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Das „Forum soziale Inklusion“: Fake News und Realität

geschrieben von: Lucas Schoppe

Der kleine gemeinnützige Verein „Forum Soziale Inklusion“ wird im gerade beschlossenen Haushalt des Familienministeriums mit 400.000 Euro gefördert werden. Er setzt im Unterschied zu vielen etablierten Gruppen der Geschlechterpolitik auf eine Kooperation anstatt auf Konfrontation zwischen den Geschlechtern, und so hat er auch entschiedene politische Gegner. Ein irritierend selbstverständliches Zusammenspiel von Politikerinnen, Journalistinnen, scheinbar unabhängigen Aktivisten und Lobbyistinnen hat nun das Ziel, diesen Verein möglichst nachhaltig zu diskreditieren.

Da der Verein allerdings Positionen bezieht, die demokratisch, menschenfreundlich und an der Idee der Geschlechtergerechtigkeit orientiert sind, greift dieser Versuch auf substanzlose Vorwürfe zurück. Im modischen Sprachgebrauch: Er wird mit Fake News befeuert. 

Ich bin Mitglied im Forum Soziale Inklusion und kenne die dort handelnden Personen gut, und so habe ich die Möglichkeit, die häufigsten dieser Fake News richtigzustellen. Das ist mir auch deswegen wichtig, weil mich die Skrupellosigkeit ärgert, mit der hier – aus etablierten Herrschaftspositionen des politischen Diskurses heraus – gezielt diskreditierende Falschinformationen über einen kleinen gemeinnützigen Verein verbreitet werden.

Fake News 1: Das Forum Soziale Inklusion wäre antifeministisch

Fake News 2: Das Forum Soziale Inklusion würde behaupten, dass „Männer strukturell diskriminiert werden“

Fake News 3: Das Forum Soziale Inklusion würde Frauen zurück an den Herd wünschen

Fake News 4: Das Forum Soziale Inklusion würde der AfD nahestehen

Fake News 5: Das Forum Soziale Inklusion hätte bloß eine freundliche Fassade, hinter der sich eine frauenfeindliche Politik verbergen würde

Fake News 6: Das Forum Soziale Inklusion würde Gewalt gegen Frauen verharmlosen

Warum erweckt Andreas Kemper trotzdem den falschen Eindruck, das Forum Soziale Inklusion würde Gewalt unterstützen?

Wenn der Verein so entschlossene Gegner hat – muss ihm dann nicht doch irgendetwas vorzuwerfen sein?

Ist es nach alledem nicht einfach unsinnig, sich mit solchen völlig unbegründeten Unterstellungen ausführlich auseinanderzusetzen?

 

Fake News 1: Das Forum Soziale Inklusion wäre antifeministisch

Die grüne Bundestagsabgeordnete Ulle Schwauws beschreibt den gemeinnützigen Verein Forum Soziale Inklusion als „antifeministisch“, und diese Einordnung wird von Medien wie der taz oder dem Spiegel ohne weitere Prüfung übernommen und verbreitet. Sie ist allerdings falsch.

Wer das Label „Antifeminismus“ gegen politische Gegner verwendet, klärt in der Regel überhaupt nicht, was er oder sie eigentlich unter „Feminismus“ versteht. Das gilt auch hier. Der Begriff „Feminismus“ changiert heute zwischen ganz unterschiedlichen Bedeutungen – was nach mehreren Jahrzehnten feministischer Bewegungen, die sich bis zu kaum vereinbaren Widersprüchen hin ausdifferenziert haben, auch nicht verwunderlich ist.

Die meisten Menschen verstehen unter „Feminismus“ vermutlich schlicht ein Eintreten für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern. In diesem Sinn steht das Forum Soziale Inklusion ganz in feministischen Traditionen. Es greift nirgendwo die Gleichberechtigung der Geschlechter an und setzt sich zudem dort für Veränderungen ein, wo gleiche Rechte von Frauen und Männern noch nicht realisiert sind.

Das gilt insbesondere für das Familienrecht, wo weiterhin das Recht von Vätern, für die eigenen Kinder sorgen zu können, grundsätzlich noch immer von der mütterlichen Zustimmung – über Heirat oder Sorgeerklärung – abhängig ist. Das Forum Soziale Inklusion geht davon aus, dass Väter und Mütter gleichermaßen von der Geburt des Kindes an die Verantwortung für die Kindessorge haben und damit auch gleichermaßen das Recht haben müssen, diese Verantwortung auch zu realisieren. In diesem Sinn sind es eher Mütterverbände wie der Verband der Alleinerziehenden oder MIA, die antifeministisch agieren.

Wird unter „Feminismus“ hingegen die Meinung verstanden, dass Frauen in unserer Gesellschaft überall durch Männer unterdrückt würden und dass moderne Herrschaftsformen sich im Kern als Herrschaft von Männern über Frauen analysieren ließen – dann vertritt das Forum Soziale Inklusion tatsächlich eine andere Position.

