Allgemein Familie Featured Grüne Väter

Frau Baerbock und die Partei der Patriarchen

geschrieben von: Lucas Schoppe

Ein Special zum grünen Parteitag: Baerbock verdankt ihre Schwierigkeiten uneingestandenen Widersprüchen ihrer Partei

 

Von den „grünen Träumen“ bleibt im Moment nicht viel. Tatsächlich wird Baerbock mit unfairer Kritik konfrontiert, so wie andere Kandidaten auch, und tatsächlich reagiert sie unprofessionell. Vor allem aber zeigen sich in ihren Schwierigkeiten uneingestandene Widersprüche ihrer Partei. Gesellschaftspolitisch sind die Grünen nämlich eine Nachhut, die sich als Avantgarde missversteht.

  1. Hase Habeck und die Partei der Patriarchen
  2. Die Nachhut als Avantgarde

Es ist noch nicht einmal einen Monat her, dass Angriffe gegen die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock im Spiegel als „Hasskampagne der Maskulinisten“ abgetan wurden. Das war ohnehin ungefähr so sinnvoll, als hätte jemand die Angriffe gegen Spahn oder Laschet als „Hasskampagne der Femininistinnen“ hingestellt, die nach 16 Jahren Kanzlerin einfach keine Männer in Machtpositionen ertragen könnten.   

Mittlerweile aber unterscheidet Inga Barthels im Tagesspiegel frauenfeindliche Angriffe, wie gefälschte Nacktfotos Baerbocks, von legitimer Kritik und findet, die Grünen täten sich keinen Gefallen damit, „all das zusammenzuschmeißen und als frauenfeindlich abzustempeln“. Silke Mertens kritisiert in der taz den unprofessionellen Umgang mit den Ungereimtheiten im Lebenslauf: „Baerbock und ihr Team tragen ganz allein die Verantwortung für die tiefen Kratzer an ihrem Image.“  Bettina Gaus empfiehlt Baerbock im Spiegel sogar, die Kanzlerkandidatur an Robert Habeck weiterzugeben, um die grünen Wahlchancen nicht zu zerstören, und schließt: „Der Kampf für Gleichberechtigung kann nicht bedeuten, dass Frauen keinerlei Kritik aushalten müssen.“ 

Eine tapfere junge Frau, die unerschrocken männlichen Monstern begegnet? Das Selbstbild von Baerbocks Kampagne ist möglicherweise in einigen Aspekten etwas verzerrt.

Beides trifft nicht den Kern von Baerbocks gegenwärtigen Problemen. Zwar wird sie tatsächlich mit Zweifeln konfrontiert, mit denen ein Mann sich nicht auseinandersetzen müsste, und sie hat mit ihrem Wahlkampfteam auch tatsächlich unglaubliche Fehler gemacht. In große Schwierigkeiten aber gerät sie, weil ihre Kandidatur von ungelösten inneren Widersprüchen der Grünen insgesamt geprägt ist. Denn ihre Partei missversteht sich selbst mit einer solchen Konsequenz, wie es sonst nur die SPD tut, die sich gegen alle Evidenz immer noch für die Partei Helmut Schmidts und Willy Brandts hält.

 

Hase Habeck und die Partei der Patriarchen

Das erste Selbstmissverständnis der Grünen ist die Vorstellung, die Grünen würden für ein modernes, an Gleichberechtigung und Frauenbefreiung orientiertes Geschlechterbild stehen. Tatsächlich waren sie bei ihrer Klientel immer dann besonders erfolgreich, wenn sie nicht etwa – wie die CDU – eine erfolgreiche Frau als Spitzenkandidatin hatten, sondern wenn ein Mann vom Typus des guten Patriarchen an ihrer Spitze stand.

Der Erfolg der Grünen hängt, mehr als bei jeder anderen Partei, an einem Politiker, der das Bedürfnis nach einem starken Mann mit Charisma und dem Eindruck von Selbstreflexion und Zivilisiertheit bedient. Mit Joschka Fischer waren sie zum ersten Mal in einer Landes- und in einer Bundesregierung – mit Winfried Kretschmann haben sie stabil seit vielen Jahren den ersten Ministerpräsidenten – und mit Robert Habeck konnten die Grünen zum ersten Mal realistisch vom Kanzleramt träumen.

So sehr die Grünen und ihre Klientel auch die Feier der selbstbewussten, eigenständigen modernen Frau für ihr Selbstverständnis benötigen – so hemmungslos verzückt, wie Jana Hensel über Robert Habeck in der Zeit schrieb, hat sich über Baerbock trotz allem Jubel niemand geäußert. Noch Habecks Löcher in den Socken gerieten Hensel irgendwie zu Insignien einer lässigen, selbstbewussten Männlichkeit.

