann man völlig beliebig behaupten, diese Interessen zu vertreten.

    Der Entwurf kommt – mit der Konzentration auf lesbische Paare – modern daher, und Kritiker werden daher auch mit Sicherheit als rückständig, vielleicht auch lesbenfeindlich etc. abgetan werden.

    Tatsächlich ist dieser Entwurf jedoch in seiner unverhohlenen Mutterfixiertheit erschütternd reaktionär und fällt weit hinter das zurück, was für viele Paare in Deutschland (zum Glück) schon selbstverständlich ist – nämlich die Einsicht, dass Vater und Mutter beide für ihre Kinder existentiell wichtig sind.

    • Die Justizministerin sagt: „Wir wollen daran festhalten, dass die erste Elternstelle der leiblichen Mutter, die das Kind geboren hat, vorbehalten bleibt.“

      Festhalten? Wo ist denn eigentlich festgelegt, dass Väter nur nachrangige Elternteile sind?

      Natürlich ist das in familiengerichtlicher Spruchpraxis und gelebter gesellschaftliche Realität Gang und Gäbe – aber woraus ergibt sich die diese selbstverständliche Vorherrschaft der Mutter konkret? Steht irgendwo wirklich verbindlich geschrieben: „Ein Kind gehört (zu) seiner Mutter“?

  • Die Schaffung einer zunehmend väterfreien Gesellschaft ist das Gruseligste, das die westliche Welt zur Zeit hervorbringt. Und es passiert weitgehend still und leise im Hintergrund. Ob das nun die Solomütter sind, die sich per anonymer Samenspende zum Zeitpunkt ihrer Wahl ein Kind zimmern, oder die Franzosen, bei denen jede alleinstehende Frau oder Lesbe den Anspruch auf einen Samenspende bekommt.
    Immer stehen die Frauen mit ihrem Kinderwunsch im Vordergrund. Dass durch dessen Erfüllung aber Massen väterloser Kinder in die Welt gesetzt werden, wird öffentlich nicht ansatzweise problematisiert.

    Ich kenne inzwischen viele vaterlose Kinder, die entweder in einer symbiotischen Beziehung mit einer allumfassend herrschenden Mutter gefangen sind, oder meistens als Jungs orientierungslos in einer leeren Welt stehen, an ihrer Pubertät verzweifeln und sich hinter Ballerkonsolen retten.

    Es ist ein Verbrechen an den Kindern, dass das jetzt auch noch gesetzlich untermauert und gefördert werden soll.
    Danke für diesen Beitrag!

    • Eines noch: Abgesehen vom inzestuösen Aspekt ist es erschütternd, immer wieder erleben zu müssen, wie alleinerziehende Mütter teilweise mit vierjährigen Kindern Partnerschaftsrituale und Konflikte wie mit einem erwachsenen Partner durchziehen. Der Druck, der so auf den Seelen der Kinder lastet, ist immens. Und die haben keine Möglichkeit, mal eben „Zigaretten holen zu gehen“ und dann für immer zu verschwinden. Die müssen da durch, egal, was nachher von ihnen übrig bleibt.

      Warum machen wir Männer das eigentlich mit? Wir müssen doch unsere Kinder schützen.

      Ach so. Sind ja nicht mehr unsere Kinder…

  • Habe diese Rezension gerade getweeted, finde sie nützlich und erhellend.

    Es verursacht mir regelrecht ethische Bauchschmerzen, wie massiv die (neo-)feministisch orientierte Politik Väter ausgrenzt und benachteiligt – auch wieder in der jetzt angestrebten „Reform“, die unverheirateten Vätern nur dann das gemeinsame Sorgerecht zusprechen will, wenn die Mutter einverstanden ist. Und das ENTGEGEN der Empfehlung der selbst eingesetzten familienrechtlichen Kommision zur Reform!

    Die Einwände, die dazu geführt haben, dass der Empfehlung nicht gefolgt wird (was, wenn „schwierige Beziehung“ oder „gewalttätiger Vater“?) könnte man juristisch auch anders befrieden. Etwa durch ein Widerspruchsrecht, das die Mutter verpflichtet, ihren Einwand konkret und nachvollziehbar zu begründen.

    Folgt das Familiengericht dem Widerspruch, könnte der Vater das Sorgerecht für eine Zeit lang „verwirkt“ haben – befristet, denn Menschen können sich ändern.
    Ein Automatismus zu Lasten der Väter ist schlicht ungerecht.

    Eine Widerspruchslösung müsste dann für beide Eltern gelten. Es gibt auch Mütter, die mit einem Kind völlig überfordert sind – wäre dann nicht genauso zu ermöglichen, dass der Vater dem Sorgerecht der Mutter widersprechen kann?

    • „denn Menschen können sich ändern.“

      Das scheinen viele heute nicht mehr zu glauben. Leute sind heute bereit mit Hilfe von Shitstorms Menschen ihrer Lebensgrundlage zu berauben, weil sie vor Jahrzehnten ein Wort gesagt haben, das heute politisch unkorrekt ist.

      Die Leute, die sich hier gegen ein automatisches Sorgerecht von Vätern entschieden haben, lassen sich von Mütterlobbyisten beraten und die denken das ein Vater eher eine Gefahr für das Kind ist und nicht, wie viele wissenschaftlichen Ergebnisse und Erfahrungsberichte aus den Nachbarländern zeigen, einen sehr positiven Einfluss auf die mentale Entwicklung der Kinder sowie dem Schutz der Familie vor Armut beitragen.