Es verweist beispielweise darauf, dass im großen Etat des Familienministeriums viele Frauen- und Mütterinitiativen gefördert werden, aber keine Initiativen, die sich für Jungen und Männer einsetzen. Dass das FSI hier eine sachlich andere Meinung vertritt, bedeutet jedoch nicht, dass es „antifeministisch“ ist – es belegt seine Aussagen über politische Strukturen sachbezogen und trifft sie nicht einfach nur, um Feministinnen zu widersprechen.

Wird „Feminismus“ schließlich gar so verstanden, dass es ganz in Ordnung wäre, Slogans wie #killallmen öder #MenAreTrash zu verbreiten oder dem Vater des eigenen Kindes öffentlich den Tod zu wünschen – dann widerspricht das FSI tatsächlich deutlich feministischen Positionen.  Auch dieser Widerspruch ist jedoch eindeutig nicht antifeministisch. Das Forum widerspricht, weil es Gewalt und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit generell ablehnt – nicht nur dann, wenn sie von Feministinnen propagiert werden.

Das FSI als „antifeministisch“ zu bezeichnen, hat also keine sachliche Grundlage. Gerade aber weil der Begriff inhaltsleer ist, lässt er sich beliebig verwenden, und er signalisiert in diesem Fall schlicht, dass DIE nicht zu UNS gehören würden. Die Bezeichnung wird wohl verwendet, um den simplen Eindruck zu erwecken, hier würden einige Männer gleiche Rechte von Frauen abschaffen wollen.

 

Fake News 2: Das Forum Soziale Inklusion würde behaupten, dass „Männer strukturell diskriminiert werden“

Das unterstellt Andreas Kemper im Gespräch mit der taz dem Forum, er liegt damit aber falsch. Offenbar stellt er sich das Forum Soziale Inklusion als einen Spiegel einiger feministischer Positionen vor, die eine weiträumige Diskriminierung von Frauen durch Männer behaupten – nur dass das FSI hier eben schlicht die Rollen vertausche.

Wer Texte des Forums liest, oder einen Aufsatz des Vorsitzenden Gerd Riedmeier in Arne Hoffmanns Sammelband „Gleichberechtigung beginnt zu zweit“, merkt schnell: Der Vorwurf, die Belange von Männern und Jungen zu ignorieren, bezieht sich auf bestimmte Sektoren der Politik, insbesondere auf die Familienpolitik, aber auch auf den Gewaltschutz. Abgesehen davon räumt Riedmeier z.B. ganz selbstverständlich einen „Nachholbedarf“ der Politik ein, weil es weniger weibliche als männliche Bundestagsabgeordnete gäbe.

Das Forum behauptet also nicht, dass Männer flächendeckend diskriminiert würden. Es richtet sich stattdessen dagegen, öffentliche Institutionen nach dem Modell der überkommenen großbürgerlichen Familie zu organisieren, so dass Männer dann für das große Ganze verantwortlich sind, sich aus den Binnenstrukturen von Familie und Kindessorge aber herauszuhalten hätten.

 

Fake News 3: Das Forum Soziale Inklusion würde Frauen zurück an den Herd wünschen

Diesen Eindruck erweckt Ulle Schauws, wenn sie dem FSI in der taz einen „Angriff auf Frauenrechte“ vorwirft. Der Eindruck ist falsch. Tatsächlich unterstützt das Forum Soziale Inklusion das „Rosenheimer Modell“, mit dem die Finanzierung von Trennungsfamilien neu geregelt werden soll.

Das Modell geht grundsätzlich davon aus, dass beide Eltern gleichermaßen für die finanzielle Kindessorge und für die Betreuung der Kinder die Verantwortung tragen.  Daraus ergibt sich unter anderem, dass beide auch nach einer Trennung gleichermaßen das Kind betreuen und berufstätig sein sollen. Das ist ein deutlicher Unterscheid zur heute üblichen Aufspaltung der Elternschaft in Unterhaltszahler und Sorgeberechtigten. Es ist eben diese Aufspaltung, die Frauen Möglichkeiten zur Berufstätigkeit erschwert und Anreize bietet, sich aus der Berufstätigkeit zurückzuziehen.

Nach dem Rosenheimer Modell haben Eltern die Möglichkeit, sich auf Abweichungen von der 50-50-Betreuung zu einigen. Der Elternteil, der das Kind weniger direkt betreut, muss dann allerdings entsprechend mehr zahlen. Eine besondere Pointe: Zieht ein Elternteil sich vollständig aus der direkten Kindessorge zurück, dann muss er nach diesem Modell sogar mehr Unterhalt zahlen als in den heute gängigen Regelungen.

Das Rosenheimer Modell setzt damit starke Anreize für Mütter, berufstätig zu sein – und für Väter, mütterliche Berufstätigkeit zu ermöglichen. Das ist ein deutlicher Unterschied zum heute gängigen Modell, dass Müttern starke Anreize bietet, sich ganz allein um die Kindessorge zu kümmern – und das Vätern neben den Verpflichtungen für die finanzielle Sorge auch die Möglichkeit verschafft, sich vollständig aus der direkten Kindessorge zurückziehen. Es sind die Vertreter dieser Politik, also auch Ulle Schauws und ihre Grünen, die es begünstigen, Frauen zurück an den Herd zu schicken.