Kulissen des grünen Parteitags

Die uneingestandene Sehnsucht nach dem starken ruhigen Mann ist kein Zufall, und sie ist auch nicht Hensels persönlicher Tick. Baerbock selbst wird in der Zeit gefragt, ob es nicht „aktive Männerdiskriminierung“ wäre, dass bei den Grünen mit ihrem Anteil von 41% weiblicher Mitglieder Frauen 58% der Abgeordneten stellen. „Nein, das ist aktive Frauenpolitik“, antwortet Baerbock selbstverständlich: Die besseren Listenplätze gehörten Frauen, und damit würden ihnen Hürden aus dem Weg geräumt.

Ich bezweifle überhaupt nicht, dass es solche Hürden gibt, habe sie in einem anderen Kontext – der Universität – auch schon erlebt. Nur stellt bei den Grünen eben niemals jemand die naheliegende Frage, warum es das Mittel der Wahl in der Frauenpolitik sein sollte, das Versorgermodell der konservativen Ehe in den Institutionen zu kopieren. Denn tatsächlich bildet diese Quotenpolitik ja ganz selbstverständlich die tradierte Logik der gutbürgerlichen Kleinfamilie ab: Die Männer arbeiten hier, um einigen Frauen einen gehobenen sozialen Status zu verschaffen.

So hatte Robert Habeck im Wahlkampf denn auch eine Rolle, die es ganz ähnlich im Langstreckenlauf gibt. Dort ist der „Hase“ ein Läufer, der sich lange an die Spitze setzt und dort die anstrengende Führungsarbeit erledigt – nur um schließlich auszusteigen und einem anderen Läufer hinter ihm Rekorde zu ermöglichen.

Das Problem aber ist, dass Baerbock sich dafür eben irgendwann aus dem schützenden Windschatten Habecks  emanzipieren musste – und von dem Moment an ging es für sie schief. Vielleicht hat der Blogger Recht, der sie als eine Mary Sue der deutschen Politik beschreibt, als eine viel zu idealisierte Frau, die eine bloße Projektionsfläche ist, die eben darum aber an simplen und alltäglichen pragmatischen Anforderungen scheitert.

Das in die Institutionen übertragene Modell der bürgerlichen Kleinfamilie, das die Grünen als moderne Geschlechterpolitik missverstehen, bereitet Frauen parteiintern möglicherweise eben nicht ausreichend auf die Angriffe in offenen politischen Debatten vor, weil es einen ganz illusionären Safe Space schafft. Die erstaunlich unprofessionelle Mischung aus Hilflosigkeit, Unbedarftheit und Arroganz, mit der Baerbock und ihr Team auf die völlig erwartbare Untersuchung ihres Lebenslaufes reagierten, sind eigentlich nur erklärlich, wenn sie mit solchen kritischen, auch übelwollenden Blicken überhaupt nicht gerechnet hatten.

Das muss für jeden enorm naiv wirken, der etwa noch von den Angriffen auf Helmut Kohl weiß, die ihn konsequent als Persönlichkeit abwerteten, oder gar von den ungeheuer bösartigen Attacken auf Willy Brandt („Brandt an die Wand“). In die Binnenstruktur einer Partei aber, in der Männer sich als modern missverstehen, wenn sie Frauen Prestigepositionen erarbeiten – und in der offene Kritik an Frauen so unziemlich ist, als würde damit die Dame des Hauses beleidigt – in eine solche erstarrte Binnenstruktur dringt der Gedanke gar nicht vor, dass es in der Welt da draußen berechtige oder überzogene, legitime oder bösartige Kritik an einer grünen Kanzlerkandidatin geben könnte.

 

Die Nachhut als Avantgarde

So wurde es denn auch kurzerhand als frauenfeindlich abgetan, Annalena Baerbock zu fragen, wie sie denn Mutterschaft und Kanzleramt vereinbaren wolle. Schließlich sei das, so der Bayerische Rundfunk, „keine Frage, die Männern wie Armin Laschet, Olaf Scholz oder Markus Söder gestellt wird.“ 

Einmal ganz abgesehen davon, dass Söder oder Scholz nach jetzigem Stand auch überhaupt keine Chance auf das Kanzleramt haben, ist es keineswegs ein Ausdruck männlicher Privilegien, wenn bei Männern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie keine Rolle spielt. Sie werden nämlich deswegen nicht gefragt, weil andere von ihnen selbstverständlich erwarten, dass sie für berufliche oder amtliche Verpflichtungen familiäre Bindungen vernachlässigen.