      Man kann die falsche Weltsicht der Mütterlobbyisten sogar zum Teil entschuldigen, denn es werden sich hauptsächlich Frauen an sie wenden, bei denen der Vater ein Problem ist oder wo der Vater zwar tatsächlich sich nichts vorzuwerfen hat, die Mutter aber aus Missgunst oder dergleichen ggü. den Mütterlobbyisten nur in den schlechtesten Tönen von ihm berichtet. Und die Sicht der Männer interessiert viele Frauenorganisationen eh nicht, was ihr Handeln und Einfluss nehmen verantwortungslos macht.

      • …„lassen sich von Mütterlobbyisten beraten und die denken das ein Vater eher eine Gefahr für das Kind ist“

        Und das geht gar nicht. Wenn unsere Welt so kaputt ist, dass Leute wirklich unreflektiert glauben, Väter seien primär eine Gefahr für ihr Kind, dann läuft etwas ziemlich schief hier.

        Väter sind seit Jahrtausenden die, die sich dem Bären entgegenstellen, die für ihre Familie ihr Leben geben. Und ganz plötzlich sind sie zu gefährlich für ihre Kinder?

        Die Frauen und Feministen, die das behaupten, haben in der Regel ein extrem hohes formales Bildungsniveau. Die hinterfragen wirklich nicht solche absurden Behauptungen?
        Corona hat uns gezeigt, dass das eben nicht stimmt, sondern dass der Vater in der Not eben nicht besoffen und aggressiv seine Familie vermöbelt. Er macht alles, um seine Liebsten zu schützen.
        Selbst wenn Frauenministerin Giffey mit Hotelzimmern und Plakaten lockt, damit die Frauen endlich irgendeine Gewalt ihres Partners im Lockdown behaupten, kriegt sie ihre Hotels nicht mal ansatzweise voll.

        Diese Mär vom pauschal bösen Mann, die dafür sorgen soll, dass er kein gleichberechtigtes Leben mit seinen Kindern führen darf, lasse ich nicht mehr durchgehen mit der Begründung, die Entscheider seien zu blöd oder zu fehlgeleitet.

        Sie wollen die Väter aussperren, wenn es um die Kinder geht. Das steckt dahinter. Und die hinterfotzige Art, mit der sie das durchdrücken wollen, macht mich zunehmend wütend.

  • Die Väter, die ich erlebt habe, haben sich gegenüber ihren Kindern benommen wie infantile Tölpel. Habe nichts gesehen von der prägenden, die weiblichen Marotten kompensierenden Männlichkeit. Der Verfasser spinnt sich Mythen zusammen.

    Die unter fingierten Schuldzuweisungen und unter staatlichem Patronat durchgezogene Trennung eines Vaters von seinen Kindern ist individuell gesehen ein barbarischer Akt und Verbrechen. Gesellschaftlich gesehen ist es für die Männer ein Akt der Befreiung, jedenfalls können sie einen draus machen.

    Kinder sind (bis manchmal auf die eigenen) keine so besonders erfreulichen Wesen. Es sind Konsumterroristen, die das Leben ihrer Eltern in eine unerträgliche Zwangslage und Verödung führen. Sie machen unglaublich viel Arbeit und Kosten und geben um so weniger, je älter sie werden. Als Lehrer schaue man sich einmal die Eltern an, die noch zur Sprechstunde kommen. Sie wirken seelisch, psychisch, emotional bankrott, unausgefüllt, frustriert und überarbeitet. Kinder leben von Kitschmythen, so wie Frauen oft auch. Ihre wirklichkeit ist ruinierend.

    Lasst doch den Frauen die Kinder und ihr matriarchales Weltbild. Jeder Versuch, durch zivilgesellschaftlichen Dialog und zivilgesellschaftliche Prozeduren zu einer harmonischen, respektierten Vaterrolle zurückzufinden ist aussichtslos. Männer sollten lieber lernen, diesen Wunsch als Fiktion zu erkennen, denn sonst drohen sie, daran zugrunde zu gehen.

    Die „siegreichen“ alleinerziehenden Frauen und ihre Kinder habe ich oft genug kennen lernen dürfen. Die Rache am Ex ist die einzige Genugtuung, die sie aus ihrer desolaten Situation ziehen können. Niemand sollte jemals mit ihnen tauschen wollen, wenn er deren Elend aus dem Nahbereich kennen gelernt hat. Das Mitleid mit den Kindern hält sich bei mir in Grenzen, denn meistens sind sie mir nicht besonders symphatisch.

    Das Modell „alleinerziehende Mutter“ wird schnell aussterben, Anders als bei dem Mann aber aus dem freien Willen der Frauen und nicht weil der Staat es so erzwingt.

  • „Toxische Männlichkeit“ ist ein extrem sexistischer Begriff, erfunden von extremen (frustrierten?) Frauenlobbyistinnen mit Daddy-Issues, denen es nie und nimmer und Gleichberechtigung geht, sondern um Macht und Rache. Es ist ein Kampfbegriff der weiblichen Pendants zu den männlichen Incels.

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