 

Fake News 4: Das Forum Soziale Inklusion würde der AfD nahestehen

Dieser Eindruck wird insbesondere von dem Aktivisten Andreas Kemper erweckt, aber von Politikerinnen wie Schauws weiter verbreitet. Er ist falsch und unbegründet. Gerd Riedmeier, der Vorsitzende des Forum Soziale Inklusion, stellt in seinem oben erwähnten Aufsatz ausdrücklich klar: Wenn Männer aus Enttäuschung über andere Parteien AfD wählen, dann wählen sie damit eine Partei, die ihre Interessen nicht vertritt.

Der Vorwurf der AfD-Nähe wird von  Kemper nicht etwa aus einer Auseinandersetzung mit inhaltlichen Positionen des Forums begründet, sondern durch bloße Assoziationen. Gerd Riedmaier habe beispielsweise 2015 bei einem Gender-Kongress gesprochen, bei dem 2017 – als Riedmeier an dem Kongress nach den auch Kemper verfügbaren Daten gar nicht teilnahm – dann ein AfD-Mitglied gesprochen habe.

Oder: Das Forum Soziale Inklusion war gemeinsam mit dem Verein Manndat Mitglied in der Interessengemeinschaft Jungen, Männer, Väter, und auf der Webseite von Manndat sei 2016 ein Interview mit einem AfD-Politiker veröffentlich worden.

Kemper suggeriert also über beliebige Assoziationen eine Nähe, die er inhaltlich überhaupt nicht fundieren kann – und das versucht er auch nicht einmal. Er ignoriert zudem ausdrückliche Abgrenzungen von der AfD.

 

Fake News 5: Das Forum Soziale Inklusion hätte bloß eine freundliche Fassade, hinter der sich eine frauenfeindliche Politik verbergen würde

Diesen Eindruck versuchen fast alle Gegner des kleinen gemeinnützigen Vereins zu erwecken: Politikerinnen ebenso wie Journalistinnen oder Aktivisten wie Kemper. Er ist falsch.

Patricia Hecht etwa fragt in einem Interview mit Kemper, warum der Verein „diese verschleiernden Namen (Forum Soziale Inklusion, Gender Kongress)“ verwenden würde, und sie impliziert damit schon in der Frage, dass die öffentlich einsehbaren Positionen des FSI nur eine Täuschung sein können.

Die Häufigkeit, mit der diese Behauptungen wiederholt werden, täuscht darüber hinweg, dass sie an keiner Stelle begründet sind. Der Gedanke, dass die moderate, Partnerschaftlichkeit stützende Grundkonzeption des Forums eine bloße Fassade wäre, entspringt ganz der Fantasie ihrer Gegner, die lieber mit großer Unterstellungsbereitschaft zwischen den Zeilen lesen, als die Zeilen selbst zur Kenntnis zu nehmen: Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Im Unterschied zu Andreas Kemper kenne ich Gerd Riedmeier persönlich aus einer ganze Reihe von Gesprächen, und was er im kleinen oder privaten Rahmen sagt, ist zuverlässig kohärent mit seinen öffentlichen Äußerungen. Das gilt auch für die anderen Vorsitzenden des Vereins, die Kemper ebenfalls – trotz eingestandener Unkenntnis der Personen – in seiner Sendung erheblich belastet.

Die Unterstellung, das Forum würde ein doppeltes Spiel spielen, ist also projektiv. Möglicherweise sind Schauws, Hecht, Kemper und andere so selbstverständlich an radikale Unterschiede zwischen Außendarstellung und tatsächlichem Agieren im politischen Feld gewöhnt, dass sie diese Unterschiede unbesehen auch ihren politischen Gegnern unterstellen.

 

Fake News 6: Das Forum Soziale Inklusion würde Gewalt gegen Frauen verharmlosen

Diesen Eindruck versucht die stellvertretende Jusovorsitzende Hanna Reichhardt  zu erwecken. Sie zitiert Andre Rossnagel (nicht vom Forum Soziale Inklusion, sondern vom Väter-Netzwerk), der sich als Vater „vollkommen diskriminiert“ fühlt, sie macht sich darüber lustig („ist mir ja glatt mein Tampon verrutscht“) und verweist dann „auf Zeiten, in denen jeden Tag ein Mann versucht eine Frau umzubringen und jeden dritten Tag eine Frau von einem Mann ermordet wird.“

Warum sie damit das Forum Soziale Inklusion assoziiert, verrät Reichhardt nicht. Das FSI stellt tatsächlich einfach nur die Frage, ob Familien- und Geschlechterpolitik in Deutschland „nur für ein Geschlecht“ – nämlich für Frauen – gemacht werde. Es verweist beispielsweise darauf, dass Väterverbände kaum einmal eine Chance haben, auch nur zum Gespräch in Ministerien oder anderswo geladen zu werden. Möglich wäre auch der Hinweis, dass es fast keine Hilfen für Männer gibt, die unter häuslicher Gewalt leiden.

Die Feststellung, dass Männer in bestimmten Bereichen der Politik ausgeblendet werden, steht allerdings in überhaupt keinem Widerspruch zu der Feststellung, dass es Männer gibt, die Gewaltakte gegen Frauen begehen. Wer – wie Reichhardt – einen solchen Widerspruch konstruiert, arbeitet mit Geschlechterklischees, nach denen Vorteile und Nachteile, Gewalttaten und Gewalterfahrungen allezeit sauber zwischen den Geschlechtern aufgeteilt sind.