Auch Baerbock hat sehr lange gewartet, bis sie erklärte, dass ihr Mann sich „für den Fall, dass sie ein Regierungsamt annehme, voll um Kita, Schule, Pausenbrote und den Haushalt kümmern werde.“  Zuvor hatte sie sich darauf konzentriert, dass sie nicht aufhören wolle, „Mutter zu sein, bloß weil ich Spitzenpolitikerin bin.“ Sie werde eben ab und zu einmal nicht da sein, weil es da wichtiger wäre, bei den Kindern zu sein. 

Das ist nicht nur ganz unrealistisch, was das Amt betrifft – Baerbock hat damit zudem so getan, als wäre gar kein Vater vorhanden, der sich angemessen um die Kinder kümmern könne. Dabei wissen eigentlich alle Menschen, die sowohl die Berufsarbeit als auch die direkte Kindessorge kennen, dass beides für einen einzelnen erwachsenen Menschen nur mit Einschränkungen zu wuppen ist.

Dass Baerbock lange und bei allen Nachfragen an einem unrealistischen vaterlosen Bild festhielt, hat sicher auch einen Grund in der grünen Familienpolitik. Das grüne Selbstverständnis als Partei moderner Familien ist das zweite Missverständnis der Partei, das Auswirkungen auf Baerbocks Wahlkampf hat.

So hartnäckig wie die Grünen lehnt nämlich kaum eine andere Partei gleiche Rechte für Väter und Mütter ab. Gerd Riedmeier, der Vorsitzende des Forum Soziale Inklusion, hat einmal darüber berichtet, wie er bei der familienpolitischen Sprecherin der Grünen um ein Gespräch gebeten – und damit einen Lachanfall in ihrem Team ausgelöst habe. Dass jemand, der gleiche Rechte für Väter und Mütter fordert, bei der wichtigsten grünen Familienpolitikerin auch nur zum Gespräch erscheinen könnte, kam dort als komplett absurde Idee an.

Die Mutter, und niemand sonst, kümmert sich um die Kinder – und vom Vater bleibt kaum mehr als die Pflicht, das zu finanzieren, sei es direkt, sei es als Steuerzahler: Grüne Familienpolitik ist wie ein konservatives Familienmodell auf Speed.

Andere Länder sind da längst weiter. Die neuseeländische Premierministerin Jacina Ardern legt im Gespräch mit der New York Times ganz selbstbewusst und selbstverständlich Wert darauf, dass ihr Partner Clarke Gayford keineswegs nur „Babysitter“ sei, sondern als Vater zu Hause bei dem Kind bleibe. Im Gespräch mit der BBC berichtet sie davon, wie Gayford bei der UN einen ruhigen Raum suchte, um dem Kind die Windeln zu wechseln und seiner Partnerin das Stillen zu ermöglichen. 

Außerhalb der Politik sind solche Konstellationen auch Deutschland nicht mehr ungewöhnlich. Die Sportstudio-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein bedankte sich bei ihrer Dankesrede zur Verleihung der Goldenen Kamera beispielweise auch bei ihrem „tollen Ex-Mann“. Müller-Hohenstein und der Radiomoderator Stefan Parrisius sind zwar getrennt, leben aber nahe beieinander und haben auch nach der Trennung gemeinsam für ihren 1995 geborenen Sohn gesorgt.

Verglichen damit wirkt Baerbocks langes Zögern, den Vater ihrer Kinder auch öffentlich mit ins Spiel zu bringen, altbacken und unrealistisch. Ihre Vorstellung, das Amt der Kinder wegen eben öfter einmal zu verlassen, wäre ohnehin nur zu realisieren gewesen, wenn andere sie zuverlässig ersetzt hätten. Diese Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die einen ist nur dann möglich, wenn Familie und Beruf für die anderen umso weniger vereinbar sind.

Wenn ich dem Bild meines eigenen Umfeld vertrauen kann, ist der Großteil der Gesellschaft schon deutlich weiter. Es ist dort selbstverständlich, dass Kindessorge und Beruf eine Kooperation beider Eltern benötigen, auch nach Trennungen.

Dass die Grünen hier hinterherhinken, ohne es zu merken, hat wohl einen einfachen Grund. Das Geschlechter-Arrangement, das als „traditionelles Familienmodell“ bekannt ist, war eben traditionell und noch vor hundert Jahren ein Modell einer vergleichsweise winzigen solventen Gesellschaftsschicht. In einem Großteil der Familien mussten schon aus finanziellen Gründen alle arbeitsfähigen Erwachsenen auch Geld verdienen.

Die Grünen, die sich weitgehend aus einer wohlhabenden Mittelschicht rekrutieren, merken nicht einmal, wie konsequent sie dieses klassische Versorgermodell einschließlich seiner Abhängigkeit von großen Ressourcen kopieren und in die Institutionen hineintragen. Sie sind damit zumindest familienpolitisch eine hoffnungslos abgehängte Nachhut, die konsequent in die falsche Richtung weitermarschiert und die sich deshalb für die Avantgarde hält.