Hier verrät Reichhardt also mehr über ihre eigenen Klischees als über das Forum Soziale Inklusion.

 

Warum erweckt Andreas Kemper trotzdem den Eindruck, das Forum Soziale Inklusion würde Gewalt unterstützen?

In einem Video über das Forum Soziale Inklusion berichtet Kemper, völlig außerhalb des Kontextes, auch über den Mord an einem amerikanischen Männerrechtler, der von einem anderen Männerrechtler begangen wurde. Er spricht dann von einem „Übergang(…) zu Leuten, die tatsächlich bereit sind, andere Menschen zu ermorden“ – und zeigt dabei im Bild die Namen der Vorsitzenden des Forums Soziale Inklusion.

Abgesehen von dieser Text-Bild-Konstruktion gibt es tatsächlich überhaupt keinen Zusammenhang mit dem Forum. Das Video belegt lediglich, mit welcher Härte und Bedenkenlosigkeit Gegner dieses kleinen Vereins vorgehen. „Gegner“ im Plural – denn auch Kempers erschreckend unseriöses Agieren hindert die taz nicht daran, ihn als „Antifeminismusexperten“ vorzustellen und über das FSI zu interviewen.

 

Wenn der Verein so entschlossene Gegner hat – muss ihm dann nicht doch irgendetwas vorzuwerfen sein?

Nein. Die Wut auf den kleinen Verein basiert darauf, dass er nun 400.000 Euro aus den Mitteln des Familienministeriums bekommen soll. Das beendet eine Situation, in der Gelder des Ministeriums ausschließlich an Organisationen geflossen sind, in denen spezifische Belange von Jungen oder Männern entweder unwichtig sind oder – wie beim Alleinerziehendenverband – sogar bekämpft werden.

Da an den Positionen des Forums im Sinne von Demokratie und Geschlechtergerechtigkeit  nichts auszusetzen ist, erklären seine Gegner diese Positionen kurzerhand zur Täuschung, während sie ihre eigenen Fantasien über den kleinen Verein zu seiner EIGENTLICHEN Realität erklären. Ein solches Manöver ist nur möglich unter Bedingungen, unter denen es als ganz normal erscheint, bloß ÜBER andere zu reden, aber nicht MIT ihnen.

Die Gegner befürchten, dass diese Situation sich, wenn auch vorsichtig, ändern könnte.

 

Ist es nach alledem nicht einfach unsinnig, sich mit solchen völlig unbegründeten Unterstellungen ausführlich auseinanderzusetzen?

Der österreichische Rechtsaußen Jörg Haider hat seine politischen Gegner – so stellte es jedenfalls zu Haiders Lebzeiten einer dieser Gegner im Interview dar – mit einem eingeübten Diskursmanöver zur Verzweiflung getrieben, das ebenso skrupellos wie effektiv ist. Er reihte ganz selbstverständlich so viele Falschdarstellungen hintereinander, dass er seine Gegner damit vor eine sehr unglückliche Entscheidung stellte.

Sie konnten dann nämlich seine Darstellungen entweder Stück für Stück korrigieren, mussten dabei dann aber auch über jedes Stöckchen springen, dass er ihnen hinhielt, und sie kamen kaum dazu, souverän ihre eigene Position darzustellen.

Oder sie mussten Falschaussagen unkommentiert stehen lassen, wenn sie sich auf die Darstellung ihrer eigenen Position konzentrieren wollten.

Kemper, Reinhardt, Hecht, Schauws und andere agieren nun ähnlich wie Haider. Es ist eine Funktion des vorliegenden Beitrags, andere davon zu entlasten, Unterstellungen und Falschaussagen in jedem Einzelfall erneut widerlegen zu müssen, und ihnen die Möglichkeit zu geben, einfach auf diesen Text zu verweisen.

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30 Comments

          • Danke Klaus, dann lass mal überlegen, was die Löschung ausgelöst haben könnte:
            Wir akzeptieren keine:

            • Beleidigungen und Diskriminierung
            Nicht im Posting enhalten.

            • Rassismus, Populismus, Sexismus, Häme und Hetze
            Nicht im Posting enhalten noch auf der verlinkten Seite, allerdings gilt ja in feministischen Kreisen ja oft schon eine andere Meinung als Hatespeech… ;o)

            • Waffen- und Gewaltverherrlichung
            Gegenstandslos

            • Verschwörungstheorien
            Okay, jeder mit einer anderen Meinung kann dann nur ein Verschwörungstheoretiker sein… ;o)

            • Aufruf zu Straftaten
            Gegenstandslos

            • Veröffentlichung eindeutiger personenbezogener Daten
            Gegenstandslos

            • Werbung und maschinell erzeugte Beiträge
            Gegenstandslos

            • Links zu gewalttätigen Videos
            Gegenstandslos

            • Drohungen
            Gegenstandslos

            Immerhin kommt die TAZ ja damit dann um:
            „Wir wünschen uns:“

            • Beiträge, die eine Bereicherung der Diskussion darstellen

            • Neue Informationen und Perspektiven auf ein Thema

            Sehr gut herum, wenn alle anderen Meinungen automatisch Hatespeech sind.. (wahrscheinlich ist dieser Kommentar auch schon wieder „Hatespeech“…

      • Natürlich nicht, ist doch frauenfeindlich, rechtsradikal und antidemokratisch FakeNews-Propaganda… ;o)
        (wie jede andere Meinung, die Gläubigen sollen ja nicht durch Teufelswerk in Versuchung geführt werden)

  • Ich bin ehrlich gesagt schockiert, wie schlecht (oder ists bösartig?) gewisse Journalisten bei der TAZ arbeiten. Pflegt die Zeitung keine Qualitätssicherung? Wie kann eine Zeitung die sonst eher gute und fundierte Beiträge bringt, zwischendurch solchen hasserfüllten Schmarren publizieren? Es ist ja nicht das erste Mal, dass so unterirdische Hasspropaganda verbreitet wird (die Männer und Frauen der Polizei die Müll seien etc).

    • „eine Zeitung die sonst eher gute und fundierte Beiträge bringt,“

      Das ist aber extrem wohlwollend. Zeitungen verstehen sich ja durchweg als meinungsbildend, d.h. man will die eigene (selektive) Weltsicht und darauf basierende Ideologie den Lesern beibringen. Die Frage ist, wie weit man sich dabei von einer halbwegs ausgewogenen Weltsicht entfernt und wie intensiv man mit Propagandamethoden arbeitet. Bei der TAZ liegt mMn fast durchgängig eine fortgeschrittene Realitätsabkopplung vor, in der Geschlechterpoitik ist das schon extrem. Und Hetze gegen andere Weltsichten ist kein Zufall, sondern Markenzeichen.

      Trotzdem scheint mir die TAZ einen ziemlichen Einfluß in der medialen und politischen Elite, das ist der einzige Grund, warum man eventuell dort etwas liest.

  • „Angriff auf Frauenrechte“

    Was sind denn diese Frauenrechte? Gibt es auch Männerrechte? Und wie und was greift das FSI bei diesen Frauenrechten an?

    Fakt ist, das Frauen heute ALLE Rechte haben, Männer hingegen nicht. Also werden jetzt Rechte angegriffen die aktuell Frauen und Männer haben und die gem. FSI nur Männer haben sollen oder Sonderrechte, die Frauen haben und Männer nicht, wie z.B. einen automatischen rechtlichen Bezug zum Kind?

    • „Wenn der Verein so entschlossene Gegner hat – muss ihm dann nicht doch irgendetwas vorzuwerfen sein?“

      Hier kann man ja von Feministinnen lernen: Wenn es so heftige Kritik gibt, dann muss ja an dem was das FSI fordert etwas dran und richtig sein 😉

      Was ich nicht verstehe, ist wie eine Person wie Kemper schlafen kann. Nichts was ich bisher von ihm gesehen habe, war in irgend einer Weise gut gemacht, etwas wo man sagen kann, ja das stimmt. Er denunziert und macht nichts andere. Er ist Captain-„spiel-nicht-mit-den-Schmuddelkindern“. Manchmal lüge ich, „es geht mir gut“, „kein Problem“, „ja, ich habe mir das angesehen“, sowas halt. Bei größeren Lügen entsteht bei mir ein körperliches Unwohlgefühl. Kemper lügt berufsmäßig um anderen zu schaden und um eine Hilfe für Menschen in Notlage zu verhindern, wenn diese Menschen männlich sind. Ich checke es nicht, wie man da noch jeden Tag aufstehen kann.

      • Wenn zu lügen bedeutet, dass man Unwahrheiten verbreitet, obwohl man es besser weiß bzw. eigentlich besser wissen müsste – dann sind das Lügen. Ich glaube nur, dass das das Selbstverständnis dabei nicht trifft. Ds Selbstverständnis ist hier ziemlich deutlich, dass er über eine Gruppe AUFKLÄRT, bei der nach seiner Einschätzung der Schein trügt. Dass aber diese Einschätzung mehr mit seinen eigenen Vorurteilen als mit der Gruppe zu tun haben könnte, realisiert er offensichtlich nicht, oder es ist ihm egal.

        Ich würde das überhaupt nicht an Kemper als Person festmachen, sondern mich eher darauf konzentrieren, dass im Diskurs etwas falsch läuft. Hier sind z.B. klassische journalistische Qualitätskriterien ganz selbstverständlich völlig außer Kraft gesetzt. Hecht hört nur eine Seite – die aber hört sie völlig kritiklos, und sie bestätigt sich sogar als Stichwortgeberin.

        Schlimmer noch: Behauptungen werden hier nicht dadurch bestätigt, dass sie sachlich begründet, durch empirische Daten oder Textanalysen gestützt werden – sondern einfach nur dadurch, dass sie zu Vormeinungen passen, die überhaupt nicht mehr hinterfragt werden.

        Auch das aber ist nicht allein Hechts Schuld, so etwas dürfte in einer Zeitung mit Anspruch auf Seriosität einfach generell gar nicht möglich sein.