Das Problem ist also nicht einmal, dass die Grünen rückwärtsgewandter, konservativer und unbeweglicher sind, als sie es selbst glauben – sondern dass sie ausgerechnet ihre Rückwärtsgewandtheit als Modernität missverstehen.

Baerbock stolpert weder über die Bosheit ihrer Gegner, die ja manchmal nicht zu übersehen ist, noch über ihre bemerkenswerte Unprofessionalität. Vor allem stolpert sie über die uneingestandenen Widersprüche ihrer Partei, die in ihrer Kandidatur nach außen hin deutlich sichtbar werden, während die Grünen dort drinnen nicht so recht verstehen, was da eigentlich gerade passiert.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann verpassen Sie keine Artikel mehr! Drücken sie auf den folgenden Link/Button und geben Sie Ihre Email-Adresse an, um über neue Artikel informiert zu werden.

13 Comments

    • Guter Hinweis. Fans (bzw. Fan:innen) von Baerbock werden diese imposante Liste von Fehlleistungen von Baerbock natürlich als böswillige Fokussierung auf 0.01 % ihres Schaffens bewerten, wobei verschwiegen wird, wie segensreich die übrigen 99.99% waren.

      Eine weitere peinliche Fehlleistung hat sich Baerbock nach ihrer Parteitagsrede geleistet:

      https://www.zdf.de/nachrichten/heute-sendungen/videos/baerbock-rede-parteitag-ende-100.html
      Am Ende sagt Baerbock „Scheiße“
      12.06.2021

      Ein weiteres Indiz, wie unprofessionell die Dame ist. Als (Möchtegern-) Kanzler sollte man keine Fäkalsprache benutzen oder, wenn doch, aufpassen, daß die Mikrofone abgeschaltet sind. Ihre Fan:innen werden auch das natürlich als Beweis werten, wie jung und unverdorben sie ist. Und wie sehr sie ist einer von ihnen ist.

  • Seit den 80er Jahren erlebe ich Frauenförderung in der Form, dass weniger begabte Frauen qualifizierter Männer im Öffentlichen Dienst (- einschl. Parteien und staatsnahen Organisationen) überholen. Dass nicht mehr Frauen in Spitzenpositionen der Wirtschaft sind liegt daran, dass ihnen mehrheitlich die Jahrzehnt lange Schufterein dorthin zu mühsam ist. (Gleiche Begabung voraus gesetzt.)

    Von der Schule an werden Mädchen bevorzugt und sind statistisch nachweisbar erfolgreicher, was sowohl an der grossen Überzahl der weiblichen Lehrkräfte als auch an der allgemein-politischen Dämonsierung der Männlichkeit liegt.

    Wer nicht an genetische Unterschiede glaubt, sondern alles für gesellschaftlich verursacht hält (- wie das ja Überzeugung aller Linken ist), müsste diese Ungerechtigkeiten gegenüber Jungen und Männern empörend finden und Programme zur Änderung entwickeln. Das tut aber niemand, statt dessen wird die Mär der Frauen-Benachteiligung weiter gebetet.

    Schliesslich leben Frauen mehr als 5 Jahre länger und beziehen dadurch überproportional mehr Rente als sie eingezahlt haben, Männer weniger. Auch über diese Diskriminierung der Männer verliert niemand ein Wort.

  • … in der offene Kritik an Frauen so unziemlich ist, als würde damit die Dame des Hauses beleidigt …

    Die These, daß Frauen bei den Grünen sakrosankt sind und keiner ernsthaften Kritik ausgesetzt werden, schon gar nicht von Männern, ist plausibel. Für diese These spricht auch, daß sehr viele grüne Funktionäre in der Heinrich-Böll-Stiftung „geschult“ bzw. indoktriniert wurden und das dort praktizierte Matriarchat tief verinnerlicht haben.

    Hinzu kommt m.E. ein externer Faktor: Die Grünen wurden und werden von der Presse und vom ÖRR massiv hofiert und unterstützt und vor allem die Frauen standen immer unter Welpenschutz. D.h. auch dieses Korrektiv blieb den feministischen Damen bisher erspart.

  • Verglichen mit Angela Merkel, die sicherlich die dogmatischere Linke und strammere Sozialistin, ist Lenchen als typisches Wessimädchen einfach nur peinlich. Politische Ausfälle sind beide, auf ihre je eigene, spezifisch weibliche Art.