        • Ich bin mir ziemlich sicher das ihn genug Leute auf seine Falschbehauptungen und manipulativen Darstellungen hinweisen und wenn man dann an sich selbst den Anspruch hat, das richtige zu tun, dann macht man nicht einfach damit weiter diese Falschbehauptungen zu verbreiten. Für mich ist das Lügen.

          „nicht an Kemper als Person festmachen“

          Was macht Kemper? Er schaut wer sich für Männer einsetzt und ihnen helfen will oder wer feministischen Doktrin widerspricht und versucht dann diese Menschen in die rechte und frauenhasser Ecke zu schieben. Hat ihm irgendeine Institution den Auftrag dazu erteilt oder macht der das aus Eigenantrieb? Ich vermute mittlerweile letzteres, wenn man sich z.B. sein Projekt Angent_in anschaut (oder wie das hieß).

          • Ich denke man kann nur schwer aus einer Eckposition heraus wenn man sich mal verfahren hat. Herr kemper wird wissen das er falsch liegt. Aber Fehler zuzugeben ist wesentlich schwerer als weiterzumachen. Sich seinen Sünden zu stellen schwerer als zu ignorieren. Herr Kemper hat sich irgendwann mal verfahren, falsch entschieden, und dann halt immer weiter gemacht. Alles andere wäre aufgeben, auch wenn man merkt das man mit 100 Sachen Richtung Abgrund rast. Dafür gibt es sicher einen Begriff, auch wenn er mir nicht einfällt.

  • … über den Mord an einem amerikanischen Männerrechtler, der von einem anderen Männerrechtler begangen wurde.

    Der Mord an Marc Angelucci ist doch nie ganz geklärt worden, oder weiß man Genaueres? Auf https://en.wikipedia.org/wiki/Marc_Angelucci wird nur über einen stark Verdächtigen berichtet (der sich später selber umbrachte und 5 Jahre vorher aus der NCFM ausgeschlossen wurde). Es hat aber offenbar keine Anklage oder einen offiziellen Abschlußbericht der Polizei gegeben.

    Aber Herr Kemper weiß sicher besser als die Polizei Bescheid.

  • Gab es da vor einiger Zeit nicht mal was, womit derlei „schlecht über jemanden reden“ verhindert werden sollte?
    Ich glaube Hate Speech heißt das. Herr Schoppe schämen Sie sich eigentlich nicht, derart herabwürdigend über Personen zu schreiben, die unter massivstem Druck des Patriarchats die Wahrheit ans licht bringen? Und bedenken Sie doch bitte, dass diesen hochkompetenten Personen gerade vom bösen Patriarchat die gesamte Existenzgrundlage geraubt wird. Was sollen die denn bitte machen, wenn vom Staat kein Geld mehr kommt? Etwa ernsthaft arbeiten?

  • […] Ich bin Mitglied im Forum Soziale Inklusion und kenne die dort handelnden Personen gut, und so habe ich die Möglichkeit, die häufigsten dieser Fake News richtigzustellen. Das ist mir auch deswegen wichtig, weil mich die Skrupellosigkeit ärgert, mit der hier – aus etablierten Herrschaftspositionen des politischen Diskurses heraus – gezielt diskreditierende Falschinformationen über einen kleinen gemeinnützigen Verein verbreitet werden.” Weiter lesen: man tau […]

  • Aus dem Spiegel-Artikel: Große Koalition fördert antifeministischen Verein mit 400.000 Euro
    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/grosse-koalition-foerdert-antifeministischen-verein-mit-400-000-euro-a-00000000-0002-0001-0000-000174419257

    Auf seiner Website schreibt das »Forum Soziale Inklusion« etwa, Giffey verbreite »Hysterie mit realitätsferner ­Propaganda« über häusliche Gewalt in Zeiten von Corona.

    Bei solcher „Nichtargumentation“ frage ich mich regelmässig: Stimmt es denn oder stimmt es denn vielleicht teilweise oder gar nicht? Das aber scheint beim Spiegel, und nicht nur dort, völlig obsolet. Es ist in etwa so wie bei den Katholiken. Die jungfräuliche Empfängnis zu hinterfragen ist ein Sakrileg. Es erübrigt sich, auf solche Ketzer argumentativ einzugehen. Man legt das Glaubenbekenntnis ab oder man wird augenblicklich exkommuniziert und mit dem heiligen Bannstrahl des heiligen Inquisitors Torquekemper belegt. Nicht mal eine peinliche Befragung gönnen die unsereins.

    • Diese Form des „Argumentierens“ ist mir auch schon sauer aufgestoßen. Es werden einfach nur im Zuge entrüsteter, schnappatmender textlicher Versatzstücke einzelne, oft grob verkürzte Zitate reingehauen, die schon für sich allein stehend die Fürchterlichkeit desjenigen aufzeigen, der es geäußert hat. Dass nach der zitierten Stelle in der Aussage Riedmeiers darauf hingewiesen wurde, dass Giffey selbst einräumen musste, dass die bekannten Zahlen keine Anstiege häuslicher Gewalt nachweisen würden, sie sich dann aber auf ihr GEFÜHL berief, dass ihr sagte, dass ganz bestimmt alles ganz doll furchtbar ist, das stellt für mich eine wichtige Information dar, denn diese NACHPRÜFBARE Darstellung könnte mich dazu verleiten, Gerd Riedmeiers Etikettierung von Giffeys Gerede als zumindest annähernd zutreffend zu betrachten.

      Das Interessante und für Ideologen so Nützliche an solchen „Argumentationen“ ist ja deren zirkuläre Natur. Man haut in einem Artikel, der keinen Zweifel daran lässt, dass man über das besprochene Objekt als guter Mensch einfach nur den Kopf schütteln kann, einfach wahllos irgendwelche Aussagen rein. Diese Aussagen werden mit nichts kontextualisiert, sie werden nie konkret falsifiziert, sie stehen einfach nur so da, als seien sie schon für sich allein ein Beweis für die Niedertracht des Besprochenen. Gleichzeitig wird so aber auch ein Signal an möglichst alle Leser gegeben: Alles was wir hier zitieren, solltet ihr besser auch nicht einmal zu denken wagen, denn es ist fürchterlich! Und warum ist es fürchterlich? Na weil es von diesem fürchterlichen Menschen gesagt wurde! Und warum ist der fürchterlich? Na weil er so fürchterliche Dinge sagt!

      Intellektuelle Unredlichkeit in Vollendung! Aber das ist man aus diesen Sphären ja schon längst gar nicht mehr anders gewohnt…

      • Heute, nachdem bereits viele Lockerungen umgesetzt sind, steht auf der Website des Bundes: «Die Polizei hat zwar zeitliche und räumliche Schwankungen der Anzahl Meldungen wegen häuslicher Gewalt festgestellt. Ein schweizweiter Anstieg blieb jedoch aus. Auch die Mehrzahl der Opferhilfestellen in den Kantonen verzeichneten keine Zunahme der Beratungen wegen häuslicher Gewalt.» Klingt erst mal vielversprechend. Doch wenn man genauer hinschaut, wie es beispielsweise Susan Peter, Geschäftsführerin der Stiftung Frauenhaus Zürich, macht, entsprechen diese Aussagen leider nicht der Realität. Schuld ist – mal wieder – die Dunkelziffer.

        Aha, die Dunkelziffer. Das ist ein typisches Beispiel feministischer Propaganda. Das für die Propaganda „günstige“ Ereignis stellte sich nicht ein. Also liegt die Wahrheit im Dunkeln. Es ist, seit sich die ersten Einzeller teilten, immer schlimmer geworden mit der häuslichen Gewalt.

        Susan Peter erklärt: «Weil der Partner rund um die Uhr in der Nähe war, konnten sich Betroffene während des Lockdowns nicht bei uns melden.»

        Einfach eine zusätzliche Behauptung und das Weltbild stimmt wieder.

  • Es ist erschreckend, wie schnell Ideale verraten werden, wenn es tiefer in die Politik geht. Man scheut korrekte Positionen, wenn es um politische Relevanz und vor allem Geld geht. „Money makes the world go round“.

    Viel schlimmer aber noch ist, dass der antifanahe Kemper viel Gehör findet. Diese „Nähe“ (er tummelt sich oft in diesen Kreisen) sowie die Nähe der Heinrich-Böll-Stiftung ist bekannt.
    Von der „Agent*In“ und seinem neuen Portal ganz zu schweigen.

  • „Daraus ergibt sich unter anderem, dass beide auch nach einer Trennung gleichermaßen das Kind betreuen und berufstätig sein sollen.“

    Und wieso sollen sie das? Wieso können sich die betroffenen Leute das nicht selber ausmachen? Warum muß man ihnen unbedingt vorschreiben, wie sie zu leben haben?

    • Achtung, juristische Termini: „sollen“ = nahegelegte Empfehlung; Vorschrift = „müssen“ oder „zu haben“!

      Sollen heißt lediglich, dass das Leitmodell, die Basis von der Sorgerechtsentscheidungen ausgehen, sich an genanntem Ausgangspunkt orientiert. Das heißt nicht, dass davon nicht individuell abgewichen werden kann.

    • @Claudia Danke für den Hinweis! Ich muss hier einiges mal überholen. Vielleicht habe ich jetzt in den Ferien und nach Weihnachten mal ein bisschen Zeit dazu.

  • Arne Hoffmann hat heute noch einen Text von Thomas Gesterkamp im Neuen Deutschland verlinkt und kommentiert. https://genderama.blogspot.com/2020/12/neues-deutschland-steigt-in-rufmord-am_22.html Gesterkamp kommt mit denselben Unterstellungen daher, die auch schon in der taz oder im Spiegel ventiliert wurden. Den Namen „Forum Soziale Inklusion“ versteht er selbstverständlich nur als „Tarnnamen“, die Gelder seien Resultat „geschickter Verschleierungstaktik“.

    Das ist, wie bei Kemper und Hecht, Argumentation auf dem Niveau von Coronaverschwörungstheoretikern: Selbstverständlich wäre alles anders, als es aussieht – und wenn etwas demokratisch und menschenfreundlich aussähe, dann wäre es selbstverständlich TATSÄCHLICH inhuman und zu allem Überfluss auch noch verlogen. Also noch schlimmer als offene Inhumanität, irgendwie.