    • „auf ihre je eigene, spezifisch weibliche Art“ Das ist aber eben gerade nicht mein Punkt. Ich finde es wichtig, politische Kompetenz überhaupt nicht von Geschlechterkategorien abhängig zu machen. In Deutschland z.B. finde ich Sahra Wagenknecht eine der ganz wenigen, männlich oder weiblich, denen ich gern zuhöre. Nicht, weil ich alles richtig finden würde, was sie sagt, sondern weil ich den Eindruck habe, dass ehrliche Überlegungen dahinterstehen Verglichen damit habe ich z.B. bei Habeck immer den Eindruck, dass er ein Schaumschläger ist. Mit der Geschlechtszugehörigkeit hat aber weder das eine noch das andere etwas zu tun.

      International habe ich den Eindruck, aus der Ferne, dass Ardern sich eben nicht nur deutlich überzeugender als Politikerin UND Mutter präsentiert, als Baerbock das tut, eben weil Ardern ganz selbstverständlich den Vater einbezieht – sondern dass sie sich auch in der Corona-Krise überzeugend verhalten hat.

      Es wäre allen geholfen, wenn Geschlecht nicht als Kategorie politischer Qualität durchgehen würde, weder positiv noch negativ.

  • Werden die Grünen das Kanzleramt für die Quote opfern? – Vermutlich schon; auch wenn es anders kommt, werden die Grünen mit Frau Baerbock und natürlich die SPD eine zuverlässige Quelle der Erheiterung bleiben. – Liebe Redakteur*Innen: „Olaf Scholz und Annalena Baerbock mit Clownsnasen und lustigen Hütchen auf die Titelseiten.“

  • Frau Baerbock ist als Bundeskanzlerin ungeeignet. Wenn die Grünen auch nur mal ansatzweise Frau B. kritisch hinterfragt und auf ihre Eignung geprüft hätten, dann wäre ihnen dieses Desaster erspart geblieben. Ich vermute, dass Frau B. als Kandidatin, als Frau, sakrosant war und Kritik an ihr innerparteilich nicht geduldet worden wäre, weil frauenfeindlich.
    Ich habe die Grünen nie als fortschrittliche Partei wahrgenommen. Nur in Sachen Umwelt- und Klimaschutz heben sie sich deutlich von den bürgerlichen Parteien ab. Ihre „Progressivität“ auf ökonomischem Gebiet beschränkt sich auf die zusätzliche Privilegierung von bereits privilegierten Frauen. Im Ehe- und Familienrecht sind die Grünen und ihre sexistische Politik sogar reaktionärer als die bürgerlichen Parteien. Erbarmungswürdig.

  • Die Diskussion um Annalena Baerbock geht im Grunde an der Wirklichkeit vorbei.

    Wer wissen möchte, wer in Deutschland wirklich regiert bzw. bestimmt, kann ausnahmsweise mal bei einer bekannten Gewerkschaft vorbeischauen.

    Verdi ist auch hochgradig männer- und väterfeindlich. Trotzdem gibt es dort ein Video (in 2 Ausführungen):

    Man geht auf die Webseite von Verdi. Dort zu „VER.DE TV“. Ungefähr in der Mitte der Webseite findet man eine Zeile mit folgenden Auswahlmöglichkeiten:

    „Home“ „Themen“ „Branchen“ „Verdi.TV Archiv“

    Über „Themen“ erreicht man ein Listenfeld und wählt dort als „Thema“ „Wirtschaft & Finanzen“ aus.

    Und hier kann man (unter anderm) 2 Videos mit dem Titel, „Wie wird man reich?“, finden:

    Trailer
    Länge 2 Minuten 35 Sekunden
    Datum: 15.05.2013

    Film
    Länge 15 Minuten und 21 Sekunden
    Datum: 15.05.2013

    Man sollte sich unbedingt die knapp 16 Minuten Zeit nehmen, um zu wissen, warum man die Grünen wohl eher nicht wählen sollte und natürlich um zu erkennen wer Deutschland wirklich regiert.

    Sehr gut weiterhelfen kann auch Prof. Dr. Heinz-Josef Bontrup. Neben Heiner Flassbeck (wohl auch Professor) und Ulrike Herrmann (ist bei den Grünen und schreibt für die taz) einer der ganz wenigen Wirtschaftsprofessoren, die im Gegensatz zu Prof. Hans-Werner Sinn nicht dem neoliberalen Wahn verfallen sind.

    Dazu muss man z. B mit einer Suchmaschine (ohne Anführungsstriche) nur nach „Heinz-Josef Bontrup: Die Mainstream-Ökonomie und ihr Versagen“ suchen. Der Vortrag ist aus dem Jahr 2012. Ein ähnlicher aber genauso guten Vortrag von ihm kann man auch auf YouTube finden: „Prof. Dr. Heinz-Josef Bontrup – Auswüchse des Finanzkapitalismus“. Auch dieser Vortrag ist aus dem Jahr 2012. Nur wer die Finanzkrise 2007/2008/2009, die noch nicht zu Ende ist, richtig verstanden hat, und es nicht wieder gerade nur bis zu den Zinsen und dem Geldsystem („Kredite wären die Schaffung von Geld aus dem Nichts“) schafft, wird auch die Vorträge sehr gut verstehen.