    Natürlich sind die Mitglieder im FSI auch bei Gesterkamp zudem auch „Frauenfeinde“, ohne dass er das irgendwo begründen müsste. Er bringt es einfach damit in Zusammenhang, dass das FSI nach „mehr Rechten für Scheidungsväter“ verlangt.

    Erst einmal: All dieses wütende Gerede wird, und darauf hat auch Arne schon hingewiesen, bislang nur in sehr kleinen interessierten Kreisen aufgegriffen. Außer der Milieu-Postille taz und dem ehemaligen SED-Parteiorgan kam bisher ein Spiegel-Artikel, aber nicht mehr.

    Was noch interessanter ist: Gesterkamp und Kemper gerieren sich zwar als irgendwie linke, irgendwie fortschrittliche Männer, aber tatsächlich agieren sie als reaktionäre, erstarrte Typen, die nur noch Anschluss an moderne Geschlechterverhältnisse finden, wenn sie sich Sachverhalte beliebig zurechtbiegen.

    Grundsätzlich: Wenn ich es richtig sehe, müssen sowohl Gesterkamp als auch Kemper zusehen, dass sie irgendwie unterkommen und dass sie sich irgendeine Nische suchen, in der sie so etwas wie ein Auskommen finden.

    Kemper hat, wenn ich richtig informiert bin, seine Dissertation zwar abgeschlossen, aber so spät, dass nach alle Wahrscheinlichkeit keine akademische Karriere mehr daraus werden kann. Er verkauft sich als Experte für Männerpolitik, und er verkauft sich an die, die was zu bieten haben – und das sind nach Lage der Dinge eben Akteure und Institutionen, die an einer Geschlechterpolitik kein Interesse haben, in der auch Jungen und Männer berücksichtigt werden. Gesterkamp und Kemper schaffen sich ganz einfach ein Profil, mit dem sie sich eine kleine Position im Diskurs schaffen können.

    Das aber eben auf Kosten anderer. Und in diesem Punkt sind beide geschlechterpolitisch reaktionär. Sie bedienen ein klassisches, längst nicht mehr funktionales Männerbild, das davon geprägt ist, sich als Beschützer von Frauen darzustellen, aber anderen Männern gegenüber nicht einmal
    fetzenweise Empathie aufzubringen.

    So aber ist denn nicht nur das Männerbild katastrophal, sondern auch das Frauenbild. Sowohl von Kemper als auch von Gesterkamp wird es ausdrücklich als „frauenfeindlich“ verkauft, wenn jemand einfach darauf hinweist, dass auch Jungen und Männer unter geschlechtsspezifischen Notlagen leiden können. Das heißt; Kemper und Gesterkamp tun so, als wären Frauen infantile, amoralische Wesen, denen ums verrecken nicht zugemutet werden dürfte, ihrerseits auch einmal erwachsene, zivile, mitmenschliche Verantwortung für Jungen und Männer zu übernehmen.

    Auf diese Weise ist diese Hetze eben auch nicht nur perfide und männerfeindlich, sondern auch frauenfeindlich. Das ist sogar ganz naheliegend: Die Geschlechter sind in ihren Funktionen so sehr miteinander verknüpft, dass jemand, der das eine Geschlecht radikal reduziert, damit auch das andere Geschlecht beschränken und reduzieren wird.

    Wer Forderungen der Empathie für Jungen und Männer ausdrücklich und aufgeregt als „frauenfeindlich“ hinstellt, projiziert also das eigene, radikal reduzierte Frauenbild auf die politischen Gegner. Verantwortung für das andere Geschlecht ist im reaktionären Kosmos von Gesterkamp und Kemper Männersache, darf aber Frauen nicht zugemutet werden. Das ist nicht nur bösartig, sondern auch schlicht Quatsch.

  • Ein guter Artikel, den ich auch getwittert habe! Ohne jetzt darauf groß einzugehen, möcht‘ ich nur mitteilen, dass mich das Bashen im Stil „400.000 Euro für Antifeministen“ maßlos geärgert hat. Das ist genau so ein verfälschender Populismus aus feministischer Richtung, wie ihn Linke ansonsten (zu Recht) der AFD und anderen vorwerfen. Ätzend!

    Insbesondere DIESES Blog (aber auch einige andere „Männerblogs“) machen immer wieder deutlich, dass es eben nicht um unreflektierten Kampf gegen alle feministischen Errungenschaften geht, sondern um Anliegen heutiger Männer, die jeweils dargestellt, belegt und begründet werden.

    Über diese Anliegen kann man natürlich jeweils streiten, auch ich bin nicht mit ALLEM einverstanden, was ich in männerbewegten Blogs so lese. Aber das alles einfach abzutun, als „Mimimi“ abzukanzeln oder unter Verweis auf reale Verbrechen von (einigen) Männern zu marginalisieren, ist bewusst manipulativ, inhaltlich unangemessen und insgesamt kontraproduktiv.

    Wünsche einen guten Rutsch und ein besseres 2021!

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