    Bontrup erklärt an Hand der 5 Konten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung und den 4 Wertschöpfungsarten ( „Löhne und Gehälter“, „Mieten und Pachten“, „Zinsen“ und „Unternehmerprofiten bzw. Unternehmergewinnen“) die Finanzkrise. Besser habe ich es nie wieder gehört bzw. gesehen. Für Zins- und Geldsystemkritiker, die vom hochkonzentrierten Privateigentum an Produktionsmitteln und der Aneignung des Mehrproduktes der Produktion von Waren und Dienstleistungen durch diese superreichen Leute nichts wissen wollen, hält sich mein Begeisterung sehr in Grenzen. Trotzdem bin ich kein Mitglied irgendeiner linken oder scheinlinken Partei!!! Warum nicht? Weil es dort mehr um Männer- und Väterverachtung als um superreiche Produktionsmittelbesitzerinnen geht, auch wenn das meistens Männer sind.

    Bontrup, obwohl ein nichtneoliberaler Wirtschaftswissenschafter im Gegensatz zu Prof. Hans-Werner Sinn, hat das Bundesverdienstkreuz erhalten (was Sinn wohl auch bekommen hat).

    Etwas zu Sahra Wagenknecht:

    Sahra Wagenknecht ist auch auf der Webseite „werbrauchtfeminismus Punkt de“ vertreten.

    Ihre Worte auf dieser Webseite, “Ich brauche Feminismus, weil Machos und männliche Arroganz nicht nur in der Politik nervig sind.”, ist eine inhaltsleere Pauschalverurteilung, die ignoriert, dass es Arroganz von Frauen, z. B. im Bundesfamilienministerium, natürlich ebenfalls gibt.

    Vor einigen Jahren hatte ein Mann der Zeitschrift „Straßen aus Zucker“ (siehe gleichnamigem Wikipediaartikel) Sahra Wagenknecht bei einem (ich glaube) Parteitag eine Torte ins Gesicht geworfen. Ich bin ja der Meinung, das man so keine Probleme lösen kann, auch nicht in der Flüchtlingsfrage. Aber natürlich war ich nicht ganz böse über die Mann, auch wenn die Torte möglicherweise besser das Gesicht von Katja Kipping getroffen hätte. Sie steht, obwohl verheiratet und mit Kind, noch wesentlich deutlicher für Männer- und Väterverachtung in der Linkspartei als Sahra Wagenknecht. Die sehr sachlichen Hinweise von Sahra Wagenknecht bezüglich der Flüchtlingsfrage hat sie zum Hassobjekt von Scheinlinken werden lassen. Dazu kann man außerdem noch mal ein zweiteiliges Interview von Reinhard Jellen mit Hartmut Krauss auf Heise Telepolis online lesen, dass 2012 geführt wurde. Hartmut Krauss ist ein Erziehungswissenschaftler, der auf ein marxistisches Herangehensweise bei Analysen wert legt. Er hat allerdings auch zu den Übertreibungen im Feminismus (und in Zusammenhang von Feminsmus und Islam) in diesem Interview klar seine Meinung dargelegt. Das Interview ist mit jeder Suchmaschine ganz einfach zu finden.

    Noch was zur aktuellen Bundeskanzlerin, Angela Merkel, einer bekanntermaßen ehemaligen DDR-Bürgerin:

    Sie hat Physik studiert und ihren Doktor in Physik gemacht. Merkel ist mit Leuten, insbesondere Frauen, zu vergleichen, die nur eine Rechthaberwissenschaft, wie Gesellschaftswissenschaften, Soziologie, Jura, Theologie, Psychologie, Politikwissenschaften und Ähnlichem bzw. Ähnliches studiert haben, nicht wirklich vergleichbar.

    Ohne den Untergang der DDR hätte sie ihren Weg in der DDR als Doktor der Physik gemacht.

    Angela Merkel bewundere ich auch deshalb sehr, weil sie als Bundeskanzlerin den Frauen und hochgradig männerverachtenden Feministinnen der linken und scheinlinken Parteien das Wasser abgegraben hat. Man muss sich nur die Wahlergebnisse von vergangenen Bundestagswahl ansehen, bei denen die UNION gewonnen hatte und dort mal nachschauen, wie viele Männer und wie viele Frauen (in Prozent) die UNION gewählt hatten.

    Die UNION hatte ja immer mit Merkel die einfache Mehrheit erreicht, aber es hatten noch mal deutlich mehr Frauen (um die 4 bis 6 %) als Männer die UNION gewählt. Da hatte aller Männer- und Väterhass der linken und scheinlinken Parteien, SPD, Grüne und Linkspartei nicht wirklich mehr weitergeholfen.

    Noch schlimmer ist es für diese 3 Parteien durch die AfD geworden, weil es auch in der AfD Frauen, wie z. B. Alice Weidel und Nicole Höchst, gibt, die selbst Feministinnen sind, die aber eben die Vergehen muslimischer eingewanderter Männer nicht ignorieren wollen. Auch Alice Schwarzer ist ja inzwischen Rassistin, weil sie nicht einfach die Vergehen muslimischer Männer ignorieren will.

    So weit dazu.

    Wer sich z. B. die beiden von mir genannten Verdi-Videos angesehen hat, wird mir ganz klar zustimmen. Nicht die Parlamente, die Landes- und Bundesregierungen, regieren Deutschland sondern wohl doch eher superreiche Produktionsmittelbeitzerinnen und Produktionsmitteleigentümer. Auch das Geldsystem als Ursache allen Bösen ist wohl doch eher weitestgehend falsch. Aber die Zinsnarren sterben eben auch nie aus.

    Es geht nicht gleich immer um Zinsen und Mehrwerte. Warum nicht? Weil Zinsen und Mehrwerte nicht ohne ein Mehrprodukt auskommen können.

    Sicher, es gibt auch Spekulationsgewinne.

    Aber die haben auch viel mit Inflation zu tun. Nur wer die Macht hat, sich in der Hauptsache das produzierte Mehrprodukt anzueignen (Gold und Geld kann man nämlich letztendes nicht Essen, man kann sich damit auch nicht kleiden oder damit Wohnen, man kann mit Geld und Gold nur bezahlen!!!) in der Lage ist, hat auch gewonnen.

    Das dieser Vorgang heute im Gegensatz zur Sklavenhaltergesellschaft und möglichweise auch im Gegensatz zum Feudalismus, im neoliberalen Triumpfkapitalismus über Geld und Gold (auch Erdöl!) läuft, ist zwar richtig, aber wenn z. B. durch einen Krieg eine absolute Vernichtung aller Produkte und Dienstleistungen eingetreten ist, kann man selbst mit Gold nichts mehr zu Essen kaufen und muss zwangsläufig verhungern. Man sollte also verstanden haben, wer Deutschland wirklich regiert. Verdi hat es ganz klar in knapp 16 Minuten in einem Film belegt!!!!!

    Auch eine Bundeskanzlerin, Annalena Baerbock, wird daran genauso wenig ändern wie Angela Merkel. Die Leute wollten 1989/90 die Wiedervereinigung und damit den Kapitalismus. Zum nomalen, insbesondere neoliberalen, Kapitalismus (auch der Sozialismus kommt nicht ohne Maschinen, Hallen, Transportmittel, also Kapital ausgekommen!!! Ja der böse Stalinismus brauchte deshalb eine Armee weil Hitler dieses Land überfallen hatte!!!) gehört der Krieg.

    Nur wer das verstanden hat, weiß auch, warum Annalena Baerbock eher eine unwichtige Frau ist. Die Grünen werden meiner Meinung außerdem nicht die einfache Mehrheit der wählenden Wahlberechtigten gewinnen. Da bin ich mir ziemlich sicher.

    Verdi ist übrigens nicht die einzigste Organisation, die da was mitbekommen hat. Es reicht einfach auf YouTube nach „Du mußt den Gürtel enger schnallen!“ zu suchen. Das Video ist nur knapp 6 Minuten lang und hat prinzipiell den gleichen Inhalt. Beim YouTube-Kanal „RathausCafe“ befinden sich unter dem Video mehrere Links.

    Wer etwas gegen den Feminismus tun möchte, muss dafür sorgen, dass Frauen, die Hass auf Männer und Väter prädigen auch wirklich geächtet werden. Alles andere sind leere Worte.

    Genauso ist das bei Scheidungen. Nur Frauen, die wirklich, selbst wenn ihnen die Kinder zugesprochen wurden, keinen Cent Geld mehr erhalten, sind dann auch wirlich die Dummen. Alle andere sind leere Worte.

    Dazu kommen heute noch Männer, die als minderjährige Söhne möglicherweise völlig einseitig zu ihrer Mutter gehalten hatten, ja sogar den Umgang verweigert hatten, obwohl der Vater Unterhalt gezahlt hat. Auf diese Männer wartet durch den männer- und väterverachtenden Feminismus heute in der Gegenwart nur die späte Gerechtigkeit. Diesen Männer muss man auch nicht mehr wirklich helfen.

    Auch aus diesem Grund habe ich nichts dagegen, wenn Annalena Baerbock Kanzlerin wird.

    Im Gegensatz zu einem Kanzler oder einer Kanzlerin von der SPD, den Grünen oder der Partei „Die Linke“, war Angela Merkel für jeden intelligenten und sogar betroffenen Mann in Deutschland ganz klar ein Segen. Wer es immer noch nicht ganz verstanden hat, sollte mal das letzte Landtagswahlergebnis im Bundesland Sachsen-Anhalt studieren. Und er oder sie kann auch mal die Landtagswahlergebnisse des Jahres 2019 in Brandenburg, Sachsen und Thüringen studieren (z. B. mit den Auswertungen der Forschungsgruppe Wahlen, die auch zeigen, wie die Männer und wie die Frauen gewählt hatten, auch bezüglich der AfD!!!).

  • Das Bundesforum Männer hat den DITIB nahen Verein Sozialverband muslimischer Frauen aufgenommen:

    https://smf-verband.de/nachrichten/smf-wird-mitglied-im-bundesforum-maenner/

    in deren eigenen Worten: Der Sozialdienst muslimischer Frauen wurde auf der Mitgliederversammlung des Bundesforum Männer am 25.02.2021 als Mitglied aufgenommen. Das ist eine doppelte Premiere, denn der SmF ist sowohl der erste muslimische Verband als auch der erste Frauenverband im Bundesforum Männer.

    Die Vorsitzende des SMF kommt vom DITIB: https://de.wikipedia.org/wiki/Ayten_Kili%C3%A7arslan
    > erste weibliche Vorstandsmitglied der DITIB e.V.

    Der Männerbeauftragte (der den SMF im Bundesforum vertritt) ist Leiter der DITIB Akademie in Köln.

    https://www.xing.com/profile/Taner_Yueksel3
    Berufserfahrung von Taner Yüksel
    Bis heute 9 Jahre und 6 Monate, seit Jan. 2012 DITIB Akademie
    Akademieleiter. Zuständig für Bildung, Forschung und Publikationen.

    Ergo: das Bundesforum Männer wird über die DITIB jetzt auch von der Religionsbehörde aus der Türkei gesteuert.

    • Danke für den Hinweis! Grundsätzlich finde ich es sehr gut, wenn im Bundesforum auch ein Verband vertreten ist, der sich um die Situation muslimischer Männer und Jungen kümmert, weil die ja auch geschlechterpolitisch möglicherweise spezifische Probleme haben. Es hat aber auch etwas ausgesprochen Herablassendes, die (wenn ich das richtig überschlage, etwa 2,5 Millionen) muslimischen Männer und Jungen in Deutschland nebenbei durch einen Frauenverband mitvertreten zu lassen, der sich auf seiner Webseite auf Hilfe für „Frauen in Not“ konzentriert und fordert, Frauen und Kinder vor Gewalt zu schützen. Da wüsste ich wirklich gern einmal, ob muslimische Männer wirklich keinen Schutz vor Gewalt brauchen.

      Wenn der Sozialdienst mit DITIB verbandelt ist oder gar von dort finanziert wird, ist das erst recht nicht in Ordnung. Ich kann diese Verbandelungen nicht überprüfen, aber es wäre eigentlich Aufgabe des Bundesforum Männer, sich dazu klar zu äußern. Nicht deswegen, weil der SmF muslimisch ist, aber deswegen, weil es ja offenkundig personelle Überschreitungen gibt. Wenn nämlich das Bundesforum Männer einerseits eine Gruppe wie das Forum Soziale Inklusion öffentlich hart angreift, die für eine Gleichberechtigung von Männern und Frauen eintritt, und wenn es dann gleichzeitig eine Zusammenarbeit mit einer knallreaktionären Erdogan-Anstalt beginnt – dann kann es seinen Anspruch, für gleiche Rechte von Frauen und Männern zu stehen, vergessen.

      Die Tagesschau hat zur DITIB einmal den Innenstaatssekretär Markus Kerber zitiert, der bezweifelt, ob das ein „wirklich adäquater Ansprechpartner für die Mehrheit“ der Muslime in Deutschland sei:
      „Zudem nannte Kerber die finanzielle wie ideologische Abhängigkeit zahlreicher Verbände vom Ausland ‚problematisch‘. Dies beziehe sich vor allem auf den größten Dachverband Ditib und seine Verbindungen zum Amt für Religiöse Angelegenheit (Diyanet) in Ankara. ‚Die Repräsentativität der Islamverbände für die ganze in dieser Studie abgebildete Gruppe von Bürgern von über fünf Millionen ist nicht gegeben.'“

      Die Schlussfolgerung, dass das Bundesforum aus der Türkei gesteuert werde, geht also zu weit. Aber das Bundesforum müsste hier trotzdem Klarheit schaffen und deutlich machen, was der SmF mit der DITIB zu tun hat.

Leave a Comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.